← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2025

BMW Austria Leasing GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 09. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

BMW Austria Leasing GmbH, Salzburg

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen1

Österreichs Wirtschaft befindet sich nach zweijähriger Rezession nun in einer Phase der leichten Erholung. Die schwache wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen drei Jahre macht sich nun zunehmend auch am Arbeitsmarkt bemerkbar. Im Jahr 2025 war der Export maßgeblich von US-amerikanischen Zöllen beeinflusst. Derzeit wächst die Weltwirtschaft mit gemäßigtem Tempo. Geopolitische Risiken sowie insbesondere handelspolitische Unsicherheiten, ausgelöst von bedeutenden Akteuren im internationalen Handel, belasten die globale Wirtschaftslage. Im Euroraum wurden die Leitzinsen zuletzt im Juni gesenkt. Aktuell liegen der Einlagesatz, der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,00 %, 2,15 % und 2,40 %.

Auch Österreich war von der verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung betroffen. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Jahr 2025 lediglich um 0,6%, obwohl zu Jahresbeginn optimistischere Prognosen vorlagen (2024: -1,2%). Die Arbeitslosenquote bezogen auf die Erwerbspersonen erhöhte sich auf 5,6% gegenüber 5,2% im Vorjahr. Die Inflationsrate lag 2025 in Österreich bei 3,6% und damit über dem Wert von 2,9% im Jahr 2024.

Durch die leicht positive Entwicklung der Wirtschaft erhöhten sich die PKW-Neuzulassungen in Österreich im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr erneut deutlich um +12,3% auf 284.978 Fahrzeuge (2024: 253.789 Fahrzeuge, +6,1%).

Der Wachstumstrend zeigt 2025 wieder deutlich in Richtung Elektrifizierung.

x Die Zulassungen von PKWs mit rein elektrischer Antriebsart nahmen 2025 um +35,9% auf 60.651 Fahrzeuge stark zu (2024: 44.622, -6,3%). x Hybride Fahrzeuge konnten erneut stark um +38,1% auf 111.864 Zulassungen zulegen (2024: 81.018, +19,9%). x Der Anteil an neu zugelassenen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor (Benzin & Diesel) ist hingegen um -12,2% auf 112.461 gesunken (2024: 128.136, +3,4%).

Die Zulassungszahlen der Konzernmarken BMW und MINI beliefen sich auf 19.216 Fahrzeuge der Marke BMW (2024: 19.002, +1,1%) bzw. 1.856 MINI (2024: 1.799, +3,2%). Im Premiumsegment bleibt die BMW Group damit weiterhin der absatzstärkste Hersteller und behauptete 2025 mit der Kernmarke BMW Platz 3 im gesamten österreichischen PKW- Markt.

Geschäftsentwicklung

Leasing

Die Anzahl der zugegangenen Neuverträge in der BMW Austria Leasing GmbH beläuft sich im Jahr 2025 auf 13.150 Einheiten (2024: 12.695 Einheiten). Davon stammen 2.601 Einheiten aus dem Alphabet Flottengeschäft (2024: 2.880 Einheiten) und 10.549 Einheiten aus dem Einzelkundengeschäft der BMW Austria Leasing GmbH (2024: 9.815 Einheiten). Dies entspricht einem Zuwachs von insgesamt 455 Einheiten bzw. 3,58% gegenüber dem Vorjahreswert 2024.

Der Leasingvertragsbestand betrug per 31.12.2025 37.491 Einheiten, was bei einem Vorjahresbestand von 36.450 Einheiten eine Steigerung von 2,86% bedeutet. Das Bestandsvolumen dieser Verträge entspricht einem Barwert von 1.224,7 Mio. EUR (2024: 1.144,1 Mio. EUR). Erhaltene Depotleistungen von Kunden wurden von diesem Wert bereits in Abzug gebracht.

Aus der unternehmensrechtlichen linearen Abschreibung des Leasingvermögens über die Nutzungsdauer entsteht ein positiver Unterschiedsbetrag zum Barwert.

Ertragslage

Anstelle einer Erläuterung auf Grundlage der unternehmensrechtlichen Gewinn- und Verlustrechnung basiert die Erfolgsanalyse auf der für das Leasinggeschäft wesentlich aussagekräftigeren betriebswirtschaftlichen Darstellung, bei welcher die Umsatzerlöse, Abschreibungen und Erträge und Aufwendungen aus dem Anlagenabgang durch Leasingzinserträge und annuitäres Beendigungsergebnis ersetzt und die übrigen Ertragsund Aufwandsposten nach leasingspezifischen Grundsätzen gegliedert werden. Auf dieser Basis ergibt sich für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 folgendes Bild:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
20252024
TEURTEUR
Bruttozinsüberschuss49.78544.461
Übrige Erträge Leasinggeschäft34.53932.579
Betriebsleistung84.32477.039
Vertragsbezogene (direkte) Aufwendungen-18.233-18.576
Betriebsüberschuss66.09158.463
Verwaltungsaufwendungen inkl. Abschreibung eigene Anlagen-20.090-18.596
Forderungsausfälle und Veränderung von Wertberichtigungen-15.777-8.265
Betriebswirtschaftliches Periodenergebnis
(nach Berücksichtigung von Risiken aus dem Leasinggeschäft)30.22431.602
übrige Erträge und Aufwendungen (inkl. Finanzergebnis)1.278-255
Betriebswirtschaftliches Gesamtergebnis (vor Steuern)31.50231.347

Überleitung zur Gewinn- und Verlustrechnung gem. UGB

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Betriebswirtschaftliches Gesamtergebnis (vor Steuern)31.50231.347
ab: Ertragszinsenanteil und Beendigungsergebnis zu Barwerten-75.658-78.868
zu: Erlöse aus Leasingraten, Fahrzeugverkäufen,536.154539.656
Vertragsbeendigung
ab: planmäßige Abschreibungen, Buchwertabgänge-475.475-465.379
Leasinganlagen
Ergebnis vor Steuern16.52326.756

Der Anstieg des Bruttozinsertrags um 12,0% auf TEUR 49.785 resultiert primär aus der Erhöhung des Zinsertrages sowie Vertriebsstützungen. Die durchschnittliche Bilanzsumme gemäß betriebswirtschaftlicher Vermögensaufstellung lag im Geschäftsjahr 2025 auf TEUR 1.235.125. Die Zinsspanne von 4,03% im Jahr 2025 lag 0,22%-Punkte über dem Vorjahresniveau (2024: 3,81%).

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
in TEUR20252024
(Brutto)Zinsüberschuss49.78544.461
/ ø Bilanzsumme gemäß betriebswirtschaftl.
Vermögensaufstellung1.235.125 . „„1.165.488
Zinsspanne4,03%3,81%

Die übrigen Erträge aus dem Leasinggeschäft und nach wie vor guten Ergebnissen aus der Vertragsabrechnung sowie Verwertung von Fahrzeugen am Vertragsende stiegen leicht von TEUR 32.578 im Vorjahr auf TEUR 34.539.

Die Aufwendungen für Verträge und Verwaltung erhöhten sich im Geschäftsjahr 2025 auf TEUR 38.322 (2024: TEUR 37.171). Die parallel dazu gestiegenen Betriebserträge führten zu einer Entwicklung der Cost Income Ratio von 48,3% im Vorjahr auf 45,4 % im Jahr 2025.

Für die Entwicklung der vertragsbezogenen Aufwendungen ist maßgeblich das von der Alphabet Austria übernommene Portfolio an Fuhrparkdienstleistungen verantwortlich. Hier stehen den Erträgen aus den Produkten Service und Reifen, welche sich in den gestiegenen Betriebserträgen wiederfinden, die entsprechenden Aufwendungen auf der Kostenseite gegenüber.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
in TEUR20252024
Betriebserträge84.32477.038
Vertragsbezogene Aufwendungen und
Verwaltungsaufwendungen38.32237.171
Cost Income Ratio45,4%48,3%

Die Risikosituation der BMW Austria Leasing GmbH wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr maßgeblich durch das mit der Vermarktung der Fahrzeuge am Ende der Laufzeit verbundene Restwertrisiko beeinflusst.

Die Bildung entsprechender Risikovorsorgen in Höhe von TEUR 11.725 im Jahr 2025 lagen deutlich über dem Vorjahreswert von TEUR 4.421. Die darin ebenfalls enthaltenen

Wertberichtigungen für das kundenseitige Kreditrisiko lagen zwar mit TEUR 4.052 in etwa auf dem Vorjahreswert von TEUR 3.844 und führten in der Position Forderungsausfälle und Veränderungen von Wertberichtigungen zu einem Aufwand von TEUR 15.777, welcher jedoch in Summe den Vorjahreswert von TEUR 8.265 deutlich überstieg.

Das betriebswirtschaftliche Gesamtergebnis vor Steuern beträgt TEUR 31.502 und lag 2025 damit auf Vorjahresniveau (TEUR 31.347).

Insbesondere unter Berücksichtigung der dem österreichischen UGB folgenden Abschreibungen für die vermieteten Sachanlagen einschließlich Buchwertabgänge in Höhe von TEUR 475.475 (2024: TEUR 465.379) sowie von Erlösen aus Leasingraten, Fahrzeugverkäufen und Vertragsbeendigung in Höhe von TEUR 536.154 (2024: TEUR 539.656) ergibt sich ein Ergebnis vor Steuern von TEUR 16.523 (2024: TEUR 26.757).

Risikomanagement

Allgemeines und organisatorische Rahmenbedingungen

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit geht die BMW Austria Leasing GmbH bewusst Risiken ein, um sich bietende Markt- und Geschäftschancen zu nutzen. Die Identifizierung, Analyse und Überwachung dieser Risiken obliegt der Abteilung Risikomanagement.

Der Geschäftsführung der BMW Austria Leasing GmbH obliegen in Letztverantwortung Entscheidungen hinsichtlich der Risikopolitik und der Grundsätze des Risikomanagements.

Aufgrund ihrer Konzernzugehörigkeit zur BMW Group decken sich die im Risikomanagement der BMW Austria Leasing GmbH angewandten Verfahren und Methoden weitgehend mit jenen der anderen Finanzdienstleistungsunternehmen der Gruppe.

Risikoarten

Gemäß der Risikoinventur werden die nachfolgend aufgeführten Risikokategorien als relevant und materiell für die BMW Austria Leasing GmbH eingestuft.

I. Kreditrisiko

Das Ausfallsrisiko bezieht sich auf mögliche Wertverluste aufgrund einer Nichtzahlung durch einen Kunden oder einer Verschlechterung der Bonität. Die BMW Austria Leasing GmbH berücksichtigt folgende Unterarten:

ƒ Kreditrisiko im engeren Sinn

Das Ausfallsrisiko im engeren Sinn beschreibt das Risiko, dass Kunden ihre finanziellen Verpflichtungen nicht vereinbarungsgemäß erfüllen. Ein Ausfallsrisiko tritt ein, wenn ein Kunde nicht oder nur teilweise in der Lage ist, seine vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen, wodurch die BMW Austria Leasing GmbH direkte oder indirekte Verluste erleidet. Unter das Ausfallsrisiko fällt überdies die Verschlechterung der Bonität von Kunden während der Laufzeit ihrer Finanzierungen.

Das Ausfallsrisiko in der Kundenfinanzierung wird durch ein integriertes Scoring-System im Ankaufsprozess bewertet und mit einer Risikokostenkalkulation in Prozent vom finanzierten Volumen hinterlegt.

In der BMW Austria Leasing GmbH sind Finanzierungsentscheidungen so strukturiert, dass ein Überstimmen der Marktfolge nicht möglich ist. Generell wird ein Vier-Augen-Prinzip im Prozess der Finanzierungsentscheidungen angewandt. Im Falle von unterschiedlichen Stimmabgaben werden die Entscheidungen an die nächsthöhere Stelle eskaliert.

ƒ Kontrahentenrisiko

Das Kontrahentenrisiko stellt den möglichen Ausfall eines Partners, der Tagesgelder, Festgelder oder Zinsderivate zur Verfügung stellt, dar. Für die BMW Austria Leasing GmbH sind Kontrahenten (Investitionen und Derivate) in der Regel Banken und Finanzinstitute. Für die einzelnen Kontrahenten werden Bonitätsprüfungen durchgeführt und Limits vergeben.

ƒ Sicherheitenrisiko

Das Sicherheitenrisiko, ist das Risiko eines (teilweisen) Verlustes im Wert von Sicherheiten während der Laufzeit.

ƒ Konzentrationsrisiko

Der Begriff Konzentrationsrisiko wird angewandt, um die Gefahren, denen ein Finanzinstitut durch die ungleiche Verteilung der Forderungen ausgesetzt ist, zu beschreiben. Ein Konzentrationsrisiko kann aus einer Konzentration von einzelnen Finanzierungsnehmern (Adresskonzentration), einzelnen Branchensektoren (Sektorkonzentration), einzelnen

geographischen Gebieten (regionale Konzentration) und einzelnen Währungsräumen entstehen.

Aufgrund des Geschäftsmodells des herstellergebundenen Finanzdienstleisters besteht ein Konzentrationsrisiko in Bezug auf die finanzierenden Produkte. Andererseits ergibt sich mit der breiten Kundenstruktur und auch des Multimake Angebots eine entsprechende Diversifikation und Reduzierung des Konzentrationsrisikos, insbesondere im Kreditrisiko.

II. Marktpreisrisiko

Marktpreisrisiken beziehen sich auf potenzielle Verluste aus nachteiligen Marktpreisveränderungen (z. B. Aktienkurse, Zinssätze) oder aus Parametern, welche die Preise beeinflussen (z. B. Volatilitäten). Die BMW Austria Leasing GmbH definiert gemäß Risikoinventur das Restwertrisiko und das Zinsänderungsrisiko als Marktpreisrisiko.

ƒ Zinsrisiko

Zinsrisiken werden als potenzielle Verluste definiert, die durch eine Veränderung der Zinssätze verursacht werden. Das Zinsänderungsrisiko wird durch statische und dynamische Analysemethoden (Aktiva- und Passiva Cashflows, VaR, Zinskurven) und einem Benchmark- Konzept gesteuert. Dieses Risiko umfasst auch das Zinskonzentrationsrisiko.

Es gibt eine semi-passive Zinsstrategie basierend auf einem 3Y-Benchmark-Konzept (enge Orientierung an der definierten Benchmark mit zusätzlichen Abweichungsintervallen). Gemäß veränderter Zinsprognosen (Zinskurven) sind Abweichungen möglich.

ƒ

Restwertrisiko

Das Restwertrisiko beschreibt potenzielle Verluste, sollte der realisierte Marktwert eines Fahrzeugs der Kategorie Operating Lease nach Vertragsablauf weniger wert sein als der bei Vertragsabschluss kalkulierte Restwert.

Der Basisrestwert wird bei Vertragsbeginn festgelegt und bleibt über die gesamte Vertragslaufzeit bestehen. Die Absicht ist es, einen Restwert zu etablieren, welcher möglichst genau den Marktwert bei Fälligkeitsdatum des Vertrags prognostiziert.

Das Restwertrisiko ist Teil des Geschäftsmodells eines herstellergebundenen Finanzdienstleistungsunternehmens wie der BMW Austria Leasing GmbH. Es existieren Verfahren, um einen ordnungsgemäßen Restwert zu setzen, das Portfolio zu überwachen und adäquate Reserven zu berechnen.

Die Restwertrisiken werden von Beginn des Vertragsprozesses durch regelmäßige Reviews der genehmigten Restwerttabellen unter Einbeziehung von internen Informationen, zukunftsorientierten Prognosedaten und historischen Daten gesteuert.

III. Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko umfasst das Risiko einer Verschlechterung der Liquiditätssituation aufgrund eines Asset-Liability-Mismatch. Des Weiteren sind Verluste oder reduzierte Gewinne aufgrund fehlender Liquidität enthalten.

Die BMW Austria Leasing GmbH unterscheidet zwischen einem operativem Liquiditätsrisiko (kurzfristiges Liquiditätsrisiko oder Risiko der Zahlungsunfähigkeit, d.h. seinen laufenden finanziellen Verpflichtungen nicht mehr zeitgerecht und / oder vollständig nachkommen zu können) und einem Liquiditätskostenrisiko. Dieses Risiko umfasst auch das Liquiditätskonzentrationsrisiko.

ƒ Zahlungsunfähigkeitsrisiko (operatives Liquiditätsrisiko)

Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko ((inkl. Maturity und Call risk) beschreibt das Risiko, dass Zahlungsverpflichtungen nicht rechtzeitig und/oder unvollständig erfüllt werden können.

Im Wesentlichen wird das operative Liquiditätsrisiko mit einem Matched-Funding-Ansatz der strukturellen Cashflow-Bilanz gesteuert. Ziel dieses Ansatzes ist die frühzeitige Identifizierung möglicher struktureller Liquiditätsrisiken und die Bewertung möglicher Maßnahmen zur Sicherstellung einer langfristigen Solvenz über den 30-Tage-Horizont hinaus. Grundlage für den Matched-Funding-Ansatz ist der Vergleich der kumulierten Mittelzu- und -abflüsse. Dieser Ansatz steht im Einklang mit der Refinanzierungsstrategie und der Liquiditätsplanung. Die Refinanzierung erfolgt überwiegend innerhalb der BMW Group.

ƒ Liquiditätskostenrisiko

Das Liquiditätskostenrisiko wird auch als Refinanzierungskostenrisiko bezeichnet und beschreibt das strukturelle Risiko, dass zusätzliche Refinanzierungsmittel nur zu verschlechterten Refinanzierungskonditionen beschafft werden können.

IV. Operationelles Risiko

Die BMW Austria Leasing GmbH definiert operationelles Risiko gemäß dem Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht als Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Prozessen (Prozessrisiko), Personen (Personalrisiko), Systemen (Technologie- und IT-Risiko) oder infolge von externen Ereignissen (Externes Risiko) auftritt. In diesem Umfang ist auch das Reputationsrisiko, das rechtliche bzw. aufsichtsrechtliche Risiko und das Compliance- und Verhaltensrisiko enthalten.

Es gibt einen standardisierten Managementprozess für das operationelle Risiko. Die Vorgehensweise und Verantwortlichkeiten sind in der Operational-Risk-Richtlinie für BMW Financial Services definiert und gelten auch für die BMW Austria Leasing GmbH.

Die Messung und Steuerung der operationellen Risiken im operativen Geschäft liegt in der Verantwortlichkeit des Risikomanagements. Potentielle Risikoszenarien, existierende Kontrollen und Prozesse sind in Zusammenarbeit mit anderen Bereichen definiert worden, um ein operationelles Risiko zu verhindern.

Basierend auf den fortlaufenden Analysen dieser Szenarien und abgeleitet von Zwischenfällen werden die Kontrollen und Prozesse gegebenenfalls angepasst. Mit Hilfe von globalen Risikoszenarien wird ein Erfahrungsaustausch mit anderen Finanzdienstleistereinheiten der BMW Group durchgeführt.

Bereits aufgetretene und verhinderte Fälle im Zusammenhang mit dem operationellen Risiko sind in einem unternehmensweiten Berichtsprozess geregelt und werden in einer Verlustdatenbank dokumentiert. Ebenso werden die identifizierten Risikoszenarien einschließlich der Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit und potentieller Verlusthöhe in einer konzernweiten Datenbank verwaltet. Die Entwicklung des Risikopotenzials wird von definierten Risikoindikatoren regelmäßig gemessen.

V. ESG-Risiko

Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken, auch Nachhaltigkeitsrisiken genannt, sind Umwelt-, Sozial- oder Governance-Ereignisse oder -Bedingungen, die, falls sie auftreten, erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder den Ruf der BMW Austria Leasing GmbH haben oder haben können. Das ESG-Risiko wird auch als Nachhaltigkeitsrisiko bezeichnet.

Die BMW Austria Leasing GmbH berücksichtigt die Dimensionen des Nachhaltigkeitsrisikos (ESG-Risiken) innerhalb der definierten Risikotypen. Das Nachhaltigkeitsrahmenwerk der BMW Austria Leasing GmbH skizziert die verschiedenen Aspekte von Nachhaltigkeitsrisiken und deren Relevanz für die Gesellschaft. Das Nachhaltigkeitsrisiko wird nicht als eigener Risikotyp klassifiziert, sondern seine Auswirkungen müssen für jeden Risikotyp bewertet und berücksichtigt werden.

ESG-Risiko wird als Treiber für die folgenden Risikotypen betrachtet:

- Kreditrisiko - Marktpreisrisiko - Liquiditätsrisiko - OpRisk - Weitere Risiken

ESG-Risiko wird als relevant, aber nicht wesentlich für jeden der Risikotypen betrachtet.

Diese Klassifizierung wurde im Zuge der jährlichen Wesentlichkeitsbeurteilung beschlossen.

VI. Sonstige Risikoarten

Gemäß der Risikoinventur betrachtet die BMW Austria Leasing GmbH die folgenden, sonstigen Risikoarten: strategisches Risiko und Ertrags-/Geschäftsrisiko

Risiko der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung

ƒ Dieses Risiko bezeichnet die Gefahr im Zusammenhang mit Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung und umfasst damit auch das Risiko der Nichteinhaltung einschlägiger gesetzlicher und regulatorischer Vorgaben.

ƒ Strategisches Risiko

Strategische Risiken sind Performance-Risiken aus fundamentalen Managemententscheidungen, die maßgeblichen Einfluss auf die Existenz des Unternehmens haben. Dazu gehören beispielsweise falsche Marktpräsenz, fehlerhafte Beurteilung von Marktsegmenten oder exzessives Wachstum.

ƒ Ergebnis- und Geschäftsrisiko/Makroökonomisches Risiko

Das Ergebnis- und Geschäftsrisiko ist definiert als das Risiko von unter den Erwartungen liegenden Gewinnen aufgrund von Veränderungen im makroökonomischen Umfeld, wie Kundenverhalten, Wettbewerbsumfeld oder Branchentrends. Die negativen Abweichungen resultieren aus Änderungen des Geschäftsvolumens, der Marge oder der Kosten.

Forschung und Entwicklung

Es finden bei der BMW Austria Leasing GmbH keine Aktivitäten hinsichtlich Forschung und Entwicklung statt.

Finanzinstrumente

Es kommen bei der BMW Austria Leasing GmbH keine derivativen Finanzinstrumente zur Anwendung, welche für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens relevant sind.

Zweigstellen

Die BMW Austria Leasing GmbH verfügt über keine Zweigstellen.

Ausblick

Auch im Jahr 2026 behält die BMW Group ihren Fokus auf CO2-Reduktion, nachhaltige Kreislaufwirtschaft durch Zirkularität sowie auf E-Mobilität. Ein besonderes Highlight ist die Neue Klasse, die mit dem BMW iX3 startet – dem ersten BMW, der eine vollelektrische Reichweite von mehr als 805 Kilometern bietet. Gegen Ende 2026 werden weitere Modelle der Neuen Klasse folgen, ausgestattet mit dem eDrive-Antrieb der sechsten Generation, dem BMW Panoramic iDrive und der Antriebs- sowie Fahrdynamikregelung „Heart of Joy“. Diese innovativen Produkte unterstützen optimal die Nachfrage nach Fahrzeugen der BMW Group und damit einhergehend auch den Bedarf an Finanzierungslösungen, welche von der BMW Austria Leasing GmbH bereitgestellt werden können.

Die BMW Austria Leasing GmbH setzt weiterhin einen besonderen Schwerpunkt auf die Entwicklung attraktiver Produktpakete mit substanziellem Mehrwert für die Kunden. Der strategische Marketing-Kontext – vollelektrische Fahrzeuge, Kundenloyalität sowie die weitere Positionierung der BMW Austria Leasing GmbH als verlässlicher Partner für Fuhrparkdienstleistungen in sämtlichen Kundensegmenten - steht nach wie vor im Mittelpunkt unserer Aktivitäten und wird auch im Jahr 2026 konsequent verfolgt.

Das Konsumverhalten sowie die Nachfrage nach Fahrzeugen und deren Finanzierung werden auch im Jahr 2026 maßgeblich von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung beeinflusst. Die Kerninflation ist im letzten Jahr sowohl in Osterreich als auch im gesamten Euroraum moderat gesunken. Aufgrund dieser Entwicklung hat die EZB seit Juni 2025 den Einlagenzins nicht weiter reduziert, sodass dieser aktuell bei 2,0% liegt.

Ob es zu weiteren Zinssenkungen kommt, hängt von der künftigen Inflationsentwicklung ab, welche zum einen von den weiteren Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten als auch von zukünftigen möglichen Handelsbeschränkungen beeinflusst werden kann. Nach dem positiven Wachstum der Wirtschaft im Jahr 2025 wird für Österreich auch 2026 ein BIP- Anstieg von etwa 0,9% prognostiziert.

Die ungünstigen makroökonomischen Rahmenbedingungen schlagen sich auch in der Entwicklung der Insolvenzen nieder. Nach Angaben des KSV1870 wurden im Jahr 2025 insgesamt 6.810 Unternehmensinsolvenzen verzeichnet, was einem Plus von 3,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Zahl der Privatinsolvenzen blieb hingegen mit 8.766 Fällen nahezu konstant und ging im Vergleich zu 2024 (8.822 Fälle) leicht um 0,6 % zurück. Für das Jahr 2026 wird sowohl bei Unternehmens- als auch Privatinsolvenzen kein wesentlicher Rückgang erwartet.

BMW Austria Leasing GmbH

Salzburg, 12. Mai 2026

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
Kathrin FrauscherDagobert AuteringAlexander Bamberger
KathrinDagobert AuterinAlexander Bamberger
• •
Mag. Kathrin FrauscherDagobert AuteringAlexander Bamberger

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.