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Lagebericht 2025

JAF-Group AG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 28. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

Der vorliegende Lagebericht wurde für Zwecke der Offenlegung auf die gesetzlich erforderlichen Angaben reduziert.

A. Geschäftsverlauf

1. Allgemeine Wirtschaftsentwicklung1

Osterreich kann im Jahr 2025 die hartnäckige zweijährige Rezession endlich hinter sich lassen. Durch eine leichte konsumgetriebene Erholung kam es zu einem BIP-Wachstum von 0,6% (2024: -0,7%). Die weltweiten geo- und handelspolitischen Rahmenbedingungen sowie die strukturellen Herausforderung im Inland tragen jedoch dazu bei, dass die Rückkehr auf den Wachstumspfad verhaltener ausfällt als in früheren Erholungsphasen und belasten die mittelfristigen Wachstumsaussichten. Für das Jahr 2026 wird dennoch ein unterdurchschnittlicher Aufschwung erwartet.

Osterreich war das einzige Land in der EU mit zwei Rezessionsjahren in Folge. Auch im laufenden Jahr verharrte die heimische Wirtschaftsleistung in der Stagnation, während das EU27-BIP um 1,6% im Jahr 2025 zulegen durfte. Der Dienstleistungssektor entwickelt sich seit geraumer Zeit besser als der produzierende Bereich, so auch im Jahr 2025. Während die Herstellung von Waren sowie der Bau nochmals Wertschöpfungsrückgänge von -0,5% erleiden, verzeichnen einige Dienstleistungsbranchen Zuwächse, allen voran der stark expandierende öffentliche Sektor (+2,5%). Mit einer breiten Branchenbelebung wird erst im Jahr 2026 gerechnet, das WIFO erwartet im nächsten Jahr ein BIP-Plus von 1,1% bzw. das IHS einen BIP-Zuwachs von 0,9%.

Die Verbraucherpreise in Österreich haben sich im Jahresdurchschnitt 2025 um +3,6% gegenüber 2024 erhöht. Osterreichs Inflation liegt damit weiterhin deutlich über dem Euroraum-Durchschnitt (+2,1%). Durch die Rezessionsjahre und die kräftigen Lohnsteigerungen wurden die Finanzpolster der Unternehmen geschmälert und so kam es zu weniger Erweiterungsinvestitionen. Die Bruttoanlageninvestitionen bewegen sich 2025 insgesamt um die Nulllinie: Das WIFO erwartet einen leichten Rückgang um -0,3% während das IHS von einem moderaten Zuwachs um 0,3% ausgeht.

2. Ertragslage

Es wurde ein Eigenkapital-Zuschuss an die JAF Global GmbH in Höhe von EUR 2,00 Mio. vorgenommen.

In Summe ergibt sich für die Gesellschaft ein positives Unternehmensergebnis in Höhe von EUR 7,8 Mio. (gegenüber EUR 7,7 Mio. im Vorjahr).

¹ Quellen:

3. Vermögenslage

Im Geschäftsjahr 2025 erhöhte sich die Bilanzsumme um EUR 4,6 Mio. auf EUR 136,9 Mio. Im vergangenen Jahr sind die Forderungen gegenüber verbundene Unternehmen um EUR +2,16 Mio. und die aktiven latenten Steuern um EUR +1,7 Mio sowie die Ausleihungen um EUR +1,5 Mio. angestiegen. Dieser Erhöhung gegenüber steht insbesondere eine Reduktion der sonst. Forderungen um EUR -1,19 Mio.

Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital um EUR +1,77 Mio., die sonstigen Rückstellungen um +3,0 Mio. und die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um EUR +4,4 Mio. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen reduzierten sich um EUR -4,78 Mio.

Es ergibt sich folgende Bilanzstruktur:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Anteil 2025Anteil 2024Anteil 2025Anteil 2024
in %in %in %in %
Anlagevermögen Umlaufvermögen86,0 14,087,5 12,5 | Fremdkapital38,9 61,139,0 61,0

4. Finanzlage

Die folgende Geldflussrechnung wurde in Anlehnung an die AFRAC-Stellungnahme 36: Geldflussrechnung (UGB) (Juni 2020) erstellt.

Der Nettogeldfluss wird mittels der indirekten Methode ermittelt. Als Finanzmittelfonds wurde der Fonds der flüssigen Mittel gewählt.

JAF-GROUP AG

für das Geschäftsjahr 2025

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
2025 2024
In TEUR In TEUR
Ergebnis vor Steuern8.110,9 7.476,1
Abschreibungen/ZuschreibungenaufGegenständedes
Investitionsbereiches2.008,6 5.434,2
Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögensgegenständen
des Investitionsbereiches-1,1 0,0
Beteiligungserträge, Erträge aus anderen Wertpapieren und
Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sowie sonstige Zinsen
und ähnliche Erträge / Zinsen und ähnliche Aufwendungen-9.926,1 -13.883,4
Nettogeldfluss aus dem betrieblichen Ergebnis-442,5 -338,3
Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen sowie anderer Aktiva-8.767,5 -1.013,3
Zunahme/Abnahme von Rückstellungen3.019,1 103,1
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen sowie anderer Passiva-4.710,8 7.706,1
Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit vor Steuern-3.147,5 -1.296,6
Zahlungen für Ertragsteuern-1.304,8 -141,4
Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit-4.452,3 -1.438
Einzahlungen aus Anlagenabgang (ohne Finanzanlagen)0,0 1,1
Einzahlungenaus-Finanzanlagenabgangundsonstigen
Finanzinvestitionen114.793,6 43.749,4
Auszahlungen für Anlagenzugang (ohne Finanzanlagen)-5,9 -8,3
AuszahlungenfürFinanzanlagenzugangundsonstige
Finanzinvestitionen-118.703,3 -35.300,8
Einzahlungen aus Beteiligungs-, Zinsen- und Wertpapiererträgen
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit8.817,7 25.635,4
Einzahlungen von Eigenkapital
Rückzahlungen von Eigenkapital
Auszahlungen aus der Bedienung des Eigenkapitals-5.000,0 -6.000,0
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme
von Finanzkrediten1.825,94 4.436,1
Auszahlungen für die Tilgung von Anleihen und Finanzkrediten
Auszahlungen für Zinsen und ähnliche Aufwendungen-3.311,7 -2.806,1
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit-24.441,5 -4.370,0
Summe Nettogeldfluss-244,1 -4,6
Finanzmittel 01.01.18,3 262,4
Finanzmittel 31.12.13,7 18,3
Veränderung liquider Mittel-4,6 -244,1

B. Risikosituation

Die Gesellschaft übt im Wesentlichen eine beteiligungssteuernde Holdingfunktion aus und wirkt nicht direkt an der operativen Handelstätigkeit der Tochtergesellschaften mit.

Die laufenden Aufwendungen sind nur gering und betreffen Großteils konzernsteuernde Leistungen. Einnahmenseitig werden Lizenzgebühren an Konzerngesellschaften verrechnet. Das Ertragsrisiko aus dem laufenden Geschäft ist daher als gering einzustufen.

Der wesentliche Risikoaspekt der Gesellschaft betrifft die Beteiligungsverwaltung und -bewertung. Die Beobachtung und Einschätzung der bisherigen und künftigen Entwicklung der Tochterunternehmen hat daher einen wesentlichen Einfluss auf die Beurteilung der Werthaltigkeit der Beteiligungsansätze.

In den etablierten Landesorganisationen im Beteiligungsverbund (allen voran Osterreich, Tschechien, Slowakei und Ungarn), die rund 65% des Gruppenumsatzes erwirtschaften und weiterhin eine stabile Umsatz- und Ergebnisentwicklung erwarten lassen, kann von hohen stillen Reserven im Beteiligungsansatz ausgegangen werden.

In den jüngeren Konzerngesellschaften, die gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vor besonderen Herausforderungen stehen, ist die Ertragsentwicklung genau zu analysieren und die Bewertung der Beteiligung gegebenenfalls anzupassen, wie dies bereits bei einigen Tochtergesellschaften erfolgt ist.

Das Liquiditätsrisiko der Gesellschaft kann aufgrund des geringen laufenden eigenen Liquiditätsbedarfs als niedrig eingestuft werden. Das Liquiditätsmanagement der Tochtergesellschaften wird laufend begleitet; für einen etwaigen Bedarf an kurzfristigen Überbrückungshilfen der Tochtergesellschaften stehen ausreichend freie Rahmen zur Verfügung. Zudem bestehen für strategische Vorhaben zu jeder Zeit Ausschüttungsmöglichkeiten der etablierten operativen Tochterunternehmen.

C. Die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft

Die geopolitische Situation hat sich 2026 weiter zugespitzt. Sie ist geprägt von der Neuausrichtung der USA unter Trump, vom andauernden Ukraine-Krieg, der Spannung im Nahen Osten und dem verstärkten Wettbewerb um Ressourcen. All dies hat Auswirkungen auf die Nachfrage, Warenströme, (Treibstoff-)Kosten und Zinsen.

Auf der Suche nach weiteren Beschaffungsmöglichkeiten kann sich die JAF-Gruppe als internationaler Holzgroßhändler auch weiterhin auf seine Beschaffungskompetenz und sein langjährig gewachsenes internationales Lieferanten-Netzwerk verlassen. So wird Holz künftig wohl auch weiterhin verstärkt aus dem europäischen Raum, wie etwa Skandinavien, aber auch aus Ubersee, wie beispielsweise Vietnam, China und Indonesien, importiert werden. Die Versorgungssicherheit ist jedoch weitestgehend gesichert. Angesichts der volatilen Marktlage wird sich die JAF-Gruppe zudem in Zukunft noch stärker auf regionale Bezugsquellen stützen, die bereits jetzt eine zentrale Rolle im großen Produktportfolio des Holzhändlers spielen.

Vertriebsseitig konnte ein guter Start des Konzerns in das Jahr 2026 verzeichnet werden. Der vor allem durch den Nahost-Konflikt entstehende Kostendruck wird zwar durch den Preisanstieg gebremst, dürfte jedoch trotzdem die Investitionskraft schwächen.

D. Forschung und Entwicklung

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sind im Geschäftsjahr 2025 nicht angefallen.

E. Zweigstellen

Das Unternehmen verfügt im Geschäftsjahr 2025 über keine Zweigstellen. Die Errichtung von Zweigstellen ist nicht geplant.

F. Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Es wird Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette – ökologisch, sozial und in der Unternehmensführung – übernommen.

Umwelt: Holz als Teil der Lösung

Holz ist für die JAF-Gruppe der klimaaktive Baustoff der Zukunft. Im Geschäftsjahr 2025 wurden mit den gehandelten Holzprodukten rund 1,3 Mio. Tonnen CO2 temporär gebunden. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, die eigenen Emissionen systematisch zu senken. Die marktbasierten Scope-1- und Scope-2-Emissionen lagen 2025 bei 16.486 t CO2e und damit 8,55% unter dem Basisjahr 2022.

Ein zentraler Hebel hierfür ist die Energie- und Logistikoptimierung:

- Seit 2023 3,7 Mio. Euro Investitionen in PV-Anlagen - Ausbau der Photovoltaik auf 35 Anlagen - 74% der Staplerflotte elektrisch

Zudem wird auf nachhaltige Forstwirtschaft, transparente Lieferketten, regionale Beschaffung und zertifizierte Produkte gesetzt. Uber 50% der Produkte werden bereits als FSC®- oder PEFC-zertifizierte Ware bezogen. 85% der Niederlassungen sind FSCzertifiziert.

Soziales: Attraktiver Arbeitgeber mit Entwicklungsperspektive

Zentrale Stärke des Unternehmens sind die Mitarbeitenden. Es werden Menschen aus 37 Nationen beschäftigt, die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 10 Jahren. Im Angestelltenbereich beträgt die Frauenquote 44%, 29% der Landesorganisationen werden von Frauen geführt.

Im Jahr 2025 investierte die JAF-Gruppe gezielt in Aus- und Weiterbildung, Führungskräfteentwicklung, Onboarding und E-Learning. Im Durchschnitt wurden 10,9 Trainingsstunden pro Mitarbeitenden absolviert; in Osterreich kamen 1.793 E-Learning- Lernstunden hinzu. Mit 57% der Mitarbeitenden wurden bereits strukturierte Mitarbeitergespräche geführt.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bleiben zentrale Handlungsfelder. 2025 wurden gruppenweit 61 dokumentierbare Arbeitsunfälle verzeichnet, es gab einen schweren Arbeitsunfall.

Governance: Verlässliche Standards und verantwortungsvolle Unternehmensführung Die JAF-Gruppe stärkt seine Governance-Strukturen laufend. ESG-Themen sind organisatorisch in der Geschäftsführung verankert; Teile der variablen Vergütung orientieren sich an der Erreichung der CO2-Reduktionsziele. Ergänzt wird dies durch gruppenweite Richtlinien, ein Hinweisgebersystem, regelmäßige Schulungen sowie verbindliche Compliance-Vorgaben.

Im Berichtsjahr 2025 gab es keine bestätigten Korruptionsfälle und keine Rechtsverfahren aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens. 100% der Mitarbeitenden sollen schrittweise in die Compliance- und Code-of-Conduct-Systematik eingebunden werden.

Ausblick

Nachhaltigkeit ist ein langfristiger Entwicklungsprozess. Der Nachhaltigkeitsbericht 2025 zeigt: Die JAF-Gruppe hat wesentliche Strukturen aufgebaut, Fortschritte erzielt und messbare Ziele definiert. Damit wird die Position als verantwortungsvoller Partner für den nachhaltigen Baustoff Holz und als Unternehmen gestärkt, das ökonomischen Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung verbindet.

Stockerau, am 26. Mai 2026

(Wlfrid Fabjani)

Ux

(Werner Stix)

(David Brenner)

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