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Lagebericht 2024

JUNO Finanz AG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 30. Sep. 2025

Inhaltsverzeichnis

Die am 06.12.2022 gegründete JUNO Finanz AG (im Folgenden „Jufina’) ist im Bereich der Prozessfinanzierung tätig. Bei der Prozessfinanzierung wird die gerichtliche Geltendmachung eines Anspruchs finanziert, wobei sämtliche damit einhergehenden Kosten und Gebühren von der Jufina getragen werden. Im Gegenzug beteiligt sich die Jufina im Erfolgsfall mit einer Quote am Streiterlös. Darüber hinaus erwirbt Jufina insolvente Unternehmen mit dem Ziel, diese erfolgreich zu sanieren und wirtschaftlich vom darin gebundenen Anlagevermögen zu profitieren.

Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr war insbesondere durch die Finanzierung von Rückforderungen aus Verlusten bei Online-Casinos geprägt. Diese Geschäftstätigkeit wird auch in Zukunft weiter intensiviert. Aufgrund der konzessionslosen Tätigkeit ausländischer Anbieter in Österreich und Deutschland kann Jufina eine Vielzahl werthaltiger Ansprüche zur Rückforderung rechtswidrig erlittener Verluste finanzieren. Auf Basis der eindeutigen Rechtslage konnten bereits mehrere Verfahren erfolgreich abgeschlossen werden. Darüber hinaus ist es Jufina gelungen, auch zahlreiche Kreditbearbeitungsgebühren erfolgreich zurückzufordern. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser positive Trend auch künftig fortsetzen wird. Ergänzend dazu wurde im Berichtsjahr eine insolvente Gesellschaft übernommen und im Rahmen eines strukturierten Sanierungsprozesses erfolgreich stabilisiert.

Im Geschäftsjahr 2025 ist geplant, verstärkt Verfahren zur Rückforderung von

Kreditbearbeitungsgebühren zu finanzieren. Darüber hinaus sollen auch Entschädigungsansprüche aus Flugverspätungen geltend gemacht, gezahlte Servicepauschalen zurückgefordert sowie Rückabwicklungen von Online-Coachings unterstützt werden. Zudem beabsichtigt Jufina, vermehrt auf individuelle Anliegen von Kundinnen und Kunden einzugehen und diese bei der rechtlichen Durchsetzung ihrer Ansprüche zu begleiten.

Risikomanagement

Das größte Risiko besteht bei der Prozessfinanzierung in der Frage, welche Verfahren prozessfinanziert werden. Dafür wird geprüft, inwiefern dem geltend zu machenden Anspruch Berechtigung und Erfolg in einem Verfahren zukommt. Daneben ist selbst für den Fall der erfolgreichen Prozessführung die Bonität und Zahlungsmoral der Prozessgegner zu beurteilen.

Hierzu findet zum einen eine kontinuierliche Evaluierung der geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen sowohl durch eigene Juristen wie auch durch externe Partner wie Rechtsanwaltskanzleien statt. Dabei werden entsprechend zu berücksichtigende Kriterien in allen Stadien laufend geprüft und in die Entscheidungsfindung eingebunden.

Dasselbe gilt für die Beurteilung der Bonität und Zahlungsmoral der zu klagenden Prozessgegner. Hierbei kommt der Beobachtung der Unternehmensstrategien der jeweiligen Prozessgegnern besondere Aufmerksamkeit zu, die durch ein hierfür vorgesehenes System erfolgt.

Auf diese Weise wird die Auswahl der zu finanzierenden Fälle sowohl in rechtlicher Hinsicht als auch mit Blick auf die Zahlungsmoral laufend evaluiert und angepasst.

Das Liquiditätsrisiko wird durch eine mehrjährige Planung gesteuert, sodass ausreichende finanzielle Ressourcen gewährleistet sind.

Um das Risiko rund um den Verlust von Know-How und Schlüsselmitarbeitern zu steuern, wird unternehmensintern dafür Sorge getragen, dass Wissen mitarbeiterübergreifend geteilt und erhalten wird.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Den zentralen Leistungsindikator stellen die Rückstellungen für die übernommenen Prozessfinanzierungen dar. Diese bestimmen sich aus den erwarteten Kosten für die Gerichtsverfahren, wobei hiervon neben den Anwaltskosten beider Parteien auch die Gerichtsgebühren, Sachverständigenkosten und andere zu erwartende Kosten umfasst sind. Diese Kosten ergeben sich aus den voraussichtlich zu ersetzenden Prozesskosten, die vom Rechtsanwaltstarifgesetz tarifmäßig festgelegt sind.

Die Bildung von Rückstellungen erfolgt, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass ein finanziertes Verfahren verloren wird.

Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft verfügt über keine Zweigniederlassungen.

Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft verfügt über keine Forschung und Entwicklung.

Finanzinstrumente

In der Gesellschaft sind keine derivativen Instrumente vorhanden.

Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens

Die große Entwicklung der Anzahl der finanzierten Verfahren wie auch die Erfolgsquote im Geschäftsjahr 2024 liefern Grund zur Annahme, dass auch im Folgejahr mit überwiegend positivem Ausgang zu rechnen sein wird.

Lagebericht 2024

Befeuert durch aktuelle Initiativen auf nationaler wie auch internationaler Ebene, nicht zuletzt durch das europarechtlich vorgesehene Modell der Verbandsklage, ist mit einem weiteren Anstieg der finanzierten Verfahren zu rechnen. Im Allgemeinen ist das Klima ein, für die Prozessfinanzierung förderliches.

Von den Auswirkungen aktueller Entwicklungen ist das Unternehmen nur geringfügig betroffen. In Bezug auf Anderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen reagiert das Unternehmen durch entsprechende Anpassung der Auswahlprozesse.

Finanzielle Leistungsindikatoren Eigenkapitalquote: 39,97% Anlagenintensität: 10,23% Bilanzsumme: 1.425.998,32€

Anzahl der Mitarbeiter: 17

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
In
Mag. Stefan SchleicherArmin Gfrerer
Mitglied des VorstandsMitglied des Vorstands

Wien an 06.08.2025

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