Inhaltsverzeichnis
L A G E B E R I C H T der Scheucher – Fleisch Gesellschaft m.b.H. zum 31. März 2025
1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens
1.1 Geschäft und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Seit 1945 steht Scheucher für höchste Qualität und unverkennbare Regionalität im Bereich der Fleischverarbeitung. Mit über 75 Jahren sorgfältig gesammelter Erfahrung setzen wir Maßstäbe, die den entscheidenden Unterschied ausmachen – von der sorgfältigen Auswahl unserer Landwirte über die verantwortungsbewusste Schlachtung bis hin zur schonenden Reifung des Fleisches.
Als traditionsreiches Familienuntemehmen in dritter Generation garantieren wir höchste Qualität „aus einer Hand" – verbunden mit tief verwurzeltem Know-how und nachhaltigem Engagement für unsere Region.
1.2 Geschäftsverlauf, Ertragslage (inkl. Kennzahlen)
Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Jahresfehlbetrag von EUR 0,50 Mio. (Vorjahr: Jahresfehlbetrag EUR 0,98 Mio.) erzielt. Der Rohertrag II hat sich von EUR 0,7 Mio im Vorjahr auf EUR 1,3 Mio verbessert.
Die positive Entwicklung ist im Besonderen darauf zurückzuführen, dass sich die Marge im Segment Rindfleisch signifikant verbessert hat. Ursache hierfür sind hauptsächlich die nahezu verdoppelten Verkaufspreise bei einem vergleichsweise moderaten Anstieg d er Einkaufspreise.
Ein weiterer positiver Faktor war die leichte Entspannung der Zinssätze. Auch wenn die Zinssätze nur geringfügig zurückgingen, hatte diese Veränderung dennoch eine merkliche Auswirkung auf die Gesamtfinanzierungskosten. Diese Entspannung im Zinsniveau ermöglichte es, bestehende Verbindlichkeiten zu günstigeren Konditionen zu bedienen und neue Finanzierungen zu günstigeren Zinssätzen aufzunehmen.
Zusätzlich fiel auch die Dynamik bei den Lohnerhöhungen vergleichsweise moderat aus. Im Unterschied zum Vorjahr, in dem es deutlich höhere Gehaltsanpassungen gab, konnten die Personalkosten in diesem Zeitraum stabiler gehalten werden. Dies trug wesentlich dazu bei, die operativen Aufwendungen unter Kontrolle zu halten und den betrieblichen Spielraum zu erweitem.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die nahezu Halbierung des Jahresfehlbetrages maßgeblich aus der Kombination aus verbesserten Margen beim Rindfleisch, leicht gesunkenen Zinssätzen, moderater Lohnentwicklung und geringeren Energiekosten resultiert.
Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt der Markt weiterhin angespannt, und es herrscht nach wie vor ein hoher Margendruck. Insgesamt zeigt sich somit eine Verbesserung der Ertragslage, wenngleich weiterhin herausfordende Marktbedingungen bestehen.
1.3 Finanzlage (inkl. Kennzahlen)
Den negativen Cash-Flows aus der laufenden betrieblichen Tätigkeit der vergangenen Wirtschaftsjahre hat das Untenehmen bereits im Vorjahr Rechnung getragen, indem es ein Factoringgeschäft mit der Raiffeisen Factor Bank eingegangen ist. Aufgrund des Factorings bleibt der Nettogeldfluss aus dem Ergebnis vor Steuem mit TEUR 283 weiterhin im positiven Bereich.
Das Working Capital stellt das kurzfristige Finanzierungspotential dar und bleibt im Wirtschaftsjahr 2024/2025 im negativen Bereich. Die Working Capital Ratio hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht von 100,95 % auf 93,54 % reduziert, bewegt sich jedoch weiterhin im Bereich der 100 %. Die Finanzlage der Gesellschaft bleibt weiterhin angespannt, allerdings werden unsererseits laufend Maßnahmen ergriffen, um die durch die Geschäftstätigkeit bedingten Baraufwendungen zu decken.
Die Eigenmittelquote gem. URG beträgt 30 % (Vorjahr: 34 %). Die fiktive
Schuldentilgungsdauer gem. URG beträgt mehr als 15 Jahre (Vorjahr: mehr als 15 Jahre). Beträgt die Eigenmittelquote weniger als 8 % und die fiktive Schuldentilgungsdauer mehr als 15 Jahre, so liegt ein gesetzlich vermuteter Reorganisationsbedarf vor. Aus den Kennzahlen ergibt sich, dass die Vermutung des Reorganisationsbedarfs infolge des Überschreitens der genannten Grenze für die Eigenmittelquote noch nicht gegeben ist.
1.4 Vermögenslage (inkl. Kennzahlen)
Die Investitionsdeckung als Relation der Investitionen in das Sachanlagevermögen zu den Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen beträgt 25,71 % (Vorjahr: 44,67 %). Die Investitionen im Wirtschaftsjahr 2024/2025 reichen demnach nicht aus, um die gegebene Kapazität aufrecht zu erhalten. Ein maßgebliches Investitionshemmnis bleibt weiterhin die anhaltende regulatorische Unsicherheit im Bereich der Schweinehaltung, insbesondere im Hinblick auf nachhaltige Produktionsstandards und tierschutzrechtliche Anforderungen.
Das Sachanlagevermögen ist zu 72,26 % (Vorjahr: 68,86 %) abgeschrieben. Je höher dieser Anlagenabnutzungsgrad ist, desto früher müssen tendenziell Reinvestitionsmaßnahmen erfolgen.
Die durchschnittliche Außenstandsdauer der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beträgt 28 bzw. 8 Tage (Vorjahr: 20 bzw. 7 Tage).
2. Forschung und Entwicklung
Im Berichtsjahr lag der Fokus unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit weiterhin auf der Einführung sowie kontinuierlichen Verbesserung innovativer Technologien zur Optimierung unserer Produktionsprozesse. Mit gezielten Automatisierungsmaßnahmen verfolgen wir das Ziel, die Verarbeitungszeiten deutlich zu verkürzen und den Durchsatz in unseren Anlagen nachhaltig zu erhöhen.
Dabei setzen wir auch künftig insbesondere auf modeme Sensorik, datengetriebene Prozesssteuerung und den Einsatz robotergestützter Systeme. Diese Technologien tragen nicht nur zur Steigerung der Effizienz bei, sondem erhöhen auch die Prozesssicherheit und gewährleisten eine lückenlose Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Produktionskette.
3. Bestehende Zweigniederlassungen
Derzeit bestehen keine Zweigniederlassungen.
4. Prognosebericht und Risikoberichterstattung
Auch das folgende Wirtschaftsjahr war durch eine weiterhin angespannte Marktlage gekennzeichnet. Wie sich bereits in vorangegangenen Geschäftsjahren abzeichnete, haben der zunehmende Preisdruck sowohl auf den Beschaffungs- als auch auf den Absatzmärkten sowie multiple geopolitische und wirtschaftliche Krisen zu einer erheblichen Unsicherheit in den Märkten geführt.
Zu Beginn des Jahres 2025 kam es in Europa noch vermehrt zu Ausbrüchen der Maul- und Klauenseuche (MKS). Dank gezielter, umfassender Bekämpfungsmaßnahmen hat sich die Lage mittlerweile deutlich entspannt: die MKS ist am Auslaufen und stellt derzeit kein Risiko mehr für die Tierbestände dar. Jedoch hat seit November 2025 ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Spanien ein neues Risiko hinsichtlich eines möglichen Preisverfalls bei Schweinefleisch geschaffen. Zahlreiche Länder haben daraufhin Exportsperren für Schweinefleisch aus der EU verhängt, was aktuell zu starkem Preisdruck und einem Überangebot am europäischen Schweinemarkt führt. Dem begegnen wir durch verstärkte Einlagerungen von Frischfleisch, um möglichst günstige Verkaufspreise zu vermeiden.
Darüber hinaus hält die anhaltende Kriegssituation zwischen Russland und der Ukraine weiterhin die Unsicherheit bezüglich Energie- und Rohstoffversorgung aufrecht und birgt die Gefahr von Versorgungsengpässen. Ebenso führt die anhaltende Zolldebatte mit den USA zu großen wirtschaftlichen Unsicherheiten für Europa.
All diese Faktoren wirken sich deutlich auf die erzielbaren Margen und Absatzmengen aus. Rückläufige Margen und Absatzmengen schlagen sich daher unmittelbar auf das Ergebnis nieder. Die Geschäftsführung ergreift fortlaufend verschiedene Maßnahmen, um die Ertragskraft nachhaltig zu sichem und zu steigen. Hierzu zählen unter anderem die kontinuierliche Durchsetzung von Preisanpassungen gegenüber Kunden, um die gestiegenen Kosten abzufedern. Durch gesteigerte Auslastung und Kapazitätserweiterungen ist es gelungen, hõhere Deckungsbeiträge zu erzielen und somit eine positive Fixkostendegression zu erreichen. Dies spiegelt sich auch in der von der Geschäftsführung erstellten Prognoserechnung wider.