Inhaltsverzeichnis
WR. NEUDORF, ÖSTERREICH, 24. APRIL 2026
ABB Robotics Austria GmbH: Lagebericht für das Rumpfgeschäftsjahr 2025
1. Wirtschaftsbericht
1.1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
In der ersten Jahreshälfte 2025 erfolgte der Beschluss der ABB-Gruppe, die Sparte Robotics in ein separates eigenständiges Unternehmen auszugliedern. Daher wurde rückwirkend per 1.7.2025 der Teilbetrieb Robotics in eine eigene Gesellschaft – die ABB Robotics Austria GmbH – ausgegliedert.
In weiterer Folge zeigt die japanische Softbank-Gruppe Interesse an dieser Sparte und es wurde ein Kauf vereinbart, der in 2026 stattfinden wird.
Aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen in Europa mit geringem Wirtschaftswachstum (vor allem bei der Auto- und Autozuliefer-Industrie) befindet sich ABB Robotics Austria in einem sehr herausfordernden Umfeld. Insgesamt konnte die ABB Robotics jedoch den Auftragseingang in 2025 gegenüber dem Vorjahr steigern (Vergleich mit dem Vorjahr bezieht sich auf den Teilbetrieb Robotics in der ABB AG).
1.2. Analyse des Geschäftsverlaufes
Die Unternehmensleitung der ABB AG steuert die einzelnen Geschäftsbereiche in finanzieller Hinsicht im Wesentlichen durch die Verwendung der Leistungsindikatoren (Key Performance Indicators), Auftragseingang (Orders Received), Umsatz (Revenues), Operatives EBITA (Operational EBITA), Operative EBITA-Marge (Operational EBITA%), sowie dem Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit (Operational Cash Flow).
Die zw. 1.7. und 31.12.2025 erwirtschafteten Umsatzerlöse betrugen 14,5 MEUR.
Das Ergebnis vor Steuern der ABB Robotics Austria GmbH belief sich zw. 1.7. und 31.12.2025 auf 2,5 MEUR.
Der Mittelüberschuss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ergab für das Rumpfgeschäftsjahr 2,8 MEUR. (berechnet aus dem Ergebnis vor Steuern, minus Steueraufwand, +/- Veränderung der Rückstellungen, + Abschreibungen aus den Anlagen) Die ABB Robotics Austria GmbH zeigt ein geringes gebundenes Kapital, welches auf aktives Cash-Management, sowie die Zahlungsbedingungen im Projektgeschäft und die Entwicklung von Anzahlungen und Fortschrittszahlungen zurückzuführen ist.
Die Eigenmittelquote nach § 23 URG (Unternehmensreorganisationsgesetz) ergibt einen Wert von 28,1%, berechnet aus dem Eigenkapital von 3,6 MEUR geteilt durch das bereinigte Vermögen von 12,7 MEUR.
Die fiktive Schuldentilgungsdauer nach § 24 URG (Unternehmensreorganisationsgesetz) beträgt 3,2 Jahre (berechnet aus Effektivverschuldung in Höhe von 9,1 MEUR geteilt durch Mittelüberschuss aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit in Höhe von 2,8 MEUR). Diese wird beeinflusst durch die kurzfristig veranlagten Geldmittel bei Group Treasury, welche aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen nicht in die Berechnung einfließen.
Die wirtschaftliche Entwicklung der ABB Robotics Austria GmbH stellt sich folgendermaßen dar:
Das Rumpfgeschäftsjahr 2025 war für den Bereich Robotics wieder ein herausforderndes Jahr. Es wurde die Talsohle hinsichtlich der Entwicklung durchschritten und die Ergebnisse im Vergleich zu 2024 gesteigert (Vergleich mit dem Teilbetrieb Robotics in der ABB AG). Die Anzahl an verkauften Robotern ist stark gestiegen (+29%), der Auftragseingang hat sich ebenfalls wesentlich erhöht (+16,6%) – diese Vergleiche wurden jeweils zu den Zahlen des Teilbetriebes Robotics in der Vergangenheit bei ABB AG durchgeführt.
Die Investitionsbereitschaft war sehr unterschiedlich. Teilweise gab es im Bereich Wartung aufgrund der geringen Auslastung der Maschinen Zurückhaltung. Auch bei Neuanlagen wurden sehr viele geplante Projekte von einem Quartal ins Nächste und schlussendlich dann auf 2026 verschoben.
In der zweiten Jahreshälfte konnte insgesamt ein positiver Trend mit steigendem Bedarf festgestellt werden, der sich hoffentlich auch im Jahr 2026 fortsetzt.
Zusammenfassend war 2025 ein Jahr des Wachstums, in dem sich der Markt von der reinen Industrierobotik hin zu intelligenteren, flexibleren und serviceorientierten Lösungen weiterentwickelt hat.
Neben den Herausforderungen für Robotics aus den schwierigen, wirtschaftlichen Bedingungen in Österreich hat es auch wesentliche, interne Veränderungen gegeben. Diese waren das Announcement vom SpinOff der Robotics Division in der ersten Jahreshälfte. Dem folgte dann in der zweiten Jahreshälfte die Ankündigung der Akquisition von Robotics durch die japanische Softbank-Group.
1.3. Umwelt- und Arbeitnehmerbelange
Die Nachhaltigkeitsaktivitäten der ABB AG gliedern sich in Schwerpunktbereiche, wobei die produktbezogenen Schwerpunkte in der Förderung der Energieeffizienz und des Klimaschutzes liegen sowie in nachhaltigen Produktinnovationen durch entsprechende Konzerninitiativen wie z.B. in Forschung und Entwicklung. Die Minderung der eigenen Umweltbelastungen, die Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, Anforderungen an Zulieferer sowie ethische und gesellschaftliche Verantwortung in unserem Umfeld werden von der ABB-Gruppe als Teil der Unternehmensführung verstanden und gelebt.
Darüber hinaus ist die ABB in Österreich bei der Förderung der Jugend in Form von Engagements in Bildungseinrichtungen, mit zukunftsweisenden Technologien, Resilience Awareness Trainings und Trainings für Arbeitssicherheit aktiv.
Weitere strategische Programme zum Thema Nachhaltigkeit im Rahmen der gesamten ABB Group und somit der ABB Robotics Austria GmbH sind z.B. der effiziente Einsatz aller Ressourcen, Programme zur Verringerung des durch Reisen verursachten Umwelteinflusses, Krisenmanagement und Aktivitäten zur nachhaltigen Optimierung der Wertkette bei Materialflüssen.
Die Grundsätze des „Code of Conduct“ und daraus abzuleitendes Verhalten wurden auch im Rumpfgeschäftsjahr 2025 den Mitarbeitenden in Form von „Face-to-Face“ Trainings, durch Online-Schulungen über „Micro Sites“ und sogenannter „Fresh up“ Trainings vermittelt.
Das interne Mitarbeitenden-Bildungsprogramm fokussierte sich im Rumpfgeschäftsjahr 2025 wieder auf die Weiterbildung in den unterschiedlichsten Bereichen.
Schwerpunkte in diesem Jahr lagen im Bereich Health & Safety wieder unter anderem bei der Ausbildung für „Arbeiten unter Spannung gemäß ESV“, dem ECAP-Programm, „Electrical Competency Assessment Programm“, dem PICW-Programm, „Person in Charge of Work“, Driving Safety für Berufsfahrer, Brandschutz-Löschübung, sowie Auffrischung der Befähigungsnachweise der betrieblichen Ersthelfer.
Weitere Schwerpunkte lagen wie jedes Jahr bei technischen Schulungen, Projektmanagement-Ausbildungen, sowie entsprechend den Marktanforderungen auf Weiterbildungen im Vertrieb und Verkauf sowie im Service.
Ein Schwerpunktthema im Bereich Gesundheit im Jahr 2025 war die von ABB bereits 2024 erfolgreich durchgeführte „Mental Health Initiative 2025“. Hierbei wurden allen Mitarbeitenden Workshops zum Thema „Resilienz – Stärkung meiner inneren Widerstandskraft“ sowie „Notfallkoffer für die Seele“ angeboten. Zusätzlich stand bei Bedarf eine Arbeitspsychologin jedem Mitarbeitenden zur Beratung zur Verfügung. Die Workshops wurden über eine schriftliche Feedbackanalyse als äußerst positiv beurteilt. Daher ist eine Fortsetzung in den kommenden Geschäftsjahren geplant.
Im Fokus lag 2025 vor allem auch wieder die Initiative des „Employer Branding“. Hervorgerufen durch den Mangel an Fach-/Arbeitskräften hat ABB durch Kooperation mit Bildungseinrichtungen (HTL, FHs, Universitäten) durch Teilnahmen an Schulmessen, Jobmessen sowie im Social Media Bereich die Präsenz als attraktiver Arbeitgeber weiterhin gezeigt und verstärkt sowie durch Imagekampagnen nachweislich auf sich aufmerksam gemacht.
2. Risikobericht
Die Funktionsbereiche in Abteilungen wie Legal & Integrity verfolgen das Ziel, ihre Tätigkeit eng am operativen Geschäft auszurichten, während sie gleichzeitig den Gesamtüberblick über die konzernweite Richtlinienlandschaft bewahren. Im Jahr 2025 steht dabei wieder insbesondere die Balance zwischen betriebswirtschaftlichen Erfordernissen und Compliance-Vorgaben im Fokus.
Im Rahmen des Integrity-Programms der ABB AG wurde besonderes Augenmerk auf drei zentrale Säulen gelegt: Respekt am Arbeitsplatz, die Prävention von Bestechung und Korruption sowie die aktive Einbindung des Managements in Trainingsmaßnahmen. Diese Schwerpunkte verdeutlichen die essenzielle Bedeutung der Einhaltung wettbewerbsrechtlicher Bestimmungen und anderer regulatorischer Vorgaben.
Ein zentrales Anliegen ist es, den Mitarbeitenden ein gemeinsames Verantwortungsgefühl für wirtschaftlich und ethisch korrektes Verhalten zu vermitteln. Im Jahr 2025 wurde daher verstärkt das Prinzip „from push to pull“ gefördert, das darauf abzielt, dass Mitarbeitende eigenständig ihr Wissen im Bereich Unternehmensintegrität vertiefen. Zu diesem Zweck wurde eine digitale Wissensplattform mit kurzen, prägnanten Videos aktualisiert, die leicht verständlich Kernaspekte wie Korruptionsprävention und die Einhaltung des Wettbewerbs- und Kartellrechts vermitteln.
Eine Schlüsselrolle übernahmen die Führungskräfte verschiedener Teams, die aktiv am Integrity-Programm mitwirkten. Im Rahmen von „Integrity on the Business Agenda“ nahmen Führungskräfte „Lessons Learned“ und Fallbeispiele vergangener Vergehen mit ihren Teams durch, in denen intensiv über Themen wie Respekt am Arbeitsplatz sowie Bestechungs- und Korruptionsprävention diskutiert wurde. Neben dem Austausch von Best Practices wurden in diesen Runden auch konkrete Alltagssituationen analysiert.
Die regelmäßigen Treffen stärkten das Verständnis und Wissen innerhalb der gesamten Organisation und führten zu einer optimierten Umsetzung der Compliance-Maßnahmen.
Darüber hinaus wurden auch im Jahr 2025 weiterhin Grundlagen- und Auffrischungstrainings im Bereich Vertragsrecht angeboten, die sich an der aktuellen Rechtslage orientieren. Ziel ist es, dass Mitarbeitende in den operativen Geschäftsbereichen bereits in der Angebotsphase potenzielle vertragsrechtliche Risiken identifizieren können. Dadurch wird sichergestellt, dass rechtzeitig entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, um fundierte Verhandlungen mit Geschäftspartnern zu führen und individuell abgestimmte Vertragsabschlüsse zu ermöglichen.
3. Forschungs- und Entwicklungsbericht
Unsere Schwerpunkte in Forschung- und Entwicklungsprojekten liegen in den systemorientierten Geschäftseinheiten der ABB Robotics Austria Gmbh.
4. Prognosebericht
Der Robotics Bereich erwartet die Fortführung der positiven Entwicklung. Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen bleibt die Robotik-Branche in Österreich ein dynamischer Sektor mit langfristigem Wachstumspotenzial.
Der grundsätzliche Ausblick ist klar positiv: Der Markt wächst stabil, Service- und KI-Robotik legen stark zu. Die stärksten Impulse kommen aus Servicerobotik und KI-gestützten Anwendungen. Auch im Industriebereich werden weiterhin Investitionen notwendig sein, um den Automatisierungsgrad weiter zu erhöhen, die Produktionskosten zu senken und auch weiterhin im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben.
Viele zusätzliche Mitbewerber drängen aus dem asiatischen und hier besonders chinesischen Raum nach Europa und damit auch nach Österreich. Die „neuen“ Mitbewerber haben vielfach auch ein aggressives Pricing, welches die Herausforderungen am Markt zwischen den Anbietern weiter befeuert.
Risikobericht
Die Auswirkungen der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation, speziell in der Industrieautomatisierung und in der Automobilindustrie, als auch die weitere Entwicklung des Ukraine- und des Nahostkriegs und die geopolitischen Entwicklungen und die Auswirkungen aufgrund der US-Strafzölle auf lokaler und globaler Ebene werden im Jahr 2026 weiterhin gegeben sein und können sich durchaus auf unseren Geschäftsverlauf in 2026 auswirken, wenngleich der Ausblick aufgrund der Wachstumsprognosen der Wirtschaftsinstitute durchaus positiv ausfällt.
Die aktuelle unsichere geopolitische Lage vor allem im Nahen Osten kann bei längerdauernden kriegerischen Auseinandersetzungen ein Risiko für die Beschaffung von Robotern aus dem chinesischen Werk darstellen. Die Robotics-Gruppe hat dies bereits in seine Planung und Ausblick aufgenommen und analysiert die Lage anhaltend, um Lösungen für entsprechende andere Transportwege zu erreichen.
Entsprechend den ungewissen Marktgegebenheiten wurden Maßnahmen definiert.
Ausblick
Infolge der gegenwärtigen Einflüsse ist ein kurzfristiger Ausblick mit einer entsprechenden Planungsunsicherheit behaftet, das Management rechnet jedoch mittel- und langfristig mit einer positiven Entwicklung der Nachfrage.
Wir bedanken uns bei allen Mitarbeitenden, sowie den Konzern-Gremien für ihren Beitrag zum Erfolg des Unternehmens.
Wr. Neudorf, am 24. April 2026
Die Geschäftsleitung
| Digitally signed by Satrina Dunia | Sabrina |
|---|---|
| B AG, ou=ABB Robotics | |
| sa | |
| o: 2026.04. 24 11:49:26 +0200' | Düslü |
| Sabrina Dueslue |
Jörg Reger
Jorg Rege?(Apr 24, 202 13:52:55 GMT+2)
Jörg Reger