Inhaltsverzeichnis
1
BERICHT ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF UND DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE
1.1
RAHMENBEDINGUNGEN
Nach Angaben der Statistik Austria zeigt das BIP nach der vorangegangenen Rezession eine leichte Erholung, und die österreichische Wirtschaft (reales BIP) wuchs nach Berechnungen des Instituts für Wirtschaftsforschung im Jahr 2025 um 0,6%.
Das Wirtschaftsjahr 2025 war weiterhin von einem anspruchsvollen wirtschaftlichen und energiepolitischen Umfeld geprägt. Die Volatilität an den Energiemärkten, sowie der notwendige Ausbau der Netze, erfordern massive Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung. Diese langfristigen Investitionen bestimmten die Rahmenbedingungen für die Murauer Stadtwerke. Gleichzeitig wirkten sich die allgemeine Kostenentwicklung, die Personalsituation, sowie die laufenden technischen und rechtlich-organisatorischen Anforderungen (EIWG) auf sämtliche Geschäftsbereiche aus.
1.2 GESCHÄFTSVERLAUF UND GESCHÄFTSERGEBNISSE
1.2.1 STROMBETRIEB
Der Strombetrieb entwickelte sich im Berichtsjahr 2025 trotz eines herausfordernden Marktumfeldes insgesamt solide. Im Vergleich zum Vorjahr war aber insbesondere bei den Erlösen aus der Kleinwasserkraft ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Konnten im überdurchschnittlich guten Vorjahr 21,7 GWh aus Wasserkraft erzeugt werden, lag die Erzeugung von KW Mur und KW Ranten gemeinsam bei nur mehr 15,7GWh.
Der physikalische Zukauf betrug 4,1 GWh.
Der Eigenerzeugungsanteil, gemessen am Nettostromaufkommen (26,7 GWh), betrug somit für das Jahr 2025 rund 72,8 %.
Die im eigenen Versorgungsnetz an Kunden abgegebene Energiemenge betrug im Jahr 2025 rund 23,4 GWh (Vorjahr: 23,2 GWh) und hat sich somit im Vergleich zu 2024 um ca. 0,2 GWh oder 0,9% erhöht.
Die Einspeisung von PV-Energie nimmt massiv zu, aber auch der Anstieg der e-Mobilität ist anhand der Energieabgabe an den Ladestationen deutlich erkennbar.
Die Vorarbeiten für die Errichtung des Großspeichers konnten mit der Errichtung der Fundamente für Speichercontainer und Wechselrichter weitestgehend abgeschlossen werden. Die
Inbetriebnahme ist für Q2/2026 geplant.
Die UVP-Verhandlung für das KW Murau West hat im Juli stattgefunden und wurde bis auf den Fachbereich Naturschutz positiv beurteilt. Aktuell sind aber noch immer Gutachten ausständig,
Zur Offenlegung gekürzt analog § 279 UGB
weshalb bis dato noch kein positiver Bescheid erteilt werden konnte. Es ist davon auszugehen, dass sich die Bescheiderstellung bis Juli 2026 verzögern wird.
Die Planungs- und Ausschreibungsunterlagen für das, gemeinsam mit dem 90% Gesellschafter E- Werk Gösting, geplante Kraftwerk Murau West sind größtenteils fertig, um mit einem positiven Bescheid ehestmöglich mit der Realisierung beginnen zu können.
Der Strombetrieb erreichte im Geschäftsjahr 2025 ein Betriebsergebnis von rund Euro 1.428 Tsd. nach rund Euro 2.223 Tsd. im Vorjahr. Unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses und der Steuern ergibt sich ein Jahresüberschuss von rund Euro 1.210 Tsd. nach rund Euro 1.815 Tsd. im Jahr 2024. Damit blieb der Strombetrieb weiterhin der wesentliche Ertragsträger des Unternehmens.
| STROMVERWENDUNG | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 *) |
|---|---|---|---|---|---|
| Haushaltskunden | 6.151 | 5.593 | 5.815 | 5.523 | 5.387 |
| Gewerbekunden | 4.285 | 8.766 | 6.405 | 4.839 | 4.397 |
| Landwirtschaftskunden | 956 | 951 | 821 | 800 | 785 |
| Fremdversorgte Kunden | 4.975 | 4.635 | 6.521 | 7.967 | 5.920 |
| Kunden in fremden Netzen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonderkunden | 8.062 | 3.459 | 3.482 | 4.082 | 6.922 |
| Verkauf an Kunden | 24.429 | 23.764 | 23.044 | 23.211 | 23.411 |
| Lieferung an Energie Stmk. | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Eigenverbrauch | 1.650 | 1.778 | 1.401 | 1.479 | 1.622 |
| Übertragungsverluste | 1.415 | 1.504 | 1.900 | 2.073 | 1.659 |
| Stromverwendung | 27.494 | 27.046 | 26.345 | 26.763 | 26.692 |
*) Werte in MWh
Zu den Stadtwerke-Kunden zählen 3.154 Tarifkunden und 1 Sonderkunde.
| STROMAUFBRINGUNG | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025*) |
|---|---|---|---|---|---|
| Eigenerzeugung | 22.386 | 20.125 | 23.587 | 27.406 | 19.442 |
| Strombezug Energie Stmk. | 1.896 | 3.765 | 2.453 | 1.352 | 4.090 |
| Rücklieferung Netz Energie Stmk. | -9.961 | -7.054 | -15.344 | -18.224 | -9.211 |
| Strombezug KW-Egger,KW-Zotter, PV | 7.726 | 6.233 | 9.715 | 11.414 | 9.495 |
| Strombezug Laßnitzbach, Fernwärme | 5.447 | 3.976 | 5.933 | 4.815 | 2.876 |
| Stromaufbringung | 27.494 | 27.045 | 26.344 | 26.763 | 26.692 |
*) Werte in MWh
Der Anteil der Eigenerzeugung beträgt 72,8 % der gesamten Stromaufbringung.
(ohne Holzvergaseranlage)
Aus organisatorischen und buchhalterischen Gründen ist die Stromerzeugung der Holzvergaseranlage nicht dem Strombetrieb zugeordnet und somit auch nicht in der Eigenerzeugung enthalten.
EIGENERZEUGUNG
| 32 30 | bis 1983 1984 | Maschine I bis IV Maschine IV (Ausbau Kraftwerk) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 28 26 24 | 1985 bis 1999 2000 bis 2008 ab 2009 | Maschine I (neu) u. Maschine IV (alt) Maschine I und Mschine II (neu), Maschine IV (alt) aschine I, II, IV u | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 2 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Mio. kWh | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
1.2.2 INSTALLATIONSBETRIEB, INORMATIONSÜBERTRAGUNG
Die Auftragslage im Jahr 2025 war trotz der angespannten wirtschaftlichen Situation – vor allem im Baugewerbe – gut. Merkbar war aber im gesamten Auftragsjahr 2025, dass die Aufträge umkämpft und bei größeren Aufträgen die erzielbaren Margen geringer waren. Der Umsatz für die Lieferung und Montage von PV-Anlagen ist aufgrund der geänderten Fördermodalitäten zurückgegangen. Die Installation von Heimspeichern hat aber stark zugenommen.
Die Materialerlöse, und dem entsprechend auch der Materialaufwand,sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Marge ist auf 34,3% gesunken. Die Lohnerlöse und dem entsprechend der Lohnaufwand sind ebenfalls gestiegen.
Nach einem leichten Verlust im Installationsbetrieb im Jahr 2024, beträgt der Jahresgewinn 2025 Euro 23 Tsd. Im Bereich Informationsübertragung beträgt der Jahresverlust rund Euro 95 Tsd., und ist somit besser als im Vorjahr (Jahresverlust Euro 205 Tsd.).
Im Bereich Informationsübertragung setzte sich 2025 die positive Entwicklung des Breitband- und Kommunikationsgeschäfts fort. Die Betriebsleistung belief sich auf rund Euro 1.159 Tsd. und lag damit über dem Niveau des Vorjahres. Wesentliche Erlösquellen waren hierbei die jährlich steigenden Erlöse aus den Kabel-TV- bzw. Internet-Gebühren.
Zur Offenlegung gekürzt analog § 279 UGB
Der Geschäftsbereich war weiterhin von Investitionen in die Netzinfrastruktur und vom Ausbau der Anschlussdichte geprägt. Die Stabilität des laufenden Betriebs sowie die kontinuierliche Kundenentwicklung bildeten die Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung dieses Bereichs.
Auch die Vorbereitung für die Übernahme der Kabel-TV-Anlage in Oberwölz und der Umbau auf die bidirektionale Kommunikation, und somit Breitband-Internet-Fähigkeit, konnten vertraglich finalisiert werden. Die Umsetzung wird im folgenden Geschäftsjahr erfolgen. Durch diese Übernahme werden ca. 120 neue Kabel-TV-Kunden und gleichzeitig potenzielle Breitband- Internetkunden gewonnen.
1.2.3 VERKAUFSGESCHÄFT
Das Verkaufsgeschäft blieb im Berichtsjahr 2025 als ergänzender Geschäftsbereich von Bedeutung, insbesondere als Anlaufstelle für Kunden der Region und als Schnittstelle zu den übrigen Geschäftsfeldern. Die Umsätze und die wirtschaftliche Entwicklung dieses Bereichs sind im betrieblichen Verbund zu sehen und dienen neben dem direkten Ergebnisbeitrag auch der Kundenbindung und der regionalen Präsenz. Die Tätigkeit des Verkaufsgeschäfts wurde weiterhin mit Service- und Beratungsleistungen verbunden und trug damit zur Gesamtpositionierung der Murauer Stadtwerke als regional verankertes Unternehmen bei.
Der Jahresfehlbetrag beträgt rund Euro -94 Tsd. (2024: Jahresfehlbetrag Euro -92 Tsd.).
1.2.4 BÄDERBETRIEB
Die Besucherzahlen sind gegenüber dem Vorjahr weiter deutlich gestiegen. Der Instandhaltungsaufwand ist auf Grund der bevorstehenden Generalsanierung gesunken.
Nach der Sanierung der Gebäudehülle müssen im zweiten Bauabschnitt die Becken, die Wasseraufbereitung sowie die Sanitäranlagen und Haustechnik erneuert werden. Die veralteten und teilweise nicht mehr funktionsfähigen bzw. nicht mehr nachbeschaffbaren Ersatzteile der Lüftungs- und Klimaanlage, werden mit hohem personellem und finanziellem Aufwand instandgehalten.
Die Finanzierung dieses Bauabschnittes stellt eine Herausforderung für das Unternehmen dar. Es gibt eine Förderzusage seitens des Landes Steiermark, die Zwischenfinanzierung als auch planerische Vorbereitungen wurden im laufenden Geschäftsjahr beschlossen.
Der Jahresfehlbetrag im Bäderbetrieb beläuft sich 2025 auf Euro 263 Tsd., nach dem von der Saunasanierung belasteten, negativen Ergebnis von Euro 461 Tsd. des vorangegangenen Geschäftsjahres.
1.2.5 NAHWÄRME MURAU – STOLZALPE
Der Geschäftsbereich Nahwärme entwickelte sich 2025 ebenfalls stabil. Die Betriebsleistung lag bei rund Euro 2.842 Tsd. und damit leicht unter dem Vorjahreswert. Die geringeren Erlöse durch die gesunkenen Arbeitspreise (Indexabhängig) konnten durch eine erhöhte Wärmeabgabemenge egalisiert werden. Der Rohstoffeinkauf ist ebenfalls leicht rückläufig im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
zum Jahresabschluss 2025 Zur Offenlegung gekürzt analog § 279 UGB
Nach dem Jahresfehlbetrag von Euro 188 Tsd. im Geschäftsjahr 2024 konnte der Teilbetrieb Nahwärme im Jahr 2025 ein positives Jahresergebnis von Euro 20 Tsd. erwirtschaften.
1.3
ZWEIGNIEDERLASSUNGEN
1.4 FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Die Gesellschaft verfügt über keine Zweigniederlassungen.
| Kennzahlen zur Ertragslage | ||
|---|---|---|
| in Entsprechung KFS BW 3 | ||
| Kennzahl | 2025 | 2024 |
| 1. Eigenkapitalrentabilität | ||
| EVS | 1.051,4 | 1.044,5 |
| durchschnittliches Eigenkapital inkl. EK-Anteil u. Investitionszuschüsse | 10.734,9 | 10.024,3 |
| Eigenkapitalrentabilität | 9,79% | 10,42% |
| 2. Gesamtkapitalrentabilität (ROI) | ||
| Betriebsergebnis | 1.302,6 | 1.516,6 |
| durchschnittliches Gesamtkapital | 28.468,7 | 28.786,5 |
| = Gesamtkapitalrentabilität | 4,58% | 5,28% |
| Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage | ||
| in Entsprechung KFS BW 3 | ||
| Kennzahl | 2025 | 2024 |
| Vermögenslage | ||
| 1. Anlagenintensität | ||
| Anlagevermögen | 24.400,8 | 23.376,5 |
| Gesamtvermögen | 28.454,6 | 28.482,8 |
| Anlagenintensität | 85,75% | 82,07% |
| 2. Eigenkapitalquote | ||
| Eigenkapital inkl. EK-Anteil | ||
| Investitionszuschüsse | 11.008,9 | 10.460,9 |
| Endbestand Gesamtkapital | 28.454,6 | 28.482,8 |
| = Eigenkapitalquote | 38,69% | 36,73% |
Murauer Stadtwerke GmbH
zum Jahresabschluss 2025
Zur Offenlegung gekürzt analog § 279 UGB
Finanzlage
| 1. Nettoverschuldung (Net Debt) | ||
|---|---|---|
| verzinsliches Fremdkapital | 11.426,8 | 11.782,5 |
| - flüssige Mittel | -395,5 | -880,5 |
| = Nettoverschuldung | 11.031,4 | 10.902,0 |
| 2. Mobilitätsgrad (Working Capital Ratio) | ||
| kurzfristiges Umlaufvermögen | 3.996,1 | 5.058,0 |
| kurzfristige Fremdkapital | 3.167,3 | 3.651,6 |
| Mobilitätsgrad | 126,17% | 138,51% |
| 3. Nettoverschuldungsgrad (Gearing) | ||
| Nettoverschuldung | 11.031,4 | 10.902,0 |
| Eigenkapital inkl. EK-Anteil und | 11.008,9 | 10.460,9 |
| Investitionszuschüsse | ||
| = Nettoverschuldung | 100,2% | 104,22% |
| 4. Cash Flow Kennzahlen | ||
| Nettogeldfluss aus betrieblicher Tätigkeit | 2.682,8 | 4.426,3 |
| Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit | -2.470,8 | -2.116,2 |
| Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -697,0 | -1.378,2 |
| Zahlungswirksame Veränderung des | ||
| Finanzmittelbestandes | -485,0 | 761,8 |
| Anfangsbestand der Fondsmittel | 880,5 | 118,8 |
| Endbestand der Fondsmittel | 395,5 | 880,5 |
Kennzahlen gemäß Unternehmensreorganisationsgesetz (URG)
| in Entsprechung §§ 23 und 24 URG | ||
|---|---|---|
| Kennzahl | 2025 | 2024 |
1. Eigenmittelquote
| Eigenkapital | 7.902,1 | 7.102,1 |
|---|---|---|
| Gesamtkapital (abzüglich Investitionszuschüsse) | 24.419,8 | 24.120,8 |
| = Eigenmittelquote | 32,36% | 29,44% |
| 2. Schuldentilgungsdauer |
| Schulden - liquide Mittel | 15.448,1 | 15.715,0 |
|---|---|---|
| Mittelüberschuss d. gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 2.935,9 | 2.882,8 |
| = Schuldentilgungsdauer in Jahren | 5,26 | 5,45 |
Die Vermutung für einen Reorganisationsbedarf besteht, wenn die Eigenmittelquote unter 8 % und die fiktive Schuldentilgungsdauer mehr als 15 Jahre beträgt. Auf Grund der vorliegenden Kennzahlen besteht keine Vermutung für einen Reorganisationsbedarf.
2
BERICHT ÜBER DIE ZUKÜNFTIGE ENTWICKLUNG UND RISKEN DES UNTERNEHMENS
2.1
VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS
Die Murauer Stadtwerke werden auch künftig auf die Weiterentwicklung ihrer tragenden Geschäftsfelder Strom, Nahwärme und Informationsübertragung sowie der Installation setzen. Ziel bleibt es, die operative Leistungsfähigkeit zu sichern, die Infrastruktur zu modernisieren und die vorhandenen Synergien innerhalb der Unternehmensbereiche bestmöglich zu nutzen
Die unterschiedlichen Geschäftsbereiche haben sich in den letzten Jahren stets erweitert, sind zuletzt aber stabil in ihrer Performance. Zusätzlich zum Strombetrieb entwickeln sich die Nahwärme und der Bereich Informationsübertragung zu den drei tragenden Säulen. Rund um diese drei Bereiche werden die anderen Geschäftsbereiche weiter optimiert werden.
2.1.1 STROMBETRIEB
Im Strombetrieb stehen weiterhin die Optimierung der Erzeugung, die bedarfsgerechte Vermarktung und Beschaffung und der fortlaufende Ausbau der Netz- und Systemflexibilität im Mittelpunkt. Die Netzanforderungen sowie die notwendigen Investitionen in Umspann- und Netzkapazitäten werden den Geschäftsbereich auch in den kommenden Jahren prägen.
Auch weiterhin wird auf die Nutzung der Eigenproduktion aus dem KW Ranten gesetzt, um die Abhängigkeiten von den Strombörsen zu reduzieren. Die 2026 begonnene Veränderung in der Herangehensweise an die Beschaffung wird für das Lieferjahre 2027 fortgesetzt. Die Errichtung und Integration eines Großbatteriespeichers wurde bereits initiiert und wird 2027 in der Strombewirtschaftung, aber auch in der Netzstabilität, unterstützen. Die Netzgebühren sollten erwartungsgemäß auf gleichbleibendem Niveau bleiben und erleichtern bzw. ermöglichen die notwendigen Investitionen in das Stromnetz (UW Wimml, UW Murau, BESS, „SmartGrid“).
Das neue „Betriebssystem der Energiewirtschaft“ EIWG stellt große Herausforderungen bietet aber gleichzeitig viele Chancen.
Es ist unabdingbar zeitnahe Rückmeldung aus dem Netz bezüglich der Lastsituation zu erhalten. Hierzu müssen Daten im Netz erfassbar, und in einem weiteren Schritt entsprechend verwertbar sein. Bestmögliche Bedarfsabschätzungen müssen auf Basis dieser Daten unter Verwendung verschiedener Prognosemodelle erfolgen. So kann zum einen Energie flexibler beschafft werden, der Großbatteriespeicher bestmöglich bewirtschaftet und die Netze entlastet werden.
Die Abregelung von Erzeugungsanlagen wird bis zur vollständigen Umsetzung der Ableitkapazitätserhöhung notwendig sein. Parallel zu diesen Verstärkungsmaßnahmen am übergeordneten Netz müssen auch die Umspannkapazität im UW-Murau erhöht und die zugehörigen Schaltanlagen modernisiert werden.
Eine Abregelung der Erzeugungsanlagen ist aber nicht nur aufgrund physikalischer Netzengpässe erforderlich. So wird diese aufgrund der Entwicklungen am Ausgleichsenergiemarkt auch aus dem Blickwinkel des Energielieferanten immer wichtiger. Die Teilnahme am Regelenergiemarkt erfolgt sowohl mit den Wasserkrafterzeugungsanlagen, aber voraussichtlich auch mit dem BESS.
2.1.2 INSTALLATIONSBETRIEB, ELEKTRONIK
Die Auslastungssituation im Installationsbereich ist einerseits durch langfristige Projekte (Chalet- Projekte) aber auch aktuellen (Groß-)Projekten sehr gut. Mit den begrenzten Personalressourcen wird es schwierig kleine Baustellen abzuwickeln.
Generell wird das Thema Personalfindung immer schwieriger. Schwerpunkt-Aktionen in Schulen sollen die Hürde zu den potenziellen Lehrlingen minimieren.
Verwerfungen am Rohstoffmarkt bzw. der Lieferketten-Problematik machen sich noch immer bzw. immer wieder durch hohe Preissprünge und teilwiese extreme Lieferzeiten bemerkbar. Sinkende Einspeisepreise am PV-Sektor und die Verfügbarkeit günstiger Heimspeichersysteme verursachen einen zweiten PV-Boom.
Die Technikabteilung arbeitet intensiv an den internen Themen wie der Errichtung bzw. Verstärkung des UW-Murau, aber auch an der Hallenbadsanierung. Betriebsführung, Wartung und Störungsbehebung der von den Murauer Stadtwerken betreuten Kraftwerke ergänzen diese Auslastung.
2.1.3 INFORMATIONSÜBERTRAGUNG
Schwerpunkt in der Informationsübertragung ist Übernahme des Kabel-TV-Netzes Oberwölz. Von den gewonnenen Kabel-TV-Kunden sollen möglichst viele Internet-Anschlüsse generiert werden. Die in den letzten Jahren erfolgte (geförderte) Basisversorgung wird sukzessive ausgebaut. Von geförderten Projekten wird abgesehen, sondern verstärkt auf Mitverlegemöglichkeiten gesetzt.
2.1.4 VERKAUFSGESCHÄFT
Im Verkaufsgeschäft wird weiterhin auf Service und kompetente Beratung gesetzt. Aufgrund der Umsatzentwicklung wird das Personal weiterhin auch für die Lagerverwaltung und im Bäderbetrieb herangezogen, um eine möglichst gute Auslastung aller Ressourcen zu erreichen. Weiterhin ist das Ziel eher gute Deckungsbeiträge zu erwirtschaften, als mit hohem personellem Aufwand Umsätze zu erzielen.
Das Verkaufsgeschäft bleibt eine wichtige Anlaufstelle für die Kunden aller Bereiche und ein Identifikationsmerkmal als regionaler Partner im Bereich EVU, Elektroinstallation und Breitbandinternet.
2.1.5 BÄDERBETRIEB
Nach dem ersten Bauabschnitt 2023 und der Sanierung der Sauna nach dem Brand im Februar 2024, liegt der Fokus auf der Umsetzung des zweiten Bauabschnitts. Dies entspricht der Generalsanierung des Badebereichs (Becken, Wasseraufbereitung, HKLS,…).
Diese umfassende Sanierung belastet das Unternehmen finanziell, trotz der Förderung durch das Landes Steiermark, massiv.
Zur Offenlegung gekürzt analog § 279 UGB
Der jährliche finanzielle Abgang muss durch die Erneuerung der Gesamtanlage betriebstechnisch minimiert werden. Die Belastungen aus der Finanzierung sind aber langfristig.
Trotz der Sanierung wird es weiterhin wirtschaftlich und auch personalseitig herausfordernd die Anlage zu betreiben. Wie bei allen Personalthemen gestaltet sich sowohl auf der Bademeister- als auch auf der Reinigungspersonal-Seite die Nachbesetzungen immer wieder schwierig.
2.1.6 NAHWÄRME MURAU - STOLZALPE
Die Nahwärme entwickelt sich betriebswirtschaftlich gut. Technisch liegen die Herausforderungen auf der Hochtemperaturseite (120°C) der Anlage. Diese führt betriebsführungsseitig und genehmigungstechnisch zu einem sehr hohen Mehraufwand. Ziel ist es daher mittelfristig eine Verbesserung am Strang Brauerei zu erreichen. Dies kann aber nur in Verbindung mit der Brauerei erfolgen und wird im Rahmen des Förderprojekts Reallabor in einer 5-jährigen Laufzeit untersucht. Auf der Seite der Holzvergaser muss mittelfristig eine Alternative zu dem teuren Primärrohstoff Pellets gefunden werden. Technisch und wirtschaftlich sinnvolle Alternativen werden untersucht.
2.2
RISIKOBERICHT
Die Gesellschaft ist keinem Währungsrisiko ausgesetzt.
Der Preisdruck im Bereich der Installationsarbeiten ist momentan deutlich merkbar. Steuerungsinstrumente wie Projektcontrolling, Optimierung bei der Projektabwicklung, Lagerwirtschaft und Stundenerfassung werden weiter verstärkt umgesetzt werden.
Der Facharbeitermangel wird sich weiterhin verschärfen und führt langfristig zu höheren Lohnkosten bzw. zu vermehrten Personalwechsel.
Im Strombetrieb ist die Eigenerzeugung witterungsabhängig. Zusätzlich werden extreme Wetterereignisse wie Hochwässer, aber auch länger andauernde Trockenperioden immer häufiger. Verstärkte Einspeisung von PV-Anlagen führt zu Folgeinvestitionskosten in die Netz-Infrastruktur. Gleichzeitig reduziert sich die verkaufte Menge an Strom, was wiederum eine Reduktion der Erlöse aus Energie- und Netzkosten mit sich bringt.
Energiegemeinschaften und in weitere Folge überregionale Energiegemeinschaften sind neue Player am Strommarkt und müssen entsprechend berücksichtigt werden.
Die Einpreisung der Investitionen in die Netzinfrastruktur wird mittelfristig zu einem Anstieg der Energiepreise führen.
Hohe Investitionskosten in Strom- und Bäderbetrieb erhöhen die Fremdkapitalquote.
Versicherbare Risiken werden nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten durch entsprechende Versicherungsverträge abgedeckt, welche jährlich evaluiert werden.
3
BERICHT ÜBER DIE FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Im Rahmen des #Reallabors (mittels dem Förderprojekt #Reallabor sollte die Energiewende im kleinen, aber realen Maßstab – Bezirk Murau – auf Machbarkeit analysiert werden) sollen Systemoptimierungen im Bereich der Wärme, aber auch Strombetriebs umgesetzt werden. Die Murauer Stadtwerke sind ein wichtiger Partner in diesem Projekt und bringen ihr Knowhow und die vorhandene Infrastruktur aus den Bereichen Nahwärme und EVU ein.
Unabhängig von Forschungsprojekten mit industriellen und universitären Partnern, werden die Murauer Stadtwerke in begrenztem Rahmen Themen im Bereich der Energiespeicherung weiter eng beobachten. Bei entsprechend vielversprechenden Projekten können in weiterer Folge Pilotstudien oder gemeinsame Pilotprojekte angedacht werden.
Murau, am 20. Mai 2026
DI Günther Staber eh