Inhaltsverzeichnis
Schloss Fels GmbH
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Das Weingut Schloss Fels ist nach mehreren Expansionsschritten der letzten Jahre mit knapp 120 ha Eigenbaufläche ein führendes Weingut; die Schloss Fels GmbH zählt aber auch als Traubenverarbeitungs- und Weinhandelsbetrieb sowie Spirituosenerzeuger zu den Top Unternehmen der jeweiligen Branche in Österreich und ist das umsatzstärkste Unternehmen im Bundesgremium Agrarhandel, Fachgruppe Wein- und Spirituosengroßhandel.
Mit innovativen und nachhaltigkeitsorientierten Herstellungsmethoden, wie der im Jahr 2020 in Betrieb genommenen Spirituosenproduktion mit IT-gesteuerten Inline-Mixern, der 2022 angeschafften topmodernen vollautomatischen hoch leistungsfähigen Weinabfüllanlage mit Ressourcen-sparender CIP-Reinigung, der umweltschonenden zentralen Kälteanlage mit CO2 als Kältemittel, Herbizid-freien Regulierungssystemen für Beikräuter, GPS-gesteuerten Traktoren und Abdrift mindernden Pflanzenschutzsystemen setzt das Weingut Schloss Fels Benchmarks in der österreichischen Weinbau-, Kellerei- und Spirituosenbranche.
Die Nettoumsätze sind mit € 28,1 Mio. gegenüber 2024 (€ 21,9 Mio.) um 28,00 % gestiegen. Die Rohspanne steigt von 35,1 % auf 38,5 %. Dies ist sicherlich Großteils den bereits begonnen zahlreichen Neuerungen und Änderungen im bestehenden Sortiment und einer verstärkten Aktionen-Aktivität geschuldet.
Die im Vergleich zum Vorjahr stabilen Personalaufwendungen, sowie die um € 0,4 Mio. erhöhten sonstigen betrieblichen Aufwendungen fanden darin Deckung. Der Betriebserfolg (EBIT) erhöhte sich um € 2,4 Mio. auf € 2,1 Mio. (VJ € - 0,3 Mio.). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) beträgt € 1,3 Mio. (VJ € -1,3 Mio.) und damit 4,77 % (VJ -5,84 %) des Nettoumsatzes.
Der Buchwert des Anlagevermögens sind um 7,66 % auf € 19,7 Mio. gesunken. Investitionen in Höhe von € 0,3 Mio. standen Abschreibungen von € 2,0 Mio. gegenüber. Das Eigenkapital bleibt mit € 3,9 Mio. weiter stabil und beträgt 14,1 % der entsprechend dem Anlagevermögen gesunkenen Bilanzsumme (VJ 13,0 %).
Der Cash-Flow der Gesellschaft, berechnet nach der Praktikermethode, beträgt € 3,4 Mio. (VJ: € 0,2 Mio.).
Zur laufenden Absicherung der erforderlichen Kapitalisierung ist die Schloss Fels GmbH über einen Ergebnisabführungsvertrag in die SPAR Österreichische Warenhandels-Aktiengesellschaft eingegliedert.
Die Gesellschaft betreibt keine Zweigniederlassungen und führt auch keinerlei Forschung durch; Produktentwicklung wird mit Unterstützung externer Experten und öffentlicher Lehr- und Forschungsinstitute betrieben.
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
Voraussichtliche Entwicklung
Die besonderen Bemühungen der neuen dynamischen Führungsmannschaft gelten der Verbesserung der Prozesse im Unternehmen, der Zukunftssicherung durch neue Produkte, der Qualitätssicherung, der Nachhaltigkeit in allen Betriebsbereichen sowie der energetischen Optimierung des Betriebes. Das Weingut Schloss Fels ist im strategisch wichtigen Weinsortiment ein Kompetenzzentrum im SPAR-Konzern, das in allen Preislagen Weine mit sehr gutem Preis- Leistungsverhältnis liefert; die Umsätze sind daher gut abgesichert.
Aus Perspektive des operativen Geschäftes blieben 2025 trotz deutlich besserer Ernte (rund + 27 %) zum Vorjahr - bedingt durch eine ausgezeichnete, gleichmäßige Wasserversorgung und der idealen Bedingungen in den entscheidenden Phasen des Wachstums und der Reife - die Einkaufspreise für Trauben, Most und Wein auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Dies vor allem aufgrund der Tatsache, dass die Sicherheitsvorräte wieder aufgefüllt wurden und damit die Nachfrage ungebrochen war.
Im Jahr 2026 wird angestrebt den Umsatz des Vorjahres zu halten und trotz des weiterhin zu erwartenden Rückganges des (Rot-)Weinkonsums, ein stabiles Ergebnisbild zu erreichen. Nicht zuletzt soll dies durch eine fortgesetzte Anpassung des Sortiments an die sich laufend ändernden Verbraucherwünsche erreicht werden. Für das Jahr 2026 sind weitere zahlreiche Neuerungen und Änderungen im bestehenden Sortiment - sowohl bei Wein als auch bei Spirituosen - geplant.
Grundsätze des Finanzrisikomanagements
Die Gesellschaft ist in den Konzern der HOLDAG Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Salzburg, einbezogen. Das Finanzrisikomanagement wird für die Gesellschaft durch die SPAR Österreichische Warenhandels-Aktiengesellschaft durchgeführt. Die SPAR Österreichische Warenhandels-Aktiengesellschaft als Leitgesellschaft des HOLDAG-Konzerns und der SPAR Gruppe Österreich unterliegt hinsichtlich ihrer Vermögenswerte, Schulden, festen Verpflichtungen und geplanten Transaktionen insbesondere Risiken aus der Veränderung der Bonität, der Zinssätze, der Wechselkurse und der sonstigen Marktpreise sowie der Zahlungsfähigkeit von Geschäftspartnern. Daneben spielen vor allem auch Liquiditätsrisiken eine wesentliche Rolle.
Ziel des Finanzrisikomanagements ist es, alle Finanzrisiken zu begrenzen und systematisch zu steuern. Zu diesem Zweck werden je nach Einschätzung des Risikos derivative und nicht derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt oder andere geeignete Maßnahmen ergriffen. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich als Sicherungsinstrumente genutzt.
Der operative und strategische Handlungsrahmen für das Finanzrisikomanagement wird zumindest jährlich vom Vorstand festgelegt bzw. aktualisiert und laufend überwacht. Das operative Finanzrisikomanagement obliegt dem Bereich Konzernfinanzen und den Finanzbereichen der operativen Einheiten der SPAR Gruppe Österreich.
Neben der Absicherung eigener Risiken (siehe dazu nachstehend) schließt die SPAR Österreichische Warenhandels-Aktiengesellschaft regelmäßig Derivate mit Banken zur Währungs- und Zinsrisikoabsicherung für verbundene Unternehmen ab und reicht diese Derivate in der Folge an verbundene Unternehmen weiter.
Währungsrisiken
Die geschäftlichen Aktivitäten der Schloss Fels GmbH werden in Euro abgewickelt; Währungsrisiken resultieren somit ausschließlich aus Investitionen, Finanzierungsmaßnahmen und operativen Tätigkeiten (insbesondere Einkäufen von Waren und Dienstleistungen) in Fremdwährung. Zur Umwandlung von in Fremdwährung lautenden Vermögenswerten, Schulden, festen Verpflichtungen und geplanten Transaktionen werden gegebenenfalls vor allem Zins-/Währungsswaps und Devisentermingeschäfte eingesetzt. Das Transaktionsrisiko der Zahlungsströme in Fremdwährung wird laufend beobachtet. Mindestens monatlich wird die Nettoposition und die Sensitivität in der jeweiligen Fremdwährung berechnet. Diese Analyse stellt die Basis für das Risikomanagement des Transaktionsrisikos bei Währungen dar.
Zinsänderungsrisiken
Die Zinsänderungsrisiken der SPAR Gruppe Österreich resultieren im Wesentlichen aus langfristigen verzinslichen Finanzierungsmaßnahmen (insbesondere Anleiheemissionen und Bankkrediten). Der Bereich Konzernfinanzen legt zur Begrenzung der Zinsänderungsrisiken regelmäßig die Zusammensetzung aus fest und variabel verzinslichen finanziellen Vermögenswerten und Schulden fest.
Offene Zinsänderungsrisiken werden gesichert, soweit sie die Cash Flows oder die Fair Values der SPAR Österreich Gruppe wesentlich beeinflussen. Unter Berücksichtigung der gegebenen und der geplanten Finanzposition setzt der Bereich Konzernfinanzen vor allem Zinsswaps und Zinsoptionen ein, um die Zinsausstattung entsprechend anzupassen. Die Zinsdifferenz zwischen Sicherungsgeschäften und Grundgeschäften (Kredite) wird als Korrektur des Zinsaufwandes verbucht. Die Schloss Fels GmbH ist auf Grund natürlicher Risikoausgleiche und vorgenommener Sicherungsmaßnahmen nach Einschätzung der Geschäftsführung zum Bilanzstichtag Zinsänderungsrisiken von nur untergeordneter Bedeutung ausgesetzt, die im Wesentlichen aus originären variabel verzinsten Finanzinstrumenten resultieren (Cash Flow-Risiko).
Sonstige Marktpreisrisiken
Die Schloss Fels GmbH ist neben Währungs- und Zinsänderungsrisiken auch anderen Preisrisiken ausgesetzt (etwa Energie- und Rohstoffpreisrisiken).
Rohstoffpreisrisiken entstehen an unterschiedlichen Stellen in der Wertschöpfungskette. Die Schloss Fels GmbH kauft beispielsweise Weintrauben von regionalen Weinbauern und andere Rohwaren (Traubenmost, Tankwein, Spirituosenroh- und -grundstoffe) in der EU sowie Handelsware in Italien und Ungarn zu. Die sonstigen Marktpreisrisiken sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung.
Ausfallrisiken (Kredit- bzw. Bonitätsrisiken)
Die Schloss Fels GmbH hat keine wesentlichen Kreditrisikokonzentrationen außerhalb der SPAR Gruppe Österreich bzw. des HOLDAG-Konzerns. Es bestehen keine Ausfallrisiken aus Darlehen von verbundenen Unternehmen der SPAR Gruppe Österreich bzw. des HOLDAG-Konzerns.
Das maximale Ausfallrisiko wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte wiedergegeben.
Das Ausfallrisiko für Forderungen ist für die Schloss Fels GmbH gering, da es kaum Forderungen aus dem operativen Geschäft gibt bzw. die Forderungen Großteils gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen. Die Schloss Fels GmbH ist aus diesen Gründen nach Einschätzung der Geschäftsführung zum Bilanzstichtag keinen wesentlichen Ausfallrisiken ausgesetzt.
Liquiditätsrisiken
Ein wesentliches Ziel des Finanzrisikomanagements der SPAR Osterreichische Warenhandels- Aktiengesellschaft ist es, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität aller Konzerngesellschaften (und somit auch die der Schloss Fels GmbH) sicherzustellen. Zu diesem Zweck wird eine Liquiditätsreserve in Form von ungenützten Kreditlinien vorgehalten. Diese ungenützten Kreditlinien haben meist eine Laufzeit von bis zu 12 Monaten und werden laufend prolongiert.
Das operative Liquiditätsmanagement umfasst auch ein effektives Cash-Pooling mit den verbundenen Unternehmen in Osterreich. Durch den konzerninternen Finanzausgleich wird eine Reduzierung des Fremdfinanzierungsvolumens sowie eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen der SPAR Gruppe Österreich angestrebt. Das Cash Pooling ermöglicht die Nutzung der Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften zur internen Finanzierung des Geldbedarfs anderer Konzerngesellschaften.
Die Schloss Fels GmbH ist auf Grund der Liquiditätsreserven innerhalb der SPAR-Gruppe Osterreich nach Einschätzung der Geschäftsführung zum Bilanzstichtag keinen wesentlichen Liquiditätsrisiken ausgesetzt.
Salzburg, am 27. April 2026
Die Geschäftsführung:
Hans Klaus R
Ing. Mag. Christian Bauer