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Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die ANDRITZ HYDRO GmbH ist ein weltweit führender Anbieter schlüsselfertiger Anlagen und Dienstleistungen für Wasserkraftwerke mit Betriebsstätten in Wien, Weiz und Linz. Zusätzlich zu neuen Wasserkraftanlagen werden Sanierungen und Modernisierungen bestehender Anlagen sowie Service-Leistungen angeboten. Darüber hinaus konstruiert und fertigt die ANDRITZ HYDRO GmbH Turbogeneratoren, die in Gas- und Dampkraftwerken zum Einsatz kommen.
Im Jahr 2025 waren die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf den wichtigsten Kontinenten weiterhin von anhaltenden Kriegen und geopolitischen Spannungen, zunehmenden Handelsbarrieren sowie von der Geldpolitik in Form der Reaktionen der großen Zentralbanken auf zuvor hohe und inzwischen rückläufige Inflationsraten geprägt.
In Europa stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemäß einer Schätzung des jährlichen Wachstums für 2025 auf Basis von vierteljährlichen, saison- und kalenderbereinigten Daten im Euroraum um 1,5% und in der EU um 1,6%, wie von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht. Die durchschnittliche jährliche Industrieproduktion erhöhte sich im Jahr 2025 gegenüber 2024 sowohl im Euroraum als auch in der EU um 1,5%.
Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im Dezember 2025 bei 1,9% und damit unter dem Wert von 2,4% im Vorjahr. Die jährliche Inflationsrate in der EU belief sich im Dezember 2025 auf 2,3%, verglichen mit 2,7% im Jahr zuvor, ebenfalls gemäß den von Eurostat veröffentlichten Daten. Vor dem Hintergrund des Ziels, die Inflation mittelfristig auf 2,0% zu senken, setzte die Europäische Zentralbank (EZB) im vergangenen Jahr ihre Zinssenkungen zur Unterstützung der Wirtschaft im Euroraum fort. Zuletzt senkte sie im Juni 2025 die Leitzinsen um weitere 25 Basispunkte auf 2,0%. Für den Rest des Jahres 2025 blieben die Zinssätze stabil, da sich die Inflation in der Nähe des Zielwerts von 2,0% einpendelte.
Nach Angaben des U.S. Bureau of Economic Analysis (BEA) stieg das reale BIP in den Vereinigten Staaten im dritten Quartal 2025 auf annualisierter Basis um 4,4%, verglichen mit einem Anstieg von 3,8% im zweiten Quartal. Zurückzuführen ist dieses Wachstum auf Zuwächse bei Konsumausgaben, Exporten, Staatsausgaben sowie Investitionen, während Importe abnahmen. Vor dem Hintergrund einer weiter nachlassenden Inflation senkte die US-Notenbank (FED) im Jahr 2025 den Zielkorridor für den Leitzins (Federal Funds Rate) weiter und nahm in der zweiten Jahreshälfte drei zusätzliche Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte vor. Damit lag der Zielkorridor zum Jahresende bei 3,50% bis 3,75%. Nach Angaben des U.S. Bureau of Labor Statistics lag die Inflationsrate in den USA für die zwölf Monate bis Dezember 2025 bei +2,7%.
Die chinesische Wirtschaft wuchs im Jahr 2025 um 5% gegenüber dem Vorjahr und erreichte damit das von der Regierung gesetzte Wachstumsziel von rund 5%. Im vierten Quartal belief sich das Wachstum auf 4,5%, nach 4,8% im dritten Quartal, was auf eine quartalsweise Abschwächung des Wachstums hindeutet.
Quellen: EC, ECB, Eurostat, FED, NBS China, Reuters, US BLS, US BEA
Die weltweite Investitions- und Projekttätigkeit für elektromechanische Ausrüstungen für Wasserkraftwerke verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 erneut einen Aufwärtstrend, der vor allem auf die kontinuierlich steigende Nachfrage nach (erneuerbarer) Energie und ein günstiges Energiepreisniveau, aber auch auf eine anhaltende Elektrifizierungs- und Dekarbonisierungsdynamik weltweit zurückzuführen ist. Während die westlichen Märkte wie Nordamerika und Europa weiterhin von Modernisierungsprojekten dominiert sind, tauchen in Schwellenländern wie Afrika, Asien und Lateinamerika wieder neue Greenfield-Projekte auf. Die steigende Nachfrage nach Energiespeichern und steigende Anforderungen an die Netzstabilität haben die Investitionstätigkeit in den Märkten für Pumpspeicherkraftwerke sowie rotierende Phasenschieber weiter erhöht.
Insbesondere im Bereich der Pumpspeicherkraftwerke sowie bei Modernisierungen und Leistungssteigerungen von Altanlagen kommt es zu einer erhöhten Nachfrage. Auch das Servicegeschäft konnte erfolgreich weiter gesteigert werden.
Allgemeiner Geschäftsverlauf
Die Vergabe von Großaufträgen stellt sich aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwierig dar, konnte aber trotzdem auf einem sehr guten Niveau gehalten werden. Der Auftragseingang aus dem Projektgeschäft konnte von 804 Mio. EUR auf 850 Mio. EUR gesteigert werden. Der Auftragsstand hat sich von 2.764 Mio. EUR auf 3.062 Mio. EUR um rd. 11% erhöht.
Wichtige Ereignisse
Mit der Inbetriebnahme des neuen Pumpspeicherkraftwerks Abdelmoumen konnte ANDRITZ im Berichtszeitraum den letzten Meilenstein im Projekt erfolgreich abschließen. Office Nationale de l’Electricité et de l’Eau potable (ONEE) beauftragte im Jahr 2017 ANDRITZ mit der Lieferung der hydro- und elektromechanischen Ausrüstung für das Pumpspeicherwasserkraftwerk Abdelmoumen. Das Wasserkraftwerk liegt am Fluss Issen in der Provinz Taroudant, etwa 140 km südwestlich von Marrakesch, Marokko. Der Projektumfang beinhaltete für ANDRITZ das komplette "from water-to-wire”-Paket: zwei reversible 175-MW-Pumpturbinen und Motorgeneratoren, Transformatoren, elektrische Nebenanlagen sowie Automatisierungssysteme. Die Wasserführung umfasst ein kompaktes System aus Tunneln, Schächten und einer Druckrohrleitung, die 555 Höhenmeter bis zum unterirdischen Kraftwerk überwinden. Gemeinsam mit dem Konsortialpartner lieferte ANDRITZ eine 1,6 Kilometer lange, freistehende Druckrohrleitung, die mit 800 Metern Tunnel, einem 60-Meter-Vertikalschacht sowie Abzweigern zur Aufteilung des Durchflusses zu den jeweiligen Maschinen verbunden ist.
Die „Batterie in den Bergen“ liefert ab jetzt 350 MW saubere Elektrizität – genug, um mehr als 250.000 Menschen mit Strom zu versorgen.
Im Berichtszeitraum hat ANDRITZ die Sanierung der Generatoreinheit G5 des Wasserkraftwerks Jebba am Niger in Nigeria erfolgreich abgeschlossen. Jebba ist mit einer Gesamtkapazität von rund 578 MW eines der wichtigsten Wasserkraftwerke Nigerias und ein zentraler Pfeiler der nationalen Stromversorgung. Im Rahmen Modernisierung lieferte ANDRITZ die elektromechanische Ausrüstung und die Hilfssysteme und begleitete die Inbetriebnahme vor Ort. Das Projekt bestätigt die langjährige Expertise von ANDRITZ bei der Sanierung bestehender Wasserkraftwerke auf dem afrikanischen Kontinent und das Engagement des Unternehmens zur Stärkung der Energieversorgungssicherheit in der Region. der
Im Berichtszeitraum konnte ANDRITZ einen weiteren wichtigen Meilenstein im vietnamesischen Wasserkraftsektor verzeichnen: die erfolgreiche Netzsynchronisation des laly Erweiterungsprojekts im zentralen Hochland Vietnams. Mit einer installierten Gesamtleistung von 1,080 MW ist laly eines der bedeutendsten Wasserkraftanlagen Vietnams. ANDRITZ lieferte die komplette elektromechanische Ausrüstung und technische Dienstleistungen. Das Erweiterungsprojekt stärkt die Stromversorgung in der Region, fördert das regionale Wirtschaftswachstum und leistet einen wesentlichen Beitrag zu den Entwicklungszielen des Landes im Bereich der erneuerbaren Energien.
Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme des Pumpspeicherkraftwerks Zhen An in der chinesischen Provinz Shaanxi erreichte ANDRITZ im Berichtszeitraum einen bedeutenden Meilenstein. Das Kraftwerk ist Teil eines wichtigen Projekts im Rahmen der Initiative „West Power East Transmission" und wird wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung der Provinz beitragen. ANDRITZ lieferte vier Pumpspeichermaschinensätze für Zhen An, die mit einer Leistung von 350 MW die größten bisher gelieferten Pumpspeichermaschinensätze sind. Die Fertigstellung unterstreicht die Bedeutung von Pumpspeicherkraft für die Energiewende in China und die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung.
Der steigende Energiebedarf führt auch zu einer wachsenden Nachfrage nach Turbogeneratoren, die als Brückentechnologie einen wichtigen Beitrag zur dezentralen Stromerzeugung und Stabilität der Stromnetze leisten. Um die wachsende Nachfrage bedienen zu können, werden Kapazitäten an den ANDRITZ Standorten in Weiz und Linz, wo das Unternehmen seit knapp 80 Jahren im Wasserkraftwerksbereich – insbesondere bei Turbinen und im Stahlwasserbau – tätig ist, ausgeweitet.
Am Standort Weiz entstehen bis 2027 neue Produktionshallen und Anlagen für die Generatorfertigung. Zukünftig werden hier luftgekühite Turbogeneratoren sowie zentrale Komponenten für wasserstoffgekühlte Typen – darunter Rotoren und Statorstäbe – gefertigt. In Linz wird die Fertigung dafür um rund 3.700 Quadratmeter erweitert und modernisiert. Hier sollen künftig vor allem die wasserstoffgekühlten Turbogeneratoren montiert und geprüft werden. Dank der direkten Lage an der Donau können die bis zu 300 Tonnen schweren Maschinen besonders effizient und umweltfreundlich ausgeliefert werden.
Wichtige Aufträge
Doosan Enerbility hat ANDRITZ als Lieferanten für die Pumpturbinen des neuen Pumpspeicherkraftwerks Yeongdong in der südkoreanischen Provinz Chungcheong ausgewählt. Das Projekt wird gemeinsam von Doosan Enerbility und Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) – dem größten Energieversorger Südkoreas – durchgeführt. Mit einer Leistung von 500 MW wird Yeongdong eine wichtige Rolle bei der Integration erneuerbarer Energien und der Netzstabilisierung in Südkorea spielen. Der Lieferumfang von ANDRITZ umfasst die Konstruktion von zwei Pumpturbinenmaschinensätzen und Motorgeneratoren samt Hifsanlagen, das digitale Steuerungssystem, Turbinenregler und Schutzsysteme sowie Installationsüberwachung und Inbetriebnahme. Der Auftrag unterstreicht die starke Präsenz von ANDRITZ in Südkorea, wo das Unternehmen bislang rund 40 Maschinensätze mit einer Gesamtleistung von über 1 GW geliefert oder saniert hat.
Dravske Elektrarne Maribor d.o.o. (DEM), Sloweniens größter Elektrizitätslieferant basierend auf erneuerbarer Energie, beauftragte ANDRITZ mit der vollständigen Sanierung und Modernisierung des Laufwasserkraftwerks Formin. Das vor über 45 Jahren in Betrieb genommene Kraftwerk verfügt derzeit über eine installierte Gesamtleistung von 116 MW. Im Zuge der Modernisierung wird die Kapazität um mehr als 10% auf 130 MW erhöht und der wirtschaftliche und zuverlässige Betrieb der Anlage für Jahrzehnte gesichert. Der Lieferumfang von ANDRITZ umfasst die Konstruktion, Fertigung, Installation, und Inbetriebnahme von zwei neuen Turbinen und Generatoren einschließlich der zugehörigen Hilfsanlagen.
Die Electricity Generating Authority of Thailand (EGAT) beauftragte ANDRITZ mit dem Austausch der beiden Pumpspeichermaschinensätze des Wasserkraftwerks Srinagarind durch neue, hochmoderne Maschinensätze. Das Kraftwerk am Kwai Yai River in der Provinz Kanchanaburi gehört mit einer installierten Gesamtleistung von 720 MW zu den größten Wasserkraftanlagen Thailands. In einer früheren Modernisierungsphase hatte ANDRITZ bereits die Francismaschinensätze des Kraftwerks erneuert. Der aktuelle Lieferumfang umfasst die Lieferung, Installation und Inbetriebnahme von zwei neuen 180-MW-Pumpturbinen mit Motorgeneratoren und den zugehörigen elektromechanischen Ausrüstung. Der Auftrag bestätigt die mehr als fünfzigjährige Präsenz von ANDRITZ in Thailand sowie die enge, auf Vertrauen basierende Partnerschaft mit EGAT.
Ebenfalls von EGAT erhielt ANDRITZ im Berichtszeitraum einen weiteren Auftrag zur umfassenden Modernisierung des Wasserkraftwerks Rajjaprabha am Saeng River in der Provinz Surat Thani. Das Kraftwerk ist seit 1987 in Betrieb und verfügt über drei Maschinensätze mit einer Leistung von jeweils 80 MW. Der Vertragsumfang umfasst die komplette Modernisierung der Maschinensätze 1 bis 3 einschließlich der Generatoren und spezifischer Turbinenkomponenten, sowie die Montageüberwachung und Inbetriebnahme. Der Auftrag ist ein weiterer Meilenstein in der langjährigen Partnerschaft mit EGAT und unterstreicht die führende Position von ANDRITZ auf dem thailändischen Wasserkraftmarkt sowie den Beitrag des Unternehmens zu einer sicheren Versorgung des Landes mit nachhaltiger, erneuerbarer Energie.
Im Rahmen des Low Carbon Inertia Services (LCIS)-Programms der Übertragungsnetzbetreiber EirGrid und SONI erhielt ANDRITZ als Teil eines von Elecnor geführten Konsortiums Aufträge zur Lieferung von vier rotierenden Phasenschiebern für Projekte von Statkraft – Europas größtem Produzenten erneuerbarer Energien – in Irland und Nordirland. ANDRITZ liefert schlüsselfertige rotierende Phasenschieber für die Umspannwerke Coolkeeragh (250 MVA) und Quarry Lane (250 MVA). Die Anlagen liefern Netzträgheit, Blindleistungsregelung und Kurzschlussleistung und stärken damit die Netzstabilität in einer Region, die ihren Anteil erneuerbarer Energien kontinuierlich ausbaut. Zusätzlich zu den Lieferaufträgen hat ANDRITZ langfristige Wartungsverträge für die Projekte erhalten, bei denen die digitale Plattform ANDRITZ Metris DiOMera für vorausschauende und effiziente Wartung zum Einsatz kommen wird.
ANDRITZ hat von Limak Enerji Uretim Sanayi ve Ticaret A.S., einer Tochtergesellschaft von Limak Renewable Energy, einen bedeutenden Auftrag zur Lieferung der elektromechanischen Ausrüstung für das neue Wasserkraftwerk Incir in der Türkei erhalten. Der Auftragsumfang umfasst die Konstruktion, Fertigung, Lieferung, Installation und Inbetriebnahme von zwei Francisturbinen-Generatorsätzen sowie einer ECO-Flow-Einheit mit einer Gesamtleistung von 124 MW. Das Turbinenmodell, das im eigenen Hydrauliklabor von ANDRITZ ausgiebig getestet wurde, verfügt über eines der effizientesten Laufraddesigns auf dem Markt. Der Auftrag markiert den Höhepunkt einer mehr als 20-jährigen erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen ANDRITZ und Limak Renewable Energy und bekräftigt die führende Rolle von ANDRITZ auf dem türkischen Wasserkraftmarkt, dem nach Norwegen größten Wasserkraftmarkt Europas.
Die Compagnia Valdostana delle Acque (CVA) hat ANDRITZ mit der Sanierung des historischen Wasserkraftwerks Valpelline im Aostatal beauftragt, das eine wichtige Säule der erneuerbaren Energieversorgung Italiens ist. Das seit 1958 in Betrieb befindliche Kraftwerk hat eine installierte Leistung von rund 130 MW und eine Nettofallhöhe von mehr als 900 Metern – eine der größten in Europa. Der schlüsselfertige Lieferumfang umfasst zwei neue 87-MVA- Synchrongeneratoren, vier Peltonlaufräder, Kugelschieber, Druckrohrleitungskomponenten sowie ein komplettes Upgrade des Kühlsystems und der elektrischen Ausrüstung. Zusätzlich sind Tiefbauarbeiten, Demontage, Wiedermontage, Inbetriebnahme und die Baustellenleitung Teil des Auftrags. Nach Modernisierung wird die installierte Gesamtleistung des Kraftwerks um 15 % gesteigert.
Vermögens- und Finanzlage
Das Sachanlagevermögen ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 4,0 Mio. EUR gestiegen. Zur Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit sowie Erweiterung der Produktionskapazitäten waren Investitionen in technische Anlagen und Maschinen bzw. Geschäftsausstattung notwendig.
Im Umlaufvermögen haben sich abrechnungsbedingt die noch nicht abrechenbaren Leistungen um 52,0 Mio. EUR erhöht. Der Bestand an Rohstoffen hat sich auch um 6,2 Mio. EUR erhöht, um eine termingerechte Erledigung des Auftragseingangs jederzeit zu gewährleisten. Die Vorräte sind insgesamt um 67,3 Mio. EUR gestiegen, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen um 24,4 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau.
Bei den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen kam es wiederum zu einem Aufbau der Forderungen aus Finanzierung und Clearing um 70,9 Mio. EUR, und zu einem Aufbau der sonstigen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Schwankungen im Bereich Finanzierung und Clearing sind durch Schwankungen bei der Abwicklung der Projekte der verschiedenen Konzerngesellschaften erklärbar. Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände haben sich um 2,0 Mio. EUR reduziert.
Die Rückstellungen für Abfertigungen sind um 3,0 Mio. EUR gesunken, wohingegen die sonstigen Rückstellungen im Wesentlichen durch Rückstellungen im Zusammenhang mit der Abwicklung des Projektgeschäfts und sonstige Personalrückstellungen um 19,2 Mio. EUR gestiegen sind. Die erhaltenen Anzahlungen aus Bestellungen haben sich abrechnungsbedingt um 104,8 Mio. EUR erhöht. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen kam es anders als im Vorjahr zu einem Abbau der Verbindlichkeiten aus Finanzierung und Clearing von 42,9 Mio. EUR. Die sonstigen Verbindlichkeiten haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Mio. EUR leicht erhöht.
Das Nettoumlaufvermögen ist wie im Vorjahr negativ, was im Wesentlichen auf den Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen zurückzuführen ist. Es kam zu einer Veränderung von -54,3 Mio. EUR im Vorjahr auf -85,9 Mio. EUR im Berichtsjahr.
Der Anstieg der Nettoliquidität um 78,6 Mio. EUR auf 223,4 Mio. EUR resultiert aus einem deutlichen Anstieg der Forderungen aus Finanzierung und Clearing bei gleichzeitig geringeren Reduktion der Verbindlichkeiten aus Finanzierung und Clearing.
Das Eigenkapital konnte durch das Jahresergebnis abzüglich der Dividende für das Vorjahr von 154,0 Mio. EUR auf 195,9 Mio. EUR gesteigert werden. Die Eigenmittelquote beträgt 12,2% im Vergleich zu 10,5% in 2024. Dabei ist jedoch die im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gestiegene Bilanzsumme zu berücksichtigen.
Ertragslage
Der durch die Abrechnung von Großprojekten stark schwankende Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 258,5 Mio. EUR oder 82,1% von 314,8 Mio. EUR auf 573,3 Mio. EUR signifikant gestiegen, jedoch ist die Betriebsleistung abrechnungsbedingt um 61,5 Mio. EUR bzw. 8,9% von 691,6 Mio. EUR auf 630,1 Mio. EUR gesunken.
Das Betriebsergebnis hat sich um 4,8 Mio. EUR auf 11,5 Mio. EUR verbessert und ist im Wesentlichen auf den deutlich gesunkenen Materialaufwand im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnte anders als im Vorjahr keine Kostenreduktion erzielt werden. Das Finanzergebnis liegt mit 47,9 Mio. EUR um 12,3 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau. Dies ist einerseits auf höhere Beteiligungserträge, andererseits auf den Abbau der Verbindlichkeiten aus Finanzierung und Clearing zurückzuführen, was einen deutlichen Rückgang der Zinsaufwendungen zur Folge hatte. Diese Entwicklungen führten dazu, dass sich in Summe ein um 17,1 Mio. EUR höheres Ergebnis vor Steuern von 59,3 Mio. EUR ergibt. Der Jahresüberschuss von 61,9 Mio. EUR liegt um 26,9 Mio. EUR oder 76,8% deutlich über dem Vorjahreswert.
Finanzielle Leistungsindikatoren
| in MEUR bzw, in % | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Auftragseingang | 849,8 | 804,3 |
| Auftragsstand | 3.061,5 | 2.764,3 |
| Umsatzerlöse | 573,3 | 314,8 |
| Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern | 11,5 | 6.6 |
| Umsatzrentabilität | 2,0% | 2,1% |
| Eigenkapitalrentabilität | 33,9% | 28,3% |
| Gesamtkapitalrentabilität | 5,6% | 6.0% |
| Nettoliquidität | 223,4 | 144,8 |
| Nettoumlaufvermögen | -85,9 | -54,3 |
| Eigenkapitalquote | 12,2% | 10,5% |
| Verschuldungsgrad | 187,3% | 196,0% |
| Ergebnis vor Finanzergebnis, Steuern und Abschreibungen | 17,2 | 11,9 |
Der Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit belief sich in 2025 auf +62,9 Mio. EUR, aus Investitionstätigkeit -22,9 Mio. EUR und aus der Finanzierungstätigkeit -75,2 Mio. EUR, wodurch sich die flüssigen Mittel von 319,1 Mio. EUR auf 284,0 Mio. EUR reduziert haben. der
Innovationsmanagement
Netzstabilität als Fundament der Energiewende
Die Transformation unseres Energiesystems stellt neue Anforderungen an die Netzstabilität. In einer Welt zunehmend volatiler Energieerzeugung durch Solar- und Windkraft sind intelligente Speicher- und Stabilisierungstechnologien unverzichtbar geworden. Als weltweit führender Technologiepartner im Bereich Pumpspeicherkraftwerke entwickelt ANDRITZ Lösungen, die das Rückgrat einer zuverlässigen Stromversorgung auf Basis erneuerbarer Energien bilden.
Pumpspeicherung – Flexibilität für stabile Netze
Pumpspeicheranlagen übernehmen eine Schlüsselrolle bei der Gewährleistung der Netzstabilität. Ihre Fähigkeit, große Energiemengen zu speichern und binnen Sekunden bereitzustellen, macht sie zur idealen Lösung für den Ausgleich von Netzschwankungen. Unsere drehzahlvariablen Pumpturbinen und Motorgeneratoren zeichnen sich durch außergewöhnlich schnelle Reaktionszeiten aus und können sowohl Über- als auch Unterfrequenzen im Netz sofort korrigieren. Diese dynamische Regelungsfähigkeit wird mit dem steigenden Anteil dezentraler Energieerzeugung immer wichtiger und positioniert Pumpspeicherwerke als essenzielle Infrastruktur für die Energiewende.
Rotierende Phasenschieber – Aktive Netzunterstützung
Parallel zu unseren Pumpspeicherlösungen treiben wir die Entwicklung rotierender Phasenschieber weiter voran. Diese Systeme stellen erhebliche Mengen an Blindleistung und Kurzschlussleistung bereit – kritische Parameter für die Netzstabilität. Durch aktive Spannungsregelung und Frequenzstützung ermöglichen sie eine deutlich verbesserte Integration fluktuierender erneuerbarer Energiequellen. Die Kombination aus mechanischer Trägheit und elektronischer Regelung schafft genau jene Netzresilienz, die moderne Stromsysteme benötigen.
HIPASE-250 – Intelligente Steuerung für maximale Netzsicherheit
Mit HIPASE-250 präsentiert ANDRITZ Hydropower die neueste Evolution seiner Automatisierungsplattform. Diese hochintegrierte Lösung vereint modernste Schutz-, Steuerungs- und Überwachungsfunktionen in einem einheitlichen System, das speziell für die Anforderungen der Netzstabilität optimiert wurde.
Innovation für die Energiesysteme von morgen
Unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten richten sich konsequent auf die zukünftigen Anforderungen an Netzstabilität und Systemflexibilität aus. Wir entwickeln nicht nur für den aktuellen Markt, sondern antizipieren die technischen Herausforderungen einer vollständig dekarbonisierten Energieversorgung. Durch kontinuierliche Verbesserung von Wirkungsgraden, Regelgeschwindigkeiten und Systemintegration schaffen wir die technologische Basis, damit unsere Kunden ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen und gleichzeitig höchste Versorgungssicherheit gewährleisten können.
auf
Die ausbezahlten Förderungsbeiträge für F&E Projekte im vergangenen Jahr beliefen sich 1,0 Mio. EUR Zuschüsse und zusätzlich zur direkten, projektbezogenen Forschungsförderung wird auch die allgemeine steuerliche Förderung durch die Forschungsprämie in Anspruch genommen.
Umweltbelange
Die ANDRITZ HYDRO GmbH betreibt an den österreichischen Standorten in Wien, Linz und Weiz ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001. Dadurch wird ein aktiver Schutz der Umwelt, ein behutsamer Umgang mit Ressourcen, Konformität mit umweltbezogenen Gesetzen sowie eine ständige Verbesserung der Umweltleistung sichergestellt. Somit leistet das Umweltmanagement einen bedeutenden Beitrag zum Risikomanagement. Ein gelebtes Umweltmanagement ist für unser Unternehmen ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und ein bedeutender Beitrag, langfristig gesehen den Unternehmenserfolg sicher zu stellen.
Unsere ökologischen Ziele sind:
• Aufrechterhaltung des integrierten Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 • Beratung unserer Kunden hinsichtlich innovativer, umweltfreundlicher Lösungen mit finanziellen Fördermöglichkeiten • Reduktion des Ressourcenverbrauchs (Energie) und der CO2-Emissionen
An den Standorten Weiz, Wien und Linz ist in 2025 der CO2-Ausstoß scope 1+2 um 0,52%, der gesamte Energieverbrauch um 6,28% und die Abfallmenge um 6,18% gestiegen. Der Wasserverbrauch ist um 5,4% gesunken.
2025 gab es keinen umweltrelevanten Unfall sowie keine Fälle von Strafzahlungen jeglicher Art für Nichteinhaltung gesetzlicher Regelungen. Die Einhaltung der internationalen Umwelt-Standards nach ISO 14001, aber auch der internen Regelungen und lokalen gesetzlichen Forderungen, werden intern durch den Zentralbereich QM und extern von akkreditierten Zertifizierungsgesellschaften durch Audits an allen Standorten überprüft.
Arbeitnehmerbelange
Im Geschäftsjahr 2025 setzte die ANDRITZ HYDRO GmbH die umfassende und kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Personal- und Organisationsstrukturen konsequent fort. Die Aktivitäten im Personalbereich standen dabei im Zeichen der Rekrutierung zusätzlicher Fachkräfte zur Abwicklung des gestiegenen Auftragsbestands, der weiteren Professionalisierung der HR Prozesse, der Stärkung der Arbeitgeberattraktivität, der Sicherung kritischer Fach- und Führungskompetenzen sowie der nachhaltigen Förderung einer leistungsorientierten und wertschätzenden Unternehmenskultur. Besondere Schwerpunkte lagen auf den Themen Recruiting, Employer Branding, Talent- und Führungskräfteentwicklung sowie dem gezielten Ausbau der Qualifizierungsmaßnahmen.
Der #1ANDRITZway sowie das global implementierte Employee Engagement Program wurden im Jahr 2025 fortgeführt und durch gezielte Präsenz- und Online Trainings weiter gestärkt. Mehr als 50 Führungskräfte, darunter Bereichs-, Abteilungs- und Gruppenleiter, nahmen am #ALeaders Präsenzworkshop teil und entwickelten praxisorientierte Tools zur Stärkung und Weiterentwicklung der #1ANDRITZway Verhaltensweisen. Ergänzend dazu absolvierten 72 % aller Führungskräfte und 80 % der Mitarbeiter: innen das digitale #1ANDRITZway Training.
Durch den strukturierten Maßnahmenfindungsprozess, der sämtliche Führungskräfte und Mitarbeitende aktiv einbindet, sowie die konsequente Umsetzung der daraus abgeleiteten Maßnahmen konnte beim Engagement Survey im September 2025 die Teilnahmequote gegenüber 2024 um weitere neun Prozentpunkte auf erfreuliche 80% gesteigert werden. Der Engagement Level erhöhte sich ebenfalls um zwei Punkte auf 75. Auf Unternehmensebene lag ein besonderer Fokus, begünstigt durch den kontinuierlichen Personalaufbau, auf der Weiterentwicklung des Onboarding Prozesses. Dieser umfasste quartalsweise stattfindende Welcome Days, die vollständige Etablierung des Buddy Programms an allen drei österreichischen Standorten sowie regelmäßige HR Connect Informationen zur raschen Integration neuer Mitarbeitender.
Im Bereich Performance Management bildete die Durchführung der jährlichen Mitarbeitergespräche im Jahr 2025 einen wesentlichen Schwerpunkt. Diese erstreckten sich auf den gesamten White Collar Bereich sowie erstmals auf eine Pilotgruppe aus dem Blue Collar Bereich. Zum Jahresende befanden sich 95,73% aller Gespräche im Plan, womit die Zielquote von mindestens 95% erfolgreich erreicht wurde. Die global definierten #ALeader Behaviors wurden ebenfalls vollständig in sämtliche Performance Prozesse integriert und zudem in allen lokalen und globalen Führungskräfteprogrammen verankert.
Auch die Fachkarrieren (Technical Career Paths) wurden 2025 gezielt weiter ausgebaut. Der Project Management Career Path wurde vom Large HYDRO Bereich auf weitere Projektmanagementbereiche im Service Rehab Bereich ausgeweitet und führte in den Bereichen zu Nominierungen, darunter Höherentwicklung zum Project Director bzw. zu Senior Project Managern und Project Managern. Der Engineering Career Path wurde ebenfalls mit neuen Nominierungen fortgeführt. Beide im Unternehmen etablierten Fachkarriere Modelle leisten einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Sicherung technischer Schlüsselkompetenzen und stärken gleichzeitig die internen Entwicklungsperspektiven für unsere Mitarbeiter: innen.
Ein weiterer zentraler Schwerpunkt des Jahres 2025 war der Start des Ramp ups für den neuen Fertigungsstandort Linz, der künftig als zweiter österreichischer Standort für die Montage von Turbogeneratoren und rotierenden Phasenschiebern fungiert. Dadurch entsteht eine moderne Produktionsstätte, die das etablierte Kompetenzzentrum in Weiz erweitert. Mit dem Ausbau des Standorts Linz reagiert das Unternehmen auf die weltweit steigende Nachfrage und schafft zugleich zusätzliche hochqualifizierte Arbeitsplätze. Im Herbst 2025 startete ANDRITZ HYDRO zudem eine umfassende Blue Collar Recruiting Kampagne an den Standorten Weiz und Linz.
Die Lehrlingsausbildung hatte auch 2025 einen hohen Stellenwert, Jedes Jahr beginnen rund 20 neue Lehrlinge ihre technische Ausbildung bei ANDRITZ HYDRO. Die hohe Qualität dieser Ausbildung zeigte sich in den Erfolgen der Jungfacharbeiter: innen: Drei von ihnen wurden im Rahmen der „Stars of Styria“ durch die Wirtschaftskammer Steiermark ausgezeichnet, eine Anerkennung sowohl der Leistung der Lehrlinge als auch des Engagements der Ausbilderteams.
Ein bedeutender Meilenstein wurde im Herbst 2025 erreicht: Erstmals lag der Frauenanteil in der Lehrlingsausbildung am Standort Weiz bei über 30 %. Dies stellte einen wesentlichen Fortschritt in der gezielten Förderung weiblicher technischer Fachkräfte dar und unterstrich die Wirksamkeit der gesetzten Ausbildungs- und Diversitätsmaßnahmen.
Ergänzend wurden Programme für Studierende, wie Diplomarbeiten, Praktika, Traineeships, Job Rotationen und Kooperationen mit Universitäten (insbesondere TU.impact), weiter ausgebaut.
Alle gesetzten Maßnahmen tragen maßgeblich dazu bei, den sogenannten voluntary turnover (Fluktuationsrate) auf einem sehr niedrigen Niveau zu halten. Dieses Ziel wurde im Jahr 2025 erneut deutlich erreicht: Lediglich rund 1,0 % der Mitarbeiter: innen entschieden sich für einen freiwilligen Austritt, womit die Fluktuation im Vergleich zu 2024 nochmals um 0,6 Prozentpunkte reduziert werden konnte. Dieser außergewöhnlich niedrige Wert bildet eine entscheidende Grundlage für den Erhalt und die Weiterentwicklung von Wissen und Kompetenzen im Unternehmen und leistet einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen projektbezogenen Ressourcensicherung.
Die bestehende Home Office Regelung wurde erneut verlängert und ermöglicht es den Mitarbeiter: innen, bis zu 40%, in Einzelfällen mit Sondervereinbarungen bis zu 80%, ihrer Arbeitszeit im Home Office zu erbringen. Damit wird dem Bedarf an flexiblen Arbeitsmodellen weiterhin Rechnung getragen.
Insgesamt trugen die im Geschäftsjahr 2025 gesetzten Maßnahmen wesentlich zur Sicherstellung der operativen Leistungsfähigkeit, zur nachhaltigen Entwicklung der Mitarbeiter: innen und Führungskräfte sowie zur langfristigen organisatorischen Stabilität und Zukunftsfähigkeit der ANDRITZ HYDRO GmbH bei.
Unverändert bleibt es auch ein Ziel, die Accident Frequency Rate in der ANDRITZ HYDRO wie auch der ANDRITZ Gruppe weiter zu senken. Das integrierte und zertifizierte H&S Management und das H&S Programm, bestehend aus im Wesentlichen:
Verbesserung der Sicherheitskultur - Sicherheits-Rundgänge, Stop & Think Prozedere, Audits, Unterweisungen und Schulungen - Implementierung von Life Saving Rules - Einführung von Behaviour Based Safety - Einheitliches H&S Reporting mit Quentic
tragen dazu in beträchtlichem Ausmaß bei. Im Jahr 2025 hatten wir einen Arbeitsunfall mit Ausfallzeit und eine AFR von 0,34 erreicht. Zur Erfüllung unserer Leitbildes - Committed to No Harm - werden im Jahr 2026 wiederum verstärkt H&S Schwerpunkt gesetzt.
Risikomanagement
Die Gesellschaft verfügt durch die Einbindung in den ANDRITZ-Konzern über ein gruppenweites Risiko- Managementsystem, mit dem Risikopotenziale erkannt und Gegenmaßnahmen getroffen werden sollen. Dies ist ein wichtiges Element des aktiven Risikomanagements und unterliegt der laufenden Kontrolle und Weiterentwicklung. Auf Grundlage der aktuellen Entwicklungen sowie der zum Berichtszeitpunkt verfügbaren Informationen wurde eine Evaluierung bestandsgefährdender Risiken durchgeführt. Es konnten keine solchen Risiken identifiziert werden.
Finanzielle Risiken
Überwachung und Management finanzieller Risiken sind integrale Bestandteile des Rechnungswesens und des Controllings innerhalb der gesamten ANDRITZ HYDRO-Gruppe.
Aufgrund des hohen Exportanteiles bestehen Währungsrisiken für Kunden- und Lieferantenzahlungen. Entsprechend der allgemeinen Risikomanagementstrategie, Risiken soweit als möglich auszuschließen, werden mit der Auftragshereinnahme alle wesentlichen Ein- und Auszahlungen in Fremdwährung durch Kurssicherungsgeschäfte abgesichert und so das Währungsrisiko ausgeschlossen. Zur Absicherung des Preisrisikos bei Rohstoffen werden bei Projekten ohne Preisgleitklauseln auch Termingeschäfte für in der Produktion benötigte Kupfermengen abgeschlossen. Die Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente können dem Anhang entnommen werden.
Ausfallrisiken bei Forderungen sind aufgrund der Kundenstruktur (Energieversorgungsunternehmen) nur von untergeordneter Bedeutung oder sind weitgehend durch Exportversicherungen ausgeschlossen, für verbleibende Risiken ist durch entsprechende Wertberichtigungen vorgesorgt.
Die Gesellschaft ist hinsichtlich der Liquidität sehr gut positioniert und verfügt über ausreichende Liquiditätsreserven. Es besteht eine enge Einbindung in das Group Treasury der ANDRITZ AG und entsprechend den Treasury- Richtlinien wird vermieden, von einer einzigen oder von nur wenigen Banken abhängig zu sein. Zur Sicherung der Unabhängigkeit erhält keine Bank mehr als ein genau festgelegtes Geschäftsvolumen bei allen wichtigen Produkten (Finanzmittelbestand, Garantien und Derivate). Die Veranlagung erfolgt in risikoarme Finanzanlagen wie zum Beispiel Schuldscheindarlehen, Staatsanleihen, Geldmarktfonds oder Termin- und Tagesgelder. Für das zinsbedingte Cashflow-Risiko werden keine derivativen Finanzinstrumente abgeschlossen.
Nicht-finanzielle Risiken
Im Bereich der Fertigung setzt die ANDRITZ HYDRO auf flexible Arbeitszeitmodelle und einen flexiblen Anteil an Zeitarbeitern, um zyklischen Auslastungsschwankungen und extremen Auftragsspitzen zu begegnen. Darüber hinaus ermöglicht die Funktion des Global Manufacturing eine laufende Uberwachung und Steuerung der Auslastung der Fertigungskapazitäten in der weltweiten ANDRITZ HYDRO Gruppe.
Im Bereich Personal sind interessante Karrieremöglichkeiten und eine leistungsorientierte Entlohnung wesentliche Bestandteile für das Image eines attraktiven Arbeitgebers. Laufende fokussierte Trainingsprogramme dienen der laufenden Verbesserung der Qualifikation unserer Mitarbeiter sowie der Erhöhung der Mitarbeitermotivation, den Schlüsselfaktoren für ein erfolgreiches Technologieunternehmen.
Auslastungsschwankungen in Fertigung und Engineering können durch die gruppenweite Zuteilung von Aufträgen auf die einzelnen globalen Standorte sowie lokal durch den Einsatz von Zeitarbeitskräften in ihren Auswirkungen gemildert werden.
Die Eskalation mehrerer Konflikte im Nahen Osten erzeugt zusätzliche Unsicherheiten hinsichtlich Transportwegen, Energieversorgung und Beschaffungskosten. Im Projektgeschäft erschweren die geopolitischen Spannungen insbesondere die Planungssicherheit. Für Projekte im Nahen Osten besteht ein erhöhtes Risiko hinsichtlich Lieferterminen, lokaler Einsatzplanung und Behördenprozessen. Das Risikomanagement beobachtet die Lage fortlaufend und arbeitet an Szenarien zur Absicherung von Lieferketten sowie Logistik- und Projektabwicklungen.
Ausblick
Durch den erfreulich hohen Auftragseingang 2025, den soliden technischen Hintergrund, notwendige Investitionen in Nachhaltigkeit und Umweltschutz sowie die allgemeine positive Marktentwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien ist mittelfristig mit einer steigenden Umsatzentwicklung und einer stabilen Ergebnisentwicklung zu rechnen.
Wien, 12. März 2026
ساحکم Dr. Harald Heber Mag. Gerhard Kriegler Dipl.-Ing. Frédéric Sauze, MBA Mag. Martin Schöberl