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Lagebericht 2025

Maplan GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 14. Okt. 2026

Inhaltsverzeichnis

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die europäische Wirtschaft erholte sich auf niedrigem Niveau nach einer Phase der Stagnation, Das BIP-Wachstum in der EU betrug 1,1 %, während das Euro-Währungsgebiet ein Wachstum von 0,9 % in 2025 verzeichnete. Deutschland erlebte jedoch einen leichten Rückgang des BIP um 0,1 %. Die Inflation lag im Jahr 2025 beinahe beim Zielwert der EZB von 2,0 %.

Das BIP stagnierte in Österreich und betrug -0,1%. Die Inflation, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) lag im Jahresdurchschnitt bei 3,6 %. Dies stellt weiterhin einen der höchsten Inflationssätze im Euroraum für 2025 dar (Durchschnitt Euroraum 2,1% gemessen am HVPI). Zusammenfassend war 2025 in vielen Bereichen ein Übergangsjahr mit schwacher Dynamik und nur verhaltenen Erholungssignalen.

Die US-Wirtschaft wuchs um 1,9 % in 2025 und zeigte sich insgesamt robust wobei massive Investitionen in künstliche Intelligenz und Rechenzentren als Wachstumstreiber angesehen werden konnten, während Zölle und politische Unsicherheit einzelne Branchen (Bauindustrie, Autoindustrie) massiv beeinflussten.

Die chinesische Wirtschaft meldet für 2025 ein BIP-Wachstum von 5,0 %, unterstützt durch Konjunkturstimuli im Konsum- und Dienstleistungssektor. Indien zeigte ein kräftiges Wachstum von nahe 7 % getragen von robustem Konsum, Exporten, Infrastrukturinvestitionen und staatlichen Ausgaben.

Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte die Leitzinsen im Laufe des Jahres 2025 mehrfach und befindet sich damit das zweite Jahr in Folge auf einem Senkungskurs, um die Wirtschaft zu stabilisieren und die zurückgehende Inflation zu begleiten. Der wichtigste Leitzins, der Einlagenzins, wurde zwischen Ende Januar 2025 bis Ende Dezember 2025 von 2,75 % auf 2,15 % in mehreren Schritten gesenkt.

In den USA senkte die Federal Reserve (Fed) die Leitzinsen erstmalig im September und danach erst im Dezember. Der Leitzins wurde bis Dezember 2025 auf eine Spanne von 3,50 bis 3,75 % gesenkt. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, der Abschwächung des Arbeitsmarktes entgegenzuwirken.

In 2025 hat sich der Euro gegenüber den Währungen US-Dollar, chinesischer Renminbi und indischer Rupie sehr stark behauptet. Der US-Dollar wertete im Jahresverlauf gegen den Euro von 1,04 zu Jahresanfang auf 1,17 zu Jahresende ab. Gleiches Bild zeigt sich beim Renminbi von 7,58 auf 8,23 sowie bei der Rupie mit 88,93 auf 105,59 jeweils im Vergleich zu einem Euro.

Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit

Der wesentliche Teil der Tätigkeit des Unternehmens liegt in der Entwicklung, Erzeugung und dem Vertrieb von Spritzgießmaschinen sowie Turn-Key Projekten, also Maschinenlösungen inklusive Werkzeugen und Automatisierungen für die Verarbeitung von Elastomeren und Silikon.

Im Dienstleistungsbereich bietet Maplan Serviceleistungen, Schulungen und anwendungstechnische Beratung an.

Geschäftsverlauf der Gesellschaft

Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 39,6 Mio. im Geschäftsjahr 2025 (Vorjahr EUR 49,4 Mio.) zeigen einen Rückgang von 19,8 %.

Dieser Rückgang ist wesentlich durch das Nordamerika-Geschäft verursacht. Verschiebungen in der Projekt-Pipeline unserer Kunden durch die teils erratischen Zollankündigungen der USA führten zu einem Auftrags- und Umsatzrückgang in 2025. Für 2026 wird daher ein deutlicher Nachholeffekt erwartet. Der Umsatz im Kernmarkt Europa konnte hingegen 2025 stabil gehalten werden.

Der Trend zur Nachfrage nach komplexeren Maschinen und Maschinen mit Außenstationen ist auch 2025 fortgesetzt erkennbar. Sehr erfreulich war generell die Neukundengewinnung im Bereich Maschinen, die bei Maplan rund ein Drittel des Maschinenumsatzes ausmachte.

Die Geschäftsbereiche Kaltkanäle und Automatisierungslösungen, Ersatzteilgeschäft und Services wie auch Wartungen und auch der Gebrauchtmaschinenverkauf konnten 2025 auf gutem Niveau gehalten werden, reichten aber nicht ganz an das Rekordjahr 2024 heran.

Die Betriebsleistung ist 2025 um 27,0 % gesunken. Der Personalstand betrug (inklusive der französischen Betriebsstätte) im Jahresdurchschnitt 160 Mitarbeiter (Vorjahr: 176), im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Reduktion von 16 Mitarbeiterlnnen. Der Personalaufwand konnte somit um 14,3 % zum Vorjahr reduziert werden, um der Reduktion der Betriebsleistung und der kollektivvertraglichen Steigerungen Rechnung zu tragen.

Durch Effizienzsteigerungen in unserer Lieferkette konnte der Rohmaterialbestand um rd. EUR 0,3 Mio, reduziert werden. In den unfertigen und fertigen Erzeugnissen sind u.a. Großprojekte inklusive Automatisierungen mit Auslieferung in 2026 enthalten. Der gesamte Vorratsbestand konnte um 14,5 % reduziert und somit das Working Capital optimiert werden.

Die Bilanzsumme beträgt EUR 31,9 Mio. (Vorjahr EUR 35,9 Mio.). Die Eigenkapitalquote errechnet sich mit 45,1 % (VJ: 42,7 %). Im Geschäftsjahr 2025 wurde eine Dividende an die Eigentümer ausgeschüttet.

Lage der Gesellschaft

Der Maschinenbaumarkt in den USA wurde in 2025 stark von der Zollpolitik der US-Regierung getroffen. Die öfters wechselnden Zollvorgaben und -regulatorien und die eingeführten – teils massiven – Zollsätze haben zu Verunsicherung und abwartender Haltung in der Branche geführt. Der US-Maschinenbaumarkt hat seine geplanten Investitionen daher zum Großteil nach hinten geschoben, um die Entscheidungen und Auswirkungen der Zollpolitik besser abschätzen und planen zu können. Für 2026 wird mit entsprechendem Nachholeffekt in der Branche gerechnet.

Für den europäischen Maschinenbau ist auch 2025 ein herausforderndes Jahr gewesen. Die wirtschaftliche Schwäche europäischer Kernmärkte wie bspw. Deutschland setzt sich fort. Es scheint allerdings nach Analysen der VDMA die Talsohle für Deutschland erreicht. Auf niedrigem Niveau hat sich der Spritzguss-Maschinenmarkt seit etwa zwei Jahren eingependelt. Speziell die Inflations- und Gehaltsentwicklungen der letzten Jahre haben zu Stagnation geführt. Globaler Konkurrenzkampf speziell in der Autoindustrie haben Überkapazitäten entlang der Wertschöpfungskette gezeigt. Unternehmen bleiben daher auch in 2025 zurückhaltend bei neuen Investitionen. Der Bedarf an Effizienzsteigerungen und Automatisierungen ist weiterhin bemerkbar und führt im Spezialmaschinenbau inkl. verketteter Anlagen, Automatisierungen und Werkzeugen zu Projekten, Gesamt gesehen konnte Maplan seine Marktposition in vielen europäischen Ländern ausbauen und somit bei einem stagnierenden / sinkenden Gesamtmarkt den Umsatz in Europa stabil halten.

Maplan hat in seinem Hauptwerk sowie in den Niederlassungen den Lean-Management Fokus weiter vorangetrieben mit dem Ziel der Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung. Dieser positive Weg wurde in 2025 bestätigt – die Maplan GmbH mit seinem Werk in Kottingbrunn erhielt den renommierten Preis und Auszeichnung zur FABRIK DES JAHRES 2025 in der Kategorie „Hervorragende Kleinserienfertigung“ im Sondermaschinenbau und setzte sich somit gegen zahlreiche namhafte Konkurrenz in Europa durch! Es bestärkt uns den eingeschlagenen Weg konsequent und nachhaltig weiterzuverfolgen.

Im Bereich Produktentwicklung und strategischer Ausrichtung hat sich Maplan als lösungsorientierter Komplettanbieter positioniert und weiterentwickelt.

Im Zuge der umgesetzten Hausbanken-Strategie mit zwei starken strategischen Partnern ist Maplan für die nächsten Entwicklungsschritte gerüstet. Die Liquidität des Unternehmens ist sohin als zufriedenstellend zu bewerten und bildet eine stabile Basis für die Zukunft.

Automatisierungsprojekte werden weiterhin als Wachstumspotential betrachtet und verstärkt angeboten. Aufgrund von positivem Kundenfeedback werden auch virtuelle Abnahmen weiter forciert und die Fernunterstützung von Kunden ausgebaut.

Forschung und Entwicklung

Sowohl in den Vertikal- wie auch Horizontal-Baureihen wurden selektive Modellerweiterungen und - adaptionen vorgenommen.

Interne Optimierungen und Aufbau Know-How Kompetenz durch stärker verschränkte Zusammenarbeit der Engineering-Abteilungen aller Standorte in Österreich, Indien und China wurde vorangetrieben.

Komplexe Automatisierungsprojekte werden in Zusammenarbeit mit ausgewählten Kunden gemeinsam umgesetzt. Auch Im Geschäftsjahr 2025 konnte das Know-How im Bereich Kaltkanäle und Werkzeugbau intern weiter ausgebaut und gestärkt werden und der Formen- und Werkzeugmacher RT-Formtec GmbH nach der Akquisition in 2024 komplett integriert werden. Im Zuge dessen wurde die Formenbaugesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr auch zur Maplan Systems GmbH umfirmiert.

Angaben zu bestehenden Niederlassungen

Die Maplan GmbH verfügt über Betriebsstätten in Kottingbrunn und Chambery (Frankreich).

Tochtergesellschaften bestehen in Österreich, Deutschland, Italien und der Slowakei.

Über die Maplan Export GmbH ist man zudem indirekt zu je 100 % an der Machinery & Planning Inc, in den USA, an der Maplan China und der Maplan India Private Limited beteiligt. Im Jahr 2025 haben alle operativ tätigen Niederlassungen positive operative Ergebnisse erzielt; lediglich die Maplan India Privat Limited befindet sich in der Anlaufphase und in ihrem ersten vollen Jahr der Betriebstätigkeit nach der Werkseröffnung in 2024. Bei kontinuierlicher Entwicklung wird für 2026 ein Umsatzwachstum im Vergleich zu den Vorjahren geplant. Die Indische Tochtergesellschaft wird nach dem ersten vollen Betriebsjahr in 2025 auch in 2026 den Vertrieb primär auf den lokalen indischen Markt fokussieren und weiter ausbauen.

Wesentliche kommerzielle Risiken und Risikomanagement

Der zentrale Baustein des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Begrenzung betrieblicher Risiken durch die in der Gesellschaft vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme, wobei sowohl die gesetzlichen Vertreter wie auch die Leiter der wesentlichen Funktionsbereiche eingebunden sind.

Abhängig von den jeweiligen Themenbereichen erfolgt eine periodische Risikoberichterstattung an die Geschäftsführung.

Je nach Notwendigkeit bzw. Sinnhaftigkeit werden dabei Informationen auf Tages-, Wochen oder Monatsbasis bereitgestellt und den laufenden Plansollwerten gegenübergestellt.

Im Bereich der Forderungen wird das Zahlungsausfallsrisiko der Forderungen zu einem überwiegenden Teil durch den Abschluss von Exportkreditrisikoversicherungen oder durch Bankbesicherungen reduziert. Politische Risiken werden durch den staatlichen Kreditversicherer Österreichischen Kontrollbank AG oder durch private Kreditversicherer abgesichert.

Im Zuge der Minimierung des Marktrisikos und auch des Risikos von konjunkturellen Schwankungen in den bisherigen wesentlichen Vertriebsregionen von Maplan wurde der Ausbau von neuen Vertriebsregionen weiter vorangetrieben. Mit der neugegründeten Niederlassung in Indien wurde neben der Vertriebsregion auch ein weiterer Produktionsstandort zur Diversifikation aufgebaut. Auch hier erfolgt die Absicherung von wirtschaftlichen Risiken vorwiegend durch die Österreichische Kontrollbank. Der Fokus wird weiterhin auf die Verbreiterung der Kundenbasis gesetzt, um in konjunkturell schwierigen Zeiten breiter aufgestellt zu sein.

Die andauernde Kriegssituation in der Ukraine hat für Maplan keine direkten absatz- oder finanziellen Auswirkungen. Es wird kein Handel mit Kunden aus Krisenregionen betrieben. Etwaige Einbußen im Russlandgeschäft spielen für die Geschäftsentwicklung keine wesentliche Rolle. Aus aktueller Sicht werden alle Maßnahmen getroffen, um negative Auswirkungen abzufedern.

Zur Absicherung von Fremdwährungsgeschäften und ausstehenden Forderungen in US Dollar werden selektiv Devisentermingeschäfte abgeschlossen.

Wien, 12. März 2026

Maplan GmbH

Die Geschäftsführung

DI Wolfgang Meyer

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