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LAGERBERICHT
I. GESCHÄFTSVERLAUF
Die ELSTA-Mosdorfer GmbH entwickelt, produziert und liefert Kabelverteiler- und Schaltschränke aus (glasfaserverstärktem) Kunststoff sowie Transformatorstationen. Es werden Kunden in den Bereichen Energieversorgung, Schaltanlagenbau, Signal- und Verkehrstechnik, sowie der Telekomunikation bedient. Der Vertrieb der Produkte an gewerbliche Nutzer erfolgt über den Großhandel. Der größte Teil der Energieversorger, einige Industriekunden sowie Kunden in der Signal- und Verkehrstechnik werden direkt beliefert.
Der Berichtszeitraum umfasst den Zeitraum vom 01.07.2024 bis zum 30.06.2025.
Trotz der konjunkturell schwierigen Lage konnte ein Umsatzwachstum erzielt werden.
Im Berichtsjahr ist die durchschnittliche Mitarbeiterzahl gegenüber dem Vorjahr daher von 240 auf 268 gestiegen. Dabei ist auch der Anteil der Angestellten gestiegen (von 94 auf 106). Hintergrund ist die Funktion von Kaindorf als Headquarter der KNILL Gruppe. Durch die Akquise von EBG electro wurde diese Funktion noch einmal wichtiger. Die Personalkostenquote (ohne Leihkräfte) liegt mit 20,0 % über den 19,4% des Vorjahres. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit 8,4 % unter den 10,8 % des Vorjahres. Die Personalkostenquote ergibt sich aus dem Verhältnis „Summe Personalaufwand zu Nettoerlösen“. Die Prozentangabe bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ergibt sich aus dem Verhältnis „Summe sonstige betriebliche Aufwendung zu den Nettoerlösen“.
Durch die allgemeine Entspannung des Arbeitsmarktes war es möglich, die für das Umsatzwachstum benötigten Mitarbeiter zu rekrutieren.
Nach Verrechnung der Abschreibungen verringerte sich das Sachanlagevermögen um 207T€ auf 9.844T€ (Vorjahr 10.051T€).
II. ENTWICKLUNG
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG
Der Umsatzrückgang, durch die schwache Bauwirtschaft, begleitet uns seit 2023 und hat sich auch im letzten Wirtschaftsjahr fortgesetzt. Die Ziele des europäischen Green Deal blieben im Wesentlichen unverändert. Die Investitionen in den Netzausbau, Trafostationen für die E-Mobility usw. sind aber nach wie vor verhalten. Mitverantwortlich dafür ist wahrscheinlich, dass sowohl in Deutschland als auch in Österreich neue Regierungen gebildet wurden, die Arbeit aufgenommen haben. In Deutschland wurde ein Sondervermögen in Milliardenhöhe, zum Erreichen der Klimaneutralität bis 2045, im März 2025 beschlossen.
UNTERNEHMENSENTWICKLUNG
Die wirtschaftliche Situation wird voraussichtlich im nächsten Jahr ähnlich sein wie im abgelaufenen Wirtschaftsjahr: Der Anteil am Geschäft in Deutschland wird weiterwachsen. In Österreich gehen wir von einem in Summe ähnlichen Geschäftsgang wie im abgelaufenen Wirtschaftsjahr aus.
In Deutschland konnten wir zusätzlich zu unserem bisherigen Geschäft im letzten Wirtschaftsjahr einen weiteren Großauftrag akquirieren. Hier treten wir als Komponentenlieferant für unseren Mitbewerber auf und erreichen so Kunden, die uns sonst nicht zugänglich wären. Die Lieferungen beginnen im vollen Umfang im Herbst 2025.
Der Exportmarkt hat sich als echter Faktor etabliert, der Geschäftsgang war im Vorjahr stabil und wir sehen hier nach wie vor Chancen.
Im jungen Geschäftsfeld mit Transformatorstationen haben wir das stärkste Wachstum (relativ) für 2025/26 geplant. Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr konnten wir eine durchgehende 2-Lieferantenstrategie für alle Hauptkomponenten umsetzen, so dass wir für weiteres Wachstum gut gerüstet sind.
Die weitere Ausdifferenzierung von Zentralfunktionen (Headquarter) und lokalen Aufgaben wird eine der Hauptaufgaben für die Organisationsentwicklung 2025/26 sein.
ERTRAGSLAGE
Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) liegt bei 9.343T€ (VJ: 5.347T €). Das Betriebsergebnis liegt bei 9.187T€ (VJ: 5.847T€) Die Materialquote liegt unter dem Vorjahr. Das Jahresergebnis liegt mit 7.052T€ (VJ: 4.235T€), bedingt durch die niedrigere Materialquote, über dem Vorjahr.
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Der Wert der Finanzanlagen liegt, durch die nachträgliche Korrektur von Anschaffungskosten, unter dem Vorjahr, bei 13.734T€ (VJ: 13.741T €). Der Wert der Vorräte erhöhte sich auf 11.539T€ (Vorjahr 8.424T€).
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne solche gegen verbundene Unternehmen erhöhte sich um 937T€ auf 9.273T€ (Vorjahr 8.336T€). Die höheren Forderungen gegenüber Kunden sind bedingt durch den gestiegenen Umsatz gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber verbundenen Unternehmen besteht auf Grund gewährter Darlehen eine Forderung von 8.896T€ (Vorjahr 8.917T€).
Unter Berücksichtigung des im Geschäftsjahr ausgewiesenen Jahresgewinns weist die Bilanz ein Eigenkapital in Höhe von 29.440 T€ (Vorjahr 22.388T€) auf. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 54,1% (Vorjahr 44,6%) der Bilanzsumme.
Der Betrag für Rückstellungen reduzierte sich im Berichtsjahr von 5.294T€ um 111T€ auf nunmehr 5.183T€.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierte sich von 5.105T€ um 1.369T€ auf 3.736T€.
ZWEIGNIEDERLASSUNGEN
Neben dem Hauptsitz in Kaindorf wird in Trumau eine Zweigniederlassung betrieben, die eine kurzfristige und direkte Versorgung unserer Kunden im Zentralraum Wien und Ostösterreich sicherstellt. Neben den Energieversorgern werden von Trumau auch insbesondere Kunden im Bereich Verkehrstechnik und Telekom bedient. Auch diese Niederlassung hat sich gut entwickelt und konnte den Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht steigern.
TOCHTERUNTERNEHMEN
Die Tochtergesellschaft Elsta Mosdorfer Bosnia d.o.o. (EMB) in Bosnien hat die Schwerpunkte Fertigung von Metallkomponenten, Montage von Kabelverteilerschränken sowie das Pressen der glasfaserverstärkten Kunststoffgehäuseteile. EMB ist ein sehr kompetenter und zuverlässiger Lieferant innerhalb der Elsta Mosdorfer Gruppe. Die Betriebsleistung ist zum überwiegenden Teil abhängig von Bestellungen des Stammwerkes in Kaindorf (inklusive Umlagerungen nach Trumau), aber auch von Elsta Mosdorfer d.o.o. in Kroatien, für die EMB exklusiv produziert. EBG electro bezieht ebenfalls einen Teil der Pressteile von EMB.
Die Tochtergesellschaft Elsta Mosdorfer d.o.o. (EMC) in Kroatien bedient die Märkte Kroatien und Ex-Jugoslawien. Hauptkunde der Elsta Mosdorfer d.o.o. ist das nationale Energieversorgungsunternehmen HEP, das über lokale Großhändler beliefert wird.
Die Tochtergesellschaft Elsta-Mosdorfer Deutschland GmbH (EMD) wurde im November 2014 gegründet und betreut als Vertriebsgesellschaft den deutschen Markt. Die Belieferung der deutschen Kunden und die Fakturierung erfolgt direkt durch die österreichische Muttergesellschaft. Die Elsta Mosdorfer Deutschland GmbH (EMD) wurde im abgelaufenen Wirtschaftsjahr in die vormals „Gebr. Köhn INSELEC GmbH“ verschmolzen. Die Gebr. Köhn INSELEC GmbH wurde im Zuge der Verschmelzung in „Elsta Mosdorfer Deutschland GmbH“ umbenannt.
Die Tochtergesellschaft, vormals Gebr. Köhn Inselec GmbH, wurde im Dezember 2022 erworben. Nach der Verschmelzung mit der „Elsta Mosdorfer Deutschland GmbH“ wird sie unter dem Namen der aufgenommen Gesellschaft weitergeführt. Die Integration des neuen Unternehmens läuft. Das Unternehmen soll Kunden im deutschen Markt bedienen, sowie Engineering Leistungen für die Muttergesellschaft erbringen. Es wird aber verstärkt daran gearbeitet, die neue Gesellschaft zum zuverlässigen Partner für den Bau von Schaltanlagen in den neuen Bundesländern zu entwickeln. Ein großer Schritt wurde mit dem Erlangen des ISO-Zertifikats gesetzt.
Die Tochtergesellschaft EBG Electro GmbH wurde im April 2024 erworben. Es handelt sich um ein Unternehmen das, wie auch die österreichische Muttergesellschaft, hauptsächlich Kunden im Bereich Energieversorgung bedient. Das Unternehmen verfügt über ein eigenes Presswerk und deckt den größten Teil des Bedarfs an Kunststoffteile durch die eigene Produktion ab. Ein wesentlicher Unterschied zur Muttergesellschaft ist die Kundenstruktur. Die EBG electro GmbH ist eine sehr gute Ergänzung, weil sie Kunden einbringt, die in der Vergangenheit nicht bedient werden konnten.
Die Tochtergesellschaft EBG Innolab GmbH wurde auch im April 2024 gekauft. Es handelt sich um ein Unternehmen, das sich mit der Entwicklung von Automatisierung beschäftigt. Vor dem Verkauf des Unternehmens wurden Automatisierungsprojekte für die EBG Elektro GmbH, aber auch für externe Kunden umgesetzt. Die letzten Kundenprojekte wurden erfolgreich beendet. Die EBG Innolab GmbH wird keine Kundenprojekte mehr akquirieren, sondern die Automatisierung in der eigenen Gruppe vorantreiben.
Alle Tochtergesellschaften konnten im abgelaufenen Wirtschaftsjahr Umsatzsteigerungen realisieren.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Zu den wesentlichen, nicht finanziellen Leistungsindikatoren gehören die Liefertreue und Kundenqualität. Die Liefertreue bezogen auf den ersten bestätigten Liefertermin hat sich
im abgelaufenen Wirtschaftsjahr für den Markt Österreich und den Export auf 94% verschlechtert. Hintergrund sind in erster Linie Probleme mit der Versorgung einzelner Komponenten. Für Deutschland hat sich dieser Wert auf 81% verbessert (Vorjahr 75%).
Die Kundenqualität (alle Kunden: AT, DE, Export) betrug im Monatsmittel 1.053 ppm. Die Kennzahl stellt das Verhältnis aus anerkannten Reklamationen in Stück, pro Million gelieferter Stück dar.
III. RISIKO UND CHANCEN
FINANZIELLE RISIKEN
UMSATZ/ABSATZ
Der Nettoumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 10,14% Der Umsatz konnte sowohl im Inland als auch im Ausland gesteigert werden. Es konnte eine Steigerung im Großhandelssegment und bei den Energieversorgern erzielt werden. Das Wachstum im Großhandel lag aber deutlich unter dem der Energieversorger.
Die Umsatzsteigerung in Deutschland wurde im Wesentlichen im EVU-Bereich lukriert. Der Umsatz in Südosteuropa und der übrige Exportumsatz ist ebenfalls gestiegen. Wir gehen davon aus, dass wir noch einige Jahre von Investitionen in Technologien zur Stromerzeugung (PV, Wind) und Stromnutzung (e-mobility, Bahnausbau) profitieren werden und das Umsatzwachstum aus diesem Bereich zumindest mittelfristig nachhaltig ist.
Umsatzerlöse
Die Aufteilung der Umsatzerlöse setzt sich wie folgt zusammen:
| 2024/25 | 2023/24 | |
|---|---|---|
| Inlandsumsätze | 41.985.792,55 | 39.414.461,57 |
| Exportumsätze | 46.800.533,55 | 41.195.697,23 |
| Gesamt | 88.786.326,10 | 80.610.158,80 |
BESCHAFFUNG
Die Preisrallye der letzten Jahre hat sich im abgelaufenen Wirtschaftsjahr gedreht. Der vom Einkauf bei ELSTA Mosdorfer ermittelte „Index“, der auf Grund der Preissteigerungen bzw. -reduktionen des „ELSTA Mosdorfer Warenkorbs“ errechnet wird, liegt um 0,29% unter dem Wert des Vorjahres.
Die Liefertreue der Lieferanten liegt in Summe auf Vorjahrs-Niveau.
ZAHLUNGSFÄHIGKEIT
Die Liquidität wurde im Berichtszeitraum durch einen positiven operativen Cash-Flow in Höhe von 3.633T€ (Vorjahr: von 4.784T€) sichergestellt. Darüber hinaus bestehen gruppeninterne Finanzierungsmöglichkeiten über gruppeninterne Darlehen und Cash Balancing sowie der Kreditlinie zur Betriebsmittelfinanzierung. Dadurch ist die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft zu jedem Zeitpunkt gesichert. ELSTA Mosdorfer besitzt bzw. managt keine derivativen Finanzinstrumente.
NICHT-FINANZIELLE RISIKEN
Auf Grund der Planung für die kommenden Jahre ist die Versorgung mit qualifizierten Arbeitskräften nach wie vor ein Schlüsselthema, in vielen Bereichen hat sich die Lage aber etwas entspannt.
OPERATIVE RISIKEN
Wie immer ist die Unterbrechung der Teileversorgung durch Werkzeug- oder Maschinenbruch oder Transportverzögerungen (Grenze, Zoll) ein Risiko. Wir bemühen uns dieses Risiko durch eine Redundanz bei den wichtigsten Werkzeugen/Stammformen abzumindern. In den letzten zwei Jahren haben wir in Summe in vier große neue Pressen in unserem Presswerk in Bosnien investiert. Neben der Kapazitätserweiterung ist dabei die Risikominderung ein Hauptgrund für dieses Investment.
Der Verlust von Kunden oder Aufträgen ist ein weiteres Risiko. Die Kundenbasis ist zwar breit, es gibt aber doch zahlreiche Kunden mit einem erheblichen Umsatzanteil. Zur Risikoabsicherung wird eine weitere Verbreiterung der Kundenbasis angestrebt, also Neukunden (insbesondere in Deutschland) und der Vertrieb von für uns neuen Produkten (Transformatorstationen in Österreich und Deutschland).
Die operativen Risiken und Chancen durch die EBG-Übernahme wurden gut gemeistert. Im zweiten gemeinsamen Jahr stehen weitere Optimierungen bevor.
Chancen sehen wir insbesondere auch in der Automatisierung und Digitalisierung.
Die Umsetzung eines innovativen Entgratungsprojekts durch innolab für unseren bosnischen Standort war dabei das größte bisherige in-house Automatisierungs-Projekt. Dieses konnte im abgelaufenen Wirtschaftsjahr weitgehend abgeschlossen werden.
Die Einführung von BC24 bei ELSTA Mosdorfer GmbH und allen Töchtern außer EBG electro und innolab schafft die Basis für weitere Digitalisierungslösungen. Auch die Nutzung von Power BI und KI nahm im abgelaufenen Jahr Fahrt auf und wird fortgesetzt.
IV. AUSBuck
Die Schwerpunkte im nächsten Geschäftsjahr sind die Erweiterungs-/Erneuerungsvorhaben an den Standorten Trumau und Kaindorf, die Vorbereitung des IT-Systems auf eine Migration in die Cloud (Saas – Pilot ist EBG electro), die Erweiterung des Trafostationenportfolios sowie die Umsetzung einer weiteren Automatisierungslösung. Trotz „stop-theclock“ werden wir uns auch im kommenden Wirtschaftsjahr auf die ESG- bzw. EU-Taxonomie-Berichtspflichten vorbereiten.
Forschung und Entwicklung
Schwerpunkt bleibt die Weiterentwicklung und Vergrößerung unseres Trafostationenportfolios. Nach der Freiprüfung weitere Schaltanlagenhersteller und sogenannter SF6- freier Schaltanlagen (müssen immer als System gemeinsam mit der Trafostation geprüft werden) im abgelaufenen Wirtschaftsjahr, ist im neuen Geschäftsjahr die Entwicklung und Prüfung einer neuen Leistungsklasse (2.000 kVA-Transformatorstation) geplant.
Kaindorf, 04. August 2025
Robert Rappold
As canea
DI Mag. Sabine Wagner