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Lagebericht 2025

OMV Exploration & Production GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 30. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

Die im Geschäftsjahr 2025 erwirtschafteten Umsatzerlöse betrugen EUR 254,50 Mio (2024: EUR 249,24 Mio).

Der Betriebserfolg betrug im Geschäftsjahr 2025 EUR -61,14 Mio (2024: EUR -83,85 Mio). Der Jahresüberschuss wurde mit EUR 251,65 Mio (2024: EUR 301,56 Mio) ermittelt. Dieser Jahresüberschuss ist im Wesentlichen auf Erträge aus Beteiligungen in Höhe von EUR 895,41 Mio zurückzuführen wobei sich durch die Aufwendungen aus Finanzanlagen in Höhe von EUR 647,00 Mio der Jahresüberschuss verringerte.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind im abgelaufenen Jahr von EUR 206,35 Mio auf EUR 641,74 Mio gestiegen. Der Anstieg der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen steht im Wesentlichen mit der Erhöhung der Forderung gegenüber der konzerninternen Clearing-Gesellschaft OMV Clearing und Treasury GmbH (EUR 152,74 Mio) und der Finanzierung der OMV Aktiengesellschaft (EUR 300,74 Mio) im Zusammenhang.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
In EUR Mio20252024
Forderungen L&L51,6138,42
Forderungen aus Finanzierung494,7441,26
Forderungen Sonstige95,38126,67

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind im Jahr 2025 um EUR 118,16 Mio auf EUR 550,46 Mio gestiegen (2024: EUR 432,30 Mio). Der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen steht im Wesentlichen mit der Ergebnisüberrechnung an OMV Aktiengesellschaft (EUR 524,30 Mio) im Zusammenhang wobei sich durch die Rückzahlung einer Ausleihung an OMV Aktiengesellschaft (EUR 412,39 Mio) die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen verringerte.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
In EUR Mio20252024
Verbindlichkeiten L&L19,0110,92
Verbindlichkeiten Sonstige7,158,99
Verbindlichkeiten aus Finanzierung & Clearing524,30412,39

Wesentliche Ereignisse während des Geschäftsjahres

Geschäftsüberblick Energy

Im Geschäftsbereich Energy investiert OMV sowohl in traditionelle als auch in nachhaltige Geschäftsfelder mit dem übergeordneten Ziel, einen stabilen freien Cashflow zu erwirtschaften und die Emissionen kontinuierlich zu reduzieren.

Energy umfasst das Explorations- und Produktionsgeschäft (E&P), den gesamten Gasbereich (Gas Marketing & Power) und das Low-Carbon-Geschäft. Mit der Neuausrichtung des E&P-Portfolios in und um Europa zielt OMV insbesondere auf Kostenoptimierung und Betriebseffizienz ab. Gleichzeitig setzt das Unternehmen eine Vielzahl von organischen Wachstumsprojekten um. Das Low-Carbon-Geschäft konzentriert sich auf die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen und die geothermische Energiegewinnung.

Im Jahr 2025 hatte das SPARK-Programm zur Cashflow-Verbesserung des Geschäftsbereichs Energy weiterhin einen bedeutenden positiven Einfluss auf die finanzielle Performance und die Cashflows des OMV Konzerns. Mehr als 500 Einzelinitiativen wurden definiert, die nun im Rahmen des Programms weiterverfolgt werden.

Nord

OMV ist an Offshore-Projekten im Bereich der Exploration, Evaluierung, Erschließung und Produktion in Norwegen aktiv beteiligt. Der Fokus des Unternehmens liegt dabei auf der Optimierung seines Portfolios und der Steigerung der Eigengasproduktion. Durch die Konzentration auf infrastrukturgeführte Exploration in der Nähe bestehender Felder will OMV die Langlebigkeit und Signifikanz seines Portfolios erhöhen und dadurch langfristige Wertschöpfung und Widerstandsfähigkeit sicherstellen. Im Jahr 2025 lag die Produktion von OMV in Norwegen bei durchschnittlich 63 kboe/d (2024: 67 kboe/d), wobei der Erdgasanteil rund 62% (2024: 59%) betrug.

Norwegen

Exploration

Aufgrund des Gasfunds Haydn/Monn im Jahr 2024 im Vøring-Becken (PL1194) in der Norwegischen See führte OMV 2025 die Explorationsbohrung Hoffmann durch. Bei dieser Bohrung wurden im Hauptreservoir nur residuale Kohlenwasserstoffe gefunden, was vermutlich auf ein Leck in der Lagerstättenfalle zurückzuführen war. Durch ein umfangreiches Datenerfassungsprogramm konnten wir allerdings weitere potenzielle Gasvorkommen in der Nähe von Haydn/Monn ausmachen. OMV verstärkte seine Präsenz im Vøring-Becken durch vier neue Lizenzen (drei als Betriebsführer und eine als Partnerunternehmen), die im Rahmen der Vergaberunde APA (Awards in Predefined Areas) 2024 erteilt wurden.

Joint Ventures/Aktivitäten

OMV hält Beteiligungen an vier Förderfeldern auf dem norwegischen Festlandsockel: Gudrun (Anteil 24%, Öl- und Gasfeld, betrieben von Equinor), Gullfaks (Anteil 19%, Öl- und Gasfeld,

betrieben von Equinor), Edvard Grieg (Anteil 20%, Öl- und Gasfeld, betrieben von Aker BP) und Aasta Hansteen (Anteil 15%, Gasfeld, betrieben von Equinor).

Feld Gudrun

Die dritte Infill-Bohrkampagne mit zwei neuen Bohrungen, die für Juli und August 2026 geplant sind, zielt darauf ab, die Produktion in dem von Equinor betriebenen reifen Offshore-Ölfeld zu beschleunigen, das sich dem Ende seiner Lebensdauer nähert. Es wird erwartet, dass sich diese Maßnahme mit etwa 4 kboe/d (netto für OMV) positiv auf die Plateauförderung auswirkt.

Edvard Grieg/Solveig Phase 2

Edvard Grieg fungiert als Host-Plattform für mehrere angebundene Feldentwicklungen, einschließlich Solveig Phase 1 und 2. Die Maßnahmen zur Wertmaximierung des erweiterten Gebiets Edvard Grieg schreiten gut voran: So steht das Projekt Solveig Phase 2 kurz vor dem Abschluss, und die Aufnahme der Produktion ist für das erste Quartal 2026 geplant. Die Offshore- Pipelines, Versorgungsleitungen und Unterwasseranlagen konnten 2025 plangemäß installiert werden. Die Änderungen der Aufbauten wurden während des planmäßigen Förderstillstands im Feld Edvard Grieg im September 2025 erfolgreich abgeschlossen. Die im November 2025 mit dem Abteufen von drei Bohrungen begonnene Kampagne soll im April 2026 abgeschlossen werden. Der Effekt auf die Plateauförderung wird auf rund 2 kboe/d (netto für OMV) geschätzt.

Feld Gullfaks

Im Jahr 2025 wurden im Feld Gullfaks 15 Bohrungen durchgeführt und der Produktion übergeben. Ein neues Projekt zur Modernisierung eines bestehenden Nassgaskompressors wurde im Laufe des Jahres zur Reife gebracht. Die Projektbewilligung wurde Ende 2025 erteilt.

Projekte

Berling

Die Umsetzung des Projekts schreitet gut voran, bislang kam es zu keinen Unfällen mit Ausfallzeiten (Lost Time Injuries; LTI). Die wichtigsten Offshore-Installationen, darunter unterseeische Anlagen, Versorgungsleitungen und Pipelines, sind abgeschlossen. Im Rahmen der im Feld Åsgard für 2026 geplanten Arbeiten werden Steigleitungen und dynamische Versorgungsleitungen installiert. Die Planungen der Bohrarbeiten sind im Gange, der Bohrbeginn wird für Ende 2026 erwartet.

Österreich

Exploration

Die Explorationsbohrung Wittau West Tief 1 wurde sicher niedergebracht und traf ihr primäres Ziel im Hauptdolomit an. Da es erste positive Anzeichen für das Vorhandensein von Gas gibt, wird ein Bohrlochtest durchgeführt, um das technische und kommerzielle Potenzial der Lagerstätte zu bestätigen.

Operations

Die Produktion von OMV Österreich ist stabil, nicht zuletzt dank regelmäßiger Workover- Kampagnen und „Smart Oil Recovery“-(SOR-)Projekte. Durch den erfolgreichen Abschluss der Workover-Kampagne zur Gasspeicherung konnte die Speicherkapazität von 2,2 Mrd m³ aufrechterhalten und damit die Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Die Kostendisziplin konnte durch die konsequente Umsetzung von Programmen zur Kosten- und Produktionsoptimierung gewahrt werden. Die Maßnahmen zur Verbesserung der HSSE-Leistung wurden auf das Personal der Vertragsunternehmen ausgeweitet, um eine starke Sicherheitskultur auf allen Ebenen der Organisation zu etablieren. Mit der im Jahr 2025 durchgeführten Initiative zur Einhaltung von Methanemissionsvorschriften konnten interne Fähigkeiten und Kompetenzen gestärkt werden. Mit der Genehmigung des elektrischen Kompressors in der Gasstation Auersthal und den Arbeiten zur Anbindung des Gasspeicherkompressors verlaufen auch die Dekarbonisierungsmaßnahmen weiterhin nach Plan.

Projekte

Wittau

Die Fertigstellungs-, Stimulations- und Bohrlochreinigungsarbeiten für die Bohrung Wittau Tief 2a sind abgeschlossen. Mit der Bohrung Wittau Tief 3 wurde im Oktober 2025 begonnen, die Arbeiten sollen bis ins 1. Quartal 2026 andauern. Der Bau der Pipeline von der ZGT Wittau zur Gasaufbereitungsanlage Aderklaa inklusive Anschlussarbeiten und Wassertest ist abgeschlossen. Die Bauarbeiten in der ZGT Wittau und das Arbeitspaket für den Hochdruckkompressor in Aderklaa sind im Gange, die Inbetriebnahme soll im 1. Quartal 2026 erfolgen.

Süd

In der Region Süd ist OMV in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Libyen, Tunesien und der Region Kurdistan im Irak tätig. OMV beabsichtigt, seine Gasförderung und Ressourcenbasis in Nordafrika auszubauen. In Anbetracht des erheblichen Potenzials dieser Region bietet sich dem Unternehmen die Möglichkeit, sein Portfolio zu diversifizieren und die allgemeine Widerstandsfähigkeit zu verbessern. Im Jahr 2025 belief sich die Produktion von OMV in der Region Süd auf durchschnittlich 103 kboe/d (2024: 96 kboe/d), wobei der Erdgasanteil bei rund 12% (2024: 13%) lag.

Libyen

Exploration

Die Bohrung Essar wurde im Oktober 2025 erfolgreich getestet. Dieser Ende 2024 getätigte Fund liegt in dem unter Betriebsführerschaft von OMV stehenden Vertragsgebiet 106/4 (EPSA C103) im Sirte-Becken. Im Zuge der Tests wurden kommerziell nutzbare Fördermengen von rund 4 kboe/d gemessen. Der Fund soll über eine Anbindung an die in der Nähe befindliche bestehende Infrastruktur erschlossen werden. Darüber hinaus wurden die Explorationsaktivitäten im Murzuq- Becken mit drei Bohrungen unter der Betriebsführerschaft von Repsol wiederaufgenommen.

Operations

Für 2025 wurde eine Produktionssteigerung von 25% gegenüber dem Vorjahr prognostiziert – ein wichtiger Meilenstein für die Aktivitäten in Libyen. Die im Jahr 2025 erzielte durchschnittliche Produktion von 35 kboe/d stellt die höchste jemals von OMV Libyen erzielte Förderrate dar. Hauptverantwortlich dafür war der Anteil von OMV am Feld El Sharara (26.5 kboe/d), wo dank verstärkter Bohrtätigkeiten und Workovers die höchsten Produktionsmengen seit Jahren erzielt wurden.

Im zweiten Quartal 2025 wurde das Nafoora Asset Team eingesetzt, um die Anlagenleistung zu verbessern, den Produktionshochlauf zu beschleunigen und OMV mehr operative Kontrolle zu verschaffen. Trotz der angespannten Sicherheitslage in Tripolis im Frühjahr 2025 stabilisierte sich das allgemeine Umfeld, und es konnte eine konstante Förderung erzielt werden.

Vereinigte Arabische Emirate (VAE)

In den VAE stieg die Förderleistung im Jahr 2025 leicht an, was auf die verbesserte Zuverlässigkeit und Effizienz der Offshore-Anlagen in den Feldern Umm Lulu und SARB (Satah Al Razboot) zurückzuführen ist. In beiden Feldern wurden die Erschließungsbohrungen und Evaluierungstätigkeiten fortgesetzt.

Am 29. Mai 2025 wurde eine Vereinbarung zur Veräußerung der 5%-Beteiligung an der Ghasha- Konzession in den Vereinigten Arabischen Emiraten an Lukoil Gulf Upstream L.L.C. S.P.C. (Lukoil) abgeschlossen und unterschrieben.

Tunesien

Exploration

Die jüngsten Explorationsfunde (Aziza-1 im Gebiet Jenein Sud sowie Anbar-1, Sabeh-1 und Wissal- 1 im Gebiet Borj El Khadra) ermöglichten die Vergabe von zwei neuen Konzessionen für OMV. Beide Konzessionen, Aziza und Sabeh, werden über die oberirdischen Anlagen von OMV des Komplexes Nawara erschlossen.

Operations

Der Produktionsbetrieb lief 2025 durchgehend und ohne Sicherheitsvorfälle. Bei den Bohrungen Ritma-1 und Benefsej-1 wurde eine Workover-Kampagne zur Wiederaufnahme der Förderung durchgeführt. Die Workovers der Bohrung Sourour-1 waren darauf ausgerichtet, das Bohrloch zu sichern und das Produktionsniveau aufrechtzuerhalten. Die geplanten Abschaltungen der Anlagen des Komplexes Nawara im Mai und im Feld Waha im September verliefen erfolgreich. Der nächste Turnaround soll 2027 erfolgen.

Region Kurdistan im Irak

In der Region Kurdistan-Irak (RKI) bewiesen die Tätigkeiten im Feld Khor Mor unter der Betriebsführerschaft von Pearl Petroleum anhaltende Widerstandsfähigkeit. Die Produktion konnte trotz widriger Sicherheitsbedingungen aufrechterhalten werden. Im Rahmen des Erweiterungsprojekts KM250 wurde erstes Gas gefördert. Die Drohnenaktivitäten hielten das ganze Jahr über an. Leider kam es im November 2025 zu einem schweren Angriff und zu Schäden an den Anlagen, woraufhin die Produktion im Feld gestoppt werden musste. Personen kamen dabei nicht zu Schaden.

Rest der Welt

Im Jahr 2025 schloss OMV seinen Rückzug aus dem Jemen ab. Abgesehen von den Kernregionen ist OMV in Neuseeland aktiv. Die Produktion von OMV in Neuseeland lag 2025 bei durchschnittlich 19 kboe/d (2024: 24 kboe/d), bei einem Erdgasanteil von rund 64% (2024: 67%).

Neuseeland

In Neuseeland wurden die Regierung und die Aufsichtsbehörden in Kenntnis gesetzt, dass die Förderung aus dem Gasfeld Māui voraussichtlich Ende 2026 eingestellt wird. Nach der Infill- Bohrung POW-05 im Gasfeld Pohokura haben sich die wahrscheinlichen Reserven (2P) dieses Felds deutlich verringert. Eine stärkere Produktionsleistung und geringere Förderrückgänge im Ölfeld Maari veranlassten OMV, die wirtschaftliche Lebensdauer des Felds bis 2032/33 zu verlängern und eine Verlängerung der Genehmigung über das Jahr 2027 hinauszubeantragen. Der Antrag auf eine zehnjährige Verlängerung wurde im August 2025 bewilligt.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Bilanzsumme betrug im Berichtsjahr EUR 3.926,90 Mio (2024: EUR 4.100,61 Mio). Das Eigenkapital zum 31. Dezember 2025 wurde mit EUR 3.233,49 Mio (2024: EUR 3.506,12 Mio) ermittelt.

Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2025 betrug 82,3% (2024: 85,5 %).

Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2025 lag bei 77,82% (2024: 88,2 %). In absoluten Beträgen verminderte sich der Buchwert des Anlagevermögens von EUR 3.615,89 Mio in 2024 auf EUR 3.055,86 Mio in 2025. Das Anlagevermögen war zu 109,2 % (2024: 100,4 %) durch Eigen- und langfristiges Fremdkapital gedeckt.

Der RoE (Return on Equity, Jahresfehlbetrag / durchschnittliche Eigenmittel) wurde mit 7,5 % (2024: 9,0 %) ermittelt.

Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit betrug 2025 EUR 40,18 Mio (2024: EUR -69,19 Mio), der Cashflow aus der Investitionstätigkeit betrug 2025 EUR 533,05 Mio (2024: EUR 1.546,58 Mio) und der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug 2025 EUR -420.72 Mio (2024: EUR -1.579,53 Mio).

Health, Safety, Security & Environment (HSSE)

Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz sind für die OMV zentrale Werte. Die Integrität der Betriebsanlagen der OMV, Schadenverhütung, proaktives Risikomanagement und Umweltschutz sind entscheidend für die Verwirklichung der HSSE-Mission der OMV: „Committed to Zero Harm – Protect People, Environment, and Assets“.

Prozesssicherheit und Kontraktorenmanagement werden auch 2026 weiterhin oberste Priorität haben. Ebenso werden wir unsere Anstrengungen zur Verbesserung unserer Sicherheitsleistung fortsetzen. Wir verpflichten uns außerdem, das gesamte Betriebspersonal (Mitarbeiter:innen der OMV und ihrer Vertragsunternehmen) in der Anwendung der lebensrettenden HSSE-Regeln (Life- Saving Rules) zu schulen und zu diesem Zweck eigene Sicherheitszentren einzurichten. Unsere Life- Saving Rules stehen im Einklang mit den IOGP-Leitlinien sowie anderen branchenspezifischen Empfehlungen und müssen unter allen Umständen eingehalten werden.

Die Gesundheit und das Wohlergehen der Mitarbeiter:innen sind grundlegend für den Unternehmenserfolg, da sie wesentlich dazu beitragen, die Produktivität der Belegschaft zu gewährleisten. Die OMV setzte ihre lange Tradition der Gesundheitsvorsorge für Mitarbeiter:innen mit Maßnahmen wie Herz-Kreislauf-Vorsorgeprogrammen, Ultraschalluntersuchungen und anderen freiwilligen Gesundheitschecks, Impfungen (vor allem gegen Grippe und in einigen Ländern gegen Covid-19) sowie virtuellen Gesundheitsinformationen zu Themen wie gesunde Work-Life- Balance und Erste Hilfe fort, die weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen.

Alle Zwischenfälle des Schweregrads 3 und darüber, sowie HiPos, wurden untersucht und daraus abgeleitete Lernfälle unternehmensweit kommuniziert. Verbesserungsmaßnahmen wurden eingeleitet und mithilfe unseres HSSE-Berichtssystems genau überwacht.

Forschung & Entwicklung

Die Gesellschaft betreibt Forschung vor allem auf den Gebieten nachhaltiger Energieversorgung, Low Carbon Business sowie Carbon Capture & Storage.

Risikomanagement

OMV ist einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt – unter anderem Marktpreis- und andere finanzielle Risiken sowie operative und strategische Risiken. Im Risikomanagementprozess des Konzerns liegt der Schwerpunkt auf der Identifizierung, Bewertung und Beurteilung dieser Risiken und ihrer Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und Rentabilität. Ziel ist es, die Risiken im Rahmen des Risikoappetits und der festgelegten Risikotoleranzen des Konzerns aktiv zu steuern, um langfristige strategische Ziele der OMV zu verwirklichen. Hauptziel des konzernweiten Risikomanagementprozess (EWRM) der OMV ist einen wesentlichen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten, indem risikobasierte Managemententscheidungen ermöglicht werden. Durch die richtige Einschätzung der finanziellen, operativen und strategischen Risiken wird die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt, wodurch der Wert der OMV nachhaltig gesteigert wird. Der Prozess wird durch ein konzernweites IT-System unterstützt, in dem sämtliche festgelegten Prozessschritte dokumentiert werden: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikosteuerung, Berichterstattung und Monitoring führen zur kontinuierlichen Überwachung von Änderungen des Risikoprofils.

Ferner erfolgt eine Dokumentation aktueller Entwicklungen und getroffener Maßnahmen hinsichtlich Risikoreduktion.

Folgende nicht finanzielle und finanzielle Schlüsselrisiken wurden in Bezug auf die Erreichung des Mittelfristplans der OMV ermittelt:

   Finanzielle Risiken: wie Marktpreis-, Liquiditäts-, Kredits- und Währungsrisiken Operative Risiken inklusive aller mit Anlagen verbundenen Risiken, Produktionsrisiken, Projektrisiken, Personalrisiken, IT-Risiken, HSSE und regulatorische bzw. Compliance- Risiken Strategische Risiken, die zum Beispiel durch den Klimawandel oder technologischen Fortschritt entstehen, aber auch Reputationsrisiken und politische Risiken wie Sanktionen beinhalten

Finanzielle Risiken

Marktpreis und andere finanzielle Risiken, einschließlich der durch EU-Emissionsberechtigungen bedingten Marktpreisen entstehen durch die Volatilität von Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen. Kreditrisiken, die durch die Unfähigkeit einer Geschäftspartnerin oder eines Geschäftspartners entstehen können, einer Zahlungs- oder Lieferverpflichtung nachzukommen, zählen ebenfalls zu den wesentlichen Risiken.

OMV ist substanziell den Preisschwankungen der entsprechenden Rohstoffe ausgesetzt. Auf der Währungsseite hat der Konzern wesentliche Risikopositionen in USD, RON, NOK und NZD.

Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, die aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Rohstoffpreisen, EU-Emissionsberechtigungen, Kontrahentinnen bzw. Kontrahenten, Liquidität und versicherbaren Risiken resultieren, werden zentral konsolidiert. Marktpreisrisiken werden konzernweit betrachtet und ihren möglichen Cashflow Auswirkungen werden mittels eines Risikomodells analysiert, das Portfoliodiversifikationseffekte berücksichtigt. Die Auswirkungen der finanziellen Risiken (in erster Linie bezüglich Rohstoffpreisen und Währungen) auf Cashflow und

Liquidität des Konzerns werden quartalsweise im Risk Committee präsentiert. Dieser Ausschuss unter der Leitung des CFO setzt sich aus den Mitgliedern des Senior Managements der Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen zusammen.

In Bezug auf Marktpreisrisiken und Währungsrisiken werden bei Bedarf Hedging Strategien zur Reduzierung dieser Risiken eingesetzt. Um den Cashflow der Gesellschaft vom potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise abzusichern, wurden derivative Instrumente zur Absicherung der Erlöse aus dem Verkauf verwendet (siehe Anhang Art und Umfang der Finanzinstrumente).

Zinsrisiken werden zentral durch Treasury & Risk Management gesteuert. Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert.

Operative Risiken

OMV ist durch ihre Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment-HSSE) ausgesetzt. Dazu zählen die möglichen Auswirkungen von Naturkatastrophen, sowie von Vorfällen im Bereich der Prozesssicherheit und der Sicherheit von Personen. Weitere operative Risiken gehen mit der Durchführung von Investitionsprojekten und der Nichteinhaltung von gesetzlichen oder regulatorischen Bestimmungen einher. Sämtliche operativen Risiken werden nach dem definierten Risikomanagementverfahren des Konzerns identifiziert, analysiert, bewertet, überwacht und gemindert. Die Kontrolle und Mitigation der bewerteten Risiken erfolgt auf allen Organisationsebenen unter Verwendung klar definierter Risikorichtlinien und Verantwortlichkeiten.

Neben den oben angeführten exogenen Preisrisiken besteht in Exploration & Production Gesellschaften in der Explorationsphase das Risiko, dass die in einem Aufsuchungsgebiet vermuteten Ressourcen nicht entdeckt werden (sogenanntes Explorationsrisiko). Des Weiteren besteht die Gefahr, dass im Rahmen des Produktionsverlaufes die durch Produktionsbohrungen erschlossenen Reserven aufgrund lagerstättentechnischer/geologischer Diskontinuitäten nicht oder nur mittels zusätzlicher Bohrungen gefördert werden können.

Dem Risiko von Kosteninflation wird durch entsprechende Kostenprogramme im Konzern begegnet. Zudem wird das Risiko steigender Abgaben/Kosten im Zuge der EWRM Risikoanalyse berücksichtigt.

ESG-Risiken

OMV konzentriert sich insbesondere auf fünf Schwerpunktbereiche der Nachhaltigkeitsstrategie: Klimawandel, Management natürlicher Ressourcen,, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ethische Geschäftspraktiken sowie Gesundheit, Arbeitsschutz und Sicherheit (HSS). Die Vorstandsmitglieder der OMV diskutieren regelmäßig (zumindest vierteljährlich) über aktuelle und bevorstehende Richtlinien und Vorschriften zu Umwelt, Klima und Energie, diesbezüglichen Entwicklungen in den Kraftstoff- und Gasmärkten, den finanziellen Auswirkungen von CO2-Emissionshandelspflichten, dem Status von Innovationsprojekten und dem Fortschritt in Bezug auf die Nachhaltigkeitsziele. OMV legt einen starken Fokus auf die potenzielle Vulnerabilität des Unternehmens durch den

Klimawandel (z.B. Wasserknappheit, Dürreperioden, Überschwemmungen und Erdrutsche), auf die Auswirkungen des Unternehmens auf die Umwelt sowie auf Maßnahmen zur Gewährleistung eines erfolgreichen Wandels hin zu einer CO2-armen Umwelt (z.B. Reduzierung der CO2-Emissionen und Einhaltung neuer regulatorischer Anforderungen). Die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehenden kurz- und mittelfristigen physischen Schwachstellen werden im Rahmen des EWRM- Prozesses ermittelt und berichtet. Sie überschreiten nicht die Meldeschwellen der OMV. Ergänzend dazu erstellte OMV eine fundierte Klimabilanz und eine Schwachstellenanalyse für den Großteil ihrer Assets, um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber physischen Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu ermitteln. Dabei wurden die Szenarien des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change; IPCC) verwendet, die dem von der EU-Taxonomie vorgeschlagenen Zeithorizont entsprechen.

Die Geschäftstätigkeit von OMV hat Auswirkungen auf unsere Mitarbeitenden und auf die Anrainergemeinden an unseren Standorte. Als Unterzeichnerin des United Nations Global Compact befolgt OMV den Prozess der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht. Dieser umfasst die Bewertung der Menschenrechtsrisiken im Zusammenhang mit unseren aktuellen und zukünftigen Geschäftsaktivitäten sowie das Ergreifen von Risikomanagementmaßnahmen. Im Rahmen dieses fortlaufenden Prozesses werden externe Ressourcen und Fachkenntnisse hinzugezogen und externe Stakeholder:innen, insbesondere betroffenen Gruppen, einbezogen.

IT-Risiken

Da OMV bei ihren Aktivitäten auf IT-Systemen angewiesen ist, kann es im Konzern zu Beeinträchtigungen aufgrund von Cyber-Ereignissen kommen. Zum Schutz von Daten und der Cyber-Assets, die diese speichern und verarbeiten, werden konzernweit entsprechende Sicherheitskontrollen implementiert. IT-bezogene Risiken werden laufend bewertet, regelmäßig überwacht und aktiv mit geeigneten Informations- und Sicherheitsprogrammen im gesamten Unternehmen verwaltet. OT (Operational Technology) -bezogene Risiken spiegeln sich in der Bewertung von Prozesssicherheitsrisiken wider. Zusätzlich erkennt OMV das Auftreten von mit KI bezogenen Risiken an und integriert aktiv Maßnahmen in bestehende Sicherheitskontrollen, um potenzielle Störungen und Schwachstellen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz zu bewältigen.

Strategische Risiken

Um strategische Risiken zu identifizieren, die potenzielle langfristige Auswirkungen auf die Unternehmensziele haben könnten, überwacht OMV kontinuierlich das interne und externe Umfeld.

Makroökonomische und geopolitische Risken

Während die jüngsten Erhöhungen der US-Zölle bislang nur begrenzte direkte Auswirkungen auf OMV hatten, erwarten wir potenziell negative Effekte auf das Wirtschaftswachstum und sich verändernde Handelsströme, die möglicherweise sowohl die Nachfrage als auch das Preisniveau in den Märkten, in denen OMV tätig ist, beeinträchtigen könnten. OMV hat eine eigene Taskforce eingerichtet, die kontinuierlich Veränderungen in relevanten Handelsbeziehungen und Produktströmen analysiert und bewertet, um die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit von OMV zu adressieren und abzumildern.

OMV beobachtet weiterhin aufmerksam den anhaltenden Krieg Russlands gegen die Ukraine und bewertet regelmäßig die möglichen Auswirkungen zusätzlicher Sanktionen, potenzieller Änderungen der russischen Warenströme, Unterbrechungen in den globalen Lieferketten sowie der anhaltenden Bedrohung durch Cyberangriffe auf ihre Geschäftstätigkeit.

Der jüngste militärische Konflikt und die Spannungen im Nahen Osten haben zu erheblicher Volatilität an den internationalen Öl- und Gasmärkten geführt, wobei das Marktumfeld weiterhin unsicher bleibt. Darüber hinaus überwacht OMV die Entwicklungen in der weiteren MENA-Region genau, insbesondere mögliche Auswirkungen auf die Öl- und Gasinfrastruktur, die Logistik und die Rohstoffpreise. OMV beobachtet die Lage kontinuierlich und bewertet potenzielle Auswirkungen auf Versorgungssicherheit, Logistik und Preisentwicklung, um die Geschäftskontinuität und die zuverlässige Versorgung der Kunden bestmöglich zu gewährleisten. Weitere Einzelheiten zur Entwicklung im Nahen Osten sind im Jahresabschluss enthalten (Anhangangabe „Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag“).

Zusätzlich könnten die zunehmenden Spannungen im Südchinesischen Meer, zwischen China und Taiwan sowie den USA und Venezuela globale Handelsrouten und die Versorgungssicherheit beeinträchtigen. Die Ausweitung der Sanktionen gegen bestimmte Länder (wie Venezuela, Indien oder China) kann zu Einschränkungen im internationalen Handel und zu erhöhten regulatorischen Risiken führen. Geoökonomische Fragmentierung, Handelsbeschränkungen sowie Unterbrechungen in globalen Lieferketten könnten zu weiteren Kostensteigerungen sowie zu volatilen Rohstoffpreisen für OMV führen. Dies könnte auch das Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen, was wiederum die Nachfrage nach den OMV-Produkten beeinträchtigen könnte. Die anhaltend schwache Wirtschaftskonjunktur, insbesondere in Europa, könnte eine Erholung der chemischen Industrie weiter verzögern und sich negativ auf die finanzielle Ertragslage der OMV im Chemiesegment auswirken.

Neben den oben genannten geopolitischen Spannungen sind die Aktivitäten der OMV weiteren geopolitischen Risiken wie Enteignung und Verstaatlichung von Eigentum, Beschränkungen für ausländisches Eigentum, Bürgerkriegen und Kriegs- oder Terrorakten sowie politischen Unsicherheiten, insbesondere in Bezug auf Libyen, Jemen und Tunesien sowie andere Länder, in denen die OMV tätig ist und finanzielle Investitionen tätigt, ausgesetzt. OMV verfügt jedoch über umfangreiche Erfahrung im Umgang mit dem politischen Umfeld in Schwellenländern. Auch mögliche regulatorische Änderungen können zu Störungen oder Einschränkungen in der Produktion oder einer erhöhten Steuerbelastung führen. OMV beobachtet kontinuierlich politische und regulatorische Entwicklungen in allen Märkten, die die Geschäftstätigkeit der OMV betreffen. Länderspezifische Risiken werden vor der Einreise in neue Länder bewertet.

Darüber hinaus könnte die Kreditqualität des Kontrahentenportfolios von OMV durch die oben genannten Risikofaktoren negativ beeinflusst werden. OMV hat daher eine strengere Überwachung eines Kontrahentenrisikos als Teil seines Kreditrisikomanagementprozesses eingeführt.

Die Zunahme geopolitisch motivierter Angriffe, sowohl physischer als auch cyberbasiert Natur (hybride Kriegsführung) stellt eine wachsende Bedrohung für die IT- und OT-Infrastruktur von

OMV sowie für die operative Sicherheit dar. Dieses Bedrohungsumfeld erfordert eine permanente Überwachung der implementierten Sicherheitsperimeter und gezielte Gegenmaßnahmen, um die Sicherheitsstandards auf einem angemessenen Niveau zu halten.

Die Folgende der zunehmenden geopolitischen Volatilität, der Umsetzung des europäischen Grünen Deals und der daraus resultierenden Regulierungsmaßnahmen sowie weiterer derzeit zu beobachtender wirtschaftlicher Verwerfungen können zum jetzigen Zeitpunkt nicht verlässlich eingeschätzt werden. Aus heutiger Sicht gehen wir jedoch aufgrund der oben beschriebenen Maßnahmen davon aus, dass die Unternehmensfortführung nicht beeinträchtigt ist.

Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel

OMV bewertet konsequent die Risiken des Konzerns im Zusammenhang mit dem Klimawandel, zusätzlich zum Marktpreisrisiko aus europäischen Emissionszertifikaten. Solche Risiken umfassen die möglichen Auswirkungen akuter oder chronischer Ereignisse wie häufigere Extremwetterereignisse, systemische Veränderungen unseres Geschäftsmodells aufgrund sich ändernder rechtlicher Rahmenbedingungen oder die Substitution von OMV-Produkten aufgrund veränderten Verbraucherverhaltens. OMV erkennt den Klimawandel als eine zentrale globale Herausforderung an und integriert daher die damit verbundenen Risiken und Chancen in die Entwicklung der Geschäftsstrategie des Unternehmens. Maßnahmen zur Steuerung oder Minderung solcher Risiken sind in den entsprechenden Abschnitten dieses Berichts dargelegt, insbesondere in Nachhaltigkeit und Strategie.

Risiken der Geschäftstransformation

Die Transformation von OMV zu einem führenden Anbieter - nachhaltiger Kraftstoffen, Chemikalien und Kunststoffen sowie nachhaltigen Energielösungen ist von vielen Unsicherheiten geprägt. Zu diesen Risiken gehören die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter, Technologieund Skalierungsrisiken, die Verfügbarkeit nachhaltiger Rohstoffe in ausreichender Qualität und Menge sowie Governance-Risiken im Zusammenhang mit Joint Ventures und anderen Partnerschaften.

Personelle Risken

Im Personalmanagement gibt es eine gezielte Nachfolge und Entwicklungsplanung, um geeignete Führungskräfte für weitere Wachstumsschritte zu entwickeln und damit Personalrisiken zu mindern.

Innovation und neue Technologien

Die Abteilung Technology des Geschäftsbereichs Energy stellt mit Schlüsselkompetenzen und modernsten Technologien sicher, dass die OMV ihr strategisches Ziel der Dekarbonisierung und Entwicklung zu einem Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen bis 2050 verwirklichen kann. Ein gut eingespieltes Team beschäftigt sich mit Technologie-Scouting, offener Innovation und Entwicklung und deckt mit den Bereichen Surface, Subsurface und Laboratory die gesamte Wertschöpfungskette von Energieprojekten ab. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit allen OMV Standorten, einschließlich der OMV Petrom und der OMV (Norge) AS, externen Partnern wie

der Wien Energie und renommierten Universitäten wie Stanford, der University of Texas und der Montanuniversität Leoben.

Multidisziplinäre Projektteams befassen sich mit der Bewertung von Technologien und wesentlichen Grundlagen für die Energiewende durch den Aufbau und die Bereitstellung von Expertise für künftige Technologieanwendungen in den Bereichen Geothermie, Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2 sowie erneuerbare Energien, einschließlich Wasserstofferzeugung und -speicherung.

Die Entwicklung von hochmoderner Onlineüberwachung, Technologien zur Emissionskontrolle, künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen für Workflows im untertägigen Bereich und in der Wasseraufbereitung gewährleisten weltweit sichere, nachhaltige und stabile Betriebsabläufe. Das Technology Team von Energy stellt seine Position als zuverlässiger Technologie- und F&E- Partner in vielerlei Hinsicht unter Beweis: durch die Bereitstellung von Technologien für Produktlösungen, die Unterstützung wichtiger Feldentwicklungen in den VAE für ADNOC und die Ermöglichung einer stabilen Erdgasproduktion und -versorgung durch den Einsatz von Technologie für das Projekt Neptun Deep der OMV Petrom in Rumänien.

Das OMV Tech Center & Lab (TCL) in Österreich unterstützt als hoch spezialisiertes Energietechnologie-Kompetenzzentrum alle Assets der OMV weltweit, um sichere und nachhaltige Betriebsabläufe zu gewährleisten. Expert:innen aus den Bereichen Geowissenschaften, Physik, Chemie, Geochemie, Mikrobiologie, Umweltwissenschaften, Lagerstättenkunde und Materialwissenschaften befassen sich mit der Erprobung und Verbesserung von Technologien sowie mit Laborlösungen, um die Umsetzung neuer Technologien für erneuerbare Energien zu ermöglichen. Von der OMV erfolgreich implementierte Technologien werden der Öffentlichkeit im OMV Innovation & Technology Center (ITC) in Österreich zugänglich gemacht.

Digitalisierung

Im Geschäftsbereich Energy machen wir uns das Potenzial von KI zunutze. Ein Beispiel dafür ist der Norwegian AI Companion (NAIC), der schnelle und schlüssige Antworten auf komplexe geologische, geowissenschaftliche und erdöltechnische Fragestellungen im Zusammenhang mit dem norwegischen Festlandsockel liefert. Für die Bereitstellung prägnanter, praxistauglicher Informationen greift der NAIC auf mehr als 2,5 Mio öffentlich zugänglicher und OMV interner Seiten aus den Bereichen Geologie und Geophysik sowie auf entsprechende Berichte zu. Dadurch können sich die Engineering-Teams auf ihre eigentlichen technischen Aufgaben konzentrieren. Diese spezielle KI-Lösung stärkt die Fähigkeit von OMV, in einer der komplexesten geologischen Umgebungen der Welt effizient und sicher zu agieren.

In Zusammenarbeit mit der Stanford University und TerraAI testen wir außerdem eine auf KI- Agenten basierende Technologie zur Optimierung der Feldentwicklung bei Low-Carbon-Projekten. Diese Technologie unterstützt die Entscheidungsprozesse und die Sicherheit bei Low-Carbon- Initiativen in Norwegen. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass dies den jeweiligen Projektwert steigern und untertägige Risiken reduzieren kann. Somit lassen sich CO2-arme Lösungen effizienter und sicherer gestalten.

Im Bereich Well Engineering haben wir mit iDEA ein wissensbasiertes System eingeführt, das Bohrtechniker:innen bei der Erstellung optimierter Bohrprogramme unterstützt. iDEA analysiert weltweite Analogien und gewonnene Erkenntnisse und trägt so dazu bei, wiederholt auftretende Herausforderungen und damit verbundene Kosten zu vermeiden. Dieses Echtzeit-Tool verknüpft die aktive Bohrlochplanung mit der internationalen Erfahrung von OMV und OMV Petrom und liefert relevante Informationen zur Automatisierung unternehmensweiter Lernprozesse. Durch den verringerten Zeitaufwand für die manuelle Datensuche können sich die Ingenieur:innen auf die technische Umsetzung konzentrieren. Das Unternehmen wiederum profitiert dadurch von schnelleren und fundierteren Entscheidungen.

Finanzinstrumente

Die Gesellschaft verwendet im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit keine Finanzinstrumente. Es bestehen keine Derivate, Wertpapiere oder sonstige Finanzinstrumente, die zur Absicherung oder sonstigen Zwecken eingesetzt werden.

Voraussichtliche Entwicklung

Marktumfeld

OMV erwartet einen durchschnittlichen Preis für Brent-Rohöl von rund USD 65/bbl (2025: USD 69/bbl). Der durchschnittlich realisierte Gaspreis wird unter EUR30/MWh prognostiziert (2025: EUR30/MWh), wobei die THE-Preisprognose bei über EUR30/MWh liegt (2025: EUR37/MWh).

Energy

OMV erwartet eine Gesamtproduktion von Kohlenwasserstoffen von etwas weniger als 300 kboe/d (2025: 305 kboe/d), vorausgesetzt, die Geschäftstätigkeit in Libyen verläuft ohne Einschränkungen. Die Produktionskosten auf OMV Konzernebene werden unter USD 11/bbl (2025: USD 10.6/bbl) erwartet. Die organischen Investitionen im Bereich Energy werden sich voraussichtlich auf rund EUR 1,9 Mrd belaufen (2025: EUR 1,9 Mrd). Die Explorations- und Evaluierungsausgaben (E&A) werden voraussichtlich unter EUR 200 Mio liegen (2025: EUR 148 Mio).

Wien, am 12. März 2026

islav Gaso

Geschäftsführer

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