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DER
BERGBAHNEN BRANDNERTAL GES.M.B.H.
Allgemeines
Die vorliegenden Zahlen des Jahresabschlusses zum 30. April 2025 sind das Ergebnis des Geschäftsjahres 2024/2025, das den Zeitraum vom 1. Mai 2024 bis zum 30. April 2025 umfasst.
Besondere Ereignisse
Die Sommersaison verlief wegen der schlechten Wetterverhältnisse im Juni und September durchwachsen. Nach einem guten Kartenvorverkauf im November für die Wintersaison war aufgrund der geringen Menge an vorhandenem Naturschnee die Erzeugung von sehr viel Kunstschnee notwendig um in die Wintersaison zu starten. Die Monate Jänner und Februar verliefen normal, obwohl die Menge an Naturschnee über die gesamte Wintersaison gering ausfiel. Trotz der langen Wintersaison gelang es im März nicht ein ordentliches Ergebnis einzufahren.
Geschäftsverlauf
In der Sommersaison 2024 konnten 87.000 Ersteintritte gezählt werden. Der meistbesuchte Tag war der 14. Juli mit 1.377 Ersteintritten.
Der Saisonstart im Wochenendbetrieb bei der Dorfbahn und Einhornbahn II begann ab dem 9. Mai und ging mit dem 17. Mai in den täglichen Betrieb über. Bei der Palüdbahn begann der Betrieb am 19. Juni, die dort festgelegten Öffnungszeiten von fünf Tagen in der Woche wurden beibehalten. Das Ende der Sommersaison war am 20. Oktober.
Die Bergbahnen Brandnertal als Dienstleister im Tourismus konnte eine durchschnittliche Saison verbuchen. Die Gästezahlen im Tal stagnieren, was sich gleichzeitig auch bei den Ersteintritten der Bergbahnen Brandnertal bemerkbar macht. Aufgrund des schlechten Wetters zu Beginn der Saison sind sowohl die Ersteintritte als auch der Umsatz in den Bereichen Bike und wandern zurückgegangen. Der schlechte Start in die Sommersaison konnte nicht mehr aufgeholt werden, zumal auch der September verregnet war. Die Abhängigkeit von den Wetterbedingungen macht sich zunehmend auch im Sommer bemerkbar.
Am 30. November starteten die Bergbahnen Brandnertal mit dem Winterbetrieb. Durch das intensive Beschneien war ab dem 30. November bzw. 1. Dezember und ab dem 6.-8. Dezember der Wochenendbetrieb möglich. Während des Wochenendbetriebes war nur der Gebietsteil in Brand geöffnet. Ab dem 13. Dezember konnte bei guten Verhältnissen mit dem Betrieb im gesamten Gebiet durchgehend gestartet werden. Über die Weihnachtsfeiertage konnten bei schönem Wetter und guten Verhältnissen viele Gäste begrüßt werden. Trotz des in großen Mengen ausgebliebenen Naturschnees konnten aufgrund der Beschneiungsanlagen im Jänner und Februar gute Verhältnisse geboten werden. Auch dieses Jahr mussten wir
feststellen, dass es im März aufgrund der zunehmend warmen Temperaturen immer schwieriger wird gute Verhältnisse anzubieten.
Insgesamt konnten in der Wintersaison 252.000 Gäste begrüßt werden. Der meistbesuchte Tag war der 29. Dezember mit 6.664 Gästen.
Ertragslage
Der Rohertrag im Wirtschaftsjahr 2024/25 beträgt TEUR 10.179, rund 4% über dem Vorjahreswert (TEUR 9.777).
Die Sommersaison, mit rund EUR 2,4 Mio. Umsatz, war durchschnittlich und kam an das vorangegangene Geschäftsjahr 2023/24 nicht heran (2023/24 EUR 2,6 Mio.).
Die variablen Kosten wie Treibstoffe, Heizöl und Strom sind nach wie vor auf einem hohen Niveau. Die Gesamtkosten diesbezüglich sind um rund TEUR 333 gestiegen, wobei vor allem beim Strom die größte Steigerung festzustellen war. Die Strompreise belaufen sich 2024 auf 13,680ct/kWh, 2025 auf 13,471 ct/kWh und 2026 auf 11,861 ct/kWh.
Die Personalkosten sind im Vergleich zum Vorjahr um rund 10% auf EUR 4,9 Mio. gestiegen. Im Wesentlichen dazu beigetragen haben kollektivvertragliche Erhöhungen sowie Strukturänderungen und die daraus entstandenen Doppelgleisigkeiten. Der hohen Kosten für die Präparierung und Beschneiung der Pisten machten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls deutlich bemerkbar.
Der Instandhaltungsaufwand ist auf TEUR 995 (VJ TEUR 661) gestiegen. Wesentliche Instandhaltungen wie der Personenaufzug der Dorfbahn und der Beschneiungsanlagen waren unumgänglich.
Das Betriebsergebnis beläuft sich im Geschäftsjahr auf TEUR -49 (VJ TEUR 487).
Das Finanzergebnis beträgt im Geschäftsjahr TEUR -338 (VJ TEUR -395).
Das Ergebnis vor Steuern beträgt TEUR -387 (VJ TEUR 92), der Jahresverlust beläuft sich auf TEUR -389 (VJ TEUR 90).
Das Eigenkapital beträgt TEUR 19.830 (VJ TEUR 5.184).
Liquiditätslage
Geschäftsbedingt sind bei den Bergbahnen speziell die Monate in der Zwischen- und Sommersaison sehr herausfordernd. Durch vorübergehende Zwischenfinanzierungen konnte die Liquidität über den Sommer gewährleistet werden.
Für den Bau der Loischkopfbahn wurden mittels einer Kapitalerhöhung (TEUR 12.850) und durch Finanzierungen bei Kreditinstituten (TEUR 6.486) die notwendigen liquiden Mittel geschaffen.
Der Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 923 (VJ TEUR 2.073).
Die wesentlichste Investition stellt die Errichtung der Loischkopfbahn dar. In die am Bilanzstichtag in Bau befindliche Bahn wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr TEUR 9.348 investiert.
Die Investitionstätigkeit führte zu einem Netto-Abfluss von TEUR -9.510 (im VJ Netto-Abfluss von TEUR -1.141).
Für die Finanzierung wurden TEUR 17.440 (VJ TEUR -1.297) in Anspruch genommen.
Die Bankverbindlichkeiten betragen zum 30. April 2025 TEUR 12.176 (VJ TEUR 6.616), die flüssigen Mittel belaufen sich am Bilanzstichtag auf TEUR 9.643 (VJ TEUR 789).
Das gesamte verzinsliche Fremdkapital beläuft sich auf TEUR 14.907 (VJ TEUR 9.911).
Vermögenslage
Die Bilanzsumme iHv TEUR 38.287 ist gegenüber dem Vorjahr iHv TEUR 17.657 um rund 117% gestiegen.
Das Sachanlagenvermögen beläuft sich auf insgesamt TEUR 25.424 (VJ TEUR 16.102).
Die Nettoverschuldung liegt bei TEUR 5.264 (VJ TEUR 9.122), der Nettoverschuldungsgrad beträgt 26,54% (VJ 175,98%) (Relation zum Eigenkapital).
Mitarbeiter
Am Bilanzstichtag 30. April 2025 wurden 50 Dienstnehmer (VJ 43) beschäftigt. Aufgrund des Baubeginns der Loischkopfbahn mit Ende der Wintersaison wurden einige Mitarbeiter nicht abgemeldet.
Der durchschnittliche Personalstand betrug 89 Mitarbeiter (Vorjahr: 82).
Forschung und Entwicklung
Eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden nicht durchgeführt.
Zweigniederlassungen
Es sind keine Zweigniederlassungen vorhanden.
Voraussichtliche Entwicklungen des Unternehmens
Durch die mittlerweile gut ausgebaute Infrastruktur konnte bereits vieles in Bezug auf die ganzjährige Entwicklung der Region Brandnertal als beliebtes Freizeit- und Urlaubsziel im Sommer wie im Winter erreicht werden. Es benötigt allerdings weitere Anstrengungen um diese Ausrichtung zu etablieren und auszubauen. Die derzeit stagnierenden Nächtigungszahlen im Tal bringen auch für die Bergbahnen Brandnertal neue Herausforderungen mit sich. In Zukunft gilt es im Wesentlichen die Qualität des Angebots zu erhöhen. Aus diesem Grund sind nicht nur Investitionen in die Schneesicherheit zu tätigen, sondern auch die Sommersaison weiter zu stärken. Angebote für Familien sowie der Umbau der Bike-Trail-Strecken, von momentan anspruchsvollen in familientaugliche und leichter zu befahrende Trails, sind nur einige Themen die vorbereitet werden. Zukünftig soll auch weiterhin durch kontinuierliche Planung und strategische Investitionen in enger Abstimmung zwischen der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat der Bergbahnen Brandnertal, Themen wie Finanzen, Investitionen und die Liquidität in den Fokus gestellt werden.
Mit einem für die Bergbahnen Brandnertal seit langem vorbereiteten Großprojekt, dem Bau der Loischkopfbahn im Gebietsteil Bürserberg, inklusive Infrastruktur wie Pistenbullygarage und einer neuen Pumpstation für die Beschneiung, konnte am 30. März 2025 begonnen werden. Diese Investition ist nicht nur ein Leuchtturmprojekt für die Bergbahnen Brandnertal, sondern auch ein wichtiger Schritt für die Entwicklung des Brandnertals. Die neue Einseilumlaufbahn ersetzt die über 25 Jahre alten Sessellifte. Mit 10er-Kabinen ausgestattet, bietet die Anlage eine maximale Beförderungskapazität von bis zu 3.200 Personen pro Stunde. Der Neubau der Bahn führt nicht nur zu einer Qualitätsverbesserung und zur Stärkung des Ganzjahrestourismus, es wird auch eine wesentliche Frequenzsteigerung im Winter und vor allem auch im Sommer erwartet, die sich wirtschaftlich positiv auswirken wird. Durch die Reduzierung von zwei auf eine Anlage wird es auch zu Personaleinsparungen und Effizienzsteigerungen kommen. Insgesamt übernehmen die Bergbahnen Brandnertal mit dieser Investition eine Vorreiterrolle im Tal, um andere Betriebe und Investoren davon zu überzeugen weitere Investitionen anzustoßen und umzusetzen.
Risikomanagementsystem
Zentraler Bestandsteil des Risikomanagementsystems ist ein umfassendes Berichtssystem mit dem die betriebswirtschaftliche wie auch die branchenspezifische Entwicklung laufend analysiert wird. Der Geschäftsführer berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auch über die branchenspezifischen Daten (Frequenzen, Ersteintritte).
Klima und Umwelt
Diese nicht beeinflussbaren Risiken versuchen wir mit effizienten Schneeanlagen, welche einen integrierten Teil der notwendigen Infrastruktur und Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg darstellen, entgegenzutreten. Zusätzlich werden wir unsere Alternativangebote weiter ausbauen und verstärkt den Jahresbetrieb forcieren.
Technik
Unsere gesamten technischen Einrichtungen werden auf einem hohen technischen Standard gehalten und entsprechen auch allen behördlichen Sicherheitsvorschriften.
IT-Risiken
Zur Minimierung möglicher Risiken aus der Informationstechnologie setzen wir moderne Hardware und aktuelle Software ein. Oberstes Ziel ist die Einhaltung einer Verfügbarkeit von nahezu 100%. Absolute Datensicherung stellen wir durch eine laufende Datensicherung aus zwei räumlich getrennten Software-storages sicher.
Personal- und Fluktuationsrisiko
Dem Risiko der Abwanderung von Fach- und Führungskräften wirken wir mit einem leistungsgerechten Vergütungssystem, vorbildlichen Sozialleistungen sowie intensive Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter und der Lehrausbildung bei den Bergbahnen entgegen.
Risiko aus Forderungen und Verbindlichkeiten
Es bestehen keine Fremdwährungsrisiken bei Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Ein Liquiditätsrisiko in Bezug auf die eingegangenen Verbindlichkeiten sehen wir aus heutiger Sicht nicht.
Risiko aus Kassabeständen und Bankguthaben
In der Position Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Abschlussstichtag keine Fremdenwährungsvaluten enthalten.
Derivative Finanzinstrumente
Die Gesellschaft verwendet keine derivativen Finanzinstrumente.
Brand, am 08.08.2025