Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsmodell, Umfeld und Rahmenbedingungen
Die Energieversorgung Kleinwalsertal GmbH (EVK) ist regionaler Energieversorger mit den Geschäftsfeldern Stromversorgung (Netz und Vertrieb) sowie energienahen Dienstleistungen. Als Infrastruktur- und Daseinsvorsorgeunternehmen agiert die EVK in einem stark regulierten Umfeld und wird zugleich von gesamtwirtschaftlichen, energiepolitischen und klimatischen Entwicklungen beeinflusst.
1.1 Branchen- und Marktumfeld
Die Energiebranche stand auch 2025 im Zeichen der fortschreitenden Energiewende mit hohem Investitionsbedarf in Netze, Digitalisierung und Systemstabilität. Anhaltende geopolitische Spannungen, volatile Beschaffungsmärkte und regulatorische Anpassungen prägten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Für kommunale Energieversorger ergeben sich daraus insbesondere:
• steigende Anforderungen an die Netzinfrastruktur (Integration von PV, E‑Mobilität, Wärmepumpen), • zunehmender Margendruck im Energievertrieb, • hohe Kapitalbindung bei zugleich begrenzten Renditen im Netzgeschäft, • wachsende Bedeutung von Effizienz, Steuerungsfähigkeit und Kooperationen.
1.2 Makroökonomische Rahmenbedingungen
Die konjunkturelle Entwicklung in Europa war 2025 von moderatem Wachstum und einer weiterhin erhöhten, jedoch rückläufigen Inflation geprägt. Die Energiepreise lagen deutlich unter den Extremwerten der Vorjahre, blieben jedoch volatil. Für Energieversorger bedeutete dies eine gewisse Entspannung auf der Beschaffungsseite, jedoch weiterhin erhöhte Unsicherheit für mittel- und langfristige Planungen.
2. Geschäftsverlauf 2025
2.1 Stromversorgung – Vertrieb
Im Geschäftsjahr 2025 zeigte sich die Stromnachfrage insgesamt stabil mit leichter Tendenz zur Mengenstagnation. Effekte aus Energieeinsparungen, Eigenstromerzeugung (PV) sowie Effizienzmaßnahmen wirkten insbesondere im Haushaltskundensegment dämpfend. Die EVK setzte weiterhin auf eine risikoarme Beschaffungsstrategie und eine ausgewogene Mischung aus Termin- und Spotmarktelementen, um Preisrisiken zu glätten und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
2.2 Stromnetz
Der Netzbetrieb war im Geschäftsjahr durch einen steigenden Leistungsbedarf sowie wachsende Anforderungen an Netzstabilität geprägt. Die zunehmende dezentrale Einspeisung erfordern künftig eine noch vorausschauendere Netzplanung.
Die Investitionen in die Stromnetzinfrastruktur wurden fortgesetzt, um Versorgungssicherheit, Qualität und Zukunftsfähigkeit zu gewährleisten.
2.3 Energienahe Dienstleistungen
Energienahe Dienstleistungen – insbesondere Ladeinfrastruktur und der Bereich der Elektroinstallation – entwickelten sich stabil. Die strategische Bedeutung dieses Bereichs liegt weniger im kurzfristigen Ergebnisbeitrag als vielmehr in der langfristigen Kundenbindung und Positionierung als regionaler Energiedienstleister.
3. Ertragslage
Der Geschäftsverlauf 2025 war geprägt durch eine höhere Umsatzbasis sowie durch gestiegene Material- und Bezugsaufwendungen (insbesondere Strombezug).
| EBIT: | 2.098.611 € (Vorjahr: 2.184.688 €) |
|---|---|
| Jahresüberschuss: | 6.164.755 € (Vorjahr: 2.168.367 €) |
| Eigenkapitalrentabilität: | 34,15 % (Vorjahr: 15,25 %) |
| Gesamtkapitalrentabilität: | 23,73 % (Vorjahr: 10,22 %) |
Auf Grund leicht gesunkener Beschaffungspreise konnte der Energiepreis für die Kundinnen und Kunden für das Geschäftsjahr 2025 leicht gesenkt werden.
Die Ergebnisentwicklung war von folgenden Faktoren geprägt:
• moderater Rückgang der Energiebezugskosten gegenüber dem Vorjahr, • leicht steigende Personalaufwendungen infolge von Tarif- und Anpassungseffekten, • erhöhte Aufwendungen für Instandhaltung, IT und externe Dienstleistungen, • positiver Sondereffekt aus dem Erlös aus dem Verkauf der Bergbahnanteile an der Kleinwalsertaler Bergbahn AG.
4. Vermögens- und Finanzlage
4.1 Vermögenslage
Die Bilanzsumme der EVK erhöhte sich im Geschäftsjahr 2025 insbesondere durch Investitionen in das Anlagevermögen. Der Schwerpunkt lag – analog zu vergleichbaren Versorgungsunternehmen – auf Netzinfrastruktur sowie Anlagen im Bau (Immobilien).
4.2 Finanzlage und Liquidität
Die Liquidität der Gesellschaft war im Berichtsjahr jederzeit gesichert. Das
Finanzmanagement stützte sich auf laufende operative Cashflows sowie konzerninterne Finanzierungsstrukturen. Die Kapitalstruktur ist weiterhin investitionsgeprägt, jedoch auf langfristige Stabilität ausgerichtet.
Vermögens- und Kapitalstruktur
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Eigenkapitalquote | 71,40 % | 69,46 % |
| Nettoumlaufvermögen | 10.062 TEUR | 6.976 TEUR |
| Nettoverschuldung | 0,00 EUR | 0,00 EUR |
| Nettoverschuldungsgrad | 0,00 % | 0,00 % |
5. Investitionen
Die Investitionstätigkeit der EVK blieb auch 2025 auf hohem Niveau. Schwerpunkte waren:
• Ausbau und Verstärkung der Stromnetze, • Digitalisierung von Netz- und Verwaltungsprozessen, IT-Sicherheit • Ausbau erneuerbarer Energien (Schwerpunkt PV) sowie die Investitionstätigkeit in die Bestandsimmobilien (Neubau Wohnungen)
Die Investitionen dienen primär der Erhaltung und Erhöhung der Versorgungssicherheit sowie der langfristigen Wertstabilität des Netzes und der firmeneigenen Immobilien.
6. Personal
Die EVK beschäftigte im Jahresdurchschnitt eine stabile Anzahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der Fachkräftemangel bleibt ein strukturelles Thema, dem durch gezielte Personalentwicklung, Aus- und Weiterbildung sowie die Attraktivität als regionaler Arbeitgeber begegnet wird.
7. Risikobericht
Die wesentlichen Risiken der Gesellschaft entsprechen dem typischen Risikoprofil eines regionalen Energieversorgers:
• Mengen- und Preisrisiken im Energievertrieb, • regulatorische Risiken (Netzentgeltregulierung, energiepolitische Vorgaben), • Investitions- und Finanzierungsrisiken, • klimabedingte Risiken für die Infrastruktur, • IT- und Cyberrisiken.
Diese Risiken werden laufend überwacht und durch geeignete organisatorische, vertragliche und technische Maßnahmen begrenzt.
8. Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet die EVK mit einem stabilen Umfeld und soliden Geschäftsergebnissen. Die Stromnachfrage wird voraussichtlich stagnieren, während der Investitionsbedarf im Netzbereich hoch bleibt. Die Ergebnisentwicklung wird daher primär von Kostenentwicklung, Regulierung und Investitionsvolumen geprägt sein.
Strategische Schwerpunkte bleiben:
• Sicherstellung der Versorgungssicherheit, • vorausschauender Netzausbau, • Effizienzsteigerung und Digitalisierung, • Weiterentwicklung energienaher Dienstleistungen, • verantwortungsvolle Umsetzung der Energiewende auf regionaler Ebene.
Insgesamt sieht sich die Energieversorgung Kleinwalsertal GmbH trotz eines herausfordernden Umfelds gut positioniert, um ihrer Rolle als verlässlicher regionaler. Infrastrukturdienstleister auch künftig gerecht zu werden.
9. Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr keine Forschungs- und Entwicklungstätigkeit betrieben.
Riezlern, 07. Mai 2026
Stefan Nitschke Geschäftsführer
Michael Lucke
Geschäftsführer