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Lagebericht 2025

Stadtwerke Mürzzuschlag Gesellschaft m.b.H.

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 07. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

L A G E B E R I C H T der Geschäftsführung der Stadtwerke Mürzzuschlag Ges.m.b.H. zum Jahresabschluss per 31.12.2025 zur Offenlegung gekürzt analog § 279 UGB

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

1.1

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Konjunkturindikator sank im März deutlich auf 1,3 Punkte

Mit dem Beginn des Iran-Kriegs hat sich die Konjunkturstimmung in Österreich deutlich eingetrübt. „Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator sank im März auf minus 1,3 Punkte, den niedrigsten Wert seit vier Monaten. Im ersten Quartal erreichte der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator durchschnittlich minus 0,8 Punkte. Das beste Ergebnis seit fast drei Jahren signalisiert eine Fortsetzung der Erholung der österreichischen Wirtschaft mit einem geringfügigen Anstieg des BIPs zu Jahresbeginn 2026. Allerdings spricht die Stimmungsverschlechterung im März für eine einsetzende Verlangsamung des Aufwärtstrends.

Die geopolitischen Unsicherheiten haben im März insbesondere die Stimmung unter den heimischen Konsumentinnen verschlechtert. Eine Inflationsbeschleunigung in Folge der bereits gestiegenen Treibstoffpreise und der damit drohende Kaufkraftverlust haben den Pessimismus der Verbraucher geschürt. Auch im Dienstleistungssektor haben sich die Geschäftsaussichten aufgrund der Rahmenbedingungen unter anderem für den Handel oder auch für den Tourismus eingetrübt. Dagegen haben am Bau und in der Industrie die Verunsicherungen angesichts einer verbesserten Auftragsentwicklung etwas abgenommen.

Während sich die Stimmung in der Industrie und am Bau trotz des Beginns des Iran-Kriegs leicht entspannt hat, verschlechterten sich im März die Aussichten im Dienstleistungssektor, zumal das Verbrauchervertrauen deutlich abnahm. Die Stimmung lag in allen Sektoren der heimischen Wirtschaft Ende des ersten Quartals 2026 im pessimistischen Bereich, zum Teil erheblich unter dem langjährigen Durchschnitt. Zudem war in allen Wirtschaftssektoren in Österreich die Stimmung schlechter als im Euroraum insgesamt, besonders deutlich war der Abstand in der Industrie. Aus heutiger Sicht kostet der Konflikt Österreich 0,5 Prozentpunkte Wachstum und rund 1,5 Prozentpunkte Inflation bis 2027.

https://www.bankaustria.at/wirtschaft-oesterreich-konjunkturindikator.jsp

Stand: April 2026

Herausforderungen wachsen mit der Dauer des Konflikts

Die Erholung der österreichischen Wirtschaft gerät durch den Nahostkonflikt in Gefahr. Der Iran-Krieg hat kein rasches Ende gefunden und wird wohl nach der angesetzten Waffenruhe weiter schwelen. Die Straße von Hormus wird nach Ansicht der Ökonomen der UniCredit Bank Austria zumindest bis zum Sommer geschlossen bleiben. Die Energieinfrastruktur in den Anrainerstaaten dürfte jedoch weitgehend unbeeinträchtigt bleiben. In der zweiten Jahreshälfte sollte sich eine allmähliche Beruhigung der Lage durchsetzen, wodurch sich der

Rohöltransport schrittweise normalisieren und die Preise zu sinken beginnen werden, allerdings werden sie 2026 nicht mehr das Vorkriegsniveau erreichen.

Durch den länger andauernden Iran-Krieg wird die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich etwas stärker beeinträchtigt werden als in unserer ad-hoc Analyse unmittelbar nach Ausbruch des Kriegs erwartet. Wir haben für 2026 unsere Wachstumsprognose erneut um ein Zehntelprozentpunkt auf 0,8 Prozent zurückgenommen und gehen für 2027 nur noch von einem BIP-Anstieg von 1,2 Prozent aus. Durch die Herausforderungen wird sich das Erholungstempo zwar verlangsamen, wir sind aber optimistisch, dass der Aufschwung nicht zum Stillstand kommt. Gebremst wird das Erholungstempo durch die geopolitischen Verunsicherungen sowie die hohe Inflation, die sich belastend für die Investitionstätigkeit sowie die Entwicklung des Konsums erweisen werden.

https://www.bankaustria.at/wirtschaft-oesterreich-konjunkturindikator.jsp

Stand: April 2026

Stabiler Arbeitsmarkt, aber vorerst keine Verbesserung

Die Konjunkturerholung ermöglichte in den vergangenen Monaten die Stabilisierung der Lage am Arbeitsmarkt. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote betrug im März 7,5 Prozent, wie schon seit Oktober des Vorjahres. Damit dürfte der Höhepunkt des laufenden Zyklus erreicht sein. Die Anzeichen für einen bald einsetzenden Verbesserungstrend haben sich jedoch verflüchtigt und mit den geringeren Wachstumserwartungen verschieben sich die Aussichten auf eine Trendwende auf das zweite Halbjahr.

Die Verlangsamung des Erholungstempos wird eine Entspannung der Lage am Arbeitsmarkt etwas verzögern. Falls der Iran-Konflikt in der ersten Jahreshälfte endet und eine schrittweise Normalisierung im Ölhandel und bei der Energiepreisentwicklung einsetzt, sollte die Arbeitslosenquote noch im Verlauf der zweiten Jahreshälfte zu sinken beginnen.

Im Jahresdurchschnitt 2025 stieg die Arbeitslosenquote auf 7,4 Prozent. Trotz der wirtschaftlichen Belastungen durch den Iran Krieg erwarten wir für 2026 eine Stabilisierung der Arbeitslosenquote bei 7,4 Prozent. Erst für 2027 gehen wir bei günstigeren konjunkturellen Rahmenbedingungen von einem Rückgang auf zumindest 7,3 Prozent aus, der durch einen nur verhaltenen Anstieg des Arbeitskräfteangebots unterstützt werden wird.

https://www.bankaustria.at/wirtschaft-oesterreich-konjunkturindikator.jsp Stand: April 2026

Höhere Inflation, aber unter Vorjahreswert von 3,6 Prozent

Angesichts des anhaltenden Nahostkonflikts rechnen wir mit höheren Energiepreisen für eine längere Zeitspanne als bisher angenommen. Wir gehen davon aus, dass erst im dritten Quartal 2026 die Preise von Erdöl und Gas von den aktuell hohen Niveaus von rund 100 USD pro Barrel bzw. 60 Euro pro MWh zu sinken beginnen werden. Ende 2026 werden die Energiepreise noch nicht auf das Ausgangsniveau von zu Beginn des Jahres zurückgegangen sein.

Der rasante Anstieg der Treibstoffpreise in Österreich als Folge der Verteuerung von Rohöl hat sich im März bereits in einer deutlichen Beschleunigung der Inflation auf knapp über 3 Prozent niedergeschlagen. In den kommenden Monaten wird der Aufwärtsdruck auf die

Preise stark bleiben, so dass in der zweiten Jahreshälfte Inflationswerte von rund 3,5 Prozent erwartet werden müssen.

Wir haben unsere Inflationsprognose für den Jahresdurchschnitt 2026 nach der ersten Anhebung von 1,9 Prozent auf 2,5 Prozent angesichts des länger anhaltenden Iran-Kriegs auf nunmehr 3 Prozent erhöht. Mit der längeren Konfliktdauer steigt die Wahrscheinlichkeit von Zweitrundeneffekten. Wir haben unsere Inflationsprognose für 2027 von 2,2 auf 2,6 Prozent erhöht.

https://www.bankaustria.at/wirtschaft-oesterreich-konjunkturindikator.jsp Stand: April 2026

EZB vor Zinsreaktion?

Da der Iran-Krieg bereits länger andauert und die Folgen der Blockade der Straße von Hormus auf die Inflation mittlerweile deutlich ausfallen, gehen wir davon aus, dass die Europäische Zentralbank zur Stabilisierung der Inflationserwartungen eine Anhebung der Leitzinsen vornehmen wird. Wir erwarten für Juni und September einen Anstieg des Einlagensatzes um jeweils 25 Basispunkte auf die obere Grenze des neutralen Bereichs. Im dritten Quartal 2027 könnte die EZB bei günstigem Verlauf jedoch eine Zinserhöhung wieder rückgängig machen.

https://www.bankaustria.at/wirtschaft-oesterreich-konjunkturindikator.jsp Stand: April 2026

Arbeitsmarktdaten des AMS

„Obgleich es schon eindeutige Anzeichen einer Konjunkturerholung gibt, steigt Ende April 2026 die Gesamtzahl der beim AMS als arbeitslos oder in Schulung vorgemerkten Personen um rund 6.000 bzw. 1,5% auf 398.000 Personen. Der gesamte Anstieg ist dabei weiblich, bei Frauen liegt das Plus bei rund 9.000 (+4,9%), bei Männern zeigt sich ein Rückgang um rund 3.000 Personen bzw. -1,6%. Erklären lässt sich dieser Unterschied mit einer völlig anderen Branchenentwicklung. Während der Bau rückläufige Arbeitslosenzahlen aufweist und auch die Industriearbeitslosigkeit sich weitestgehend stabilisiert hat, steigt die Arbeitslosigkeit im Handel und im Gesundheits- und Sozialwesen, also in zwei Bereichen, in denen überwiegend Frauen beschäftigt sind, noch deutlich", so AMS-Vorstandsvorsitzender Johannes Kopf.

https://www.ams.at/arbeitsmarktdaten-und-medien/arbeitsmarkt-daten-und-arbeitsmarktforschung/arbeitsmarktdaten#aktuelle-monatsdaten 001_uebersicht_aktuell

Entwicklung Durchschnittrendite für Bundesanleihen

Die umlaufgewichtete Durchschnittrendite für Bundesanleihen als Indikator für den Kapitalmarkt beträgt im Dezember 2025 2,870%. Im März 2025 waren es 2,773%.

https://www.oenb.at/isaweb/report.do?report=2.11.2

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
1.2Geschäftsverlauf
1.2.1Stromhandel, -erzeugung und -netzbetrieb
Aufgrund der geringen Eigenerzeugung müssen über 95% der Strommengen zugekauft wer-
den. Dies erfolgt über die Energy Services Handels- und Dienstleistungs GmbH, welche für
die Stadtwerke Mürzzuschlag GmbH an der Termin- und Spotmarkbörse Einkäufe tätigt, den
Zukauf von Überschussstrom aus PV-Anlagen und über die Abnahme der Erzeugungs-
menge aus Kleinwasserkraftwerken. Die starke Volatilität der Spotmarkpreise in Verbindung
mit der kaum planbaren PV-Überschussmenge ergibt ein hohes Risiko bezüglich der Kosten
für die Mengenabweichung und etwaige Kosten für Ausgleichsenergie.
Das ELWG wurde vor Weihnachten 2025 veröffentlicht und bringt erhebliche Belastungen
für den Stromhandel und den Netzbetrieb. Das gesetzlich verankerte Preisänderungsrecht
ist komplex und die konkrete Umsetzung ist nicht eindeutig definiert.
Zudem gibt es durch diverse OGH-Entscheidungen noch immer das Risiko für mögliche
Rückforderungen aus den Preisanpassungen seit 2022.
Der Anteil der Eigenversorgung der Kunden durch PV-Anlagen hat mittlerweile eine Größen-
ordnung erreicht, die sich spürbar negativ auf die verkauften Mengen auswirkt. Viele dieser
Anlagen werden mit Speichern nachgerüstet und neue Anlagen meist mit Speichern errich-
tet, was diesen Trend weiter verstärkt.
Die Eigenerzeugung aus Wasserkraft und PV-Anlagen im Rumpfjahr 2025 (April bis Dezem-
ber) GJ 2024/25 betrug rd. 1,3 GWh. Aufgrund des seit mehreren Jahren beobachtbaren
Rückgangs der Niederschläge, ist davon auszugehen, dass die Erzeugung aus den beiden
Kleinwasserkraftwerken weiter zurückgehen wird.
Im Stromnetz wird kontinuierlich reinvestiert und die Kapazitäten den Lastflüssen angepasst.
Derzeit bestehen keine zusätzlichen Rückspeisekapazitäten ins vorgelagerte Hochspan-
nungsnetz.
1.2.2Fernwärme
Der Wärmemengenverkauf ist trotz kontinuierlichem Netzausbau stabil. Die Preise für Hack-
gut und Gas sind gesunken.
Es wurde 2025 das Netz bis in die Marizeller Straße erweitert und zusätzliche Anschlüsse
errichtet.
1.2.3Energie- und Mobilitätsdienstleistungen
In dieser Sparte sind die PV-GEAs, E-Ladestationen, die Betriebstankstelle und Dienstleis-
tungen für EEGs zusammengefasst. Sowohl Umsatz als auch Ergebnis entwickeln sich po-
sitiv.
1.2.4Internet und Telekommunikation - MZNet
Über das Glasfasernetz der Stadtwerken Leoben werden seit 2025 die Telekommunikati-
onsdienste auch in Leoben angeboten. Der Glasfasernetzausbau in Spital, Mürzzuschlag
und Langenwang wird kontinuierlich durchgeführt und dies führt zu einem stetigen, leichten
Wachstum der Kundenanschlüsse.
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
1.2.5Fachhandel
Die notwendige Neustrukturierung des Fachhandels wurde abgeschlossen. Der Schwer-
punkt im Fachhandel liegt nunmehr auf dem Elektrogeräte- und E-Bike-Handel und den da-
mit verbundenen Dienstleistungen.
1.2.6Gebäudetechnik
Die Dienstleistungen werden unter dem Markennamen ET Habermann angeboten. Der
Standort wurde in die Mariazeller Straße 45c verlegt, um die organisatorischen Abläufe und
die Materialwirtschaft optimieren zu können. Die Filiale in Neunkirchen wird derzeit von
Mürzzuschlag aus betrieben.
Die WM-Kühlung Kälte- und Klimatechnik GmbH wird als eigenständige Gesellschaft geführt
und ist wirtschaftlich stabil.
1.2.7Gewerbeimmobilien (WGM)
Der Vermietungsgrad ist weiterhin sehr hoch und Umsatz und Ergebnis stabil.
1.2.8Bestattung
Die Anzahl der Geschäftsfälle und die betriebswirtschaftliche Situation sind plangemäß.
Die Feuerbestattung Pietät GmbH, an der das Unternehmen rd. 14% hält, entwickelt sich
plangemäß.
1.2.9Allgemeines
Der Bilanzstichtag wurde auf den 31.Dezember geändert, das Geschäftsjahr 2025 war daher
ein Rumpfwirtschaftsjahr mit 9 Monaten. Ein Vergleich mit dem vorherigen Geschäftsjahr ist
daher nur eingeschränkt möglich.
Die Rückstellungen für mögliche Rückzahlungen für die Strompreiserhöhungen wurden an
das aktuell erwartbare Risiko angepasst.
Die notwendigen Maßnahmen zur Erfüllung der NIS 2.0 Richtlinie wurden umgesetzt und die
Vorbereitungen für die Zertifizierung nach ISO 27001 abgeschlossen.
1.3Bericht über die Zweigniederlassungen
Neben dem Hauptstandort in Mürzzuschlag / Mariazeller Straße werden nachstehende
Filialen geführt:
• EP Elektrofachhandelsgeschäft in Mürzzuschlag / Wiener Straße
• Stützpunkt Elektroinstallation in Spital/Semmering
• Stützpunkt Elektroinstallation in Neuberg/Mürz
• Bestattung in Mürzzuschlag / Grazer Straße
• Filiale ET Neunkirchen in Neunkirchen
• ebock E-Bike Center in Mürzzuschlag / am Stadtplatz
• Elektrotechnik Habermann in Mürzzuschlag / Wiener Straße (wurde im Herbst 2025 an
den Standort Mariazeller Straße 45 c
übersiedelt)
Die Filialen werden als eigene Kostenstellen geführt, das Ergebnis in den jeweiligen Berei-
chen konsolidiert.

1.4 Finanzielle Leistungsindikatoren

1.4. Finanzielle Leistungsindikatoren

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
Werte in Tausend EUR
Kennzahlen zur Ertragslage
in Entsprechung KFS BW 3
Kennzahl2025 2024/25
1. Eigenkapitalrentabilität
Ergebnis vor Steuern1.345,376,5
durchschnittliches Eigenkapital inkl. EK-Anteil unverst. Rücklagen und Investitionszuschüsse10.882,810.651,2
= Eigenkapitalrentabilität12,36%0,72%
2. Gesamtkapitalrentabilität
Betriebsergebnis1.522,2378,9
durchschnittliches Gesamtkapital33.224,334.286,8
= Gesamtkapitalrentabilität4,58%1,11%
3. Mitarbeiterquote
Ergebnis vor Steuern1.345,376,5
Anzahl Mitarbeiter zum Bilanzstichtag89,0101,0
= Ergebnis je Mitarbeiter15,10,8

Werte in Tausend EUR

Finanzlage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 7
Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage
in Entsprechung KFS BW 3
Kennzahl20252024/25
Vermögenslage
1. Anlagenintensität
Anlagevermögen23.924,223.102,9
Gesamtvermögen32.792,033.656,6
= Anlagenintensität72,96%68,64%
2. Eigenkapitalquote
Eigenkapital inkl. Investitionszuschüsse (entsteuert)11.275,710.489,9
Endbestand Gesamtkapital32.792,033.656,6
= Eigenkapitalquote34,39%31,17%
1. Nettoverschuldung (Net Debt)
verzinsliches Fremdkapital12.303,313.450,4
- flüssige Mittel-4.674,2-4.185,2
= Nettoverschuldung7.629,09.265,2
2. Mobilitätsgrad (Working Capital Ratio)
kurzfristiges Umlaufvermögen8.768,510.373,8
kurzfristiges Fremdkapital5.298,56.812,8
= Mobilitätsgrad165,49%152,27%
3. Nettoverschuldungsgrad (Gearing)
Nettoverschuldung7.629,09.265,2
Eigenkapital inkl. EK-Anteil unversteuerter Rücklagen und Investitionszuschüsse11.275,710.489,9
= Nettoverschuldung67,66%88,33%

Werte in Tausend EUR

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
4. Cash Flow Kennzahlen
Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit3.59993.136,8
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit-2.393,1-2.145,8
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit-717,8-1.060,8
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes489,0-69,8
Anfangsbestand der Fondsmittel4.185,24.255,0
Endbestand der Fondsmittel4.674,24.185,2

Kennzahlen gemäß Unternehmensreorganisations-

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
gesetz (URG)
in Entsprechung §§ 23 und 24 URG
Kennzahl20252024/25
1. Eigenmittelquote
Eigenkapital11.006,210.189,1
Gesamtkapital (abzügl. v. d. Vorräten absetzbare Anzlg., IZ)31.998,033.148,5
= Eigenmittelquote34,40%30,74%

2. Schuldentilgungsdauer

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
Schulden – liquide Mittel15.959,818.414,1
Mittelüberschuss d. gewöhnlichen Geschäftstätigkeit1.742,61.133,4
= Schuldentilgungsdauer in Jahren9,1616,25

Die Vermutung für einen Reorganisationsbedarf besteht, wenn die Eigenmittelquote unter 8 % und die fiktive Schuldentilgungsdauer mehr als 15 Jahre beträgt. Auf Grund der vorliegenden Kennzahlen besteht keine Vermutung für einen Reorganisationsbedarf.

2 Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens

2.1 Bericht über die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens 2.1.1 Stromhandel

Die Umsetzung der Bestimmungen des neuen ElWG werden noch das ganze Jahr in An-

spruch nehmen. Obwohl es ein gesetzliches Preisänderungsrecht gibt, ist die konkrete Um-

setzung noch in Diskussion und ist derzeit auch keine Rechtssicherheit gegeben. Die ALB

sind auf die aktuelle Rechtslage anzupassen. Speziell der gestützte Preis (Sozialtarif) führt

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
zu finanziellen Mehrbelastungen für das Unternehmen.
Die aktuelle geopolitische Lage führt wieder zu Preissteigerungen an der Strombörse und
einer kaum abschätzbaren Entwicklung des Strommarktes.
2.1.2Stromverteilernetz
Das neue ElWG enthält zahlreiche Bestimmungen, die von den Netzbetreibern umzusetzen
sind. Diese Maßnahmen werden zu einem erheblichen Mehraufwand im Netzbetrieb führen.

2.1.3 Stromerzeugungsanlagen

Der Rückbau des KW Wiener Straße soll in Abstimmung mit den geplanten Hochwasser-

schutzmaßnahmen erfolgen. Dazu ist ein gemeinsames Projekt mit der Stadtgemeinde

Mürzzuschlag und dem Land Steiermark in Arbeit. Eine Umsetzung ist nach derzeitigem

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
Stand nicht vor 2027 realistisch.
Zur Steigerung der Eigenerzeugung ist die Errichtung der PV-Freiflächenanlage „Ebenacker“
in diesem Jahr geplant. Ebenso laufen die Vorprojektierungen für einen möglichen Windpark
in der Fröschnitz.
2.1.4Wärmeversorgung
In diesem Jahr ist der erste Teil der Erneuerung und Verstärkung der Fernwärmeleitung in
der Wiener Straße geplant. Ebenso ist eine Grobplanung für den Bau einer Wärmeversor-
gung in Hönigsberg in Arbeit.
Die an die aktuelle Rechtslage angepassten Wärmelieferungsverträge werden an alle Kun-
den versendet. Diese beinhalten die Senkung des Arbeitspreises und regeln die künftigen
Preisanpassungen entsprechend den aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen.
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
2.1.5Energiedienstleistungen
Auch künftig ist der Bau mehrerer PV-Gemeinschaftsanlagen geplant. Dienstleistungen für
Energiegemeinschaften sollen weiter forciert werden.
2.1.6Internet und Telekommunikation - MZNet
Ein Wachstum im bestehenden Netzgebiet ist mittlerweile nur mehr schwer möglich. Zudem
sind in den nächsten Jahren hohe Investitionen im Koax- und LWL-Netz erforderlich, um die
geforderten Bandbreiten und Dienstqualität sicherstellen zu können. Um dies wirtschaftlich
darstellen zu können, ist eine kontinuierliche Erweiterung des Netzgebietes notwendig.
Der Netzausausbau in Spital und Langenwang wird daher kontinuierlich verfolgt. Zudem
werden in einem Kooperationsprojekt die IKT-Dienste auch in der Stadt Leoben angeboten.

2.1.7 IT und Datenschutz

Eine Zertifizierung nach ISO 27000 wurde im Feber 2026 durchgeführt. Die Umsetzung von NIS 2.0 wird konsequent weiter durchgeführt.

2.1.8 Gebäudetechnik

Die Strategie sieht eine Fokussierung auf Gesamtlösungen im Bereich Gebäude- und Energietechnik vor, sowie einen kontinuierlichen Aufbau einer Vertriebsstruktur vor. Die soll zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Absicherung der Sparte führen. Der Umsatz der WM-Kühlung Kälte- und Klimatechnik GmbH entwickelt sich plangemäß und soll weiter ausgebaut werden.

2.1.9

Elektrogerätefachhandel und ebock

Die durchgeführte Neupositionierung soll in diesem Geschäftsjahr zu einer weiteren Ergebnisverbesserung führen.

2.1.10 Bestattung und Friedhof

Die Anzahl der Geschäftsfälle ist im Trend stabil. Die sinkende Anzahl eingelöster Grabstellen ist für die Friedhofsverwaltungen eine Herausforderung. Mit der Stadtgemeinde Mürzzuschlag wurde ein neues Betriebsführungsübereinkommen für den Friedhof Mürzzuschlag abgeschlossen. Dadurch ist es möglich eine Tarifanpassung umzusetzen, die einen kostendeckenden Betrieb des Friedhofes künftig gewährleisten soll.

2.1.11 Gewerbeimmobilien (WGM)

Das Objekt Wiener Straße 137 wurde verkauft. Mittelfristig solle der Verkauf weiterer nicht betriebsnotwendigen Objekte geprüft werden.

2.1.12 Allgemein

Die Einführung eine Qualitätsmanagement- und Umweltmanagementsystems für den Gesamtbetrieb ist in diesem Jahr geplant.

3.1 Risikobericht

3.1.1 Allgemein

Die Gesellschaft ist keinem Währungsrisiko ausgesetzt. Das Zinsniveau ist gesunken und wird vermutlich nicht wesentlich steigen, was die Wirtschaftlichkeit der fremdfinanzierten Projekte wieder verbessert.

Die Eindeckung mit elektrischer Energie basiert für Haushalts- und Kleingewerbekunden auf einer bewährten Beschaffungsstrategie, die Großkunden werden kurzfristig eingedeckt. Die über den Tag stark schwankenden Spotmarkpreise, und die nicht kalkulierbaren Ausgleichsenergiekosten machen den Stromhandel zu einem risikobehafteten Geschäft. Dies wird durch die relativ geringen gehandelten Strommengen nochmal verschärft, weil im Vergleich zu großen Mitbewerbern, relativ hohe Risikozuschläge je kWh eingepreist werden müssen.

Die Entscheidung des OGH zum Preisänderungsrecht gem. § 80 Abs. 2a ElWOG 2010 vom 28.3.2025, bedeutet möglichweise eine Rückzahlung der Strompreiserhöhungen seit September 2022.

Für die Beschaffung von Biomasse und Gas wurden mehrjährige Lieferverträge abgeschlossen. Es ist daher derzeit kein großes Risiko durch steigende Preise aufgrund der geopolitischen Lage zu erwarten.

Das Versicherungskonzept des Unternehmens wird laufenden evaluiert und angepasst.

Durch die hohen Energiepreise und die allgemein schlechte Wirtschaftslage steigt das Ausfallrisiko für offene Forderungen. Ein straffes Mahnwesen ist zur Risikominimierung unerlässlich.

3.1.2

Finanzinstrumente

Im Unternehmen werden ausschließlich originäre Finanzinstrumente verwendet, dazu zählen Finanzanlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten, Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

4

Forschung und Entwicklung

Derzeit ist das Unternehmen an mehreren FFG-Forschungsprojekten zum Thema stabiler und intelligenter Stromnetzbetrieb beteiligt. Dadurch kann notwendiges Know How aufgebaut werden, was ansonsten als kleiner Netzbetreiber schwer möglich wäre.

5

Personal- und Sozialbericht

5.1

Personalstand zum 31.12.2025

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 11
Strom- und Wärmeversorgung30
Internet, Kabel-TV und IT7 davon 1 Lehrling
Elektroinstallation + Habermann19 davon 2 Lehrlinge
Verkauf und Service9
Bestattung10
Gewerbeimmobilien2
Allgemeiner Bereich12
Gesamt89 davon 3 Lehrlinge

5.2

Lehrlingsausbildung

Zum Bilanzstichtag wurden in unserem Unternehmen zwei Lehrlinge als Elektrotechniker und ein Lehrling als Elektroniker ausgebildet.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 12
5.3Arbeitsmedizinische Betreuung und Arbeitssicherheit
Eine externe Arbeitsmedizinerin wurde für arbeitsmedizinische Aufgaben bestellt. Durch Sie
erfolgen routinemäßige Arbeitsplatzevaluierungen, Beratungsgespräche und Impfaktionen.
Um die immer umfangreicheren gesetzlichen Bestimmungen im Bereich des Arbeitnehmer-
schutzes erfüllen zu können, wird eine externe Sicherheitsfachkraft beschäftigt.
5.4Altersteilzeitregelungen
Zum Bilanzstichtag nahm kein Mitarbeiter eine Altersteilzeitregelung in Anspruch.
5.5Gehaltsregulierungen und Leistungslohnkomponenten
Im Zusammenhang mit persönlichen Ansuchen, Ansuchen durch den Betriebsrat und erfor-
derlichen Regulierungen wurden für 7 MitarbeiterInnen Lohn- bzw. Gehaltserhöhungen so-
wie Vorrückungen vorgenommen und für 5 MitarbeiterInnen Sonderprämien gewährt.
5.6Sozialleistungen
Traditionell werden Ehrungen für Mitarbeiter (abgeschlossene Ausbildung, Jubiläen, Pensi-
onierungen, Lehrling des Jahres) im Rahmen einer Abendveranstaltung durchgeführt. Zu-
sätzlich werden günstige Einkaufskonditionen angeboten.
5.7Mitarbeitergespräche/Lehrlingsbeurteilung
Die Mitarbeitergespräche sollen gesamtbetrieblich einmal jährlich durchgeführt werden.
5.8Kommunikation und Besprechungswesen
Regelmäßige Meetings im notwendigen Intervall werden mit allen Führungskräften durchge-
führt. Mit einer Mitarbeitenden-App werden die wesentlichen Informationen an alle Mitarbei-
terinnen und -mitarbeiter kommuniziert.
5.9Betriebsrat
Die Abstimmung mit dem Betriebsrat erfolgt im Rahmen von einem regelmäßigen Jour Fix.
Die Organisation diverser sportlicher Veranstaltungen erfolgt durch den Betriebsrat mit an-
teiliger Kostenübernahme durch das Unternehmen.
Mürzzuschlag, am 19.05.2026
Ing. Hubert Neureuter eh

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