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Lagebericht 2025

Indorama Ventures Schoeller Wool Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 30. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

Indorama Ventures Schoeller Wool Austria GmbH Lagebericht für das Geschäftsjahr 01.01. – 31.12.2025

1. Unternehmen

Die Indorama Ventures Schoeller Wool Austria GmbH ist ein führendes Unternehmen in der Herstellung und Verarbeitung von hochwertiger Wolle zu Garnen mit vielfältigen Einsatzbereichen. Die Expertise der Garnherstellung für die Textil- und Bekleidungsindustrie mit nachhaltigen und innovativen Prozessen zeichnet uns aus. Wir agieren als Teil des internationalen Indorama Konzerns mit Hauptsitz in Bangkok.

Der Sitz befindet sich in Österreich, von wo aus die Produkte weltweit vertrieben werden. Die Kernkompetenz liegt in der Verarbeitung von Naturfasern mit Schwerpunkt auf nachhaltigen Technologien in Premiumqualität.

2. Geschäftsverlauf

2.1 Allgemeine wirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die österreichische Wirtschaft verzeichnete im Jahr 2025 eine weiterhin schwache Entwicklung. Nach einem Rückgang des realen BIP um 0,9 % im Jahr 2024 zeigen die Konjunkturindikatoren zwar Anzeichen einer Stabilisierung, konkrete Signale für einen deutlichen Aufschwung liegen jedoch bislang nicht vor.

Die Kaufkraft der Verbraucher war weiterhin durch hohe Lebenshaltungskosten, insbesondere gestiegene Energiepreise, eingeschränkt. Hohe Inflation, zurückhaltender Konsum und geopolitische Unsicherheiten – etwa der anhaltende Krieg in der Ukraine, politische Spannungen in Europa sowie internationale Wahlergebnisse – wirkten sich negativ auf die Konsumneigung aus. Zudem beeinträchtigten wiederkehrende extreme Klimaereignisse wie Überschwemmungen, Brände oder Erdbeben die Lieferketten und beeinflussten das Verhalten von Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten.

Diese Rahmenbedingungen wirkten sich direkt auf die Umsatzentwicklung der Gesellschaft aus, insbesondere in den

Produktkategorien des Mode- und Bekleidungsbereichs, die hauptsächlich an Privatkunden angeboten werden.

Nach Angaben des europäischen Branchenverbands ACEA stiegen die Bus-Neuzulassungen in der EU bis Ende des dritten Quartals 2025 um etwa 3,6 % im Vergleich zu 2024. Besonders dynamisch entwickelte sich der Markt für elektrische Busse: Einschließlich des Vereinigten Königreichs und der EFTA-Staaten lag die Steigerung der neu zugelassenen elektrischen Busse bei 52 %. Auch die Luftfahrtindustrie zeigte weiterhin eine stabile Entwicklung bei Produktion und Auslieferung neuer Flugzeuge. Diese Trends wurden im Segment Traveltex wahrgenommen, wodurch stabile Auftragseingänge erzielt werden konnten.

Trotz vorausschauender Produktionsplanung und detaillierter Projektierung führte die Verlagerung der Färberei 2024 zu einem hohen Personalaufwand und einer kostenintensiven Übergangsphase, die auch 2025 noch spürbar war. Negative Kundenerfahrungen müssen aktiv aufgearbeitet und die Kunden von einer zukünftigen reibungslosen Zusammenarbeit überzeugt werden.

2.2 Bericht über Zweigniederlassungen

Die Indorama Ventures Schoeller Wool Austria GmbH (IVSWA) betreibt keine Zweigniederlassungen.

2.3 Kennzahlen zur Ertragslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
31.12.202531.12.2024
EUREUR
Umsatzerlöse33.401.171,1342.366.943,39
Ergebnis vor Zinsen und Steuern
(Earnings before Interest and Tax - EBIT)
Ergebnis vor Steuern + Zinsen und ähnliche Aufw endungen-3.900.313,47-5.594.007,06
gem. § 231 Abs 2 Z 15 bzw . Abs 3 Z 14 UGB972.613,661.887.024,62
= Ergebnis vor Zinsen und Steuern-2.927.699,81-3.706.982,44
Umsatzrentabilität (Return on Sales - ROS)
Ergebnis vor Zinsen und Steuern Umsatzerlöse-8,77%-8,75 %
Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity - ROE)
Ergebnis vor Steuern Eigenkapital *)-98,62 %k.A.

*) Eigenkapital am Beginn des GJ

Der Geschäftsverlauf des Jahres 2025 war insgesamt unbefriedigend. Das Unternehmen verzeichnete ein negatives

Jahresergebnis vor Steuern in Höhe von 3.900.313,47 EUR. Die Umsatzerlöse lagen deutlich unter dem Vorjahresniveau, während wesentliche Kostenblöcke – insbesondere Material-, Energie- und Personalkosten durch eingeleitete Kostensenkungsmaßnahmen unterjährig nur begrenzt reduziert werden konnten.

Die Umsatzrentabilität war wiederholt negativ, da die Deckungsbeiträge in mehreren Produktgruppen nicht ausreichten. Gründe hierfür waren Preisnachlässe sowohl zur Sicherung von Absatzmengen als auch margenschwache Angebotspreise um Marktanteile zurückzugewinnen. Darüber hinaus belastet eine unterdurchschnittliche Kapazitätsauslastung unseres Produktionsstandortes in Kresice, CZ die Deckungsbeiträge.

Die Gründe für den deutlichen Umsatzrückgang in den Bereichen technische Garne und Industriegarne liegen in einer negativen Qualitätsperformance im Vorjahr, begründet durch die Produktionsverlagerung der Färberei.

Lediglich im Bereich Traveltex Garnen konnte das ambitionierte Budget sogar übertroffen werden. Nach einigen Jahren restriktiver Neuinvestitionen in die Bezüge von Sitzen in öffentlichen Verkehrsmitteln, wie Bussen und Bahnen sowie in Flugzeugen, wurde hier seitens der Hersteller auch im Jahr 2025 weiterhin investiert. Der Trend zeigt sich auch für 2026 weiterhin positiv im Auftragseingang. Traditionell ist dieser Bereich Traveltex/ Automotive der margenschwächste Sektor, so dass der positive Ergebnisanteil hier nicht überproportional ins Gewicht fällt.

Gemäß eines entsprechenden Servicevertrags sind gewinnunabhängige Zahlungen an die Muttergesellschaft zu leisten, die ebenfalls zu einer Ergebnisbelastung beitragen.

Losgelöst vom operativen Ergebnis der Gesellschaft ist der gesamte behördliche Prozess des Auflassungsverfahrens der Schließung des Altstandortes der Färberei kostenmäßig zu tragen. Dieser Prozess konnte im Jahr 2025 noch nicht vollständig abgeschlossen werden. Eine Rückstellung für Kosten im Jahr 2026 ist berücksichtigt.

2.4 Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
31.12.202531.12.2024
EUREUR
Nettoverschuldung (Net Debt)
verzinsliches Fremdkapital *)25.194.528,8924.855.641,95
- flüssige Mittel702.565,38915.879,60
= Nettoverschuldung24.491.963,5123.939.762,35
*) Abfertigungs- & Handeslvertreterrückstellung, Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten,
verzinsliche Verbindlichkeiten ggü. verbundenen Unternehmen
Nettoumlaufvermögen (Working Capital)EUREUR
Umlaufvermögen, Rechnungsabgrenzungsposten22.773.060,5029.278.251,65
- langfristiges Umlaufvermögen0,000,00
= kurzfristiges Umlaufvermögen22.773.060,5029.278.251,65
- kurzfristiges Fremdkapital21.447.777,0324.380.572,51
= Nettoumlaufvermögen1.325.283,474.897.679,14
Eigenkapitalquote (Equity Ratio)
Eigenkapital *)-0,34%9,63 %
Gesamtkapital

*) Eigenkapital am Ende des GJ

Die Nettoverschuldung ergibt sich aus dem verzinslichen Fremdkapital abzüglich der flüssigen Mittel. Zum Bilanzstichtag beträgt die Nettoverschuldung EUR 24.491.963,51 und liegt damit über dem Vorjahreswert von EUR 23.939.762,35. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Zunahme des verzinslichen Fremdkapitals zurückzuführen, während die flüssigen Mittel gegenüber dem Vorjahr rückläufig sind. Insgesamt weist das Unternehmen weiterhin eine hohe Fremdkapitalbindung auf.

Das Netto-Umlaufvermögen (Working Capital) beläuft sich zum Bilanzstichtag auf EUR 1.325.283,47 (Vorjahr: EUR 4.897.679,14). Der deutliche Rückgang resultiert sowohl aus einem deutlichen Rückgang des kurzfristigen Umlaufvermögens, was sich hauptsächlich mit der Vorfinanzierung der Kundenforderungen durch Factoring begründet, als auch mit einem Rückgang des kurzfristigen Fremdkapitals jedoch nicht in entsprechendem Umfang. Das positive Netto-Umlaufvermögen zeigt zwar weiterhin eine grundsätzliche kurzfristige Liquiditätsdeckung, weist jedoch im Vergleich zum Vorjahr auf eine merklich geringere finanzielle Bewegungsfreiheit im operativen Geschäft hin.

Die Eigenkapitalquote beträgt zum Bilanzstichtag -0,34 % (Vorjahr: 9,63 %). Der Rückgang auf einen negativen Wert ist auf das gesunkene Eigenkapital zum Ende des Geschäftsjahres zurückzuführen. Dadurch ist das Unternehmen bilanziell nahezu vollständig fremdfinanziert. Die Entwicklung der Eigenkapitalquote stellt eine Verschlechterung der Kapitalstruktur dar.

Das in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesene endfällige Gesellschafterdarlehen weist eine Restlaufzeit bis 2029 auf. Das Management geht davon aus, dass die Kreditlinie bei Finanzierungsnotwendigkeit auch über diesen Stichtag hinaus zur Verfügung steht.

2.5

Cash Flow-Kennzahlen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
2025 In TSD EUR2024
916 Finanzmittel am Beginn des Geschäftsjahres858
477 Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit-2.700
13 Cash Flow aus der Investitionstätigkeit373
-704 Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit2.385
703 Finanzmittel am Ende des Geschäftsjahres916

Die Darstellung der Finanzlage erfolgt durch eine Geldflussrechnung entsprechend der Stellungnahme der Austrian Financial Reporting and Auditing Committee (AFRAC 36 idFv Juni 2020).

Die Finanzmittel der Gesellschaft beliefen sich zu Beginn des Geschäftsjahres auf TEUR 916 und betrugen zum Ende des Geschäftsjahres TEUR 703. Die Veränderung der Finanzmittel ist im Wesentlichen auf die Zahlungsströme aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie aus der Finanzierungstätigkeit zurückzuführen.

Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit war im Geschäftsjahr mit TEUR 477 positiv und dokumentiert, dass die Gesellschaft aus dem operativen Geschäft laufende Mittel erwirtschaftete. Die Finanzierungskosten, insbesondere der Zinsaufwand von TEUR 973, überstiegen jedoch den operativen Mittelzufluss.

Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft zur weiteren Optimierung des Working Capital Managements erstmals stilles Factoring implementiert. Durch den Verkauf der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an einen Factoring-Partner konnte bereits eine Verbesserung des operativen Cashflows erzielt werden. Im Berichtsjahr sind Einzahlungen aus dem Forderungsverkauf (echtes Factoring) iHv TEUR 1.746 erfolgt. Ziel der Maßnahme ist die nachhaltige Stärkung der Liquidität, die Verkürzung der Forderungslaufzeiten durch eine entsprechende Vorfinanzierung und damit eine Diversifikation der kurzfristigen Finanzierungsquellen. Durch die Vorverlagerung von Zahlungseingängen wird der operative Cashflow positiv beeinflusst und die Finanzierungsstruktur der Gesellschaft weiter stabilisiert.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit fiel mit TEUR 13 gering aus und hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Liquiditätslage.

Demgegenüber weist der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit einen Mittelabfluss von TEUR 704 auf, der im Wesentlichen aus den Kosten der kurzfristigen Finanzierung resultiert. Die Betriebsmittelkreditlinie der Raiffeisenbank Oberösterreich ist 2025 verlängert worden und läuft nun unbefristet.

Zum Bilanzstichtag verfügt die Gesellschaft über ausreichende liquide Mittel zur Erfüllung ihrer kurzfristigen

Zahlungsverpflichtungen. Darüber hinaus ist die Finanzierungsstruktur durch Darlehen, die durch eine Patronatserklärung des Gesellschafters abgesichert sind, geprägt.

Unter Berücksichtigung des positiven Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit, der bestehenden Liquiditätsreserven sowie der Patronatserklärung des Gesellschafters geht die Geschäftsführung davon aus, dass die Gesellschaft ihren Zahlungsverpflichtungen auch künftig nachkommen kann. Der Jahresabschluss wurde daher unter der Annahme der Unternehmensfortführung (Going Concern) aufgestellt.

2.6 Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiter wurde im Jahresverlauf reduziert. Zum Geschäftsjahresende waren 23 Mitarbeiter beschäftigt. Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage wurden Neueinstellungen restriktiv gehandhabt und Überstunden reduziert. Aus- und Weiterbildung ist weiterhin ein entscheidender Baustein zur Mitarbeiterbindung und Weiterentwicklung.

2.7 Forschung und Entwicklung

Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten des berichtenden Unternehmens konzentrieren sich weiterhin auf den Automobilsektor sowie auf Nachhaltigkeit. Die NLS-Innovationen („New Level of Sustainability“) bleiben für Marken und OEMs sehr attraktiv.

Aktuelle Entwicklungen betreffen verschiedene Automobilmarken und einige OEMs, mit denen sich das Unternehmen noch in frühen Entwicklungsphasen befindet. Entsprechende Geheimhaltungsvereinbarungen verbieten eine weitergehende Offenlegung.

Die ersten Versuche mit der neuen NaNea-Faser waren nicht erfolgreich. Es wurden jedoch neue Versuche gemeinsam mit den OEMs gestartet, da die Kunden weiterhin an den Erfolg dieser Faser glauben und deren Einsatz in ihren Produkten planen.

Die Versuche mit Ocean Safe befinden sich derzeit in der Anfangsphase und werden mit ausgewählten Kunden getestet.

Im Bereich Flachstrick und Funktionsbekleidung wurde eine neue nachhaltige Wollzertifizierung, ZQ, eingeführt, die insbesondere von den großen Labels bevorzugt wird.

Darüber hinaus wurde in Zusammenarbeit mit einem französischen Kunden ein neues Produkt mit regionalem Bezug entwickelt. Insgesamt ist in einigen Märkten ein Trend zu stärkerer Regionalität und besser steuerbaren Lieferketten erkennbar.

Zusätzlich beteiligt sich das Unternehmen im projektbegleitenden Ausschuss KIT 2.0 – Fälschungserkennung von Tierhaartextilien mittels KI beim DWI – Leibniz-Institut für Interaktive Materialien e.V., Aachen, um innovative Entwicklungen im Bereich Textilprüfung und -sicherheit zu unterstützen.

3. Risiko

3.1 Allgemeines Risikomanagement

Das Risikomanagementsystem der Indorama Ventures Schoeller Wool Austria GmbH ist darauf ausgerichtet, mögliche Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Erreichung der strategischen und operativen Ziele sicherzustellen. Dabei spielt das erarbeite Budget als Orientierungspunkt in Umsatz- und Kostengesichtspunkten eine entscheidende Rolle. Das Unternehmen verfügt über ein angemessenes Risikomanagementsystem, das darauf ausgerichtet ist, wesentliche Risiken frühzeitig zu identifizieren und zu steuern. Zu den wesentlichen finanziellen Risiken zählen Marktrisiken in Form von Nachfrageschwankungen und Preisdruck im Textilmarkt, Rohstoffpreisrisiken: insbesondere bei unserem Hauptrohstoff Wolle, Liquiditätsrisiken resultierend aus dem negativen operativen Cashflow und Kreditrisiken durch mögliche Zahlungsausfälle von Kunden. Zur Begrenzung dieser Risiken werden entsprechende Instrumente eingesetzt, die durch interne Audits des Konzerns auf Angemessenheit und Wirksamkeit überprüft und bewertet werden.

3.2 Beschaffung

Im Geschäftsjahr 2025 lag der Fokus unserer Beschaffung weiterhin auf der Sicherstellung einer stabilen Versorgung mit Rohstoffen, um den Produktionsablauf so effizient wie möglich zu gestalten. Dazu gehörte insbesondere die organisatorische Abstimmung der Disposition von Lohnspinnerei und Lohnfärberei, um einen reibungslosen Produktions‑ und Geschäftsablauf kontinuierlich zu gewährleisten.

Die Preise für Wolle entwickelten sich im Berichtszeitraum insgesamt leicht nach oben. Laut Rohstoffmarktanalysen sind die Preise für Wollindikatoren im Zeitraum von Ende 2024 bis Mitte 2025 spürbar gestiegen, nachdem sie zuvor relativ niedrig notierten. Beispielsweise zeigte der Eastern Market Indicator (EMI) für australische Wolle im späten Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr, was auf eine stärkere Nachfrage, positivere Marktstimmung und geringere Clearance‑Raten hinweist. Auch australische Marktindizes zeigen eine steigende Preisentwicklung: So verzeichnete der North Australia‑Index von Juli 2024 bis Juni 2025 einen Anstieg der Durchschnittspreise um rund 4,2 %.

Diese Entwicklung hebt sich von der eher preisstabilen bis leicht rückläufigen Phase im Jahr 2024 ab, und spiegelt eine gewisse Erholung der Wollnachfrage wider. Gleichzeitig blieben jedoch regionale, makroökonomische Unsicherheiten bestehen, die die Volatilität am Rohstoffmarkt beeinflussen.

Chemische Fasern wie Polyamid erlebten zum Teil leichte Preisrückgänge, während Polyesterpreise eher stabil bis leicht steigend blieben.

Unsere Einkaufsstrategie ist weiterhin darauf ausgerichtet, Kosten zu optimieren, die Qualität der eingekauften Rohstoffe sicherzustellen und Nachhaltigkeitsaspekte stärker zu berücksichtigen. Konzernweit werden Synergien durch zentrale Einkaufsprozesse genutzt, um Volumenvorteile, verbesserte Lieferantenkonditionen und eine stabile Versorgung zu erreichen Diese strategische Ausrichtung ermöglicht es uns, in den kommenden Jahren von gruppenweiten Effizienzsteigerungen zu profitieren. Hier konnten bereits erste Erfolge verzeichnet werden.

3.3 Finanzielle Risiken

Die Fakturierung sowohl im Einkauf als auch im Verkauf wird fast ausschließlich in EUR abgewickelt. Der gesamle Debitorensaldenbestand ist über eine Warenkreditversicherung abgesicherl. Diese gilt sowohl bei Nichtzahlungen, im Insolvenzfall als auch bereits in der Produktionsphase. Unversicherte Lieferungen sind nur durch eine Geschäftsführungsfreigabe möglich, die eine interne Prüfung voraussetzt.

Die Fakturierung der Lohnfertigung aus Tschechien erfolgt in Euro. Zur Reduzierung von Wechselkursrisiken bei der

Tochtergesellschaft hat diese eine umfassende Wechselkursabsicherung abgeschlossen. Somit ist das Wechselkursrisiko für die Konvertierung zu Abdeckung der Kosten in CZK minimiert und im Budget kalkuliert. Für die berichtende Gesellschaft stellt dies eine bessere und sichere Planungsgröße dar.

Die Lohnfertigung über Tollegno, Polen wird in Euro fakturiert, so dass uns auch hier kein Wechselkursrisiko entsteht.

3.4 Andere Risiken

Neben den bereits im Jahresabschluss und Anhang beschriebenen Risiken sieht die Geschäftsleitung keine zusätzlichen Risiken in Bezug auf Preisentwicklung, Zahlungsausfälle, Liquidität oder Cashflow. Vor diesem Hintergrund ist die Geschäftsleitung überzeugl, dass der Fortbestand des Unternehmens im laufenden Geschäflsjahr und in den foigenden Jahren nicht gefährdet ist. Dies wird auch durch die Finanzkraft der Indorama Ventures Firmengruppe, deren Tochter die berichtende Gesellschaft ist, untermauert.

4. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Unternehmen weiterhin ein herausforderndes Marktumfeld. Eine nachhallige Erholung der Nachfrage wird aktuell nur verhalten prognostiziert. Gleichzeitig bleibt der Wettbewerbs- und Kostendruck hoch.

Der Fokus liegt im kommenden Jahr auf der Verbesserung der Ertragslage durch konsequente Kostenkontrolle, Oplimierung der Produktionsprozesse sowie eine verstärkte Konzentration auf margenstärkere Produkte. Zusätzlich sollen die Lagerbestände reduziert und das Working Capital verbessert werden.

Unter der Annahme stabilerer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen strebt die Gesellschaft für 2026 eine schrittweise Verbesserung des Ergebnisses und des Cashflows an. Risiken bestehen weiterhin insbesondere in der Entwicklung der Rohstoffpreise und der allgemeinen Konjunkturentwicklung.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
Dombin. 24-05-2026
Indorama Ventures Schoeller Wool Austria GmbHfor 16
Arqhana Lohia SharmaRajesh Banka

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