Inhaltsverzeichnis
DES
SAATBAU LINZ KONZERNS 2025
In Anwendung des § 267 Abs. 4 UGB iVm § 251 Abs. 3 UGB werden der Konzernlagebericht und der Lagebericht der SAATBAU LINZ eGen zusammengefasst.
8 Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage 8.1 Rahmenbedingungen der Saatbau Gruppe
8.1.1 Das volkswirtschaftliche Umfeld in Österreich
Das Wirtschaftsjahr 2025 war geprägt von Handelskonflikten, schwankendem Wachstum, hartnäckiger Inflation und steigender Staatverschuldung in vielen Regionen. Keines dieser Probleme hat sich mit dem Jahreswechsel in Luft aufgelöst. Die Weltwirtschaft habe sich zwar als widerstandsfähig erwiesen, bleibe aber anfällig, heißt es seitens der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Man erwartet, dass sich das weltweite Wachstum von 3,2% im Jahr 2025 auf 2,9% im Jahr 2026 leicht abschwächen wird.
Im Euro-Raum verhält sich die Konjunktur mit einer erwarteten Expansion von 1,4% in 2025 robust und zeigt sich in den Folgejahren moderat steigend. Die europäische Exportwirtschaft gerät aber zunehmend durch den Wettbewerb mit China unter Druck, deren Regierung auf die Förderung von Hochtechnologie setzt. China exportiert vermehrt Produkte mit höherem Technologiegehalt und drängt damit in klassische Marktsegmente etablierter Volkswirtschaften. Dies setzt auch österreichischen Unternehmen, direkt oder indirekt über die Wertschöpfungsketten europäischer und vor allem deutscher Unternehmen, zu. Ferner belasten die US-Zollpolitik sowie der starke Euro die positive Entwicklung.
Im Euro-Raum erwies sich der Arbeitsmarkt als robust und verlangsamte sich die Inflation im Jahresverlauf 2025, anders als in Osterreich, deutlich auf rund 2%. Es wird für den Euro-Raum eine Steigerung der Wirtschaftsleistung von 1% (2026) bzw. 1,4% (2027) erwartet. Das Konjunkturwachstum bei Osterreichs wichtigstem Wirtschaftspartner Deutschland dürfte sich aufgrund des Fiskalpakets ebenfalls auf 1% (2026) bzw. 1,4% (2027) beschleunigen. Die Industrieschwäche in Deutschland hält jedoch an.
Der öffentliche Haushalt Osterreichs steht unter großem Konsolidierungszwang. Das gesamtstaatliche Defizit laut Maastricht-Definition liegt im Jahr 2025 bei 4,6% des BIP. Durch die nötigen (sub-)nationalen Budgetmaßnahmen soll sich der Finanzierungssaldo bis zum Jahr 2027 auf rund 4% verringern; die BIP-Schuldenquote wird daher weiter steigen und 2027 eine Höhe von 84,9 % erreichen.
Die in der zweiten Jahreshälfte 2025 beobachtete Konjunkturaufhellung der österreichischen Wirtschaft verfestigt sich voraussichtlich in den Jahren 2026 und 2027. Für die nächsten Jahre wird nach der längeren Rezession ein moderater Wachstumspfad von 1,2% (2026) sowie 1,4% (2027) erwartet. Die Stärke der Erholung wird maßgeblich von der Entwicklung der Inlandsnachfrage abhängen. Zum einen sollten die Effekte der Leitzinssenkungen positiv auf die Investitionsbereitschaft wirken, zum anderen sollte der Rückgang der Inflation zu einem Abflauen der Sparneigung beitragen und dem privaten Konsum etwas mehr Schwung verleihen. Der Arbeitsmarkt stagnierte 2025, wird aber ab 2026 wieder stärker wachsen, wodurch die Arbeitslosigkeit sinken sollte. Zurückzuführen ist dieser Trend unter anderem auf die demografische Entwicklung, welche zu einem Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung führt. Dies wird allerdings durch die steigende Erwerbsbeteiligung ausgeglichen, insbesondere aufgrund der schrittweisen Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters für Frauen sowie der Reform der Korridorpension ab 2026. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition liegt 2025 bei 7,4% (Dezember 2025: 435.000 Menschen als arbeitslos oder in Schulung beim AMS gemeldet) und verringert sich kontinuierlich in den Folgejahren auf 7,3% (2026) bzw. 7,0% (2027).
8.1.2 Die wirtschaftliche Situation in der Region und das Konkurrenzumfeld für die Genossenschaft1
Die wirtschaftliche Situation der österreichischen Landwirtschaft
Im Jahr 2025 zeigt sich die österreichische Landwirtschaft in einem wirtschaftlich angespannten, aber insgesamt stabilen, bis leicht positiven Gesamtbild. Die Einkommen der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe stiegen bereits 2024 um 4,5 % auf 40.024 € je Betrieb – nach einem Rückgang 2023. Diese Erholung wirkt 2025 stabilisierend.
Die strukturellen Herausforderungen bleiben unverändert hoch, aufgrund weiter sinkender Betriebszahlen, Wetterextremen und volatilen Märkten. Diese Bedingungen prägen insbesondere den Ackerbau und erschweren die Planungssicherheit und erhöhen den wirtschaftlichen Druck auf die Betriebe.
Produktionswert und Marktbedingungen
Der geschätzte Produktionswert der Land- und Forstwirtschaft in Österreich wird 2025 auf Basis der amtlichen landwirtschaftlichen Gesamtrechnung mit 11 Mrd. € beziffert.
Die Marktbedingungen des Jahres 2025 bleiben für die österreichische Landwirtschaft deutlich von Unsicherheiten geprägt. Die internationalen Agrarmärkte zeigen eine anhaltend volatile Entwicklung, die vor allem durch geopolitische Spannungen, den anhaltenden Ukraine-Krieg, steigende Energiepreise und zunehmende Wetterextreme beeinflusst wird. Ergänzend dazu verstärken handelspolitische Unsicherheiten, wie die Diskussionen rund um das Mercosur-Abkommen sowie die laufenden Reformen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), den wirtschaftlichen Druck auf die landwirtschaftlichen Betriebe. Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich im EU-Binnenmarkt eine stabile bis leicht steigende Nachfrage nach Qualitätsgetreide und Saatgut.
Auswirkungen auf Industrie, Handel, Gewerbe, Landwirtschaft und unselbständig Erwerbstätige
Die Landwirtschaft wirkt weiterhin als wichtiger Wirtschaftsimpuls für Industrie, Handel und Gewerbe, wobei die moderat stabilisierten Einkommen eine gewisse Planungssicherheit bieten. Gleichzeitig setzt der anhaltende Kostendruck durch volatile Rohstoffpreise und internationale Konkurrenz alle vor- und nachgelagerten Branchen unter Druck. Der Handel profitiert von einer gesicherten Rohstoffversorgung, steht jedoch unter zunehmendem Zwang, Aspekte wie Herkunft, Qualität und regionale Wertschöpfung stärker zu berücksichtigen. Für die Landwirtschaft selbst bleiben trotz stabiler Förderungen der Strukturwandel, Arbeitskräftemangel und die steigenden betrieblichen Anforderungen als zentrale Herausforderungen bestehen. Unselbständig Erwerbstätige im ländlichen Raum profitieren zwar von vergleichsweise stabilen Beschäftigungsmöglichkeiten, sehen sich jedoch infolge konjunktureller Belastungen – insbesondere durch Preis- und Energiepreisanstiege – mit einer spürbar eingeschränkten Kaufkraft konfrontiert. Insgesamt agiert die SAATBAU Gruppe in einem Umfeld, das einerseits von stabilen agrarpolitischen Rahmenbedingungen geprägt ist, andererseits jedoch zunehmendem Wettbewerbsdruck sowie strukturellen Veränderungen
1 Quelle:
Grüner Bericht 2025 Bundesministerium Land-u. Forstwirtschaft
Statistik Austria, Landwirtschaftliche Gesamtrechnung auf nationaler Ebene – erste Vorschätzung per Jan. 2026 Marktinformationen Getreide und Olsaaten – Agrarmarkt Austria (AMA)
unterliegt. Vor diesem Hintergrund gewinnen Effizienz, regionale Verankerung und Anpassungsfähigkeit kontinuierlich an Bedeutung.
Arbeits platzsituation
Die Arbeitsplatzsituation in der österreichischen Landwirtschaft im Jahr 2025 ist von einem anhaltenden strukturellen Rückgang geprägt: Nur mehr rund 3,1 % aller Erwerbstätigen arbeiten im Agrarsektor, während die Zahl der Betriebe weiter sinkt und die durchschnittliche Betriebsgröße zunimmt. Gleichzeitig geht der erforderliche Arbeitseinsatz laut landwirtschaftlicher Gesamtrechnung stetig zurück — bedingt durch Mechanisierung, Digitalisierung und Rationalisierung –, was den Bedarf an Arbeitskräften weiter reduziert. Die Branche kämpft dennoch mit einem wachsenden Arbeitskräftemangel, da körperliche Belastung, vergleichsweise geringere Einkommen und eine alternde Betriebsführergeneration die Personalrekrutierung erschweren. Regionale Prognosen bestätigen diesen Trend und zeigen, dass die Beschäftigung im primären Sektor auch 2025 leicht rückläufig bleibt. Insgesamt bleibt die Landwirtschaft ein bedeutender, jedoch zunehmend spezialisierter Arbeitgeber, dessen Arbeitsplatzentwicklung stark durch Strukturwandel und Technisierung geprägt ist.
Entwicklung der Kaufkraft und Kaufkraftabflüsse
Die Kaufkraft in der österreichischen Landwirtschaft hat sich im Jahr 2025 deutlich verbessert. Ausschlaggebend dafür ist der starke reale Anstieg des landwirtschaftlichen Faktoreinkommens um mehr als 21 %, der vor allem durch höhere Produktionswerte bei moderat steigenden Kosten ermöglicht wurde. Gleichzeitig profitieren ländliche Regionen – und damit viele landwirtschaftliche Betriebe – von einer österreichweit steigenden realen Kaufkraft, da die Inflation sinkt und die Einkommen wieder spürbar zulegen. Insgesamt führt dies 2025 zu einer deutlichen Stärkung der finanziellen Spielräume landwirtschaftlicher Haushalte.
Entwicklung der Agrarproduktenpreise
Die Agrarproduktpreise zeigten 2025 ein volatiles, aber insgesamt differenziertes Bild: Während die internationale Weizenpreise aufgrund von Wetterkapriolen – vor allem in den USA – zeitweise deutlich anzogen, blieben die europäischen und österreichischen Weizenpreise über weite Strecken stabil. Gleichzeitig legten die Rapspreise spürbar zu, getragen von einer hohen Nachfrage und engeren globalen Marktverfügbarkeiten. Insgesamt führten diese Entwicklungen zu einem Marktumfeld, das von kurzfristigen Preisschwankungen, aber klaren Aufwärtstendenzen bei einzelnen Kulturen wie Raps geprägt war.
Änderungen bei den Mitbewerbern
Der österreichische Saatgutmarkt ist durch mehrere nationale und internationale Anbieter geprägt, darunter Probstdorfer Saatzucht, KWS, RAGT und Pioneer. Eine starke Wettbewerbsposition nimmt die RWA Raiffeisen Ware Austria AG mit der Marke „Die Saat" ein. Aufgrund der geringen Marktgröße und der starken Exportorientierung ist der Wettbewerb intensiv, wobei die Marktanteile der wesentlichen Anbieter im Geschäftsjahr 2025 weitgehend stabil geblieben sind.
8.1.3 Analyse der Klima- und Wetterbedingungen im Berichtsjahr sowie die Auswirkungen auf die Vermehrungstätigkeit 2
Produktion und Ernteentwicklung
Das Getreidejahr 2025 war geprägt von einer deutlichen Ertragssteigerung, getragen durch günstige Wachstumsbedingungen im Frühjahr. Die Getreideproduktion ohne Mais lag mit rund 2,9 Mio. t um 4,6 % über dem Vorjahr, blieb jedoch aufgrund anhaltend geringer Anbauflächen unter dem langjährigen Niveau. Einschließlich Mais wird die Gesamtproduktion mit etwa 5,25 Mio. t als gut durchschnittlich eingestuft, unterstützt durch eine deutliche Ausweitung der Körnermaisfläche und höhere Ertragserwartungen.
Witterungsverlauf und Vegetationsjahr
Trotz eines extrem nassen Septembers und Verzögerungen bei der Wintergetreideaussaat verlief das Vegetationsjahr insgesamt günstig. Ein milder Winter, regelmäßige Niederschläge ab März sowie wenige Hitzetage bis Juni führten zu dichter Bestockung, großen Ähren und hohen Kornerträgen. Lediglich späte Hitzeperioden führten lokal zu Einschränkungen. Nasse Bedingungen ab Mitte Juli verzögerten den Ernteverlauf und erhöhten das Risiko von Qualitätseinbußen auf spät geernteten Flächen.
Herbstkulturen
Mais, Sojabohnen und Sonnenblumen starteten mit langsamer Jugendentwicklung ins Jahr, entwickelten sich jedoch dank ausreichender Sommerniederschläge positiv. Die Maisblüte profitierte besonders vom feuchten Juli, weshalb höhere Erträge erzielt werden konnten.
Versorgungssicherheit und Mühlenwirtschaft
Die Weichweizenernte wird mit rund 1,53 Mio.t deutlich über dem Bedarf der heimischen Mühlen liegen. Auch Roggen, Hartweizen und Gerste können die nationale Versorgung vollständig abdecken. Die Verarbeitungskapazitäten der Mühlen wurden 2024/25 weiter ausgebaut; insbesondere Hartweizengrieß verzeichnete starke Produktionszuwächse. Die Mehlproduktion stieg um 6 %, wobei Weichweizen dominant bleibt.
² Quelle:
AMA Getreideernte 2025
https://www.ama.at/allgemein/presse/presse-2025
Außenhandel
Die Weizenexporte nahmen zu, wobei Italien weiterhin den wichtigsten Absatzmarkt bildet. Für 2025/26 wird mit Exporten von rund 1,8 Mio. t und Importen von etwa 2,7 Mio. t gerechnet, abhängig von Erntemengen und Marktpreisen.
Preis- und Kostenentwicklung
Die Getreidepreise befinden sich auf einem niedrigen Niveau, geprägt durch hohe weltweite Ernten und verstärkten internationalen Wettbewerb. Futter- und Qualitätsweizen verzeichneten deutliche Preisrückgänge. Gleichzeitig bleiben Düngemittelpreise trotz leichter Entspannung weiterhin überdurchschnittlich hoch, was die Produktionskosten belastet.
EU-Marktentwicklung
In der EU-27 wurde eine deutlich größere Getreideernte (+9 %), insbesondere durch höhere Erträge bei Weizen und Gerste, erreicht. Der Exportüberschuss steigt, der Importbedarf sinkt. Bei Olsaaten werden ebenfalls Produktionssteigerungen verzeichnet, während die Sojabohnenproduktion leicht rückläufig ist.
Weltmarkt
Global erreichte die Ernte 2025 Rekordwerte. Sowohl Weizen als auch Mais erreichten Höchststände. Der weltweite Verbrauch steigt jedoch ebenfalls, insbesondere in Fütterung, Lebensmittelindustrie und Bioenergie. Russland baut seine Rolle als wichtigster Weizenexporteur aus, während die Ukraine Marktanteile verliert. Der globale Markt bleibt volatil, weiterhin beeinflusst durch geopolitische Risiken und Unterbrechungen von Handelswegen.
8.1.4 Veränderung der Kulturartenverteilung in Österreich 3
| Veränderung | Veränderung | |||
|---|---|---|---|---|
| Kulturarten inkl. Bio Österreich | 2025 | 2024 in ha | in % | |
| Weichweizen | 241.790 | 238.335 | 3.456 | 1,45 |
| Wintergerste | 97.549 | 101.071 | -3.522 | -3,48 |
| Triticale | 47.539 | 50.589 | -3.049 | -6,03 |
| Roggen | 27.482 | 32.102 | -4.620 | -14,39 |
| Hartweizen | 24.961 | 26.278 | -1.317 | -5,01 |
| Sommergerste | 24.624 | 24.688 | -64 | -0,26 |
| Hafer | 20.635 | 17.428 | 3.207 | 18,4 |
| Sorghum / Hirse | 10.948 | 11.156 | -208 | -1,86 |
| Dinkel | 13.302 | 8.642 | 4.660 | 53,92 |
| Menggetreide | 8.435 | 8.988 | -553 | -6,15 |
| GETREIDE | 517.265 | 519.275 | -2.010 | -0,39 |
| Kömermais | 202.514 | 189.264 | 13.250 | 7,00 |
| Silomais | 90.838 | 87.692 | 3.145 | 3,59 |
| CCM | 10.365 | 10.401 | -36 | -0,35 |
| Saatmais | 10.219 | 8.782 | 1.437 | 16,36 |
| MAIS | 313.936 | 296.140. | 17.796 | 6,01 |
| Öl- u. Speisekürbis | 36.126 | 33.502 | 2.624 | 7,83 |
| Ölraps | 19.878 | 23.642 | -3.764 | -15,92 |
| Ölsonnenblume | 26.377 | 22.460 | 3.916 | 17,44 |
| Öllein | 1.238 | 1.303 | -65 | -4,97 |
| ÖLFRÜCHTE | 83.618 | 80.907 | 2.711 | 3,35 |
| Sojabohne | 85.652 | 87.683 | -2.030 | -2,32 |
| Ackerbohne | 19.878 | 23.642 | -3.764 | -15,92 |
| Könererbse | 6.233 | 7.110 | -877 | -12,33 |
| KÖRNERLEGUMINOSEN | 111.763 | 118.435 | -6.672 | -5,63 |
| ACKERFUTTERFLÄCHE | 134.273 | 130.187 | 4.085 | 3,14 |
| Zuckerrüben | 24.856 | 43.350 | -18.494 | -42,66 |
| Speisekartoffeln | 10.750 | 10.387 | 363 | 3,49 |
| Sträkeindustriekart. | 5.231 | 5.091 | 140 | 2,75 |
| Speiseindustriekart. | 3.810 | 3.591 | 219 | 6,10 |
| Frühkartoffeln | 1.080 | 954 | 126 | 13,26 |
| HACKFRÜCHTE | 45.726 | 63.372 | -17.646 | -27,84 |
| Grünbrache | 85.806 | 88.213 | -2.407 | -2,73 |
| Sonstige Flächen | 2.234 | 1.919 | 315 | 16,42 |
| Feldgemüse Frischmarkt | 11.404 | 11.150 | 255 | 2,28 |
| Feldgemüse | 4.259 | 4.147 | 112 | 2,71 |
| Zuckermais | 1.246 | 1.042 | 204 | 19,57 |
| Kümmel | 594 | 609 | -15 | -2,48 |
| Div. Fläche | 105.543 | 107.079 | -1.536 | -1,43 |
| AGKERFLAGHE gesamt | 1,312,1241 | 1316,895 | 3214 | 025 |
AMA Flächenstatistik It. Mehrfachantrag 2025 – Stand per 9.6.2026
¹ Quellen:
https://marktinformation.ama.at/reports/flaechen
Saatbau Linz Konzern
Die Getreidefläche ohne Mais erreichte mit 517.265 ha ein Langzeittief, verursacht durch einen sehr nassen Herbst 2024. Weichweizen konnte seinen Flächenanteil leicht steigern (+3.456 ha) und bleibt die dominierende Kultur. Rückgänge gab es bei Wintergerste, Triticale, Roggen, Hart- u. Sommerweizen. Körnermais war der Hauptgewinner der Flächenverschiebungen (+13.250 ha) insbesondere bedingt durch höhere Marktpreise und eine angespannte globale Versorgungslage. Zuckerrüben verzeichneten den stärksten Rückgang (-18.494 ha) – ausgelöst durch Preisverfall und Schädlingsdruck. Auch bei Raps setzte sich der langjährige Flächenrückgang fort, während Sonnenblumen und Kürbisflächen ausgeweitet wurden. Bei Sojabohne reduzierte sich die Fläche um -2.030 ha.
| Veränderung in | ||||
|---|---|---|---|---|
| Kulturarten Bio Österreičh | 2025 | 2024 | Veränderung in ha | |
| Weichweizen | 42.737 | 41.249 | 1.488 | 3,61 |
| Triticale | 10.982 | 12.449 | -1.467 | -11,78 |
| Hafer | 10.414 | 8.263 | 2.151 | 26,03 |
| Roggen | 9.746 | 11.896 | -2.150 | -18,07 |
| Wintergerste | 9.629 | 10.660 | -1.031 | -9,67 |
| Dinkel | 8.842 | 6.387 | 2.455 | 38,44 |
| Menggetreide | 5.805 | 5.967 | -162 | -2,71 |
| Hartweizen | 2.806 | 3.351 | -545 | -16,26 |
| Sorghum / Hirse | 2.401 | 2.928 | -527 | -18 |
| Sommergerste | 2.202 | 2.640 | -438 | -16,59 |
| BIO - GETREIDE | 105.564 | 105.790 | -226 | -0,21 |
| Kömermais | 15.981 | 14.903 | 1.078 | 7,23 |
| Silomais | 3.580 | 3.300 | 280 | 8,48 |
| Saatmais | 1.225 | 1.022 | 203 | 19,86 |
| CCM | 30 | 23 | 7 | 30,43 |
| BIO - MAIS | 20.816 | 19.248 | 1.568 | 8,15 |
| Öl- u. Speisekürbis | 10.625 | 10.235 | 390 | 3,81 |
| Ölsonnenblume | 5.815 | 5.545 | 270 | 4,87 |
| Öllein | 783 | 911 | -128 | -14,05 |
| Ölraps | 235 | 199 | 36 | 18,09 |
| BIO- ÖLFRÜCHTE | 17.458 | 16.890 | 568 | 3,36 |
| Sojabohne | 30.861 | 34.146 | -3.285 | -9,62 |
| Ackerbohne | 5.799 | 6.073 | -274 | -4,51 |
| Könererbse | 3.426 | 3.996 | -570 | -14,26 |
| BIO - KÖRNERLEGUMINOSEN | 40.086 | 44.215 | -4.129 | -9,34 |
| BIO -ACKERFUTTERFLÄCHE | 50.210 | 46.818 | 3.392 | 7,25 |
| Zuckerrüben | 481 | 773 | -292 | -37,77 |
| Kartoffeln | 4.056 | 3.637 | 419 | 11,52 |
| BIO - HACKFRÜCHTE | 4.537 | 4.410 | 127 | 2,88 |
| BIO- DIV FLÄCHEN | 42.463 | 41.870 | 593 | 1,42 |
| BIO RACKERELAGHEN | ||||
| Gesamt | 281.134 | 279.241 | 1.893 | 0,68 |
Saatbau Linz Konzern
Die Bio-Ackerflächen erreichten mit 281.134 ha ein neues Rekordniveau. Zuwächse gab es vor allem bei Bio-Weichweizen, Bio-Hafer, Bio-Dinkel und Bio-Mais, während Bio-Tritical, Roggen und Bio-Wintergerste Flächenrückgänge verzeichneten. Bio-Sojabohne erreichte nach einem Rückgang von -3.285 ha eine Anbaufläche von 30.861 ha. 2025 wurden insgesamt 21,3 % der österreichischen Ackerflächen biologisch bewirtschaftet.
8.2 Organisation
8.2.1 Geschäftsführung und Mitarbeiter
Der Personalstand per Ultimo ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Er beträgt in den voll konsolidierten Gesellschaften 543 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Pro Kopf, ohne Saisonarbeiter) (2024: 532 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter).
Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist an dieser Stelle für die hohe Einsatzbereitschaft, für die Flexibilität und für die großartigen Leistungen, aber auch für das große Verständnis für Veränderungen besonders zu danken.
8.2.2 Forschung und Enwicklung
Kernkompetenz der SAATBAU LINZ eGen sind Züchtung und Entwicklung neuer Sorten diverser Kulturarten, die sich den neuen Gegebenheiten durch das sich wandelnde Klima anpassen und für Landwirte europaweit attraktiv bleiben. Das Sortenportfolio wird jährlich den Marktbedingungen angepasst und spiegelt die mittelfristige Entwicklungsstrategie wider.
In der SAATZUCHT DONAU werden insgesamt 7 verschiedene Kulturarten züchterisch bearbeitet: Sojabohne, Winterweizen, Wintergerste, Winterdurum, Sommerdurum, Wintertriticale und Winterdinkel. Darüber hinaus gibt es ein umfangreiches Screeningprogramm auch für jene Kulturarten, die nicht selbst gezüchtet werden.
Die Sortenzulassung ist Voraussetzung für den gewerblichen Vertrieb von Saatgut landwirtschaftlicher Pflanzenarten. Je nach Kulturart und Land erfolgt nach Anmeldung eine 2- bis 3-jährige Prüfung bevor eine Sorte zugelassen wird. Im Jahr 2025 wurden gesamt 239 Sortenanmeldungen verzeichnet.
Mit konzernweit 93 Anmeldungen liegt Mais deutlich vor allen anderen Kulturarten. An zweiter Stelle steht Winterweizen mit 36 Anmeldungen, gefolgt von Sojabohne mit 29 Anmeldungen. Sonnenblume und Winterkörnerraps stehen bei je 14 Anmeldungen im Berichtszeitraum. 85% der Sortenanmeldungen der Saatbau erfolgen innerhalb der EU. Zu den wichtigsten Anmeldeländern zählen Osterreich, Tschechien, Slowakei, Polen, Deutschland, Ungarn und Kroatien. Die weiteren 15% der Anmeldungen betreffen die Länder außerhalb der EU Kanada, Ukraine, Belarus, Kasachstan, Serbien, Georgien und Großbritannien. In diesen Ländern ist meist ein deutlicher Mehraufwand für die Anmeldetätigkeit notwendig.
Die Hauptzüchtungsstandorte befinden sich in Reichersberg (OO) und Probstdorf (NO). Die SAAT-ZUCHT DONAU arbeitet sehr konsequent an der Weiterentwicklung der Zuchtprogramme.
Das Jahr 2025 brachte überwiegend gute Versuchsergebnisse in den amtlichen Sortenprüfungen. 23 Sorten (davon 12 Eigenzüchtungen) wurden im Jahr 2025 in die österreichische Sortenliste eingetragen
Im Berichtszeitraum konnten für den Vertrieb der SAATBAU LINZ über alle Kulturen hinweg, mehr als 40 Sorten national und international registriert werden. In Osterreich waren es 18 Sorten über alle Kulturen hinweg, die in die Sortenliste der AGES neu eingetragen wurden.
Saatmaiszüchtung
Das Jahr war witterungsbedingt anspruchsvoll: Wechselhafte Bedingungen erschwerten die Arbeit im Zuchtgarten, während Versuche im Süden und Südosten durch unterschiedliche Wetterverläufe und ungleichmäßige Aufgänge an Datenqualität verloren.
Technische Neuerungen steigerten die Effizienz in Aussaat und Aufbereitung sowie die Saatgutqualität.
Im Prüfjahr 2025 wurden zahlreiche Sorten in mehreren internationalen Märkten registriert, mit einem Schwerpunkt in der Slowakei sowie weiteren Erfolgen u. a. in der Ukraine, Österreich und Tschechien. Die breite geografische Verteilung unterstreicht die starke internationale Präsenz.
Saatzucht Donau
Das Jahr 2025 war das 25. vollständige Wirtschaftsjahr für die Saatzucht Donau Ges.m.b.H. & Co KG mit einer in Summe sehr positiven Geschäftsentwicklung.
Das Jahr 2025 brachte überwiegend gute Versuchsergebnisse in den amtlichen Sortenprüfungen. 23 Sorten (davon 12 Eigenzüchtungen) wurden im Jahr 2025 in die österreichische Sortenliste eingetragen. Auch in Ungarn, der Slowakei, Kroatien, Tschechien, Belarus, Georgien, Kasachstan, Deutschland, Frankreich, Polen, Kanada, Finnland, Kosovo und Ukraine konnten Sorten aus den Zuchtprogrammen der Saatzucht Donau Ges.m.b.H. & Co KG registriert werden. In Summe sind bereits mehr als 360 Sorten der Saatzucht Donau Ges.m.b.H. & Co KG in insgesamt 22 europäischen Ländern, der Türkei, Aserbaidschan, Kasachstan, Georgien und Kanada eingetragen.
Die Teilnahme an geförderten Forschungsprojekten stärkt sowohl die Innovationskraft als auch die finanzielle Basis des Unternehmens. Parallel wurde die Arbeit an klimafitten, stresstoleranten Sorten im Rahmen eines kooperativen Projekts mit Partnern erfolgreich fortgeführt und bis Ende 2026 gesichert.
Donau Saat
Die Züchtungsaktivitäten der DONAU SAAT SRL wurden im Jahr 2025 kontinuierlich weiter vorangetreiben und stellen einen integralen Bestandteil der konzernweiten Forschungs- und Entwicklungsstrategie der SAATBAU LINZ Gruppe dar. Die Züchtung fokussiert sich insbesondere auf die Entwicklung von Sonnenblumenhybriden.
Der Standort in Rumänien wurde aufgrund optimaler klimatischer Bedingungen für diese Kultur gezielt gewählt. Die Züchtung erfolgt im Rahmen der konzernweiten Innovationsstrategie, die auf die Entwicklung klimafitter, leistungsstarker Sorten ausgerichtet ist und damit den steigenden Anforderungen infolge des Klimawandels sowie regulatorischer Initiativen wie dem European Green Deal Rechnung trägt.
Die Aktivitäten der DONAU SAAT SRL ergänzen die weiteren Züchtungsschwerpunkte der Gruppe und leisten somit einen wesentlichen Beitrag zur Diversifikation und Wettbewerbsfähigkeit des Sortenportfolios.
8.2.3 Saatgutproduktion
Der Witterungsverlauf war 2025 durch deutlich erhöhte Niederschläge während der Vegetationsperiode in weiten Teilen Europas geprägt. Insbesondere der niederschlagsreiche Juli führte zu erheblichen Verzögerungen bei der Getreideernte, bei gleichzeitig nur geringen Qualitätseinbußen. In Südosteuropa stellten anhaltende Hitze und Trockenheit weiterhin die größte Herausforderung dar und erschwerten die Produktion zunehmend.
Ein geringer Krankheitsdruck in den Monaten Mai und Juni führte zu überdurchschnittlichen Getreideerträgen, die um 20 bis 40 % über dem Vorjahresniveau lagen, wodurch bereits frühzeitig Kapazitätsgrenzen bei der Lagerung erreicht wurden.
Leguminosen wie Erbse und Ackerbohne blieben deutlich unter den Erwartungen. Ein hoher Schädlingsdruck sowie Virusbefall infolge starken Blattlausaufkommens führten zu erheblichen Ertragsausfällen, insbesondere im Biobereich.
Die Sojabohne erzielte in Zentraleuropa erneut sehr gute Erträge bei zugleich hoher Qualität. In Trockengebieten trat ebenfalls verstärkt Blattlausdruck auf, verbunden mit einer zunehmenden Verbreitung des Sojabohnenmosaikvirus.
Die Saatmaiserträge lagen in Osterreich bei unveränderter Anbaufläche rund 30 % über dem Vorjahresniveau. Die Lagerkapazitäten, insbesondere an den Standorten Geinberg und Linz, waren damit vollständig ausgelastet. Die Erntelogistik wurde weiter verbessert.
Die Sonnenblumenvermehrung in Ungarn und Serbien war durch herausfordernde Witterungsbedingungen geprägt. Die Basissaatgutproduktion wurde entsprechend neu ausgerichtet.
Die Entwicklung bei Zwischenfrüchten zeigte sich im In- und Ausland uneinheitlich und reichte von zufriedenstellenden bis hin zu enttäuschenden Ergebnissen. Zunehmende Probleme durch Schädlinge und Unkräuter, auch infolge klimatischer Veränderungen, wirkten sich zusätzlich belastend aus.
Eine wesentliche Herausforderung stellte erneut die hohe Sortenvielfalt dar. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 275 Sorten aus 50 Kulturarten auf in- und ausländischen Flächen vermehrt. Sommergetreide verliert zunehmend an Bedeutung, während Wintergetreide aufgrund stabilerer und verlässlicherer Erträge an Relevanz gewinnt, da die verfügbare Winterfeuchtigkeit besser genutzt werden kann.
Die Preise für agrarische Rohstoffe standen weiterhin unter Druck, während die Kosten für Betriebsmittel anstiegen. Trotz guter Erträge im Jahr 2025 bleiben witterungsbedingte Schwankungen ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor für die Zukunft. Die breite Aufstellung wirkt dabei stabilisierend.
8.2.4 Überblick über die Vertriebsorganisation
Tätigkeiten der Geschäftseinheit Österreich
Der Rückgang der Zuckerrübenanbaufläche in Osterreich um rund ein Drittel auf etwa 25.000 ha, führt zu einer deutlichen Flächenumverteilung. In Oberösterreich wurden die frei gewordenen Flächen verstärkt für Mais, Sojabohnen und Wintergetreide genutzt, eine Entwicklung, die sich bereits im Vorjahr abzeichnete. Auch regional unterschiedlich zeigte sich eine Anpassung der Fruchtfolgen: Im Weinviertel nahm der Anbau von Sonnenblumen und Getreide zu, während in den ertragsstärkeren Lagen Niederösterreichs und im Burgenland insbesondere der Sojaanbau ausgeweitet wurde.
Der Sojabohnenbereich wurde maßgeblich durch witterungsbedingte Einschränkungen in der Saatgutvermehrung des Vorjahres beeinflusst, was zu einer eingeschränkten Verfügbarkeit und einem verzögerten Bestellverhalten führte. Gleichzeitig wirkte sich die reduzierte Qualität im Nachbau unterstützend auf die Nachfrage nach zertifiziertem Saatgut aus. Die neu eingeführte Inokulationstechnologie „Turbosoy Injected“ etablierte sich erfolgreich am Markt, und der Absatz entwickelte sich insgesamt stabil.
Im Bereich Saatmais entwickelte sich der Markt insgesamt auf einem stabilen Niveau. Die Absatzentwicklung lag leicht über dem Vorjahr. Wachstumsimpulse ergaben sich insbesondere aus der Weiterentwicklung des Produktportfolios sowie der erfolgreichen Markteinführung neuer Genetik. Gleichzeitig konnten etablierte Sorten ihre starke Marktposition behaupten. Insgesamt stellt das bestehende Portfolio eine solide Grundlage dar. Im Geschäftsjahr 2025 zeigte sich im Bereich Wintergetreide insgesamt eine positive Entwicklung. Während Wintergerste und Winterweizen durch stabile bis steigende Absätze sowie eine zunehmende Bedeutung im Bio-Segment geprägt waren, wurde im Triticale-Bereich eine klare Fokussierung auf leistungsstarke Genetiken umgesetzt.
Tätigkeit der Geschäftseinheit Osteuropa
Die Tätigkeit in Osteuropa war weiterhin von herausfordernden Rahmenbedingungen geprägt. Trotz geopolitischer Unsicherheiten, regulatorischer Anforderungen sowie heterogener Marktgegebenheiten konnte insgesamt eine stabile Entwicklung erzielt werden. Maßgeblich hierfür war die enge und abgestimmte Zusammenarbeit zwischen dem zentralen Team in Österreich sowie den lokalen Einheiten und Vertriebspartnern in den jeweiligen Märkten.
Ukraine
Das Marktumfeld in der Ukraine war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin wesentlich durch die Auswirkungen des anhaltenden Krieges geprägt. Unter diesen Rahmenbedingungen gelang es der SAATBAU Probstorfer Ukraine LLC, eine stabile Geschäftsentwicklung sicherzustellen und ihre Marktposition weiter zu festigen. Wesentliche Erfolgsfaktoren waren eine konsequente Marktbearbeitung, ein breites Produktangebot sowie eine ausgeprägte Kundennähe.
Die Umsatzentwicklung zeigte sich trotz der schwierigen Rahmenbedingungen stabil und wird zunehmend durch lokale Produktionsaktivitäten unterstützt. In strategisch wichtigen Kulturen, insbesondere im Soja- und Wintergetreidesegment, konnte die Wettbewerbsposition deutlich
verbessert werden. Die kontinuierliche Präsenz im Markt sowie das gewachsene Vertrauen der landwirtschaftlichen Betriebe trugen zu einer weiteren Ausweitung der Marktpräsenz bei.
Belarus
Auch in Belarus setzte sich die positive Entwicklung fort. Die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern ist von hoher Identifikation mit der Marke SAATBAU, sowie einem ausgeprägten Teamgedanken geprägt. Organisatorische Weiterentwicklungen unterstreichen die langfristige Ausrichtung und die Bedeutung des Marktes innerhalb der Region.
Russland
Die Geschäftsentwicklung in Russland war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin durch anspruchsvolle regulatorische und operative Rahmenbedingungen geprägt. Die über 20 Jahre aufgebauten Strukturen sowie die vorhandene Marktkenntnis bilden dabei eine wesentliche Grundlage für die Geschäftstätigkeit. Die zunehmende Bedeutung der lokalen Produktion trägt dazu bei, Herausforderungen im Importgeschäff auszugleichen. Insgesamt erfordern die Aktivitäten vor Ort weiterhin ein hohes Maß an Flexibilität, Engagement und intensiver Marktbearbeitung.
Kasachstan
Kasachstan bestätigt seine Bedeutung als Zukunftsmarkt mit erheblichem Wachstumspotenzial. Durch steigende Aktivitäten im Bereich Mais und Olsaaten sowie ersten Lizenzgeschäften, konnte die positive Entwicklung weiter fortgesetzt werden.
Ein wesentlicher Meilenstein wurde im Berichtsjahr durch den Abschluss eines Joint Ventures mit einem lokal ansässigen Unternehmen gesetzt, wodurch die strategische Position im Markt nachhaltig gestärkt wurde.
Die Entwicklung ist Ausdruck der konsequenten Bearbeitung des Marktes, der großen verfügbaren Anbauflächen insbesondere für Mais und Sonnenblumen sowie eines steigenden Bedarfs an leistungsfähigem Saatgut.
Moldawien
In Moldawien konnte die Marktstellung deutlich ausgebaut werden. Maßgeblich dafür sind die enge Kundenbindung, fundierte Marktkenntnisse und eine zielgerichtete Sortenplatzierung. Die Entwicklung unterstreicht die Bedeutung kleinerer, aber dynamischer Märkte.
Georgien
Dieses Land verzeichnete nach einer schwächeren Vorperiode eine sukzessive Stabilisierung. Gemeinsam mit lokalen Partnern konnte der Vertrieb weiter gestärkt und schrittweise ausgebaut werden. Erste Impulse für zukünftige Geschäftsentwicklungen sind bereits erkennbar.
Tätigkeiten der Geschäftseinheit Europa West, Nord und Südost
Im Geschäftsjahr 2025 zeigte sich eine positive Absatzentwicklung insbesondere bei Sojabohnen, Getreide sowie Zwischenfrüchten. Demgegenüber waren bei Maissaatgut rückläufige Absatzzahlen zu verzeichnen, die im Wesentlichen auf geringere Erträge in weiten Teilen Europas zurückzuführen sind.
Westeuropa
Im Hauptmarkt Frankreich konnte im Geschäftsjahr 2025 eine weitgehend stabile Absatzentwicklung im Maissegment erzielt werden. Der Fokus der Saatbau France liegt weiterhin auf dem mittelfrühen Silomaissegment aus eigener Züchtung, wobei mittelfristig auch eine Positionierung im späteren Körnermaissegment angestrebt wird. Besonders positiv entwickelte sich der Absatz von Sojabohne, der vollständig auf eigener Genetik basiert.
Auch in den übrigen westeuropäischen Märkten, insbesondere in der Schweiz, Spanien, Portugal und Italien, konnten in den Segmenten Mais, Soja sowie Getreide insgesamt zufriedenstellende Absätze realisiert werden.
Nordeuropa
Deutschland stellte auch im Geschäftsjahr 2025 den wichtigsten Markt in Nordeuropa dar. Die Absatzentwicklung im Maissegment war leicht rückläufig im Vergleich zu den Vorjahren, was insbesondere auf einen Rückgang der Anbauflächen zurückzuführen ist. Der Vertrieb erfolgt über ausgewählte, verlässliche Partner und basiert ausschließlich auf eigener Genetik. Zur langfristigen Absicherung der Marktposition wurde zudem eine strategische Partnerschaft durch eine finanzielle Beteiligung an der Deutschen Saatgut GmbH eingegangen.
Großbritannien gewinnt zunehmend an Bedeutung und entwickelt sich zu einem vielversprechenden Wachstumsmarkt. Durch die erfolgreiche Registrierung sehr früher Maissorten konnte der Markteintritt weiter ausgebaut werden. Ergänzend tragen Zwischenfrüchte, Gräser und Kleearten wesentlich zur Geschäftsentwicklung in dieser Region bei.
Südosteuropa
Die anhaltenden Trockenperioden und Hitzeeinwirkungen der vergangenen Jahre wirkten sich weiterhin dämpfend auf die Ernteergebnisse und damit auch auf die Geschäftsentwicklung in der Region aus. Eine positive Ausnahme stellte SAATBAU HUNGARIA SRL dar, wo sowohl Umsatz als auch Ergebnis gesteigert werden konnten. Das lokale Team wurde in den letzten Jahren deutlich ausgebaut und konnte sich nach der organisatorischen Neuausrichtung rasch im Markt etablieren. Wachstumsimpulse kamen insbesondere aus den Bereichen Sojabohne und Getreide.
In Rumänien war das Geschäftsjahr 2025 von sehr schwierigen Rahmenbedingungen geprägt. Geringe Erträge in nahezu allen Kulturen führten zu einem deutlichen Rückgang der Kaufkraft auf Betriebsebene, was sich entsprechend negativ auf die Absatzentwicklung auswirkte. Zusätzlich wurden organisatorische Anpassungen im lokalen Team umgesetzt, um Effizienz und Vertriebsleistung nachhaltig zu stärken. Positiv hervorzuheben ist jedoch die
kontinuierliche Verbesserung der eigenen Sonnenblumengenetik, die perspektivisch eine Grundlage für zukünftiges Wachstum in diesem Segment bildet.
Tätigkeiten der Geschäftseinheit Europa Mitte
Herausfordernd zeigte sich der Maismarkt durch ein Überangebot an Maissaatgut auf den Märkten, bei gleichzeitig zurückhaltender Anbauentscheidung der Landwirte, was zu intensivem Wettbewerb führte. Trotzdem konnte die Absatzmenge im Maisbereich auf Vorjahresniveau gehalten werden, wenngleich die angestrebten Ziele nicht vollständig erreicht werden konnten. Positiv hervorzuheben ist die Entwicklung in Slowenien, wo eine deutliche Absatzsteigerung erzielt werden konnte.
Eine weitere Herausforderung betraf den Sojabereich aufgrund witterungsbedingter Qualitätsunsicherheiten in der Saatgutproduktion. Der Sojabereich entwickelte sich jedoch insgesamt sehr erfolgreich und stellte die wichtigste Kultur des Jahres dar.
Zwischenfrucht- sowie Grünlandmischungen entwickelten sich sehr positiv und sind insbesondere in Slowenien und der Slowakei bereits fest im Portfolio etabliert. Die hohe Qualität der Mischungen aus Österreich stärkt die Nachfrage.
Wintergetreide zeigte eine stabile bis leicht positive Entwicklung.
8.2.5 Finanzen und Controlling
Die Finanzorganisation wurde mit der Bestellung eines neuen Abteilungsleiters neu ausgerichtet. Ziel ist eine verstärkte Anbindung an operative Prozesse sowie eine effizientere Unterstützung der Wertschöpfung. Dabei wurde die Rolle des Finanzbereichs als strategischer Partner der Geschäftsführung weiter geschärft, um auf Basis transparenter und verlässlicher Finanzinformationen fundierte Unternehmensentscheidungen zu ermöglichen.
Parallel dazu wurden digitale Systeme weiter ausgebaut und der Bereich Finanzplanung und -analyse gezielt gestärkt, um Transparenz, Datenqualität und Steuerungsfähigkeit nachhaltig zu erhöhen. Durch die konsequente Weiterentwicklung der monetären Datenbasis und die Nutzung moderner Technologien wurde die Grundlage geschaffen, Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen und die Funktion des Finanzbereichs als unternehmerisches Frühwarnsystem weiter auszubauen.
Im Beteiligungsmanagement wurden bestehende Prozesse weiter gefestigt und das Verständnis der finanziellen Abläufe in den Tochtergesellschaften, unter anderem durch verstärkte Vor-Ort-Präsenz, weiter vertieft. Damit wurde die Rolle des Finanzbereichs als anerkannter Experte, Mitgestalter und verlässlicher Dienstleister innerhalb der Unternehmensgruppe weiter gestärkt. Die Weiterentwicklung im Bereich der Transferpreisdokumentation wurde vorangetrieben, um den gestiegenen regulatorischen Anforderungen Rechnung zu tragen und gleichzeitig einheitliche Standards sowie eine hohe Qualität der Finanzinformationen sicherzustellen.
Zudem wurden die Verantwortlichkeiten für Risikomanagement, Nachhaltigkeitsbericht und Energiemanagement gebündelt und weiterentwickelt, wodurch diese Bereiche gezielt gestärkt und strategisch ausgerichtet wurden. Dadurch konnte die Transparenz über wesentliche Unternehmensrisiken und Nachhaltigkeitsaspekte erhöht sowie die Fähigkeit zur vorausschauenden Unternehmenssteuerung weiter verbessert werden. Die kontinuierliche
Weiterentwicklung von Kompetenzen, Prozessen und Systemen unterstützt dabei das Ziel, die finanzielle Stabilität und langfristige Handlungsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig zu sichern.
8.2.6 IT Informationsmanagement
Ein modernes Business-Intelligence-System wurde implementiert, das die Integration und Auswertung unterschiedlicher Datenquellen ermöglicht und eine transparente, benutzerfreundliche Grundlage für fundierte, datenbasierte Entscheidungen schafft.
Die eCommerce-Plattform „www.sesam24.at“ ist in den Kernmärkten etabliert und wird von einem Großteil der Kunden für Bestellungen genutzt. Durch die verbesserte Bestellgenauigkeit konnten Rücklieferungen reduziert, sowie interne Prozesse deutlich effizienter gestaltet werden, wodurch sich der administrative Aufwand spürbar verringert hat.
Die Website www.saatbau.com wird weiter ausgebaut und um zusätzliche internationale Seiten ergänzt.
Die Nutzung und Anreicherung qualifizierter Daten, insbesondere aus der Feldproduktion, bildet eine wesentliche Grundlage für ein effizientes Produktmanagement sowie erweiterte Auswertungslogiken. Entsprechende Erweiterungen, unter anderem zur direkten Erfassung und Nutzung von Versuchsergebnissen, sind vorgesehen.
Die Produktionsstandorte werden durch einheitliche Prozesse und eine standardisierte digitale Infrastruktur weiter harmonisiert. Aufbauend auf der flächendeckenden Ausstattung sind zusätzliche Digitalisierungsschritte, wie die Einführung digitaler Signaturen, zur weiteren Effizienzsteigerung geplant.
Digitale Anwendungen im Bereich der Präzisionslandwirtschaft wurden in mehreren europäischen Märkten erfolgreich eingesetzt und auf zusätzliche Kulturen ausgeweitet. Ergänzend wurden durch den Einsatz von Drohnentechnologie neue Möglichkeiten der Datenerhebung geschaffen, insbesondere zur Bestandsentwicklung, Pflanzenanalyse und Ertragsbewertung, deren Auswertung modellbasiert erfolgt.
Die eingesetzten Systeme im Bereich der Züchtung wurden funktional erweitert, insbesondere durch den Ausbau der Versuchsverwaltung. Parallel dazu wurden Grundlagen für weiterführende Analyse- und Auswertungsmöglichkeiten geschaffen, um datenbasierte Entscheidungen zu unterstützen.
Im Rahmen technologischer Entwicklungen wurden mittels Drohnen- und kameragestützter Systeme Daten erhoben, um Problemunkräuter präzise zu identifizieren und standortgenau abzubilden.
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wurde in mehreren Bereichen weiter ausgebaut. Einen zentralen Meilenstein bildet die Einführung der internen Wissensplattform Hello Saatbau, mit integriertem KI-Assistenten, der den Zugang zu Informationen sowie den Onboarding-Prozess verbessert und perspektivisch auch als digitaler Beratungsassistent zum Einsatz kommen soll.
8.2.7 Marketing und Informationsmanagement
Im Rahmen des 75-jährigen Bestehens wurden im Geschäftsjahr 2025 gezielt Maßnahmen zur Stärkung der Marke und ihrer Sichtbarkeit umgesetzt. Ein neues gebündeltes Frühjahrs-
Saatgutprospekt, neue Imageunterlagen, ein geschärftes Markenprofil sowie verschiedene Videoformate trugen zur klaren Positionierung bei. Ergänzend sorgten breit angelegte Kommunikationsmaßnahmen und Aktionen mit starker Kundenbeteiligung für hohe Reichweite und festigten die Markenwahrnehmung nachhaltig.
Ergänzt durch leistungsstarke Sorten, intensiven Beratungsservice und digitale Angebote wie Webinare und Fachtagungen, sowie professionelle Social Media Auftritte, wurde die Marktposition weiter gefestigt.
8.2.8 Personalentwicklung, gesundheitliche Förderung, Weiterbildung
2025 stand ganz im Zeichen der Personalentwicklung und Gesundheitsförderung. In Kooperation mit dem WIFI Linz wurden zahlreiche Trainings angeboten.
Ein weiterer Schwerpunkt ist und bleibt die betriebliche Gesundheitsförderung: in diversen Gesundheitszirkeln wurden Maßnahmen zu Ergonomie, Kommunikation, Hitze/Kälte, Gesundheit und Onboarding entwickelt und teils bereits an den einzelnen Betriebsstandorten umgesetzt.
Die digitale Schulungsplattform „WiseUp“ wurde weiterentwickelt zur zentralen Schulungs- und Lernplattform. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Produktion werden mit geeigneter Arbeitskleidung ausgestattet, um Sicherheits- und Hygienestandards einzuhalten sowie ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten.
8.3 Geschäftsverlauf
8.3.1 Absatzgeschehen im Konzern
Die konsolidierten Umsatzerlöse der Unternehmensgruppe beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf MEUR 261,5 und lagen damit geringfügig unter dem Vorjahreswert von MEUR 261,9 ( MEUR -0,4). Insgesamt zeigt sich ein stabiles Umsatzniveau, wenngleich sich innerhalb der operativen Geschäftsbereiche differenzierte Entwicklungen ergaben.
Der Saatgutbereich entwickelte sich positiv und steigerte die Umsatzerlöse auf MEUR 157,9 (Vorjahr: MEUR 155,1; MEUR +2,8). Wachstumstreiber waren insbesondere Olsaaten (MEUR +3,4) sowie Leguminosen (MEUR +2,5), während bei Mais (MEUR -2,8) und Sommergetreide (MEUR -1,5) Rückgänge zu verzeichnen waren. Regional zeigte sich sowohl bei den österreichischen Gesellschaften als auch bei den Saatgutunternehmen im Ausland eine stabile Entwicklung mit leichtem Wachstum, wobei die Zuwächse überwiegend im Inland erzielt wurden.
Der Bereich Lebens- und Futtermittel war hingegen von einer rückläufigen Entwicklung geprägt. Die Umsatzerlöse reduzierten sich auf MEUR 92,8 (Vorjahr: MEUR 97,3; MEUR - 4,5). Ursächlich waren insbesondere geringere Erlöse im konventionellen Inlandsgeschäft, die maßgeblich auf den Rückgang im Bereich Braugerste zurückzuführen sind, sowie rückläufige Umsätze im Biohandel in Deutschland. Diese Entwicklung reflektiert ein angespanntes Marktumfeld mit gedämpfter Nachfrage und erhöhtem Preisdruck. Positiv entwickelte sich hingegen das Gewürzgeschäft, das mit einem Umsatzanstieg von MEUR 2,3 einen gegenläufigen Beitrag leistete.
Die sonstigen Umsatzerlöse erhöhten sich auf MEUR 11,1 (Vorjahr: MEUR 9,8; +MEUR 1,3) und trugen damit zur Stabilisierung der Umsatzerlöse bei. Wachstumstreiber waren insbesondere sonstige Waren- und Produktionsleistungen sowie Beiz- und Lizenzgeschäfte, wobei diese Entwicklung insbesondere von den ausländischen Tochtergesellschaften geprägt war.
In der Gesamtbetrachtung konnten die positiven Entwicklungen im Saatgutbereich sowie bei den sonstigen Umsätzen die Rückgänge im Bereich Lebens- und Futtermittel weitgehend kompensieren.
8.3.2 Investitionen
Das Investitionsvolumen wurde im Jahr 2025 weiter reduziert. In Sachanlagen wurden Auszahlungen von MEUR 3,2 getätigt, nach MEUR 5,7 im Vorjahr. Die Investitionen konzentrierten sich dabei auf die Fertigstellung beziehungsweise Optimierung bestehender Produktions- und Infrastrukturprojekte.
Die Auszahlungen für Finanzanlagen und sonstige Finanzinvestitionen beliefen sich auf MEUR 5,6 (Vorjahr: MEUR 0,0). Wesentliche Investitionen betrafen die Aufstockung der Beteiligung an der MFG Deutsche Saatgut GmbH auf 26 % sowie den Erwerb von 65 % der Anteile an der AMT Austria GmbH.
8.3.3 Wirtschaftliche Lage der Konzernunternehmen
Die nachfolgenden Ausführungen basieren auf den HB II-Werten der jeweiligen Gesellschaften und damit auf den nicht konsolidierten Einzelabschlüssen. Die HB II-Werte basieren auf einer EUR-Umrechnung und Anpassungen zur Harmonisierung im Hinblick auf die konzernweit einheitlichen Rechnungslegungsrichtlinien.
Muttergesellschaft SAATBAU LINZ
Die Saatbau Linz eGen erzielte im Geschäftsjahr 2025 Umsatzerlöse von TEUR 121.368 nach TEUR 121.607 im Vorjahr (TEUR –239). Insgesamt zeigt sich eine stabile Umsatzentwicklung, wenngleich sich innerhalb der Produktgruppen unterschiedliche Entwicklungen ergaben.
Im Saatgutbereich konnten insbesondere Leguminosen (+TEUR 2.147) sowie Ölsaaten (+TEUR 1.311) zulegen, während vor allem Mais (TEUR –5.588) sowie Sommergetreide rückläufig waren. Die sonstigen Umsatzerlöse entwickelten sich hingegen positiv und erhöhten sich um +TEUR 1.083, insbesondere getragen durch Zuwächse bei Lizenzen und Beizleistungen.
Das Betriebsergebnis verbesserte sich auf TEUR 4.831 (Vorjahr: TEUR 4.236, +TEUR 596). Dies konnte trotz eines moderaten Anstiegs bei Personalaufwand und Abschreibungen erzielt werden.
Das Finanzergebnis entwickelte sich deutlich positiv, insbesondere infolge geringerer Zinsaufwendungen, wodurch sich das Ergebnis vor Steuern auf TEUR 3.892 (Vorjahr: TEUR 2.456, +TEUR 1.436) erhöhte.
Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf TEUR 3.534 (Vorjahr: TEUR 1.512, +TEUR 2.023). Insgesamt zeigt sich eine stabile Umsatzbasis bei gleichzeitig deutlich verbesserter Ergebnisentwicklung.
SAATBAU ERNTEGUT GmbH
Die Saatbau Erntegut GmbH erzielte im Geschäftsjahr 2025 Umsatzerlöse von TEUR 90.727 nach TEUR 93.100 im Vorjahr (TEUR –2.373). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem konventionellen Geschäft (TEUR –3.802) sowie dem Bereich Pöttelsdorf, während sich der Biohandel stabil entwickelte und das Gewürzgeschäft deutliche Zuwächse verzeichnete (+TEUR 2.166). Die sonstigen Umsatzerlöse waren ebenfalls rückläufig (TEUR –287) und verstärkten den Rückgang auf Gesamtumsatzebene.
Das Betriebsergebnis verringerte sich auf TEUR 3.058 (Vorjahr: TEUR 3.714, TEUR –656). Hauptursache war die rückläufige Umsatzentwicklung, die nur teilweise durch geringere sonstige betriebliche Aufwendungen kompensiert werden konnte.
Das Finanzergebnis verbesserte sich deutlich auf TEUR –2.233 (Vorjahr: TEUR –3.638, +TEUR 1.405), insbesondere infolge geringerer Zinsaufwendungen. Dadurch erhöhte sich das Ergebnis vor Steuern auf TEUR 825 (Vorjahr: TEUR 76, +TEUR 749).
Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf TEUR 632 (Vorjahr: TEUR 53, +TEUR 579).
Insgesamt zeigt sich eine rückläufige operative Entwicklung bei gleichzeitig deutlich verbesserter Ergebnislage aufgrund des positiven Finanzergebnisses.
SAATBAU CESKA REPUBLIKA
Die Saatbau Ceska republika s.r.o. erzielte im Geschäftsjahr 2025 Umsatzerlöse von TEUR 9.850 und lag damit nahezu auf Vorjahresniveau (TEUR 9.870; -0,2 %). Während insbesondere bei Leguminosen und Mais Zuwächse erzielt werden konnten, waren Rückgänge vor allem bei Ölsaaten (insbesondere Raps) sowie in den sonstigen Kulturen zu verzeichnen; auch Wintergetreide entwickelte sich leicht rückläufig.
Das Betriebsergebnis verringerte sich auf TEUR 359 (Vorjahr: TEUR 477; –24,8 %). Diese Entwicklung ist insbesondere auf einen Anstieg des Personalaufwands sowie auf geringere sonstige betriebliche Erträge zurückzuführen. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf TEUR 396 (Vorjahr: TEUR 524).
Insgesamt zeigt sich eine stabile Umsatzentwicklung bei rückläufiger Ertragslage, wobei die Ergebnisentwicklung primär kosten- und ertragsseitig bedingt ist.
SAATBAU SLOVENSKO
Die Saatbau Slovensko spol. s r.o. erzielte im Geschäftsjahr 2025 Umsatzerlöse von TEUR 9.514 nach TEUR 10.268 im Vorjahr (TEUR –754). Der Rückgang resultiert insbesondere aus geringeren Erlösen bei Wintergetreide, Sommergetreide und Ölsaaten, während Leguminosen Zuwächse verzeichneten.
Das Betriebsergebnis stieg auf TEUR 280 (Vorjahr: TEUR 164, +TEUR 116). Das Finanzergebnis verschlechterte sich auf TEUR –46 (Vorjahr: TEUR 21) und dämpfte den operativen Ergebnisanstieg.
Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf TEUR 110 (Vorjahr: TEUR 84, +TEUR 27).
Insgesamt zeigt sich eine rückläufige Umsatzentwicklung bei gleichzeitig verbesserter operativer Ertragskraft.
SAATBAU RUSSIA
Die OOO Saatbau RUS erzielte im Geschäftsjahr 2025 Umsatzerlöse von TEUR 13.169 nach TEUR 13.481 im Vorjahr (TEUR –313). Während der Saatgutbereich insgesamt leicht zulegte, insbesondere durch Olsaaten, wirkten Rückgänge bei Leguminosen, Mais und Sommergetreide sowie deutlich geringere sonstige Umsatzerlöse (–TEUR 509) belastend.
Das Betriebsergebnis verschlechterte sich deutlich auf TEUR –63 (Vorjahr: TEUR 695, TEUR –758), insbesondere infolge höherer sonstiger betrieblicher Aufwendungen und gestiegener Personalkosten.
Das Finanzergebnis verbesserte sich hingegen deutlich auf TEUR 375 (Vorjahr: TEUR 88, +TEUR 287) und kompensierte einen Großteil der operativen Ergebnisbelastung. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf TEUR 152 (Vorjahr: TEUR 601, TEUR –449).
Insgesamt zeigt sich eine leicht rückläufige Umsatz- und Rohertragsentwicklung bei gleichzeitig deutlich belasteter operativer Ertragslage, die durch ein verbessertes Finanzergebnis teilweise abgefedert wurde.
Allgemein kann gesagt werden, dass die von der EU gegenüber Russland verhängten Sanktionen die Geschäftsabwicklung erschwerten und der Saatgutverkauf dadurch nicht mehr uneingeschränkt möglich ist.
SAATBAU DEUTSCHLAND
Die Saatbau Deutschland GmbH erzielte im Geschäftsjahr 2025 Umsatzerlöse von TEUR 6.698 nach TEUR 8.574 im Vorjahr (TEUR –1.876). Die sonstigen Umsatzerlöse erhöhten sich hingegen deutlich (+TEUR 857), was im Wesentlichen auf einen Einmaleffekt aus einer Streitschlichtung (Vergleich) zurückzuführen ist.
Das Betriebsergebnis verbesserte sich deutlich auf TEUR 944 (Vorjahr: TEUR –1.219, +TEUR 2.163).
Das Finanzergebnis verbesserte sich auf TEUR –165 (Vorjahr: TEUR –518, +TEUR 353), insbesondere infolge eines deutlichen Bestandsabbaus und der damit verbundenen Reduktion des Zinsaufwands. In der Folge stieg das Ergebnis vor Steuern auf TEUR 779 (Vorjahr: TEUR –1.737, +TEUR 2.516).
Die Gesellschaft weist zum Bilanzstichtag weiterhin ein negatives Eigenkapital in Höhe von TEUR –565 aus (Vorjahr: TEUR -4.345). Die deutliche Verbesserung ist neben dem positiven Jahresergebnis auch auf die Umwandlung eines Gesellschafterdarlehens in Höhe von TEUR 3.000 in eine Kapitalrücklage zurückzuführen.
Der Eigentümer SAATBAU LINZ hält unverändert am Fortbestand der Gesellschaft fest und geht weiterhin von einer positiven Fortführungsprognose aus. Die eingeleiteten Maßnahmen – insbesondere der konsequente Abbau der Lagerbestände, eine angepasste Einkaufspolitik sowie der Ausbau der Absatzkanäle – wurden im Geschäftsjahr fortgeführt und zeigen positive Effekte.
Insgesamt zeigt sich ein deutlicher Turnaround der Ergebnis- und Eigenkapitalsituation bei rückläufiger Umsatzbasis, wobei die Verbesserung sowohl auf operative Maßnahmen als auch auf Einmaleffekte und strukturverbessernde Kapitalmaßnahmen zurückzuführen ist.
SAATBAU POLSKA
Die Umsatzerlöse reduzierten sich auf TEUR 23.697 (Vorjahr: TEUR 24.666, TEUR –968), was im Wesentlichen auf Rückgänge bei Mais sowie Getreide zurückzuführen ist, während Leguminosen und sonstige Kulturen teilweise gegenläufig wirkten.
Das Betriebsergebnis verringerte sich auf TEUR 3.783 (Vorjahr: TEUR 3.949, TEUR –166), insbesondere infolge höherer Personalaufwendungen (TEUR –244).
Das Finanzergebnis verbesserte sich auf TEUR –7 (Vorjahr: TEUR –92, +TEUR 85), vor allem durch geringere Zinsaufwendungen. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf TEUR 3.069 (Vorjahr: TEUR 3.111, TEUR –42).
Insgesamt zeigt sich eine stabile Ertragslage bei leicht rückläufiger Umsatzentwicklung.
SAATBAU FRANCE
Die Umsatzerlöse stiegen deutlich auf TEUR 9.521 (Vorjahr: TEUR 8.513, +TEUR 1.008), getragen insbesondere durch Zuwächse bei Mais, Leguminosen und Wintergetreide.
Das Betriebsergebnis verbesserte sich deutlich auf TEUR 181 (Vorjahr: TEUR –10, +TEUR 192), trotz gestiegener Personalaufwendungen (TEUR -244) und höherer sonstiger betrieblicher Aufwendungen.
Das Finanzergebnis verbesserte sich auf TEUR –60 (Vorjahr: TEUR –84, +TEUR 24). Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf TEUR 121 (Vorjahr: TEUR –95, +TEUR 216).
Insgesamt zeigt sich eine deutlich verbesserte Ertragslage bei gleichzeitig wachsender Umsatzbasis.
SAATBAU SERBIEN
Die Umsatzerlöse reduzierten sich deutlich auf TEUR 3.300 (Vorjahr: TEUR 4.461, TEUR – 1.161), im Wesentlichen bedingt durch einen starken Rückgang bei Mais (TEUR -1.805), der durch Zuwächse bei Ölsaaten und sonstigen Umsätzen nur teilweise kompensiert werden konnte.
Das Betriebsergebnis verbesserte sich dennoch auf TEUR –528 (Vorjahr: TEUR –744, +TEUR 217), insbesondere durch deutlich reduzierte sonstige betriebliche Aufwendungen (+TEUR 628), trotz höherer Personal- und Abschreibungsaufwendungen.
Das Finanzergebnis blieb mit TEUR –19 nahezu unverändert (Vorjahr: TEUR –18). Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf TEUR –547 (Vorjahr: TEUR –762, +TEUR 216).
Die Gesellschaft fungiert als Produktionsstandort für Saatgut und soll künftig verstärkt auch als Dienstleister im Bereich Aufbereitung für Lebens- und Futtermittel positioniert werden.
DONAU SAAT
Die Umsatzerlöse erhöhten sich auf TEUR 4.400 (Vorjahr: TEUR 4.121, +TEUR 280), getragen insbesondere durch Zuwächse bei Mais und Leguminosen, während sonstige Umsätze rückläufig waren.
Das Betriebsergebnis verschlechterte sich auf TEUR –1.571 (Vorjahr: TEUR –1.377, TEUR – 194), insbesondere bedingt durch höhere sonstige betriebliche Aufwendungen. Hintergrund sind weiterhin Anlaufverluste im Bereich der Sonnenblumenzüchtung, da das Züchtungsprogramm derzeit noch nicht vollständig durch Lizenzeinnahmen gedeckt werden kann.
Das Finanzergebnis blieb mit TEUR –3 (Vorjahr: TEUR –-4, +TEUR 1) nahezu unverändert. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf TEUR –1.574 (Vorjahr: TEUR –1.377, TEUR –198). Im Geschäftsjahr wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von TEUR 2.360 durch die beiden Gesellschafter durchgeführt (jeweils TEUR 1.180), wodurch das Eigenkapital deutlich gestärkt wurde.
Die Gesellschafter gehen vor dem Hintergrund der eingeleiteten Neuausrichtung im Vertrieb sowie der mittelfristig erwarteten Zulassung neuer Sorten aus dem Züchtungsprogramm weiterhin von dem mittelfristigen Erreichen des Turnarounds der Gesellschaft aus.
SAATZUCHT DONAU
Die Umsatzerlöse lagen mit TEUR 9.009 nahezu auf Vorjahresniveau (Vorjahr: TEUR 9.024, TEUR –15) und sind weiterhin maßgeblich durch Lizenzerlöse geprägt.
Das Betriebsergebnis verbesserte sich auf TEUR 3.306 (Vorjahr: TEUR 3.180, +TEUR 126), trotz eines Anstiegs beim Personalaufwand.
Das Finanzergebnis entwickelte sich positiv auf TEUR 0 (Vorjahr: TEUR –47, +TEUR 46). Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf TEUR 3.306 (Vorjahr: TEUR 3.133, +TEUR 173). Die Saatzucht Donau GmbH fungiert als Komplementär GmbH und wird aufgrund Unwesentlichkeit hier nicht separat kommentiert.
SAATBAU PROBSTDORFER UKRAINE
Die Umsatzerlöse reduzierten sich deutlich auf TEUR 4.259 (Vorjahr: TEUR 6.256, TEUR – 1.997), im Wesentlichen bedingt durch eine im Vorjahr abgewickelte Auftragsproduktion.
Das Betriebsergebnis verringerte sich auf TEUR –18 (Vorjahr: TEUR 24, TEUR –42), insbesondere infolge gestiegener Personalaufwendungen. Der Rückgang im Rohertrag wurde durch eine deutliche Reduktion der sonstigen betrieblichen Aufwendungen – insbesondere im Zusammenhang mit dem Wegfall der Auftragsproduktion — weitgehend kompensiert.
Das Finanzergebnis blieb mit TEUR 64 (Vorjahr: TEUR 64) unverändert. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf TEUR 32 (Vorjahr: TEUR 89, TEUR –57).
SAATBAU HAFENLOGISTIK
Die Umsatzerlöse reduzierten sich deutlich auf TEUR 1.126 (Vorjahr: TEUR 1.575, TEUR – 449), im Wesentlichen bedingt durch geringere Erlöse aus Lagerung und Trocknung.
Das Betriebsergebnis reduzierte sich auf TEUR 176 (Vorjahr: TEUR 519, TEUR –342), im Wesentlichen infolge des Umsatzrückgangs, der nur teilweise durch geringere Personal- und sonstige betriebliche Aufwendungen kompensiert werden konnte.
Das Finanzergebnis blieb mit TEUR –1 (Vorjahr: TEUR 3, TEUR –4) nahezu unverändert. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf TEUR 134 (Vorjahr: TEUR 413, TEUR –278).
Insgesamt zeigt sich eine deutlich rückläufige Umsatz- und Ergebnisentwicklung, insbesondere aufgrund der geringeren Auslastung.
SAATBAU SLOWENIEN
Die Umsatzerlöse stiegen auf TEUR 4.668 (Vorjahr: TEUR 4.264, +TEUR 405), getragen insbesondere durch Zuwächse bei Mais sowie Klee/Gräser, während Sommergetreide und Leguminosen rückläufig waren.
Das Betriebsergebnis blieb mit TEUR 22 (Vorjahr: TEUR 21, +TEUR 1) nahezu stabil, wobei gestiegene Personal- und sonstige betriebliche Aufwendungen durch die verbesserte Rohertragsentwicklung kompensiert wurden.
Saatbau Linz Konzern
Das Finanzergebnis verbesserte sich auf TEUR –1 (Vorjahr: TEUR –19, +TEUR 18). Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf TEUR 18 (Vorjahr: TEUR 2, +TEUR 16).
Insgesamt zeigt sich eine stabile Umsatz- und Ergebnisentwicklung.
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen
Nicht im Konzern konsolidiert sind u. a. folgende Tochterunternehmen:
• SAATBAU HUNGARIA • SEMENCES SAATBAU CANADA Inc. (gegründet im Herbst 2022) • AMT AUSTRIA GMBH (65% Akquisition im Sommer 2025) • SAATBAU GENETIK GMBH
8.4 Nachhaltigkeit
8.4.1 Beitrag zum aktiven Boden- und Klimaschutz
Die SAATBAU fördert nachhaltige Anbaumethoden, die den Boden schonen und die Biodiversität erhöhen. Dazu zählen Fruchtwechsel, Zwischenfruchtanbau, humuserhaltende Bodenbearbeitung sowie die kontinuierliche Steigerung des Anteils an biologischem Saatgut und Handelswaren.
Durch den Einsatz moderner Technologien in der Landwirtschaft, wie präzisionsgesteuerte und GPS-gestützte Aussaat, optimieren wir den Ressourceneinsatz. Die SAATBAU hat eigene Aussaatkarten entwickelt, die eine optimale, bodenbonitäts- und sortengesteuerte Saatmenge ermöglichen.
Es wird auf die Entwicklung und Verbreitung von Sorten, die besonders anpassungsfähig an klimatische Veränderungen sind, gesetzt. Ziel unserer innovativen Züchtungsprogramme ist es, Pflanzen zu entwickeln, die weniger Dünger und Pflanzenschutzmittel benötigen, wodurch die Treibhausgasemissionen verringert werden.
Im Rahmen von Fachvorträgen informieren wir Landwirte umfassend, um das Bewusstsein und Know-how für einen effizienten und ressourcenschonenden Pflanzenbau zu stärken sowie die Anwendung nachhaltiger Anbaumethoden zu fördern. Ein besonderer Fokus liegt auf dem bedarfsgerechten und umweltschonenden Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Ziel ist es, Erträge zu sichern, Treibhausgasemissionen kontinuierlich zu senken und negative Auswirkungen auf Boden, Wasser und Biodiversität zu minimieren.
Durch Investitionen in Forschung und Entwicklung verbessern wir Saatgutsorten, die nicht nur höhere Erträge ermöglichen, sondern auch resilienter gegenüber Klimaextremen sind. Eigenschaften wie verbessertes Wurzelwachstum oder optimierte Nährstoffnutzung tragen zusätzlich dazu bei, die Bodenstruktur zu stabilisieren, Humus aufzubauen und den Bedarf an Düngemitteln zu reduzieren. Auf diese Weise leistet modernes Saatgut einen wesentlichen Beitrag zur Lebensmittelsicherheit und zum Klimaschutz.
8.4.2 Nachhaltigkeitsmaßnahmen Umwelt
Im Rahmen des kontinuierlichen Engagements für Nachhaltigkeit und Umweltverantwortung wurden im letzten Geschäftsjahr mehrere bedeutende Maßnahmen umgesetzt, um unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und nachhaltige Praktiken in unseren Betriebsabläufen zu verankern.
Wasserverbrauch und Wasserentnahme
Die SAATBAU legt großen Wert auf einen minimalen Wasserverbrauch und eine reduzierte Wasserentnahme. In der Produktion setzen wir Wasser ressourcenschonend ein, unter anderem durch Trockenreinigungsverfahren und effiziente Produktionsanlagen. In der Feldproduktion nutzen wir bei Bedarf optimierte Bewässerungssysteme. Durch die Sammlung und Nutzung von Regenwasser zur Bewässerung der Anbauflächen reduzieren wir die Wasserentnahme und tragen dazu bei, potenziellen Wasserstress in der Region zu vermeiden.
Energieerzeugung
Die SAATBAU setzt konsequent auf Nachhaltigkeit in der Energiebereitstellung und hat in den letzten Jahren Photovoltaikanlagen an mehreren Standorten errichtet und zusätzlich einen stationären Stromspeicher integriert. Mit einer installierten Gesamtleistung von 2.443 kWp reduzieren wir zunehmend die Energieabhängigkeit sowie die anfallenden Scope 2- Emissionen. Der im Jahr 2025 erzeugte Sonnenstrom mit einer Gesamtmenge von 2.161 MWh wird vielseitig genutzt, unter anderem zur Kühlung von Lagerhallen, der Saatgutaufbereitung oder zum Betrieb von Elektrostaplern, und deckt in etwa 20% des unternehmensweiten Strombedarfs. Darüber hinaus werden an verschiedenen Standorten stationäre Batteriespeicher installiert, die dabei helfen sollen den Eigenverbrauchsanteil weiter zu optimieren und die zu den Hauptproduktionszeiten auftretenden Lastspitzen abzufedern.
Nachhaltige Bauweise
Die SAATBAU legt bei der Planung neuer Gebäude großen Wert auf eine nachhaltige Bauweise. Ein Beispiel hierfür sind die Hallenböden, die mit einer Betonaktivierung ausgestattet sind. Diese innovative Technik sorgt dafür, dass die gespeicherte Sonnenwärme effizient genutzt wird, was nicht nur die Heizkosten senkt, sondern auch den CO2-Ausstoß reduziert. Darüber hinaus trägt die Betonaktivierung zu einem angenehmen Raumklima bei und fördert die langfristige Haltbarkeit der Gebäude. Mit dieser Vorgehensweise setzt die Saatbau ein Zeichen für umweltbewusstes Bauen und nachhaltige Nutzung von Ressourcen.
Umstellung von Gas auf Nahwärme
Im Bestreben, den Anteil fossiler Brennstoffe als Energiequelle zunehmend zu verringern, wurde an einem unserer Standorte die Gastherme entfernt und durch ein nachhaltiges Heizsystem ersetzt. Das Gebäude ist nun an das regionale Nahwärmenetz einer Biogasanlage angeschlossen. Dadurch wird nicht nur die Nutzung erneuerbarer Energien in der Region gefördert, sondern auch die Energieeffizienz durch die modernisierte Heiztechnologie verbessert.
Elektrostapler
Diese ermöglichen es, an den Standorten Leonding, Pöttelsdorf, Kefermarkt und Geinberg fast zur Gänze auf Diesel zu verzichten. Intelligente Ladetechnologien und optimierte Wasseraufbereitung steigern die Nachhaltigkeit weiter. Mit 20 Ladestationen und Wechselbatterien bleibt die Verfügbarkeit der Stapler kontinuierlich gesichert. Die SAATBAU hat sich intensiv mit einer nachhaltigen Lösung beschäftigt und eine der modernsten Ladeinfrastrukturen für E-Stapler in Osterreich geschaffen.
Zusätzlich wurde ein modernes Wasseraufbereitungssystem implementiert, das deionisiertes Wasser für die Batterien bereitstellt. Dieses System erfüllt hohe Umweltstandards und schützt vor Korrosion.
E-Mobilität und Plug-in-Hybridfahrzeuge
Ein weiterer zentraler Aspekt unserer Nachhaltigkeitsstrategie ist die Modernisierung unserer Fahrzeugflotte. Wir stellen unsere Poolfahrzeuge sowie Firmendienstwagen so weit als möglich, auf E-Mobilität und Plug-in-Hybrid-Technologie um und stellen an verschiedenen Standorten die dafür benötigte Ladeinfrastruktur bereit. Elektrofahrzeuge verursachen bei intensiver Nutzung im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen deutlich weniger Emissionen und tragen dazu bei, unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Die Einführung von Elektrofahrzeugen wird schrittweise erweitert, um die Vorteile dieser Technologie voll auszuschöpfen.
Energieeffizienz
Neben eigener Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen und dem kontinuierlichen Umstieg auf Elektromobilität wurde zudem die Energieeffizienz als zentraler Bestandteil eines zukunftsorientierten Energiemanagements identifiziert. Ein wichtiger Beitrag zur Senkung unseres Energieverbrauchs und der damit verbundenen Treibhausgasemissionen ist die schrittweise Umrüstung unserer Beleuchtungssysteme auf moderne LED-Technologie. In den Lagerhallen unserer Standorte kommen verstärkt LED-Leuchten zum Einsatz, die nicht nur deutlich weniger Strom benötigen als herkömmliche Glühlampen, sondern dank ihrer langen Lebensdauer auch den Wartungsaufwand verringern und Ressourcen schonen.
Ein weiterer Baustein unserer Effizienzstrategie ist die kontinuierliche Optimierung technischer Prozesse. So werden zum Beispiel die Prozessluftleitungen regelmäßig auf Leckagen überprüft und bei Bedarf instandgesetzt. Diese proaktive Vorgehensweise stellt sicher, dass unnötige Energieverluste vermieden und die Effizienz der Anlagen zunehmend erhöht werden.
Nutzung von Abwärme zur Warmwasserbereitung
In unserer Niederlassung in Leonding setzen wir gezielt auf Wärmerückgewinnung. Die bei der Nutzung von Kompressoren entstehende Abwärme wird zur Warmwasseraufbereitung genutzt. Diese Maßnahme verbessert nicht nur die Energieeffizienz, sondern trägt auch spürbar zur Reduzierung unserer Umweltbelastungen bei.
Kreislaufwirtschaft
In unserem Unternehmen legen wir großen Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen und sind bestrebt, Nebenprodukte wiederaufzubereiten und Abfälle möglichst zu vermeiden. So wird beispielsweise Saatgut, das nicht unseren hohen Qualitätsstandards entspricht, zur Futtermittelherstellung verwendet. Anfallender Staub wird gefiltert und, wie weitere Abfälle aus der Produktaufbereitung, thermisch verwertet. Reinigungsausschuss geben wir direkt an die Landwirte zurück, die ihn als Dünger oder Futtermittel nutzen.
8.4.3 Nachhaltigkeitsmaßnahmen Soziales
Die SAATBAU legt großen Wert auf die soziale Nachhaltigkeit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter. Durch verschiedene Maßnahmen wird die Mitarbeiterzufriedenheit gefördert und eine ausgewogene Work-Life-Balance unterstützt.
Mitarbeiterzufriedenheit und Benefits
Zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit bieten wir individuelle Benefits wie Kindergeld und Jubiläumsgeld als Anerkennung für langjährige Unternehmenszugehörigkeit. Zudem unterstützen wir unsere Mitarbeiter durch finanzielle Zuschüsse für Kantinenessen, zusätzliche Feiertage durch den eigenen Kollektivvertrag sowie die Möglichkeit von Homeoffice inklusive einer Homeofficepauschale. Mit aktuell 96 verschiedenen Arbeitszeitmodellen berücksichtigen wir im Rahmen der betrieblichen Notwendigkeit die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter.
Sozialer Dialog und Unternehmenskultur
Regelmäßige Firmenveranstaltungen wie Weihnachtsfeiern, Erntedankfeste und Betriebsausflüge stärken den sozialen Zusammenhalt. Eine interne Mitarbeiterzeitung hält alle über Unternehmensentwicklungen und -aktivitäten auf dem Laufenden.
Gesundheitsförderung und Kantine
Unsere betriebseigene Kantine bietet täglich frisch zubereitete Gerichte, sowohl Fleisch- als auch vegetarische Optionen, sowie frisches Obst für die Mitarbeiter. Gesundheitsinitiativen wie Kerngesund, Raucherentwöhnung und Massagen für Mitarbeiter fördern die Gesundheit und das Wohlbefinden der Belegschaft.
Förderung von Vielfalt und Gleichberechtigung
Das Förderprogramm "FairPlus" unterstützt weibliche Mitarbeiterinnen und Nachwuchsführungskräfte. Bei der Besetzung von Führungspositionen oder in der Entlohnung von Mitarbeitern mit gleichem Qualifikationsniveau gibt es keine geschlechtsspezifischen Unterschiede. Die Belegschaft der SAATBAU Linz und SB Erntegut ist zudem durch eine hohe Vielfalt gekennzeichnet, mit Mitarbeitern aus etwa 20 verschiedenen Nationen.
Weiterbildungsangebote
Wir bieten ein umfangreiches internes und externes fachliches Weiterbildungsangebot, darunter Persönlichkeitsausbildungen, konzernweite Produkt-schulungen und Webinare zu Produkten und Anbau. Initiativen wie der Willkommenstag und die Wissensplattform WiseUp bieten Schulungen für interne und externe Teilnehmer.
Durch diese Maßnahmen schaffen wir ein Arbeitsumfeld, das die Zufriedenheit und das Engagement der Mitarbeiter fördert und gleichzeitig die soziale Nachhaltigkeit des Unternehmens stärkt.
8.4.4 Nachhaltigkeitsmaßnahmen Unternehmensführung
Code of Conduct
Zur Förderung verantwortungsvoller Geschäftspraktiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette wurde im Berichtszeitraum ein Code of Conduct für Lieferanten und Geschäftspartner eingeführt. Dieser Verhaltenskodex formuliert klare Erwartungen in Bezug auf ethisches Verhalten, die Einhaltung von Menschenrechten, Umweltstandards sowie Antikorruption und faire Geschäftspraktiken. Ziel ist es, eine gemeinsame Wertebasis zu schaffen und sicherzustellen, dass unsere Partner dieselben hohen Standards vertreten wie unser Unternehmen.
Compliance Richtlinie
Gleichzeitig wurde unternehmensintern eine umfassende Compliance-Richtlinie etabliert, die verbindliche Vorgaben für alle Mitarbeitenden und Führungskräfte beinhaltet. Sie regelt das korrekte Verhalten im Arbeitsalltag und trägt dazu bei, Verstöße gegen geltende Gesetze und interne Vorschriften, insbesondere in Bezug auf Datenschutz, Menschenrechte, Korruption, Bestechung sowie Interessenkonflikte frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Ein wesentlicher Bestanteil ist der Schutz von Hinweisgebern. Mitarbeitende können über eigens eingerichtete, vertrauliche Meldekanäle auch anonym mögliche Regelverstöße melden.
Nachhaltigkeits strategie
Zusätzlich zu den bereits umgesetzten Maßnahmen sind im Zuge der Entwicklung einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie zahlreiche weitere Initiativen in Planung und Umsetzung. Trotz der rechtlichen Unwägbarkeiten wurde mit dem Aufbau einer Nachhaltigkeitsberichterstattung begonnen, um das Thema Nachhaltigkeit noch stärker in den Fokus unseres unternehmerischen Tuns zu rücken. Mittels doppelter Wesentlichkeitsanalyse wurden die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft sowie die wesentlichen Chancen und Risiken aus der Outside-In-Perspektive analysiert.
Als SAATBAU sind wir uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und möchten mit unserer innovativen, umweltfreundlichen Positionierung einen wesentlichen Beitrag zur Etablierung einer nachhaltigen Landwirtschaft leisten.
9 Darstellung der Lage
9.1 Vermögenslage
Zum 31.12.2025 betrug die Bilanzsumme des SAATBAU Konzerns EUR 313.270.961 (Vorjahr MEUR 310,7 ). Das Anlagevermögen verringerte sich im Geschäftsjahr 2025 um MEUR -0,6 auf MEUR 99,8 (Vorjahr MEUR 100,4).
Das Umlaufvermögen erhöhte sich um rund MEUR 3,2 auf MEUR 212,3. Die Vorräte stiegen im Jahr 2025 um EUR 1,7 % auf MEUR 149,0 an.
Ebenso war ein geringfügiger Rückgang der Forderungen um EUR -0,4 % auf MEUR 47,6 festzustellen. Der diesbezügliche Vorjahreswert betrug MEUR 47,8.
9.2 Eigenkapital
Das erweiterte buchmäßige Eigenkapital des Konzerns (inklusive nicht rückzahlbarer Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln) verbesserte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um MEUR 8,3 und betrug zum 31.12.2025 MEUR 102,6. Die Eigenkapitalquote stieg daher auf 32,76% der Bilanzsumme (Vorjahr 30,34%)
Das Ziel des Unternehmens der vergangenen Jahre die Eigenkapitalquote einerseits durch weitere Gewinne, aber auch durch die Senkung der Bilanzsumme über die Senkung des Umlaufvermögens durch entsprechende Maßnahmen auf eine Quote über 30 % zu verbessern, konnte in 2024 erreicht und in 2025 weiter ausgebaut werden. Eine weitere Stärkung der Eigenkapitalbasis wird weiterhin angestrebt.
9.3 Fremdkapital
Im Konzernabschluss 2025 wurden an Positionen des Fremdkapitals MEUR 210,8 ausgewiesen (Vorjahr MEUR 216,4).
9.4 Ertragslage
Im Jahr 2025 erreichten die konsolidierten Konzernumsatzerlöse einen Wert von MEUR 261,5. Sie reduzierten sich damit im Vergleich zum Jahr 2024 um MEUR 0,4 oder 0,2%.
Der Rohertrag im Konzern erhöht sich geringfügig um MEUR 0,2 auf insgesamt MEUR 93,8 (Vorjahr MEUR 94,0).
Die gesamten Betriebsaufwendungen verringerten sich um MEUR 0,4 auf MEUR 85,0. Diese setzen sich zusammen aus:
• Personalaufwendungen mit MEUR 32,9 (+4,2 %) • Anlagenabschreibung mit MEUR 7,8 (+1,6 %) • übrige betriebliche Aufwendungen mit MEUR 44,4 (-3,9%)
Das Betriebsergebnis betrug MEUR 13,2 und steigerte sich gegenüber dem Vorjahr um MEUR 0,6.
Das Finanzergebnis verbesserte sich deutlich um MEUR 3,0 von MEUR -6,8 in 2024 auf MEUR -3,8 im Jahr 2025. Dies resultiert im Wesentlichen aus einem Rückgang des 3 Monats Euribor im Vergleich zum Jahr 2024.
Aufgrund der vorgenannten Entwicklungen, erhöhte sich das Ergebnis vor Steuern um MEUR 3,6 auf MEUR 9,4. In Relation zur Betriebsleistung entspricht dies einer EvS-Quote in Höhe von 3,58% (Vorjahr 2,20%).
Nach Abzug der Ertragssteuern, der Rücklagenbewegung, sowie dem Ausscheiden der auf andere Gesellschafter entfallenden Gewinnanteile, errechnet sich ein Konzerngewinn von MEUR 6,1 (Vorjahr MEUR 3,4).
9.5 Finanzlage
Auf Basis der AFRAC-Stellungnahme 36 gestaltet sich die Finanzlage wie folgt:
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Netto-Geldfluss aus betrieblicher Tätigkeit | 18.522.738,19 | 31.804 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | -5.467.446,22 | -4.468 |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -12.903.457,60 | -28.818 |
9.6 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Der Genossenschaftszweck und das Eigentümerinteresse ist die Saatgutproduktion in Osterreich. Die Feldanerkennungsfläche in Österreich für SAATBAU LINZ Sorten 2025 betrug 13.840 ha. Das sind rund 30 % der gesamtösterreichischen Vermehrungsflächend .
Dazu kamen knapp 15.670 ha Saatgutvermehrungen bei internationalen Tochterunternehmen sowie Vermehrungsflächen bei Partnerbetrieben in Europa.
4 Quelle: BAES Feldanerkennungsflächen
https://www.baes.qv. at/zulassung/saatqut/statistiken
10 RISIKOBERICHTERSTATTUNG
Dem SAATBAU Konzern ist es 2025 gelungen, seine Position und Marktanteile im Saatgutbereich in den für die SAATBAU wesentlichen Kulturen zu verteidigen. Die Einführung neuer Sorten konnte erfolgreich umgesetzt werden. Sowohl bei den Tochterunternehmen in Ost- und Mitteleuropa als auch bei den westeuropäischen Partnerbetrieben konnte die Marktposition weiterentwickelt werden.
Saatmais aus Eigenzüchtung und Eigenproduktion war 2025 wieder klarer Hauptumsatzträger der SAATBAU Gruppe. Als weiteres wichtiges Standbein konnte sich die Sojabohne über alle Länder hinweg erfolgreich etablieren. Zusätzlich hat sich die breite Aufstellung an Kulturen und Sorten im Vertrieb als stabiler Faktor bewährt.
Der Absatz von Getreidesaatgut konnte durch die breite Einführung neuer Sorten weiter erfolgreich erhöht werden. Die Breite unseres Portfolios ist ein wesentlicher Eckpfeiler unserer Risikostrategie. Die Erfolge aus der eigenen Forschung und Entwicklung in der Pflanzenzüchtung sind der Motor für weiteres Wachstum.
Die Zahlungsziele in Osteuropa liegen deutlich über jenen von Westeuropa und erfordern im Liquiditätsmanagement besondere Sorgfalt. Die Währungsunsicherheiten von Hrywna und Rubel erfordern auch künftig ein ständiges Augenmerk auf diesen Bereich. Aufgrund der weiter anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und den damit verbundenen beiderseitigen Sanktionen leiden weiterhin die Möglichkeiten der Waren- und Geldbewegungen von und nach Russland. Aufgrund neuer gesetzlicher Regelungen in Russland sind neue Sortenregistrierungen sowie Saatgutlieferungen von Osterreich bzw. aus allen EU-Staaten derzeit nicht mehr möglich. Ein Wachstum in Russland ist daher für die nächsten Jahre nicht möglich. Als Kompensation werden neue Absatzmärkte, insbesondere in Kasachstan, aufgebaut.
Aufgrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine konnte die SBP Ukraine das Umsatzvolumen des letzten Jahres nicht mehr erreichen, trotzdem konnte die Gesellschaft ein positives Ergebnis erzielen. Ein zentrales Augenmerk liegt darin, die wirtschaftliche Situation der Tochterfirmen zu stärken und die Voraussetzungen für weiteres Wachstum zu festigen.
Jährlich wird in internen Klausuren die Strategie überprüft und für die nächsten Geschäftsjahre weiterentwickelt. Marktveränderungen werden genau beobachtet, um rasch darauf reagieren zu können. Die Treffsicherheit in der Produktionsplanung wird neben der Jahresplanung auch durch eine Dreijahresplanung erhöht. Unser Planungstool namens „OptiPlan“ wird ständig ausgebaut und unterstützt die Planungsgenauigkeit. Eine Konzentration auf ein Hauptsortiment und ein Nebensortiment soll diese zusätzlich unterstützen.
Im Bereich der SAATBAU ERNTEGUT bleibt die Nachfrage nach hochwertigen Lebensmittelrohstoffen weiterhin verhalten. Die Mengenumsätze konnten 2025 nicht mehr an das Jahr 2024 anschließen. Die aktuellen Krisen führen weiterhin zu einer verhaltenen Nachfrage. Die Kosten konnten deutlich reduziert werden und damit das Ergebnis strukturell verbessert werden. Die wirtschaftliche Situation bleibt auch künftig herausfordernd.
Unvorhersehbare Risiken sind nach wie vor die weltweiten Witterungsumstände wie Auswinterungen, Trockenheit, Nässe, Schädlingsbefall etc. sowie krisenbedingte Währungsrisiken. Einige Kulturen, unter anderem Mais, stoßen in kontinentalen Klimagebieten in den Hochtemperaturmonaten an ihre genetischen Grenzen; dadurch wird es zu kontinuierlichen innereuropäischen Verschiebungen der Anbaugebiete einzelner Kulturen kommen.
Die Geschäftsfelder in den Bereichen Saatgut und Vertragslandwirtschaft werden ständig angepasst bzw. erweitert und damit auf breitere Beine gestellt. Die Volatilität der Preise enthält naturgemäß Risiken, denen mit strategischer Ein- und Verkaufspolitik zur Ernte inklusive Preisabsicherungsstrategien begegnet wird.
Der Krieg in der Ukraine und nun auch der Konflikt im Iran sowie die dadurch verursachten Verwerfungen an den Agrarmärkten bergen zusätzliche Risiken. Geopolitische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die für die SAATBAU relevanten Märkte werden laufend beobachtet. Damit einhergehende Auswirkungen auf die Zins- und Energiepreise werden unter Wahrung eines ausgewogenen Chancen-Risiken-Verhältnisses überwacht und gesteuert.
10.1 Branchenspezifische Risiken
Die Perspektiven im Pflanzenbau sind trotz volatiler Erzeugerpreise mittel- und langfristig positiv zu beurteilen. Die Planbarkeit der Geschäftstätigkeit ist durch die Rahmenbedingungen für die künftige EU-Agrarpolitik vorgegeben. Die Landwirte werden durch EU-Gelder und nationale Förderungen abgesichert. Die politischen Vorgaben der EU sowie laufende gesetzliche Einschränkungen beim Einsatz von Betriebsmitteln reduzieren hingegen die Wettbewerbsfähigkeit. Die Herausforderungen für den europäischen Ackerbau sind enorm. Die Branche konzentriert sich weiter und entwickelt zunehmend Hybride, mit denen das Volumen der Saatgutmärkte vergrößert wird, da der Nachbau abnimmt. Die Wertschöpfung pro Hektar für verkauftes Saatgut steigt durch die Hybridisierung im Getreide zusätzlich, allerdings ist der Marktanteil hier noch gering. Der Konkurrenzdruck nimmt durch die Konzentration der Saatgutanbieter sowie des Agrarhandels weiter zu.
Die SAATBAU LINZ rechnet jährlich mit mindestens 30 bis 40 Neuzulassungen von Sorten verschiedenster Kulturarten und ist somit kontinuierlich mit Neuheiten auf den Märkten vertreten.
Auf EU-Ebene wird die Zulassung neuer Züchtungsmethoden, sogenannter NGTs, diskutiert. Diese beinhalten sowohl Chancen als auch Risiken für die mittelständische Züchtung. Die damit verbundene Patentierbarkeit von Sorten und deren Eigenschaften birgt jedoch ein hohes Risiko, von einzelnen Patentinhabern abhängig zu werden.
Die SAATBAU ERNTEGUT sichert ihre Marktpräsenz durch Anbau- und Lieferverträge inklusive Preisabsicherungsstrategien. Das Währungsrisiko, speziell in den osteuropäischen Ländern, wird laufend beobachtet und — wenn erforderlich und möglich — durch fixe Wechselkurse abgesichert. Beim russischen Rubel sowie bei der ukrainischen Hrywna ist dies derzeit jedoch nicht möglich.
10.2 Risiken im Finanzbereich
Die finanziellen Risiken aus offenen Forderungen werden durch ein strukturiertes Debitorenmanagement laufend überwacht. Zur Deckung des Liquiditätsbedarfs, insbesondere im Rahmen der Ernte, werden externe Finanzierungsquellen herangezogen. Die SAATBAU verfügt über stabile Finanzierungsstrukturen mit ausgewogener Fristenverteilung. Zudem sind die Kreditlinien so dimensioniert, dass ein reibungsloser Geschäftsverlauf auch bei weiterem Umsatzwachstum sichergestellt werden kann.
10.3 Rechtliches Risiko
Es bestehen derzeit keine rechtlichen Verfahren, aus denen besondere Risiken entstehen könnten.
10.4 Gesamtrisiko
Im abgelaufenen Jahr konnten im SAATBAU Konzern keine bestandsgefährdenden Risiken identifiziert werden.
11 VORGÄNGE NACH JAHRABSCHLUSS, PLANUNG UND UNTERNEHMENSZIELE
Die Umsatzerlöse der SAATBAU LINZ eGen erhöhten sich im Frühjahr 2026 (bis Ende Mai) um rd 6%. Der wesentliche Treiber dafür liegt im Bereich Maissaatgut.
Die Warenerlöse der internationalen Tochterunternehmen im Saatgutbereich verringerten sich bis Ende April um rund 10%. Hinter dieser Entwicklung stehen im Wesentlichen gesunkene Verkaufspreise. Das Absatzvolumen ist in etwa stabil geblieben bei Veränderungen zwischen den Kulturarten.
Aufgrund der aktuellen Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten, erwarten wir ein rückläufiges Absatzgeschehen im kommenden Herbst, insbesondere bei Wintergetreidesaatgut.
Die Folgen der diversen Krisen treiben die Kosten der landwirtschaftlichen Produktion, wobei Dünger und Treibstoffe besonders betroffen sind. Zusätzlich liegen hohe unverkaufte Konsumgetreidemengen aus der Ernte 2025 auf den Lägern des Agrarhandels. Der Siloraum für die neue Ernte ist damit begrenzt und erhöht den Drück auf die Logistikkosten und die Preisgestaltung der Ernte 2026.
Das Anbauverhalten der Landwirte ist insgesamt volatiler geworden. Saatgutlieferungen nach Russland sind aufgrund von Importbeschränkungen inzwischen total zum Erliegen gekommen. Mehrmals im Jahr erfolgt die jährliche Planung und Ausrichtung des Unternehmens und die Vorstellung der Entwicklungsstrategien durch die Geschäftsführung gemeinsam mit einem breiten Führungsgremium. In den Strategiesitzungen der Tochterunternehmen und in den Klausuren für Marketing, Produktion und Vertrieb werden die Zielsetzungen vorgestellt.
Die Strategie des SAATBAU-Konzerns ist die Erweiterung und Intensivierung der Geschäftstätigkeit in Europa sowohl im Bereich des Saatgutes als auch im Bereich der Vertragslandwirtschaft.
Die Geschäftstätigkeit wird aufgrund vorhandener Genetik gesamteuropäisch entwickelt. Die Schwerpunkte werden sowohl in West- als auch in Osteuropa bei Partnern und insbesondere bei den Tochterunternehmen gelegt. Die Potenziale werden jährlich neu geprüft und Anpassungen kontinuierlich vorgenommen.
Die Grundlage dafür liegt in der Entwicklung eigener Genetik bei den wichtigsten Kulturarten Saatmais, Sojabohne, Getreide, Kürbis und Sonnenblume. Die Anstrengungen werden weiter ausgebaut und die Zusammenarbeit mit anderen Züchtern intensiv gepflegt.
12 Unterschriften
Leonding, 18.06.2026
Dir. Ing. Josef Fraundorfer
| f | |
|---|---|
| Geschäftsführer | |
Der Konzernlagebericht wurde im Sinne der Satzung am 18.06.2026 vom Vorstand behandelt und genehmigt:
| Mag. Josef AIGNER | ||||
|---|---|---|---|---|
| Obm | ||||
| Stefan STAUDIGL | ||||
| Obmarnstellvertreter | ||||
| Ludwig BIRSCHITZKY | Burlikely L. | |||
| Vorstandsmitglied | ||||
| O. Rel | ||||
| Mag. Alfred FÖDERMAYR | ||||
| Vorstandsmitglied | ||||
| Edeltraud HABERFELLNER | ha ha | |||
| Vorstandsmitglied | ||||
| Mag. (FH) Johannes Hiller-Jordan | Vorstandsmitglied | |||
Thomas LEITNER
Vorstandsmitglied
Margit LUGER langt Aug a Vorstandsmitglied
Kurt MAYR
Vorstandsmitglied
Karl PIFFL Vorstandsmitglied
DI Markus SCHÜLLER Vorstandsmitglied
| DI Michael TREIBLMEIER |
|---|
| Stefan WALCH |
Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied
DI Johannes WALDBURG-ZEIL ___/___ Vorstandsmitglied
Franz WEINZIERL San Deindik Vorstandsmitglied
DI Bernhard WINKLER Vorstandsmitglied