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Lagebericht 2025

STRABAG Infrastructure & Safety Solutions GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 13. Juli 2026

Inhaltsverzeichnis

STRABAG Infrastructure & Safety Solutions GmbH, 1210 Wien, Ignaz-Köck-Straße 19

L A G E B E R I C H T Geschäftsjahr 2025

BERICHT ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF UND DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE

GESCHÄFTSVERLAUF

ALLGEMEINE ANGABEN

Die STRABAG Infrastructure & Safety Solutions GmbH ist unter der Firmenbuchnummer 79688p im Firmenbuch beim Handelsgericht Wien eingetragen.

Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in Wien.

Der Gegenstand des Unternehmens umfasst im Wesentlichen die Projektierung, Erzeugung, Montage und den Verkauf von Kommunikationssystemen und von elektrotechnischen und elektronischen Anlagen sowie deren Service- und Reparaturarbeiten.

Die Gesellschaft wurde mit Bescheid vom 14.05.2014 ab dem Veranlagungsjahr 2012 in eine Unternehmensgruppe im Sinne des § 9 Abs. 8 KStG 1988 eingebunden. Das steuerliche Ergebnis der Gesellschaft wird dem Gruppenträger STRABAG SE, Villach, zugerechnet. Ein steuerlicher Ergebnisausgleich zwischen dem Gruppenträger und jedem einzelnen Gruppenmitglied ist in Form eines Steuerumlagevertrages geregelt.

Mit 10. Dezember 2013 wurde eine Verlustabdeckungszusage mit dem Gesellschafter STRABAG AG, Spittal an der Drau, abgeschlossen.

Der Geschäftsverlauf der Gesellschaft wird sowohl von der Konjunktur im Allgemeinen als auch von der Baukonjunktur im Besonderen bestimmt.

LÄNDERBERICHT1

ÖSTERREICH

Nach zwei Rezessionsjahren verzeichnete Österreich 2025 mit einem BIP-Wachstum von 0,3 % wieder eine leichte wirtschaftliche Erholung. Dämpfend wirkten eine restriktivere staatliche Fiskalpolitik infolge des gesamtstaatlichen Budgetdefizits, eine schwächere Nachfrage nach Exportgütern sowie eine kurzfristige Inflationseskalation auf 3,5 %. Letztere resultierte aus dem Wegfall von Energiepreisobergrenzen und erhöhten öffentlichen Gebühren. Haupttreiber der Erholung war ein spürbarer Anstieg des privaten Konsums infolge gestiegener Reallöhne und sinkender Zinsen. Für 2026 prognostiziert Euroconstruct ein Wachstum von 1,1 %, das sich in den Jahren 2027 und 2028 stabil bei 1,2 % einpendeln soll.

Die österreichische Bauwirtschaft verzeichnete im Jahr 2025 mit einem Rückgang von 0,8 % eine deutliche Abschwächung des negativen Trends gegenüber 2024 (-5,2 %). Verbesserte Finanzierungsbedingungen, insbesondere niedrigere Zinsen, dürften zu einer schrittweisen Erholung im Wohnbau beitragen, allerdings auf weiterhin niedrigem Niveau. Gleichzeitig ist infolge staatlicher Sparmaßnahmen mit rückläufigen Investitionen in die Infrastruktur zu rechnen. Dieser Effekt wird vor allem auf kommunaler Ebene sichtbar sein, während die staatliche Autobahngesellschaft ASFINAG sich aus Mauteinnahmen finanziert und an ihrem Investitionsplan für die kommenden Jahre festhält. Euroconstruct prognostiziert für 2026 ein leichtes Wachstum von 0,2 % sowie für 2027 und 2028 Zuwächse von 1,0 % bzw. 1,1 %.

1 Alle Wachstumsprognosen sowie Bauvolumina auf Ebene der einzelnen Volkswirtschaften wurden den Berichten von Euroconstruct und EECFA (Eastern European Construction Forecasting Association) vom Winter 2025 entnommen. Die angegebenen Marktanteilsdaten basieren auf den Daten aus dem Jahr 2025 sowie auf Schätzungen für das Jahr 2025 von Euroconstruct und EECFA.

Der Wohnbau verzeichnete 2025 einen Rückgang von 1,6 %, der deutlich geringer ausfiel als im Vorjahr (2024: -6,7 %). Maßgeblich für diese Entwicklung waren Zinssenkungen bzw. sich stabilisierende Finanzierungskosten für Haushalte und Entwickler:innen. Der im Jahresvergleich geringere Rückgang ist jedoch auch darauf zurückzuführen, dass die Bautätigkeit nach den starken Einbrüchen der Vorjahre bereits auf einem deutlich niedrigeren Niveau liegt. Unterstützend wirkte der Renovierungsmarkt, der aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage nach energetischen und thermischen Sanierungen um 2,1 % zulegte. Mögliche Einschränkungen von Förderungen infolge des staatlichen Sparkurses könnten die Renovierungstätigkeit im Wohnbau dämpfen. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum und die sanfte Wiederbelebung des Wohnbaus sollen diesen Effekt jedoch weitgehend kompensieren. Für 2026 und 2027 wird ein Wachstum von 0,5 % bzw. 0,9 % erwartet.

Das Bauvolumen im sonstigen Hochbau verringerte sich 2025 lediglich um 0,2 % und damit deutlich weniger stark als im Vorjahr (-5,3 %). Die schwache Konjunktur, weiterhin erhöhte Finanzierungskosten sowie Sparmaßnahmen der Regierung führten zu Verzögerungen bei privaten und öffentlichen Investitionen. Euroconstruct erwartet jedoch mittelfristig eine Erholung im Einklang mit dem makroökonomischen Wachstum und prognostiziert für 2026 eine stabile Entwicklung (+0,1 %) sowie für 2027 einen Anstieg von 2,3 %.

Der Tiefbau entwickelte sich im Jahr 2025, getragen von der staatlichen Investitionstätigkeit in Infrastrukturprogramme, robust und wuchs um 0,9 %. Angesichts restriktiverer Fiskalpolitik wird die öffentliche Hand – insbesondere auf kommunaler Ebene – ihre Neuinvestitionen in Straßen- und Wasserinfrastruktur voraussichtlich zurückfahren oder aufschieben. Wesentliche Infrastrukturvorhaben, darunter Autobahnausbauprojekte der ASFINAG, dürften fortgeführt werden. Sanierungen und Investitionen in Energieinfrastruktur, unterstützt durch EU-Förderprogramme und das nationale Ziel stabiler Energiepreise, bleiben vergleichsweise hoch. Für 2026 und 2027 werden Rückgänge von 0,7 % bzw. 1,3 % erwartet.

DEUTSCHLAND

Die deutsche Volkswirtschaft stagnierte im Jahr 2025, belastet von externen Krisen wie dem Ukraine-Konflikt oder der US-Zollpolitik. Eine hohe Steuerlast und strikte Regularien üben in Verbindung mit hohen Energiepreisen weiterhin Druck auf die Wettbewerbsfähigkeit aus. Ab 2026 dürften öffentliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung sowie ein belebterer Privatkonsum jedoch für einen konjunkturellen Auftrieb sorgen. Die Lockerung der Schuldenbremse eröffnet zusätzlichen finanzpolitischen Spielraum. Euroconstruct erwartet für 2026 und 2027 jeweils ein Wachstum von 1,0 %, während für 2028 ein Zuwachs von 0,5 % prognostiziert wird.

Die deutsche Bauwirtschaft verzeichnete 2025 einen Rückgang der Bauleistung um 1,4 %. Während sich der Infrastruktursektor robust zeigte, blieb der Wohnungsbau infolge von Nachwehen der hohen Zinsen und Kosteninflation weiterhin unter Druck. Provisorische Haushaltsbudgets führten vor allem auf kommunaler Ebene zu Projektverzögerungen, da der endgültige Haushaltsbeschluss erst im September gefasst wurde. Im März 2025 kündigte die Bundesregierung im Zuge der Lockerung der Schuldenbremse ein Sondervermögen in Höhe von € 500 Mrd. für Infrastruktur und Klimaneutralität über zwölf Jahre an. Darin enthalten sind € 100 Mrd. für Länder und Kommunen sowie weitere € 100 Mrd., die in den Klima- und Transformationsfonds fließen sollen. Da erste Projekte aus dem Sondervermögen aufgrund langwieriger Planungs- und Genehmigungsverfahren voraussichtlich erst Ende 2026 vergeben werden, rechnet Euroconstruct kurzfristig mit einem moderaten Anstieg der Bauleistung um 0,5 % im Jahr 2026, der sich 2027 auf 1,8 % ausweiten dürfte.

Im Wohnbau verlangsamte sich der Rückgang des Bauvolumens und kam im Jahr 2025 bei -2,4 % zu liegen. Trotz des hohen Bedarfs an Wohnraum wurden in den vergangenen vier Jahren aufgrund hoher Zinsen, reduzierter Fördermittel, gestiegener Bau-, Energie- und Grundstückskosten sowie bürokratischer Hürden deutlich weniger Neubauprojekte realisiert.

Abgemildert wurde der Rückgang durch einen stabileren Renovierungsmarkt, insbesondere im Bereich der thermischen und energetischen Sanierung. Dank positiver Impulse wie niedrigerer Zinsen, Reallohnwachstum und Entbürokratisierungsinitiativen erwartet Euroconstruct für 2026 eine Stagnation, bevor sich der Trend 2027 mit 2,1 % wieder ins Positive dreht.

Der sonstige Hochbau, der 2025 um 1,0 % schrumpfte, blieb von wirtschaftlicher Unsicherheit und der Investitionszurückhaltung von Unternehmen sowie der öffentlichen Hand, insbesondere Gemeinden, belastet. Steigende Investitionen in medizinische Einrichtungen und kommunale Verwaltungsgebäude sowie die Erholung im industriellen und kommerziellen Hochbau werden voraussichtlich 2026 und 2027 für ein Wachstum von 0,7 % bzw. 1,4 % sorgen.

Der Tiefbausektor verzeichnete 2025 ein moderates Wachstum von 1,0 %. Verzögerte Budgetfreigaben bremsten im Jahresvergleich die Dynamik, während Investitionen in Bahn-, Telekommunikations- und Energieinfrastruktur positive Impulse setzten. Besonders im Bereich der Energie- und Wasserinfrastruktur und aufgrund des verabschiedeten Sondervermögens eröffnen sich mittel- bis langfristig zusätzliche Wachstumschancen. Für 2026 und 2027 werden Zuwächse von 1,8 % bzw. 1,2 % erwartet.

Weitere Länder und Regionen

Darüber hinaus ist die Gesellschaft auch in Großbritannien, Polen, Ungarn, Schweiz, Schweden, Kroatien, Italien, Amerika, Asien und Australien tätig.

BERICHT ÜBER DIE ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Die Gesellschaft unterhält neben den eingetragenen Zweigniederlassungen im Inland (Graz, Grambach, Zirl, Thalgau, Gerasdorf und Wien), auch ausländische Zweigniderlassungen (Berlin, Leonberg, Köln, Erstfeld, und Bologna).

FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE

Das Eigenkapital beträgt TEUR 14.262 (Vorjahr: TEUR 10.268). Bei einem Gesamtkapital von TEUR 40.366 (Vorjahr: TEUR 27.531) ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 35,3 % (Vorjahr: 37,3 %).

Der Betriebserfolg der Gesellschaft beträgt im Geschäftsjahr 2025 TEUR 4.070 (Vorjahr: TEUR 3.472).

Das Finanzergebnis von TEUR 771 (Vorjahr: TEUR 390) ist zum größten Teil auf die Erträge aus Beteiligungen sowie auf die Zinserträge gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen.

Als Ergebnis vor Steuern wird ein Betrag von TEUR 4.841 (Vorjahr: TEUR 3.863) ausgewiesen.

Der Bilanzgewinn beläuft sich, nach Berücksichtigung der Steuern und des Gewinnvortrages aus dem Vorjahr, auf TEUR 13.463 (Vorjahr: TEUR 9.468).

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
ERTRAGSLAGE20252024
Umsatzerlöse in TEUR49.91346.892
Ergebnis vor Zinsen und Steuern in TEUR (EBIT)4.6033.916
Umsatzrentabilität in % (ROS)29,28,4
Eigenkapitalrentabilität in % (ROE)339,545,3
Gesamtkapitalrentabilität in % (ROI)13,614,9

Im Geschäftsjahr 2025 entwickelten sich die Umsatzerlöse inklusive Bestandsveränderung leicht rückläufig, befinden sich aber dennoch auf einem hohen Niveau.

Der Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) von TEUR 3.916 auf TEUR 4.603 resultiert im Wesentlichen aus den gesunkenen Kosten der erstellten Leistung. Insbesondere gesunkene Materialkosten sowie geringere Kosten aus bezogenen Leistungen wirkten positiv auf das operative Ergebnis.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE20252024
Nettoverschuldung in TEUR (Net Debt/ Net Cash)4.319-3.194
Nettoumlaufvermögen in TEUR (Working Capital)62.5146.646
Eigenkapitalquote in % (Equity Ratio)35,337,3
Nettoverschuldungsgrad in % (Gearing)30,3n.a.

Bedingt durch die im Geschäftsjahr 2025 getätigten Investitionen in das Finanzanlagevermögen veränderte sich die Finanzierungsstruktur der Gesellschaft deutlich, sodass sich die Net-Debt-Position entsprechend drehte.

Der Abbau der liquiden Mittel lässt sich vor allem auf den Kauf der indischen Gesellschaft ORBITTAL ELECTROMECH ENGINEERING PROJECTS PRIVATE LIMITED erklären.

Das Nettoumlaufvermögen sank von TEUR 6.646 auf TEUR 2.514, was auf die Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie auf den Rückgang der liquiden Mittel zum Stichtag zurückzuführen ist.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
CASHFLOW820252024
Cashflow aus der Betriebstätigkeit in TEUR7.9058.791
Cashflow aus der Investitionstätigkeit in TEUR-14.941
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in TEUR4.196-4.886

Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit resultiert primär aus dem Jahresergebnis und wir zusätzlich von folgenden wesentlichen Positionen geprägt: Anstieg der erhaltenen Anzahlungen auf Bauleistungen sowie der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristigen Rückstellungen.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit resultiert aus Investitionen in das Finanzanlagvermögen.

Die Veränderung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit ergibt sich aus dem Aufbau der Verbindlichkeiten im Rahmen des Cash-Poolings.

2 ROS = EBIT / Umsatzerlöse

3 ROE = Ergebnis vor Steuern / ø Eigenmittel

4 ROI = EBIT / ø Gesamtkapital

5 Nettoverschuldung = Verzinsliches Fremdkapital + langfristige Rückstellungen – liquide Mittel

6 Nettoumlaufvermögen = kurzfristiges Umlaufvermögen – liquide Mittel – kurzfristiges nicht verzinsliches Fremdkapital

7 Gearing = Nettoverschuldung / Eigenmittel

8 Die Forderungen aus Cashpooling werden gemäß AFRAC 36 den Fonds der flüssigen Mittel zugerechnet.

INVESTITIONEN

Im Geschäftsjahr 2025 wurden Investitionen in Höhe von TEUR 15.730 (Vorjahr TEUR 50), überwiegend in das Finanzanlagevermögen, getätigt.

Die Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen betrugen im Berichtsjahr TEUR 15.492 (Vorjahr: TEUR 0) und sind auf den Kauf der indischen Gesellschaft zurückzuführen.

MITARBEITER

Im Geschäftsjahr 2025 zählte die Gesellschaft durchschnittlich 214 Mitarbeiter (Vorjahr: 202), hiervon Arbeiter 23 (Vorjahr: 23) und Angestellte 191 (Vorjahr: 179).

BERICHT ÜBER DIE VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG UND DIE RISIKEN DES UNTERNEHMENS

VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS

Die STRABAG Infrastructure & Safety Solutions GmbH kalkuliert im Wirtschaftsjahr 2026 mit einem Auftragsbestand von TEUR 41.462 und einer Jahresleistung von TEUR 46.686.

In der Folge sieht die Geschäftsführung mit Zuversicht den kommenden Herausforderungen entgegen und erwartet für das Geschäftsjahr 2026 ein weiterhin positives Ergebnis.

RISIKOMANAGEMENT

Die Gesellschaft ist in das Risikomanagementsystem der STRABAG SE eingebunden. Die Gesellschaft steht im Rahmen ihrer unternehmerischen Tätigkeit einer Vielzahl von Risiken und Chancen gegenüber. Diese werden durch ein proaktives Risikomanagement systematisch erhoben, bewertet und im Rahmen einer adäquaten Risikomanagementpolitik konsequent und zielorientiert gesteuert. Diese Risikomanagementpolitik ist ein integrierender Bestandteil des Managementsystems und beschreibt festgelegte Prinzipien und Zuständigkeiten für das Risikomanagement sowie den Umgang mit den wesentlichen Risikokategorien.

Risikomanagement ist eine Kernaufgabe des Managements. Die Risikoidentifizierung und Risikobewertung wird von der jeweils zuständigen Managementebene verantwortet. In den Risikosteuerungsprozess eingebunden sind unser Integriertes Managementsystem, unterstützende Zentralbereiche und Konzernstabsbereiche mit technischen, rechtlichen und administrativen Dienst- bzw. Beratungsleistungen und die Interne Revision als neutrale und unabhängige Prüfinstanz. Die Verantwortung für die Umsetzung des projektbezogenen Risikomanagementsystems in den Unternehmensbereichen wurde den unternehmerischen Unternehmensbereichsleitungen übertragen. Der Zentralbereich Projektbezogenes Risikomanagementsystem/ Systementwicklung/Internationale BRVZ-Koordination steuert die kontinuierliche Verbesserung und Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems für die Beschaffung und Ausführung von Bauprojekten.

Im Rahmen der konzerninternen Risikoberichterstattung wurden die folgenden wesentlichen Risikokategorien definiert:

EXTERNE RISIKEN

Die gesamte Bauindustrie ist zyklischen Schwankungen unterworfen und reagiert regional und nach Sektoren unterschiedlich stark. Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, die Entwicklung der Baumärkte, die Wettbewerbssituation, aber auch die Verhältnisse auf den Kapitalmärkten und die technologischen Veränderungen am Bau können zum Entstehen von Risiken führen. Diese Risiken werden von den zentralen Fachbereichen und den operativen Einheiten kontinuierlich beobachtet und überwacht. Veränderungen bei den externen Risiken führen zu Anpassungen in der Organisation, in der Marktpräsenz und in der Angebotspalette sowie zur Adaptierung der strategischen bzw. operativen Planung.

BETRIEBLICHE UND TECHNISCHE RISIKEN

Hierzu zählen in erster Linie die komplexen Risiken rund um Auftragsauswahl und Auftragsabwicklung mit den je Bauvorhaben zu beurteilenden technischen Risiken, wie z. B. Baugrund, Geologie, Bauverfahren, Technologie, Baumaterialien, Geräte, Planung, Arbeitsvorbereitung etc. Integrierender Bestandteil des projektbezogenen Risikomanagementsystems sind konzernweit gültige Mindeststandards für die Beschaffung und Ausführung von Bauprojekten (Common Project Standards). Darin enthalten sind klar definierte Kriterien für die Beurteilung neuer Projekte, ein standardisierter Prozess für die Erstellung und Abgabe von Angeboten sowie integrierte interne Kontrollsysteme, die als Filter dienen, um Verlustprojekte zu vermeiden. Zustimmungspflichtige Geschäftsfälle werden entsprechend den internen Geschäftsordnungen analysiert und genehmigt.

Abhängig vom Risikoprofil müssen Angebote durch interne Kommissionen analysiert und auf technische wie wirtschaftliche Plausibilität geprüft werden. Als Ansprechpersonen für die Beurteilung technischer Risiken sowie zur Erarbeitung von innovativen Lösungsansätzen zu technischen Problemstellungen stehen dem Baubzw. Projektteam Expert:innen der Zentralbereiche BMTI, TPA, ZT und SID beratend zur Verfügung. Die Auftragsabwicklung wird vom Bau- bzw. Projektteam vor Ort gemäß dokumentierten Verfahren gesteuert und darüber hinaus durch monatliche Soll-Ist-Vergleiche kontrolliert. Parallel dazu erfolgt eine permanente unternehmerische Begleitung des Projekts durch das zentrale Controlling. Damit wird gewährleistet, dass die Risiken einzelner Projekte keinen bestandsgefährdenden Einfluss gewinnen.

FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN

Hierunter versteht die Gesellschaft Risiken im Finanz- und Rechnungswesen einschließlich von Manipulationsvorgängen. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Liquiditäts- und Forderungsmanagement, das durch laufende Finanzplanung und tägliche Statusberichte gesichert wird. Die Einhaltung der internen unternehmerischen Richtlinien wird durch die zentralen Fachbereiche Rechnungswesen und Controlling sichergestellt, die ferner das interne Berichtswesen und den periodischen Planungsprozess verantworten. Risiken aus eventuellen Manipulationsvorgängen (Vorteilnahme, Betrug, Täuschung und sonstige Gesetzesverstöße) werden von den zentralen Bereichen im Allgemeinen und der Internen Revision im Besonderen verfolgt.

ETHNISCHE RISIKEN

Da Korruption und wettbewerbsbeschränkende Verhaltensweisen Risiken in der Bauwirtschaft darstellen, wurden bei STRABAG bewährte Instrumente zu ihrer Bekämpfung implementiert. Die Regeln in Bezug auf korrektes Verhalten im Geschäftsalltag werden über das STRABAG Ethik Business Compliance-System transportiert. Diese haben konzernweite Gültigkeit. Das Business Compliance-Modell von STRABAG stützt sich auf das Business Compliance Management-System (BCMS) mit ergänzenden Geschäftsanweisungen und den Code of Conduct. Die Umsetzung erfolgt durch den Chief Compliance Officer, die Business Compliance Officers sowie die internen Ombudsleute und die STRABAG Online-Hinweisgeberplattform.

PERSONALRISIKEN

Wesentlichen Personalrisiken wie Engpässen bei der Personalbeschaffung, Fachkräftemangel, Fluktuation sowie arbeitsrechtlichen Risiken wird mit einer strategischen Personalverwaltung, einer nachhaltigen, bedarfsorientierten Personalentwicklung und einer zentralen Personalverwaltung gegengesteuert. Durch gezieltes Recruiting qualifizierter Fach- und Führungskräfte, umfassende Weiterbildungsmaßnahmen, eine leistungsgerechte Vergütung mit verbindlicher Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorgaben und eine frühzeitige Nachfolgeplanung sollen Personalrisiken weitgehend reduziert werden. Darüber hinaus wird die Entwicklungsund Karriereplanung der Mitarbeiter:innen über ein systematisches Potenzialmanagement gefördert. Ergänzende Initiativen zur betrieblichen Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter:innen sowie Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und der Mitarbeiterzufriedenheit sollen zu Attraktivität und Ansehen des Unternehmens beitragen.

IT-RISIKEN

Aufgrund zunehmender Bedrohungen durch IT-Risiken werden verschiedene Maßnahmen in Form von mehrstufigen Sicherheits- und Antivirenkonzepten, der Vergabe von Zugriffsrechten, Zugangskontrollsystemen mit Passwort-Policy, zweckmäßigen Datensicherungen und einer unabhängigen Energieversorgung umgesetzt. Darüber hinaus arbeitet der Konzern zur effizienten Abwehr von Cyberkriminalität mit professionellen Spezialdienstleistungsunternehmen zusammen und überprüft die Sicherheitskonzepte kontinuierlich. Die Vorgabe von Richtlinien zur Nutzung der Informationstechnologie sowie die wiederholte Aufklärung betreffend den erforderlichen risikobewussten Umgang mit Informations- und Kommunikationsmedien sollen die Sicherheit, Verfügbarkeit, Performance und Compliance von IT-Systemen gewährleisten. Projektideen zur Verbesserung und Weiterentwicklung IT-bezogener Prozesse und Kontrollsysteme werden durch Zusammenarbeit der Zentralbereiche SID und BRVZ-Informationstechnologie evaluiert und aufbereitet.

RECHTLICHE RISIKEN

Der Zentralbereich CML Construction Services unterstützt das Risikomanagement der operativen Einheiten durch bauwirtschaftliche bzw. baubetriebliche Betreuung in allen Projektphasen (Contract Management) sowie juristische Beratung bzw. deren Organisation und Koordination (Legal Services). Zu den wesentlichen Aufgaben zählen dabei die umfassende Prüfung und Beratung bei der Projektakquisition - u. a. Analyse und Klärung von Ausschreibungsbedingungen, Leistungsbeschreibungen, vorvertraglichen Vereinbarungen, Vergabeunterlagen, Vertragsentwürfen und Rahmenbedingungen – sowie die Unterstützung bei der Projektabwicklung.

Die Überprüfung der gegenwärtigen Risikosituation ergab, dass keine den Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Risiken bestehen bzw. solche auch nicht erkennbar sind.

BERICHT ÜBER FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

Neben Forschungsprojekten von zentralen, konzerninternen Einheiten erfolgt die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit im Rahmen des Geschäftsbetriebes. Dort ergeben sich oft während der Tätigkeit neue Herausforderungen bzw. konkrete Fragestellungen, die vor Ort ein technologisch neues Verfahren oder eine innovative Lösung erfordern und in der Folge zu Aufwendungen für Forschung und Entwicklung führen.

Wien, am 30. März 2026

Die Geschäftsführung:

STRABAG Infrastructure & Safety Solutions GmbH, Wien

Mag. Dr. Nørbert Hofmann

Albert Waltl

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