Inhaltsverzeichnis
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Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1) Geschäftsverlauf
Die österreichische Bauwirtschaft zeigte im Jahr 2025 nach zwei Jahren rückläufiger Entwicklung erstmals wieder Anzeichen einer Stabilisierung. Die Bauproduktion erhöhte sich österreichweit um 3,7% gegenüber dem Vorjahr. Wesentliche Ursachen hierfür waren die schrittweise Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die rückläufige Inflation, wodurch sich die Investitionsbereitschaft in einzelnen Marktsegmenten wieder leicht erhöhte. Dennoch blieb die Baukonjunktur regional sehr unterschiedlich ausgeprägt.
In Vorarlberg setzte sich die rückläufige Entwicklung hingegen fort. Die Bauproduktion verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um weitere 2,4% und lag damit deutlich unter der österreichweiten Entwicklung. Insbesondere der Wohnbau war weiterhin von einer sehr zurückhaltenden Nachfrage geprägt. Das hohe Preisniveau, die weiterhin anspruchsvollen Finanzierungsbedingungen sowie die allgemein verhaltene Investitionsbereitschaft verhinderten eine nachhaltige Marktbelebung.
Bauproduktion (jeweils im Vergleich zum Vorjahr)1
| 2023 | 2024 | 2025 | |
|---|---|---|---|
| Österreich | -2.7% | -2,2% | +3,7% |
| Vorarlberg | -12,4% | -3,5% | -2,4% |
Der Baukostenindex erhöhte sich im Jahr 2025 mit 2,5% moderater als in den Vorjahren. Während sich die Dynamik bei den Materialkosten weitgehend normalisiert hat, blieb der anhaltende Fachkräftemangel eine der zentralen Herausforderungen der Branche und führte trotz der rückläufigen Baukonjunktur zu einem unverändert hohen Kostendruck.
Baukostenindex (jeweils im Vergleich zum Vorjahr)2
| 2023 | 2024 | 2025 | |
|---|---|---|---|
| Baukostenindex (Lohn + Sonstiges) | +3,7% | +3,8% | +2,5% |
Unter Berücksichtigung der allgemeinen Preissteigerungen ergibt sich für Vorarlberg im Jahr 2025 ein realer, inflationsbereinigter Rückgang der Bauproduktion von annähernd 5%.
1 VIBÖ – Vereinigung industrieller Bauunternehmen Osterreichs, Bauproduktion 2020 - 2025,
[https:/www.viboe. at/statistik/baustatistik/produktionsstatistik-1]
2 Statistik Austria, Baukostenindex BKI Baumeisterarbeiten 2020 [www.stat.at/Indexrechner/Controller]
Die Nachfrage nach Bauleistungen lag deutlich unter den vorhandenen Ausführungskapazitäten der Branche. Dies führte zu einem intensiven Wettbewerb und einem entsprechend hohen Druck auf die Marktpreise.
Der Auftragsstand zu Beginn des Geschäftsjahres 2025 belief sich auf rund 16 MEUR und lag damit um mehr als die Hälfte unter dem Vorjahreswert von 35 MEUR. Dies spiegelte die deutlich schwächere Marktnachfrage wider.
Vor diesem Hintergrund lag das Hauptaugenmerk zu Jahresbeginn auf einer möglichst durchgängigen, produktiven und effizienten Beschäftigung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gleichzeitig galt es, die vorhandenen Fachkräfte trotz der rückläufigen Marktentwicklung langfristig an das Unternehmen zu binden, um die personellen Kapazitäten für künftige Marktbelebungen zu sichern.
Im operativen Geschäft standen die planmäßige und termingerechte Abwicklung der laufenden Bauprojekte sowie deren wirtschaftlich erfolgreiche Realisierung unter den Bedingungen eines intensiven Preis- und Wettbewerbsdrucks im Mittelpunkt.
Bauproduktion Tomaselli Gabriel (jeweils im Vergleich zum Vorjahr)
| 2023 | 2024 | 2025 | |
|---|---|---|---|
| Betriebsleistung | -3,7% | +9,8% | -22,3% |
| Gesamtbetriebsleistung | +3,8% | +6,8% | -25,8% |
Die Betriebsleistung der Tomaselli Gabriel BauGmbH verringerte sich im Geschäftsjahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 22,3%. Die Gesamtbetriebsleistung, welche auch die anteiligen Umsätze aus Arbeitsgemeinschaften beinhaltet, reduzierte sich um 25,8%. Dieser erhebliche Rückgang ist vor allem auf die stark rückläufige Marktentwicklung, die schwache Nachfrage in wesentlichen Marktsegmenten sowie das Auslaufen mehrerer Großprojekte zurückzuführen.
Die Betrachtung über einen mehrjährigen Zeitraum relativiert jedoch die Größenordnung des Rückgangs. Sowohl die Betriebsleistung als auch die Gesamtbetriebsleistung waren in den Vorjahren von einer überdurchschnittlich hohen Auslastung und der Abwicklung mehrerer Großprojekte geprägt. Über die letzten drei Geschäftsjahre betrachtet entspricht die Entwicklung mit einem kumulierten Leistungsrückgang von rund 18 % praktisch genau der Marktentwicklung in Vorarlberg. Die im Jahresvergleich deutlich sichtbaren Schwankungen sind daher wesentlich auf die projektbezogene Struktur des Baugeschäfts sowie die unterschiedliche zeitliche Verteilung von Großprojekten zurückzuführen.
Im Hochbau blieb das Marktumfeld aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage im Wohnbau sowie der zurückhaltenden Investitionstätigkeit im gewerblichen und öffentlichen Bereich herausfordernd.
Der Tiefbau entwickelte sich im Berichtsjahr deutlich stabiler als der Hochbau. Aufträge im Infrastrukturbau sowie Projekte im Bereich des Ausbaus der Glasfasernetze sorgten für eine gute Auslastung. Teilweise konnte dadurch auch der Rückgang im Hochbau kompensiert werden. Der Generalunternehmerbereich lag erwartungsgemäß unter dem hohen Vorjahresniveau Die Bauproduktion in diesem Segment ist wesentlich von Großprojekten geprägt und unterliegt daher naturgemäß stärkeren zyklischen Schwankungen sowie längeren Projektentwicklungsund Realisierungszeiträumen.
Unverändert bedeutend für die Unternehmensgruppe blieb die hohe Eigenwertschöpfung entlang der gesamten Leistungskette. Diese reicht von der Gewinnung und Verarbeitung eigener Rohstoffe über den Einsatz des betriebseigenen Maschinen-, Geräte- und Fuhrparks bis hin zur Einbindung der Beteiligungsunternehmen bei der Umsetzung komplexer Bauvorhaben. Dadurch konnten auch im Berichtsjahr wesentliche Synergien innerhalb der Unternehmensgruppe genutzt und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig gestärkt werden. Dies zeigte sich beispielhaft bei der Errichtung des OBB-Aufnahmegebäudes beim Bahnhof Bregenz, bei welchem rund zwei Drittel der erbrachten Leistungen aus der eigenen Wertschöpfungskette der Unternehmensgruppe stammten.
1.2) Bericht über Zweigniederlassungen
Das Unternehmen betreibt keine Zweigniederlassungen.
1.3) Finanzielle Leistungsindikatoren
a) Kennzahlen zur Ertragslage
Trotz des deutlichen Rückgangs der Betriebsleistung und der zunehmenden Verschlechterung der allgemeinen Marktsituation im Geschäftsjahr 2025 konnte die Ertragslage auf einem insgesamt zufriedenstellenden und im Branchenvergleich weiterhin guten Niveau gehalten werden.
Die im Verhältnis zum Leistungsrückgang stabile Ergebnisentwicklung ist unter anderem auf die Realisierung von Ergebnissen aus in Vorjahren erbrachten Bauleistungen zurückzuführen. Aufgrund der projektbezogenen Struktur des Baugeschäftes und der teils mehrjährigen Projektlaufzeiten wirken sich Veränderungen des Marktumfeldes häufig erst zeitversetzt auf die Ergebnislage aus.
Positiv zur Stabilisierung der Ertragslage trug darüber hinaus bei, dass die betrieblichen Fixkosten an das gesunkene Leistungsniveau angepasst und in einzelnen Bereichen reduziert werden konnten. Gleichzeitig blieb der Bestand an halbfertigen Projekten auf einem hohen Niveau. Aufgrund der angewendeten Bewertungsgrundsätze nach dem Niederstwert-, Imparitäts- und Realisationsprinzip sowie der Bewertung zu Herstellungskosten bestehen in den laufenden Bauvorhaben weiterhin bislang nicht realisierte Ergebnispotenziale.
| Ertragskennzahlen | |||
|---|---|---|---|
| 2023 | 2024 | 2025 | |
| Betriebserfolg | 1.193 TEUR | 1.589 TEUR | 1.529 TEUR |
| Ergebnis vor Steuern | 1.438 TEUR | 1.859 TEUR | 1.626 TEUR |
| Jahresüberschuss | 1.139 TEUR | 1.532 TEUR | 1.263 TEUR |
| ROE, Eigenkapitalrentabilität | 12,4% | 14,4% | 12,2% |
| ROI, Gesamtkapitalrentabilität | 5.9% | 7,2% | 6,0% |
b) Kennzahlen zur Vermögenslage
Das Gesamtkapital verringerte sich zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr um 487 TEUR bzw. 1,8% auf 26.729 TEUR. Die Bilanzstruktur blieb insgesamt stabil, wobei sich auf der Aktivseite eine leichte Verschiebung zugunsten des Umlaufvermögens und auf der Passivseite zugunsten des Fremdkapitals ergab:
Vermögenslage / Bilanzstruktur
| 2023 | 2024 | 2025 | |
|---|---|---|---|
| Bilanzsumme | 24.534 TEUR | 27.216 TEUR | 26.729 TEUR |
| Gliederung Aktiva | |||
| Anlagevermögen | 43,2% | 39,3% | 36.6% |
| Umlaufvermögen !) | 56.8% | 60.7% | 63,4% |
| Gliederung Passiva | |||
| Eigenkapital 2) | 50,3% | 50,9% | 48,9% |
| Langfristiges Fremdkapital | 9,2% | 7,0% | 7,7% |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 40,5% | 42,1% | 43,4% |
11 inkl. Aktiver Rechnungsabgrenzungen und Aktiver Latenter Steuern
2) inkl. Investitionszuschüsse
Anlagevermögen (39,3% -> 36,6%)
Die Investitionstätigkeit reduzierte sich im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr auf 1.199 TEUR (Vj. 1.797 TEUR). Die Investitionen dienten überwiegend der Sicherung und Weiterentwicklung der betrieblichen Leistungsfähigkeit durch Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen im Sachanlagevermögen. Darüber hinaus wurden rund 23 % der Gesamtinvestitionen für die strategische Weiterentwicklung bestehender Beteiligungen eingesetzt. Den Anschaffungen stehen planmäßige Abschreibungen von 1.419 TEUR (Vj. 1.507 TEUR) sowie außerplanmäßige Abschreibungen von 293 TEUR (Vj. 258 TEUR) gegenüber.
• Umlaufvermögen (60,7% -> 63,4%)
Obwohl sich der Anteil des Umlaufvermögens im Verhältnis zum Gesamtkapital erhöhte, blieb das absolute Umlaufvermögen gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Es kam jedoch zu einer deutlichen Verschiebung hin zu den Vorräten, deren Bestand von 2.653 TEUR auf 5.004 TEUR anstieg. Zudem erhöhten sich die Forderungen um rund 1,2 MEUR. Demgegenüber gingen die liquiden Mittel aufgrund der höheren Kapitalbindung in laufenden Bauvorhaben und Forderungen von 4.206 TEUR auf 1.114 TEUR zurück.
• Eigenkapital (50,9% -> 48,9%)
Das absolute Eigenkapital2) verringerte sich von 13.841 TEUR auf 13.068 TEUR. Ursächlich hierfür war insbesondere die Gewinnausschüttung in Höhe von 2 MEUR. Mit einer Eigenkapitalquote von 48,9 % verfügt die Gesellschaft weiterhin über eine ausgezeichnete Kapitalausstattung und eine sehr solide finanzielle Basis für zukünftige Investitionen und Wachstumschancen.
• Fremdkapital (49,1% -> 51,1%)
Innerhalb der Finanzierungsstruktur des Fremdkapitals kam es im abgelaufenen Wirtschaftsjahr nur zu geringfügigen Verschiebungen.
c) Kennzahlen zur Finanzlage
Der Liquiditätsbedarf unseres Unternehmens konnte im abgelaufenen Wirtschaftsjahr jederzeit in ausreichendem Umfang gedeckt werden, sodass die laufende Zahlungsfähigkeit immer gewährleistet war.
Aus dem operativen Geschäft wurde ein Cashflow in Höhe von 3.356 TEUR erwirtschaftet. Dieser diente der Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebes, der Investitionen, der Fremdkapitalbedienung sowie der Gewinnausschüttung.
| Cash-flow | |||
|---|---|---|---|
| 2023 | 2024 | 2025 | |
| Ergebnis nach Steuern | 1.139 TEUR | 1.531 TEUR | 1.262 TEUR |
| Abschreibungen | 1.703 TEUR | 1.625 TEUR | 2.026 TEUR |
| Langfristige Rückstellungen | 73 TEUR | 72 TEUR | 68 TEUR |
| Cash-flow aus dem Ergebnis | 2.915 TEUR | 3.228 TEUR | 3.356 TEUR |
1.4) Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag
Nach dem Bilanzstichtag haben sich folgende Ereignisse von besonderer Bedeutung ergeben: Im Jänner 2026 haben wir die Beteiligung an der Burtscher Böden GmbH in Nüziders um weitere 24% auf nunmehr 75% erhöht.
Mit Wirkung 01.01.2026 haben wir im März 2026 insgesamt 50,1% der Geschäftsanteile der Firma raumwerk Gerd Arnold GmbH in Wolfurt übernommen. Die raumwerk GmbH beschäftigt rund 40 Mitarbeiter und ist im Bereich des Trocken- und Innenausbaus sowie der Gebäudesanierung tätig. Die Beteiligung entspricht der strategischen Ausrichtung der Unternehmensgruppe, die Wertschöpfungskette gezielt zu erweitern und bestehende Marktpositionen weiter auszubauen.
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Bericht über voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
2.1) Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Im vergangenen Jahr ging das WIFO noch von einer Erholung der Baukonjunktur ab dem Jahr 2026 aus. In seiner aktuellen Einschätzung wurde die Wachstumsprognose für die Bauproduktion in Österreich für das Jahr 2026 auf +/- 0% revidiert und die prognostizierten Wachstumsprognosen weiter nach hinten verschoben. Eine leichte Erholung wird erst für die Jahre 2027 (+0,8%) und 2028 (+1,0%) prognostiziert. Dabei soll sich die Nachfrage im Hochbau erholen, während im Tiefbau ein Rückgang erwartet wird.3
Aufgrund der aktuellen geopolitischen Entwicklungen sowie der damit verbundenen Unsicherheiten hinsichtlich der Energie- und Treibstoffpreise bestehen weiterhin erhebliche Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung. Eine neuerliche Beschleunigung der Inflation könnte das Wirtschaftswachstum erheblich beeinträchtigen.
Sollte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hinter den Erwartungen zurückbleiben, ist damit zu rechnen, dass sich die Erholung der Bauwirtschaft weiter verzögert beziehungsweise langsamer vollzieht als derzeit prognostiziert.
In unserem Unternehmen stellt sich die Ausgangssituation zu Beginn des Geschäftsjahres 2026 besser dar als noch zu Jahresbeginn 2025. Sowohl der Auftragsstand als auch die Auslastung haben sich spürbar verbessert, wodurch für das laufende Geschäftsjahr wieder eine deutliche Steigerung der Bauleistung erwartet wird.
Die bereits im Vorjahr eingeleiteten Maßnahmen zur Anpassung und Konsolidierung des Betriebsaufwandes werden fortgeführt. Gleichzeitig gilt es, die wirtschaftlich erfolgreiche Abwicklung der laufenden Bauprojekte sicherzustellen und die hohe Auslastung der personellen und technischen Ressourcen nachhaltig abzusichern.
3 VIBÖ – Vereinigung industrieller Bauunternehmen Österreichs, Bauprognosen
[www.viboe.at/statistik/baustatistik/bauprognosen-1]
Ungeachtet der verbesserten Auftragslage bleibt das Marktumfeld von einem intensiven Wettbewerb und anhaltendem Preisdruck geprägt. Die Entwicklung des Unternehmens wird daher weiterhin maßgeblich von einer konsequenten Projekt-, Kosten- und Ergebnissteuerung abhängen.
Aufgrund der soliden Eigenkapitalbasis, der stabilen Finanzlage sowie der breiten Aufstellung entlang der Wertschöpfungskette sieht sich die Gesellschaft jedoch gut positioniert, die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen und die sich bietenden Marktchancen zu nutzen.
Wir sehen die Entwicklung in unserem Unternehmen wie folgt:
Auftragsbestand 12 / 2025: 26 MEUR
Der Auftragsstand unseres Unternehmens lag zum Bilanzstichtag 2025 mit 26 MEUR deutlich höher als zum Zeitpunkt des Vorjahres (16 MEUR).
• Hochbau • Tiefbau
Für den Hochbau wird im Jahr 2026 eine stabile bis leicht positive Entwicklung erwartet. Nach den Rückgängen der vergangenen Jahre dürfte die Talsohle erreicht sein. Positive Impulse werden aus dem Industriebau erwartet, während der Wohnbau weiterhin schwach bleibt. Der intensive Wettbewerb sorgt unverändert für hohen Preisdruck.
Im Tiefbau wird aufgrund der guten Auftragslage eine Steigerung der Betriebsleistung von rund 50% gegenüber dem Vorjahr enwartet. Maßgebliche Impulse kommen aus dem öffentlichen Infrastrukturbau sowie dem Glasfaserausbau. Ein wesentlicher Teil der Projekte wird in Arbeitsgemeinschaften umgesetzt.
Generalunternehmerbau
Im Generalunternehmerbau führen Verzögerungen bei verschiedenen Wohnbauprojekten zu einer verhaltenen Marktentwicklung. Insgesamt wird jedoch eine stabile Auftragslage auf dem Niveau des Vorjahres erwartet.
Betriebsleistung und Ertragslage gesamt
Auf Basis des Wirtschaftsjahres 2025 erwarten wir für das Jahr 2026 einen deutlichen Anstieg der Betriebsleistung im Bereich zwischen 12% und 15%.
Allerdings gehen wir in den kommenden Jahren von rückläufigen, jedoch weiterhin positiven Ergebnissen aus. Nach dem Auslaufen der Ergebnisbeiträge aus Projekten der Vorjahre werden sich die aktuell schwächeren Marktbedingungen voraussichtlich stärker in der Ertragslage niederschlagen. Diese Prognose berücksichtigt absehbare Unsicherheiten und Herausforderungen, denen die Bauwirtschaft gegenüberstehen könnte.
2.2) Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Im Rahmen unserer unternehmerischen Tätigkeit sind wir einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Die Entwicklung der Baumärkte sowie der Mitbewerber insbesondere jedoch die konjunkturzyklischen Schwankungen der Bauwirtschaft bestimmen das Marktrisiko, welches von der Unternehmensführung kontinuierlich beobachtet und überwacht wird. Veränderungen der externen Risiken führen zu Anpassungen unserer strategischen bzw. operativen Planung. Die betrieblichen Risiken ergeben sich hauptsächlich aus der Auftrags- und Projektabwicklung. Wir begegnen diesem Risiko, indem wir in erster Linie auf allen Unternehmensebenen ein Vier- Augen-Prinzip umsetzen. Daneben werden der Ablauf und die Durchführung aller Projekte wöchentlich in einem gemeinsamen Dialog zwischen Projektverantwortlichen und Teamleitern analysiert, um so Risiken frühzeitig zu erkennen und notfalls Gegenmaßnahmen einzuleiten. Eine aktuelle Kostenrechnung gewährleistet eine permanente Überwachung der Kosten- und Ertragsentwicklung. Mit der laufenden Projektkostenrechnung haben wir auch in allen Ebenen ein Kosten- und Risikobewusstsein unserer Mitarbeiter geschaffen.
Die im Bau befindlichen und halbfertigen Projekte sind verlustfrei gemäß Bilanzierungsvorschriften (Realisations- /Niederstwertprinzip) und zu Herstellkosten bewertet.
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Bericht über die Forschung und Entwicklung
Unser Unternehmen ist in den Bereichen Forschung und Entwicklung in Kooperationen und Einzelprojekten tätig. Wir haben im Jahr 2019 mit fünf weiteren Bauunternehmen in Österreich die Smart Construction Austria (SCA) gegründet, die konkrete Forschungs- und Entwicklungsaufträge aus den beteiligten Unternehmen übernimmt, klassische Forschung gemeinsam mit Hochschulen und Universitäten betreibt und generell Zukunftsthemen bearbeitet. Dadurch erhalten wir als mittelständisches Bauunternehmen ein Instrumentarium wie es in großen Baukonzernen bereits üblich ist und uns ständig Impulse und Best-Practice- Modelle liefern wird. Ein wesentlicher Aspekt ist auch der systematische Erfahrungsaustausch unter den Gesellschaftern der SCA sowie die Vernetzung zu Universitäten.
4
Organisation
4.1) Organisation
Die bestehende Organisations- und Teamstruktur hat sich auch im Geschäftsjahr 2025 bewährt. Klare Verantwortlichkeiten, kurze Entscheidungswege und eine transparente Organisation tragen wesentlich zum Unternehmenserfolg bei.
Gute Führungsarbeit gewinnt angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels zunehmend an Bedeutung. Die Weiterentwicklung von Führungs- und Managementkompetenzen war daher auch im Berichtsjahr ein wesentlicher Schwerpunkt auf allen Unternehmensebenen.
4.2) Mitarbeiter
Für unser regionales Bauunternehmen sichern unsere Mitarbeiter durch ihre fachliche und persönliche Kompetenz sowie Leistungsbereitschaft, Engagement und Kreativität den Unternehmenserfolg. Dies gilt als Basis für Qualität, Termintreue und die Zufriedenheit unserer Kunden.
Wir sind uns der Notwendigkeit der langfristigen Absicherung des Bedarfs an qualifizierten Mitarbeitern bewusst und bilden aus diesem Grund seit Jahren erfolgreich Lehrlinge aus. Seit 1997 sind wir als Ausgezeichneter Lehrbetrieb wiederholt zertifiziert.
Mitarbeiter (ohne Leasingpersonal)
| 2023 | 2024 | 2025 | |
|---|---|---|---|
| Lehrlinge | 20 MA | 16 MA | 15 MA |
| Arbeiter | 106 MA | 103 MA | 95 MA |
| Angestellte | 68 MA | 71 MA | 68 MA |
| Mitarbeiter gesamt | 194 MA | 190 MA | 178 MA |
Zusätzlich beschäftigen wir im Jahresschnitt 3 Leasingarbeiter (-11). Der durchschnittlich beschäftigte Mitarbeiterstand beträgt somit gesamt 181 Mitarbeiter, was einer Veränderung von -23 Mitarbeitern im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
In den vergangenen Jahren wurden umfangreiche Investitionen in die Bereiche Personalentwicklung, Mitarbeiterförderung und HR-Management getätigt. Dennoch gestaltet sich die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter zunehmend schwieriger. Trotz der rückläufigen Baukonjunktur kam es zu keiner nennenswerten Entlastung am Arbeitsmarkt. Qualifizierte Facharbeiter, Poliere und technische Fachkräfte standen weiterhin nur eingeschränkt zur Verfügung, sodass der Wettbewerb um geeignetes Personal unverändert hoch blieb.
Die langfristige Bindung, Förderung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter hatte daher weiterhin hohe Priorität. Den eingeschlagenen Weg in den Bereichen Lehrlingsausbildung und Personalentwicklung werden wir konsequent fortführen, um unsere Position als attraktiver Arbeitgeber nachhaltig zu stärken.
4.3) Digitalisierung
Weiterhin haben wir uns auch im vergangenen Jahr sehr intensiv mit der Digitalisierung unserer Unternehmensprozesse auseinandergesetzt. Die Nutzung und Verwendung der digitalen Innovationen wird massiv an Bedeutung gewinnen und zu einer Vielzahl an Veränderungen und Auswirkungen auf Arbeitsablauf, Arbeitsstruktur und Arbeitsgestaltung führen. Im Unternehmenskontext stehen dabei nicht nur Effizienzsteigerungen und Produktivitätsgewinne im Fokus.
Unsere Vision lautet, dass smarte digitale Prozesse und Anwendungen das Bauen sowohl für Kunden als auch für Mitarbeiter einfacher gestalten sollen. Es sollen Lösungen entstehen, die intuitiv, benutzerfreundlich und einfach zu verstehen sind und schlussendlich Spaß machen.
4.4) Umweltmanagement / Nachhaltigkeit
Der Umweltschutz ist seit mehreren Jahren ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmenspolitik und stark als Erfolgsmuster verankert. Wir handeln nicht nur nach ökologischen Gesichtspunkten, sondern haben die „Okologie stets im Blick”. Das bedeutet, dass wir umweltschonend agieren, einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck hinterlassen und achtsam mit den Ressourcen umgehen. Die ökologischen Aspekte sehen wir nicht im Widerspruch zu unserer Unternehmensökonomie.
Wir setzen auf Kreislaufwirtschaft, Re-Use von Materialien sowie auf regionale Produkte, um nachhaltige Lösungen zu fördern. Die Optimierung unserer Baulogistik erfolgt über kurze Liefenwege, Maschinen mit geringem Energieverbrauch sowie einer nachhaltigen Energieversorgung unserer Unternehmensstandorte.
Wir haben im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wiederholt die Ökoprofit Auszeichnung des Landes erhalten.
Im Jahr 2023 haben wir gemeinsam mit Mitgesellschaftern der SCA die SCALE Umweltberatung GmbH mit Sitz in Wien gegründet, die Beratungen im Bereich Kreislaufwirtschaft und ESG, sowie modellbasierte Fußabdruck-Berechnungen von Gebäuden Kunden aus der Bau- und Immobilienbranche anbietet.
Nüziders, am 29.09.2026