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Geschäfts- und Rahmenbedingungen
Gegenstand des Unternehmens sind die Herstellung und der Verkauf von Cartridge-Gleitringdichtungen vom Typ Cartex sowie Lohnveredelung, überwiegend von Edelstählen, hauptsächlich für die EagleBurgmann Germany GmbH & Co KG. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Judenburg, es besteht zusätzlich noch ein Verkaufsbüro in Salzburg als Zweigniederlassung.
Ertragslage
Die EagleBurgmann Austria GmbH (nachfolgend EBA genannt) hat sich im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr positiv entwickelt. Das Rohergebnis ist von 8,910 Mio. € im Jahr 2024 auf 9,238 Mio. € im Jahr 2025 gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von 0,328 Mio. € bzw. +3,68%. Zurückzuführen ist der Anstieg auf einen wiederum gestiegenen Projekt-Umsatz. Während der Umsatz der Produktionsstätte in Judenburg annähernd konstant zum Vorjahr geblieben ist, konnten im Verkaufsbüro in Salzburg signifikante Umsatzsteigerungen erzielt werden. Vor allem der Bereich Service/Reparatur entwickelte sich überproportional gut.
Die Personalaufwendungen sind von 5,841 Mio. € im Jahr 2024 auf 5,624 Mio. € im Jahr 2025 leicht gesunken. Der Beschäftigungsstand lag bei durchschnittlich 66 Beschäftigten im Jahr 2025. Der Rückgang des Personalstands hat die Bezugssteigerungen durch KV-Erhöhungen überkompensiert, was zu einem Absinken des Personalaufwands geführt hat. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 2,005 Mio. € im Jahr 2024 auf 2,232 Mio. € im Jahr 2025 leicht angestiegen. Der Anstieg resultiert überwiegend aus höheren Lizenzkosten und Vertriebskosten sowie aus höheren Versicherungskosten und einem Verlust aus Anlagenabgang. Ansonsten entwickeln sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen entsprechend der laufenden Inflation.
Die Abschreibungen liegen mit 445 T€ um rund 13 T€ unter dem Vorjahresniveau. Der Grund hierfür liegt in der geringeren Investitionstätigkeit.
Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich um 261 T€ von 0,545 Mio. € im Jahr 2024 auf 0,806 Mio. € im Jahr 2025. Hauptreiber für die Ergebnisanstieg sind einerseits gleichbleibende Umsätze in der Produktionsstätte bei gleichzeitig niedrigeren Kosten. Andererseits stehen in der Vertriebseinheit höhere Umsatzerlöse, sowie eine verbesserte Marge nur geringfügig gestiegenen Gemeinkosten, gegenüber.
Die Eigenkapitalrentabilität (als Verhältnis des Ergebnisses vor Steuern verglichen mit dem durchschnittlichen Eigenkapital inkl. Invest-Zuschüsse) erhöhte sich durch den Ergebnisanstieg bei konstantem durchschnittlichen Eigenkapital von 12,7% im Jahr 2024 auf 18,58% im Jahr 2025.
Finanzlage
Die Gesellschaft nimmt am Cash-Pool der Freudenberg-Gruppe teil und verzichtet auf eine externe Bankfinanzierung. Am Ende des Geschäftsjahres 2025 konnte ein Cash-Pool-Guthaben von 2.192 T€ erreicht werden, was einem Aufbau der liquiden Mittel um 550 T€ im Vergleich zum Vorjahreswert von 1.642 T€ bedeutet.
Der Cash-Flow aus der betrieblichen Tätigkeit betrug 2025 1.636 T€ (Vj 1.762 T€), der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit betrug -86 T€ (Vj -342 T€) und der Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit betrug -1.000 T€ (Vj -1.521 T€). Die Berechnung des Cash-Flows erfolgte anhand der AFRAC-Stellungnahme 36 „Geldflussrechnung“.
Das Working Capital erhöhte sich geringfügig von 3,733 Mio. € im Vorjahr auf 3,846 Mio. € im Jahr 2025. Die Working Capital Ratio verringerte sich von 3,20 im Jahr 2024 auf 3,00 im Jahr 2025 ebenfalls geringfügig.
Der Verschuldungsgrad (als Verhältnis des Fremdkapitals verglichen mit dem Eigenkapital inkl. Invest-Zuschüsse) erhöhte sich von 60,63% im Jahr 2024 auf 65,37% im Jahr 2025, was im Wesentlichen auf den leichten Eigenkapitalrückgang durch die Ausschüttung bei nahezu gleichbleibenden Verbindlichkeiten zurückzuführen ist.
Vermögenslage und immaterielle Werte
Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen (als Nettobilanzzugang ohne Berücksichtigung der jährlichen Abschreibung) beliefen sich im Jahr 2025 aufgrund geringerer Investitionstätigkeit bei gleichzeitigem Anlagenabgang auf 10 T€.
Die Investitionsdeckung (als Verhältnis der Nettoinvestitionen verglichen mit den Abschreibungen) beträgt aufgrund der geringen Neuinvestitionen im Jahr 2025 28,48%. Der Anlagendeckungsgrad (als Verhältnis des Anlagevermögens verglichen mit dem durchschnitlichen Eigenkapital inkl. Invest-Zuschüsse) stieg im Jahr 2025 auf 178,88% an, was auf einen stärkeren Rückgang des Anlagevermögens bei nur leicht geringerem Eigenkapital zurückzuführen ist. Der Anlagenabnutzungsgrad der Sachanlagen (als Verhältnis der kumulierten Abschreibungen auf das SAV vergleichen mit den Anschaffungskosten des SAV) erhöhte sich auf 76,65% im Vergleich zum Vorjahr mit 73,92%.
Die Bilanzsumme verringerte sich aufgrund der oben enwähnten Veränderungen auf 9,229 Mio. € im Jahr 2025 im Vergleich zu 9,278 Mio. € im Jahr 2024. Das gesamte Anlagevermögen verringerte sich aufgrund niedriger Investitionstätigkeit von 3,486 Mio. € im Jahr 2024 auf 3,120 Mio. € im Jahr 2025.
EBA besitzt keine Finanzanlagen. Derivative Finanzinstrumente wurden nicht in Anspruch genommen.
Das Umlaufvermögen erhöhte sich um 340 T€ im Vergleich zum Vorjahr, die Rückstellungen verringerten sich insgesamt um -11 TE.
Die Verbindlichkeiten sind von 1,229 Mio. € im Jahr 2024 um 0,157 Mio. € auf 1,386 Mio. € im Jahr 2025 leicht angestiegen.
Prognose-, Risiko- und Chancenbericht
Für das Jahr 2026 wird von einem steigenden Wirtschaftsjahr sowohl für die Produktions- als auch die Vertriebseinheit ausgegangen. Für die Produktionseinheit am Standort Judenburg wird mit einem erhöhten Auftragseingang und Umsatz hauptsächlich durch Lohnveredelung gerechnet. Die Vertriebseinheit in Salzburg, welche überwiegend Kunden in Osterreich bedient, plant ein Umsatzwachstum von etwa 13%. Trotz der weiterhin unsicheren allgemeinen Wirtschaftslage kann EagleBurgmann durch seine innovativen Produkte, guten Service sowie durch die Zugehörigkeit zum Mutterkonzern Freudenberg auf eine solide finanzielle Ausgangsposition zurückgreifen. Damit sieht sich die Gesellschaft in der Lage, auch weiterhin erfolgreich am Markt agieren zu können.
Durch Optimierungsmaßnahmen am Standort Judenburg wird das Produktportfolio der EBA weiter optimiert. Diese sollen keine negativen Auswirkungen auf die Anzahl der Mitarbeiter haben, aber mittelfristig die Produktivität erhöhen.
Insgesamt wird für 2026 mit einem weiterhin herausfordemden Marktumfeld gerechnet. Positiv sollten sich die Energie-, Material- und Logistikkosten im Vergleich zum Jahr 2024 / 2025 weiter erholen.
Der Cashflow aus dem operativen Geschäft und die Zugehörigkeit zur Unternehmensgruppe Freudenberg ermöglichen notwendige Investitionen, um die Position von EagleBurgmann im Markt weiter zu festigen.
Das Hauptrisiko besteht in der weiter schwierig zu prognostizierenden Entwicklung der allgemeinen Weltkonjunktur sowie der Effekte aus der entstehenden Zoll-Problematik. Unsicherheiten stellen zudem Wechselkursschwankungen von US-Dollar, Yen und britischem Pfund dar. Neben diesen ökonomischen Risiken bestehen wie in der Vergangenheit ebenso politische und wirtschaftliche Risiken. Dazu zählt vor allem die instabile Lage in der Ukraine und Russland.
Der im Frühjahr 2022 ausgebrochene Krieg zwischen Russland und der Ukraine beeinflusste bis jetzt nicht den Auftragseingang. Auswirkungen sind im Bereich der Beschaffung festzustellen, wobei diesen durch gezieltes Bestandsmanagement sowie Prozessanpassungen im Einkauf derzeit entgegengewirkt werden kann. Von einem Gasembargo ist EBA nicht direkt betroffen, da dieser Energieträger am Standort seit der Umstellung auf Fernwärme nicht mehr eingesetzt wird. Einige Lieferanten sind jedoch von Erdgas abhängig wie z.B. zum Sintern der bei EBA verwendeten Wendeschneidplatten aus Hartmetall. Die Folgen eines Embargos sind für EBA aus heutiger Sicht schwer vorhersehbar.
Anfang 2026 kam mit dem Krieg zwischen den USA & Israel gegen den Iran ein weiteres geopolitisches Risiko hinzu. Wesentliche Absatzmärkte für die EBA sind nicht unmittelbar betroffen aber eine indirekte negative Beeinflussung durch allgemeine konjunkturelle Entwicklungen oder Veränderungen der Verfügbarkeit von Waren und ein nachhaltiger Anstieg deren Preise, kann zum Zeitpunkt der Berichtserstellung noch nicht abgesehen werden.
Das Management der Gesellschaft untersucht in regelmäßigen Abständen die Chancen und Risiken in Bezug auf die allgemeine Geschäftsentwicklung. Durch die enge Zusammenarbeit im Absatz- sowie Beschaffungsbereich mit der EagleBurgmann Germany GmbH & Co KG sind die Geschäftsführer in ihrer Gesamtverantwortung für die frühzeitige Risikoerkennung und das Einleiten von Maßnahmen in engem Kontakt mit dem Risikomanagement des Konzerns.
Bei EBA findet keine Forschung und Entwicklung statt. Als Produktionsstandort in einem globalen Fertigungsverbund wird F&E durch den Hauptsitz des Konzerns in großem Umfang durchgeführt. Innovationen und Verbesserungen in Produkt- und Fertigungstechnologie werden bei EBA in Form von globalen Standards implementiert.
Die wirtschaftliche Situation der Region hat in den letzten Jahren zu einer relativ starken Abwanderung geführt. Dem damit verbundenen Facharbeitermangel wird durch verstärkte Lehrlingsausbildung durch die Gesellschaft entgegengewirkt. Genauso soll die anstehende Welle an Pensionierungen über diese verstärkte Lehrlingsausbildung kompensiert werden.
Ansonsten sind für die EBA neben den üblichen branchentypischen Risiken keine weiteren Risiken erkennbar.
Judenburg, 10.06.2026
-DocuSigned by
Unterschrift: Julijan Lovrencic
Christoph Schulte 254238340325040F1 Unterschrift: Christoph Schulte