Inhaltsverzeichnis
der
MÜROLL GmbH
Frastanz
1. Unternehmen
Die Firma MUROLL GmbH, im folgenden Gesellschaft genannt, befindet sich zu 99,98% im Eigentum der Johann und Oswald Müller Privatstiftung. Über Beteiligungen an der Müroll KFT, Budapest (99,7%), und Müroll Bulgaria Ltd, Sofia (30%), unterhält die Gesellschaft einen Produktionsstandort in Ungarn und eine Vertriebsniederlassung in Bulgarien. In Traiskirchen (Niederösterreich) werden verschiedene Raumlichkeiten in einem Gewerbepark vermietet. Auf die Produktion von Etiketten spezialisiert hat sich die LOGETT GmbH, Frastanz, an der die Gesellschaft zu 60 % beteiligt ist.
2.
Geschäftsverlauf
2.1.
Geschäfts- und Rahmenbedingungen
Die Gesellschaft beschäftigt sich mit:
• der Verarbeitung von Papier- und Kunststoffmaterialien, insbesondere der Erzeugung von Selbstklebebändern sowie von Papierrollen aller Art, • dem Handel mit Waren aller Art, insbesondere zu den im vorgenannten Punkt angeführten Erzeugnissen, • der Beteiligung an anderen Gesellschaften (Personen- und Kapitalgesellschaften), • der Vermietung von Geschäftsräumlichkeiten.
Geschäftsergebnis, Ertragslage
| Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|
| in TSD EUR | 2025 | 2024 | EUR | % |
| Rohertrag | 12.117 | 12.603 | -486 | -3,9 |
| Betriebsergebnis | 469 | 1.004 | -535 | -53,3 |
| Ergebnis vor Steuern | 789 | 1.433 | -644 | -44,9 |
| Steuern | -115 | -297 | 182 | 61,3 |
| Jahresgewinn | 674 | 1.136 | -462 | -40,7 |
Der Steigerung der Umsatzerlöse standen Preiserhöhungen beim Materialaufwand gegenüber, die auf dem aggressiven Konkurrenzmarkt (vor allem Billigimporte aus China) nicht weitergegeben werden konnten. Durch ein konsequentes Kostenmanagement konnte der Betriebsaufwand insgesamt beinahe auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Einzig den steigenden Energiekosten (-184 TEUR) konnte als energieintensiver Produktionsbetrieb nicht entgegen gewirkt werden. Die umfangreichen Investitionstätigkeiten wirkten sich in höheren Abschreibungen (-145 TEUR) aus. Der Finanzerfolg war rückläufig (- 109 TEUR) aufgrund geringerer Liquidität und fallendem Zinsniveau.
Die für die Gesellschaft wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren zur Ertragslage zeigen folgendes Bild (Vergleich 2025 zu 2024):
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | |
|---|---|---|
| EUR | EUR | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | ||
| (Earnings before Interest and Tax - EBIT) | ||
| Ergebnis vor Steuern | 789.214,12 | 1.433.243,29 |
| + Zinsen und ähnliche Aufwendungen | ||
| gem. § 231 Abs 2 Z 15 bzw. Abs. 3 Z 14 UGB | 61.749,40 | 94.699,74 |
| = Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 850.963,52 | 1.527.943,03 |
Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity - ROE)
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | ||
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern Eigenkapital *) | 3,15 | % | 5,86 % |
| *) Eigenkapital am Beginn des GJ | |||
Gesamtkapitalrentabilität (Return on Investment - ROI)
| Ergebnis vor Zinsen und | ||
|---|---|---|
| Steuern | 2,62 % | 4,84 % |
| Gesamtkapital *) | ||
| *) Gesamtkapital am Beginn des GJ |
2.2.
Vermögens- und Finanzlage
Die finanziellen Leistungsindikatoren zur Vermögens- und Finanzlage stellen sich im Vergleich zum Vorjahr (Jahr 2025 zu 2024) wie folgt dar:
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | |
|---|---|---|
| EUR | EUR | |
| Nettoverschuldung (Net Debt) | ||
| verzinsliches Fremdkapital *) | 4.902.738,03 | 5.094.734,67 |
| - flüssige Mittel | 5.958.871,55 | 7.691.274,18 |
| = Nettoverschuldung | -1.056.133,52 | -2.596.539,51 |
*) Abfertigungs-, Pensions-, Jubiläumsgeldrückstellung, Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten
| EUR | EUR | ||
|---|---|---|---|
| Nettoumlaufvermögen (Working Capital) | |||
| Umlaufvermögen, Rechnungsabgrenzungsposten | 12.795.099,71 | 13.509.531,74 | |
| - langfristiges Umlaufvermögen | 0,00 | 0,00 | |
| = kurzfristiges Umlaufvermögen | 12.795.099,71 | 13.509.531,74 | |
| - | kurzfristiges Fremdkapital | 4.437.737,40 | 4.287.153,89 |
| = Nettoum laufvermögen | 8.357.362,31 | 9.222.377,85 | |
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | |
|---|---|---|
| Eigenkapitalquote (Equity Ratio) | ||
| bereinigtes Eigenkapital *) bereinigtes Gesamtkapital | 77,75 % | 77,20 % |
| *) Egenkapital am Ende des GJ |
Nettoverschuldungsgrad (Gearing)
| Nettovers chuldung bereinigtes Eigenkapital *) | -4,11 % | -10,36 % |
|---|---|---|
| *) Eigenkapital am Ende des GJ |
Das Jahr 2025 war ein herausforderndes Jahr in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Als Folge der diversen Krisen haben die Kunden ihre Lager aufgestockt. Aufgrund einer weiterhin anhaltenden rezessiven Wirtschaftsphase hat sich der Bedarf quer durch alle Branchen rückläufig entwickelt. Für 2026 erwarten wir aufgrund neuer Krisen (Krieg im Iran) noch schwierigere Zeiten aufgrund der hohen Unsicherheiten und nicht planbarer Geschäftsverläufe in der Zukunft.
2.3.
Cash flow Kennzahlen
| in TSD EUR | 2025 | 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Finanzmittel am Beginn | 7.691 | 8.577 | -886 |
| Cash flow aus der betrieblichen Tätigkeit | 460 | 2.048 | -1.588 |
| Cash flow aus der Investitionstätigkeit | -2.130 | -2.339 | 209 |
| Cash flow aus der Finanzierungstätigkeit | -62 | -595 | 533 |
| Verfügbare liquide Mittel | 5.959 | 7.691 | -1.732 |
Die Cash flow Berechnung erfolgt durch eine Geldflussrechnung entsprechend der AFRAC-Stellungnahme 36.
2.5.
Mitarbeiter
Die durchschnittliche Dienstnehmerzahl im Geschäftsjahr 2025 lag bei 79 (Vj. 81). Für das Jahr 2026 erwarten wir einen in etwa gleichbleibenden Personalstand.
2.6. Forschung und Entwicklung
Es wurde keine Forschung und Entwicklung im eigentlichen Sinne betrieben. Produktinnovationen erfolgen in Zusammenarbeit mit den Forschungs- und Entwicklungszentren der zumeist global tätigen Zulieferfirmen.
2.7. Organisation
Die Organisation besteht aus drei Geschäftsführungsbereichen. Die technische Betriebsleitung ist den vier Produktionsabteilungen bzw. -leitungen übergeordnet. Die Verkaufs- und Marketingorganisation gliedert sich im Wesentlichen in einen Inlandsverkauf (für den österreichischen Markt) und eine Exportverkaufsabteilung.
2.8. Zweigniederlassungen
Die bisher als Zweigniederlassung geführte Betriebsstätte in A-2514 Traiskirchen dient als Vertriebsburo und -lager für die ostösterreichischen Bundesländer, wird aber zusehends immer mehr als Gewerbepark zur Vermietung von Büro- und Lagerflächen genutzt.
3. Risiko
3.1. Allgemeines Risikomanagement
Im Bereich des „human risk" zeichnen sich durch die demografischen Entwicklungen Probleme bei der Personalsuche und –einstellung ab. Dem wird man mit geeigneten Maßnahmen entgegen wirken müssen mit dem Schwerpunkt, das bestehende Personal zu halten. Im Bereich des "operational risk" (Umwelt, Management, EDV, etc.) wird den Risiken durch entsprechende Investitionen entgegengesteuert. Diese Investitionen erfolgen zunehmend unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Als energieintensives und vom Erdgas abhängiges Unternehmen sind alle Bemühungen auf eine Absicherung der Energiepreise und eine ständige Optimierung des Energieverbrauchs gerichtet.
Die Fremdfinanzierungen sind in wirtschaftlich üblichem Rahmen getätigt. Für die Absicherung von Kundenforderungen bestehen Kreditversicherungen. Das Fremdwährungsrisiko kann aufgrund der überwiegend erfolgten Fakturierung und Finanzierung auf Euro-Basis als gering eingestuft werden. Sonstige Risiken sind in der Bilanz in Form von Rückstellungen berücksichtigt.
Aus heutiger Sicht sind keine Risiken zu erkennen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.
3.2. Verhältnisse am Absatzmarkt
Auf den wichtigsten Absatzmärkten hat sich die Situation aufgrund der Krisenauswirkungen und der andauernden rezessiven Wirtschaftsphase verändert. Zusätzliche neue Krisen (z. B. Krieg im lran) führen zu Preissteigerungen durch steigende Energiepreise und Rohstoffverknappungen. Die Folge werden Preissteigerungen und mögliche Lieferprobleme sein. Die tragende Säule wird wie in den vergangenen Jahren der Exportumsatz (Exportquote 2025 ca. 66 %) sein.
3.3. Verhältnisse am Beschaffungsmarkt
Die benötigten Materialien waren in ausreichender Menge zu den gewünschten Terminen verfügbar. Die neue Krise im Iran hat Anfang 2026 im petrochemischen Bereich bereits zu Rohstoffverknappungen geführt. In der derzeitigen Situation ist es nicht abschätzbar, ob es bei den bisherigen Preissteigerungen (in Teilbereichen 70 % - 100 %) bleibt, oder ob noch weitere folgen werden.
3.4. Finanzielle Risiken
Aufgrund des vergleichsweise hohen Exportanteils von ca. 66 % (2025) werden auslandische Großkunden in der Regel kredit- bzw. forderungsausfallsversichert. Zusätzlich bestehen allgemeine bzw. pauschale Kreditversicherungen für jedes Exportland. In Absatzmärkten ohne oder mit schwierigen Kreditversicherungsmöglichkeiten wird großteils gegen Vorauszahlung geliefert. Es besteht ein strikt durchgeführtes Mahnwesen.
4. Corporate Social Responsibility (CSR)
Die Firma MÜROLL GmbH ist ein seit 1964 bestehender Familienbetrieb, der im Laufe der Zeit zu einem İndustriebetrieb mittlerer Größe gewachsen ist. Der Betrieb liegt mitten in Vorarlberg, dem westlichsten Bundesland Osterreichs. Vorarlberg zeichnet sich einerseits durch eine starke Wirtschaft mit vielen Industrieunternehmen, basierend auf Familienbetrieben, aus. Andererseits ist es eine Region mit intakter Natur, in welcher der Tourismus durch schöne und abwechslungsreiche Landschaften eine wichtige Rolle spielt. Die Menschen in diesem Land sind fleißlig, strebsam und gut ausgebildet.
Aufgrund dieser Rahmenbedingungen leben wir im Unternehmen unsere Kultur und unsere Werte. Für alle Entscheidungen werden ökonomische, ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt. Dadurch versuchen wir als Unternehmen unseren Teil zur nachhaltigen Entwicklung beizutragen und uns den zukünftigen Herausforderungen zu stellen.
Unser Unternehmen ist ISO 9001 und FSC COC zertifiziert. Im Jahr 2023 wurden wir erstmals von ecovadis bewertet und mit Bronze ausgezeichnet. Die Produktion von Klebebändern mit drei verschiedenen Beschichtungstechnologien macht MÜROLL GmbH zu einem energieintensiven Industriebetrieb. Nur durch ständige Innovationen und Investitionen ist es möglich, den Energieverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren. Beim zweiten Standbein, der Konfektionierung von verschiedensten Papierrollen, steht neben Energieeinsparungen die Rohstoffbeschaffung (FSC- und EUDR-Konformität) im Vordergrund.
1. UMWELT
Aufgrund des Produktionsprozesses ist das Unternehmen abhängig vom Erdgas für die Energieerzeugung. Der zweite wichtige Energiefaktor ist Strom. Um die zugekauften Bedarfsmengen bei Strom zu reduzieren, wurden auf der Lagerhalle und auf dem Bürodach PV-Anlagen installiert. Für Elektrofahrzeuge (KFZ und Staplergeräte) wurden Ladevorrichtungen geschaffen.
Der Wasserverbrauch konnte durch Prozessoptimierungen und Einsparungen bei der Wassernutzung gegenüber den Vorjahren reduziert werden. Im Wesentlichen wird Abwasser nicht mehr in den Kanal geleitet, sondern in wiederaufbereiteter Form als Prozesswasser der Produktion wieder zugeführt.
Durch die Investition in eine Rückgewinnungsanlage konnte die Luftverschmutzung durch organische Lösemittel reduziert werden. Die eingesetzten organischen Lösemittel werden fast vollständig absorbiert und bleiben somit im Kreislauf erhalten. Messpunkte im Kamin messen den sehr geringen Partikelausstoß, welcher von der Umweltbehörde des Landes regelmäßig kontrolliert wird.
Die Abfallentsorgung erfolgt in Zusammenarbeit mit einem lokalen Entsorgungsunternehmen durch Bereitstellung entsprechender Abfallcontainer. Sondermüll wird über zwei weitere regionale Unternehmen (je eines in Vorarlberg und Tirol) fachgerecht entsorgt.
2. ARBEITS- UND MENSCHENRECHTE
Wir beschäftigen 79 Mitarbeiterlnnen (Vollzeitäquivalent), davon zwei GeschäftsführerInnen. Neben Vollzeitstellen bieten wir auch Teilzeitmöglichkeiten an. Strukturell achten wir auf eine gute Durchmischung von männlichen und weiblichen Arbeitskräften. Der beträchtliche Anteil an ausländischen MitarbeiterInnen, vor allem in der Produktion, bestätigt unsere Integrationsbemühungen. Dazu zählen gute Arbeitsbedingungen und eine faire und leistungsgerechte Entlohnung. Neben zahlreichen zu berücksichtigenden Gesetzen sind die Kollektivverträge für die chemische Industrie Österreichs und die papierverarbeitende Industrie Osterreichs integrativer Bestandteil der Arbeitsverhaltnisse. Weiterbildung wird gefördert und bezahlt. Arbeits- und Schutzkleidung in entsprechender Qualität wird zur Verfügung gestellt. Als Sicherheitsfachkraft wurde ein externes, auf Arbeitssicherheit und -schutz spezialisiertes Unternehmen verpflichtet. Eine Betriebsärztin steht den Mitarbeiterlnnen zur Verfügung.
3. ETHIK
Unser Verhaltenskodex gilt für alle Mitarbeiterlnnen. Eine Wistleblower-Einrichtung und Mitarbeiterschulungen sollen jede Form von Korruption, Bestechung, Diskriminierung, Gewalt oder Mobbing unterbinden. Datensicherheit (sensible Mitarbeiterdaten) wird durch eine externe professionelle EDV-Betreuung bestmöglich geboten. Der Datenzugang ist nur für befugte Mitarbeiterlnnen im Rahmen ihrer Tätigkeit möglich.
4. NACHHALTIGE BESCHAFFUNG
Lieferanten werden in die Pflicht genommen durch einen zu unterschreibenden Lieferantenkodex und durch Beantwortung eines Fragebogens.
5. INVESTITIONEN 2024-2026
Das Investitionsvolumen für die Investitionen in mehr Nachhaltigkeit im Zeitraum von 2024-2026 beträgt über 8 Mio. Euro, was für unser Unternehmen in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit eine enorme Herausforderung darstellt. Wie eingangs unter Punkt 4. CSR dargestellt, liegen den Investitionsentscheidungen unterschiedliche Aspekte zu Grunde. Neben den diversen positiven Auswirkungen auf unser zukünftiges unternehmerisches Handeln vertrauen wir auf unsere Stärke, auf unsere Mitarbeiterlnnen und auf unsere Qualitätsprodukte.
5. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026
Der Umgang mit den gegenwärtigen Krisen wird zur Herausforderung auch für das kommende Geschäftsjahr. Hinzu kommt eine anhaltende wirtschaftliche Rezessionsphase. Durch die in den Punkten 3.2. und 3.3. beschriebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist für 2026 nur mit einer leichten Umsatzsteigerung bei einer stabilen und positiven Ertragslage zu rechnen.
Im Geschäftsjahr 2026 sind weitere Investitionen und Rationalisierungsmaßnahmen vor allem im Bereich der Produktionsanlagen und des Maschinenparks zur Erhaltung, respektive Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit vorgesehen. Großes Augenmerk wird dabei auf Energieeinsparungen, Prozessrationalisierungen und Reduzierung bzw. Umstieg auf Alternativen bei den Vormaterialien gelegt.
Frastanz, 30. Juni 2026
MOROLL
Daniel Müller