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Lagebericht 2025

Takeaway.com Express Austria B.V. & Co KG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 29. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

für die Takeaway.com Express Austria B.V. & Co KG, Wien

für das Geschäftsjahr 2025

I. Einleitung und Grundlagen des Lageberichts

Angaben zur Gesellschaft

Die Gesellschaft firmiert unter dem Namen Takeaway.com Express Austria B.V. & Co KG. Ihr Sitz befindet sich in Wien, Österreich (registrierte Adresse: Donau-City-Straße 6/12, 1220 Wien), und das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine mittelgroße Personengesellschaft iSd § 221 UGB.

Die Gesellschafterstruktur der Takeaway.com Express Austria B.V. & Co KG setzt sich wie folgt zusammen:

• Persönlich haftende Gesellschafterin (Komplementärin): Die Takeaway.com Express AT GP B.V. mit Sitz in Amsterdam, Niederlande. Sie hält keine Kapitalanteile an der Gesellschaft, ist zu keiner Einlage berechtigt oder verpflichtet und zeichnet ausschließlich für die Geschäftsführung und Vertretung der Partnerschaft verantwortlich. • Kommanditistin: Die Takeaway.com Express AT LP B.V. mit Sitz in Amsterdam, Niederlande. Dieser Gesellschafter hält das gesamte Gesellschaftskapital in Höhe von EUR 35.000,00, was gleichzeitig der im Firmenbuch eingetragenen Haftsumme entspricht.

Der Unternehmensgegenstand der Gesellschaft umfasst die Erbringung von Bestell- und Annahmediensten, administrative, technische, finanzielle und wirtschaftliche Dienstleistungen für andere Unternehmen, Transport- und Logistikdienstleistungen sowie den Erwerb und das Halten von Beteiligungen.

Die Gesellschaft ist eine indirekte Tochtergesellschaft der Just Eat Takeaway.com B.V. (vormals Just Eat Takeaway.com N.V.), welche im Geschäftsjahr 2025 von der Prosus N.V. übernommen und in der Folge umfirmiert wurde. Sie ist somit Teil dieses globalen Konzernverbunds.

Die finanzielle und operative Verflechtung innerhalb der Unternehmensgruppe ist durch interne Vereinbarungen, wie das „Scoober Services Agreement Austria“ vom 1. März 2022, geregelt. Dieses Abkommen zwischen der „PlatformCo“ (Takeaway.com European Operations B.V., Austria Branch) und der Gesellschaft definiert die Berechnung der Vergütung für die erbrachten Dienstleistungen auf Basis eines Kosten-plus-Modells, inklusive eines 5%igen Aufschlags für Mehrwertdienste. Es beinhaltet zudem einen Mechanismus zur periodischen Anpassung, um die Einhaltung des „Arm’s Length Principle“ gemäß den anwendbaren Verrechnungspreisvorschriften sicherzustellen. Die Vergütung des Komplementärs für seine Haftung wird handelsrechtlich als Betriebsaufwand behandelt.

II. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und branchenspezifische

Rahmenbedingungen

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2025 standen in unmittelbarer Kontinuität zu den Entwicklungen des Vorjahres. Der anhaltend hohe Wettbewerbsdruck auf dem Markt, die Abschwächung des Unternehmenswachstums sowie kontinuierlich steigende Kosten belasteten die Rentabilität des operativen Zustellbetriebs. Diese Faktoren führten zur operativen Umsetzung der von den Gesellschaftern beschlossenen Maßnahmen zur Reduktion der Geschäftstätigkeit.

Der Lieferdienstleistungsbereich war weiterhin durch einen hohen Wettbewerbsdruck und kontinuierlich steigende Kosten gekennzeichnet. Diese Faktoren haben die Gesellschafter zu der Entscheidung bewogen, wesentliche Teile des operativen Geschäfts im Laufe des Jahres 2025 zu reduzieren bzw. einzustellen. Die Restrukturierung fügt sich strategisch auch in die globale Neuordnung nach der Akquisition durch die Prosus N.V. ein.

Geschäftsmodell und operative Tätigkeiten

Die Gesellschaft erbrachte spezialisierte Lieferdienstleistungen für die Online-Bestell- und Lieferplattform in Österreich. Diese operativen Kernleistungen umfassten die Zustellung von Speisen für Partnerrestaurants, welche keine eigene Lieferlogistik betreiben. Dazu gehörten auch die umfassende Verwaltung und Einsatzplanung der Kurierfahrer sowie das Management der notwendigen Infrastruktur wie Logistik-Hubs, Fahrräder und weiterer Ausrüstung.

Aufgrund des Gesellschafterbeschlusses vom 1. Juli 2025 zur Reduktion der geschäftlichen Aktivitäten wurde das operative Geschäft im Laufe des Jahres maßgeblich zurückgefahren; die laufende Reduktion der betrieblichen Tätigkeit erfolgte ab der Beschlussfassung im Juli 2025.

Wesentliche Ereignisse im Berichtsjahr

Ein zentrales lokales Ereignis war die im Juli 2025 begonnene Reduktion der Geschäftstätigkeit. Auf globaler Ebene markierte die erfolgreiche Übernahme der Konzernmutter durch die Prosus N.V. im Oktober/November 2025 sowie das Delisting und die anschließende Umfirmierung in die Just Eat Takeaway.com B.V. einen wesentlichen Meilenstein im Konzernverbund.

Entwicklung des Geschäftsergebnisses im Vergleich zum Vorjahr

Die Umsatzerlöse verringerten sich im Geschäftsjahr um 37%, was auf die Reduktion der operativen Tätigkeit ab Juli 2025 und die damit einhergehende verringerte Erstattung im Rahmen der Logistikleistung zurückzuführen ist. Die Personalaufwendungen fielen entsprechend um 40%.

Für fahrerbezogene Kosten gegenüber Dritten wurden in 2025 Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von EUR 1.759.842,03 verbucht, diese sind im Vorjahresabschluss unter den Personalaufwendungen ausgewiesen worden (EUR 3.138.660,41). Die Abschreibungen sanken signifikant auf EUR 52.192,36 (Vorjahr: EUR 1.170.708,27), da der

im Vorjahr bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwert bereits 2024 vollständig abgeschrieben worden war. Das Betriebsergebnis belief sich auf EUR -522.047,76 (Vorjahr: EUR -893.542,25).

Das Ergebnis in 2025 ist im Wesentlichen geprägt durch die Realisation von Personalaufwendungen im laufenden Geschäftsjahr, die bereits im Vorjahr entsprechend dem im Verrechnungspreismechanismus vorgesehenen Cost-Plus Model und auf Basis des gruppeninternen IFRS-Reporting der Gesellschaft vergütet worden sind. Bereits im Geschäftsjahr 2025 oder davor berücksichtigte Aufwendungen sollten demzufolge in der Folgeperiode 2026 über den Verrechnungspreismechanismus ausgeglichen werden. Ein etwaiger, aufgrund von vom Verrechnungspreismechanismus nicht kompensierter Aufwendungen, verbleibender Verlust soll in weiterer Folge durch Maßnahmen zur Wiederherstellung eines positiven Eigenkapitals ausgeglichen werden, welche durch eine Patronaterklärung der Takeaway.com Group B.V., Niederlande gestützt wird (siehe dazu Anhang 6.3.2.2. Negatives Eigenkapital).

Dementsprechend wird, trotz des ausgewiesenen negativen Eigenkapitalbetrags zum 31.12.2025, bei der Bilanzierung vom Going-Concern-Prinzip (Unternehmensfortführung) ausgegangen. Obgleich eine dauerhafte Fortführung der Gesellschaft über den laufenden Abwicklungsprozess hinaus nicht angestrebt wird, führt die voraussichtliche Dauer der rechtlichen und strukturellen Rückbaumaßnahmen dazu, dass die Existenz der Gesellschaft für mindestens 12 Monate nach Erstellung des Jahresabschlusses 2025 hinreichend gesichert ist. Für diesen absehbaren Zeitraum ist die Annahme der Unternehmensfortführung (Going Concern) somit weiterhin gegeben.

Wesentliche Investitionen

Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine Investitionen getätigt. Das Anlagevermögen wurde im Zuge der operativen Einschränkungen vollständig reduziert, sodass zum 31. Dezember 2025 kein Anlagevermögen mehr in den Büchern ausgewiesen wird (Vorjahr: EUR 383.062,81).

Finanzielle Leistungsindikatoren (Umsatz, Ertragslage, Vermögens- und Finanzlage)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
KennzahlBerechnungBerichtsjahr2025 (EUR)Vorjahr 2024 (EUR)
UmsatzerlöseN/A22.413.234,8134.691.014,96
JahresergebnisN/A-448.968,21-833.757,83
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
UmsatzrentabilitätErgebnis vor-2,3%-2,6%
Zinsen und
Steuern /
Umsatzerlöse *
100%
NettoumlaufvermögenKurzfristiges-465.476,66731.566,00
Umlaufvermögen -
kurzfristiges
Fremdkapital
BilanzsummeN/A1.521.116,975.334.097,89
EigenkapitalN/A-465.393,04213.673,77
EigenkapitalquoteEigenkapital /-30.6%4,0%
Gesamtkapital *
100%

III. Risikoberichterstattung und Finanzinstrumente

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Aufgrund der Tatsache, dass die Konzernleitung entschieden hat, die operative Geschäftstätigkeit der Takeaway.com Express Austria B.V. & Co KG ab 2025 maßgeblich zu reduzieren und einzustellen, stehen die verbleibenden wesentlichen Risiken der Gesellschaft im Zusammenhang mit diesem Abwicklungsprozess. Ein Risiko aus der generellen operativen Geschäftsentwicklung besteht nicht mehr.

Finanzielle Risiken

Die Grundlage für die Finanzierung der Gesellschaft ist das Service Agreement vom 1. März 2022, das mit der Schwestergesellschaft Takeaway.com Operations B.V. Austrian Branch geschlossen wurde. Im Zuge dieser Vereinbarung erhält die Gesellschaft eine Fee für die Erbringung ihrer Leistung, die die Finanzierung kontinuierlich sicherstellt. Darüber hinaus wird die Liquidität vom lokalen Management sowie von der zentralen Treasury-Funktion der Unternehmensgruppe überwacht und die Zahlungsfähigkeit zu jedem Zeitpunkt sichergestellt.

Finanzielle Risiken stehen gegebenenfalls im Zusammenhang mit der Beendigung der Geschäftstätigkeit und den damit verbundenen Bemühungen, sämtliche Miet- und Lieferantenverträge abzuwickeln bzw. vorfristig zu beenden. Per Bilanzstichtag 2025 wurden sämtliche Mietverträge betreffend der Büroräumlichkeiten bereits aufgekündigt. Zu den Finanzinstrumenten der Gesellschaft zählen liquide Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten. Die Gesellschaft setzt keine derivativen Finanzinstrumente ein.

Forderungen werden auf ihr Ausfallrisiko geprüft und gegebenenfalls wertberichtigt. Materielle Wechselkursrisiken bestehen nicht.

Personalrisiken

Risiken wie die Fluktuation von Kurierpartnern, Krankenstände und die Attraktivität als Arbeitgeber sind grundsätzlich zu berücksichtigen. Ein zentrales Risiko stellt die am 1. Dezember 2024 in Kraft getretene EU-Richtlinie zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Plattformarbeit dar, deren Umsetzung durch die Mitgliedstaaten bis zum 2. Dezember 2026 erfolgen muss. Diese Richtlinie zielt darauf ab, den Beschäftigungsstatus von Plattformarbeitern zu klären und den Einsatz algorithmischer Systeme zu regulieren. Aufgrund der voraussichtlich vollständig abgeschlossenen Betriebsschließung im Laufe des Jahres, wird die Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit von dieser Regulierung nicht mehr betroffen sein.

Rechtliche und regulatorische Risiken

Neben den arbeitsrechtlichen Aspekten der Plattformarbeit sind allgemeine Compliance- Risiken im Bereich des Gewerberechts (z.B. Gewerbeberechtigungen für Botendienste als freies Gewerbe) zu beachten. Diese können der Geschäftstätigkeit gegebenenfalls nachlaufen und werden vom lokalen Management sowie durch zentrale Funktionen der Konzerngruppe laufend überwacht und bewertet, um bei Bedarf Maßnahmen ergreifen zu können.

IV. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens und erwartete Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft

Für 2026 geht die Geschäftsführung von einem weiteren signifikanten Rückgang bis hin zum vollständigen Entfall der umsatzgenerierenden Logistikleistung aus. Die Vermögenslage ist durch den vollständigen Abbau des Anlagevermögens sowie den Ausgleich offener Forderungen und Verbindlichkeiten im Wesentlichen der Geschäftsaufgabe gefolgt.

Aufgrund der potenziellen Abwicklungsdauer der verbleibenden vertraglichen und rechtlichen Angelegenheiten geht die Geschäftsführung davon aus, dass die Gesellschaft noch mindestens 12 Monate nach Erstellung dieses Abschlusses existent sein wird. Die finanzielle Stabilität der Gesellschaft für diesen Zeitraum wird im Rahmen des Service Agreements vom 1. März 2022 mit der Schwestergesellschaft Takeaway.com Operations BV Austrian Branch weiterhin gewährleistet, wonach grundsätzlich die anfallenden Kosten mit einem Aufschlag an verbundene Gesellschaften verrechnet und somit zu einem positiven Ergebnis führen. So wurden im GJ 2026 unter anderem auch die im GJ 2025 berücksichtigten zusätzlichen Kosten für die Abwicklung des Geschäftsbetriebs über den Verrechnungspreismechanismus bereits ausgeglichen. Das Eigenkapital wird erwartungsgemäß weiterhin bis zum Zeitpunkt einer formellen Liquidation der Gesellschaft negativ bleiben. Grund hierfür ist unter anderem, dass die im Vorjahr erfolgte vollständige Abschreibung des erstmalig bilanzierten Geschäfts- und Firmenwertes (EUR 1.078.185,08) die nicht gebundene Kapitalrücklage des Vorjahres (EUR 1.012.431,60) überstiegen hat und vertragsgemäß kein Ausgleich aus dem Service Agreement mit der Schwestergesellschaft Takeaway.com Operations BV Austrian Branch, erfolgt. Die Going-Concern-Annahme wird hierdurch jedoch nicht beeinträchtigt: Auf Grundlage derselben Vereinbarung verfügt die Gesellschaft zu jedem Zeitpunkt über hinreichende Liquidität, um ihren Verpflichtungen gegenüber Dritten vollumfänglich nachzukommen.

Darüber hinaus könnten eventuelle Liquiditätsengpässe über eine Patronatserklärung (Letter of Comfort) der Takeaway.com Group B.V., Niederlande abgedeckt und somit der Fortbestand des Unternehmens sichergestellt werden (siehe dazu auch die Ausführungen im Anhang „4.3.2.2. negatives Eigenkapital“). Die Gesellschaft geht in ihrer aktuellen Planung davon aus, dass sie das Geschäftsjahr 2026 mit einem leicht positiven Ergebnis abschließen wird.

V. Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft verfügt über keine Zweigniederlassungen.

VI. Forschung und Entwicklung

Die lokale österreichische Gesellschaft führt keine unabhängigen, eigenständigen F&E- Aktivitäten durch. Wesentliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, insbesondere in Bereichen wie algorithmischer Optimierung, Plattform-Funktionen und Benutzererfahrung, werden in den zentralen F&E-Hubs des übergeordneten Konzerns (Just Eat Takeaway.com

/ Prosus) durchgeführt. Die lokale Gesellschaft profitiert indirekt von diesen Konzern-F&E- Aktivitäten.

Wien, den 28. Oktober 2026

Gwenn Julien Réthoret

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