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Lagebericht 2025

Bunge Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 08. Okt. 2026

Inhaltsverzeichnis

Rahmenbedingungen

Ölsaaten dienen einerseits als Rohstoffe für die Produktion von pflanzlichen Ölen, die für die menschliche Ernährung, aber auch in der technischen und energetischen Verwertung, eine ständig wachsende Bedeutung erlangen. Andererseits fallen bei der Gewinnung der pflanzlichen Öle Nachprodukte wie Ölkuchen und -schrote an, die meist als Eiweißfuttermittel in der tierischen Erzeugung Verwendung finden. Die ölsaatenverarbeitende Industrie hat das Potenzial von Raps als nachhaltiges Multitalent und wichtige Komponente der Fruchtfolge bereits vor Jahren erkannt. Die Bestandteile der goldgelb blühenden Ackerfrucht landen keinesfalls allein im Tank, sondern sind essenziell für die Versorgung mit hochwertigem Tierfutter. Allein durch die Biokraftstoffproduktion ist es gelungen, Rapsschrot als Eiweißfuttermittel Nummer 1 zu etablieren. Neben Bioenergie und Eiweißfutter werden aus den Rapssaaten Salatöl und Margarine mit hohen Gehalten an lebensnotwendigen Omega-3-Fettsäuren, Lecithin für Schokolade oder Snacks, Farben, Schmierfette, Kosmetik und Glycerin gewonnen. Umweltfreundliche Nebeneffekte: Die Rapspflanze bringt Vielfalt auf den Acker, indem sie die Fruchtfolge auflockert und die Nährstoffeffizienz steigert. Zudem dient die auf dem Feld verbleibende Restpflanze der Humusbildung.

Sonnenblumen- und Rapserzeugung in Österreich

Raps ist nach wie vor eine der wichtigsten Ölsaaten weltweit und hat in Europa, insbesondere in den gemäßigten Klimazonen, eine besondere Bedeutung. In Österreich betrug die Rapsanbaufläche im Jahr 2025 19.877 Hektar, was einen Rückgang von 16% gegenüber dem Vorjahr 2024 (23.594 Hektar) darstellt [Quelle: AgrarMarkt Austria (AMA)]. Ein signifikanter Teil der Rapsanbauflächen in Österreich ist für RAPSO-Vertragsflächen reserviert, was die eingeschränkte Verfügbarkeit von Rapssaat für andere Marktteilnehmer in Österreich verdeutlicht. RAPSO ist eine Marke für Rapsöl, das hohe Qualitätsstandards erfüllt und ausschließlich aus gentechnikfreiem Raps aus österreichischem Anbau hergestellt wird.

Die Raps- und Rübsenernte in Österreich belief sich im Jahr 2025 auf rund 65.200 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr 2024 (70.399 Tonnen) bedeutet dies einen Rückgang von rund 7,4 % [Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Bundesanstalt Statistik Österreich]. Dieser Rückgang setzt den bereits in den Vorjahren zu beobachtenden Trend sinkender Rapsanbauflächen und Erntemengen fort.

Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell der Bunge Austria hat sich zum 01.01.2020 verändert. Es wurde ein „Tolling Agreement“ (Lohnverarbeitung) mit der Bunge ZRT (Schwestergesellschaft in Ungarn) geschlossen. Der Handel (Einkauf Rohware, Verkauf Fertige/Unfertige Erzeugnisse) und alle hiermit verbundenen Risiken (Marktrisiko, Risiko aus Sicherungsgeschäften) liegen nun bei der Bunge ZRT.

Mit einer verarbeiteten Saat von 362.639 t lag die Produktion unter dem Vorjahresniveau (378.782 t). Die Raffinerie erreichte wieder eine hohe Auslastung mit 104.160 t produziertem Raffinatöl, konnte das Vorjahr aber nicht übertreffen (109.060 t). Die Biodieselverarbeitung bleibt aufgrund der Marktsituation eingestellt.

Es kam im Jahr 2025 zu zwei Arbeitsunfällen.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2025 liegt die Bruttomarge (=Umsatzerlöse und Veränderung des Bestands an Erzeugnissen abzüglich Materialaufwand) bei TEUR 20.685 und ist somit um TEUR 1.743 höher als im Geschäftsjahr 2024. Der Anstieg ist auf die fest definierten Kostensätze aus dem Tolling-Agreement zurückzuführen. Der EBITDA (Ergebnis vor Abschreibungen, Finanzergebnis und Ertragsteuern) steigt in 2025 um TEUR 1.826 auf TEUR 4.977.

Der Personalaufwand in Höhe von TEUR 8.391 (Vorjahr TEUR: 8.257) ist um TEUR 134 gestiegen. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl hat sich mit 95 zum Vorjahr erhöht.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen sind in 2025 um TEUR 192 auf TEUR 2.581 gestiegen.

Das positive Finanzergebnis (TEUR 492) resultiert im Wesentlichen aus der Verzinsung kurzfristiger Konzernforderungen.

Vermögens- und Finanzlage

Das Working Capital (Nettoumlaufvermögen = Umlaufvermögen abzüglich liquider Mittel und Veranlagungen im Konzern zuzüglich aktiver Rechnungsabgrenzung abzüglich kurzfristiger Rückstellungen und abzüglich Verbindlichkeiten mit Ausnahme der Konzernvorlagen) hat sich von TEUR - 1.527 zum 31.12.2024 auf TEUR 686 zum 31.12.2025 verbessert.

Im Geschäftsjahr 2025 betrug der Nettogeldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit TEUR -4.192 (Vj: TEUR 331). Für Investitionen in das Anlagevermögen wurden Ausgaben in Höhe von TEUR 4.299 (Vj: TEUR 3.856) getätigt.

Verwendung von Finanzinstrumenten

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Zum 31. Dezember 2025 werden im Vergleich zum 31.Dezember 2024 in der Bilanz folgende nennenswerte finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten ausgewiesen, wobei jedoch zu beachten ist, dass aufgrund des Tolling-Agreements sämtliche Risiken gegenüber nicht verbundenen Unternehmen auf den Tolling-Vertragspartner übergegangen sind:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
31.12.2025 31.12.2024
Finanzielle VermögenswerteTEURTEUR
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen6.79331.163
Liquide Mittel95
31.12.2025 31.12.2024
Finanzielle VerbindlichkeitenTEURTEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen827743
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen7.3811.098

Der diesen finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2025 beizulegende Zeitwert entspricht zumindest näherungsweise deren Buchwerten.

Die Geschäftsführung ist bestrebt, die Risiken, Finanzinstrumenten verbunden sind, gering zu halten. die mit diesen

Preisänderungs- bzw. Marktwertänderungsrisiko

Dies bezeichnet das Risiko, dass sich der Marktwert eines finanziellen Vermögenswertes oder einer finanziellen Verbindlichkeit aufgrund von Preisschwankungen – z. B. aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze, der Wechselkurse von Fremdwährungen – verändert.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
31.12.202531.12.2024
Forderungen in USD224 TUSD69 TUSD
Verbindlichkeiten in USD1 TUSD205 TUSD

Ein auf Wechselkursschwankungen zurückzuführendes Martkwertänderungsrisiko besteht in Bezug auf die in Fremdwährung denominierten Forderungen und Verbindlichkeiten.

Da die Konzernvorlagen und die Veranlagungen im Konzern-Cashpool variabel verzinst sind, besteht diesbezüglich kein Marktwertänderungsrisiko.

Die Bunge Austria GmbH ist verschiedenen Risiken ausgesetzt, die sich aus der Nutzung von Finanzinstrumenten zur Absicherung von Energiekosten ergeben. Zu diesen Risiken gehören Preisänderungs-, Ausfall-, Liquiditäts- und Cashflow-Risiken. Die Risikomanagementziele und -methoden sind darauf ausgerichtet, diese Risiken zu minimieren und eine effektive Absicherung wichtiger geplanter Transaktionen zu gewährleisten. Die Risiken werden kontinuierlich überwacht und bewertet, um die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu gewährleisten.

Im Rahmen des Risikomanagements setzt die Gesellschaft Derivate zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme ein. Während im Vorjahr aufgrund negativer Zeitwerte der eingesetzten Derivate eine Drohverlustrückstellung in Höhe von EUR 196.434,17 zu bilden war, ergab sich zum 31.12.2025 kein entsprechender Rückstellungsbedarf. Die Risikomanagementziele und methoden, einschließlich der Methoden zur Absicherung wesentlicher geplanter Transaktionen, sind dokumentiert und im Anhang des Jahresabschlusses näher erläutert.

Das Unternehmen wird weiterhin die Entwicklungen auf den Energiemärkten beobachten und die Hedging-Strategie entsprechend anpassen, um die Risiken zu steuern und die Chancen zu maximieren. Die getroffenen Annahmen und die zugrunde liegenden Berechnungen werden regelmäßig überprüft und aktualisiert, um die Genauigkeit und Relevanz der Risikobewertung zu gewährleisten.

Kreditrisiko

Im Hinblick auf die in der Bilanz ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte ist das Kreditrisiko mit dem Buchwert dieser Vermögenswerte begrenzt. Uneinbringliche und zweifelhafte Forderungen werden auf den voraussichtlich einbringlichen Betrag abgeschrieben, sodass sichergestellt sein sollte, dass die Buchwerte die voraussichtlich einbringlichen Beträge nicht übersteigen. Die im Vorjahr bestehende Risikokonzentration aus einer Veranlagung bei Koninklijke Bunge B.V. in Höhe von TEUR 31.165 bestand zum 31.12.2025 nicht mehr. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Buchwerte sämtlicher finanzieller Vermögenswerte realisierbar sind.

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, Verpflichtungen bei Fälligkeit nicht erfüllen zu können. Grundsätzlich besteht dieses Risiko in Bezug auf die ausgewiesenen Verbindlichkeiten. Die Unternehmensleitung ist bestrebt, diese Risiken, falls solche bestehen, durch Liquiditätsplanung gering zu halten.

Cashflow-Risiko

Als Cashflow-Risiko wird das Risiko bezeichnet, dass mit in der Bilanz angesetzten Vermögensgegenständen bzw. Verbindlichkeiten oder mit geplanten Geschäften verbundene Zahlungsströme Schwankungen unterliegen.

Die Konzernvorlagen und die Veranlagungen im Konzern-Cashpool sind variabel verzinst, sodass sich Änderungen des Zinsniveaus auf die Zinsbelastung einerseits und auf die Höhe der Zinserträge andererseits auswirken, was aber bei dem derzeit niedrigen Zinsniveau unbedeutend ist. Zudem sind die mit den in Fremdwährung denominierten Forderungen und Verbindlichkeiten verbundenen Zahlungsströme von der Entwicklung der Wechselkurse der betreffenden Fremdwährungen abhängig.

Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft hat keine Zweigstellen.

Bericht über Forschung und Entwicklung

Die Bunge Austria ist im Mengengeschäft mit weitgehend homogenen Gütern tätig und führt weder Forschung noch Entwicklung durch.

Ausblick

Die Bunge Austria GmbH ist seit dem 01.01.2020 ausschließlich als Lohnverarbeiter auf Basis des bestehenden Tolling Agreements für die Bunge ZRT tätig. Die wesentlichen Markt-, Preis- und Vermarktungsrisiken liegen daher weiterhin beim Auftraggeber Bunge ZRT.

Nach dem Bilanzstichtag kam es am Standort Bruck an der Leitha zu einer Deflagration (Verpuffung) im Bereich der Toasteranlage. Infolge des Vorfalls war die Produktionskapazität im Crush-Bereich vorübergehend eingeschränkt. Die Gesellschaft arbeitet an der Wiederherstellung der vollen Anlagenverfügbarkeit. Nach aktuellem Planungsstand wird die Wiederaufnahme des regulären Betriebs im vierten Quartal 2026 erwartet.

Auf Grundlage der aktuellen Produktionsplanung wird für das Geschäftsjahr 2026 mit einer Verarbeitung von rund 246 Tsd. Tonnen Rapssaat und rund 59 Tsd. Tonnen Sonnenblumensaat gerechnet. Für das Geschäftsjahr 2027 sehen die aktuellen Planungen eine Verarbeitung von rund 350 Tsd. Tonnen Rapssaat sowie rund 75 Tsd. Tonnen Sonnenblumensaat vor. Damit wird nach aktuellem Planungsstand von einer deutlichen Erholung der Produktionsmengen im Jahr 2027 ausgegangen.

Trotz der temporären Einschränkungen wird derzeit nicht von einer wesentlichen Beeinträchtigung der langfristigen Geschäftstätigkeit ausgegangen. Aufgrund des bestehenden Tolling Agreements werden die durch den eingeschränkten Produktionsbetrieb entstehenden Kosten weiterhin im Rahmen des vereinbarten Vergütungsmechanismus berücksichtigt.

Im Geschäftsjahr 2023 hat die Bunge Austria GmbH eine Hedging-Strategie zur Absicherung zukünftiger Energiekosten implementiert, welche über die Bunge SA verwaltet wird. Ebenfalls erfolgt die Zeichnung der Hedges über die Bunge SA. Diese Maßnahme wurde vor dem Hintergrund der erheblichen Energiepreisvolatilität infolge des Krieges in der Ukraine und der daraus resultierenden Unsicherheiten an den Energiemärkten eingeführt. Die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens wird auch künftig von der Fähigkeit beeinflusst, Schwankungen der Energiepreise zu begrenzen und die Energiekosten planbar zu halten. Die wesentlichen geschäftspolitischen Vorhaben, einschließlich der Hedging-Aktivitäten, zielen darauf ab, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens nachhaltig zu sichern.

08.10.2026

Die Geschäftsführung

Máté Biricskai

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