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WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
Das Geschäftsjahr 2024/25 war durch eine schwierige Nachfrageentwicklung in den meisten Industrien und Regionen geprägt. Die geringe Nachfrage unserer Kunden führte – mit Ausnahme der Luftfahrt – sowohl bei Standardgüten als auch erstmals seit langem bei Premiumprodukten zu Mengenund Umsatzrückgängen. Aufgrund der gesunkenen Energie- und Legierungskosten im Vergleich zum Vorjahr hat die Division Preisanpassungen durchgeführt, was sich zusätzlich auf den Umsatzrückgang auswirkte.
Die vor allem in Europa niedrige Nachfrage hat den Wettbewerbsdruck im laufenden Geschäftsjahr erhöht. Neben den europäischen Lieferanten treten nun auch verstärkt Lieferanten aus China am Markt auf, die aufgrund der Einfuhrzölle in den USA auf Europa ausweichen. Diese beliefern bevorzugt Händler und Kunden ohne spezielle Zulassungserfordernisse. Die Division konzentriert sich daher verstärkt auf solche Kunden, die gegenüber den neuen Lieferanten hohe Eintrittsbarrieren durch sehr enge Spezifikationen bzw. Zulassungen haben, oder Spezial- oder Komplettlösungen (inkl. Value-Added-Services) bevorzugen.
Die Energiekostenentwicklung war in Europa im Geschäftsjahresverlauf steigend und nach wie vor von Land zu Land unterschiedlich. Das Werk in Schweden konnte weiterhin von der guten lokalen Versorgungslage insbesondere bei Strom profitieren und im Vergleich zu den Werken in Österreich und Deutschland günstig Energie einkaufen. Auch das Werk in Brasilien hatte im Vergleich attraktive Energiekosten.
Die Preise für Legierungselemente und Schrott sind im Geschäftsjahresverlauf stabil, im Vergleich zum Vorjahr leicht degressiv, wobei die Legierungspreise in der Langfristbetrachtung bei einigen Elementen immer noch hoch sind.
Die Entwicklung in den einzelnen Branchen stellt sich wie folgt dar:
Die Nachfrage der Automobilzulieferindustrie ist gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres weiter zurückgegangen. Die OEM’s haben Facelifts und neue Modelle verschoben und die Werkzeuge verstärkt nicht mehr im für die Division so wichtigen deutschen Markt fertigen lassen.
Aufgrund der nach wie vor hohen Zinsen war ein Auftragsrückgang in der Bauindustrie festzustellen. Damit ging auch die Nachfrage nach Werkzeugstahl zur Herstellung von Aluminium- oder Kunststoffprofilen in den Servicecentern der Division, primär in Deutschland, zurück. Besser lief die Nachfrage nach Werkzeugstahl in Asien, speziell in China und Indien. In Summe lag die Nachfrage nach den Werkzeugstählen der Division mengenmäßig unter der Vorjahresperiode. Spezielle Programme zur Absicherung von Marktanteilen wurden in der Division weitergeführt.
Die Nachfrage im Bereich Consumer Goods, den die Division stark in Asien bedient, blieb hinter der Nachfrage der Vergleichsperiode des Vorjahres. Im Bereich White Goods, der stark vom Neubau von Wohnungen abhängt, hat sich das nach wie vor hohe Zinsniveau negativ auf die Neubauaktivitäten ausgewirkt und damit auch die Nachfrage nach Werkzeugstahl für die Erzeugung von Haushaltsgeräten negativ beeinflusst.
Der klar positive Trend im Industriesegment Luftfahrt setzte sich fort. Die Schwierigkeiten der Supply Chain, sich an die höhere Nachfrage der OEM’s speziell von Airbus anzupassen, sind aber immer noch spürbar. Die Division konnte sowohl mengen- als auch umsatzmäßig überproportional von der Entwicklung profitieren. Der Streik bei Boeing führte zu Verschiebungen von Lieferungen, trotzdem konnte die Division im Industriesegment Luftfahrt weiterwachsen.
Die Entwicklung im Bereich Öl/Gas war in diesem Geschäftsjahr rückläufig. Durch den – unter anderem aufgrund der internationalen Spannungen – fallenden Ölpreis wurden seitens der großen Ölunternehmen weniger Investitionsimpulse gesetzt, was vor allem bei den OEM’s in den USA spürbar war. Damit war die Division mit einem steigenden Wettbewerbsdruck konfrontiert. Betroffen von dieser Entwicklung waren auch unsere Value Added Services Gesellschaften.
Da Luftfahrt und Öl/Gas bei Ni-Basiswerkstoffen dieselben Engpassaggregate benötigen, sind diese Kapazitäten derzeit weltweit voll ausgelastet. Daher wurden in den Vorjahren Investitionen angestoßen, die in Betrieb genommen wurden und durch neue Langfristverträge abgesichert werden konnten.
Eine Belebung gegenüber dem Vorjahr war beim europäischen Markt für Gasturbinen und für die Nuklearindustrie festzustellen. Speziell für die Nuklearindustrie hat die Division Produkte mit hohem Alleinstellungsmerkmal im Portfolio.
Die Entwicklung in den einzelnen Regionen stellt sich wie folgt dar:
In der Europäischen Union lag der Umsatz auflaufend und im letzten Quartal unter dem Vorjahresniveau. Speziell die verhaltene Nachfrage der Automobilindustrie und der entsprechenden Zulieferindustrie führte zu einem Umsatzrückgang. Hauptsächlich betroffen war die Nachfrage nach Werkzeugstahl und Schnellarbeitsstahl, aber auch bei Spezialprodukten für die Öl/Gas Industrie.
Die Werke der Division in Österreich waren im Vergleich zum Wettbewerb mit höheren Energie- und Arbeitskosten konfrontiert. Dies führte bei Produkten mit hohem Energiekostenanteil zu Verlusten von Marktanteilen. Bei den Premiumprodukten der Division wurden die Energiekostenzuschläge seitens der Kunden akzeptiert, die höheren Arbeitskosten konnten nur bedingt weitergegeben werden.
Insbesondere in der Luftfahrt entwickelte sich die Nachfrage in Europa sehr positiv. Gut entwickelt sich hier der Ausbau der eigenen Lagerhaltung für Luftfahrtwerkstoffe.
Auch in Nordamerika war der Absatz im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Im dritten Quartal kam es durch die Präsidentenwahl zu einer Verschiebung von Investitionen seitens der Unternehmen, da auf die Entscheidungen der neuen Administration gewartet wird. Der Streik bei Boeing mit einem Lieferstopp für zwei Monate und der niedrige Ölpreis führten zu Nachfragerückgängen in der Luftfahrtindustrie und der Öl/Gas Industrie.
Auch in Südamerika war die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr rückläufig.
Die Entwicklung in China war geprägt durch das Wiedererstarken der Automobil- und Konsumgüterindustrie. Die Krise beim Wohnungsbau verschlechtert die Nachfrage von Haushaltsgeräten. Stabil war die Nachfrage in der Elektronikindustrie und bei Herstellern von „Fast Moving Consumer Goods“, da diese geringeren Konjunkturschwankungen unterliegen. In diesen Bereichen war die Nachfrage nach Werkzeugstahl auf dem Niveau der Vorperiode. In Summe konnte der Umsatz in China sowie in Indien deutlich gesteigert werden. Im restlichen Asien war die Nachfrage verhalten.
Die Business Unit High Performance Metals - Production konnte beim Absatz das Vorjahresniveau erreichen. Durch die rückläufigen Energie- und Legierungspreise, Produktmixverschiebungen sowie sinkende Marktpreise liegt der Umsatz unter dem Vorjahresniveau.
Die Buderus Edelstahl wurde per 31.01.2025 an die Mutares-Gruppe verkauft. Der Verkauf wird einen negativen Einfluss auf das Ergebnis der Business Unit und der Division in Höhe von EUR 78,0 Mio. haben. Damit ist das Ergebnis der Business Unit High Performance Metals - Production negativ. Die derzeit größte Investition der Division, das neue Edelstahlwerk, konnte die Hochlaufphase beenden und in den Regelbetrieb übergeführt werden.
Auch in der Business Unit Value Added Services lag der Umsatz unter der Vorjahresperiode. Mengenmäßig war der Rückgang vor allem in Westeuropa deutlich. In Deutschland ging der Absatz von Werkzeugstahl durch die Nachfrageschwäche der Automobilindustrie und des Maschinenbaues deutlich zurück. Die Division reagierte darauf mit Anpassungen der Personalkapazitäten und die Schließung des Lagerstandortes in Düsseldorf. In den anderen europäischen Ländern war der Rückgang weniger ausgeprägt. Auch in Nordamerika war der Umsatz rückläufig. In Asien dagegen konnte der Umsatz weiter gesteigert werden. Bei den Services war der Trend unterschiedlich. Bei der Wärmehandlung konnte gegenüber der Vorjahresperiode ein Wachstum erreicht werden. Das Beschichtungsgeschäft war stabil. Bei Texturing mussten in Europa deutliche Umsatzeinrückgänge aufgrund der Schwäche der Automobilindustrie verbucht werden.
UMSATZ UND ERGEBNIS
| Umsatz und Ergebnis | 2024/25 | 2023/24 | 2022/23 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 32.840,4 | 32.909,4 | 28.363,9 |
| EBIT | -41.330,6 | -41.134,3 | -26.378,4 |
| EBITDA | -40.815,3 | -40.618,3 | -25.916,1 |
| EBT | 4.017,0 | -137.775,0 | 137.380,9 |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 49.615,2 | -110.532,9 | 134.979,7 |
| ROE 1) | 0,9% | -31,9% | 27,6% |
1) Return on Equity (ROE) = Ergebnis vor Steuern (EBT)
(Eigenmittel lfd. Jahr + Eigenmittel Vorjahr) x 0,5
Die voestalpine High Performance Metals GmbH unterhält aufgrund ihrer Funktion als Managementholding weitreichende Beziehungen zu verbundenen Unternehmen. Insbesondere werden zentrale Dienste für ihre Konzerngesellschaften erbracht und zu marktüblichen Konditionen verrechnet.
Die Umsatzerlöse betreffen im Wesentlichen die Reallokation der Management Fee von €11,7m (Vorjahr: €17,3m) und die Weiterverrechnungen von IT-Dienstleistungen von €18,2m (Vorjahr €11,2m).
Die Beteiligungserträge betragen 61,7 m€ (Vorjahr: 60,2 m€).
Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf Beteiligungen belaufen sich auf 15,6 m€ (Vorjahr: 152,1 m€); während sich die Zuschreibungen im Vergleich zum Vorjahr von 4,4 m€ auf 10,3 m€ erhöhen.
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Bilanz (Kurzfassung in k€)
| Bilanz | 2024/25 | 2023/24 | ||
|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögensgegen- | ||||
| stände | 1.250,5 | 0,2 | 1.250,7 | 0,2 |
| Sachanlagen | 863,5 | 0,1 | 814,5 | 0,1 |
| Finanzanlagen | 572.265,2 | 77,9 | 551.720,8 | 79,3 |
| Forderungen gegenüber | ||||
| verb.Unt. | 102.440,6 | 13,9 | 89.861,3 | 12,9 |
| Flüssige Mittel | 197,8 | 0,0 | 1,1 | 0,0 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | ||||
| und ARA | 3.223,8 | 0,4 | 5.565,8 | 0,8 |
| Aktive latente Steuern | 54.517,6 | 7,4 | 46.745,8 | 6,7 |
| Eigenmittel | 602.677,5 | 82,0 | 303.062,3 | 43,5 |
| Rückstellungen | 31.374,6 | 4,3 | 31.159,2 | 4,5 |
| Verbindlichkeiten aus Konzernfi- | ||||
| nanzierung | 88.892,4 | 12,1 | 351.129,3 | 50,5 |
| Sonstige Verbindlichkeiten und | ||||
| PRA | 11.814,4 | 1,6 | 10.609,1 | 1,5 |
| Bilanzsumme | 734.759,0 | 100,0 | 695.960,0 | 100,0 |
Das Finanzanlagevermögen betrifft fast zur Gänze Beteiligungen an verbundenen Unternehmen. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr hängt im Wesentlichen mit Kapitalzuschüssen sowie Zuschreibungen von Beteiligungen zusammen.
Der Anstieg der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen ist auf im Vergleich zum Vorjahr höhere phasenkongruent vereinnahmte Dividendenforderungen und höhere Steuerumlagen zurückzuführen.
Nach den Bestimmungen des § 198 Abs 9 und 10 UGB wurden auf Differenzen zwischen den unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder abbauen, bei einer sich daraus insgesamt ergebenden Steuerentlastung aktive latente Steuern von 54,5 m€ (Geschäftsjahr 2023/24: 46,7 m€) angesetzt. Die aktiven latenten Steuern enthalten auch die Positionen der vier inländischen Kommanditbeteiligungen.
Die Eigenmittel erhöhten sich im Geschäftsjahr 2024/25 im Wesentlichen aufgrund eines erhaltenen Kapitalzuschusses in Höhe von 250,0 m€ auf 602,7m€ (Geschäftsjahr 2023/24: 303,1 m€).
Nettofinanzverschuldung
| Nettokreditverschuldung | 31.03.2025 | 31.03.2024 | VE in % |
|---|---|---|---|
| Verz. Verbindlichkeiten RLZ < 1 Jahr | 88.892,4 | 351.129,3 | -74,7% |
| Verzinsliche Verbindlichkeiten | 88.892,4 | 351.129,3 | -74,7% |
| Sonstige Wertpapiere | 6.120,8 | 6.120,8 | 0,0% |
| Liquide Mittel | 197,8 | 1,1 | 17881,8% |
| Verzinsliche Aktiva | 6.318,6 | 6.121,9 | 3,2% |
| Nettofinanzverschuldung | 82.573,8 | 345.007,4 | -76,1% |
Die verzinslichen Verbindlichkeiten bestehen gegenüber der Muttergesellschaft voestalpine AG.
Unter den sonstigen Wertpapieren von 6,1 m€ sind Wertpapiere zur Deckung der Pensionsrückstellungen (Geschäftsjahr 2023/24: 6,1 m€) ausgewiesen.
Die beschriebene Entwicklung der Vermögens- und Ertragslage findet auch in der Cash-Flow-Darstellung ihren Niederschlag:
| Cash-flow | 2024/25 2023/24 | |
|---|---|---|
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 49.615,2 | |
| -110.532,9 | ||
| + CF aus Betriebstätigkeit | -31.104,1 | |
| -29.424,1 | ||
| + CF aus Investitionsaktivitäten | 25.060,9 | |
| 157.482,2 | ||
| Free Cash-Flow | -6.043,2 | 128.058,1 |
| + CF aus Finanzierungsaktivitäten | 6.239,9 | |
| -128.073,8 | ||
| Veränderung der liquiden Mittel | 196,7 | -15,7 |
| + Anfangsbestand liquide Mittel | 1,1 | 16,8 |
| Endbestand der liquiden Mittel | 197,8 | 1,1 |
FINANZINSTRUMENTE
Von der voestalpine High Performance Metals GmbH werden derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Fremdwährungsdividendenforderungen gegen Wechselkursrisiken eingesetzt. Im UGB wird aufgrund der ordnungsgemäßen Hedging-Dokumentation und Effizienzbetrachtung eine Bewertungseinheit gebildet. Demzufolge werden bei einer effektiven Sicherungsbeziehung negative Marktwerte nicht rückgestellt. Für weitere Details verweisen wir auf den Anhang.
RISIKO- UND CHANCENMANAGEMENT
Die voestalpine High Performance Metals GmbH und deren Tochtergesellschaften sind im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit mit Risiken konfrontiert, die ein systematisches und kontinuierliches Risikomanagement in der gesamten High Performance Metals Division erforderlich machen. Seit dem Geschäftsjahr 2010/11 wird in der voestalpine High Performance Metals Division das im Konzern einheitliche Risikomanagementsystem der voestalpine AG angewendet.
Das Risikomanagementsystem ist in Form einer konzernweit gültigen Verfahrensanweisung verankert und dient sowohl der langfristigen Sicherung des Unternehmensbestandes als auch der Wertsteigerung und stellt für das Unternehmen einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar.
Das Risikomanagement erstreckt sich sowohl über die strategische als auch über die operative Ebene und ist damit ein maßgebliches Element für nachhaltigen Erfolg. Das strategische Risikomanagement dient der Evaluierung und Absicherung der strategischen Zukunftsplanungen. Die Strategie wird auf Konformität mit dem Zielsystem überprüft, um wertsteigerndes Wachstum durch gezielte Ressourcenallokation sicherzustellen. Das operative Risikomanagement basiert auf einem revolvierenden Prozess („erheben und analysieren, bewerten, bewältigen, dokumentieren und überwachen“), der mehrmals jährlich durchlaufen wird. Die Bewertung identifizierter Risiken erfolgt anhand einer Bewertungsmatrix mit Beurteilung der möglichen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit. Dokumentiert werden im Wesentlichen Betriebs-, Gesundheits-, Sicherheits-, Umwelt-, Technologie-, Finanz-, IT- und Compliance-Risiken. Unterstützt wird dieser Prozess durch ein webbasiertes IT-System.
Zur Verringerung oder Eliminierung der in der High Performance Metals Division festgestellten Risiken wurden und werden konkrete Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt, wodurch sich das Risikopotenzial kontinuierlich reduziert. Die erarbeiteten Maßnahmen zielen auf eine Senkung der potenziellen Schadenshöhe und/oder eine Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit ab.
Es ist festzuhalten, dass die Risiken in der High Performance Metals Division begrenzt und überschaubar sind und den Fortbestand der Division nicht gefährden. Es sind auch keine Risiken erkennbar, die zukünftig eine Bestandsgefährdung darstellen.
GESCHÄFTSRISIKEN
Im Geschäftsjahr 2024/25 war die voestalpine High Performance Metals GmbH in ihrer Funktion als Holding und die High Performance Metals Division mit den folgenden wesentlichen internen und externen Einzelrisiken konfrontiert:
Versorgungssicherheit und volatiles Preisumfeld bei wesentlichen Produktionsfaktoren
Die globalen wirtschaftspolitischen Spannungen haben sich negativ auf Lieferketten und damit auf die Versorgungssicherheit von Rohstoffen und Energie ausgewirkt. Die Division hat eine Reihe von Maßnahmen getroffen, um diesen Risiken zu begegnen. Um die Gasversorgung (insbesondere an den österreichischen Standorten) sicherzustellen, hat sich der voestalpine-Konzern mit Mai 2022 eigene Gasspeicher vertraglich gesichert. Durch die Entspannung am Erdgasbeschaffungsmarkt wird der Sicherheitsspeicher in Österreich schrittweise reduziert, was aufgrund der Durchmischung mit den aktuell geringeren Spotpreisen zu einer nachteiligen Kostenbelastung der Produktion führt. Zur Sicherung der Schrott- und Rohstoffversorgung in den Produktionswerken wird verstärkt an Konzepten zur langfristigen Versorgungssicherheit sowie an verstärktem Einsatz von sekundären Rohstoffen gearbeitet, darunter auch die Ausweitung des Recyclingprozesses für hochwertigen Kundenschrott.
In Folge der globalpolitischen Entwicklungen sind insbesondere die Rohstoffpreise und in abgeschwächter Form die Energiepreise vor allem in Europa nach wie vor auf einem hohen Niveau. Die Division hat dieser Entwicklung, soweit möglich, Rechnung getragen und Preisanstiege an die Kunden weitergegeben sowie den Kostensteigerungen durch verstärkte Kosteneinsparmaßnahmen entgegengewirkt. Dies führte allerdings zu einer Mengenreduktion bei preissensiblen Kunden in leistungsstandardisierten Segmenten. Der Mengenrückgang führte in Konsequenz zu einem Rückgang des Umsatzes auf Divisionsebene, welcher auch auf die aggressive Preispolitik der Konkurrenz zurückzuführen ist. Zur nachhaltigen Stabilisierung der Ergebnissituation wurde ein Programm zur Rückgewinnung von Marktanteilen im Segment Werkzeugstahl begonnen.
Interne Risiken / Führungsprozesse
Strategieumsetzung und Strategieanpassung
Die voestalpine High Performance Metals GmbH hat im abgelaufenen Geschäftsjahr den Strategie- Anpassungsprozess fortgeführt und wird auch im kommenden Jahr eine komplette Strategieüberprüfung durchführen. Das Strategieprojekt „Geschäftsmodell Transformation 2030“ wird fortgesetzt und mit Unterstützung von externen Partnern schrittweise umgesetzt.
Als eine Konsequenz der regelmäßigen Strategie-Überprüfung wurde der Verkauf der Buderus Edelstahl GmbH (Wetzlar) mit Closing am 31.01.2025 erfolgreich umgesetzt, um sich auf das Kerngeschäft der High Performance Metals Division zu konzentrieren.
Zusätzlich wurde zur Absicherung der Ergebnissituation das kostenwirksame und effizienzsteigernde #we.do Projekt gestartet. Die neue kundensegmentorientierte funktionale Organisation tritt mit 01.04.2025 in Kraft.
Altlasten
Wie bei allen Stahlherstellern, mit deren Produktion in der Vergangenheit möglicherweise umweltrelevante Auswirkungen verbunden waren, kann es auch auf den Betriebsgeländen der High Performance Metals Division Altlasten geben. Deshalb unterliegen die Betriebsstätten an den Standorten Kapfenberg (Österreich), Wetzlar (Deutschland) (bis 01/2025), Hagfors (Schweden) und Sumaré (Brasilien) einer laufenden eigenen sowie behördlichen Beobachtung und Kontrolle.
Interne Risiken / Kernprozesse
Unfälle und Belastungen am Arbeitsplatz
In den letzten Jahren wurden in den Tochtergesellschaften der voestalpine High Performance Metals GmbH umfangreiche Programme zur Vermeidung von Arbeitsunfällen und zur Reduktion gesundheitlicher Belastungen am Arbeitsplatz implementiert und fortgesetzt.
Kosten & Zeitdauer der Produktion und Leistungserstellung
Die Tochtergesellschaften der voestalpine High Performance Metals GmbH stehen im scharfen Wettbewerb mit Anbietern aus aller Welt und obwohl seit vielen Jahren ein aktives Kostenmanagement betrieben wird, besteht ein andauernder Druck zu weiteren Kostensenkungen.
Das Management ist überzeugt, dass die in den Unternehmen eingerichteten kontinuierlichen Verbesserungsprogramme, eingebettet in eine gesamtheitliche Lean-Management-Struktur, der Garant dafür sind, den Wettbewerbern weiterhin einen Schritt voraus zu sein. Ein wesentlicher Beitrag kommt aus den gesetzten Initiativen zur Digitalisierung und Harmonisierung der Geschäftsprozesse. Mit gezielten Maßnahmen und Projekten wie die Einsparungspotentiale aus der neuen funktionalen Organisation (we.do-Programm) wird die Ergebnissituation nachhaltig abgesichert.
Verfügbarkeit und Funktionstüchtigkeit von Produktionsanlagen
Zur Minimierung des Ausfallrisikos bei kritischen Anlagen werden laufend gezielte Investitionen getätigt. Vorbeugende Instandhaltung, eine risikoorientierte Reserveteilhaltung sowie die Schulung der Mitarbeiter sind weitere Maßnahmen.
Ausfall und Sicherheit von IT-Systemen
Die mit den Geschäfts- und Produktionsprozessen eng verknüpften komplexen Systeme der Informationstechnologie werden von einer zu 100 % im Eigentum der Konzernholding voestalpine AG stehenden und auf IT spezialisierten Tochtergesellschaft (der voestalpine group-IT GmbH) gewartet. Aufgrund der Bedeutung der IT-Sicherheit bzw. zur weiteren Minimierung möglicher IT-Ausfalls- und Sicherheitsrisiken wurden in der Vergangenheit sicherheits-technische IT-Mindeststandards von der etablierten IT Security Abteilung erarbeitet und laufend optimiert, deren Einhaltung jährlich in Form von Audits überprüft werden.
Kundenstruktur
In einigen Tochtergesellschaften bestehen Abhängigkeiten von einzelnen Großkunden. Da der Verlust dieser Kunden die Umsatz- und Ergebnissituation dieser Gesellschaften spürbar beeinträchtigen könnte, ist das Management besonders bemüht, die betreffenden Kundenbeziehungen zu festigen und durch Bildung von strategischen Partnerschaften langfristig abzusichern. Insbesondere die Value Added Strategie und langfristige Verträge im Bereich Luftfahrt sichern eine nachhaltige Kundenbindung.
Einkaufsorganisation und -prozess
Monopol- bzw. Oligopol Situationen können in manchen Bereichen zu Abhängigkeiten und erheblichem Preisdruck führen. Innerhalb der voestalpine AG wurden deshalb zur Optimierung der Einkaufsmöglichkeiten sogenannte Einkaufspools geschaffen, die auch der High Performance Metals Division erhebliche Kosteneinsparungen ermöglichen.
Abhängigkeit von Schlüsselmitarbeitern
Dem Risiko von Know-how Verlust durch den Abgang von hochqualifiziertem Personal und von Schlüsselmitarbeitern wird durch eine etablierte Nachfolgeplanung, ein attraktives Entlohnungssystem und permanente Weiterbildung der Mitarbeiter entgegengewirkt. Der Aufbau eines Wissensmanagements zur Vermeidung von Know-how Verlust durch Abgang von Schlüsselmitarbeitern wurde gestartet.
Kreditrisiko Management
Forderungsausfälle können auch trotz des straff organisierten Kreditrisiko Managements in der High Performance Metals Division nicht zur Gänze vermieden werden. Um den potenziellen Schaden möglichst gering zu halten, werden Kundenforderungen weitgehend versichert. Die Bonität von nicht versicherten Kunden wird von den verantwortlichen Geschäftsführern mit hoher Aufmerksamkeit verfolgt.
Risiken der Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen
Die Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen kann zu hohen finanziellen Auswirkungen und Reputationsschäden führen. Basierend auf den konzernweit gültigen Datenschutzrichtlinien wurde eine Datenschutzorganisation eingerichtet, welche das Management der Konzerngesellschaften in der Wahrnehmung der Verantwortung zur Einhaltung gesetzlicher und konzerninterner Datenschutzvorschriften unterstützt.
Externe Risiken
Marktveränderung
Die voestalpine High Performance Metals GmbH ist vorwiegend in hochspezifischen Produktsegmenten der Edelstahlbranche tätig und daher nicht im gleichen Umfang wie andere Stahlerzeuger zyklischen Absatzschwankungen ausgesetzt. Dennoch wird ein beträchtlicher Teil des Umsatzes mit Kunden erwirtschaftet, deren Geschäftsentwicklung stark vom Auf und Ab der Konjunkturzyklen betroffen ist. Darunter fallen beispielsweise die Automobilproduzenten, die Maschinenbauindustrie, die Unternehmen im Bereich Energieerzeugung, die Flugzeughersteller, die explorative Öl- & Gasindustrie, die Erzeuger von Konsumartikeln und der Anlagenbau. Das Management ist sich bewusst, dass rückläufige Umsätze in diesen Abnehmerbranchen ein hohes Risiko darstellen und negative Auswirkungen auf die Absatzmöglichkeiten haben können.
Preis- und Margenveränderungen
Zur Erzeugung von Edelstahl wird neben Schrott eine Reihe von Legierungsmetallen, wie etwa Chrom, Nickel, Vanadium, Molybdän oder Wolfram eingesetzt. Diese Rohstoffe unterliegen starken Preisschwankungen. Preisschwankungen bei Legierungsmetallen können zu einem erheblichen Teil über sogenannte Legierungspreisanhänger an die Kunden weitergegeben werden. In den Überseemärkten ist durch das unterschiedliche Energiepreisniveau eine Weitergabe nur bedingt möglich. Falls erforderlich erfolgt ein Hedging von Rohstoffen und Energie. Dennoch können starke Preisausschläge bei Legierungselementen, Energie und sonstigen Rohstoffen einen Einfluss auf die Ergebnissituation der Unternehmensgruppe haben.
Währungsschwankungen
Die Fremdwährungsrisiken, die sich aus der weltweiten Einkaufs- und Verkaufstätigkeit ergeben, werden systematisch erfasst und unter Einsatz geeigneter Sicherungsinstrumente eliminiert und/oder begrenzt. Neben den Kursrisiken, die sich aus Forderungen und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Lieferungen und Leistungen ergeben, unterliegen auch Währungsrisiken aus anderen Bilanzpositionen (wie etwa Fremdwährungskredite) einer laufenden Kontrolle und werden
bei Bedarf abgesichert. Während die kurz- und mittelfristigen Wechselkursschwankungen im Rahmen des vorerwähnten Währungsmanagements in der High Performance Metals Division gesichert werden, können längerfristige Veränderungen der Wechselkurse zu einer sowohl positiven als auch negativen Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit in betroffenen Zielmärkten führen.
Finanzielle Risiken werden im Anhang im Detail behandelt.
Kapitalverfügbarkeit & -kosten (Finanzierung)
Die Kapitalbeschaffung in der High Performance Metals Division erfolgt in der Regel über die Konzernzentrale der voestalpine AG. Zusätzlich werden alle Maßnahmen zur Generierung von Cash forciert. Ein wesentliches Augenmerk liegt hier auf dem Working Capital Management.
Elementarereignisse, Haftpflicht und Betriebsunterbrechung
Personen-, Sach- und Vermögensschäden der einzelnen Unternehmen sind entweder im Rahmen der voestalpine Konzern-Versicherungspolizzen oder – falls dies rechtlich nicht möglich ist – durch lokale Versicherungspolizzen gedeckt. Abgedeckt sind auch Schadensfälle, die in Folge von Betriebsunterbrechungen nach Elementarschäden auftreten könnten. Im Rahmen der Haftpflichtversicherung sind neben der Unternehmenshaftpflicht auch die Produkthaftpflicht sowie Umweltrisiken versichert. Zusätzlich deckt eine konzernweite Marine- und Cargo Versicherung die internen und externen Transportrisiken ab.
Handelshemmnisse
Handelsbarrieren aufgrund von Anti-Dumping Zöllen und Strafzöllen haben auf das Ergebnis der Division einen negativen Einfluss. Dementsprechende Entwicklungen werden vom Management laufend verfolgt.
Sonstige Ereignisse
Das durch einen Kronzeugenantrag der voestalpine ausgelöste Verfahren des deutschen Bundeskartellamts gegen Edelstahlunternehmen wurde gegenüber der voestalpine im Juli 2018 beendet. Als Kronzeuge wurde gegen die voestalpine in diesem Verfahren kein Bußgeld verhängt. Für allfällige negative finanzielle Auswirkungen aus diesem Kartellverfahren haben Gesellschaften der voestalpine High Performance Metals zum Stichtag 31. März 2025 vorgesorgt.
Nachhaltigkeit
Umweltrelevante Themen sind Bestandteil des Risikomanagements und der Bewertungsmatrix. Um flexibel und zeitnah auf Auswirkungen verstärkter Co2-Besteuerung in Europa reagieren zu können, werden quartalsweise rechtliche Rahmenbedingungen im nationalen und europäischen Co2-Emis-
sionshandel auf Anpassungen bzw. Änderungen geprüft. Durch den geplanten konsequenten Ausbau der Energieversorgung mit erneuerbarer Energie an den österreichischen Standorten wird den Vorgaben Rechnung getragen.
FORSCHUNG & ENTWICKLUNG
Forschung und Entwicklung (F&E) obliegt den Forschungsabteilungen in den Produktions- & Value Added Servicegesellschaften und umfasst die Produkt-, Verfahrens- und Technologieentwicklung. Daneben werden umfangreiche Anwendungsprojekte und intensive Grundlagenforschung, mit einer Vielzahl nationaler und internationaler Partner betrieben.
Ausgehend von den globalen Megatrends in den Bereichen Technologie und Umwelt wurden die strategiebestimmenden langfristigen Entwicklungen für die Gesellschaften der High Performance Metals Division abgeleitet. Diese Ergebnisse wurden in die bestehende F&E Roadmap integriert und damit die mittelfristige F&E-Planung bis 2029 aktualisiert. Die entsprechenden Detailausarbeitungen und Umsetzungsmaßnahmen einschließlich Festlegung der Zeitschiene und Prioritätensetzungen bei den einzelnen Gesellschaften wurden durchgeführt.
Die Forschungsschwerpunkte der High Performance Metals Division lagen im Geschäftsjahr 2024/25 bei
Weiterentwicklung pulvermetallurgisch hergestellter und umgeschmolzener Werkzeug- & Sonderstähle: o Kaltarbeitsstähle für die Verarbeitung höchstfester Bleche o Warmarbeitsstähle für Presshärten und Druckgießen o Legierungen für Luftfahrt-Anwendungen Weiterentwicklung der metallurgischen Verfahrens- und Umformtechnik: o Schmelzen, Umschmelzen und Umformen von höchstlegierten Edelstählen o Simulationsbasierte Entwicklung großer Schmiedeteile für die Luftfahrt Entwicklung von Anlagen und Beschichtungen für Werkzeuge und Komponenten Additive Manufacturing: o Pulverentwicklung und -verarbeitung o Entwicklung von AM Services (Engineering & Manufacturing) für Werkzeuge und Komponenten Intensive Forschung und Entwicklung von Komponenten und Werkzeugen für die Aluminium Druckguss Industrie
Entwicklung von Komponenten für die Lebensmittel Industrie und Maschinenbau Entwicklungen zur nachhaltigen Rohstoffbeschaffung, circular economy und den Einsatz nachhaltiger Energie Träger und Technologien für die Stahlherstellung und Weiterverarbeitung
PERSONAL
Im Berichtsjahr waren durchschnittlich 121 Angestellte beschäftigt. (Vorjahr 118)
Im Rahmen unseres Transformationsprogrammes #we.do lag ein großer Fokus auf der Ausarbeitung von unterschiedlichen Formaten und Ansätzen, um Kulturarbeit international und bereichsspezifisch entwickeln zu können.
Um die für die Transformation notwendig Unternehmenskultur zu stärken wurde ein einheitlicher Orientierungsrahmen auf Basis von 7 Prinzipien geschaffen: Geschwindigkeit, Pro-Aktivität, Wille zur Veränderung, Menschenorientierung, Offenheit, Vertrauen und Transparenz.
Diese Prinzipien sind die Grundlage für ein gemeinsames Führungsverständnis in der neuen Unternehmenskultur.
Mit der neu entwickelten #we.do-Academy wird ein bedarfsorientiertes Angebot für das Top Management in der Division angeboten um Führungskräfte weltweit die Möglichkeit zu geben ihre Transformationskompetenzen weiterzuentwickeln und ihre Resilienz für die Transformation zu stärken.
Eine auf Feedback basierte Weiterentwicklung der #we.do-Academy wird im Rahmen des konzernweiten Management Entwicklungsprogramm (value:program) im laufenden Prozess umgesetzt, um ganz nah an den aktuellen Bedürfnissen zu arbeiten.
Ein Schwerpunkt lag weiterhin auf der Stärkung von Female Empowerment. Damit wurde im Berichtsjahr erneut ein Fokus auf Vielfalt gesetzt, der eine starke Wirkung auf eine positive Unternehmenskultur hat und sich auf das Engagement der Mitarbeiter:innen auswirkt.
Die #we.do Academy bietet daher alle Module und Leadership-Plattformen exklusiv auch für unsere weiblichen Führungskräfte an. Damit wollen wir dazu beitragen, den Anteil von Frauen im Management bis 2030 von 14% auf 18% zu erhöhen.
UMWELTSCHUTZ & ENERGIEEFFIZIENZ
Umweltbewusstes Handeln ist fest in der Unternehmensphilosophie der High Performance Metals Division verankert. Es betrifft sämtliche Bereiche der Produktionskette und konzentriert sich auf möglichst sparsamen Umgang mit Ressourcen, vor allem Rohstoffen und Energie, und die Minimierung der Umweltauswirkungen von Prozessen und Produkten. Gesteuert werden diese Aktivitäten über dezentrale Umwelt-, Energie- sowie Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutz-Managementsysteme, die kontinuierlich weiterentwickelt bzw. aufgebaut werden.
Um den bereits sehr hohen Standard in den Bereichen Luft- und Wasseremissionen, sowie Energieund Ressourceneffizienz weiter zu verbessern, wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 wieder eine Vielzahl umweltrelevanter Maßnahmen verwirklicht. Mit dem Einsatz bestmöglicher, umweltfreundlicher Technologien können wir einerseits den Bedarf an Energie und Primärrohstoffen verringern, sowie die Belastung der Umwelt auf ein Mindestmaß reduzieren. Die richtige Lagerung, der Transport und die Verwendung von Gefahrenstoffen sind Teil des Umweltbewusstseins unserer Mitarbeiter. Ein schonender Umgang mit den Ressourcen Boden und Wasser sichert nachhaltig unsere Standorte. Nicht nur moderne Produktionsanlagen und Prozesse, sondern die Ideen und der Einsatz unserer Mitarbeiter führen zur Erreichung unserer Umwelt- und Energieziele.
Energieeffizienz ist in der Stahlbranche eine ständige Herausforderung, der die High Performance Metals Division mit neuen Technologien für ein effizientes Energiemanagement und Prozessinnovationen begegnet. Die Implementierung zertifizierter Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 in allen Produktionsgesellschaften führt zur kontinuierlichen Steigerung der Energieeffizienz und des Gedankens der Ressourcenschonung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 konnten wieder diverse Energieeffizienz-Maßnahmen in den einzelnen Unternehmen umgesetzt werden. Dabei handelte es sich unter anderem um Optimierungen der Verbrennungstechnik, Umstellung der Erwärmungstechnologie bei Ofenanlagen, neue effiziente LED-Beleuchtungssysteme, diverse Anlagensteuerungsoptimierungen sowie zahlreiche Prozessverbesserungen. Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen kam es zu einer nachhaltigen Einsparung von rund 75 GWh bzw. von rund 9 m€.
AUSBLICK GESCHÄFTSJAHR 2025/26
Das wirtschaftliche Umfeld wird im Geschäftsjahr 2025/26 von anhaltender Unsicherheit geprägt sein. Hohe Energiepreise, nach wie vor hohe Rohstoffpreise, hohe Arbeitskosten in Österreich und die damit einhergehende Instabilität der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sowie die Risiken aus dem Krieg in der Ukraine und im Gazastreifen werden auch im kommenden Geschäftsjahr die weitere Entwicklung belasten. Weiterhin ist auch mit einer Fortsetzung der Unsicherheit aus Handelskonflikten mit USA und China und der damit einhergehenden Zollpolitik für die nächsten Jahre zu rechnen. Die Versorgungssicherheit bei Energie und kritischen Rohstoffen, welche z.B. aufgrund der Stilllegung von Atomkraftwerken in Deutschland und Sanktionen gegen Russland bestehen, stellen eine zusätzliche Herausforderung dar. Die notwendige Fortsetzung der kostenseitigen und wachstumsfördernden Maßnahmen in den Zukunftsmärkten der Division unterstützen die Verbesserung der Ertragssituation im nächsten Jahr und in der Zukunft.
Wien, am 14. Mai 2025
Die Geschäftsführung
| Dipl.-Ing. Dr. Reinhard Nöbauer | Mag. Markus Potzinger |
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DiplAng. Dr. Gerhard Gerstmayr
Màg. Martin Fuhrmann