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Lagebericht 2025

Stadtwerke Bregenz G.m.b.H.

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 22. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. RAHMENBEDINGUNGEN

Die Stadtwerke Bregenz sind ein kommunales Unternehmen, welches sich zu 100% im Eigentum der Landeshauptstadt Bregenz befindet. Die Stadtwerke erbringen überwiegend Dienstleistungen für die Daseinsvorsorge in den Bereichen Gasversorgung (Netzbetrieb und Gashandel), Trinkwasser, Wärmeversorgung, Bäderanlagen und Stadtbus Bregenz. Seit 01.01.2021 haben die Stadtwerke die Geschäftsführung der „Am Hafen" Garagenerrichtungsund Betriebs GmbH & Co KG als allein haftende Komplementär-GmbH übernommen. 99,732% dieser Gesellschaft sind im Eigentum der Alleineigentümerin der Stadtwerke, der Landeshauptstadt Bregenz und 0,268% der Anteile wurden der Stadtwerke Bregenz GmbH übertragen. Die Betriebsführung ist seit vielen Jahren an die APCOA Parking GmbH übertragen worden. Mit Anfang 2023 wurde die Nahwärme Weidach GmbH ins Firmenbuch eingetragen, wobei die Stadtwerke 37% Gesellschaftsanteil besitzt, die weiteren Gesellschafter sind die illwerke vkw AG (37%) und die Marktgemeinde Wolfurt (26%). Seit Anfang Mai 2023 ist die Schlappack Stadtinstallateur GmbH (vormals Schlappack Installateur GmbH) eine 100%ige Tochter der Stadtwerke Bregenz GmbH.

Im Gashandel besteht seit dem 01.10.2013 eine Kooperation mit dem Landesversorger illwerke vkw AG . Im Rahmen dieser Kooperation werden die gesamten vereinnahmten Entgelte von Handelskunden der Stadtwerke zur Gänze an die illwerke vkw AG weitergeleitet. Der Gashandel ist somit seit dem genannten Zeitpunkt für die Stadtwerke ergebnisneutral, wobei die Stadtwerke für die Durchführung der Tätigkeiten in diesem Zusammenhang eine fixe jährliche Entschädigung erhalten. Diese Kooperationsvereinbarung wurde am 17.10.2023 abermals vorläufig bis zum 31.12.2027 verlängert.

Auf Grund der Erkenntnisse in Bezug auf das Kartellrecht wurde Mitte 2025 beschlossen, dass der bestehende Kooperationsvertrag frühzeitig beendet werden muss. Des Weiteren wurde vom Aufsichtsrat einstimmig beschlossen, dass die Stadtwerke ab 01.10.2026 die Geschäftstätigkeit als Gasversorger einstellen werden und somit sämtliche Gaslieferverträge mit ihren Kunden auf 30.09.2026 fristgerecht kündigen werden.

Mit der illwerke vkw AG wurde ein Dienstleitungsvertrag abgeschlossen, welcher im Wesentlichen Mitarbeitende der Stadtwerke verpflichtet, dem Kundenservice der illwerke vkw AG zur Verfügung zu stehen.

2025 wurden die strategischen Uberlegungen fortgesetzt, um die Auswirkungen der energiepolitischen Ziele - Stichwort Dekarbonisierung der Energieversorgung - auf die Stadtwerke in der Sparte Gas bzw. in Bezug auf Wärme-Energielieferungen zu bewerten. So sind gemäß aktuellem Erneuerbaren Wärmeausbaugesetz zwar die Sanierung bzw. der Ersatz von Erdgasheizgeräten im Bestand weiterhin erlaubt, allerdings sind gasgefeuerte Heizanlagen im Wohnungsneubau seit Ende 2023 untersagt.

Im Dezember 2020 wurde im Sinne der sich ändernden Rahmenbedingungen beschlossen, dass die Stadtwerke sich auch in Richtung Lieferung von erneuerbarer Wärme strategisch ausrichten wird. Somit wurden verschiedene Wärmeversorgungsprojekte ausgearbeitet, welche teilweise bereits umgesetzt und in Betrieb sind, andere sind in Umsetzung (Nahwärme Weidach, Thermische Seewassernutzung Bregenz). 2025 wurde die 2. Ausbaustufe des Biomasseheizwerks Rieden umgesetzt und in Betrieb genommen. Ebenso wurde im Oktober der Betrieb der Nahwärme Weidach aufgenommen und weitere Leitungsabschnitte hergestellt. Seit Mai 2025 werden das Seebad Bregenz und das Festspielhaus über die Seewassernutzungsanlage der Stadtwerke mit Wärme und Kälte versorgt. Weitere Projekte sind in Planung bzw. es werden Machbarkeitsstudien erstellt.

In der Wasserversorgung wurde der Notverbund mit der Gemeinde Langen bei Bregenz, welcher auch die Möglichkeit schafft, die Fluh mit Trinkwasser aus den Hochbehältern Thalbach zu versorgen, im Jahr 2025 inkl. Installation von 2 stromerzeugenden Turbinen fertiggestellt. Die Großsanierungen im Wasserwerk (u.a. Rohwasserfilter und Reinwasserbecken) wurden im Jahr 2025 großteils abgeschlossen.

Mitte 2022 wurde mit den Baumaßnahmen des Seebad Bregenz begonnen, Ende Mai 2025 wurde es eröffnet. Nachdem im Herbst 2025 das alte Hallenbad abgerissen wurde, begannen die Arbeiten zur Fertigstellung des Strandbades (i.W. Umkleide- und Duschkabine, sowie Sportflächen), sodass mit der Freibadesaison ab Mitte Mai 2026 das gesamte Angebot den Kunden zur Verfügung stehen wird.

Der Betrieb von öffentlichen Bäderanlagen ist nicht kostendeckend. Bei der Festlegung von Eintrittspreisen ist auf soziale Aspekte Rücksicht zu nehmen.

Beim Stadtbus Bregenz obliegt die Festlegung der Linienführung laut den vertraglichen Bestimmungen den zuständigen Gremien der Landeshauptstadt Bregenz. Im Berichtsjahr gab es gegenüber dem Vorjahr grundsätzlich keine Anderung bei den Fahrstrecken und den Betriebszeiten, welche 2024 teilweise verlängert wurden. Seit Ende 2025 werden auf 4 der 5 Buslinien insgesamt 5 E-Busse eingesetzt, um dieselbetriebene Busse zu ersetzen. Der Stadtbus Bregenz ist in den Verkehrsverbund Vorarlberg integriert. Die Beförderungspreise im öffentlichen Nahverkehr, inklusive der Einnahmen aus Entschädigungen für die Schüler- und Lehrlingstransporte sowie aus Subventionen der öffentlichen Hand, sind nicht kostendeckend. Aus diesem Grund hat sich die Landeshauptstadt Bregenz vertraglich dazu verpflichtet, den Stadtwerken den jährlichen Abgang zu ersetzen. Die Ermittlung des Abganges erfolgt hierbei über einen separaten Abrechnungskreis innerhalb der Buchhaltung.

2. GESCHÄFTSVERLAUF

Die Umsatzerlöse des Gesamtunternehmens liegen im Berichtsjahr rund 4% über den Planerlösen, was vor allem den Sparten Wasser, Bäder und Stadtbus zuzuschreiben ist. Gleichzeitig liegen die Gesamterlöse rd. 8,0% unter jenen des Vorjahres, was zur Gänze der Sparte Gas zuzuordnen ist, da es im Vergleich zum Vorjahr deutliche Gasenergiepreissenkungen für die Kunden gab.

Die Gesamtaufwendungen 2025 waren rd. 1,4% unterhalb der Planungsvorgaben, und rd. 4,0 % unter jenen des Vorjahres.

Die Betriebsergebnisse in den Sparten Wärme und Bus liegen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. In den Sparten Wasser und Gas (- 14%) stellen sich die Ergebnisse schlechter als im Vorjahr da, vor allem in der Sparte Wasser, da sich hier Großsanierungen im Aufwand signifikant niederschlagen (negatives Spartenergebnis). Das Spartenergebnis Bäder hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert (+ 11%).

In Bezug auf die Planungen für das Jahr 2025 stellt sich das Betriebsergebnis deutlich besser als geplant dar, etwa rd. 46%, aber dennoch negativ. Dies ist einerseits auf das deutlich bessere Ergebnis in der Sparte Gas und andererseits vor allem auf Grund der besseren Ergebnisse in den Sparten Wärme und Bäder, welche bei der Erstellung der Prognose sehr schwer zu prognostizieren waren, da viele unbekannte Faktoren ohne Erfahrungswerte bestmöglich eingeschätzt werden mussten.

Insgesamt sind das Betriebsergebnis und das Ergebnis vor Steuern 2025 unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhalts deutlich besser ausgefallen als geplant, aber deutlich schlechter als im Vorjahr.

Der Abgang des Stadtbus Bregenz wird in einem eigenen Buchungskreis ermittelt und laut den vertraglichen Bestimmungen zur Gänze von der Landeshauptstadt Bregenz den Stadtwerken vergütet. Dadurch weisen die Liquiditätslage und die Finanzausstattung ein deutlich besseres Bild auf als durch die Ertragssituation zu erwarten wäre.

Das Finanzergebnis 2025 ist geprägt durch das gegenüber dem Vorjahr gesunkene Zinsniveau im Euroraum, somit deutlich unterhalb jenem des Vorjahres. Allerdings liegt das Finanzergebnis deutlich über den Erwartungen, vor allem wegen verzögerter Schlussrechnungen bei den Großprojekten.

Das Gesamtvermögen des Unternehmens 2025 hat sich gegenüber dem Vorjahr erhöht, vor allem durch die in Bau befindlichen Anlagen, welche zum überwiegenden Teil im Jahr 2025 in Betrieb genommen wurden. Langfristige Forderungen aus Förderungen sind nun im Anlagevermögen mit rd. 1,46 Mio. EUR dargestellt, sodass das Anlagevermögen gegenüber 2024 um rd. 24% gestiegen ist. Die Anlagen im Bau wurden aus einbehaltenen Gewinnen der Vorjahre und einem Kapitalzuschuss der Eigentümerin finanziert. Die liquiden Mittel haben sich gegenüber dem Vorjahr um rd. -5,4% und die Bilanzsumme gesamt hat sich um rd. 23% verändert. Das Unternehmen verfügt weiterhin über ein solides und gesundes finanzielles Fundament.

Beteiliqungen:

„Am Hafen" Garagenerrichtungs- und Betriebs GmbH & Co KG

Die Umsatzerlöse und auch das Betriebsergebnis liegen im Bereich der Planungen für 2025. Der Haupteigentümerin wird den Gewinn wiederum dem Eigenkapital (Gewinnrücklagen) zuzuweisen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
S T A DTWE R KE

Nahwärme Weidach GmbH

2025 wurden die Bautätigkeiten am Heizwerk und an Rohrleitungsnetzen in Bregenz und Wolfurt fortgesetzt, sodass das Heizwerk im Oktober in Betrieb genommen werden konnte und somit auch die Verteilung und Verrechnung von Wärme gestartet wurde.

Schlappack Stadtinstallateur GmbH

Das Betriebsergebnis 2025 der Schlappack Stadtinstallateur GmbH entspricht den Planungen. Der Gewinn wird auf neue Rechnung der Gesellschaft vorgetragen.

3. FINANZIELLE UND NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Die wirtschaftliche Lage im Geschäftsjahr 2025 stellte sich im Einzelnen wie folgt dar:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
20252024
in T€in T€
4.1.1. Ergebnis vor Zinsen und Steuern-1.238-193
4.1.2. Eigenkapitalrentabilität-4,5%-0.9%
4.1.3. Gesamtkapitalrentabilität-2,4%-0,5%
4.1.4. Nettoverschuldungkeinekeine
4.1.5. Nettoumlaufvermögen4.2975.150
4.1.6. Eigenkapitalquote51,2%59,2%
4.1.7. Nettoverschuldungsgrad

4.1.8. Cash Flow Kennzahlen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
a. Nettogeldfluss aus der betrieblichen
Tätigkeit-2.881-861
b. Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit-3.631-5.923
c. Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit6.0188.976

Die Kennzahlen werden gemäß dem Fachgutachten der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer KFS / BW3 ermittelt.

Zum Ende des Wirtschaftsjahres waren 53 Mitarbeitende aktiv im Unternehmen beschäftigt (bei Umrechnung von Teilzeitbeschäftigten in Vollzeitbeschäftigte). 26 Mitarbeitende waren mit einem reduzierten Beschäftigungsgrad angestellt (13% bis 80%). Zum Stichtag 31.12.2025 waren des Weiteren 10 Schwimmlehrer: innen auf Stundenbasis tätig.

4. RISIKOBERICHT

Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 und auch zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung waren keine erhöhten Risiken erkennbar, die einzeln oder in Wechselwirkung miteinander bestandsgefährdende Auswirkungen für die Stadtwerke Bregenz gehabt hätten. Als maßgebliche Risiken für die Stadtwerke sind, nach Wegfall des Beschaffungsrisikos und des Marktrisikos beim Gashandel auf Grund der Kooperation mit der illwerke vkw AG, das Anlagenrisiko im Gas-, Wärme- und Wasserbereich, untergeordnet die Anschlussdichte an die Wärmenetze sowie das Finanzrisiko einzustufen. Versicherbare Risiken werden nach wirtschaftlichen, rechtlichen (z.B. Gaswirtschaftsgesetz) und technischen Gesichtspunkten durch entsprechende Versicherungsverträge abgedeckt.

Die aktuellen Rahmenbedingungen in Bezug auf die angestrebte Energiewende werden die Sparte Gas mittelfristig betreffen. Ein erhöhtes wirtschaftliches Risiko ist auf Grund des regulierten Netzbetriebes und der Kooperation im Gashandel mit der illwerke vkw AG nicht gegeben. Auf Grund des Beschlusses, die Geschäftstätigkeit im Gashandel gänzlich einzustellen, ist hier selbsterklärend kein Risiko mehr gegeben. 2022 wurden für die 4. Regulierungsperiode, also bis einschließlich 2027, die Rahmenbedingungen für den Netzbetrieb festgelegt. Zukünftig werden weitere richtungsweisende Bundesgesetzbeschlüsse erwartet, welche die zukünftige Rolle der Gasinfrastruktur im Zuge der Energiewende beeinflussen werden, und somit möglicherweise auch weitere strategische Veränderungen für die Stadtwerke mit sich bringen werden.

Für die Stadtwerke Bregenz mit ihren anlagenintensiven Bereichen in der Gas-, Wärme- und Trinkwasserversorgung stellt die Zuverlässigkeit der technischen Infrastruktur einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Aus diesem Grunde wird auf die Einhaltung hoher technischer Standards geachtet. Für den Gasnetzbetrieb und für die Wasserversorgung wurde daher ein Qualitätsmanagement-System eingeführt. Seit 2009 sind der Gasnetzbereich und seit 2013 die Wasserversorgung durch die autorisierte Zertifizierungsstelle der Osterreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (OVGW) zertifiziert. Die Finanzierungen für die Thermische Seewassernutzung sind über einen zinsfreien Kapitalzuschuss der Landeshauptstadt Bregenz und eine Fördermittelzusage durch die KPC abgesichert. In den Bäderanlagen werden die Gefahrenpotentiale auf Basis des ASchG jährlich durch einen externen Fachmann evaluiert und in der Folge Unterweisungen der Mitarbeitenden durchgeführt.

Fremdmittel wurde über Kreditverträge mit der Landeshauptstadt Bregenz für die Kapitaleinlage in die Nahwärme Weidach GmbH und für die Finanzierung der 2. Ausbaustufe Heizwerk Rieden aufgenommen.

Zur Reduktion des Risikos durch Cyberkriminalität werden die Schutzmaßnahme laufend, auch durch einen externen Dienstleister, bewertet und gegebenenfalls angepasst. Die Datenserver sind in das Rechenzentrum der Landeshauptstadt ausgelagert und werden dort professionell bestmöglich gesichert und geschützt. Die Mitarbeitenden werden in regelmäßigen Abständen in Bezug auf Cyberkriminalität geschult.

Die Übernahme der operativen Geschäftsführung als Komplementär der „Am Hafen“ Garagenerrichtungs- und Betriebs GmbH & Co KG durch die Stadtwerke Bregenz GmbH bringt grundsätzlich die Haftung für deren Geschäftstätigkeit mit sich. Dieses Risiko wurde einerseits

als äußerst gering von den jeweiligen Wirtschaftsprüfern der beiden Vertragsparteien eingestuft, zumal entsprechende Versicherungen für den Betrieb vorliegen und die Co KG keinerlei Fremdkapital (außer die üblichen bilanziellen Verbindlichkeiten) in Anspruch nimmt. Vertraglich wurde die jährliche Auszahlung einer Haftungspauschale an die Stadtwerke vereinbart.

Die breite Streuung der Geschäftsaktivitäten der Stadtwerke Bregenz wirkt für die gesamte Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage ausgleichend. Die Unternehmensgröße bleibt überschaubar und die strategische Ausrichtung ist auf die Kernkompetenzen fokussiert.

Die frei verfügbaren Finanzmittel der Stadtwerke sind kurz- bis langfristig veranlagt. Die Veranlagung erfolgt entweder in mündelsicheren Wertpapieren oder als Festgeld bzw. als kurzfristige Veranlagung bei Banken bester Bonität. Die Veranlagungen erfolgen ausschließlich ohne Währungsrisiko im Euro. Derivative Finanzinstrumente wurden und werden nicht eingesetzt. Jedenfalls werden bei Neuveranlagungen alle Vorgaben des Landesgesetzes LGBI.Nr. 33/2014 über ein Spekulationsverbot des Landes, der Gemeinden und sonstiger öffentlicher Rechtsträger berücksichtigt.

5. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Stadtwerke betreiben keine eigene Forschung und Entwicklung, partizipieren jedoch indirekt an der Forschung und an der Entwicklung über die Gasgeräte-Hersteller oder von beauftragten Gutachten und Forschungsprojekten der OVGW. Hierfür wurden die anerkannten OPEX aller Gasnetzbetreiber um 5% erhöht, um diese in Branchenforschungstätigkeiten zu investieren. Hier ist im Besonderen die Fachverbandskampagne „Greening the Gas" und „H2- Readyness“ hervorzuheben, welche die Rolle der Gasinfrastruktur bei der sogenannten Energiewende (Dekarbonisierung des Energiesystems, Sektorenkopplung etc.) klären soll bzw. eruiert, welchen Anteil die Gasbranche hier im Stande ist zu leisten (z.B. Biogasmengen, Synthetisches Gas, Beimischung bzw. Transport von „grünem" Wasserstoff).

Im Zuge des Betriebes der Seewassernutzungsanlage werden Untersuchungen und betriebliche Verfahren getestet und überwacht, um die negativen Auswirkungen auf sämtliche Leitungsanlage durch Quaggamuscheln zu erforschen bzw. gezielt zu bekämpfen.

6. AKTUELLE LAGE DER GESELLSCHAFT UND BERICHT ÜBER WESENTLICHE VORKOMMNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Die Sparten Gas- und Wasserversorgung entwickeln sich grundsätzlich entsprechend den Planungen bzw. den Vorjahren. Die signifikanten Preiserhöhungen der letzten Jahre im Tief- und Hochbau führen weiterhin zu erheblichen Verteuerungen der Aufwendungen bei Bautätigkeiten, was im Leitungsbau, auch bei den anstehenden Leitungsabschnitten für die Seewassernutzungsanlage und der Nahwärme Weidach, zu spüren ist. Ob es auf Grund der Kriegshandlungen in der Ukraine und im Nahen Osten bzw. durch die Veränderung der Handelsbeziehungen zu den USA zur Verknappung von Erdgas kommen könnte, lässt sich derzeit nicht einschätzen, wobei hier das kurzfristige wirtschaftliche Risiko nicht bei den Stadtwerken liegt.

Grundsätzlich haben sowohl der Bund und unser Kooperationspartner gesetzlich vorgegebene Erdgasmengen in Gasspeichern eingelagert. 2026 werden die Erdgaspreise für den Endkunden im Bereich jener Preise von 2025 bleiben jedenfalls bis 30.09.2026 bei den bis dahin von den Stadtwerken versorgten Kunden, auch der Rückgang der Anzahl an versorgten Zählpunkte auf Grund der gesetzlichen Rahmenbedingungen wird sich fortsetzen. 2026 werden erste Gasmengenreduktionen durch die Inbetriebnahme der Seewassernutzung und der Nahwärme Weidach erkennbar werden, wobei keine merklichen monetären Auswirkungen auf die Stadtwerke auf Grund der Rahmenbedingungen in der Sparte Gas 2026 für die Stadtwerke erkennbar sein dürften.

Ende April 2026 wurden die Kündigungsschreiben zur Einstellung der Gaslieferung ab 01.10.2026 an alle Kunden versandt, außerdem die Information der Einstellung der Tätigkeit als Gasversorger an alle relevanten Marktteilnehmer, wie z.B. die Regulierungsbehörde. Ab Herbst 2026 werden Mitarbeitende der Stadtwerke im Kundenservice der illwerke vkw AG tätig sein.

Auf Grund strategischer Entscheidungen in Hinblick auf die zukünftige Rolle der Gasinfrastruktur bzw. alternativer Wärmeversorgungspotentiale in Bregenz wird 2026 die Hauptleitungstrasse der Seewassernutzungsanlage in Richtung Bregenzer Innenstadt weiter vorangetrieben. Außerdem werden auch die Leitungsnetze der Nahwärme Weidach sowohl in Bregenz als auch in Wolfurt weiter ausgebaut.

Die Bäderanlagen werden 2026 erstmals alle Bereiche im Endausbau den Bade- und Saunagästen anbieten können, was weiterhin zu organisatorischen Weiterentwicklungsprozessen führen wird.

Im Parkhaus am Hafen muss das Kassasystem auf Grund des Alters der bestehenden Anlage (keine Ersatzteillieferungen mehr möglich) erneuert werden.

2026 werden zwei weitere E-Busse auf 4 der 5 Buslinien des Stadtbus Bregenz eingesetzt, also in Summe dann 7 E-Busse.

In 2026 werden die Stadtwerke die gesetzlichen Vorgaben des NISG 2 umsetzen müssen. Bei den Planungen für 2026 wurden u.a. die Auswirkungen der Voll-Inbetriebnahme des Seebades Bregenz und die erhöhten Energieliefermengen der Sparte Wärme berücksichtigt. Auf Grund der „üblichen" Erlöse in den Sparten Gas und Wasser, dem Kapitalzuschuss durch die Landeshauptstadt Bregenz für die Seewassernutzungsanlage und entsprechenden Kreditverträge mit der Landeshauptstadt Bregenz für den Kapitalzuschuss in die Nahwärme Weidach GmbH und für die Finanzierung des Heizwerkes Rieden ist die notwendige Liquidität gegeben.

Im ersten Quartal 2026 ist ein Pensionist verstorben, sodass die Rückstellungen für diesen Pensionisten aufgelöst werden, d.h. rd. 1,0 Mio. EUR.

Beteiliqungen:

„Am Hafen" Garagenerrichtungs- und Betriebs GmbH & Co KG Die Einfahrten in das Parkhaus Am Hafen dürften aus aktueller Sicht 2026 im Bereich der Jahre 2024 und 2025 liegen.

Nahwärme Weidach GmbH

Das Leitungsnetz wird weiter ausgebaut und somit durch den Anschluss weiterer Objekte die verteilte Wärmemenge gegenüber 2025 signifikant steigen, u.a. durch die Belieferung des LKH- Bregenz ab Mai 2026.

Schlappack Stadtinstallateur GmbH

Der Geschäftsverlauf entspricht den Planungen für 2026.

DI Dr. Wolfgang Winkler

Geschäftsführer

Bregenz, am 28. §. 202

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