Inhaltsverzeichnis
AHB - BACKWAREN GES.M.B.H. & CO KG, Korneuburg Lagebericht für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Jänner 2025 bis zum 31. März 2025
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1. Erläuterung zu den geschäftlichen Rahmenbedingungen
Die AHB - BACKWAREN GES.M.B.H. & CO KG (im Folgenden „Gesellschaft“ genannt), Korneuburg, ist ein Produzent von Softbrötchen, die auch als Hamburger Buns bezeichnet werden, als auch von Donuts. Die Gesellschaft wurde mit Wirkung zum 7. Jänner 2025 von der C. H. Guenther & Son Gruppe, einem im Bereich Großbäckereien international operierenden Konzern, erworben. In diesem Zuge wurde der Bilanzstichtag vom 31. Dezember auf den 31. März verlegt. Somit liegt ein Rumpfgeschäftsjahr von drei Monaten vor. Das Vorjahr und somit auch die Vorjahresbeträge umfassen 12 Monate, wodurch die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr nur eingeschränkt vergleichbar ist.
1.2. Geschäftsverlauf
1.2.1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen
Die Wirtschaftsleistung in Österreich ist nach Rückgängen in den Jahren 2023 und 2024 zu Beginn des Jahres 2025 erstmals wieder auf leichtem Erholungskurs.1 Im Vergleich zum 4. Quartal 2024 ist das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) saison- und kalenderbereinigt um 0,1 % gestiegen. Das Jahr 2024 war von Rezession und anhaltenden Herausforderungen geprägt. So schrumpfte das reale BIP 2024 um rund 1,2 %, nach einem Rückgang von 1 % im Vorjahr. Sowohl die Exporte als auch die Investitionen waren rückläufig, und der private Konsum stagnierte. Die nationale Arbeitslosenquote stieg von 6,5 % (2023) auf 6,8 % in 2024. Im ersten Quartal 2025 ist diese auf 8,0 % gestiegen.2 Kollektivverträge erhöhten Löhne 2024 um 7,6 %; reale Löhne wachsen im Jahresdurchschnitt um etwa 3,5 %.
Die Umsätze der Bäckereien stiegen von Jänner bis September 2024 nominell um 2,4 % (Vorjahr: +4,2 %). Da die Verkaufspreise im selben Zeitraum um 3,9 % erhöht wurden, ergibt sich ein realer Umsatzrückgang von 1,5 %.3
1 Quelle: AHK Österreich/news/2025/Juni „Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2025 leicht positiv“
2 Quelle: Statista Pressemitteilung: 13 619-112/25
3 Quelle: Bäckerzeitung v. 6.02.2025 („Konjunktur in Gewerbe und Handwerk: Keine Erholung in
Sicht“)
Erhebliche Mehrbelastungen ergeben sich auf der Arbeitskostenseite infolge Bindung an die von unserer Aufsichtsbehörde, der Wirtschaftskammer Österreich, geschlossenen Kollektivvertäge und Mindestlohntarife für ArbeiterInnen und Angestellte im Österreichischen Bäckergewerbe. Es bestehen keine Zweigniederlassungen.
1.2.2. Geschäftsverlauf
Das Rumpfgeschäftsjahr war gepräft durch die gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen und das damit verbundene zurückhaltende Konsumverhalten der privaten Haushalte. Aufgrund des Rumpfgeschäftsjahres und der damit verbundenen eingeschränkten Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr, das 12 Monate umfasste, sind Aussagen über den Geschäftsverlauf schwer zu machen. Insgesamt waren wir mit dem operativen Ergebnis sehr zufrieden. So haben wir das EBITDA von TEUR 2.006 erwirtschaftet. Unser EBITDA basiert auf dem Jahresüberschuss bereinigt um Abschreibungen, Zinsen und Steuern.
Die Investitionen des Rumpfgeschäftsjahres betragen TEUR 304 und betreffen im Wesentlichen mit TEUR 257 andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung. Der hohe Qualitätsstandard wird durch den International Food Standard (IFS), dessen Re- Zertifizierung im Jahr 2024 bestanden wurde, untermauert. (Der IFS wurde 2003 von Vertretern des europäischen Lebensmitteleinzelhandels definiert und dient der Überprüfung und Zertifizierung von Systemen zum Sicherstellen der Lebensmittelsicherheit und der Qualität bei der Produktion von Lebensmitteln.)
1.3. Finanzielle Leistungsindikatoren
Ertragslage
Die Gesellschaft hat im Rumpfgeschäftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 6.737 (Vorjahr: TEUR 28.670) erzielt. Davon entfielen 80 % (Vorjahr: 82 %) auf die Buns und 20 % (Vorjahr: 18 %) auf die Donuts. Von den Gesamterlösen wurden TEUR 3.757 bzw. 56 % (Vorjahr: TEUR 15.094 bzw. 53 %) im Inland und TEUR 2.980 bzw. 44 % (Vorjahr: TEUR 13.573 bzw. 47 %) im Ausland erwirtschaftet.
Der Jahresüberschuss betrug TEUR 1.693.
Finanzlage
Die Liquidität war im abgelaufenen Rumpfgeschäftsjahr aus unserer Sicht stets gesichert. Die liquiden Mittel betrugen zum Jahresende 31.03.2025 TEUR 2.269 (Vorjahr: TEUR 1.298).
Das Eigenkapital der Gesellschaft betrug zum 31.03.2025 TEUR 2.088 (Vorjahr: TEUR 3.650). Der Rückgang ist im wesentlichen auf den niedrigeren den Gesellschaftern zuzurechnenden Gewinnanteil (2025: TEUR 1.693; Vorjahr: TEUR 3.239) zurückzuführen. Aufgrund des Gesellschafterwechsels entfiel zum 31.03.2025 die Komplementäreinlage (Vorjahr: TEUR 15).
Vermögenslage
Die Gesellschaft weist eine gesunde Vermögensstruktur aus. Das mittel- und langfristig gebundene Vermögen beträgt TEUR 1.142 (Vorjahr: TEUR 1.150), das kurzfristige Umlaufvermögen beläuft sich auf TEUR 6.757 (Vorjahr: TEUR 5.661) und ist im Wesentlich auf den Anstieg des Guthabens bei Kreditinstituten zurückzuführen.
Die Rückstellungen betragen TEUR 885 (Vorjahr: TEUR 701) und betreffen maßgeblich personalbezogene Verpflichtungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kommanditisten beinhalten im Wesentlichen die Gewinnanteile der Altgesellschafter für das Vorjahr von TEUR 3.239 (Vorjahr: TEUR 0).
Forschung und Entwicklung
Es bestehen keine Forschungs- oder Entwicklungsaktivitäten.
1.4. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die Qualität unserer Produkte ist unsere oberste Priorität. Auch im Rumpfgeschäftsjahr konnten wir unser hohes Qualitätsniveau halten.
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des
Unternehmens
2.1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Insgesamt bleiben die Aussichten für 2025 gedämpft. Das österreichische Institut für Wirtschaftsforschung prognostizierte eine Stagnation oder einen leichten Rückgang des BIP von etwa -0,3 % bis +0,2 %. Die Inflation soll sich bei rund 2,9 % einpendeln, und die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich leicht auf 7,3 % steigen. Es wird erwartet, dass sich die Wirtschaft erst 2026 wieder erholt4 .
Dank unserer bestehenden Kundenbeziehungen sind wir dennoch zuversichtlich, dass wir den hohen Auslastungsgrad werden halten können und die Nachfrage in der Systemgastronomie weiter auf hohem Niveau erhalten bleibt. Dies wird allerdings entsprechend von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängig sein.
Durch die Einbindung in den CHG-Konzern können sich weitere Möglichkeiten sowohl auf der Absatz- als auch auf der Beschaffungsseite ergeben. Diese bleiben aber zunächst abzuwarten.
Insgesamt erwarten wir für das nächste Geschäftsjahr 2025/2026 ein Ergebnis auf dem Niveau des Jahres 2024.
2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Das Unternehmen unterliegt im Wesentlichen den Beschaffungs- und Absatzmarktrisiken, regulatorischen Risiken sowie den Qualitätsrisiken. Diese Risiken werden von den Verantwortlichen der jeweiligen Fachabteilungen und der Geschäftsführung durchgehend beobachtet und bei Bedarf werden geeignete Maßnahmen ergriffen.
4 WIFO: Prognose für 2025 und 2026
Beschaffungsmarktrisiken
Auf der Beschaffungsseite werden wir mit Preisvolatilitat, insbesondere bei Rohstorlen. konfrontiert. Aufgrund langjähriger Beziehungen mit den Hauplieferanten und 99s bewussten Kostenmanagements enwarten wir für das Geschätsjahr 2025/26 Koslen aul einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr.
Nichtdestotrotz kann jederzeit insbesondere durch Unwetter oder polilische Verånderungen, die Preisvolatiitat von Agrarprodukten auf den weltweilen Agrarrohstoffmärkte stark zunehmen und so einen negativen Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit haben.
Absatzmarktrisiken
Auf der Nachfrageseite erwarten wir keine wesenttichen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Durch die Einbindung in den CHG Konzen werden im Rahmen der Vertriebsaktivitäten auch neue Absatzbereiche untersucht, deren Möglichkeiten und Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeiten des Untemehmens noch abzuwarten sind.
Regulatorische Risiken
Anderungen von Gesetzen und Normen, insbesondere für den Lebensmittelbereich, Können negative Auswirkungen auf unsere Betriebsprozesse haben oder höhere Kosten verursachen.
Qualitätsrisiken
Um unseren hohen Qualitätsstandard gerecht zu werden, werden permanente interne und externe Kontrollen durchgeführt. Wir stellen uns den Auflagen der Lebensmittelindustrie und führen entsprechende Audits durch.
Die Gesellschaft hat keine Währungsrisiken. Sicherungsgeschäfte durch derivative Finanzinstrumente werden von der Gesellschaft daher nicht eingesetzt.
Komeuburg, 15. Juli 2025
Die Geschäftsführung
Dr. Leopdid Wieninger
David Alexander Be Camp
Hakim Richard Savoy