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Lagebericht 2024/25

ÖSTU-STETTIN Hoch- und Tiefbau GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. März 2025 · Eingereicht am 28. Nov. 2025

Inhaltsverzeichnis

der ÖSTU-STETTIN Hoch- und Tiefbau GmbH

1. Wirtschaftsbericht

1.1 Allgemeines

Die Wurzeln der ÖSTU-STETTIN Hoch- und Tiefbau GmbH reichen in das Jahr 1911 zurück. Der Firmensitz der traditionsreichen steirischen Firma ist Leoben. Seit dem Jahr 1992 besteht eine Niederlassung in Wien. Im Jahr 2011 wurde eine weitere Filiale in Graz gegründet. Das Unternehmen verfügt über mehr als 100 Jahre Erfahrung im Bauwesen und hat sich die laufende Erbringung von Spitzenleistungen im In- und Ausland zum Ziel gesetzt.

Wir bauen alles

ist der Leitspruch der von allen Mitarbeitern des Unternehmens getragen und umgesetzt wird, die Schwerpunkte der Tätigkeiten liegen vor allem im Tunnel- und Schachtbau, sowie in der schlüsselfertigen Errichtung von Wohn- und Bürogebäuden als Generalunternehmen bzw. Totalunternehmer.

Der Lagebericht gibt ein getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wieder und beschreibt die wesentlichen Risiken und Unsicherheiten, welchen das Unternehmen ausgesetzt ist.

1.2 Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Die Weltkonjunktur wächst weiterhin nur mit geringem Tempo. Die Unsicherheit über die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat in den letzten Monaten deutlich zugenommen. Die erratische Handelspolitik der USA – des größten Exportmarkts der EU – ändert sich laufend. Insbesondere die angekündigte drastische Erhöhung von Einfuhrzöllen sowie mögliche Gegenmaßnahmen könnten den Welthandel erheblich belasten und trüben insbesondere die Aussichten für die krisengeschüttelte Industrie.

Die geringe Dynamik der europäischen Wirtschaft, zurückliegende Energie- und Lohnkostensteigerungen, hohe Finanzierungskosten und Baupreise sowie das volatile globale Umfeld belasteten die Investitionstätigkeit. Die niedrige Kapazitätsauslastung und ungünstige Absatzerwartungen dürften ebenfalls dazu geführt haben, dass bislang überwiegend in Ersatzinvestitionen und kaum in die Erweiterung von Produktionskapazitäten investiert wurde. Bereits seit Anfang 2023 verzeichnet die Industrie im Euro-Raum einen Rückgang des Wirtschaftswachstums.

Umfragen zufolge ist bislang keine Trendwende erkennbar. Dementsprechend wird sich das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum im Prognosezeitraum nur wenig beschleunigen. Allerdings zeigt sich in einigen Ländern – allen voran in Spanien – die Inlandsnachfrage weiterhin robust. Zudem ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt vielerorts günstig, und die Realeinkommen der privaten Haushalte steigen weiter. Dies dürfte den privaten Konsum in der EU stützen, auch wenn die wirtschaftspolitische Unsicherheit bislang einen deutlichen Rückgang der Sparquoten verhindert hat.

Die europäische Bauwirtschaft war 2024 erneut rückläufig, vor allem aufgrund der schwachen Entwicklung im Hochbau. Besonders stark betroffen war der Wohnungsneubau, belastet durch hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und ausgelaufene Förderprogramme.

Auch der Sanierungsmarkt schrumpfte. Der sonstige Hochbau entwickelte sich etwas stabiler, gestützt durch öffentliche Investitionen in Bildungs- und Gesundheitsbauten.

Der gewerbliche Bau – etwa Büro- und Industrieprojekte – litt unter der Konjunkturflaute und geringer Investitionsbereitschaft.

Der Tiefbau wuchs moderat um 1,1% und blieb damit ein stabilisierender Faktor. Investitionen in Energieinfrastruktur und EU-Fördermittel wirkten positiv, während hohe Staatsverschuldung Wachstum bremsten. und Haushaltsengpässe, insbesondere im Straßenbau, das

Regional zeigten sich deutliche Unterschiede: Während Länder wie Spanien und Irland zulegten, verzeichneten Skandinavien und Ostmitteleuropa starke Rückgänge. Die Baukosten stiegen weiter, jedoch deutlich langsamer als in den Vorjahren.

Die Europäische Zentralbank hält an ihrem Kurs fest, ihre Zinspolitik weiter zu lockern. Die jüngste Zinssenkung um 0,25 % erfolgte am 5. Juni 2025; der Einlagesatz der EZB liegt damit derzeit bei 2,0 %. Diese Maßnahme soll helfen, die Inflation zu kontrollieren und die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen.

Zwar ist die Inflation Anfang 2025 vielerorts infolge höherer Energiepreise erneut gestiegen, und auch die Einführung von Zöllen dürfte preistreibend wirken. Dennoch dürfte das gemäßigte Lohnwachstum im weiteren Verlauf zur Entspannung der Teuerung beitragen.

Uneinheitlich präsentiert sich die Fiskalpolitik: Einige EU-Mitgliedstaaten – darunter Frankreich und Italien – befinden sich in einem Defizitverfahren und sind angehalten, ihre Finanzierungssalden zu verbessern. Gleichzeitig erwägen viele Länder eine spürbare Erhöhung ihrer Militärausgaben. Zwar würde ein Teil dieser Ausgaben voraussichtlich in Form höherer Importe – insbesondere aus den USA – erfolgen, doch verfügen Länder wie Deutschland und Frankreich über eine gut ausgebaute Rüstungsindustrie. Entsprechend könnten auch hier positive Impulse für die heimische Wirtschaft entstehen.

Das WIFO rechnet vor diesem Hintergrund mit einem Wirtschaftswachstum der europäischen Konjunktur von 0,8 % im Jahr 2025 nach 0,9 % im Jahr 2024. Nach einem erneuten realen Rückgang des Bauvolumens im Jahr 2024 (-2,4 %) erwartet Euroconstruct für 2025 eine leichte Erholung mit einem moderaten Wachstum von 0,6 %. Der Hochbau bleibt dabei unter Druck, insbesondere der Wohnungsneubau stagniert weitgehend. Wachstumsimpulse werden vor allem im Geschäfts-, Bildungsund Gesundheitsbau gesehen. Der Tiefbau zeigt sich hingegen als stabiler Wachstumssektor mit einem prognostizierten realen Plus von 2,5 % im Jahr 2025 und rund 2 % jährlich in den Folgejahren.

Die österreichische Wirtschaft befindet sich 2025 im dritten Jahr einer anhaltenden Rezession. Nach einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2023 um 1,0 % schrumpfte es 2024 erneut kräftig um 1,2 %. Damit war Osterreich 2024 gemessen an der BIP-Entwicklung das Schlusslicht in der EU.

Die österreichische Industrie bleibt auch 2025 im Abschwung. Bereits Ende 2024 verzeichnete die heimische Warenproduktion deutliche Rückgänge, belastet durch die anhaltende Schwäche der Industriekonjunktur im Euro-Raum. Unternehmensumfragen spiegeln weiterhin eine gedrückte Stimmung wider. Nach einem Minus von 1,8 % im Jahr 2023 und einem starken Rückgang von 5,5 % im Jahr 2024 wird für 2025 ein weiterer Rückgang der industriellen Wertschöpfung um 3 % erwartet. Die Ursachen liegen vor allem in der schwachen Exportnachfrage, internationalen Unsicherheiten und anhaltend hohen Kosten.

Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft, die ebenfalls einen hohen Industrieanteil aufweist, verzeichnete 2023 und 2024 lediglich moderate Rückgänge (–0,3 % bzw. – 0,2 %). Der Wachstumsunterschied zwischen Osterreich und Deutschland lässt sich 2023 nur zu einem kleinen Teil auf die Industrie zurückführen – maßgeblich waren hierzulande vor allem die Bauwirtschaft sowie die Bereiche Handel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie verantwortlich. 2024 hingegen ging rund die Hälfte der Differenz auf die deutlich schwächere Industrieentwicklung in Osterreich zurück, während die andere Hälfte erneut durch Handel, Verkehr und Tourismus verursacht wurde. Im Gegensatz dazu zeigt sich die Bauwirtschaft seit Jahresbeginn 2024 stabilisierend und dürfte 2025 bereits die Talsohle durchschreiten.

Auch die Investitionstätigkeit bleibt verhalten. Nach Rückgängen in den Jahren 2023 (– 3,2 %) und 2024 (– 3,4 %) wird 2025 ein weiterer Rückgang um 0,7 % erwartet. Erst 2026 dürften sich die Rahmenbedingungen verbessern, was einen Anstieg der Investitionen um 1,8 % ermöglichen könnte.

2024 setzte sich die seit mehreren Jahren andauernde Schwächephase der österreichischen Bauwirtschaft fort, wenngleich erste Anzeichen einer Stabilisierung erkennbar waren – insbesondere im Wohnbau, der weiterhin unter schwierigen Finanzierungsbedingungen und dem stark eingebrochenen Immobilienmarkt litt. Der Auftragsmangel war hier das am häufigsten genannte Produktionshemmnis. Der Markt für Wohnimmobilien verzeichnete deutlich rückläufige Transaktionszahlen, was sich unmittelbar auf die Bautätigkeit auswirkte.

Auch im Bereich des Gewerbe- und Industriebaues war die Nachfrage schwach, was vor allem auf die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit und die Schwäche der Industrie zurückzuführen ist. Im übrigen Hochbau blieb die Entwicklung zwar etwas stabiler, jedoch belasteten Konsolidierungsmaßnahmen im öffentlichen Sektor zunehmend die Investitionsbereitschaft. Vor allem auf kommunaler Ebene machten sich strukturelle Finanzierungsprobleme bemerkbar.

Im Tiefbau sind die Entwicklungen differenzierter. Der Infrastruktur-Tiefbau profitiert vor allem von öffentlichen Investitionen zum Ausbau der Stromnetze und der digitalen Infrastruktur. Dämpfend wirkt hingegen die notwendige Budgetkonsolidierung der öffentlichen Hand, die Bauprojekte der Gebietskörperschaften einschränkt.

Nach einer moderateren Preisentwicklung im Jahr 2024 zogen die Baupreise im Hochbau in der zweiten Jahreshälfte wieder leicht an. Der Anstieg der Baukosten bleibt über dem allgemeinen Preisniveau, verlangsamt sich jedoch nur allmählich. Während im Hochbau vor allem höhere Lohnkosten wirken, steigen die Preise im Tiefbau etwas weniger stark. Für 2025 wird ein Anstieg des Baupreisindex um 2,3 % erwartet, 2026 um 2,2 %. Die Materialpreise dürften angesichts stabiler Rohstoffkosten nur moderat zulegen.

Trotz geplanter Sparmaßnahmen gelingt es der öffentlichen Hand nur teilweise, das Staatsdefizit zu senken. 2025 wird das gesamtstaatliche Defizit laut WIFO-Prognose zwar von 4,1 % auf 3,3 % des BIP zurückgehen, 2026 aber wieder leicht auf 3,5 % steigen. Hauptgrund dafür sind steigende Ausgaben in den Bereichen Pensionen, Gesundheit und Zinsen sowie neue Maßnahmen in Bildung, Gesundheit und Arbeitsmarkt. Auch Lohn- und Gehaltsabschlüsse im öffentlichen Dienst erhöhen den Druck auf das Budget. Auf der Ausgabenseite tragen die Abschaffung des Klimabonus, Kürzungen bei Förderungen und Einsparungen in Ministerien zur Konsolidierung bei. Auch Maßnahmen wie die Streichung der Bildungskarenz sollen ab 2025 spürbare Entlastungen bringen. Einnahmenseitig helfen unter anderem Sonderdividenden staatlicher Unternehmen, neue Abgaben und Steuermaßnahmen. Positiv wirkt auch die Rücknahme von Steuerbegünstigungen, etwa für Photovoltaikanlagen und Okostrombeiträge. Doch diese Effekte reichen nicht aus, um das EU-Defizitziel von 3 % dauerhaft zu unterschreiten.

Ein zusätzliches Risiko für das Budget stellt die Entwicklung bei Ländern und Gemeinden dar. Trotz zusätzlicher Mittel im Finanzausgleich ist unklar, ob diese angesichts der stark steigenden Kosten ihre Sparziele einhalten können.

Der private Konsum blieb trotz eines Anstiegs der verfügbaren Einkommen um 2,4 % im Jahr 2024 nahezu unverändert (+0,1 %) und konnte die Konjunktur – anders als in früheren Krisen – nicht stützen, auch nicht durch den anhaltenden Bevölkerungszuwachs.

Die Inflationsrate ist 2024 deutlich zurückgegangen: von 7,8 % im Vorjahr auf 2,9 % (laut Verbraucherpreisindex). Im vierten Quartal 2024 unterschritten die monatlichen Teuerungsraten sogar erstmals wieder die 2 %-Marke. Anfang 2025 kam es jedoch durch das Auslaufen der Strompreisbremse, höhere Netzentgelte und einen gestiegenen CO2-Preis erneut zu einem merklichen Preisanstieg, besonders im Energiebereich. Dadurch stieg die Inflation im Januar und Februar 2025 wieder zeitweise über 3 %.

Die Arbeitslosenquote dürfte sich von 7,0 % auf 7,3 % im Jahr 2025 leicht erhöhen, bleibt aber im historischen Vergleich moderat. Mit der erwarteten konjunkturellen Erholung ab 2026 wird auch am Arbeitsmarkt wieder mit einer leichten Entspannung gerechnet (7,1 %).

Die österreichische Wirtschaft bleibt auch 2025 unter Druck. Für das Gesamtjahr wird ein erneuter Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,3% erwartet. Industrie, Investitionen außerhalb des Bauwesens sowie der private Konsum entwickeln sich verhalten. Belastet wird die Konjunktur durch hohe Unsicherheiten, zurückhaltende Exportnachfrage – etwa infolge angekündigter US-Zölle – sowie die angespannte Haushaltslage im öffentlichen Sektor.

In diesem herausfordernden Umfeld zeichnet sich in der Bauwirtschaft nach Jahren rückläufiger Entwicklung eine erste Trendwende ab. Für 2025 wird eine Seitwärtsbewegung (+0,5%) erwartet. Besonders der Wohnbau profitiert von verbesserten Rahmenbedingungen: Die Wohnbauinitiative der Bundesregierung, sinkende Zinsen seit Mitte 2024 und die geplante Aufhebung der KIM-Verordnung im zweiten Halbjahr 2025 erleichtern den Zugang zu Wohnbaufinanzierungen. Nach einem starken Rückgang 2024 steigen die Zahl der Immobilientransaktionen und Neuvergaben von Hypothekarkrediten seit Anfang 2025 wieder an. Diese Impulse dürften ab der zweiten Jahreshälfte 2025 eine Belebung der Bauaktivitäten auslösen – zunächst vorrangig im Wohnbau. Im gewerblichen Hochbau bleibt die Entwicklung hingegen rückläufig, und auch im Tiefbau bestehen Unsicherheiten, insbesondere aufgrund eingeschränkter öffentlicher Investitionsspielräume. Mittelfristig wird der Bauwirtschaft eine tragende Rolle bei der wirtschaftlichen Erholung zugeschrieben. Für 2026 wird ein Wachstum von 1,6 %, für 2027 von 0,9 % erwartet. Damit entwickelt sich die Branche zu einem Stabilitätsanker der heimischen Konjunktur.

1.3 Geschäftsverlauf

Eine Gesamtleistung von 241,1 Mio. € im Berichtszeitraum (Vorjahr: 273,7 Mio €) entspricht einem Rückgang um 11,9 %.

Die Gesamtleistung des Geschäftsbereiches Tunnel- und Schachtbau belief sich im Berichtszeitraum auf 107,2 Mio. €. Die gesamte Leistung wurde im Inland erbracht. Als wichtigste Bauvorhaben mit dem größten Leistungsanteil sind dabei der Tunnel Vierzehn (S10) und die Beteiligungen an der ARGE U2/22 x U5/2, der ARGE A10 Ofenauer Hiefler Tunnel, der ARGE Wiental Kanal WSKE West, und der ARGE Rohbaustollen Angath zu erwähnen.

Der Geschäftsbereich Hochbau und konstruktiver Betonbau erwirtschaftete einen Umsatz von 116,9 Mio. €, wovon 101 Mio. € auf den Bereich Wien entfielen, der Rest auf den Bereich Steiermark.

Größtes Bauvorhaben im Bereich Steiermark ist der Neubau Headquarter Komptech.

Im Bereich Wien errichtet OSTU-STETTIN unter anderem die Wohnhausanlagen Brockhausengasse BT Nord+Süd und Gundackergasse, die Schulen Leystraße und Hadersdorf und das Wirtschaftsgebäude Arsenal. Die wichtigsten ARGE-Beteiligungen bestehen am Projekt Schneewittchen und der BAFEP21.

Die Sparte Stahl- und Schalwagenbau erwirtschaftete im Wirtschaftsjahr einen Umsatz von 13,7 Mio €. Die in der Abteilung konstruierten und gefertigten fahrbaren Tunnelschalwagen, sowie das spezielle Knowhow im optimalen Einsatz dieser Geräte verkaufen sich im In- und Ausland. Die Abteilung fertigt darüber hinaus auch Anlagen für Schachtausführungen, deren Gesamtkonzeption ÖSTU-STETTIN verstärkt anbietet.

Der Auftragsstand ist für alle Geschäftsbereiche wie bereits in den Vorjahren sehr zufriedenstellend und beläuft sich zum Ende des Geschäftsjahres 2024/2025 auf 373,6 Mio €.

Er verteilt sich wie folgt: 197,6 Mio. € Tunnel- und Schachtbau, 160,7 Mio. € Hochbau und konstruktiver Betonbau, sowie 14,3 Mio. € für den Stahl/Schalwagenbau.

1.4 Zweigniederlassungen

Neben der Zentrale in Leoben bestehen in Osterreich Zweigniederlassungen in Wien und Graz. Darüber hinaus bestehen registrierte Niederlassungen in Australien und Norwegen.

1.5 Ertragslage und Eigenkapitalentwicklung

Das abgelaufene Geschäftsjahr ist für die ÖSTU-STETTIN Hoch- und Tiefbau GmbH erfreulich verlaufen. Das Ergebnis vor Steuern beläuft sich auf 5,7 Mio €.

Die Eigenmittelquote ist trotz erheblicher Ausschüttung nur geringfügig von 35,46 % auf 34,9 % zurückgegangen.

1.6 Investitionen und Finanzen

Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2024/2025 Investitionen in Höhe von 8,9 Mio. € vorgenommen. Dabei wurde auf Leasing gänzlich verzichtet. Neben den laufend erforderlichen Neuinvestitionen aufgrund des hohen Geräteeinsatzes, vor allem im Geschäftsbereich Tunnelbau, wurde im Wirtschaftsjahr auch der Standort in Leoben weiter ausgebaut.

Die Liquiditätssituation der Gesellschaft ist trotz hoher Investitionen aus dem Cash-Flow, Steuerzahlungen aus den überdurchschnittlichen Ergebnissen der Vorjahre und Ausschüttung nach wie vor gut. Dabei beträgt der Cash-Flow aus der Betriebstätigkeit -2,8 Mio € (Vorjahr: 22,5 Mio €), der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit -8,7 Mio € (Vorjahr: -8,2 Mio €) und der Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit -10 Mio € (Vorjahr: -2,5 Mio €).

Die Bilanz zum 31. März 2025 weist ein Bankguthaben in Höhe von 35,5 Mio. € aus (Vorjahr: 57 Mio €). Mangels verzinslichen Fremdkapitals liegt eine negative Nettoverschuldung in Höhe des Bankguthabens vor.

2. Risikobericht

2.1. Allgemeines

Aus dem Auftragsstand bestehen die üblichen Risiken in der Abwicklung der einzelnen Projekte. Die Risiken aus der Abwicklung von Projekten sind entsprechend vorsichtiger kaufmännischer Einschätzung bewertet.

Drohende Verluste und sonstige Risiken wurden für Eigenprojekte, als auch für Beteiligungen bei Argen entsprechend bilanziell vorgesehen.

Zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichtes sind keine weiteren Risiken mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erkennbar.

2.2 Finanzinstrumente, Finanzierung, Finanzlage

Die Wahrscheinlichkeit von Forderungsverlusten ist relativ gering, da vorwiegend für öffentliche bzw. bonitätsstarke Auftraggeber geleistet wird. Wir führen konsequent Bonitätsüberprüfungen bei Neukunden sowie Bestandskunden durch. Entspricht die Bonität nicht den gestellten Anforderungen, werden Geschäfte nur auf Basis einer ausreichenden Besicherung (Vorauszahlung, Bankgarantien, etc.) abgeschlossen. Überfällige und strittige Forderungen wurden wertberichtigt. Eine Ausfallversicherung wird nicht in Anspruch genommen.

Zum Bilanzstichtag besteht nur ein geringes Währungsrisiko, da Forderungen und Verbindlichkeiten fast ausschließlich Euro betreffen.

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, fällige Verbindlichkeiten nicht fristgerecht begleichen zu können. Auf Grund des sehr hohen Bestands an Barmitteln besteht diesbezüglich kein nennenswertes Risiko.

Mangels Bankkrediten besteht kein nennenswertes Zinsänderungsrisiko.

3. Prognose, Entwicklung des Unternehmens

3.1. Bauleistung, Ergebnis

Vor dem Hintergrund der sehr zufriedenstellenden Auftragslage sieht die Geschäftsführung von OSTU-STETTIN zuversichtlich in das kommende Jahr, selbst wenn die Nachfragesituation noch einige Zeit schwierig bleibt.

Die Gesamtbauleistung wird im kommenden Wirtschaftsjahr über 280 Mio € liegen.

In Osterreich sind wir zuversichtlich, einige weitere Aufträge aus den Ausschreibungen im Hochbau und Infrastrukturbereich zu erlangen. vorhandenen

Daneben wird weiterhin ein besonderer Fokus auf die Bearbeitung von Spezialleistungen auf nicht-deutschsprachigen Märkten gelegt werden.

Auch für das kommende Wirtschaftsjahr ist mit einem überdurchschnittlichen Ergebnis zu rechnen, wenn auch nicht auf dem Niveau der beiden vorangegangenen Ausnahmejahre.

3.2 Mitarbeiter

Die Belegschaft von OSTU-STETTIN besteht im Kern aus qualifizierten und motivierten Mitarbeitern mit einer langjährigen Firmenzugehörigkeit. In allen Bereichen und Abteilungen wird auf laufende Weiterbildung Wert gelegt. Systematische Mitarbeitergespräche und Schulungsprogramme werden kontinuierlich durchgeführt.

Im Durchschnitt des abgelaufenen Geschäftsjahres waren bei OSTU-STETTIN 444 (im Vorjahr 425) Mitarbeiter beschäftigt.

4. Forschung und Entwicklung

Innovation und Optimierung der Bauabläufe sind ständig gefordert, um Projekte technisch und wirtschaftlich optimal abzuwickeln.

Es werden daher in Zusammenarbeit mit der Montanuniversität Leoben gemeinsame Forschungsprojekte in den Bereichen Schalungsbau, Schachtbau und Maschinentechnik- Engineering betrieben.

Im Hochbau wird versucht, durch die Forcierung der Totalunternehmertätigkeit den Auftraggebern Gesamtleistungen anzubieten, deren Nachfrage immer größer wird. Auch diesbezüglich kann auf das professionelle Knowhow unserer erfahrenen Mitarbeiter zurückgegriffen werden.

5. Umwelt

Das Bewusstein um die Verantwortung gegenüber der Umwelt zählt zu den Leitbildern von ÖSTU-STETTIN und wird gelebt durch Anleitung aller Mitarbeiter:innen zu sorgfältigem Umgang mit Abfallstoffen und Ressourcen.

Die OSTU-STETTIN ist als Teil der HABAU-Unternehmensgruppe in eine übergeordnete Konzernstruktur eingebunden. Der Konzern unterliegt den Anforderungen der EU-Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (Corporate Sustainability Reporting Directive – CSRD), welche eine verpflichtende Berichterstattung zu Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen vorsieht.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts wurde die CSRD noch nicht in österreichisches nationales Recht umgesetzt. Zudem wurde durch die Omnibus Verordnung auf EU-Ebene die Frist zur verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattung für bestimmte Unternehmen und Unternehmensgruppen nach hinten verschoben.

Ungeachtet dessen hat sich die HABAU- Unternehmensgruppe dazu entschlossen, auf freiwilliger Basis einzelne Inhalte der künftigen Berichtspflicht zu veröffentlichen.

Gerade in der Bauwirtschaft spielen nachhaltige Prozesse und ressourcenschonendes Wirtschaften eine zentrale Rolle.

Diese freiwillige Offenlegung dient der frühzeitigen Vorbereitung auf die künftigen regulatorischen Anforderungen und unterstreicht das klare Bekenntnis der Unternehmensgruppe zu nachhaltigem und verantwortungsvollem Wirtschaften.

Die OSTU-STETTIN unterstützt aktiv durch die Erhebung relevanter Nachhaltigkeitsdaten, die Umsetzung interner Nachhaltigkeitsmaßnahmen auf Projektebene und die Mitwirkung an der Ausarbeitung einer konzernweiten Nachhaltigkeitsstrategie und -zielen. Damit trägt die OSTU- STETTIN konkret dazu bei, die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Bauaktivitäten messbar zu machen und kontinuierlich zu verbessern.

Leoben, am 7. Juli 2025

Die Geschäftsführung

Mag. Ing. Robert Hitschmann

rald Pacher

Mag. Dietmar Herbrich

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