Inhaltsverzeichnis
JAHRESABSCHLUSS ZUM 31. JÄNNER 2025 LAGEBERICHT
Inhaltsübersicht:
1. Wirtschaftliche Tätigkeit 2. Geschäftsverlauf und Geschäftsergebnis, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 2.1. Verbale Erläuterung des Geschäftsergebnisses 2.2. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2025/2026 2.3. Risikoberichterstattung 3. Finanzielle Leistungsindikatoren (Kennzahlen) 3.1. Kennzahlen 3.2. Geldflussrechnung 4. Sonstiges
1. Wirtschaftliche Tätigkeit
Die "FREY WILLE" GmbH & Co. KG. mit Sitz in Wien ist ein Produktionsbetrieb, der sich auf die Herstellung von künstlerisch kreiertem Emailschmuck spezialisiert. Der Vertrieb der zum Großteil in intensiver Handarbeit hergestellten Produkte und der selbst entworfenen Accessoires (Tücher, Taschen etc.) erfolgt per 31.01.2025 über weltweit 32 eigene FREY WILLE-Boutiquen.
Darüber hinaus erfolgt der Vertrieb über sorgsam ausgewählte FREY WILLE-Partner und Juweliere, Duty Free-Märkte bzw. an Bord von Fluglinien und Kreuzfahrtschiffen sowie über den eigenen Webshop.
Die gesamte FREYWILLE-Gruppe besteht zum Ende des Geschäftsjahres 2024/25 aus der Muttergesellschaft, der "FREY WILLE" GmbH & Co. KG, aus der Komplementärgesellschaft, der "FREY WILLE" GmbH, 15 FREY WILLE- Tochtergesellschaften, einer Enkelgesellschaft und einer Zweigniederlassung.
2. Geschäftsverlauf und Geschäftsergebnis,
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
2.1. Verbale Erläuterung der Geschäftsergebnisse
des Geschäftsjahres 2024/2025
Die Umsatzerlöse der „FREY WILLE" GmbH & Co. KG. (folgend „KG") sind leicht gestiegen auf rund EUR 10,1 Mio. Der Gruppenumsatz ist um EUR -0,5 Mio. (-2,9%) gefallen. Der Rückgang ist hauptsächlich verursacht durch die Schließungen von Boutiquen in China und Lettland. Das BTB-Geschäft war hingegen annähernd auf Vorjahresniveau.
So wie bereits in den vorangegangenen Jahren entfällt der Großteil der in der KG bilanzierten Umsatzerlöse auf die belieferten Tochtergesellschaften der FREY WILLE-Gruppe, gefolgt von den Umsätzen der Boutiquen in Osterreich sowie dem Großhandels-Geschäft (BTB).
Das Jahr 2024/25 war geprägt durch multiple Krisen (Ukraine, Naher Osten, Zolldiskussionen) und einer hohen Inflation. Auch wenn der internationale Tourismus wieder angelaufen ist, so ist das Konsumverhalten nach wie vor hinter den Jahren vor Corona. Ein stärkerer Aufwärtstrend ist erst zu erwarten, wenn diese Krisen oder Teile davon wieder abebben und gleichzeitig das Vertrauen der Konsumenten in die weltwirtschaftliche Stabilität wieder steigt. Damit ist aus unserer Sicht das Niveau von 2019 nicht vor dem Geschäftsjahr 2026/27 zu erwarten.
Die Erlöse der österreichischen Boutiquen für das Geschäftsjahr 2024/25 sind im Vergleich zum Vorjahr um 13,0% (VJ: 26,6%) oder um EUR 0,4 Mio. gestiegen, was vor allem auf die langsam steigenden Touristenzahlen zurückzuführen ist.
Der Webshop stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8,6% (Vorjahr -9,4%). Durch den umgesetzten Relaunch, der sowohl das Design modernisierte als auch die Usability verbesserte, wurde die Trendwende geschafft. In weiterer Folge ist ein weiterer Ausbau im Nahen Osten sowie eine Erweiterung der Zahlungsmethoden angedacht. Der BTB-Bereich blieb leicht hinter den Vorjahreszahlen, da sich vor allem die Juweliere in Westeuropa schlechter entwickelten. Die Umsätze sanken um TEUR - 51,2 oder -4,0% (VJ: -16,9%) auf EUR 1,2 Mio.
Die Zweigniederlassung in Deutschland erfuhr einen Rückgang um TEUR -96,0 (-15,8%).
Das Betriebsergebnis ist um EUR 0,9 Mio. besser im Vorjahresvergleich. Verursacht wurde dies durch eine Umsatzsteigerung in der Höhe von EUR 0,3 Mio. Diese wurde durch eine Senkung der Summe aus Materialaufwandes und Bestandsveränderung um EUR 0,4 Mio. verstärkt. Dadurch kam es zu einer Erhöhung der Deckungsbeitrags-Marge um 1%-Punkt auf 81% im Geschäftsjahre 2024/25. Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um EUR 1,4 Mio., weil im Vorjahr eine Verbindlichkeit gegenüber einer Privatstiftung aufgelöst wurde. Sowohl die Personalkosten (EUR 0,6 Mio.) also auch die sonstigen Aufwendungen (EUR 1,3 Mio.) konnten deutlich gesenkt werden, wobei die sonstigen Aufwendungen im Vorjahr durch Einmaleffekte in der Höhe von EUR 1,1 Mio. (Wertberichtigung Tochterunternehmen) belastet waren.
2.2. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2025/26
Trotz des weiter andauernden Krieges in der Ukraine, ist nach wie vor eine Boutique in Kiev geöffnet. Die EU-Sanktionen stellen nach wie vor eine große Herausforderung für den Export von Luxusgütern nach Russland dar, zumal dort 10 Boutiquen betrieben werden und die Bestimmungen genau eingehalten werden. Die Lagerbestände in Russland sind jedoch so hoch, dass das Geschäft dort nicht beeinträchtigt ist. Zahlungen aus Russland für Lieferungen und Dividenden erfolgen weiterhin uneingeschränkt.
In China werden inzwischen strategische Anderungen vorbereitet, um das Geschäft auf solidere Beine zu stellen. Die Mitte 2024 begonnenen Vorbereitungen für ein Joint- Venture mit einem namhaften Unternehmen, dass schon seit vielen Jahren in China erfolgreich aktiv ist, sind kurz vor dem Abschluss. Im Zuge dessen, wurde im Geschäftsjahr 2025/26 bereits eine neue Boutique in Nanjing eröffnet.
Das BTB-Geschäft (vor allem Juweliere und Franchise) bleibt ein bedeutender Faktor und soll sukzessive weiter ausgebaut werden. Fokusländer sind neben Frankreich, Deutschland und dem Nahen Osten, nun auch die Benelux-Länder.
Das Unternehmen ist zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses mit Eigenmitteln (Eigenkapital und Gesellschafterdarlehen), mit Konzernmitteln (Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen) und durch ein langfristiges Darlehen der FRIWI Privatstiftung finanziert. Der AWS-besicherter Bankkredit wurde zum 31.12.2024 vollständig getilgt.
Die Eigenkapitalquote liegt bei 51%.
2.3. Risikoberichterstattung
Im Geschäftsjahr 2025/26 liegt der Fokus auf den folgenden Eckpfeilern:
- Strategischer Fokus und Wachstum auf den bestehenden Märkten - Weitere Investitionen in den Webshop (Ausweitung im Nahen Osten), flankiert durch zielgerichtete Marketingmaßnahmen Suche nach neuen Vertriebspartnern im BTB-Bereich (vor allem in Deutschland, aber auch in Osterreich und Osteuropa) - Ausbau des BTB-Geschäftes in Frankreich/ Benelux Umsetzung der beschlossenen strategischen Neuausrichtung der Niederlassung in China mit einem Partner vor Ort (Joint Venture)
Die beschlossenen Maßnahmen sollen die aktuellen Marktrisiken (Kriege Ukraine, Naher Osten, Zölle USA) ausgleichen und mittelfristig die Resilienz der gesamten Gruppe gegen internationale Krisen stärken.
Ausgehend von dieser Situation ist aus Sicht der Geschäftsführung die Fortführungsprämisse erfüllt.
Etwaige Zinsänderungsrisiken bestehen nicht, da die Gesellschaft ausschließlich eigenfinanziert ist.
Auch das Forderungsausfallsrisiko außerhalb der FREY WILLE Gruppe ist von untergeordneter Bedeutung, da der überwiegende Teil der Umsatzerlöse über Barverkäufe realisiert wird. Bei den BTB-Kunden (Wiederverkäufer) werden die offenen Forderungen laufend überwacht, da ein entsprechendes Forderungsmanagement als Teil des internen Kontrollsystems des Unternehmens installiert ist.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat das Unternehmen keine Finanzprodukte auf Wechselkurse in welcher Form auch immer genutzt. Grundsätzlich werden die Verkäufe an die Töchter in deren Landeswährung fakturiert. Durch die Vielzahl der Währungen und damit erreichter Diversifikation gleichen sich die Währungseffekte im abgelaufenen Geschäftsjahr teilweise aus und ergeben am Jahresende einen Kursgewinn in Höhe von TEUR 99.845,03.
Darüber hinaus unterhält das Unternehmen keine Finanzinstrumente.
Preisänderungsrisiken auf den Beschaffungsmärkten werden nach Möglichkeit durch entsprechendes Einkaufsmanagement minimiert.
Zuletzt wurde im Jahr 2024/2025 eine Preiserhöhung für 18 Karat Produkte aufgrund der steigenden Rohstoffpreise umgesetzt.
"FREY WILLE" GmbH & Co. KG. Wien
Beilage IV/5
3. Finanzielle Leistungsindikatoren (Kennzahlen):
3.1. Kennzahlen
| GJ 24/25 | GJ 23/24 | |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 328 793 | -844 924 |
| Umsatzrentabilität | 3% | na |
| Eigenkapitalrentabilität | 6% | na |
| Gesamtkapitalrentabilität | 3% | na |
| Nettoverschuldung | 1 168 797 | 2 096 478 |
| Nettoumlaufvermögen | 3 981 300 | 4 040 645 |
| Nettoverschuldungsgrad | 23% | 42% |
| Eigenkapitalquote | 51% | 48% |
| Umschlagshäufigkeit der Vorräte | 0,45 | 0,49 |
| Materialaufwand (inkl. BV) % Umsatz | 19% | 20% |
| Personalkosten % Umsatz | 43% | 50% |
| Sonstiger betr. Aufwand % Umsatz | 41% | 55% |
Beilage IV/6
3.2. Geldflussrechnung
Aus dem vorliegenden Jahresabschluss ergibt sich die folgende Cash-Flow Berechnung:
| in TEUR | GJ 24/25 | GJ 23/24 |
|---|---|---|
| Cashflow aus dem Ergebnis | 217 | -888 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 619 | -221 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -185 | 241 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -257 | -214 |
| Stand flüssige Mittel zu Beginn der Periode | 379 | 1 462 |
| Stand flüssige Mittel am Ende der Periode | 773 | 379 |
| Veränderung des Finanzmittelbestandes | 394 | -1 082 |
4. Sonstiges
Forschung und Entwicklung wird wie in den Vorjahren auch weiterhin betrieben.
Wien, am 29.07.2025
Die Geschäftsführung:
W
Dr. Friedrich Wille