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Wirtschaftliches Umfeld
Die wirtschaftliche Lage in Europa präsentierte sich im gesamten Geschäftsjahr 2024/25 verhalten und von anhaltender Unsicherheit geprägt. Insbesondere in Deutschland fiel das Wirtschaftswachstum äußerst gering aus, wobei dieses Wachstum vor allem dem privaten Konsum zugeschrieben werden musste. Die Industrieproduktion in Europa zeigte weiterhin eine rückläufige Tendenz – besonders betroffen waren die Bauwirtschaft sowie der Maschinenbau.
Die Entwicklung des Wirtschaftswachstums im Überblick: weltweit stieg die Wirtschaftsleistung um +2,9%, in Europa um +0,9% (Deutschland -0,2%, Italien +0,7 % und Osterreich -1,2%), in den USA +2,8% und in China +5,0%.
Die Präsidentschaftswahl in den USA im Herbst 2024 sowie die im Anschluss eingeführten handelspolitischen Maßnahmen haben die geopolitische Lage zusätzlich belastet. Die daraus resultierende Unsicherheit wirkt sich weiterhin spürbar auf die globalen Wirtschaftsbeziehungen aus. Die Auswirkungen der zunehmenden Sicherheitspolitik in Europa auf die Wirtschaft bleiben abzuwarten.
Die Inflation im Euroraum näherte sich im Geschäftsjahr 2024/25 an das mittelfristige Ziel der EZB von 2% an und somit setzte die EZB die Senkung der Leitzinsen in mehreren Schritten fort. Nach der letzten Zinsanpassung um Juni 2025 beträgt der Leitzins derzeit 2%.
Die konkreten Wachstumsraten 2024/25 It. Eurostat:
| Q4/2024 | Q1/2025 | |
|---|---|---|
| EU | 1,4% | 1,4% |
| Deutschland | -0,2% | -0,2% |
| Italien | 0,5% | 0,6% |
| Österreich | -0,9% | -0,7% |
| USA | 2,5% | 2,0% |
Stahlindustrie
Im Jahr 2024 wurden weltweit rund 1,88 Mrd Tonnen Rohstahl erzeugt. Das waren 15 Mio. Tonnen oder 0,8% weniger als im Jahr zuvor. Verantwortlich dafür war vor allem der um 1,7% gesunkene Output Chinas. Mit einer Herstellungsmenge von 1,0 Mrd Tonnen bleibt die Volksrepublik aber der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt. Chinas Anteil an der weltweiten Rohstahlerzeugung beläuft sich damit auf rd. 53%. In Europa hingegen ist die Stahlproduktion um +2,6% leicht gestiegen. Nach Ländern betrachtet ergibt sich folgendes Bild: Deutschland +5%, Italien -5%, Frankreich +7,6%, Spanien +3,3% und Osterreich +/-0,0%. (Quelle: word steel Association)
Breitenfeld Edelstahl AG
Wie auch im vorigen GJ 2023/24 waren im GJ 2024/25 nur geringe Schwankungen bei Schrott, Legierungen und Energie (Strom und Gas) zu verzeichnen. Die Handelspreise für Strom sind wie auch in unseren Nachbarländern auf einem hohen Niveau und beeinflussen unsere Wettbewerbsfähigkeit enorm. Prozentuell ist der Aufwand für unseren Energieeinsatz deutlich gestiegen. Bei einigen Hilfsstoffen kam es aufgrund massiv gestiegener Rohstoffkosten zu markanten Preissteigerungen (z.B. Feuerfestprodukte).
Die Auftragslage war über das gesamte Geschäftsjahr 2024/25 hinweg betrachtet sehr angespannt. Der negative Trend aus dem GJ 2023/24 setzte sich für unsere konventionell erzeugten Stahlwerksprodukte fort, hingegen war die Situation für unsere umgeschmolzenen Produkte (Block wie geschmiedeter Stabstahl) sehr positiv. Durch einen guten Auftragsstand im Schmiedeproduktbereich zu Beginn des abgelaufenen Geschäftsjahres konnten wir eine stabile Auslastung in unserer Schmiede aufrechterhalten. Der Auftragseingang blieb aber auch für geschmiedete Produkte deutlich unter unseren Erwartungen. Die Mengenbedarfe von unserem Hauptkunden im Stahlwerk sind weiterhin konstant auf einem sehr hohen Niveau.
Stahlwerk: Leider hat sich der Trend nach unten im Bereich des Blockverkaufes weiter fortgesetzt. Das mengenmäßig sehr schlechte Geschäftsjahr wurde neuerlich unterschritten. Dass wir trotz dieser geringen Absatzmengen noch immer ein positives Ergebnis erwirtschaften konnten, liegt an der Vielzahl an Stahlwerksprodukten mit höchsten Anforderungen, die erzeugt wurden. Diese Spezialstähle finden hauptsächlich im Bereich der Energiemaschinen ihren Einsatz. Zudem konnten wir unsere Gewährleistungskosten noch einmal deutlich senken, was sich auch im Ergebnis sehr positiv widerspiegelt.
Schmiede: Das wichtigste Segment für die Schmiedetechnik ist der Anlagenbau für die chemische Industrie. Auch die Luft- und Raumfahrt ist nach wie vor auf einem sehr guten Niveau. Das Segment Defense gewinnt zunehmend an Bedeutung ist aber betrachtet auf unseren Gesamtumsatz der Schmiede nur ein kleiner Prozentsatz. Gesetzliche Hürden sowie noch wenig konkrete Umsetzungen von Projekten sind Hauptgründe dafür, dass bisher wenig der medial berichteten Investitionen in der Realwirtschaft ankommt. Hochdrucktechnik und Rennsport sind nach wie vor wichtige Branchen für unsere Schmiedeprodukte.
Sonderstahlwerk: Im Sonderstahlwerk wird nun seit dem GJ2018/2019 mit nur wenigen Wochen Unterbrechung während Corona, in einem 24h/7 Tage Schichtbetrieb gearbeitet. In diesem Zeitraum wurde zusätzlich in zwei weitere Umschmelzanlagen investiert, da die Nachfrage nach umgeschmolzenen Produkten nach wie vor ungebrochen hoch ist. Die geplante Produktionsmenge von über 13.600to konnte mit über 13.500to fast erreicht werden. Das bisher beste Geschäftsjahr 2019/2020 mit über 13.700to wurde damit nur knapp verfehlt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden im Sonderstahlwerk fast 2.000to mehr erzeugt.
Die beiden Hälften des Geschäftsjahres stellten sich wie folgt dar:
| 1.HJ | 2. H | |
|---|---|---|
| Produktion Stahlwerk | 40.390 to | 45.272 to |
| Produktion Sonderstahlwerk | 6.114 to | 7.456 to |
| Produktion Schmiede | 2.838 to | 3.156 to |
| Verkauf | 39.010 to | 41.163 to |
| Umsatz | 101,5 Mio. | 94,6 Mio. |
| EBITDA | 12,8 Mio. | 9,4 Mio. |
Im GJ 24/25 erfolgten 67% unserer Lieferungen aus dem Stahlwerk und Sonderstahlwerk nach Italien (VJ: 62%) und 10% nach Deutschland (VJ:7%). Der Anteil der in Osterreich verkauften Produkte betrug 16% (VJ: 23%), hier sind die Lieferungen an unsere eigene Schmiedetechnik enthalten.
An Schmiedeprodukten wurden 25% (VJ: 19%) nach Italien, 30% (VJ:43%) nach Deutschland geliefert und innerhalb von Österreich wurden 22% (VJ: 16%) unserer Produkte verkauft.
Finanzielle Leistungsindikatoren (ausgewählte Kennzahlen)
| Einheit | 2024/25 | 2023/24 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | mio € | 196,1 | 221,7 | -11,5% |
| Betriebsleistung | mio € | 191,3 | 227,6 | -15,9% |
| EBITDA | mio € | 22,2 | 40,5 | -45,2% |
| EBITDA Marge 1 | 11,3% | 18,3% | ||
| EBIT | mio € | 13,7 | 32,5 | -57,8% |
| Ergebnis vor Steuern | mio € | 11,4 | 28,6 | -60,1% |
| Ergebnis nach Steuern | mio € | 9,1 | 23,4 | -61,1% |
| Cash Flow aus dem Ergebnis | mio € | 17,9 | 31,9 | -43,9% |
| Cash Flow Ratio | 9,1% | 14,4% | ||
| Materialaufwand 2 | mio € | 121,0 | 140,0 | -13,6% |
| Materialeinsatzquote (% der BL) | 63,3% | 61,5% | ||
| Personalaufwand | mio € | 29,4 | 28,5 | 3,2% |
| Mitarbeiter ohne Lehrl. | ||||
| (Jahresschnitt) | Anzahl | 329 | 320 | 2,8% |
| Personalkosten je Mitarbeiter | tsd € | 89,4 | 89,1 | 0,3% |
| Betriebsleistung je Mitarbeiter | tsd € | 581 | 711 | -18,3% |
| Anlagevermögen | mio € | 66,2 | 62,7 | 5,6% |
| Anlagendeckungsgrad * | 119,5% | 128,1% | ||
| Investitionen 4 | mio € | 11,9 | 16,6 | -28.3% |
| Nettobilanzsumme s | mio € | 132,7 | 131,2 | 1,1% |
| Eigenkapital e | mio € | 79,1 | 80,3 | -1,5% |
| Eigenkapitalquote 7 | 59,6% | 61,2% | ||
| Eigenkapitalrendite a | 11,5% *) | 29,1% | ||
| Fremdkapital | mio € | 53,6 | 50,9 | 5.3% |
| Fremdkapitalquote 9 | 40,4% | 38.8% | ||
| Verzinsliches Fremdkapital | mio € | 40,4 | 34,8 | 16,1% |
| Flüssige Mittel | mio € | 22,0 | 31,1 | -29,3% |
| Nettofinanzverbindlichkeiten 10 | mio € | 18,4 | 3,7 | 397,3% |
| Gearing Ratio 11 | 23,3% *) | 4,6% | ||
| Entschuldungsdauer 12 | Jahre | 0,8 *) | 0,1 | |
| 1 EBITDA zu Umsatzerlöse | ||||
| 2 Materialaufwand, Energie und bezogene Leistungen | ||||
| 3 Eigenkapital im Verhältnis zum gesamten Anlagevermögen | ||||
| 4 Anlagenzugänge gemäß Anlagenspiegel, ohne Umbuchungen | ||||
| 5 Bilanzsumme abzgl. liquide Mittel | ||||
| 6 Eigenkapital inkl. unversteuerte Rücklagen | ||||
| 7 Eigenkapital bezogen auf die Nettobilanzsumme | ||||
| 8 Uberschuss nach Steuern bezogen auf das Eigenkapital zum Stichtag | ||||
| 9 Fremdkapital bezogen auf die Nettobilanzsumme | ||||
| 10 Zinstragende Verbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel | ||||
| 11 Nettofinanzverbindlichkeiten zu Eigenkapital am Bilanzstichtag | ||||
| 12 Nettoverschuldung im Verhältnis zu EBITDA | ||||
| " bedingt durch den Rückgang des Factoring um 23% gegenüber dem Vorjahr | ||||
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren (ausgewählte Kennzahlen)
| Einheit | 2024/25 | 2023/24 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| Absatzmenge | tonnen | 80.173 | 81.184 | -1,2% |
| Produktion Stahlwerk | tonnen | 85.662 | 91.014 | -5,9% |
| Produktion Sonderstahlwerk | tonnen | 13.570 | 11.709 | 15,9% |
| Produktion Schmiede | tonnen | 5.994 | 6.303 | -4,9% |
| Auftragseingang Menge | tonnen | 75.559 | 73.167 | 3,3% |
| Auftragseingang Wert | mio € | 168,5 | 170,9 | -1,4% |
| Auftragsstand Menge | tonnen | 15.090 | 19.365 | -22,1% |
| Auftragsstand Wert | mio € | 45,1 | 73,0 | -38,2% |
| Mitarbeiterfluktuation | % | 13,6% | 13,6% | |
| Inflationsrate | 6 | 3,3% | 3,1% |
In der Breitenfeld Edelstahl AG sank der Absatz von 81.184 Tonnen im GJ 2023/24 auf 80.173 Tonnen im GJ 2024/25, die Betriebsleistung sank ebenfalls gegenüber dem Vorjahr um 15,9% von € 227,6 Mio. auf € 191,3 Mio. Der Materialeinsatz (inklusive Fremdarbeiten) sank um 15,6% von 120,3 Mio. auf € 101,5 Mio., der Energieaufwand sank geringfugig von € 19,7 Mio. auf € 19,5 Mio. Die KV-Erhöhung schlug im GJ 2024/25 mit durchschnittlich 4,8% zu Buche. Der sonstige betriebliche Aufwand stieg gegenüber dem Vorjahr geringfügig um € 0,15 Mio.
All dies summierte sich auf ein EBITDA von € 22,4 Mio. im Vergleich zu € 40,5 Mio. im Jahr davor. Nach Abzug der Abschreibungen von € 8,4 Mio. (VJ € 8,0 Mio.) verbleibt ein EBIT von € +13,7 Mio., das somit deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahres von € 32,5 Mio. liegt.
Unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses veränderte sich das EBT von plus € 28,6 Mio, im GJ 2023/24 auf plus € 11,6 Mio. für das GJ 2024/25.
Investitionen
Im Berichtsjahr wurden rund € 11,9 Mio. investiert (VJ € 16,6 Mio.). Dabei sind im GJ 2024/25 € 1,9 Mio. für den Ankauf von Kokillen verwendet worden. Weiters wurden für die Investition in eine 4.000 to Presse € 1,9 Mio. verwendet. Diese Investition wird die Kapazität und das Produktportfolio im Bereich der Schmiede erhöhen.
Risikobericht
Interne Risiken:
- Umwelt/Altlasten
Ein besonderer Fokus liegt weiterhin auf der Kreislaufwirtschaft, die gezielt ausgebaut wird. Durch die Sortierung und Aufbereitung des Hüttenschutts im Sekundärrohstoffcenter Werden hochwertige Sekundärrohstoffe zurückgewonnen. Dadurch konnte im aktuellen Geschäftsjahr die Verbringung von Reststoffen auf die betriebseigene Deponie vollständig verhindert werden – ein großer Erfolg im Sinne des „Zero Waste"-Konzepts, das gemeinsam mit der Fa. Saubermacher entwickelt wurde.
Auch die EAF-Schlacke wird bereits verwertet und erste Lieferungen als Nebenprodukt für den Bergversatz („Landfill 300") wurden erfolgreich umgesetzt. Eine drite konkrete Anwendung zur Weiterverwendung befindet sich derzeit in Evaluierung. Damit wird nicht nur eine Reduktion der Zwischenlagerungen erreicht, sondern auch langfristig ein weiterer Ausbau der Deponie vermieden.
Die Einführung des digitalen Rechtsmanagements inklusive einer strukturierten Abarbeitung aller Rechtsverpflichtungen wurde im Berichtszeitraum erfolgreich abgeschlossen und wird seither laufend weiterverfolgt. Dies führt zu einer verbesserten Compliance, vollständigen Nachverfolgbarkeit der Rechtskonformität und wurde im Rahmen der §82b-Prüfung ausdrücklich positiv hervorgehoben.
Im September 2024 wurde das Werksgelände von einem Hochwasser bedroht. Durch den Einsatz der Mitarbeiter und den umliegenden Feuerwehren ist es gelungen eine Überflutung des Geländes und damit größeren Schaden zu verhinden. Erste Maßnahmen durch die daraus gewonnenen Erkenntnisse wurden sofort umgesetzt und die Planung für einen adaptierten Hochwasserschutz nach neuen Hochwasserszenarien (Pegelstände) ist gerade in Umsetzung.
- Verfügbarkeit von Produktionsanlagen
Durch die Inbetriebnahme des zweiten Vakuumlichtbogenofens zu Beginn des abgelaufenen Geschäftsjahres konnte Redundanz für ein Schlüsselaggregat im Umschmelzwerk geschaffen werden. Die Installation eines zusätzlichen dritten Hallenkranes im Sonderstahlwerk erhöht zusätzlich die Anlagenverfügbarkeit. Alle für die Betriebsbereitschaft erforderlichen Anlagen werden regelmäßßig gewartet. Auf Schlüsselaggregate, wo keine redundante Anlage zur Verfügung steht, wird von Seiten der Instandhaltung spezielles Augenmerk gelegt. Es erfolgten auch wichtige Ersatzinvestitionen, was die Betriebssicherheit wesentlich erhöht. Generell hat sich das Thema lange Lieferzeiten auf Ersatzteile etwas entspannt. Im letzten Jahr konnten längere Stillstände gänzlich verhindert werden.
Externe Risiken:
- Marktveränderung und Stahlzyklus
Das Thema Transformation der Stahlerzeugung (Ersatz der klassischen BOF+LD Stahlerzeugung) ist aufgrund der anhaltend schlechten wirtschaftlichen Situation in Europa ein wenig ins Stocken geraten. Einige große Stahlkonzerne stellen mitlerweile ihre Projekte zu diesem Thema zur Diskussion. Geopolitische Unruhen sowie die Zollstreitigkeiten mit den USA hemmen das Wachstum. In einer anhaltenden Krise befindet sich die europäische Automobilindustrie und damit auch deren direkter Zulieferer. Die Ankündigung der EU und
ebenfalls der neuen Regierung in Österreich, die Überbürokratisierung zu reduzieren läuft nur sehr schleppend. Die Rückkehr der Nuklearenergie ist mittlerweile mehrheitlich in den industriestarken europäischen Ländern ein wichtiges Thema.
Gegen den Trend in Europa ist die Nachfrage nach umgeschmolzenen Stahl- und Nickelbasislegierungen steigend. Viele Stahlerzeuger investieren in weitere Umschmelzanlagen, um den Bedarf decken zu können. Breitenfeld hat hier mit den in den letzten Jahren getätigten Investitionen im Bereich der Umschmelztechnik einen wichtigen Schritt getan und die langfristige Strategie des Unternehmens wird dadurch bestätigt.
Die Breitenfeld Edelstahl AG hat keine direkten Handelsbeziehungen mit Russland. Indirekt beeinflussen aber die verhängten Wirtschaftssanktionen die Geschäfte nach wie vor negativ.
- Kundenstruktur
Im Bereich konventioneller Blockverkauf ist durch die geringe Fertigungstiefe der Absatzmarkt geografisch betrachtet bis auf wenige Ausnahmen auf Zentraleuropa beschränkt. Zusätzlich wirken sich die in Zentraleuropa verglichen zu anderen Industrieregionen hohen Energiekosten hinsichtlich Exportmöglichkeiten von unseren konventionellen Stahlprodukten sehr negativ aus. Breitenfeld verfügt über langjährige, stabile Kontakte zu seinen Stammkunden und begleitet diese auch bei entsprechenden Weiterentwicklungen. Durch das intensive Forderungsmanagement der BEAG gab es in der Vergangenheit keine Zahlungsausfälle. Außerdem ist der Großteil der offenen Forderungen von Breitenfeld an die jeweiligen Kunden versichert. Die Kreditlimits konnten nach den Kürzungen seit Ausbruch der Pandemie wieder auf ein für uns zufriedenstellendes Niveau angehoben werden. Durch eine zusätzliche Topupversicherung ist es gelungen nahezu das gesamte Forderungsvolumen zu versichern.
-
Währungen
Zur Deckung unseres USD-Bedarfes wurden in den vergangenen Jahren Fremdwährungsderivate eingesetzt. Aufgrund der starken Volatilität auf den Finanzmärkten wurde diese Strategie aufgrund des zu hohen Risikos auch in diesem Geschäftsjahr ausgesetzt.
-
Rohstoff- und Energiepreise
Schrott und Legierungen sind grundsätzlich gesichert verfügbar. Es gab auch im letzten Jahr keine großen Schwankungen bei den Preisen.
Die Strommengen sind aktuell für das Kalenderjahr 2025 zu 55%, für 2026 und 2027 zu rund 64% gesichert bzw. vorgekauft. Der Erdgasbedarf ist ab dem KJ 2025 bis Ende KJ 2027 bereits zu ca. 77% und für das KJ 2028 zu ca. 55% gesichert. Die Strom- und Erdgaspreise werden laufend beobachtet. Die Spotpreise liegen aktuell deutlich unter den aktuell realisierbaren Sicherungen. Ziel ist es aber nach wie vor, je nach Preisentwicklung, bis zu ¾ des Energiebedarfes der BEAG zu sichern und damit das Risiko zu reduzieren.
Die Breitenfeld Edelstahl AG arbeitet weiter mit Hochdruck an Projekten, um speziell den Anteil an fossilen Energieträgern zu reduzieren.
Bestandsgefährdende Risiken bestehen zum momentanen Zeitpunkt nicht.
Forschung und Entwicklung
Wurde in den letzten Jahren sehr viel Entwicklungsarbeit in Prozessoptimierungen investiert, so konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr zusammen mit unseren strategischen Kunden auch einige Produktentwicklungen eingeleitet, bzw. umgesetzt werden. Speziell im F&E-Bereich sind Kreativität, Flexibilität und eine entsprechende Innovationsfähigkeit gefragt, weshalb uns viele langjährige, aber auch neue Partner das Vertrauen schenken.
Personal
Im Berichtsjahr waren durchschnittlich 343 (Vorjahr 332) Mitarbeiter, davon 14 (Vorjahr 12) Lehrlinge, beschäftigt.
Großer Wert wird auf die Lehrlingsausbildung gelegt, um geeignete Facharbeiter für den operativen Bereich auszubilden und aufzubauen. Hierbei werden Lehrlinge in den Bereichen Elektrotechniker, Metalltechniker Maschinenbau, Metalltechniker Schmiedetechnik, Metallurgie und Umformtechniker, Informationstechnologen Fachgebiet Systemtechnik sowie als Labortechniker und Werkstoffprüfer ausgebildet.
Umweltschutz
Im Geschäftsjahr 2024/25 wurde ein bedeutender Meilenstein im Umweltmanagement erreicht: Die erfolgreiche EMAS-Validierung im Februar 2025 und die anschließende Registrierung unter der Nummer AT-000794 bestätigen die kontinuierliche Verbesserung unserer Umweltleistung und die Einhaltung sämtlicher umweltrelevanter Vorschriften am Standort. Die Details zu unserer Umweltleistung und allen Kennzahlen sind in der aktuell veröffentlichten Umwelterklärung 2024 dokumentiert, welche jährlich aktualisiert wird und künftig auch um ESG-relevante Inhalte erweitert werden soll.
Die im Jahr 2024 durchgeführte Umweltinspektion der Deponie durch die Behörde verlief ohne Feststellungen und Mängel. Als Maßnahmen wurden die Vermessung der freien Deponiekapazität sowie eine inflationsbedingte Anpassung der finanziellen Sicherstellung festgelegt. Die nächste Umweltinspektion ist für das Jahr 2027 geplant.
Auch im Bereich Carbon Management wurde ein wesentlicher Fortschritt erzielt: Ergänzend zum bereits etablierten Corporate Carbon Footprint nach ISO 14064 wurde im Berichtsjahr ein Product Carbon Footprint nach ISO 14067 erstellt. Dadurch sind wir in der Lage, unseren Kunden auf Produktebene valide und zertifizierte CO2-Informationen zur Verfügung zu stellen – ein wichtiger Schritt in Richtung transparenter Lieferketten und klimabewusster Beschaffung.
Die Digitalisierung im Umweltbereich schreitet ebenfalls kontinuierlich voran. Insbesondere die Datenerhebung zur CO2-Berechnung sowie der Ausbau eines umfassenden Energiemanagementsystems stellen zentrale Elemente für die zukünftige Weiterentwicklung dar. Das Umweltprogramm 2023-2026 wird konsequent umgesetzt, regelmäßßig evaluiert und kontinuierlich erweitert. Wesentliche Maßnahmen wie die Abwärmenutzung, die Reduktion von Erdgasverbrauch, die Optimierung der Stoffkreisläufe und der Ausbau erneuerbarer Energien sind in Umsetzung.
Durch diese Initiativen leistet Breitenfeld Edelstahl AG einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz und bestätigt den Weg in Richtung „Special Green Steel" – ein nachhaltiges Produktkonzept mit reduziertem CO2-Fussabdruck und echtem Kreislaufwirtschaftsansatz.
Ausblick
Die Wahl in den USA hat den, ohnehin durch die wütenden Kriege in der Ukraine sowie die Unruhen im Nahen Osten, internationalen Markt negativ beeinflusst und die Unsicherheit am Finanzmarkt verstärkt. Zudem sind wir nach wie vor in Europa mit Überkapazitäten in der Stahlerzeugung und einer stark steigenden Exportaktivität von Stahlprodukten aus China konfrontiert.
Ein klares Bekenntnis der Politik, speziell die der EU aber auch auf nationaler Ebene, zum Industriestandort Europa und im Fall der Stahlerzeugung zur Schwerindustrie, ist dringend erforderlich. Förderung von Forschung & Innovation, Bereitstellung von Energie zu konkurrenzfähigen Konditionen und klare einheitliche Reglungen zum Thema Billigimporte sind Hauptaufgaben in der nächsten Zeit.
Die ständige Erweiterung der Kapazität im Bereich der umgeschmolzenen Stähle für Hightech- Produkte in den letzten Jahren ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg und die Sicherung des Standortes.
Die Modernisierung und Erweiterung der eigenen Schmiedekapazität ist beschlossen und der notwendige Hallenumbau bzw. Erweiterung bereits in Umsetzung. Inbetriebnahme ist zum Ende des laufenden Geschäftsjahres (Juli 2026) geplant.
Die Planung für das neue Geschäftsjahr 2025/26 ist ambitioniert. Die Absatzplanung basiert auf einer zuvor durchgeführten Abfrage unserer Stammkunden über deren Erwartungen, sowie einer extern beauftragten Marktstudie. Kostenoptimierungsprojekte sowie Steigerung der Produktivität in den einzelnen Betrieben stehen im Fokus. Zudem soll das Controlling in den Unternehmensbereichen verstärkt werden.
St. Barbara-Mitterdorf, am 1. August 2025
Der Vorstand der Breitenfeld Edelstahl AG
N DI. Andreas Graf e. Mitglied des Vorstandés Cele Mag. Huberta Eder-Karner e.h. Mitglied des Vorstandes