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Lagebericht 2025

Bunzl & Biach Gesellschaft m.b.H.

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 19. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

Der Markt für Altpapier war im Berichtsjahr bei den Verpackungssorten erneut von hoher Volatilität geprägt. Die Nachfrage entwickelte sich insgesamt verhalten positiv und stand in engem Zusammenhang mit der konjunkturellen Lage sowie der Auslastung der europäischen Containerboard- und Wellpappenindustrie.

Insbesondere eine zurückhaltende industrielle Produktion und ein gedämpfter Konsum wirkten sich belastend auf den zusätzlichen Bedarf an Produkten aus Recyclingfasern und damit auf den Altpapierbedarf aus. Im Bereich der weißen Druck- und Rotationspapiere ging der Bedarf durch Kapazitätsschließungen überproportional zurück.

Auf der Angebotsseite führten rückläufige kommunale Sammelmenge, der nahezu zeitgleiche Anlauf von drei neuen Kapazitäten für Wellpappenrohpapieren und regionale Verwerfungen nach der Comieco Ausschreibung für das zweite Quartal in Italien zu lokal begrenzter Verfügbarkeit insbesondere von OCC. Die Preisentwicklung war in der ersten Jahreshälfte von kurzfristigen Anpassungen geprägt. In der zweiten Jahreshälfte ergaben sich aufgrund einer schwächeren Inlandsnachfrage und guten Verfügbarkeit fallende Preise, wobei internationale Absatzmärkte in dieser Phase eine stabilisierende Wirkung hatten.

Stabil bzw. leicht fallend verhielten sich die Preise der weißen Sorten. Die Verfügbarkeit war bei den höheren Sorten weiterhin gut, bei Deinkingsorten sogar sehr gut. Dadurch hatten die Schwankungen im Verpackungsbereich über das kommunale Mischpapier nur bedingt Einfluss auf die Preise in diesem Bereich.

Durch den Wegfall der SC-Produktion in Laakirchen am Jahresende 2024 standen zusätzliche Mengen Deinkingsorten aus dem bestehenden Portfolio für Dritt-Kunden zur Verfügung. Die Vermarktung brachte im gegebenen Marktumfeld durchaus Herausforderungen mit sich. Im zweiten Quartal 2025 ging die umgebaute Maschine in Laakirchen wieder in Betrieb. Der Bedarf an Verpackungssorten in den ersten Monaten lag über der geplanten Anlaufkurve und konnte ohne größere Schwierigkeiten gedeckt werden. Im dritten und vierten Quartal lag der Bedarf dann unter den geplanten Mengen. Durch Anpassung des Einkaufsportfolios und Steigerung des Dritt-Geschäfts (inkl. der Lieferungen an Essity, Ortmann) auch in diesem Bereich, konnten die daraus entstehenden Herausforderungen erfolgreich gemeistert werden.

Insgesamt stieg die verkaufte Menge an Dritte inkl. Essity um 18 % und auf einen Anteil am Umsatz von 33% (Vj 26 %).

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Bunzl & Biach GmbH das Geschäftsjahr 2025 trotz der weiterhin unsicheren Wirtschaftslage der gesamten europäischen Wirtschaft und der daraus folgenden sehr herausfordernden Rahmenbedingungen auch im wirtschaftlichen Bereich positiv abschließen konnte und ganzjährig ein verlässlicher Partner bei der Versorgung der konzernzugehörigen Papierfabriken mit Sekundärrohstoffen blieb.

Unternehmensspezifische Entwicklungen im Geschäftsjahr

Die Verkaufsmenge von Bunzl & Biach belief sich im Jahr 2025 auf 857.710 Tonnen, diese Menge lag um 56 968 Tonnen bzw. 6,23 % unter der Vorjahreszahl und 6,46 % unter dem Budgetwert.

Aufgrund des Preisniveaus und der geringeren Menge sank der Umsatz um 15,0 % von 161 Mio. EUR auf 137 Mio. EUR.

Die Umsatzrentabilität betrug 0,78 % und sank um 0,97 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.

Das EBITDA (Betriebserfolg vor Abschreibungen) lag mit 2,0 Mio. EUR (2024: 3,8 Mio.

EUR) um 1.799 TEUR bzw. 47,1 % unter dem Vorjahreswert.

Das operative Ergebnis nach UGB belief sich auf 741 TEUR und war im Vergleich zu 2024 um 1.771 TEUR bzw. 70,5 % niedriger.

Die Zins- und Wertpapiererträge inklusive der konzernintenen Zinserträge betrugen 217 TEUR (2024: 330 TEUR).

Der Bilanzgewinn mit 22,5 Mio. EUR war um 4,8 % niedriger als das letztjährige Ergebnis.

Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme beträgt zum Stichtag 31. Dezember 2025 42,0 Mio. EUR und sank damit um 10,5 % bzw. 4,9 Mio. EUR.

Auf der Aktivseite sind im Anlagevermögen 18,0 Mio. EUR (+2,58%) und im Umlaufvermögen 23,7 Mio. EUR (-19,12 %) gebunden.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen in Höhe von 4,8 Mio. EUR aus dem Altpapiergeschäft.

Die Passivseite weist Eigenmittel (Eigenkapital, unversteuerte Rücklagen und Investitionszuschüsse) in der Höhe von 25,9 Mio. EUR (-4,21%) aus. Die Eigenkapitalquote stieg auf 61,58 %.

Die Rückstellungen sanken im Vergleich zum Vorjahr auf 3,3 Mio. EUR bzw. um 35,28%.

Die Verbindlichkeiten sind gegenüber dem Vorjahr von 14,7 Mio. EUR auf 12,8 Mio.

EUR (13,33 %) gesunken.

Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) sank von 10,5 % auf 4,16 %, die Gesamtkapitalrentabilität (ROI) sank um 3,48 Prozentpunkte auf 2,56 %.

Die fiktive Schuldentilgungsdauer gemäß § 24 URG beträgt 5 Jahre (2024: 2)

Der Netto-Geldfluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (vor Steuern) beträgt -3,2 Mio. EUR (2024: 11,7 Mio. EUR). Der Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit beläuft sich auf -1,6 Mio. EUR (Vorjahr: -4,2 Mio. EUR), der Netto-Geldluss aus der Finanzierungstätigkeit -0,2 Mio. EUR (2024: -2,2 Mio. EUR).

Risikomanagement

Abzusichernde Währungsrisiken bestehen zum Bilanzstichtag nicht.

Da mehr als 80 % der wertmäßigen Umsätze mit den Eigentümern bzw. innerhalb des Heinzel-Konzerns getätigt werden, ist das Dubiosenrisiko sehr gering. Die Forderungen sind mit dem Nennwert beschränkt und werden auch in dieser Höhe ausgewiesen. Die Forderungsabschreibungen betrugen heuer 0,0 TEUR (2024: 0,0 TEUR).

Die Preisrisken werden durch die vertragliche Bindung an Richtwerte (Wiesbadener- Index, FOEX oder EUWID) geschmälert. Diese Maßstäbe sind in der Branche gut eingeführt und finden ihre Anwendung sowohl auf der Beschaffungsseite als auch im Handelsgeschäft.

Die Vermögenswerte sind ausreichend versichert. Der Umfang reicht von der Kfz- Haftpflichtversicherung über eine Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung und einer Betriebsunterbrechungsversicherung für alle Standorte bis hin zu Feuerversicherungen sowohl unserer Anlagen als auch unserer Vorräte.

Die verwendete Unternehmenssoftware SAP wird zentral von der Heinzel-Gruppe betreut. Ein angemessenes Daten-Backup und die entsprechende Systemverfügbarkeit sind sichergestellt. Bezüglich Datensicherheit und Virenbefall werden die allgemein üblichen Maßnahmen ergriffen.

Die Instandhaltung der Hard- und Software in der computerunterstützten Materialwirtschaft sind aus dem Unternehmen ausgegliedert, zeitnahe Wartung bei Ausfällen in diesem Bereich sind vertraglich abgesichert.

Forschung und Entwicklung

Bunzl & Biach tätigte im Geschäftsjahr 2025 keine wesentlichen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung.

Investitionen

Die Gesamtinvestitionen exklusive Rechte und Finanzanlagen beliefen sich auf rund 0,7 Mio. EUR und sanken gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Mio. EUR bzw. 50,0 %.

Schwerpunkte der Investitionstätigkeit waren Ersatzinvestitionen in den internen Fuhrpark, die Optimierung der Ballenpresse am Standort Wien 10 und die Ergänzung des Sortiments an Sammelbehältern und Containern für die Altpapiererfassung.

Mitarbeiter

Der Beschäftigtenstand betrug per 31. Dezember 2025 80 Personen (2024: 81) und war im Jahresdurchschnitt 81 (2024: 84).

Sicherheit

Das Unternehmen hat sich zusätzlich zu den bestehenden Maßnahmen im Bereich der Arbeitssicherheit den Richtlinien gemäß ISO 45001 unterworfen, um den Sicherheits- und Gesundheitsaspekt in seiner Ganzheitlichkeit eine noch breitere Basis im Unternehmen einzuräumen.

Der Anteil der Krankenstandstage bezogen auf die Mitarbeiter stieg auf 5,14 % und die Zahl der Arbeitsunfälle betrug 2 (2024: 1).

Qualitätsmanagement

Die langjährig bestehenden Managementsysteme wurden im Mai 2025 erfolgreich einem Audit unterzogen.

Die Zertifikate sind drei Jahre gültig, wobei auch zukünftig Zertifizierungen in diesen Bereichen fokussiert werden und die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung stehen.

Zusätzlich sind die Anforderungen eines Entsorgungsfachbetriebes (EFB) erfüllt, wodurch ein branchenbezogener Qualitätsstandard in der österreichischen Abfall- und Entsorgungswirtschaft gewährleistet wird. Die Erfüllung dieses Standards gemäß den Kriterien, welche vom „Verein der Entsorgungsfachbetriebe“ festgelegt wurden, wird jährlich extern überprüft.

Umweltschutz

Das bestehende Umweltmanagementsystem EMAS-VO wurde ebenfalls im Mai 2025 dem erforderlichen jährlichen Überwachungsaudit erfolgreich unterzogen.

Die jährlich gesetzten Ziele im Bereich Sicherheit, Qualität und Umwelt werden in regelmäßig stattfindenden internen Audits überwacht, kontrolliert und auf Erreichung überprüft. Damit wird ein Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung und Ressourcenschonung geleistet.

Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft hat 2 inländische Betriebsstätten in der Triester Straße 12a, Wien, und in der Saxingerstraße 9, Linz.

Ausblick

Die Situation am Altpapiermarkt hat sich insbesondere durch Veränderungen im kommunalen Bereich in den letzten Jahren enorm gewandelt (steigender Bedarf an faserbasierten Verpackungen, zunehmender online-Handel, reduzierter Verbrauch von grafischen Produkten, überproportional abnehmender Verbrauch von Recyclingfasern in der Produktion grafischer Produkte). Der Trend geht zu niedrigeren Altpapierqualtiäten, welche einen geringeren Sortier- und Manipulationsaufwand benötigen. Deshalb ist es erforderlich, den Effizienz- und Automatisierungsgrad in den Prozessen zu steigern sowie Möglichkeiten für den Einsatz alternativer Sekundärrohstoffe zu prüfen.

Die Veränderungen eröffnen aber auch Chancen bei der Entwicklung der Versorgung unserer Eigentümer und Kunden. Dafür sind eine engere Verzahnung der Abläufe über Unternehmensgrenzen hinaus sowie schlankere Strukturen hilfreich. Aus diesem Grund hat die Bunzl & Biach GmbH mit Wirkung zum 31.12.2025 100 % der Anteile an der Austria Papier Recycling GmbH (APR) übernommen. APR wird damit ein integraler Bestandteil der Bunzl & Biach Gruppe.

Das Unternehmen ist seit über 35 Jahren ein verlässlicher Partner zahlreicher österreichischer Gemeinden und Städte. Mit großem Engagement sorgen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die sichere und nachhaltige Sammlung, Sortierung und Verwertung von Altpapier in österreichischen Papierfabriken.Dieses wertvolle Know-how und die langjährige Erfahrung sind eine große Bereicherung für unsere Gruppe.

In unserem Fokus werden auch weiterhin die effiziente Ver- und Entsorgung der verbundenen Papierfabriken und Kunden mit dem Rohstoff Altpapier stehen. Durch die beständige Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe werden wir auch weiterhin eine solide finanzielle Basis und eine nachhaltige Geschäftstätigkeit sicherstellen.

Wien, den 18. Febuar 2026

Die Geschäftsführung:

gez.:

Dr. Thomas Krauthauf

gez.:

Andreas Sailer

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