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Lagebericht 2024/25

KYOCERA AVX Components (Salzburg) GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. März 2025 · Eingereicht am 23. Dez. 2025

Inhaltsverzeichnis

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage 2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens 3. Bericht über Forschung und Entwicklung 4. Zweigniederlassungen

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

1.1

Geschäftsverlauf

Die Entwicklung der externen Umsätze (exklusive der Rohwarenverkäufe innerhalb der Gruppe) in FY25 war tendenziell sinkend. Einerseits getrieben durch sinkende Aufträge der Kunden, andererseits hatte die geplante Änderung vom Businessmodell hier erste Auswirkungen, da einzelne Kunden bereits Anfang 2025 auf eine Fakturierung durch das jeweilige Produktionswerk umgestellt wurden, wodurch der Umsatz nicht mehr in Salzburg lukriert wird, sondern nur ein kleiner Prozentsatz an Lizenzgebühren auf den Standort Salzburg abfällt.

Das Geschäftsjahr FY25 wurde mit einem Gesamtumsatz von 98,5 Mio €abgeschlossen, um 31 % niedriger als im Vorjahr. KYOCERA AVX Components (Salzburg) GmbH berichtet per 31.3.2025 für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2024/25 ein negativesErgebnis von T EUR 4.680,9 vor Steuern.

Auf der Kostenseite war die Inflation und die damit verbundenen weiterhin hohen Kollektivvertragsabschlüsse im Jahr 2024 für Löhne und Gehälter nach wie vor signifikant spürbar. Erst die Kollektivverhandlungen im Jahr 2025 fielen signifikant geringer aus, da auch gedeckelt, und führen nun zu etwas Entspannung.

Die Verfügbarkeit der Komponenten war zufriedenstellend.

Als weiterhin negativ zu verzeichnen ist, dass im FY25 sehr wenig Neugeschäft gewonnen wurde. Dieser Umstand wird in den folgenden Jahren zu weiteren Umsatz- und Gewinneinbußen führen. Wesentliche Gründe für das Nichtgewinnen von Neugeschäft sind der starke Kostendruck vor allem in der Automobilindustrie, die schleppende Nachfrage, die starke Konkurrenz aus Fernost, die nachhinkende Wettbewerbsfähigkeit unserer Produkte durch die hohe Kostensituation und weiterhin trübe wirtschaftliche Situation v.a. in Europa.

Mit Ende des Finanzjahres 2024/25 zeichnete sich eine weitere Abschwächung des Auftragsbuches ab. Es wird von einer Reduktion der externen Umsätze in der Höhe von ca. 20% im FY25/26 ausgegangen. Bedingt durch die schwächelnde Nachfrage, hohe Kostenstruktur und wenig Neugeschäft wird an einer weiteren Optimierung des Standorts Salzburg innerhalb des Konzernverbunds gearbeitet. Ziel ist, die Serienproduktion europaweit in Best-Cost-Countries zu zentralisieren. Durch diese Umstrukturierung wurde im FY25/26 der Großteil der Fertigung der Serienprodukte vom Standort Salzburg zu den Schwesterwerk in Timisoara (Rumänien) verlagert. Damit verbunden war eine beträchtliche Verlagerung von Fertigungskapazitäten (Anlagen) und eine weitere Reduktion des Mitarbeiterstandes auf 84 Personen (per 31.10.2025). Die letzten

Produkt- und Kapazitätsverlagerung sind derzeit noch im Gange, einhergehend die Personalreduktion, sodass schlussendlich 70 Mitarbeiter am Standort Salzburg tätig sein werden.

Der Standort Salzburg wird zu einem „Center of Excellence“ der Produkt- und Prozessentwicklung mit vollem Fokus auf die Produktlinie der Leistungselektronik. Die Anwendung der Produkte bleibt nahezu ausschließlich auf dem Fokus des Automobilsektors inkl. Trucks, bei welchen von starken Zuwächsen und hoher technologischer Neuentwicklung für die Zukunft ausgegangen wird. Der Schwerpunkt in Salzburg ist somit die Produkt- und Prozessentwicklung, sowie die Produktion von ersten Prototypen im A- und B-Musterstadium.

Im November 2023 kam unser Kunde Cummins Filtration mit einer Reklamationsforderung i.d.H. von ~250k US$ für Ausfälle von Modulen seit SOP im Jahr 2017 auf uns zu. Der Abschluss dieser Reklamationsforderung inklusive aller notwendigen Analysen wird im FY25/26 mittels Settlement Agreement abgeschlossen und die bis dato vorhandene Rückstellung wurde entsprechend gegengebucht. Überraschenderweise brachte Cummins Filtration im Sommer 2024 erneut eine Forderung i. d. H. v. 1,3 Mio. EUR für ausgefallene Module ein, welche außerhalb der Gewährleistungsfrist liegen. Die Reklamation wurde von KYOCERA AVX Components (Salzburg) GmbH nicht akzeptiert. Aus diesem Grund wurde dafür auch keine weitere Rückstellung gebildet.

Im März 2024 wurde vom Kunden Silver Atena Ausfälle unseres DCDC-Moduls (Endkunde General Motors) bei Tests hinsichtlich Zyklusfestigkeit gemeldet. Silver Atena meldet zusätzliche Analyseaufwände von 900k€ und obsoleten Bestand von 400k€.

Die Ursachenfindung und Problembehebung wurden abgeschlossen, wobei sich hier ein Bild ergibt, dass die Ursache im Design, welches zum Großteil in der Verantwortung vom Kunden Silver Atena liegt, gefunden wurde. KAVX hat mit weiteren internen Validierungsaufwänden auch bewiesen, dass die geforderten Lebenszyklen nun erreicht werden und konnte dadurch einen PPAP zum Abschluss bringen. Da, wie es derzeit scheint, beim OEM GM keinerlei weitere Bedarfe für dieses Produkt bestehen, ist davon auszugehen, dass sich alle Parteien aus diesem Business zurückziehen werden. Hier gibt es jedoch noch die Forderungen von Silver Atena an KYOCERA AVX Components (Salzburg) GmbH i.d.H.v. 1,45Mio.€ weiter zu bestreiten und ggf. gerichtliche einzufordern. Parallel hat die KAVX noch Warenbestände im Wert von 900k€ welche durch Beschaffungsfreigaben von Silver Atena beauftragt jedoch noch nicht abgenommen wurden. Genauso fehlen weiterhin Restzahlungen für Lieferungen sowie den PPAP Abschluss in einem Gesamtwert von 400k€. Die KYOCERA AVX Components (Salzburg) GmbH hat für einen Teilbetrag der Forderung von Silver Atena eine Rückstellung im gesamt Wert von 175k€ gebildet.

Auch mit dem Kunden PREH gibt es noch eine offene Klärung bezüglich eines Schadensfalls beim Endkunden Porsche. Hierbei handelt es sich um einen Materialfehler, verursacht durch den Bauteilhersteller ST Microelectronic (STM) welcher von PREH als Setzlieferant beauftragt wurde. Hierbei wurde eine alte Bauteilcharge fälschlicherweise und nicht erkennbar an KYOCERA AVX Components (Salzburg) GmbH geliefert und dort in der Fertigung verwendet. Diese Vorgängerversion einer Halbleiter-Komponente wurde in Folge in ca. 4.300 Modulen bei der Firma PREH verbaut und zum Großteil auch an Porsche geliefert. Die Firma PREH möchte hier einen Schaden im Wert von 1,4 Mio. € (Herstellkosten deren verbleibenden Lagerbeständen von ca. 1200 Teilen) über die Supply Chain Kette bei KYOCERA AVX Components (Salzburg) GmbH einfordern. Da KYOCERA AVX Components (Salzburg) GmbH zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit hatte diesen Fehler zu entdecken, muss diese Forderung 1:1 an EBV (Distributor) und in weiterer Folge zu STM durchgereicht werden. Solange es hierzu von keinerlei Seite Zustimmung gibt, wird auch KYOCERA AVX Components (Salzburg) GmbH keinerlei Maßnahmen und hier Kosten übernehmen. Zusätzlich sei noch angemerkt, dass der Fehlerfall auf Basis der Verträge zwischen PREH und KYOCERA AVX Components (Salzburg) GmbH bereits bei der

Rechnungslegung der Forderung verjährt war. Aus den genannten sowie noch weiteren Gründen wurde auch zu diesem Fall keine Rückstellung gebildet.

Mit dem Kunden BRP gibt es auf Grund von massiven Mengenreduktionen Verhandlungen bzgl. Einmalzahlungen. Der Effekt dieser Einmalzahlungen wird hauptsächlichfür das Produktionswerk in Juarez, Mexiko eintreten, parallel sind hier aber auch noch offene Rechnungen von BRP an Salzburg kombiniert mit einer Claimfoderung offen. Diese gilt es in Zuge der erwartenden Einmalzahlungen mitabzuschließen.

1.2

Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Die finanziellen Leistungsindikatoren stellen sich wie folgt dar (TEUR):

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
202520242023
Umsatzerlöse98.556,92142.290,9151.049,4
Betriebsergebnis-4.680,94.776,6- 2.545,7

1.3

Vermögens- und Finanzlage

KYOCERA AVX Components (Salzburg) GmbH weist einen operativen Cashflow in Höhe von 57,2 T EUR (- 1,5 % des EBIT) auf. Die Eigenkapitalquote beträgt 49 % (48,6 % in 2024), der Anlagendeckungsgrad (I) beträgt 673 % (731 % in 2024). Es wurden Investitionen in Höhe von 745,9 T EUR getätigt, das entspricht einer Investitionsquote von 12,8 %.

1.4

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

Im Oktober 2025 teilte uns dir Firma Silver Atena mit, dass der OEM das Projekt nun vollständig aufkündigt. Parallel sind hier noch offene Forderungen von KAVX an Silver Atena in signifikanter Höhe vorhanden.

Im November 2025 teilte uns die Firma Atmus/Cummins mit, dass das aktuell in Entwicklung, kurz vor Serienstart stehende Projekt nun aufkündigt wird. Es werden dadurch weitere Umsatzeinbußen im Bereich von mehreren Mio € pro Jahr erwartet. Der Effekt auf Salzburg durch den Verlust von Lizenzgebühren liegt im Bereich ¼ Mio. €. Zusätzlich dazu sind hier noch Zahlungen für das Projektgeschäft sowie diverse Werkzeuge und Anlagen ausständigund in Klärung, der genaue Betrag ist hier noch in Ermittlung.

Im Dezember 2025 wurden von der Firma ZKW überraschend höhere Volumen für das EOP und Transferprogramm übermittelt, wodurch der Mitarbeiterabbau in der Produktion nochmals um einige Monate verzögert wird, was jedoch grundsätzlich zu höheren Umsätzen in den nächsten Jahren führt. Das Restrukturierungsprogramm an sich soll aber wie geplant mit 30. April 2026 enden.

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung

und die Risiken des Unternehmens

2.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Auf Grund des immensen Kostendrucks wurde entschieden den Standort in Salzburg in einen
reinen R&D Standort mit Prototypenbau zu verwandeln. Daraus resultierend reduzieren sich die
Serienumsätze massiv und die Finanzierung des Standortes wird auf drei wesentliche Einkom-
mensstränge aufgebaut. Diese teilen sich auf in so genannte Royalties (Lizenzgebühr) welche
für jedes verkaufte Produkt weltweit durch KAVX mit Salzburg I.P. refundiert werden. Einkom-
men durch Projektarbeit, bezahlt vom Kunden bzw. durch den Verkauf von Prototypen, sowie
Dienstleistungen für „interne Kunden“ in Form von Produkt- und Proessentwicklung bzw. im Zuge
von Serienunterstützung z.B. bei Änderungen an Produkten und Prozessen für alle anderen
KAVX Standorte.
Grundsätzlich soll dadurch eine mehr als kostendeckende Finanzierung für den verbleibenden
Entwicklungsapparat sichergestellt sein, wobei der weltweite Serienumsatz dieses Ergebnis, un-
abhängig von der Leistung am Standort beeinflusst.
Mit dem weiter steigenden Elektrifizierungsgrad besteht auch das Bedürfnis nach kompakten
Batteriesystemen basierend auf Li-Ionen Technologie. Hierfür müssen in Zukunft elektromecha-
nische Relais durch Hochstrom-Silizium Schalter ersetzt werden. Diese Hochspannungsanwen-
dungen werden mit Wachstumsraten von > 50 % zu einer beträchtlichen Umsatzsteigerung bei
den Powermodulen in der Leistungselektronik beitragen.
Diese oben beschriebenen Markt- und Technologieentwicklungen helfen ganz entscheidend das
Unternehmen mittel- und langfristig weiterhin erfolgreich zu führen.
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
2.2Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Das Unternehmen ist im Rahmen seiner geschäftlichen Tätigkeit unterschiedlichsten Risiken
ausgesetzt, die untrennbar mit seinem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Unsere Ri-
sikopolitik zielt darauf ab, vorhandene Chancen optimal auszuschöpfen und Risiken nur dann
einzugehen, wenn ihnen im Gegenzug die Chance auf eine entsprechende Wertsteigerung ge-
genübersteht. Im Rahmen einer grundlegenden Risikobegrenzung gehen wir nur Risiken ein, die
mit anerkannten Methoden und Maßnahmen innerhalb unserer Organisation handhabbar sind.
Der anhaltende Kostendruck, die globale wirtschaftliche Situation speziell des Automobilsektors
und das Umweltdenken in Politik und bei Konsumenten brauchen starkes Kostencontrolling mit
gleichzeitig notwendigen Entwicklungsexpansionen in die bereits genannten Produktgruppen.

Eine zweite starke Achse welche derzeit bereits durch selbstentwickelte, aber auch übernommene, Produkte, von insolventen Konkurrenten, forciert wird ist die On-Board-Charging Technologie. Grundsätzlich finden diese Produkte in allen ElektrofahrzeugenAnwendung und KYOCERA AVX Components (Salzburg) GmbH ist hier einer der wenigen kleinen agilen Entwicklungsdienstleister der auch kundespezifische Sonderlösungen anbieten kann. Hier wurde bereits im laufe des FY25/26 ein Produkt von einem Marktkonkurrenten übernommen, welche mit Anfang des Kalenderjahres 2026 in die Serienfertigung starten wird. Weitere Gespräche mit anderen OEMs sind hier bereits im Gange, wodurch dieses Marktsegment weiter gestärkt werden soll.

2.3 Umweltbelange 2.4 Arbeitnehmerbelange

KYOCERA AVX Components (Salzburg) GmbH ist seit vielen Jahren nach dem Umweltzertifikat ISO 14001 zertifiziert und kontinuierlich darum bemüht, die Umweltbelastungen zu reduzieren. Dies wird in den jährlichen Audits dokumentiert. Durchgeführte Umweltaudits führten bereits zu Einsparungen bei Wasser-, Elektrizitäts- und Gasverbrauch. Parallel werden auch regelmäßige Maßnahmen für Biodiversität unterstützt.

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer sank weiter auf 145 (Vorjahr: 182).

3. Bericht über Forschung und Entwicklung

Auch im Geschäftsjahr 2024/25 konnte der Standort in Salzburg mit den Forschungstätigkeiten überzeugen. Einer der Schwerpunkte war die Weiter-Entwicklung des Onboard-Chargers was schlussendlich auch zu einem Neukunden (Porsche) führte, der nun eben solches Produkt von einem Konkurrenten an KYOCERA AVX Components (Salzburg) GmbH hinsichtlich der Produktion und Weiterentwicklung übergibt. Eine etwaige Neuentwicklung der nächsten Generation steht hier bereits in den Startlöchern.

Des Weiteren wird das Thema elektromechanische Relais mittels Hochstrom-Silizium Schalter weiter erforscht und bereits proaktiv industrialisiert, um einen Kosten- und somit Wettbewerbsvorteil zu erzielen. Derzeit werden Gespräche mit unterschiedlichsten Interessenten (> 10 potenzielle Kunden) geführt. An die meisten Interessenten wurden auch bereits erste A-Muster geliefert. Bei einem Kunden gibt es bereits eine eigene adaptierte Spezifikation, welche nun den Prototypenbau in Salzburg durchläuft.

4. Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft betreibt keine Zweigniederlassungen.

Anlage 4

Lagebericht der KYOCERA AVX Components (Salzburg) GmbH für die Zeit von 1. April 2024 bis 31. März 2025

Saleburg, 10. Mare 2025 A KOKTERAR 506 H, 4.3.2016 K020 Saltern

Die Geschäftsführer

Mad

Mauri Lynn Aven

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