Inhaltsverzeichnis
Doppelmayr Seilbahnen GmbH, Wolfurt'
1. Unternehmen
Die Doppelmayr Seilbahnen GmbH mit Sitz in Wolfurt/ÖOsterreich fördert weltweit die nachhaltige und ressourcenschonende Mobilität in Form von innovativen Seilbahnlösungen. Die Haupttätigkeiten bestehen im Wesentlichen aus der Projektierung, dem Verkauf, der Herstellung und der Montage von Seilbahnanlagen für den Personentransport und den entsprechenden Nebenleistungen. Das Unternehmen steht zu 100 % im Eigentum der Doppelmayr Management AG mit Sitz in Rotkreuz/Schweiz und ist ein Unternehmen der Doppelmayr Gruppe. Für den reibungslosen und erfolgreichen Vertrieb der Produkte verfügt die Doppelmayr Seilbahnen GmbH über ein international sehr gut ausgebautes Vertriebsnetz.
2. Niederlassungen
Die Doppelmayr Seilbahnen GmbH kontrolliert verschiedene Auslandsgesellschaften. Daher können Risiken, welchen die ausländischen Tochtergesellschaften ausgesetzt sind, auch indirekt für die Doppelmayr Seilbahnen GmbH schlagend werden, andererseits bestehen aber auch Chancen für entsprechende Gewinnausschüttungen durch diese Gesellschaften. Zum Stichtag 31.03.2025 wurden vom Unternehmen folgende Auslandsgesellschaften kontrolliert: Doppelmayr Colombia S.A.S./Kolumbien, Doppelmayr Chile Holding SpA/Chile, Sanhe Doppelmayr Transport Systems Co. LTD/China, Teleféricos Doppelmayr Bolivia S.A./Bolivien. Doppelmayr (Guizhou) Ropeway Co. LTD/China wurde im Geschäftsjahr 2024/2025 liquidiert, während Doppelmayr Rizhao Ropeway Co. LTD/China neu gegründet wurde. Ferner bestanden im Geschäftsjahr 2024/2025 Betriebsstätten der Doppelmayr Seilbahnen GmbH in Aserbaidschan, Chile, Griechenland, Mazedonien, Niederlande, Stetten/Osterreich, Panama und Südkorea.
Die seit dem 01.02.2022 bestehende 50 % Beteiligung an Consorcio Teleférico Pío Nono lcafal - DMS SpA/Chile ist weiterhin aufrecht.
3. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage des Unternehmens
3.1.
Geschäftsverlauf
Die Doppelmayr Seilbahnen GmbH blickt auf ein Geschäftsjahr 2024/2025 zurück, welches sich nach turbulenten Vorjahren wieder stabilisiert hat. Vor allem im Bereich der Beschaffungsmärkte war ein Rückgang der Volatilität zu verzeichnen und absatzseitig konnten vor allem in Osterreich, Asien und Lateinamerika große und anspruchsvolle Aufträge gewonnen werden. Aufgrund dieser Umstände und des Investitionsverhaltes der Kunden auf weiterhin gutem Niveau, erhöhten sich die Umsatzerlöse um rund 16,5 %.
Im Segment „Winter“ ist nach wie vor der Alpenraum ein wichtiger Markt für die Doppelmayr Seilbahnen GmbH. Neben dem größten Einzelmarkt Österreich konnten im Geschäftsjahr 2024/2025 aber vor allem in anderen Regionen wie Nordamerika, Frankreich und Slowenien Neuanlagen für den Wintersport realisiert werden.
¹ Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im gesamten Dokument nur die männliche Form verwendet.
Die weibliche Form ist selbstverständlich eingeschlossen.
Im Segment „POI” nimmt der asiatische Markt durch die Realisierung von verschiedenen Anlagen im Berichtszeitraum vor allem in China aber auch Vietnam eine führende Rolle ein, wobei aber auch in Georgien, Korea und Indien entsprechende Umsätze generiert werden konnten. Es handelt sich hierbei um bedeutende Seilbahnprojekte für den Ganzjahrestourismus.
Im Segment „Urbane Seilbahnen” wurde im Berichtsjahr eine Stadtseilbahn in Mexico City/Mexico fertiggestellt und realisiert, zudem befinden sich weitere Projekte in Ausarbeitung und Produktion, welche in den kommenden Geschäftsjahren realisiert werden.
Alle Angaben zu den wirtschaftlichen Verhältnissen erfolgen in TEUR. Bei Summierung gerundeter Beträge können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Differenzen auftreten.
3.1.1. Ertragslage
| Bezeichnung | 2024/25 | 2023/24 | Veränderung | % |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 573.565 | 492.424 | 81.141 | 16,48 |
| Betriebsergebnis | 88.524 | 45.896 | 42.628 | 92.88 |
| Finanzergebnis | 10.900 | 6.984 | 3.916 | 56,08 |
| Ergebnis vor Steuern | 99.424 | 52.880 | 46.544 | 88,02 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | -21.633 | -13.313 | -8.320 | 62,49 |
| Jahresüberschuss | 77.791 | 39.566 | 38.225 | 96,61 |
Der Anstieg des Umsatzes resultiert vor allem aus der auf hohem Niveau stabilisierten Anzahl an Neuprojekten im Inland sowie aus den anhaltend starken internationalen Absatzmärkten. Vor allem Nordamerika konnte das hohe Niveau des Vorjahres halten, zudem wurde eine urbane Anlage in Mexico realisiert.
Auch das Betriebsergebnis ist mit TEUR 88.524 (Vorjahr: TEUR 45.896) wesentlich zum Vorjahr gestiegen, was einerseits aus der Realisierung von Großprojekten, deren Realisierung sich über mehrere Jahre zieht, und andererseits aus Währungseffekten resultiert. Dies spiegelt sich auch in den Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie im Jahresergebnis wider. Der Anstieg im Finanzergebnis ist vor allem auf die Zinsen bei Bankguthaben zurückzuführen.
3.1.2. Vermögens- und Finanzlage
| 31.03.2025 | 31.03.2024 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | ||
| (Earnings before Interest and Tax - EBIT) | ||
| Ergebnis vor Steuern | 99.424 | 52.880 |
| + Zinsen und ähnliche Aufwendungen | ||
| gem. § 231 Abs. 2 Z 15 UGB | 343 | 877 |
| = Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 99.768 | 53.757 |
| Umsatzrentabilität (Return on Sales - ROS) | ||
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 17,39 % | 10,92 % |
| Umsatzerlöse |
| Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity - ROE) | ||
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | 30.99 % | 17,43 % |
| bereinigtes Eigenkapital 1 | ||
| 1 Eigenkapital am Beginn des Geschäftsjahres abzüglich bereits beschlossener, | ||
| im Eigenkapital zum Bilanzstichtag noch nicht erfasster, Ausschüttungen | ||
Gesamtkapitalrentabilität (Return on Investment - ROI)
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 13,04 % | 7,83 % |
|---|---|---|
| Gesamtkapital 2 |
² Gesamtkapital am Beginn des Geschäftsjahres, abzüglich bereits beschlossener, im Egenkapital zum Bilanzstichtag noch nicht erfasster, Ausschüttungen
Da sich unsere Großprojekte vielfach über Jahre erstrecken und die Gewinne erst bei Abschluss und nicht anteilig während des Projektverlaufs realisiert werden, kommt es mitunter zu hohen Umsatzund Ergebnisschwankungen.
| Bezeichnung | 31.03.2025 | 31.03.2024 | Veränderung | % |
|---|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | 58.929 | 43.489 | 15.440 | 35,50 |
| Umlaufvermögen, ARA, latente Steuern | 750.817 | 721.713 | 29.105 | 4,03 |
| Summe Aktiva | 809.746 | 765.202 | 44.544 | 5,82 |
| -0,51 | ||||
| langfristiges Fremdkapital | 35.154 | 35.336 | -182 | |
| kurzfristiges Fremdkapital | 382.981 | 409.029 | -26.048 | -6,37 |
| Eigenkapital, Investitionszuschüsse | 391.611 | 320.837 | 70.774 | 22,06 |
| Summe Passiva | 809.746 | 765.202 | 44.544 | 5.82 |
3 langfristiges Fremdkapital (= Abfertigungs-, Pensions-, Jubiläumsgeld-, Garantie- und
| Produkthaftungsrückstellung sowie | Verbindlichkeiten | gegenüber | Kreditinstituten | und | |
|---|---|---|---|---|---|
| verbundenen Unternehmen > 1 Jahr) |
Der Aufbau im Anlagevermögen resultiert aus einem Anstieg in den Finanzanlagen, begründet durch die Gründung einer neuen Tochtergesellschaft in China und einen Kapitalzuschuss in eine Tochtergesellschaft in Chile.
Die Veränderung des Umlaufvermögens basiert im Wesentlichen aus einem Anstieg der bereits projektierten und in Ausarbeitung befindlichen Anlagen, die in den kommenden Jahren realisiert werden.
Der Rückgang des langfristigen Fremdkapitals resultiert aus der planmäßigen Tilgung von Bankkrediten. Die Veränderung im Bereich des kurzfristigen Fremdkapitals resultiert im Wesentlichen aus geringeren Kundenanzahlungen im Zusammenhang mit laufenden Projekten.
| 31.03.2025 31.03.2024 | ||
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Nettoverschuldung (Net Debt) | ||
| verzinsliches Fremdkapital “ | 35.154 | 41.586 |
| - flüssige Mittel 8 | -237.686 | -264.248 |
| = Nettoverschuldung | -202.532 | -222.662 |
* Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen, Jubiläumsgelder, sonstige abgezinste langfristige Rückstellungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, sow ie verzinsliche Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 5 Kassabestand, Guthaben bei Kreditinstituten, Wertpapiere des Umlaufvermögens
Nettoumlaufvermögen (Working Capital)
| Umlaufvermögen, ARA, latente Steuer | 750.817 | 721.713 |
|---|---|---|
| - langfristiges Umlaufvermögen | -10.818 | -15.135 |
| = kurzfristiges Umlaufvermögen | 739.999 | 706.578 |
| - kurzfristiges Fremdkapital | -382.981 | -409.029 |
| Nettoumlaufvermögen | 357.018 | 297.549 |
Equity Ratio (Eigenkapitalquote)
| bereinigtes Eigenkapital 8 | 48.36 % | 41,93 % |
|---|---|---|
| Gesamtkapital ? |
• Egenkapital am Ende des Geschäftsjahres, abzüglich bereits beschlossener im Egenkapital zum Bilanzstichtag noch nicht erfasster, Ausschüttungen sow ie Investitionszuschūsse 7 Gesamtkapital am Ende des Geschäftsjahres, abzüglich bereits beschlossener, im Egenkapital zum Bilanzstichtag noch nicht erfasster, Ausschüttungen
Nettoverschuldungsgrad (Gearing)
| Nettoverschuldung | -51,72% | -69,40 % |
|---|---|---|
| bereinigtes Eigenkapital 6 |
Im Geschäftsjahr 2024/2025 wurden im Wesentlichen Ersatzinvestitionen
in das Sachanlagevermögen getätigt und aktiviert. Ein wesentlicher Abgang im Anlagevermögen stellt im Vorjahr die Anlage im Zusammenhang mit der Bundesgartenschau Mannheim dar, deren Betrieb beendet und welche zurückgebaut wurde.
Die Verschuldungskennzahlen (Nettoverschuldung, Nettoverschuldungsgrad) sind unverändert negativ, d.h. es besteht ein Überhang der flüssigen Mittel über das verzinsliche Fremdkapital.
Das Eigenkapital zuzüglich unversteuerte Rücklagen und Investitionszuschüssen hat sich zum Bilanzstichtag im Wesentlichen aufgrund eines Jahresgewinnes in Höhe von TEUR 77.791 und einer gegenläufigen Dividende in Höhe von TEUR 7.000 auf TEUR 391.611 erhöht und beträgt nun rund 48,36 % der Bilanzsumme (Vorjahr: 41,93 %).
3.1.3. Cashflow Kennzahlen
| Bezeichnung | 2024/25 | 2023/24 | Veränderung | % |
|---|---|---|---|---|
| Finanzmittel am Beginn der Periode | 264.248 | 245.137 | 19.111 | 7,80 |
| Cashflow aus der Geschäftstätigkeit | 889 | 85.609 | -84.720 | -98.96 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -14.181 | -11.268 | -2.913 | 25,85 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | -13.269 | -55.230 | 41.960 | -75.97 |
| Finanzmittel am Ende der Periode | 237.686 | 264.248 | -26.562 | -10,05 |
Der Finanzmittelbestand hat sich im Berichtszeitraum um TEUR 26.562 verringert und beträgt nunmehr zum Ende der Periode TEUR 237.686.
Die Entwicklung des Cashflows aus der Geschäftstätigkeit steht im Einklang mit der gestiegenen Auslastung und dem Fortschritt der offenen Projekte. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit resultiert im Wesentlichen aus Investitionen im Finanzanlagevermögen, während im Vorjahr der Schwerpunkt in Ersatzanlagen im Produktionsbereich lag. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ist wie im Vorjahr auf die Rückzahlung von Bank- und Sonderkrediten sowie einer Dividende zurückzuführen.
3.1.4. Arbeitnehmerbelange
Wir stellen höchste Ansprüche an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie an die Qualität ihrer täglichen Arbeit. Im Gegenzug betrachten wir ihre Leistung, Treue und Innovationskraft als das wertvollste Gut unseres Unternehmens. Ihre Sicherheit steht daher – ebenso wie die Sicherheit der Fahrgäste - im Zentrum unserer unternehmerischen Verantwortung. Dementsprechend schließen unsere Qualitäts- und Sicherheitsansprüche nicht nur unser Produkt, sondern das gesamte Unternehmen ein. In puncto Sicherheit dürfen und wollen wir keine Kompromisse eingehen. Deshalb wurde ein umfassendes Risiko- und Sicherheitsmanagement etabliert und wird seit jeher aktiv gelebt.
Im Geschäftsjahr 2024/2025 hat sich die Anzahl der Arbeitsunfälle im Vergleich zum Vorjahr von 86 Unfällen auf 108 Unfälle erhöht. Das Verhältnis der Arbeitsunfälle zu den geleisteten Arbeitsstunden hat sich verschlechtert. Die durchschnittliche Ausfallzeit je Unfall erhöhte sich von 69,43 Stunden auf 78,43 Stunden. Im Zuge der Unfallrecherche waren bei 5 Unfällen Maßnahmen durch das Unternehmen erforderlich. Bei den restlichen 103 Unfällen war die Unfallursache auf Unachtsamkeit zurückzuführen. Ziel ist es, die Anzahl der Arbeitsunfälle zu reduzieren. Dabei werden wir von einer externen Sicherheitsfachkraft unterstützt.
Als Arbeitgeber wissen wir: Nur motivierte Mitarbeiter, die mit Ehrgeiz ihrer Arbeit nachgehen, können auch unsere Kunden zufriedenstellen. Von dieser Motivation ist der Erfolg unseres Unternehmens abhängig. Deshalb engagieren wir uns dafür, in jeder Region, in der unsere Gruppe mit einer Niederlassung vertreten ist, ein interessanter Arbeitgeber zu sein. Besonders für unsere bestehenden Mitarbeiter soll das Unternehmen dauerhaft attraktiv sein und bleiben. Ihre Begeisterung überzeugt unsere Kunden und ist unser bestes Aushängeschild, um auch neue Mitarbeiter zu gewinnen. Dafür bieten wir ihnen individuelle Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln und sich nach eigenen Interessen und Begabungen fortzubilden. Um auch in Zukunft die notwendigen Personalressourcen sicherstellen zu können, wurde auf Gruppenebene ein Employer- Branding Projekt gestartet. Die Ergebnisse daraus können in den Gruppengesellschaften verwendet und weiterentwickelt werden.
Die internen Aus- und Weiterbildungen sind auf unser Unternehmen, unsere Ansprüche und unsere Bedürfnisse abgestimmt. Die Ausbildungsmodelle sind einheitlich, die Angebote umfangreich und der Praxisanteil hoch. So lernen unsere Mitarbeiter ein umfassendes Verständnis für ihre Aufgaben
zu entwickeln, das sie anschließend ideal in ihrer täglichen betrieblichen Praxis anwenden und umsetzen können.
Eine wichtige Einrichtung für die Entwicklung qualifizierter Mitarbeiter ist zudem unsere Lehrlingsausbildung. In einer hochmodernen Lehrwerkstatt und den Lehrlingsinseln in unserer Produktion im Werk Hohe Brücke werden junge Leute in den verschiedenen mechanischen und elektrotechnischen Lehrberufen und den dazu notwendigen Fertigkeiten unterrichtet. Durchschnittlich befanden sich im Geschäftsjahr 2024/2025 bei der Doppelmayr Seilbahnen GmbH 96 Personen in Ausbildung.
Die Doppelmayr Gruppe verfügt über einen Verhaltenskodex, welcher von allen Gruppengesellschaften und deren Mitarbeiter einzuhalten ist. Dieser ist auf der Homepage des Unternehmens abrufbar und verlangt von der Führung und allen Mitarbeitern ethisches und gesetzeskonformes Verhalten. Seine Umsetzung und Einhaltung wird durch einen gruppeninternen Compliance Officer überprüft.
3.1.5. Umweltberichterstattung
Für die Erstellung eines detaillierten Umweltberichts wurde im Geschäftsjahr 2019/2020 eine Software zur Überwachung und Steuerung von Energieverbräuchen eingeführt. Diese dient dazu, eine sinnvolle Datenauswertung sowie Maßnahmenfestlegung und -überwachung zu ermöglichen. Der Heizölverbrauch ist im Betrachtungszeitraum von 25.808 Liter im Geschäftsjahr 2023/2024 auf 18.011 Liter im Geschäftsjahr 2024/2025 gesunken. Dies entspricht einer Einsparung von 30,2 %. Ob und wie viel geheizt werden muss, ist abhängig von der Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit. Der Erdgasverbrauch lag im Geschäftsjahr 2024/2025 bei 6.896.737 kWh und somit 8,5 % über dem Verbrauch des Vorjahres. Die Erhöhung kann auf den erhöhten Erdgasverbrauch der Tankstellen (Stapler) sowie die niedrigeren Durchschnittstemperaturen während der Heizperiode zurückgeführt werden. Der Stromverbrauch ist im Geschäftsjahr 2024/2025 um ca. 51.911 kWh auf gesamt 10.958.774 kWh gestiegen. Dies entspricht einer Erhöhung um 0,5 % und ist somit im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023/2024 nahezu gleichgeblieben. Die Transportleistung (Personenkilometer) der von unseren Mitarbeitern getätigten Flugreisen ist im Vergleich zum Vorjahr um 21,8 % gestiegen. Die auf dem Dach eines Betriebsgebäudes am Standort Wolfurt installierte Photovoltaik-Anlage verfügt über eine Kapazität von rund 416 kWp und hat im Geschäftsjahr 2024/2025 344.733 kWh Strom erzeugt, den wir zu 99 % selbst verbraucht haben. Mit dem Ertrag dieser Anlage könnte der Jahresbedarf von rund 90 Haushalten gedeckt werden. Im Firmenfuhrpark sind derzeit 4 Elektro- PKWs im Einsatz. Für eine klimafreundliche Anreise der Mitarbeiter hat Doppelmayr auf dem Parkplatz des Büros Hohe Brücke E-Ladestationen installiert.
Im vergangenen Geschäftsjahr wurde mit der Vorbereitung für die gesetzlich verpflichtende Berichterstattung nach CSRD / ESRS für die Doppelmayr Gruppe begonnen. Die Doppelmayr Seilbahnen GmbH sind ein Teil davon und berichten die relevanten Daten nach ESRS 1 und ESRS 2 an die Doppelmayr Gruppe. In den folgenden Jahren werden bis zur Berichtspflicht für das Geschäftsjahr 2027/2028 (vgl. „Stop-the-Clock”-Richtlinie im Amtsblatt der EU vom 16.04.2025) die notwendigen Datenerhebungsprozesse und Berichtsstandards aufgebaut.
4. Voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
Aufgrund der steigenden Nachfrage in verschiedenen Absatzmärkten gehen wir von einem, auf hohem Niveau stabilen bzw. leicht steigendem Auftragsvolumen und somit stabilen Umsätzen für die nächsten Jahre aus. Die in den letzten Jahren ergriffenen Maßnahmen zur Anpassung des Unternehmens an die geopolitischen Herausforderungen der vergangenen Jahre sowie der Gegenwart zeigen ihre Wirkung und wir erwarten uns trotz möglicher Schwankungen im Projektgeschäft, daher Ergebnisse im Durchschnitt der letzten Jahre.
Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben aber in einigen Ländern und Regionen nach wie vor von Unsicherheiten geprägt. Vor allem die vorherrschende Unsicherheit in Zusammenhang mit Zolltarifen und die daraus möglicherweise resultierenden weltweiten Handelskriege, haben das Potential das Unternehmen massiv zu belasten, da diese eine Veränderung im Investitionsverhalten der Kunden nach sich ziehen kann. Daher agieren wir auch in Zukunft mit demselben Risikobewusstsein wie bisher.
Wir erwarten ein konstant hohes Nachfrageniveau vor allem in Österreich und Nordamerika, aber auch in neuen Märkten wie Middle East und GUS im Segment Winter sowie in den bekannten Wachstumsmärkten in Südostasien im Segment POI. Auch im Segment „urbane Seilbahnen“ werden wir in den nächsten Jahren verschiedene Projekte in Lateinamerika und Europa realisieren können.
Unsere Marktstellung in den neuen Märkten kontinuierlich auszubauen ist für uns der beste Weg, um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig abzusichern. Dazu gilt es, das Niveau, das wir unseren Kunden als Technologie- und Qualitätsführerschaft bieten, nicht nur ganzheitlich zu sichern, sondern auch in Zukunft durch Begeisterung und Innovationskraft weiter zu steigern. Auch unsere digitalen Produkte werden hierfür einen entsprechenden Beitrag für die Zukunft leisten.
5. Forschung und Entwicklung
Als führender Hersteller innovativer Produkte streben wir danach, durch kontinuierliche Entwicklung neuer Technologien und Lösungen den Anforderungen unserer Kunden zu entsprechen und unsere Wettbewerbsposition zu stärken. Dazu investieren wir fortlaufend in Forschung und Entwicklung. Im vergangenen Geschäftsjahr lag der Fokus insbesondere auf der Weiterentwicklung unserer Seilbahnprodukte und dem Ausbau unserer digitalen Produktpalette.
TRI Line
Die TRI-Line repräsentiert unsere neueste und innovativste 3S-Technologie. Sie schließt die Lücke zwischen den Anwendungsgebieten der 10-MGD und des bisherigen Dreiseilsystems. Sie zeichnet sich durch sehr hohe Förderleistungen von bis zu 8.000 Personen pro Stunde und Richtung aus. Die TRI-Line Stationen haben sehr geringe Bau-Kubaturen, wodurch Kosten gespart werden können. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden die Bauteile für unsere erste Pilotanlage in der Schweiz gefertigt und teilweise bereits montiert. Die Inbetriebnahme ist für dieses Jahr geplant. Ein Folgeauftrag für eine weitere Anlage liegt bereits vor.
AURO CLD und Mantis Assistance Tal
AURO für Sesselbahnen ermöglicht den Fahrgastbetrieb ohne Personal in der Bergstation. Das System verfügt über Sensoren sowie über eine KI-gestützte Bildverarbeitung, die es ermöglicht, Bildund Videodaten in Echtzeit zu analysieren, zu bewerten und automatische Handlungen abzuleiten. Das System ist in unsere Seilbahnsteuerung Connect integriert und ermöglicht so einen autonomen Betrieb in der Bergstation. Im Geschäftsjahr 2024/2025 wurde das System weiterentwickelt und bei 8 Seilbahnanlagen eingesetzt.
Mantis Assistance Tal ist ein Produkt zur Unterstützung von Überwachungsaufgaben an Seilbahnanlagen und wird im assistierten Betrieb der Talstation einer Sesselbahn eingesetzt. Das System erkennt Konfliktsituationen im Ausfahrtsbereich der Station, insbesondere schlechtsitzende Fahrgäste. Wird eine solche Gefahrensituation identifiziert, greift das System in die Steuerung ein und stoppt die Anlage. Durch diesen schnellen Eingriff kann die Absturzhöhe deutlich reduziert werden. Das System ist ein Assistenzsystem. Es unterstützt das Betriebspersonal, übernimmt jedoch keine Aufgaben des Personals. 2025 kommt dieses System erstmalig bei zwei Anlagen zum Einsatz.
Clair
Im Geschäftsjahr 2024/2025 wurde Clair durch zahlreiche neue Funktionen erweitert, die Transparenz, Effizienz und Rechtssicherheit im Resortbetrieb weiter verbessern. Mit dem neuen Planungsmodul lassen sich Aufgaben sowie Revisions- und Saisonzeiten übersichtlich visualisieren, während das digitale Betriebstagebuch an die neuen behördlichen Datenschutzanforderungen angepasst wurde. Diese Entwicklungen erfolgten in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden, um sicherzustellen, dass unser Produkt den größtmöglichen Nutzen bietet.
Information and Communication Technology (ICT)
Mit einem auf LoRaWAN basierenden Kommunikationssystem konnte eine kostengünstigere Variante zur bereits bestehenden WLAN-basierten Lösung entwickelt werden. Ziel ist es einerseits Kabinenverbraucher zu schalten und andererseits eine qualitativ hochwertige Alternative zu Stützenlautsprechern bzw. dem Funksystem anbieten zu können.
Im Geschäftsjahr 2024/2025 wurde darüber hinaus eine neue ICT-Steuerung mit Doppelmayr Optik entwickelt. Dies öffnet die Möglichkeit der Nachrüstung von ICT-Ausstattungen bei Bestandsbahnen, ohne in die dort aktuell vorhandene Steuerung eingreifen zu müssen.
Einsatz von KI
Im vergangenen Geschäftsjahr wurden neben den Anwendungen Auro CLD und Mantis Assistance Tal weitere Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) geprüft. Dabei wurde insbesondere der Einsatz von KI im Bereich der adaptiven Geschwindigkeitsregelung (Adaptive Speed Control) identifiziert. Moderne Kamerasysteme erfassen den Andrang an der Seilbahnanlage, und die aufgenommenen Bilder werden KI-gestützt ausgewertet, um die Fahrgeschwindigkeit entsprechend der Anzahl wartender Fahrgäste und geltender Grenzwerte anzupassen. Diese adaptive Steuerung ermöglicht eine Optimierung des Energieverbrauchs und trägt zur Reduzierung des Stromverbrauchs im Betrieb bei.
6. Risikoberichterstattung
6.1.
Risikomanagementziele und -methoden
Das Unternehmen ist im Rahmen seiner weltweiten Geschäftstätigkeit unterschiedlichsten finanziellen Risiken wie Währungsrisiken, Zinsrisiken, Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken und Marktpreisrisiken ausgesetzt. Das Risikomanagement ist als integraler Bestandteil in die Gestaltung der Geschäftsprozesse eingebunden. Das Management der operativen Risiken erfolgt weitgehend dezentral. Übergreifende internationale Risiken werden zentral überwacht.
Das wesentlichste Risiko der Doppelmayr Seilbahnen GmbH als Einzelgesellschaft besteht in der Entwicklung des für sie relevanten Seilbahnmarktes sowie in einem Margenverfall, welcher durch ein sinkendes Marktvolumen in Verbindung mit dem Auftreten neuer Mitbewerber entstehen kann. Nachstehend erfolgt eine umfassende Darstellung der Risiken, denen die Doppelmayr Seilbahnen GmbH ausgesetzt ist und wie gegen den Eintritt der einzelnen Risiken Vorsorge getroffen wird.
6.2.
Verwendung von Finanzinstrumenten
Das gegenüber dem Vorjahr unverändert ausgeübte finanzielle Risikomanagement der Gruppe ist
darauf ausgerichtet, potentiell negative Auswirkungen auf das finanzielle Ergebnis, die sich durch
die unvorhersehbare Entwicklung der Finanzmärkte ergeben können, zu minimieren.
Die wesentlichen durch die Gesellschaft verwendeten originären Finanzverbindlichkeiten umfassen
Schulden aus Lieferungen und Leistungen sowie erhaltene Anzahlungen. Der Hauptzweck dieser
Finanzinstrumente ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft. Andererseits verfügt
die Gesellschaft über verschiedene finanzielle Vermögenswerte wie Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen sowie Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, die unmittelbar aus der
| Geschäftstätigkeit | resultieren | und | die | Basis | für | künftige | Investitionen | und | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dividendenausschüttungen darstellen. | |||||||||
| Die _ Gesellschaft | verwendet | derivative | Finanzinstrumente, | wie | beispielsweise | ||||
| Devisenterminkontrakte, ausschließlich zur Absicherung gegen Währungs- und Zinsrisiken. Zum | |||||||||
| Bilanzstichtag wird der beizulegende Zeitwert (Marktwert) festgestellt, ist dieser negativ, wird eine | |||||||||
| Rückstellung gebildet. | |||||||||
| Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von | |||||||||
| Fremdwährungsgeschäften eingesetzt. Für weitere Informationen verweisen wir auf Anlage 3 |10 des | |||||||||
| Anhangs. | |||||||||
6.3. Bestehende Preisänderungs-, Kostenüberschreitungs-, Ausfall-, Liquiditätsund Cashflow-Risiken
6.3.1. Preisänderungsrisiken
Die wesentlichen Preisänderungsrisiken, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist, sind das Währungs-, Zinsänderungs- und Preisrisiko.
Währungsrisiko
Die Gesellschaft versucht, das Währungsrisiko dadurch zu minimieren, dass Kauf- und Verkaufsverträge überwiegend in EURO abgeschlossen werden. Sofern dies nicht möglich ist, werden nach Möglichkeit für die zu erwartenden Zahlungseingänge Sicherungsgeschäfte abgeschlossen.
Zinsänderungsrisiko
Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind grundsätzlich kurzfristig und unverzinst. Das gilt auch für erhaltene und geleistete Anzahlungen. Das Zinsänderungsrisiko bei Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird gegenwärtig durch eine kurzfristige Bindung bzw. durch Ausnutzung günstiger Geldmarktkonditionen reduziert. Das Zinsänderungsrisiko wird auch bei der Auswahl der Veranlagung von Geldüberschüssen in Wertpapiere des Anlage- und Umlaufvermögens sowie bei der Veranlagung von Festgeldern berücksichtigt.
Preisrisiko
Preisrisiken bestehen darin, dass sich der Wert von Vermögensgegenständen aufgrund von Marktpreisen nachteilig verändert. Preisrisiken – insbesondere im Beschaffungsbereich – werden weitgehend dadurch reduziert, dass die Preise, die der Auftragskalkulation zugrunde liegen, laufend überprüft und aktualisiert und für höhere Bedarfe längerfristige Preisvereinbarungen bzw. Termingeschäfte (z.B. für Stahl) abgeschlossen werden.
Preisrisiken bestehen auch für die Wertpapiere des Anlage- und Umlaufvermögens. Soweit möglich wird bereits bei der Auswahl der Wertpapiere versucht, das Risiko von Wertschwankungen zu reduzieren.
6.3.2. Ausfallrisiken
Ausfallrisiken bestehen insbesondere im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Neben der Bonitätsprüfung der Kunden vor Vertragsabschluss wird dem Risiko insbesondere durch (mehrere) vom Kunden während des Fertigungs- und Lieferprozesses zu leistende Anzahlungen begegnet. Bei Lieferungen ins Ausland werden zudem Akkreditivgeschäfte abgeschlossen. Die vereinbarten Zahlungsfristen werden laufend überwacht.
Neben dem finanziellen Ausfallrisiko von Kundenforderungen ist die Gesellschaft auch Beschaffungsrisiken (Ausfall von Lieferanten) ausgesetzt. Das Beschaffungsrisiko wird durch ständige Überprüfung der Lieferanten im Rahmen der Qualitätssicherung begrenzt.
Weiters besteht grundsätzlich ein bestimmtes Risiko des Ausfalles von Banken, was den ganzen oder teilweisen Verlust, der bei diesen getätigten Anlagen zur Folge hätte. Diesem Risiko wurde durch die Verabschiedung einer konzernweiten Veranlagungsrichtlinie begegnet, welche entsprechende risikominimierende Maßnahmen beinhaltet.
6.3.3. Liquiditäts- und Cashflow-Risiken
Liquiditäts- und Cashflow-Risiken begegnet die Gesellschaft durch ständige fristenbezogene Überwachung der Zahlungseingänge (Debitorenmanagement) und der Zahlungsverpflichtungen. Grundsätzlich betreibt die Gesellschaft eine vorsichtige Veranlagungs- und Ausschüttungspolitik. Die Finanzierung von Investitionen erfolgt überwiegend im Wege der Innenfinanzierung.
7. Dank an Mitarbeiter und Partner
Im Geschäftsjahr 2024/2025 haben wir einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wozu wir als Team fähig sind. Mit Leidenschaft, Fachwissen und Innovationskraft haben unsere engagierten Mitarbeiter herausragende Projekte realisiert und damit maßgeblich zum Erfolg unseres Unternehmens beigetragen. Sie sind es, die mit ihrer täglichen Arbeit dafür sorgen, dass wir gemeinsam mit unseren mutigen und visionären Kunden Seilbahnen von höchster Qualität und technischer Perfektion verwirklichen können.
Die Geschäftsleitung der Doppelmayr Seilbahnen GmbH spricht allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern großen Dank und höchste Anerkennung aus. Ihr unermüdlicher Einsatz, ihre Teamarbeit und ihre Begeisterung sind das Fundament unseres Erfolgs und machen uns zu einem weltweit geschätzten Partner im Seilbahnbau.
Ebenso möchten wir unseren Kunden und Partnern auf der ganzen Welt herzlich danken. Die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit über nationale und kulturelle Grenzen hinweg inspiriert uns täglich und motiviert uns, immer wieder Spitzenleistungen zu erbringen. Ihr Vertrauen ist für uns Verpflichtung und Ansporn zugleich – darauf bauen wir auch in Zukunft.
Mit Freude und Zuversicht blicken wir auf das kommende Geschäftsjahr und darauf, gemeinsam weitere Erfolge zu feiern
Wolfurt,11. Juni 2025
| Die Geschäftsführer | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Thomas Pichler Dipl.-Ing. Gerhard Gassner ag. (FH) Michael Kö b | |||||