Inhaltsverzeichnis
2.2 Lagebericht des Vorstandes der Ganahl Aktiengesellschaft über das Geschäftsjahr 2025
Volkswirtschaftliche Lage in Österreich
Nach zwei schwachen Jahren hat sich die österreichische Wirtschaft 2025 allmählich stabilisiert. Das reale BIP legte im Jahresdurchschnitt gemäß jüngsten Zusammenstellungen der Wirtschaftsressorts und Institute um rund 0,5 % zu; die Konjunktur verbesserte sich im Jahresverlauf, nachdem 2024 noch ein Rückgang zu verzeichnen war. Die Inflation (VPI) lag im Jahresdurchschnitt bei rund 3,5 – 3,6 %; im Dezember 2025 betrug die Teuerung 3,8 % gegenüber dem Vorjahr. Damit blieb Österreich weiterhin über dem Eurozonen-Schnitt. Die Geldpolitik der EZB wurde 2025 schrittweise gelockert: Der Einlagensatz wurde von 3,00 % (Dez. 2024) in mehreren Schritten bis auf 2,00 % (Juni 2025) gesenkt, was die Finanzierungskonditionen dämpfte.
Die konjunkturelle Talsohle vom Ende 2024 wurde im Verlauf von 2025 überwunden: Quartalsdaten zeigen ab Frühjahr wieder leichte Zuwächse. In Summe signalisiert dies eine zaghafte Rückkehr auf den Wachstumspfad. Für den Ausblick rechneten die großen Institute zum Jahresende 2025 mit weiter moderatem Wachstum 2026–2027, bei zugleich sinkender Inflation.
Die Arbeitslosigkeit stieg 2025 im Jahresdurchschnitt nach nationaler Definition auf rund 7,4 %. Frühjahrsquartale zeigten eine merkliche Zunahme, ehe sich die Lage im Dienstleistungssektor festigte. Strukturell bleibt der Arbeitsmarkt robust, allerdings mit anhaltendem Druck in der Industrie.
Der Industrieproduktionsindex signalisierte 2025 ein wechselhaftes Bild: zwischenzeitliche Aufhellungen ab Frühjahr wurden zum Jahresende von rückläufigen Raten überlagert; im November 2025 lag die arbeitstägig bereinigte Industrie-&-Bau-Produktion –0,3 % unter dem Vorjahr. Die Bauaktivität blieb 2025 verhalten; eine nachhaltige Belebung setzte noch nicht ein.
Aus Sicht des Außenhandels und Zahlungsbilanz war der Warenhandel 2025 insgesamt gedämpft: Die Handelsbilanz drehte von einem Überschuss 2024 auf ein Defizit 2025 von mehr als 5 Mrd. Euro.
Auf dem Energiesektor wirkte 2025 die Diversifizierung der Gasversorgung (LNG-Zuflüsse, stabile Liefermengen aus Norwegen) wie auch sinkende Großhandelspreise kostendämpfend.
Der private Konsum expandierte 2025 real leicht (≈ +0,7 %), gestützt durch Realeinkommensgewinne, jedoch belastet durch nachwirkend hohe Dienstleistungspreise. Die Beschäftigung stagnierte nahezu, der Stand unselbständig Beschäftigter verblieb mit +0,2% auf Vorjahresniveau.
Die externen Rahmenbedingungen zeigen nach wie vor anhaltende geopolitische Spannungen, eine schwache Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten (insb. Deutschland) sowie anhaltende Handelskonflikte (inkl. US-Zöllen), was die Exporterholung 2025 bremste; diese Faktoren werden in den Prognosen ausdrücklich als wesentliche Risiken benannt.
Papierindustrie
Die Papierproduktion musste – nach einem Mengenanstieg 2024 von knapp 14% – einen Rückgang im abgelaufenen Jahr 2025 verzeichnen, von 4.433 tto. auf 4.122 tto. (-7,0%). Das Segment der Verpackungspapiere, wozu die Wellpapperohpapiere zählen, hat mit 2.691 tto. um 0,8% weniger produziert als im Vorjahr. Der gesamte Umsatz des Geschäftsjahres 2025 in Höhe von 4,2 Mrd. Euro verminderte sich um 8,6% im Vergleich zum Vorjahr.
Wellpappeindustrie
Die Gesamtlieferungen der Wellpappeindustrie Österreichs werden derzeit mengen- und wertmäßig nicht mehr erfasst, da ein großer Mitbewerber die Verbandsmitgliedschaft gekündigt hat und damit keine statistischen Informationen mehr weitergibt. Die Berichterstattung ist derzeit ausgesetzt. Ein indirekter Indikator bieten die zuvor erwähnten Papierlieferungen in den Verpackungsbereich, welche sich von 2.713 tto. auf
2.691 tto. leicht vermindert haben (-0,8%). Die Veränderungen der Exportmengen wie auch Exportpreise sind ebenso nicht bekannt.
Geschäftsverlauf der Ganahl Aktiengesellschaft
Ertragslage
Die Umsatzerlöse haben sich von TEUR 285.245 um 4,0% auf TEUR 296.795 erhöht.
Die Papiererzeugung konnte eine Absatzmenge von 115.160 to fakturieren (Vorjahr 120.500 to). Mit dem Mengenrückgang, der angespannten Marktpreislage wie auch den anhaltend hohen Energiekosten ist die erzielte Marge nicht zufriedenstellend.
Im Bereich der Rohstoffverwertung konnte eine Sammelmenge in Höhe von 53.690 to verarbeitet werden (Vorjahr 54.500 to). Mit dem Mengenrückgang und einer verminderten relativen Marge konnte das Ergebnis des Vorjahres nicht erreicht werden.
Im Bereich der Wellpappeerzeugung verminderte sich die Absatzmenge von 164.400 to im Vorjahr auf 160.400 to im Jahr 2025. Trotz der Mengenreduktion konnte die Marge des Vorjahres übertroffen werden. Der Materialaufwand der Ganahl AG erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 3,3%. Dieser Anstieg resultiert aus rückläufigen Absatzmengen bei gleichzeitig höheren Einstandspreisen. Die wesentliche Veränderungen innerhalb der Aufwandspositionen werden nachfolgend näher erläutert:
Der Personalaufwand verzeichnet insgesamt einen Anstieg von 0,7%. Dies beinhaltet – trotz Verschmelzung mit der Faserwell GmbH - einen leichten Rückgang des durchschnittlichen Mitarbeiterstands auf Basis Vollzeitbeschäftigung von 768 auf 766 Dienstnehmer, wie auch die Indexerhöhungen und Veränderungen bei den Sozialkapitalrückstellungen.
Der sonstige Betriebsaufwand verminderte sich im Vergleich zum Vorjahr, es ist ein Rückgang von 4,3% zu verzeichnen.
Das EBIT beträgt für das Geschäftsjahr 2025 TEUR 7.997 und erhöht sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 7.217.
Der Finanzerfolg des laufenden Jahres in Höhe von TEUR 7.946 liegt über dem Niveau des Vorjahres.
Damit weist die Ganahl Aktiengesellschaft ein Ergebnis über Niveau des Vorjahres aus. Das Ergebnis vor Steuern wird mit TEUR 15.942 (Vorjahr TEUR 6.373) ausgewiesen.
Vermögens- und Finanzlage
Die Vermögens- und Kapitalstruktur zeigt eine Verminderung im Anlagevermögen um TEUR 6.702. Bei den Sachanlagen und Rechten gab es Zugänge in Höhe von TEUR 5.135 und Abschreibungen in Höhe von TEUR 19.593. In den Finanzanlagen sind Zugänge an Wertrechten in Höhe von TEUR 275 wie auch Abgänge von Anteilen an verbundenen Unternehmen, Ausleihungen, Wertrechten und sonstigen Ausleihungen in Höhe von TEUR 12.119 (Anschaffungskosten TEUR 23.706) enthalten.
Das kurzfristige Umlaufvermögen hat sich um TEUR 10.291 erhöht, was insbesondere auf einen Anstieg bei der Liquidität und anderer Umlaufaktiva wie auch auf den Rückgang bei den Vorräten zurückzuführen ist.
Das kurzfristige Fremdkapital hat sich um TEUR 4.056 vermindert, was im Wesentlichen auf einen Anstieg bei den Steuer- und sonstigen Rückstellungen wie auch auf Rückgänge bei den Lieferverbindlichkeiten und den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zurückzuführen ist.
Aufgrund der oben angeführten Entwicklungen hat sich das Working Capital von TEUR 81.364 auf TEUR 95.711 erhöht.
Der Anstieg im Nettokapital (langfristiges Fremdkapital und Eigenkapital) in Höhe von TEUR 7.644 ist im Wesentlichen auf die Zunahme des Eigenkapitals zurückzuführen; aus dem Jahresergebnis wurden der freien Rücklage TEUR 9.000 zugeführt.
Die Geldflussrechnung zeigt im Vergleich zum Vorjahr folgende Struktur für die Mittelaufbringung und Mittelverwendung:
| Geldflussrechnung der Ganahl AG | 2025 TEUR | Vorjahr TEUR | Veränderung TEUR |
|---|---|---|---|
| Netto-Geldfluss aus dem Ergebnis | 23 749 | 16 209 | 7 540 |
| Netto-Geldfluss aus der Veränderung des Working Capital | -5 202 | -896 | -4 305 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit (ICF) | -1 743 | -12 259 | 10 516 |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit (FCF) | -7 674 | -6 945 | -730 |
| Veränderung flüssig Mittel aus Verschmelzung | 595 | 0 | 595 |
| Veränderung des Finanzmittelbestandes | 9 725 | -3 891 | 13 616 |
Die Geldflussrechnung 2025 wurde ohne Verschmelzungseffekte der Ganahl AG mit der Faserwell GmbH erstellt.
Diese zeigt einen Anstieg beim Cashflow aus dem Ergebnis um TEUR 7.540 auf TEUR 23.749. Die Veränderungen der Posten Vorräte, Forderungen, Steuerlatenzen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten (exkl. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen für Investitionen) haben die Liquidität um TEUR 5.202 vermindert. Die Inhalte der jeweiligen Positionen der Cash-Flow-Rechnung entsprechen dem Fachgutachten des Fachsenats für Betriebswirtschaft der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, zuletzt überarbeitet im April 2019.
Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Finanzielle Leistungsindikatoren
Die Kennzahlen der Vermögens- und Kapitalstruktur unterstreichen die solide Bilanzstruktur mit 81,5% Eigenkapital und die gute Liquidität.
Der Cashflow aus dem Ergebnis in Prozent der Betriebsleistung liegt bei 8,0% (Vorjahr 5,7%). Das Jahresergebnis vor Ertragsteuern in % der Betriebsleistung hat sich von 2,2% im Vorjahr auf 5,4% erhöht.
Der ROCE (Umsatzrentabilität x Kapitalumschlag) beträgt für das Jahr 2025 5,2% (Vorjahr 2,1%).
Die Umsatzrentabilität (Jahresergebnis vor Zinsaufwendungen und vor Ertragssteuern in % der Nettoverkaufserlöse) beträgt für das Jahr 2025 5,4% (Vorjahr 2,2%).
Die fiktive Schuldentilgungsdauer nach § 24 URG ist nicht berechenbar, da keine Effektivverschuldung vorliegt (Vorjahr 0,27 Jahre).
Arbeitnehmerbelange
Im Geschäftsjahr 2025 waren in der Ganahl AG durchschnittlich 766 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Basis Vollzeit beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Reduktion um 2 Personen, wobei das Jahr 2025 die Verschmelzung der Ganahl AG mit der Faserwell GmbH mit zusätzlichen 22 Personen beinhaltet.
Die Standorte Frastanz und St. Ruprecht führten externe Weiterbildungen, Teamentwicklungsseminare und fachspezifische Trainings durch. Führungskräfte erhielten spezielle Trainings zu Führung, Kommunikation und Konfliktmanagement und es fanden Teamentwicklungsseminare statt. Einführungs- und Anwendungsschulungen zu Künstlicher Intelligenz wurden für Mitarbeitende angeboten.
Nachhaltigkeits- und Umweltbelange
Nachhaltigkeitsbericht (CSRD)
Im Berichtsjahr hat die Unternehmensgruppe – wie bereits im Vorjahr – freiwillig eine Nachhaltigkeitserklärung erstellt. Diese orientiert sich an der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sowie an den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) in der Fassung vom 31. Juli 2023.
Die von der Europäischen Kommission im Rahmen der Omnibus-Verordnung geplanten Änderungen der ESRS verfolgt die Ganahl-Gruppe aufmerksam. Sobald die endgültigen Standards – voraussichtlich im Jahr 2026 – verabschiedet sind, wird die Nachhaltigkeitsberichterstattung entsprechend angepasst.
Ab dem Berichtsjahr 2027 ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung für die Ganahl-Gruppe verpflichtend.
Klimaziele und Produktklimabilanzen
Im Rahmen unseres Engagements für wissenschaftsbasierte Klimaziele wurden die gruppenweiten Treibhausgas-Reduktionsziele bei der Science Based Targets Initiative (SBTi) zur Prüfung und Validierung eingereicht.
Als verbindliches Basisjahr für die Bewertung unserer Emissionsreduktionen dient das Jahr 2021. Nachfolgende Zahlen werden daher mit dem Basisjahr 2021 verglichen.
Die Berechnung des Corporate Carbon Footprint (CCF) sowie der Product Carbon Footprints (PCF) erfolgt zentral durch die Abteilung Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit. Die Abteilung ist für die Erhebung, Prüfung und Auswertung der relevanten Energie-, Emissions- und Produktionsdaten verantwortlich. Auf dieser Grundlage werden die Treibhausgasemissionen nach anerkannten Standards berechnet und dokumentiert. Dadurch wird eine einheitliche, transparente und nachvollziehbare CO₂-Bilanzierung auf Gruppen- und Produktebene sichergestellt.
Für die Produkte des Standorts Frastanz wurde im Jahr 2024 eine Methode zur Berechnung produktspezifischer CO₂-Bilanzen (PCF) entwickelt. Diese Methode wurde im Berichtsjahr 2025 erfolgreich vom TÜV Austria geprüft und validiert.
CO2-Ausstoss der Papierfabrik Frastanz
Die Papierfabrik Frastanz ist weiterhin der größte Energieverbraucher innerhalb der Ganahl AG.
Der CO₂-Ausstoß der Papierfabrik Frastanz erhöhte sich im Vergleich zum Jahr 2024 um 1,2 % auf insgesamt 24.055 Tonnen (2024: 23.761 Tonnen). Gleichzeitig verringerte sich die Bruttoproduktionsmenge um 2,9 % von 132.247 Tonnen im Jahr 2024 auf 128.373 Tonnen im Jahr 2025 (KER-Produktion).
Der Erdgasverbrauch reduzierte sich leicht von 11.643.401 Nm³ im Jahr 2024 auf 11.475.226 Nm³ im Jahr 2025. Allerdings stiegen sowohl der untere Heizwert des Erdgases (2024: 36,7 GJ/1.000 Nm³; 2025: 37,3 GJ/1.000 Nm³) als auch der Emissionsfaktor (2024: 55,6 t CO₂/TJ; 2025: 56,2 t CO₂/TJ).
Durch den höheren Energiegehalt pro Normkubikmeter sowie den gestiegenen Emissionsfaktor ergab sich trotz leicht geringerem Gasverbrauch insgesamt eine höhere CO₂-Emission.
Vergleich 2021 / 2025:
Der CO₂-Ausstoß der Papierfabrik konnte im Vergleich zum Basisjahr 2021 leicht reduziert werden. Während die Emissionen im Jahr 2021 bei 24.776 Tonnen CO₂ lagen, betrugen sie im Jahr 2025 24.055 Tonnen CO₂. Dies entspricht einer Verringerung von 721 Tonnen CO₂ bzw. rund 2,9 % gegenüber dem Basisjahr.
Wesentliche Nachhaltigkeitskennzahlen der Ganahl AG (Vergleich Basisjahr 2021)
Zugekaufter Strom und Stromerzeugung
Die Ganahl AG deckt ihren Strombedarf sowohl durch zugekauften Strom von externen Anbietern als auch durch selbst erzeugten Strom aus Photovoltaikanlagen.
Der zugekaufte Strom war zu 100% zertifizierter Grünstrom.
Im Jahr 2025 belief sich der Stromzukauf auf 67.189 MWh und lag damit um 1,6 % über dem Niveau des Basisjahres 2021 (66.104 MWh). Der Anstieg ist unter anderem auf die Erweiterung der Fasergussproduktion zurückzuführen. Die neu installierte Thermoforming-Anlage verfügt über eine integrierte Stromtrocknung, die vollständig ohne fossile Energieträger betrieben wird.
Zusätzlich wurden im Berichtsjahr 2.476 MWh durch eigene Photovoltaikanlagen erzeugt. Damit lag die Eigenstromproduktion mehr als viermal so hoch wie im Basisjahr 2021 (603 MWh) und unterstreicht den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Eigenstromerzeugung.
E-Mobilität und Treibstoffverbrauch
Der Dieselverbrauch konnte im Zeitraum von 2021 (441.309 Liter) bis 2025 (305.371 Liter) um 30,8 % reduziert werden.
Der Benzinverbrauch hingegen stieg im selben Zeitraum von 25 Litern im Jahr 2021 auf 9.716 Liter im Jahr 2025.
Die deutliche Reduktion des Dieselverbrauchs ist insbesondere auf den verstärkten Einsatz von E-Mobilität sowie die schrittweise Umstellung des Fuhrparks auf elektrische Fahrzeuge zurückzuführen. Während im Jahr 2021 noch kein E-Fahrzeug im Betrieb war, wurden im Jahr 2025 bereits 28.379 kWh für E-Mobilität eingesetzt.
Wärmeenergie (Erdgas / Fernwärme)
Der Erdgasverbrauch der Ganahl AG wurde im Zeitraum von 2021 (15.482.000 Nm³) bis 2025 (14.787.997 Nm³) um 4,5% gesenkt.
Auch der Fernwärmebedarf sank von 111.550 kWh im Jahr 2021 auf 98.070 kWh im Jahr 2025. Die einge-
setzte Fernwärme stammt aus biogenem Ursprung
Diese Reduktion ist insbesondere auf Effizienzsteigerungen in den Anlagen sowie auf technische Optimierungsmaßnahmen zurückzuführen.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Die wesentlichen Risiken im Geschäftsjahr 2025 resultierten weiterhin aus der nur verhalten einsetzenden konjunkturellen Erholung sowie aus der anhaltenden Verunsicherung der Konsumenten infolge geopolitischer Spannungen. Der private Konsum zeigte lediglich begrenzte Stabilisierungstendenzen und verharrte insgesamt auf einem niedrigen Niveau. Zusätzlich belasten seit geraumer Zeit regulatorische Anforderungen und der damit verbundene administrative Aufwand die wirtschaftliche Entwicklung und wirkten dämpfend auf die gesamtwirtschaftliche Dynamik. Diese Anforderungen beziehen sich im Besonderen auf Themen wie Lieferkettenregelungen, EU‑Packaging-and-Packaging-Waste-Regulation, Netz- und Informationssicherheitsgesetze sowie weiteren umwelt‑ und nachhaltigkeitsbezogenen Vorgaben.
Die Marktpreise der Wellpappe-Rohpapiere wie auch die Energiekosten liegen weiterhin auf einem Niveau, das eine wirtschaftlich zufriedenstellende Produktion der Papierfabrik erheblich erschwert. Vor diesem Hintergrund stellt der Bau eines eigenen Reststoffkraftwerks nach wie vor ein zentrales strategisches Ziel dar.
Aufgrund der freiwilligen Entscheidung zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung ist jedoch davon auszugehen, dass sich die Realisierung und Inbetriebnahme des Projekts um mehrere Jahre verzögern wird.
In Österreich und Deutschland bestanden im Geschäftsjahr 2025 weiterhin konjunkturelle Risiken. Diese ergaben sich insbesondere aus der fortschreitenden Verlagerung industrieller Produktionskapazitäten in wirtschaftlich attraktivere Märkte sowie aus der anhaltenden Schwäche zentraler Leitbranchen, insbesondere der Automobilindustrie und dem Baugewerbe. Die gedämpfte Entwicklung dieser Sektoren wirkte sich negativ auf die gesamtwirtschaftliche Dynamik und die Investitionsbereitschaft aus.
Der im Geschäftsjahr erstellte Risikobericht wurde – wie jedes Jahr - von den Bereichsverantwortlichen ausgearbeitet und die Ergebnisse dienten der Identifikation, Analyse, Steuerung und Überwachung der Risiken in den Werken. Die wesentlichen Ergebnisse und die bedeutenden Veränderungen im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr wurden dem Aufsichtsrat präsentiert.
Dem Ausfall von Forderungen wird durch ausreichende Bildung von Wertberichtigungen Rechnung getragen.
Das übrige Finanzrisiko ist bei einer Eigenkapitalquote von 81,5% (Vorjahr 79,8%) unverändert gering.
Auch gibt es keine Gefahren aus Haftungen oder Finanztransaktionen.
Beim Management des Finanzvermögens wird bei der Veranlagung von liquiden Mitteln das Bankenrisiko berücksichtigt (Veranlagungsobergrenze). Bei der Veranlagung in Wertpapiere wird den vom Aufsichtsrat beschlossenen Anlagerichtlinien gefolgt.
Zum Bilanzstichtag wurden keine derivativen Finanzinstrumente gehalten.
Niederlassungen
Die Gesellschaft unterhält neben der Papierfabrik, dem Wellpappewerk und der Fasergussproduktion in Frastanz noch ein Wellpappewerk in Sankt Ruprecht an der Raab und einen Altstoffsammelbetrieb in Hall in Tirol.
Bericht über Forschung und Entwicklung
Es ist ein Spezifikum der Papier- und Wellpappenindustrie, dass die eigentliche Forschung und Entwicklung von Maschinen und Anlagen im Wesentlichen durch die Lieferanten geleistet werden. In den eigenen Werken wird keine Forschung und Entwicklung außer der Verpackungsentwicklung betrieben.
Bericht über das Management von Cyberrisiken
Cyberrisiken stellen weiterhin ein wesentliches Risiko für den Konzern dar. Die IT-Sicherheit wird daher konsequent entlang eines mehrstufigen Sicherheitskonzepts gesteuert. Dazu gehören moderne Schutzmaßnahmen wie Netzwerksegmentierung, Firewall Architekturen, Multi-Faktor-Authentifizierung, Endpunktschutz sowie regelmäßige Schwachstellenanalysen und Penetrationstests.
Ein zentrales Sicherheitsmonitoring (SIEM/SOAR) ermöglicht die laufende 24/7 SOC-Überwachung sicherheitsrelevanter Ereignisse. Für den Umgang mit Vorfällen bestehen etablierte Incident- Response-Prozesse, die durch regelmäßige Übungen unterstützt werden.
Die Sensibilisierung der Mitarbeitenden ist ein wichtiger Bestandteil des Sicherheitsprogramms. Durch verpflichtende Awareness-Trainings wird das Sicherheitsbewusstsein kontinuierlich gestärkt.
Cyberrisiken werden regelmäßig im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements bewertet und an die Unternehmensleitung berichtet. Insgesamt stuft die Ganahl Aktiengesellschaft das Cyberrisiko als wesentlich, jedoch durch bestehende Maßnahmen beherrschbar ein.
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Das Geschäftsjahr 2026 wird weiterhin von einem herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld geprägt. Anhaltende Unsicherheiten im internationalen Handel sowie fortbestehende geopolitische Spannungen lassen erwarten, dass die wirtschaftliche Entwicklung gedämpft bleibt und die Volatilität an den Märkten erhöht ist. Darüber hinaus haben die jüngsten militärischen Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran einen signifikanten Anstieg der Energiepreise ausgelöst. Die damit verbundenen und teils bereits angekündigten Preiserhöhungen werden die Kostenbasis von Wellpappe-Rohpapieren und Wellpappeverpackungen deutlich erhöhen. Die konsequente Weitergabe dieser Kostensteigerungen an die Kunden bleibt eine zentrale unternehmerische Herausforderung.
Ungeachtet dieser Rahmenbedingungen blickt die Ganahl Gruppe mit Zuversicht in das neue Geschäftsjahr. Dank der stabilen finanziellen Basis der Ganahl AG ist das Unternehmen gut positioniert, um den bevorstehenden Herausforderungen mit unternehmerischer Entschlossenheit und strategischer Flexibilität zu begegnen. Diese solide Ausgangslage stärkt die Krisenresistenz und stellt einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil in einem zunehmend anspruchsvollen Marktumfeld dar.
Trotz der weiterhin herausfordernden Marktbedingungen hat die Ganahl Gruppe für das Geschäftsjahr 2026 ein ambitioniertes Budget verabschiedet. Auf Basis unserer sorgfältigen Planung und der bestehenden operativen Stärke gehen wir davon aus, die gesetzten Ziele erreichen zu können.
Unsere engagierten und hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden dabei eine zentrale Grundlage für die erfolgreiche Bewältigung der bevorstehenden Aufgaben. Der Vorstand dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausdrücklich für ihren hohen Einsatz, ihre Leistungsbereitschaft und ihre Verbundenheit mit dem Unternehmen.
Auch im Jahr 2026 liegt der Fokus unverändert auf einer hohen Kundenzufriedenheit, einer verlässlichen Lieferperformance sowie der konstant hohen Qualität unserer Produkte.
Unser Dank gilt ebenso unseren Aktionärinnen und Aktionären, die durch ihr anhaltendes Vertrauen einen wesentlichen Beitrag zur Stabilität und Weiterentwicklung der Ganahl Gruppe leisten.
Frastanz, 24. März 2026
Der Vorstand
Mag. Hubert Marte e.h. Ing. Udo Nachbaur BSc e.h.