Inhaltsverzeichnis
1. AUSSAGEN ZUM MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF
Das Jahr 2025 nahm bei der VA Erzberg GmbH in ihrem Kerngeschäft Erzproduktion wiederum einen positiven Verlauf. Die Mengenabrufe von unseren Kunden in Linz und Donawitz bewegten sich während des ganzen Kalenderjahrs auf hohem Niveau. Für das Gesamtjahr 2025 ergab sich eine Versandmenge von 3,278 Mio. Tonnen. Diese Versandmenge lag am Jahresende 2025 um 54 TTonnen (1,7 %) über dem Wert des Vorjahrs und auch über dem für 2025 budgetierten Wert von 3,200 Mio. Tonnen.
Der internationale Markt für Eisenerz zeigte sich im Jahr 2025 als eine Mischung aus anhaltenden strukturellen Trends, Angebotsverschiebungen und sich abzeichnenden Nachfragedynamiken, die die fundamentalen Kräfte von Angebot und Nachfrage neu justierten.
Von zentraler Bedeutung war erneut die Entwicklung der globalen Preise für Eisenerz. Trotz temporärer Ausbrüche nach oben blieben sie im Jahresverlauf überwiegend unter dem Niveau früherer Boom-Jahre. Fast das ganze Jahr 2025 über bewegte sich der Eisenerzpreis daher in einer Bandbreite von 100 110 USD / Tonne.
Auf Seite des Angebots dominieren weiterhin Brasilien und Australien den Weltmarkt, wobei große Mining-Konzerne wie Rio Tinto, BHP und Vale ihre Fördermengen stabil hoch hielten oder leicht ausbauten. Die Produktion großer Minen in Australien blieb robust, und neue Kapazitäten, etwa aus dem ambitionierten Simandou-Projekt in Guinea, bereiteten sich darauf vor, ab Ende 2025 zusätzliche Mengen auf den Markt zu bringen. Diese Zunahme der globalen Liefermenge trug erheblich zur tendenziellen Preisdämpfung bei. Ein wichtiges strukturelles Thema war der nach wie vor zentrale Einfluss Chinas als größter Eisenerz-Importeur. Zwar erreichten Chinas Eisenerzimporte 2025 historische jährliche Höchststände, was die Bedeutung Chinas für das globale Gleichgewicht unterstrich, doch blieb die Inlandsnachfrage aufgrund von Schwächen im Immobilien- und
Bausektor gedämpft. Gleichzeitig führte ein starker Export chinesischer Stahlprodukte zu verstärktem Druck auf internationale Märkte, was die Rohstoffnachfrage auf verhaltenem Niveau hielt.
Auf der Nachfrageseite außerhalb Chinas entwickelten sich einige Regionen sehr positiv. In Indien und Teilen Südostasiens nahm die Stahlproduktion zu, und die Verarbeitungsmärkte begannen, etwas mehr Eisenerz nachzufragen. Dennoch reichte diese Zunahme nicht aus, um den geringeren Bedarf Chinas wettzumachen oder ein deutliches Nachfragewachstum am Weltmarkt zu erzeugen. Insgesamt tendierte der globale Eisenerzmarkt 2025 zu einem Überangebot oder zumindest zu einem engen Gleichgewicht mit leichtem Überschuss, bei dem das Angebot der Nachfrage in vielen Monaten leicht vorauslief. Dies führte zu anhaltendem Preisdruck, der sich in sinkenden Margen und einer verstärkten Konkurrenz zwischen Produzenten niederschlug. Die großen Bergbauunternehmen reagierten auf die Marktbedingungen mit unterschiedlichen Strategien. So sahen sich einige Produzenten gezwungen, Preiszugeständnisse zu machen, um langfristige Abnahmeverträge zu sichern, besonders mit chinesischen Abnehmern. Gleichzeitig prüften Firmen wie Rio Tinto mögliche Fusionen oder strategische Allianzen, um Kosten zu senken und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Für das Jahr 2026 und darüber hinaus erwarten Marktbeobachter, dass die Eisenerzpreise moderat rückläufig bleiben oder sich auf einem niedrigeren Niveau stabilisieren, sofern sich die Nachfrage nicht deutlich belebt und zusätzliche neue Angebotskapazitäten in Produktion gehen. Bedingungen wie anhaltende Schwäche im chinesischen Bausektor oder eine globale Stahlproduktion, die langsamer wächst als die Rohstoffkapazitäten, würden diese Tendenz verstärken. Gleichzeitig könnten geopolitische Spannungen, logistische Engpässe oder Produktionsausfälle bei Großminen kurzfristige Preisvolatilität auslösen.
Unser Kunde arbeitet nach wie vor intensiv an der Dekarbonisierung der Stahlproduktion und die an beiden Standorten (Linz, Donawitz) entsprechenden Investitionsprojekte zur Errichtung von Elektro-Lichtbogenöfen sind voll im Gang. Die Inbetriebnahme dieser Aggregate wird in den Jahren 2027/2028 erfolgen, mit gleichzeitiger Herausnahme von herkömmlichen Hochofenkapazitäten.
Weitere ähnliche Schritte sind in den Jahren ab 2030 zu erwarten. Daher gilt es Strategien zu entwickeln, um auch weiterhin ein attraktiver Lieferant von Eisenerz für die österreichische Stahlindustrie zu bleiben. Entsprechende Forschungsaktivitäten wurden dazu gestartet, siehe Kapitel 6.1.
Die Umsätze im Bereich Nichterz waren im Jahr 2025 insgesamt um 10,3 % höher als im Vorjahr. In den Bereichen Tourismus, Jagd/Forst/Liegenschaften und LD-Schlacke konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden.
2. GESCHÄFTSVERLAUF 2025
2.1 Der Gesamtumsatz mit 72,74 Mio. EUR ist gegenüber dem Vorjahr um 10,5 % gestiegen. 2.2 Mit einer Liefermenge von 3,28 Mio. Tonnen Feinerz (Budget: 3,20 Mio. Tonnen) wurde der Vorjahreswert (3,22 Mio. Tonnen) um 1,7 % überschritten. 2.3 In den übrigen Geschäftsaktivitäten (Bereich Nichterz) ist der Umsatzanstieg, wie vorne erwähnt, mit einer Veränderung von +10,3 % im Vergleich zum Vorjahr zu beziffern. 2.4$ Die Umsatzstruktur nach Geschäftsbereichen zeigt folgende Verteilung: (in % des Gesamtumsatzes)
| übrige | Jagd/Forst/ | |
|---|---|---|
| Dienstleistungen; _ | ZL LD-Schlacke; 1,0% Liegenschaften; | |
| 0,6% | 1,5% | montantechn. |
| Tourismus / Events;_ | Dienstleistungen; | |
| 2,3% | 2,7% |
Erz; 91,8%
Abb. 3: Umsatzstruktur nach Geschäftsbereichen
3. PRODUKTION
• Die Gesamtabbaumenge (Verhau) belief sich 2025 auf 13,12 Mio. Tonnen. • Die Erzproduktion erreichte eine Jahrestonnage von 3,25 Mio. Tonnen und liegt um 1,5 % über dem geplanten Wert von 3,20 Mio. Tonnen. • Das angestrebte Bergbauausbringen von 24,4 % wurde mit 24,8 % überschritten.
4. INVESTITIONEN
Die Investitionen in Anlagevermögen (inklusive in Bau befindliche Anlagen, exklusive Finanzanlagevermögen) betrugen 2025 insgesamt 4,1 Mio. EUR. Bedeutende Investitionen im Jahr 2025 waren der Kauf eines Schwer-LKW's, eines Radladers sowie die Verlängerung der Oberleitungsstrecke. Sonstige Ersatzinvestitionen betrafen unter anderem diverse PKWs, verschiedene Gerätschaften in der Werkstatt und im Bereich der Instandhaltung sowie Modernisierungen der EDV-Infrastruktur. Im Bereich der Montantechnik wurde ein Kernbohrgerät investiert.
5. MITARBEITER
Mit 203,9 Mitarbeiterlnnen (FTE) per 31.12.2025 hat sich der Mitarbeiterstand (exkl. Lehrverhältnisse) gegenüber 2024 (199,2) geringfügig erhöht. 4 Lehrlinge konnten die Lehrzeit erfolgreich abschließen, 4 Lehrlinge wurden 2025 aufgenommen. Per 31.12.2025 befanden sich in Summe 7 Lehrlinge im Ausbildungsverhältnis mit der VA Erzberg GmbH.
6. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Im Bereich Forschung und Entwicklung wurden im Geschäftsjahr in Summe 397 TEUR für die nachstehend angeführten externen und internen Forschungsprojekte aufgewendet.
6.1 Externe Forschung und Entwicklung
6.1.1 Transformation der Stahlindustrie • Das K1-MET Projekt 2.2 „Domestic Ore for Green Steel" wurde 2025 weitergeführt. Aufbauend auf den 2024 durchgeführten Kalzinierungs- und Reduktionsversuchen wurden weitere experimentelle Untersuchungen durchgeführt.
Im Rahmen der Reduktionsversuche wurden spezifische Gasraten sowie die Gaszusammensetzung variiert, um deren Einfluss auf den Reduktionsverlauf und die Produkteigenschaften zu untersuchen. Darüber hinaus wurden 2025 Kalzinierungsversuche mit dem heimischen Erz bei der Fa. SaltX in Schweden durchgeführt. Die dabei bei unterschiedlichen Temperaturen kalzinierten Materialien wurden in weiteren Reduktionsversuchen eingesetzt. Ergänzend dazu erfolgte eine vergleichende Kalzinierung bei identischen Temperaturen mit der Retorte am Lehrstuhl Eisen und Stahlmetallurgie an der Montanuniversität Leoben. Dabei konnten weitere Erkenntnisse zum Verhalten des Erzes während der Kalzinierung und Wasserstoffreduktion sowie zu den Eigenschaften der Produkte gewonnen werden.
• Das externe Ingenieurbüro PM-Technologies wurde bereits im Jahr 2024 beauftragt, eine Machbarkeitsstudie zur Kalzinierung von Spateisenstein unter CO2-Atmosphäre durchzuführen. Ziel des Projekts ist die Auslegung der Zyklonstufen unter Berücksichtigung der CO2-Atmosphäre und der Korngrößen.
Der Projektpartner SaltX führte im Jahr 2025 umfangreiche Laborversuche durch und stellte die dabei generierten Versuchsdaten PM-Technologies sowie dem Projektkonsortium zur Verfügung. Diese Untersuchungen umfassten unter anderem Korngrößenbestimmungen, Kohlenstoffbestimmungen sowie weitere materialanalytische Untersuchungen.
Auf Basis dieser Versuchsdaten erstellte PM-Technologies eine Machbarkeits- bzw. Konzeptstudie für eine Anlage mit einer Kapazität von 1 Mio. t/a. Die Studie beinhaltet Prozessdaten, Massen- und Wärmebilanzen, Energiebedarfe sowie Flowsheets und ist als nicht veröffentlichter Bericht unter Punkt 6.3 „Veröffentlichungen" angeführt.
• Die Beauftragung von externen Konsulenten wurde im Jahr 2025 fortgesetzt, um Unterstützung bei verschiedenen Fragestellungen zur Transformation der Stahlindustrie zu erhalten.
6.1.2 Umwelt, Nachhaltigkeit, Bergbau und neue Anwendungsfelder
• Das FFG Projekt SpOC „Sprayed Optimised Concrete" wurde 2025 weitergeführt. Ziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung einer CO2-armen, langlebigen und effizienten Spritzbeton-Bauweise sowie deren Demonstration in großtechnischen Versuchen. Dabei wird der Einsatz von heimischem Erz und karbonatischer Berge als funktionaler Bestandteil des Spritzbetons untersucht.
Im Jahr 2025 wurde neben der Zugabe von Spateisenstein auch die Zugabe von Bergematerial im Rahmen eines Großspritzversuchs in Ditzingen (Deutschland) untersucht. Auf Basis entnommener Proben während und nach den Spritzversuchen, konnten erste Ergebnisse hinsichtlich Frühfestigkeit, Versinterungspotenzial und Dauerhaftigkeit festgestellt werden. Dabei zeigte sich ein verringertes Versinterungspotenzial, eine verbesserte Dauerhaftigkeit sowie eine erhöhte Spätfestigkeit.
Für das Projekt wird eine Verlängerung um ein viertes Projektjahr angestrebt, in dem unter anderem weitere Versuche mit dem Bergematerial durchgeführt und vertiefend untersucht werden sollen.
• Hydrogeologie Erzberg: Die hydrogeologischen Untersuchungen am Erzberg wurden in Zusammenarbeit mit der Geosphere Austria durchgeführt und abgeschlossen. Aufbauend auf den im Jahr 2024 gestarteten Arbeiten wurde im Jahr 2025 ein Endbericht zu den durchgeführten Untersuchungen und Ergebnissen erstelt. Der Abschlussbericht ist als nicht veröffentlichter Bericht unter Punkt 6.3 „Veröffentlichungen" angeführt
6.2 Interne Forschung und Entwicklung
• Basierend auf bisherigen Erkenntnissen wurden potenzielle Prozessrouten identifiziert, die intensiv weiterbearbeitet werden. Der Fokus liegt darauf, aus den bisherigen Ergebnissen konkrete Prozessrouten bis hin zum Elektrolichtbogenofen abzuleiten und ihre Eignung zu untersuchen. • Im zweiten Halbjahr 2025 wurde eine Zusammenarbeit mit der Fa. Schwing Technologies GmbH, einem führenden Unternehmen im Bereich der Wirbelschichttechnologie, initiert. Gemeinsam mit der Montanuniversität Leoben wurde die Firma beauftragt, eine Wirbelschicht-Röstanlage auszulegen, zu konzipieren und zu bauen. Die Anlage soll im zweiten Halbjahr 2026 fertiggestellt und am Gelände des steirischen Erzbergs aufgestellt werden. Mit der neuen Wirbelschicht-Röstanlage wird es möglich sein, interne Kalzinier- und Reduktionsversuche durchzuführen, um die Eigenschaften des Erzes gezielt weiter zu untersuchen.
6.3 Veröffentlichungen
• Böhm, A., Kogelbauer, A. Heimisches Erz für die Greentec Steel Technologie. BHM Bergund Huettenmaennische Monatshefte 170, 330–340 (2025). https://doi.org/10.1007/s00501-025-01611-7 • Schoeffmann, H. (PM-Technologies): 5-stufiger Vorwärmer in CO2 zur Eisenerzaufbereitung. Nicht veröffentlichter Projektbericht im Auftrag der VA Erzberg GmbH, 2025 • Schoeffmann, H. (PM-Technologies): Zusätzliche Simulation zur Eisenerzaufbereitung mit einem Plasmabrenner in CO2 Atmosphäre. Nicht veröffentlichter Projektbericht im Auftrag der VA Erzberg GmbH, 2025 • Retzl, M., Schubert G. (Geosphere Austria): Projekt „Hydrogeologie Erzberg“ – Bericht Hydrogeologie Erzberg – Hydrogeologisches Modell. Nicht veröffentlichter Projektbericht im Auftrag der VA Erzberg GmbH, 2025.
7. ERTRAGSLAGE
| Mio. EUR | Mio. EUR | ||
|---|---|---|---|
| EBIT (Betriebserfolg) | + 2,73 | VJ: | + 3,77 |
| EBT (Ergebnis vor Steuern) | + 4,96 | VJ: | + 5,72 |
Der Betriebserfolg ist gegenüber dem Vorjahr gesunken (-27,8 %).
Seit dem Jahresabschluss 2018 werden entsprechend der AFRAC-Stellungnahme 14 thesaurierende Erträge als Zugang, allfällige Wertberichtigungen zu gebuchten thesaurierenden Erträgen als Abschreibung bei den Wertpapieren des Anlagevermögens ausgewiesen. Insgesamt konnte im Jahr 2025 ein positives Finanzergebnis erzielt werden, welches mit 2.233 TEUR über den Erwartungen liegt. Das EBT mit 4,96 Mio. EUR ist gegenüber 2024 um 760 TEUR gesunken. Nach Berücksichtigung der Steuern verbleibt ein Jahresüberschuss von 4.119 TEUR.
♦ Die Bilanzsumme mit 136,78 Mio. EUR hat sich gegenüber 2024 (130,66 Mio. EUR) um 4,7 % erhöht. ♦ Die Eigenmittel stiegen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 4.079 TEUR auf 65,90 Mio. EUR, das ergibt einen Eigenmittelanteil an der Bilanzsumme von 48,18 % (Vorjahr 47,31 %).
8. RISIKOMANAGEMENT
Die VAE setzte sich im Jahr 2025 wiederum intensiv mit strategischen und operativen Risikothemen auseinander, um frühzeitig notwendige strategische und operative Veränderungsnotwendigkeiten zu erkennen und umzusetzen.
♦
Maßnahmen Riskconsult:
Die bisherigen Maßnahmenvorschläge der Firma Riskconsult wurden bereits im Lauf der vergangenen Jahre komplett abgearbeitet. Am 24.10.2023 hatte eine neuerliche Begehung mit der Firma Riskconsult stattgefunden, wobei der diesbezügliche Bericht Ende Jänner 2024 vorgelegt wurde. 13 Maßnahmenvorschläge bzw. Empfehlungen wurden in diesem Bericht angeführt, davon sind mittlerweile 9 Maßnahmen komplett erledigt. Die übrigen 4 Maßnahmen sind entweder wiederkehrende, laufende
Maßnahmen oder werden im Zuge von Umbauten schrittweise umgesetzt (z.B. Erweiterung der Brandmeldeeinrichtungen in weiteren Gebäudeteilen).
Risikomanagementsystem:
Das seit 2011 etablierte Risikomanagementsystem, das sich am System des Kunden voestalpine orientiert, wurde auch im Jahr 2025 konsequent angewendet und weiterentwickelt. Der Fokus lag dabei auf der laufenden Umsetzung bereits definierter Maßnahmen sowie auf der strukturierten Behandlung neu identifizierter Risiken.
Im Berichtsjahr wurde insbesondere an die Ergebnisse der Risikomanagementsitzungen aus 2024 angeknüpft. Parallel dazu wurden wesentliche Neuinvestitionen einer vertieften Risikobetrachtung unterzogen. Für die als wesentlich eingestuften Risikoszenarien wurden zeitnah geeignete Gegenmaßnahmen definiert und deren Umsetzung unmittelbar eingeleitet.
Darüber hinaus wurden die in den letzten Risikomanagementrunden identifizierten Themenfelder insbesondere ZL-LD-Schlacke, Sturzraumbewirtschaftung, Wasser- - haltung sowie PV-Anlagen weiter analysiert. Auf Basis dieser Bewertungen wurden entsprechende risikomindernde Maßnahmen priorisiert und in die Umsetzungsplanung aufgenommen.
Die gesamthaft bewertete Risikolandschaft bildet weiterhin die Grundlage für die risikoorientierte Weiterentwicklung der VA-Erzberg GmbH. Die Planung und Umsetzung der Maßnahmen erfolgt projektbezogen und orientiert sich am jeweiligen Schadenspotenzial sowie an der Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken.
Zusätzlich wurden in verschiedenen Bereichen weitere Maßnahmen zur Reduktion identifizierter Risiken gesetzt. Für das Jahr 2026 ist vorgesehen, die Bearbeitung der Ergebnisse aus der Risikomanagementsitzung 2025 fortzuführen, sowie ergänzend weitere Risikoanalysen durchzuführen, um bislang nicht erkannte oder latente Risiken systematisch zu identifizieren.
IT-Sicherheit:
Auf das Thema IT-Sicherheit wird, wie auch schon in den vergangenen Jahren, weiterhin sehr großes Augenmerk gelegt. Zentrale Elemente sind dabei Maßnahmen des Risikomanagements in der EDV-Infrastruktur (Hard- und Software) sowie die kontinuierliche Sensibilisierung der IT-Anwender.
Im Berichtszeitraum wurde die IT-Sicherheitsstrategie im Unternehmen konsequent weiterentwickelt. Der Fokus lag auf der Absicherung der Produktions- und Verwaltungs-IT, der Erhöhung der Systemverfügbarkeit sowie der Reduktion potenzieller Sicherheitsrisiken.
In der Produktions-IT konnten durch den Austausch der Sicherungshardware die Backup-Kapazitäten erhöht und Wiederherstellungsprozesse optimiert werden. Zusätzlich wurden Maßnahmen zur Netzwerksegmentierung sowie zur Erhöhung der Firewall-Redundanz umgesetzt bzw. vorbereitet, um die Betriebssicherheit weiter zu erhöhen.
Im Verwaltungsumfeld stellte die Umstellung auf Microsoft 365 inklusive Sharepoint- Online einen zentralen Schwerpunkt dar. Diese wurden technisch umgesetzt und durch Anpassungen an Sicherheitsrichtlinien, Identitäts- und Zugriffsmanagement sowie E- Mail-Sicherheitsmechanismen begleitet. Windows 11 Umstellung sowie Hardwareanpassungen waren in diesem Zusammenhang unerlässlich. Parallel dazu wurde die Härtung der Domänen- und Serverinfrastruktur fortgeführt und das zentrale Patchmanagement weiter verbessert.
Der Einsatz moderner Sicherheitslösungen zur Endgeräte-, Server- und E-Mail- Überwachung wurde ausgebaut. Durch den verstärkten Einsatz von cloudbasierter Analyse, externem DNS-Filtering sowie kontinuierlichem Monitoring konnten Bedrohungen frühzeitig erkannt und abgewehrt werden.
Ergänzend dazu wurden interne und externe Schwachstellenscans etabliert, um Sicherheitslücken systematisch zu identifizieren und zeitnah zu schließen. Maßnahmen zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden, darunter regelmäßige Informationsmaßnahmen und Online-Trainings, wurden weitergeführt und ausgebaut.
Insgesamt konnte das Sicherheitsniveau der IT-Infrastruktur weiter erhöht und an aktuelle Bedrohungsszenarien angepasst werden. Die getroffenen Maßnahmen tragen zur Stabilität des Betriebs, zur Reduktion von Ausfallrisiken sowie zur nachhaltigen Absicherung der Unternehmens-IT bei.
Bewirtschaftung Wertpapierportfolio:
Die Finanzmärkte haben sich im Jahr 2025 sehr positiv entwickelt, dementsprechend hat sich auch das Wertpapierportfolio positiv entwickelt. Die Strategie, ein externes Assetmanagement mit der Gestionierung eines Großteils des Portfolios zu beauftragen,
zeigte Wirkung und wird daher beibehalten. Auf eine breite Diversifizierung bei der Veranlagung, vor allem betreffend Regionen, aber auch bei den veranlagenden Banken, wurde auch 2025 hohes Augenmerk gelegt. Insgesamt konnte 2025 wieder ein positives Finanzergebnis erwirtschaftet werden. Die bestehenden Veranlagungen in Wertpapiere wurden wie immer einer laufenden Evaluierung unterzogen, um Risikopotentiale frühzeitig zu erkennen. Überschüssige Liquidität wird, wenn möglich, laufend veranlagt.
♦ Internes Kontrollsystem (IKS):
Im Jahr 2016 wurde durch ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen eine Überprüfung des IKS in den Bereichen Einkauf, Kreditorenbuchhaltung, Debitorenbuchhaltung, Zahlungsverkehr und Personalabrechnung durchgeführt. Insgesamt wurde dabei die Funktionsfähigkeit des IKS bei den untersuchten Bereichen in allen wesentlichen Belangen bestätigt. Es wurde die Funktionsfähigkeit des gelebten IKS unter Berücksichtigung der relevanten Elemente eines angemessenen IKS überprüft und es wurden Empfehlungen zur Verbesserung festgestellter Schwachstellen ausgesprochen.
Die empfohlenen Maßnahmen wurden im Jahr 2017 umgesetzt und werden laufend, auch im Jahr 2026, entsprechend weiterverfolgt. Zur Unterstützung der Kontrolltätigkeiten wird eine IKS-Kontrollmatrix eingesetzt, die als Instrument zur systematischen Durchführung und Dokumentation von Kontrollhandlungen dient. Die vorgesehenen Kontrollaktivitäten sind darauf ausgerichtet, potenzielle Kontrollschwächen auf Applikations- und Geschäftsprozessebene zu adressieren.
Die im ERP-System (SAP) vergebenen Berechtigungen werden regelmäßig überprüft und im Rahmen eines definierten Änderungsmanagementprozesses mit entsprechenden Kontrollen angepasst. Mit der Ablöse des bestehenden ERP-Systems (SAP) durch BMD im Jahr 2026 ist geplant, das IKS dementsprechend zu adaptieren.
Das interne Kontrollsystem sowie das Risikomanagement sind integraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung der VA-Erzberg GmbH. Die im Geschäftsprozess Risikomanagement initiierten Maßnahmen werden laufend überwacht und im Rahmen strukturierter Review- und Statusprozesse verfolgt. Frühwarnindikatoren und Maßnahmen werden regelmäßig mit den aktuellen Geschäftsprozessen abgestimmt und erforderlichenfalls angepasst.
• Produktionsanlagen:
Im Jahr 2025 erfolgten wiederum umfangreiche Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen. Sowohl im Bereich der Großgeräte als auch im Bereich der Aufbereitungsanlagen und der Wasser- und Schlammwirtschaft wurden diverse Instandhaltungsmaßnahmen gesetzt, um die Verfügbarkeit und die Betriebssicherheit der Aggregate sicherzustellen bzw. zu verbessern. Darüber hinaus wurden erste Vorbereitungsarbeiten für weitere Instandhaltungsmaßnahmen im Jahr 2026 getätigt.
• Energiepreisrisiken:
Aufgrund der hohen Volatilität der Energie- und Rohstoffpreise in den vergangenen Jahren ist für die VA Erzberg GmbH die Bedeutung des Energiepreisrisikos gestiegen. Deshalb ist es notwendig, das betriebliche Energiepreisrisiko und die damit einhergehenden Aufwendungen mit einem adäquaten Energiepreisrisikomanagementsystem bewusst zu steuern. Die Bewertung und Teilabsicherung zukünftiger Cash-Flow- Risiken für Diesel wurden daher bereits 2014 eingeleitet und auch 2025 fortgesetzt.
• Durch die Teilnahme am „Strompool Steiermark“ der voestalpine AG werden bereits seit 2007 die Preisrisiken für elektrische Energie entsprechend gemanagt. Dennoch konnten die deutlichen Preissteigerungen bei Strom in den letzten Jahren nicht komplett abgefedert werden, was zu deutlich höheren Aufwänden für elektrischen Strom führte. Der Vertrag für die Teilnahme am „Strompool Steiermark" wurde bis Ende 2026 verlängert.
Die VA Erzberg GmbH betreibt seit 2013 ein Kleinwasserkraftwerk und in den Jahren 2022 und 2023 wurden in mehreren Schritten PV-Anlagen auf ehemaligen Schlammteichen errichtet und in Betrieb genommen. Insgesamt wurden 2025 damit fast 11 GWh Strom selbst erzeugt und großteils selbst verbraucht. Der Grad der Eigenversorgung mit Strom betrug im Jahr 2025 fast 28%, was eine deutliche Reduktion des Energiepreisrisikos bei Strom bedeutet.
9. UMWELT
Die sich aus der Bergbautätigkeit ergebenden Umwelteinflüsse in den Emissionsbereichen Luft (Staub, NO2), Wasser, Lärm und Vibrationen durch Sprengerschütterungen wurden durch Messstationen sowie interne und externe Messberichte ab dem Jahr 2009 umfassend erhoben und dokumentiert. Die daraus abgeleiteten Maßnahmen, die Emissionen zu reduzieren bzw. fehlerhafte Prozesse frühzeitig zu erkennen, wurden auch im Jahr 2025 weiter fortgesetzt.
♦ Neben der Fortführung des bestehenden Monitorings zur detaillierteren Erfassung von Sprengerschütterungen wurde im Jahr 2025 eine Master-Arbeit am Lehrstuhl für Bergbaukunde, Bergtechnik und Bergwirtschaft an der Montanuniversität Leoben gestartet. Diese hat zum Ziel, durch die detaillierte Analyse der derzeit eingesetzten Sprengtechnik (eingesetzte Zünd- und Sprengmittel; vorhandene Kluftflächen der zu sprengenden Bruchwände; erhaltene MWD-Daten aus den Bohrgeräten; chemische Zusammensetzung des Bohrkleins; Zerkleinerungsverhalten der gesprengten Abschläge) einen Leitfaden zu entwickeln, der für die vorliegenden Gebirgseigenschaften optimierte Sprengparameter vorgibt und somit die Umweltauswirkungen minimiert.
Weiters wurde durch diverse Investitionen (Tablet für Sprengbefugte; zusätzliches GPS- Vermessungssystem) die Sprengplanung auf den modernsten Stand der Technik gebracht. Somit kann jederzeit kurzfristig auf Änderungen vor Ort im Vergleich zur Planung reagiert werden und es können damit mögliche umweltrelevante Auswirkungen hintangehalten werden. ♦ Das seit 1996 laufende externe Gewässermonitoring aller aus dem Bergbau austretenden Wässer sowie ausgewählter Zuflüsse durch ein externes technisches Büro wurde auch 2025 fortgesetzt. Aufgrund der fortschreitenden Arbeiten im Gerichtsgraben wurde im Jahr 2020 eine weitere Probenahmestelle zum bestehenden Monitoring hinzugefügt. Diese kontinuierliche Überwachung erlaubt einen detaillierten Einblick in die Beschaffenheit der Gewässer und gewährleistet eine genauere Abgrenzung allfälliger Emissionen aus dem Bergbau von anderen Emissionsquellen. Zusätzlich zu diesem externen Monitoring werden seit dem Jahr 2000 auch innerbetrieblich vierteljährliche Analysen der Wasserbeschaffenheit an den Hauptwasserabflüssen sowie zusätzlich an verschiedenen Stellen des Erzbaches vorgenommen. Seit Februar 2024 ist zur kontinuierlichen Überwachung des Abflusses aus dem Gerichtsgrabensturz eine automatische Pegelmessung aktiv.
Im Oktober 2021 wurde am Erzberggipfel eine Messstation zur kontinuierlichen Überwachung meteorologischer Parameter wie Niederschlag, Lufttemperatur und Windgeschwindigkeit installiert. Die erhobenen Daten fließen künftig in die Erstellung eines hydrogeologischen Modells ein. Dieses wird beispielsweise für die Erstellung von Wasserbilanzen verwendet und erlaubt auch Rückschlüsse auf den Zustand des Kluftgrundwassers.
Die seit dem Frühjahr 2014 kontinuierlich betriebenen sechs stationären Staubmessstellen erlauben mittels Bergerhoff-Methode die Gesamtstaubbelastung im Umfeld des Steirischen Erzbergs im Hinblick auf die Einhaltung von Depositionsgrenzwerten zu bewerten und die Wirksamkeit von technischen Maßnahmen zur Reduktion der aus dem Bergbaubetrieb entstehenden Staubemissionen zu beurteilen. Im Frühjahr 2015 ist dieses Monitoring um eine zusätzliche Messstelle erweitert worden, um ein lückenloses Bild der Staubbelastungssituation im Umfeld des Erzbergs zu erhalten. Im Jahr 2025 wurde mit der Projektierung von drei automatischen Messtationen für Feinstaub (PM10) begonnen. Diese sollen zukünftig das bisherige System zur Erfassung der Gesamtstaubdeposition mittels Bergerhoffbechern ersetzen. Feinstaub ist jene Staubfraktion, die aufgrund ihres geringen Durchmessers klein genug ist, um eingeatmet werden zu können und sich beim Menschen in der Lunge abzulagern.
Diese kontinuierlich aufzeichnenden Messeinrichtungen werden zukünftig detaillierte Informationen über die Belastungssituation liefern und erlauben eine Überwachung der Einhaltung der geltenden Grenz- und Schwellenwerte. Diese Stationen zeichnen auch meteorologische Parameter wie etwa Windrichtung und -geschwindigkeit oder Daten über die Niederschlagssituation auf und erlauben so bei Messspitzen eine weitaus genauere räumliche und zeitliche Zuordnung der Staubentwicklung.
Als Teil des Gewinnungsbetriebsplans für die Jahre 2023-2027 wurden umfassende technische Unterlagen über die durch die Bergbautätigkeit zu erwartenden Emissionen an Lärm und Staub durchgeführt. Der schalltechnische Bericht wurde vom technischen Büro für Berg- und Hüttenwesen, DI Martin Dämon, erstellt. Die Emissionsprognose und Immissionsabschätzung für diffusen Staub erstellte das technische Büro für Umwelttechnik, Luftreinhaltung und Deponietechnik, DI Horst Kaufmann. Beide Untersuchungen zeigen auf, dass durch die umgesetzten Maßnahmen zur Reduktion der Lärm- und Staubemissionen keine besondere Belastung für die Umwelt und keinerlei
Überschreitungen von geltenden Grenzwerten durch die Gewinnungstätigkeiten zu erwarten sind.
• Zusätzlich zu den Messungen der Gesamtstaubbelastung wird seit Juli 2018 an sechs der sieben Messstellen ebenfalls die Konzentration von NO2 mittels Stickstoffdioxid- Passivsammlern gemessen. Diese Methode eignet sich zur Überwachung des Langzeitgrenzwertes, für Erfolgskontrolle von Reduktionsmaßnahmen sowie zum Vergleich verschiedener Gebiete im selben Zeitraum. Im gesamten Beobachtungszeitraum konnten bisher keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt werden. • Die Maßnahmen zum Ausgleich der Rodungstätigkeit zum Zweck der Sturzraumgewinnung im Gerichtsgraben wurden auch 2025 fortgesetzt. Die durch den Sturzbetrieb entstandenen Endböschungen im Ausmaß von 2,7 ha wurden mit geeignetem Substrat bedeckt und mittels Spritzbegrünung behandelt. Vorgesehene Bepflanzungen werden durchgeführt, sobald sich eine ausreichende Krautschicht auf den behandelten Flächen gebildet hat. Im Jahr 2025 wurden auf diese Weise rund 5 ha der Bergbauhalde wieder aufgeforstet. In Summe konnten auf diese Weise seit 2016 bereits über 24 ha vollständig wieder aufgeforstet werden. • Im Zuge des von Birdlife Austria durchgeführten Projekts „Rohstoffgewinnungsbetriebe als Trittsteinbiotope“ wurden im Jahr 2024 lebensraumerhaltende und –verbessernde Maßnahmen festgelegt und erstmalig umgesetzt, um die Population ansässiger bedrohter und gefährdeter Arten zu unterstützen. Hierzu wurden auf einer Fläche abseits des aktiven Abbaus zusätzliche Strukturelemente in Form geeigneter Totholzstapel angelegt. Diese dienen als potentielle Nistplätze für Vögel und Insekten. Zusätzlich wurde auf der Fläche ein Himmelsteich geschaffen, der als potentieller Laichplatz für Amphibien und Libellen dient. Ergänzend wird eine Extensivierung der Pflegemaßnahmen auf der Fläche umgesetzt um diverse Blütenbesucher wie Schmetterlinge, Schwebfliegen und Wildbienen zu fördern. Diese wurden auch im Jahr 2025 fortgesetzt.
10. AUSBLICK
Für das Jahr 2026 wird im Kerngeschäft Erzproduktion mit einer stabilen Nachfrage leicht unter dem Niveau von 2025 gerechnet.
Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit werden 2026 die Stabilisierung aller Produktionsprozesse (Tagbau, Aufbereitung), die weitere Verbesserung der Infrastruktur und die Vorbereitung auf neue regulatorische Anforderungen (Industrieemissions-Richtlinie, Energie- Audit) sein.
Der Gesamtumsatz für 2026 wurde mit 70,86 Mio. EUR budgetiert, was ca. 2,6 % unter dem Niveau von 2025 bedeutet.
Die VA Erzberg GmbH verfügt über keine Zweigniederlassungen.
Die Geschäftsführung
Mag. Christian TREML
DArmin KOGELBAUER
Eisenerz, am 06. Februar 2026