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Lagebericht 2024/25

F. Kröpfl Obsthandelsgesellschaft mbH

Original-PDF

Stichtag 31. Juli 2025 · Eingereicht am 02. Jän. 2026

Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Marktlage

Aufgrund eines Spätfrostereignisses Ende April 2024 wurde die Apfelernte in der Steiermark erheblich beeinträchtigt. Der Ernteausfall bei den regionalen Produzenten belief sich auf rund 50 % im Vergleich zum durchschnittlichen Ertrag pro Hektar.

Die Menge der übernommenen Tafeläpfel der Ernte 2024 belief sich auf 18.600 t. Der größte Anteil der konventionellen Produktion entfiel mit ca. 25 % auf die Sorte Golden Delicious, gefolgt von Gala mit 23 % und Roho3615 mit 14 %. Die im Inland gefragten Sorten Elstar und Braeburn machten jeweils je 7 % aus.

Nach Abstimmung mit den Kunden wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr Zukäufe aus Ungarn, Italien, Slowenien und den Niederlanden in Höhe von insgesamt ca. 4.000 t getätigt, um insbesondere die Exporttätigkeit nach Deutschland, Spanien und Skandinavien aufrecht zu erhalten und kleinere Lieferprogramme über die Saison hinweg sicherzustellen. Vorrang hatte jedoch die Versorgung des Inlandsmarktes. Die Verkaufspreise entwickelten sich zufriedenstellend, wenngleich das hohe Preisniveau einiger anderer Mitbewerber nicht erreicht werden konnte.

Der Personalstand wurde aufgrund der geringeren Auslastung infolge der schlechten Ernte geringfügig reduziert. Durch die Forcierung zusätzlicher Dienstleistungen in Lagerung und Verpackung konnten jedoch Umsätze aus anderen Bereichen gestärkt und somit weitere personelle Maßnahmen vermieden werden.

Resümierend ist für das Geschäftsjahr 2024/2025 festzuhalten, dass sowohl die geringere Erntemenge und die daraus resultierende schwächere Auftragslage als auch die durch den Frost teilweise geschädigten und weniger haltbaren Früchte sowie die damit verbundenen risikoreichen Zukäufe den Umsatz deutlich beeinträchtigten. Die erzielten Auszahlpreise für die Produzenten waren zwar zufriedenstellend, aufgrund der insgesamt niedrigen Abrechnungsmenge jedoch für die meisten dieser Produzenten nicht wirtschaftlich rentabel.

Lage des Unternehmens

Die Investitionen der letzten Jahre haben sich als effektiv und zielführend für die Weiterentwicklung des Unternehmens erwiesen.

Die Finanzlage des Unternehmens ist trotz der hohen Schwankungen von Erntemengen, Qualität der Früchte und Verkaufspreisen unverändert stabil.

Die Eigenkapitalquote beträgt 79,4 % (VJ 85,5 %). Die Investitionszuschüsse sind nach Abzug der darauf entfallenden Ertragssteuer hierin einbezogen. Die fiktive Schuldentilgungsdauer beträgt weiterhin 0,0 Jahre (VJ 0,0 Jahre).

Der Netto-Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit beträgt t€ 3.195 und liegt damit unter dem Vergleichswert aus dem Vorjahr (VJ t€ 3.638). Der Rückgang ist insbesondere auf das geringere Ergebnis des Geschäftsjahres zurückzuführen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt t€ -5.467 (VJ t€ -1.669). Dieser Wert liegt deutlich über dem langjährigen Mittel und ist insbesondere auf die Investition in neue Packlinien zurückzuführen.

Da die Gesellschaft im Geschäftsjahr nur unwesentliche verzinsliche Verbindlichkeiten hatte und auch sonst keine Mittel von außen zugeschossen werden, beträgt der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit im Geschäftsjahr t€ -5 (VJ t€ 0).

Insgesamt ergibt sich somit im Geschäftsjahr eine Verringerung des Zahlungsmittelbestandes um t€ -2.276 (VJ Steigerung t€ +1.969).

Investitionstätigkeit

Mit der Installation der neuen Packlinien wurde wie geplant im Frühjahr 2025 gestartet. In zwei Etappen wurden die bestehenden Linien abgebaut und sukzessive ersetzt. Die geringe betriebliche Auslastung kam diesem Vorhaben und den damit einhergehenden logistischen Herausforderungen zugute. Die Fertigstellung des umfangreichen Projekts soll bis Jahresende 2025 erfolgen.

Im Geschäftsjahr 2025/2026 sind keine größeren Investitionen geplant.

Ausblick

Die guten vegetativen Bedingungen in der Produktion im Frühjahr und Sommer 2025 führten mit einer Übernahme von etwa 36.500 t Äpfel im Herbst 2025 zur zweithöchsten Erntemenge für das Unternehmen und einer Ausschöpfung der vollen Lagerkapazität. Damit ist eine konträre Situation im Vergleich zum Vorjahr eingetreten, was sowohl die innerbetriebliche Logistik als auch den Verkauf betrifft.

Die Herausforderung in der Vermarktung wird darin liegen, das Standing des Unternehmens als verlässlicher Handelspartner zu festigen und die Präsenz am internationalen Markt zu stärken. Mit der Absicherung der bestehenden Kundenstruktur, der neuen strategischen Ausrichtung im Inland durch einen zweiten Handelspartner und der Neuakquisition von Exportkunden konnten die Möglichkeiten am Markt verbessert werden.

Der Start in die Vermarktungssaison des aktuellen Geschäftsjahres 2025/2026 gelang mit ähnlich guten Preisen wie im Vorjahr. Zugute kommen die qualitativen Voraussetzungen hinsichtlich Haltbarkeiten und Reichweiten. Hinsichtlich der Preisentwicklung sind die Aussichten daher verhalten positiv, wenngleich mit einer Anpassung des Niveaus aufgrund des überdurchschnittlich hohen Angebots zu rechnen ist.

Risikobewertung

Die für die Branche bekannten Risikofaktoren bleiben weiterhin bestehen.

Nur wenig beeinflussbar sind die Auswirkungen auf Produktion und Ernteerwartung bedingt durch klimatische Ereignisse. Schlechte Erntejahre wirken sich somit ursächlich auf den Umsatz, die Wettbewerbsfähigkeit sowie die betriebliche und personelle Auslastung des Unternehmens aus.

Investitionen in die Wasseraufbereitung und Frostberegnung zur Abmilderung solcher klimatischen Einflüsse wie beispielsweise Spätfrostereignisse, welche durch die Produzenten zu tragen sind, bedeuten für diese landwirtschaftlichen Betriebe neben meist langwierigen behördlichen Bewilligungsprozessen hohe finanzielle Belastungen. Auf Grund der schlechten und unsicheren Ertragssituation in der Landwirtschaft, resultiert eine beobachtbare mangelnde Investitionsbereitschaft- und -fähigkeit bei den Produzenten. Dies sowie das politisch motivierte Verbot von immer mehr Pflanzenschutzmitteln beschleunigen das Ende von landwirtschaftlichen Betrieben und weisen auf einen Umstrukturierungsprozess in der Landwirtschaft hin. Dieser Prozess steht unter ständiger Beobachtung des Unternehmens.

Ein für den innerbetrieblichen Ablauf bestehendes Risiko bleibt der Bereich der Personalakquise und die Suche nach Fachkräften. Gleichzeitig bedeuten die stetig steigenden Lohnkosten bei gleicher Arbeitsleistung eine Schwächung der Betriebsleistung des Unternehmens. Zu einer nachhaltigen Schwächung des Betriebsergebnisses führen aber auch die nach wie vor hohen Kosten insbesondere in der Energiebeschaffung. Um diesen Risiken teilweise entgegenzuwirken, hat das Unternehmen durch die Investitionen der letzten Jahre den betrieblichen Standard auf höchstem Niveau ausgebaut. Dadurch wird das Unternehmen nicht nur als Vorzeigebetrieb der Branche wahrgenommen, sondern bleibt auch attraktiver Partner in der Dienstleistung für Lagerung, Sortierung und Verpackung.

Laufend überwacht werden auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Dies insbesondere deshalb, da der Absatz von Ware an internationale Kunden bis zu drei Viertel des Handelsvolumens ausmachen kann. Die Geschäftsabwicklung erfolgt ausschließlich in Euro. Lieferungen an Kunden in riskanten Märkten sowie an neue Kunden werden nach Möglichkeit gegen Vorauskasse abgewickelt oder durch Anzahlungen vorfinanziert.

Die Verbindlichkeiten notieren ausschließlich in Euro und auch Geschäfte werden ausschließlich in Euro abgewickelt. Daher ist kein Währungsrisiko gegeben.

Zum Stichtag hat das Unternehmen keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und auch sonst bestehen keine wesentlichen verzinsten Verbindlichkeiten. Momentan besteht daher kein signifikantes Zinsänderungsrisiko.

In der Position Kassenbestand und Bankguthaben sind zum Abschlussstichtag keine Fremdwährungsvaluten oder Schecks enthalten. Ausfallrisiken für die Bankguthabenbestände werden dadurch ausgeschaltet, dass Mittel nur bei Banken bester Bonität veranlagt und Transaktionen auch nur über solche Banken abgewickelt werden.

Dem Liquiditätsrisiko wird entgegengewirkt, in dem die Liquiditätssituation des Unternehmens laufend überwacht und kontrolliert wird. Darüber hinaus wird darauf geachtet, dass zu jedem Zeitpunkt ein ausreichend hohes Bankguthaben zur freien Verfügung für das Unternehmen bereitsteht.

Forschungs- und Entwicklungsaufwand

Der Weg zu Produktdiversifizierung wird weiterhin beschritten. Neue Sorten werden in der Versuchsanlage des Unternehmens getestet und hinsichtlich ihrer Produktions-, Lager- und Marktfähigkeit evaluiert. So soll das heimische Produktportfolio ständig hinterfragt, Überangeboten möglichst entgegengewirkt und neue Perspektiven sowohl in Produktion als auch für die Lagerhaltung eröffnet werden.

Sonstiges

Es bestehen keine Zweigniederlassungen der Gesellschaft.

Hartberg, am 5. Dezember 2025

yll

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