Inhaltsverzeichnis
1. Wirtschaftsbericht
Das Wirtschaftswachstum in Osterreich hat sich im Geschäftsjahr 2024/2025 erneut abgeschwächt. Im Kalenderjahr 2024 zeigen die vorläufigen Werte einen Rückgang von - 1,2 %, während der EU-Durchschnitt (EU 27) bei einem Wachstum von 1,0 % liegt. Auch für das Kalenderjahr 2025 wird ein Minus von 0,3 % für Osterreich vorhergesagt, während der EU 27 Wert bei einem Plus von 1,1 % liegt. Im Gegensatz dazu rechnet man in den USA hingegen mit einem deutlicheren Wachstum von 1,6 %. Die Europäische Zentralbank hat im Juni 2024 die Politik der steigenden Zinsen verlassen und die Zinsen um 0,25 % auf dann 4,25 % gesenkt. Mittlerweile gab es sieben weitere Zinssenkungsschritte, sodass man aktuell bei 2,15 % liegt. Die US Notenbank Fed hat im Herbst 2024 mit einer Zinssenkung von gesamt 1,0 % teilweise nachgezogen und verhält sich seither stabil bei 4,25 % bis 4,50 %, somit etwa doppelt so hoch wie der EZB Leitzins ist.
Im Geschäftsjahr 2024/2025 sind die Umsatzerlöse der TUPACK Verpackungen Gesellschaft m.b.H. um 7,2 % im Vergleich zum Vorjahr auf € 232,5 Mio. (VJ € 250,7 Mio.) gesunken.
Die bereinigte Exportquote der TUPACK Verpackungen Gesellschaft m.b.H. lag im Geschäftsjahr 2024/2025 bei 99,9 % (VJ 99,8 %).
Die Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen machen € 11,7 Mio. (VJ € 10,2 Mio.) aus. Sie entsprechen nunmehr 5,1% der Betriebsleistung, welche mit € 232,1 Mio. (VJ € 249,7 Mio.), berechnet exklusive sämtlicher sonstiger betrieblicher Erträge, zu Buche schlägt.
Die Personalkosten sind trotz gesunkener Betriebsleistung im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 % gestiegen und machen nunmehr 13,6 % (VJ 12,5 %) der Betriebsleistung aus. Das Ergebnis vor Steuern ist um 12,5 % auf € 11,7 Mio. (VJ € 13,3 Mio.) gesunken.
Das Anlagevermögen besteht zu 98,6 % aus Sachanlagen, wobei die technischen Anlagen und Maschinen mit 65,4 % unverändert den größten Teil dieses Postens einnehmen.
Die Eigenmittelquote gemäß § 23 URG ist gegenüber dem Vorjahr stark auf 68,2% gestiegen (VJ 60,3 %). Die fiktive Schuldentilgungsdauer gemäß § 24 URG ist mit 1,1 Jahren erneut gesunken (VJ 1,4 Jahre).
UNGEN
Im Geschäftsjahr 2024/2025 wurde ein Cash-Flow aus dem operativen Bereich in Höhe von € 17,2 Mio. (VJ€ 37,4 Mio.) erzielt. Gemeinsam mit dem Cash-Flow aus dem Investitionsbereich im Betrag von € -14,5 Mio. (VJ € -10,1 Mio.) und jenem von € -7,6 Mio. (VJ€ -10,6 Mio.) aus dem Finanzierungsbereich, ergibt dies einen um € 4,9 Mio. verminderten (VJ € 16,7 Mio. erhöhten) Bestand an liquiden Mitteln.
Die TUPACK Verpackungen Gesellschaft m.b.H. hat keine Zweigniederlassungen.
Qualitätssichernde Maßnahmen, gepaart mit der intensiven Schulung der Arbeitnehmer in allen Abteilungen bildeten einen wesentlichen Schwerpunkt im Bereich der Produktions- und Kostenoptimierung. Eine wesentliche Säule der Unternehmenspolitik ist ein sparsamer und schonender Umgang mit Ressourcen und Energie. Das Werk wird ausschließlich mit Strom aus garantiert 100 % erneuerbarer Energie beliefert.
Die Lehrlingsausbildung stellt einen wichtigen Beitrag in der Heranbildung fachlich qualifizierter Nachwuchskräfte dar. Die Anzahl der durchschnittlich beschäftigten Lehrlinge ist im Geschäftsjahr unverändert zum Vorjahr bei 17 gelegen.
2. Risikobericht
Alle Betriebe der Branche sind unverändert gezwungen, die Kundenforderungen nach Flexibilität in der Preisgestaltung, im Produktionsprozess und in der Logistik zu erfüllen. Insbesondere bei großen Kunden wird der Preis- und Termindruck immer stärker.
Das Kaufverhalten der Kosmetikkonzerne ist anhaltend durch die Forderung nach kurzen Lieferzeiten und kleinen Produktionslosgrößen geprägt. Dem Unternehmen gelingt es dennoch die Liefertermine sehr strikt einzuhalten.
Die Rohstoffmärkte haben sich im Jahr 2024/2025 entspannt. Eine permanente Evaluierung der Preise ist unumgänglich.
Die Preisniveaus für Energie sind im Berichtsjahr im Durchschnitt erneut leicht gesunken. Das laufende Beobachten der relevanten Marktindizes zur besseren Beurteilung von Absicherungsmöglichkeiten ist notwendig.
Die Inflation in Österreich hält sich seit 2022 hartnäckig über dem EU-Durchschnitt. In der Folge war das Unternehmen seither auch mit sehr hohen Lohn- und Gehaltsabschlüssen konfrontiert. Die Prognose für 2026 zeigt zwar eine gewisse Entspannung, jedoch weiterhin auf höherem Niveau, als etwa die Länder der Eurozone im Durchschnitt vorhersagen.
EN
Mittels eines permanenten Bonitätsmonitoring ist man bemüht, Zahlungsausfälle zu vermeiden. Dies gilt nach wie vor insbesondere bei Lohnabfüllern, deren Bonität die gesamte Branche verunsichert.
Die Entwicklung des Währungspaares EUR/USD wird im Hinblick auf die Wichtigkeit des amerikanischen Marktes laufend verfolgt. Diesbezügliche Risken werden durch den Einsatz angemessener Instrumente reduziert.
Das Verhältnis zwischen variabler und fixer Finanzierung steht unter kontinuierlicher Beobachtung. Im Bedarfsfall wird dem Zinsänderungsrisiko durch Zinsmanagement mittels derivativer Finanzmarktinstrumenten begegnet.
Seit dem 5. April 2025 gelten für Lieferungen nach USA erhöhte Zölle. Unter dem Titel „Reziprok-Zoll" wird seither ein zusätzlicher Zoll von 10% auf alle Waren aus der EU eingehoben. Diese Zölle könnten sich den Ankündigungen der Trump-Administration in Kürze nochmals erhöhen. Hier werden die Verhandlungen zwischen der EU und den USA genau beobachtet.
In den Fachabteilungen ist ein internes Kontrollsystem eingerichtet, welches zur Minimierung der unternehmenstypischen Risiken im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess, sowie der dazu eingerichteten Systeme und Prozesse dient.
Zur Berichterstattung an das Management wird ein eigens programmiertes Managementinformationssystem verwendet, welches alle relevanten Informationen unternehmerischer und betrieblicher Natur abdeckt.
Im Rahmen eines Qualitätsmanagementsystems entsprechend den Forderungen der ISONORM 9001:2015 werden die Unternehmensprozesse optimiert und laufend einer Bewertung unterzogen. Dadurch wird das Risiko von fehlerhaften Arbeiten und produktionsbedingten Fehlerkosten minimiert. Auch nach den Richtlinien Cosmetics – Good Manufacturing Practices (GMP; Kosmetik - Gute Herstellungspraxis) entsprechend der ISONORM 22716:2007 ist das Unternehmen zertifiziert.
Es wird auf die Verminderung der Risken für Umwelt, Sicherheit und Gesundheit Wert gelegt. Man verfügt diesbezüglich über ein Umweltmanagementsystem entsprechend den Forderungen der ISONORM 14001:2015 und ein Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem entsprechend den Forderungen der ISONORM 45001:2018.
Durch die aktive Teilnahme an unterschiedlichen Nachhaltigkeits- und Umweltprogrammen wird das hohe Niveau im Bereich von Umweltschutz, Energieeffizienz, nachhaltiger Beschaffung, Verhinderung von wettbewerbswidrigen Verhalten, Datenschutz, Ethik und
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Menschenrechte permanent evaluiert, gemessen und entwickelt. Beispielsweise verfügt das Unternehmen über ein ISCC PLUS Zertifikat, ein CDP Rating und die Platinum-Medaille beim Ecovadis Sustainability Rating.
3. Forschungsbericht
Um den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden, werden anhaltend intensive Anstrengungen, umfassende Analysen und Beobachtungen im Produktionsablauf, sowie zeitaufwendige Testläufe im Rahmen der Forschung und Entwicklung unternommen. Dies konzentriert sich im Wesentlichen auf die Entwicklung von Produktinnovationen, den Einsatz neuartiger Materialien, sowie die Optimierung und Neugestaltung von Prozessen und Produktionsanlagen.
Als wesentliches Ziel der Forschung und Entwicklung zur nachhaltigen Absicherung des technischen und innovativen Niveaus gelten auch Forschungen und Versuche zum Themenbereich Umweltschutz, Nachhaltigkeit, CO2-Reduktion und Energieeffizienz. Dabei geht es unter anderem um den sicheren Einsatz von Recyclingmaterial (PCR; CRR) und biobasierten Kunststoffen, dünnere Wandstärken bei Tubenschläuchen und –köpfen, alternative Verpackungsmaterialien, sowie leichtere Verschlüsse. Produkte aus einheitlichen Grundmaterialien sollen die Recyclingfähigkeit deutlich erhöhen.
Zur Ausschussreduktion und flexiblen Umspannung bei kleinen Produktionsgrößen werden intensive Anstrengungen im Digitaldruck unternommen. Generell soll die Effizienz durch die Erhöhung der Produktionsgeschwindigkeiten und Verkettung mehrerer Produktionsschritte gesteigert werden.
Mögliche Anderungen der Vorschriften der Europäischen Union zwingen die Hersteller anhaltend zu neuen Systemen bei Farben und Lacken.
4. Ausblick auf 2025/2026
Es herrscht seit einigen Jahren ein starker Verdrängungswettbewerb, der einigen Anbietern von Kunststofftuben unverändert große wirtschaftliche Probleme bereitet. Die TUPACK Verpackungen Gesellschaft m.b.H. konnte in dieser Phase mehrjährige nach wie vor andauernde Aufträge mit den großen Kunden abschließen.
Das Geschäftsjahr 2025/2026 hat mit einem leicht abgeschwächten Auftragseingang begonnen. Viele Kunden betreiben in Anbetracht der instabilen globalen Lage ein „Destocking". Die in Osterreich vorherrschende Arbeitskräfteverknappung, die
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Personalkostensteigerungen und die verhältnismäßig hohe Inflation erzwingen weitere Effizienzsteigerungen in der Produktion, um trotz gestiegener Kosten ein erfolgreiches Ergebnis zu erreichen.
Rechtliche Rahmenbedingungen wie CO2 Steuer, EU Packaging and Packaging Waste Regulation, EU-Taxonomie Verordnung oder eine potentielle Abgabe auf Kunststoffverpackungsabfälle werden mit besonderer Aufmerksamkeit betrachtet.
Gerade in schwierigen Zeiten erhebt man verstärkt den Anspruch, durch Flexibilität, Qualität und Liefertreue den Kunden gegenüber ein stabiler Partner zu sein.
Qualitätssichernde Maßnahmen, Steigerung der Nachhaltigkeit, Einführung neuer innovativer Produkte, Perfektionierung der Digitaldrucktechnologie und diesbezügliche Schulung der Mitarbeiter, sowie der Ausbau der Marktposition in Europa und in den USA bilden den Schwerpunkt in diesem Geschäftsjahr.
Wien, am 9. Juli 2025
TUPACK Verpackungen Gesellschaft m.b.H.
When Sull
Marion Reisner-Seifert
Mag. Stephan Reif
DI Michael Kritsch