Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens
1.1. Geschäft und Rahmenbedingungen
Die Firma Metallbau Wilhelmer Projekt GmbH hat sich auf die vier folgenden Leistungsbereiche spezialisiert:
• hochalpine Gebäude • repräsentative Fassaden • Sonderkonstruktionen • Service & Wartung.
Ziel des Oberkärntner Unternehmen ist es als Metallbaubetrieb in Kärnten zu fungieren, der vor allem wegen seiner Qualität und Zuverlässigkeit höchste Anerkennung genießt.
Der Fokus des Unternehmens liegt auf Qualität, kombiniert mit Funktionalität und Ästhetik. Der Qualitätsgedanke wird von allen Mitarbeitern getragen – vom Lehrling bis zum Meister, im Büro wie im Außendienst. Dabei ist allen bewusst, dass es einerseits um die Qualität der Produkte geht, andererseits um organisatorische Qualität, d.h. optimale Koordination mit allen Beteiligten. Das Bestreben liegt darin für alle Anliegen des Metallbaus der beste Ansprechpartner zu sein, der sich durch höchste Leistung von Projektbeginn bis zum Abschluss seinen Namen verdient.
Das Unternehmen ist in sieben Abteilungen gegliedert, die miteinander vernetzt und koordiniert auf das gemeinsame Ziel hinarbeiten, „rechtzeitig gelieferte und montierte Konstruktionen aus Metall und Glas, die ihre vorbestimmte Funktion zu 100% erfüllen" zu bewerkstelligen.
Aus dem Unternehmensziel lassen sich unter anderem zwei Stärken ableiten:
• Zeitliche Flexibilität • Gesamtlösungen für Gebäudehüllen (Alu, Stahl, Glas, Spengler, etc.).
Die Metallbau Wilhelmer Projekt GmbH arbeitet laufend daran ausgelagerte Leistungen wieder in das Unternehmen zurückzuholen und selbst auszuführen, um dadurch die Wertschöpfung zu steigern (ua. eigene Montageteams statt Leasingpersonal, Anschaffung technischer Betriebsausstattung und Maschinen, etc.) und die Abhängigkeiten gegenüber anderen zu reduzieren.
Die Geschäftsführung selbst ist durch ständige Qualitätsweiterbildung (Studium Lean Baumanagement) bemüht, den Veränderungen am Wirtschaftsmarkt mit entsprechender Aufmerksamkeit zu begegnen.
Durch diese Kombination konnte sich die Metallbau Wilhelmer Projekt GmbH einen ausgezeichneten Ruf im Bereich Metallbau erarbeiten und ist in der Lage sehr wettbewerbsfähig vor allem am österreichischen, aber auch am süddeutschen Markt aufzutreten.
WILHELMERC metallbau
Im Rahmen unserer nachhaltigen Unternehmensstrategie haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr den Transformationsprozess unseres Fuhrparks konsequent fortgeführt. Ein wesentlicher Anteil der Fahrzeuge wird bereits rein elektrisch betrieben, somit konnten wir unseren betrieblichen CO2-Fußabdruck deutlich reduzieren. Diese Investition unterstreicht unser ökologisches Engagement und sichert gleichzeitig die Einhaltung künftiger urbaner Umweltauflagen.
1.2. Geschäftsergebnis, Ertragslage
Im Wirtschaftsjahr 2025/2026 reduzierte sich das Betriebsergebnis von EUR 2.738.253,68 auf EUR 2.397.424,27. Anzumerken ist hier, dass in dem Betriebsergebnis eine Bestandsveränderung an halbfertigen Projekten in Höhe von EUR -3.632.589,06 enthalten ist. Die Herstellkosten dieser halbfertigen Projekte betrugen zum Stichtag 31.03.2026 EUR 3.083.127,56.
Der Jahresüberschuss reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr von EUR 2.287.077,33 auf EUR 1.931.665,04.
Die im abgelaufenen Wirtschaftsjahr durchgeführten Preiserhöhungen im Bereich der Warenbeschaffung und Fremdleistungen konnten teilweise durch erfolgreiches Claim-Management und vorausschauender Vertragsgestaltung bei Großprojekten an die Kunden weitergegeben werden. Ebenso konnten Deckungsbeiträge aus länger laufenden Projekten, die im laufenden Wirtschaftsjahr erfolgreich abgeschlossen wurden, realisiert werden.
Durch den oben angefühten Jahresüberschuss und einem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von EUR 287.077,33 wird ein Bilanzgewinn von EUR 2.218.742,37 (Vorjahr EUR 2.287.077,33) ausgewiesen.
Die Gesamtkapitalrentabilität gilt als Indikator für die Attraktivität des Unternehmens. Sie sollte keinesfalls unterhalb des durchschnittlichen Fremdkapitalzinses liegen, den das Unternehmen an den Kreditgeber zahlen muss. Dieses Kriterium konnte trotz erhöhter Fremdkapitalzinsen auch im Wirtschaftsjahr 2025/2026 klar erreicht werden.
| GESAMTKAPITAL- | 2025/2026 | 2024/2025 |
|---|---|---|
| RENTABILITAT | ||
| ERGEBNIS V. STEUERN | 2.483.614 | 2.966.871 |
| FK-ZINSEN | 72.606 | 58.639 |
| GESAMTKAPITAL BERICHTIGT | 12:025.967 | 12.052.389 |
| (EGT + FK-ZINSEN) / GK | 21,26% | 25,10% |
1.3. Finanzlage
Vorwegzunehmen ist, dass der Cashflow aus dem Ergebnis anhand der Praktikermethode ermittelt wurde, d.h. dass insbesondere auch Effekte aus dem Abgang von Anlagen erfasst werden.
Es ergibt sich daher folgende Cashflow-Berechnung in T€.
Der Cashflow aus dem Ergebnis betrug T€ 2.412 (Vorjahr: T€ 2.687).
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit kam auf TE 78 (Vorjahr: T€ 796).
WILHELMERL
| Der | Nettocashflow | aus | der Investitionstätigkeit betrug | T€ -831 (Vorjahr: T€ |
|---|---|---|---|---|
| -454). | ||||
| Der Nettocashflow | aus der Finanzierungstätigkeit betrug T€ -2.000 (Vorjahr: T€ | |||
| 35). | ||||
Das ergab eine Veränderung an liquiden Mitteln iHv. T€ -2.753 (Vorjahr: T€ 377).
1.4. Vermögenslage
Die finanzielle Stabilität der Metallbau Wilhelmer Projekt GmbH ist als ausgezeichnet zu bewerten.
Langfristige Darlehen von Kreditinstituten stehen nicht zu Buche, da sie vorzeitig rückgeführt wurden.
Die Eigenkapitalquote gibt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapitals des Unternehmens an und ist eine ausschlaggebende Kennzahl für die Beurteilung der Kreditwürdigkeit des Unternehmens.
| EIGENKAPITAL- | 2025/2026 | 2024/2025 |
|---|---|---|
| QUOTE | ||
| EIGENKAPITAL BERICHTIGT | 5.140.510 | 5.208.845 |
| GESAMTKAPITAL BERICHTIGT | 12.025.967 | 12.052.389 |
| EK / GK | 42,75% | 43,22% |
1.5. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres
Seit dem Schluss des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.
1.6. Forschung und Entwicklung
Forschung im eigentlichen Sinn bedeutet wissenschaftlich zu arbeiten und wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen.
Das ist im Geschäftsfeld des Unternehmens nicht explizit gegenwärtig und wird nur im untergeordneten Bereich selbst praktiziert.
Die Gesellschaft bedient sich hier den Forschungsgrundlagen ihrer Systemlieferanten wie zB.
Schüco und Wicona und auf die Glashersteller.
Jedoch haben die Mitarbeiterqualifikation, kontinuierliche Verbesserungsprozesse und Digitalisierung eine große Bedeutung im Unternehmen und sind im Unternehmensalltag fest verankert.
Hierfür wurde eine eigene Abteilung „Qualifikation" implementiert.
Die Mitarbeiter werden sowohl intern als auch extern in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen – von der Produktion bis in die Finanzabteilung aus- und weitergebildet.
WILHELMERE metallbau
Die Geschäftsführung legt besonderes Augenmerk auf die Lehrlingsausbildung. Es werden Lehrlinge in den Berufen Metallbau- und Blechtechnik sowie Technischer Zeichner ausgebildet. Ebenso besteht die Möglichkeit einer Lehre mit Matura.
Das Unternehmen steht in Kooperation mit der FH Joanneum und der FH Kärnten und bietet dazu die Möglichkeit eines dualen Studiums für mehrere Studiengänge. Die für die Studiengänge notwendigen Praxisphasen können bei der Metallbau Wilhelmer Projekt GmbH absolviert werde.
Zusätzlich können Maturierende und Studierende Diplomarbeitsthemen in Zusammenarbeit mit der Metallbau Wilhelmer Projekt GmbH erarbeiten.
Der Digitalisierung wird im gesamten Unternehmen besonderes Augenmerk geschenkt und diese wird laufend weiterentwickelt.
Mit der Digitalisierung einher geht die Vereinfachung von Arbeitsprozessen in allen Unternehmensbereichen, die den Alltag erleichtern und somit die Kostenstruktur des Unternehmens positiv beeinflussen.
Der Geschäftsführer, Herr Ing. Andreas Wilhelmer, hat sich dazu entschlossen berufsbegleitend ein Masterstudium „Lean Baumanagement“ an der TU in Graz zu absolvieren. Dadurch soll sowohl die Grundlage für die strategische Ausrichtung als auch die operative Umsetzung geschaffen werden (ua. Einsatz künstlicher Intelligenz, Prozessoptimierung durch Umsetzung eines Produktionssystems, Cash- und Liquiditätsmanagement und Ausbau der Erfolgsrechnung auf wöchentlicher Basis).
1.7. Zweigniederlassungen
Es bestehen keine Zweigniederlassungen der Gesellschaft.
Neben dem Standort in Kolbnitz gibt es allerdings drei weitere Büros, die sich auf unterschiedliche Schwerpunkte spezialisiert haben.
Ein technisches Büro befindet sich in Wien. Die Hauptaufgabe dieses Büros liegt in der Abwicklung von Projekten im Umkreis von Wien. Weiters wird durch dieses Büro das Geschäftsfeld „Service & Wartung" bedient.
Der Hauptaufgabenbereich der Standorte Leoben und Lavanttal liegt im Bereich der Kalkulation und dem Verkauf von Projekten.
Im Juni des Vorjahres wurde in Gundersheim (Gailtal) ein weiterer Standort etabliert. Aus einem Konkursverfahren (a. zoppoth haustechnik GmbH) wurde ein Maschinenpark erworben und dafür ein Büro- und Lagergebäude angemietet. Weiters wurden mehrere Mitarbeiter der insolventen Gesellschaft von der Metallbau Wilhelmer Projekt GmbH übernommen. Durch diesen Standort konnte der Leistungsbereich des Unternehmens um den Bereich der Spenglerei erweitert werden. Dies ermöglicht eine strategische Erweiterung des Produktportfolio für unser Unternehmen
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2. Risikoberichterstattung
2.1. Allgemeine Beschreibung der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten, denen das Unternehmen ausgesetzt ist
Die Gesellschaft ist bei der Ausübung ihrer operativen Tätigkeit im Projektgeschäft Risiken ausgesetzt.
Das Unternehmen kann mittlerweile auf eine jahrzehntelange Erfahrung im Projektgeschäft zurückblicken. Negative Erfahrungswerte wurden zum Anlass genommen, umgehend an kontinuierlichen Verbesserungsprozessen und Standards zu arbeiten bzw. um verbesserte und neue Standards zu etablieren.
Die Weiterentwicklung des Tools „Achtung Qualität", welches sich seit mehreren Jahren im Unternehmen im Einsatz befindet führt zu guten Erfolgen. Dieses Tool zeigt entsprechende Herausforderungen und Qualitätsabweichungen auf. Nachfolgend konnten damit entsprechende Verbesserungen umgesetzt werden.
Durch das ständige Aufzeigen solcher Schwachstellen können die Risiken laufend minimiert werden. Gleichzeitig wird versucht die Wettbewerbsfähigkeit dadurch zu stärken.
Bei größeren und längerfristigen Projekten ist das unternehmerische Risiko höher. Neben den allgemeinen Risiken (höhere Gewalt durch Einwirkung der Natur, technischen Problemen, mangelhafte Materialien) können auch organisatorische Mängel und menschliches Fehlverhalten über den Ausgang eines Projektes entscheiden.
Ein sehr ausgereiftes Versicherungskonzept, welches nunmehr auch zusätzlich eine Montageversicherung beinhaltet, führt ebenso zur Risikominimierung.
Durch den Einsatz des ERP-Systems ERPlus ist die Metallbau Wilhelmer Projekt GmbH in der Lage auf Erfahrungswerte und Projektanalysen zurückgreifen zu können, um das Kalkulationsrisiko weitreichend einzuschränken. Ebenso wurden zusätzliche Unternehmensbereich - übergreifende Dashboards implementiert, die sowohl als Steuerungstools für den Bereich der Liquiditätsplanung, als auch im Speziellen für den Bereich des Projektcontrollings dienen.
Zudem erfolgt vor der Auftragsannahme eine firmeninterne Bonitätsüberprüfung der Auftraggeber. Vermehrt wird im Liquiditätsmanagement darauf geachtet, dass bei der Werkvertragsgestaltung entsprechende Anzahlungen oder über die gesamte Projektdauer laufende Zahlungspläne mit den Auftraggebern vereinbart werden.
Neben den laufenden Weiterbildungen, vor allem im Bereich des Bauvertragsrecht, und ständiger Zusammenarbeit mit Spezialisten sollen potenzielle Fehlerquellen, die maßgeblich für den Projektausgang sind, bereits von Beginn an so weit als möglich ausgeschlossen werden (Werkvertragsgestaltung).
2.2. Berichterstattung, sofern von Bedeutung für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage
Neben der Teuerungswelle und der volatilen Energiemärkte war und ist im letzten Wirtschaftsjahr nach wie vor der Krieg in der Ukraine im Gange. Die militärischen Auseinandersetzungen
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des Iran vor allem gegen Israel und die Vereinigten Staaten verschärfen die Situation auf den Rohstoff- und Energiesektoren.
Der Geschäftsführung ist es bis dato recht gut gelungen diese Krisen so gut als möglich zu bewältigen.
Wie schon angemerkt, konnten Preissteigerung weitestgehend an Kunden überwälzt werden. Durch intelligenteres Konstruieren von Bauteilen konnten technische Details vereinfacht werden, wodurch diverse Einsparungen möglich waren. Generell erfolgt der Beschaffungsprozess sehr vorausschauend und es wird versucht zu optimalen Konditionen einzukaufen.
Die Firma Metallbau Wilhelmer Projekt GmbH hat bereits in der Vergangenheit auf eine „(halb)autonome Energieversorgung" mit Photovoltaikanlage und einer Hackschnitzelanlage in Kooperation mit regionalen Bauern gesetzt. Der volatilen Energiemärkte konnte somit einigermaßen entgegengetreten werden. Um einer weiteren Energiepreiserhöhung entgegen wirken zu können, wurde der Beitritt zu der gegründeten „Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft Herco2less Kolbnitz" vollzogen. Ziel soll es sein, produzierte bzw. benötigte Energie unter den Mitgliedern der Energiegemeinschaft gegen ein bestimmtes Entgelt kostengünstiger bzw. ertragserhöhter auszutauschen.
Das Unternehmen verzeichnet aufgrund des Kriegs in der Ukraine keine zusätzlichen negativen Auswirkungen.
Dem Wirtschaftsjahr 2026/2027 blickt man mit einem etwas geschärften Auge ins Gesicht. Die Auftragslage ist nach wie vor etwas verhalten. Auch ist ein entsprechender Preiskampf bei der Auftragsvergabe spürbar. Der aktuelle Auftragsbestand für das kommende Wirtschaftsjahr zeigt voraussichtlich eine gleichbleibende Betriebsleistung.
Der Focus ist nicht auf die Steigerung der Betriebsleistung gegenüber den Vorjahren gerichtet, sondern viel mehr auf die Rentabilität. Die Stabilisierung der Deckungsbeiträge soll durch die Anwendung von Lean Baumanagement, Nachtragsmanagement, Zusatzverkauf und Ausbau neuer Geschäftsfelder (Komplettanbieter in der Fassade) erreicht werden.
Im Sinne einer Produktivitätsverbesserung in den betrieblichen Abläufen erfolgt einerseits durch die Liegenschaftseigentümerin sowohl eine Neuinvestition in bauliche und maschinelle Maßnahmen und andererseits durch die Metallbau Wilhelmer Projekt GmbH eine Neuinvestition in maschinelle Maßnahmen. Vorrangiges Ziel ist die Schaffung neuer Produktionskapazitäten, die Optimierung bestehender Fertigungsprozesse sowie die Erweiterung der infrastrukturellen Grundlagen. Auch wird zur Abdeckung des Energiebedarfs für den Produktionsbereich und für die Versorgung der Elektromobilität die bestehende PV-Anlage erweitert und zusätzlich mit einem Energiespeicher versehen.
Kolbnitz, am 06.10.2026
Geschäftsführer Ing. Andreas Wilhelmer