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Lagebericht 2025

Grosschädl Stahl GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 08. Juni 2026

Inhaltsverzeichnis

agebericht der Grosschädl Stahl GmbH über das Geschäftsjahr 2025

Im Jahr 2025 sah sich der österreichische Stahlgroßhandel mit wechselhaften Bedingungen konfrontiert. Nach einem äußerst schwierigen Vorjahr, das von starkem Preisdruck und einer schwachen Nachfrage geprägt war, stabilisierten sich die Bedingungen im Jahresverlauf leicht. Die Stahlpreise zeigten eine moderate Erholung, gestützt durch eine zurückkehrende Nachfrage.

Vor allem das Bauwesen, die Automobilindustrie und der Maschinenbau verzeichneten erste positive Impulse. Diese Stabilisierung war jedoch von Vorsicht geprägt, da geopolitische Unsicherheiten weiterhin belastend waren. Donald Trump wurde erneut US-Präsident, gleichzeitig verschärften sich die Spannungen zwischen den USA und Russland, was sich direkt auf den Stahlmarkt auswirkte. Weltweit war die wirtschaftliche Entwicklung daher gemischt. Während sich die globale Konjunktur nach einer Phase der Unsicherheit langsam stabilisierte, blieben die Wachstumsraten in Europa insgesamt verhalten.

Besonders im Edelstahlbereich war die Lage enttäuschend. Die Kombination aus hohen Rohstoffpreisen und Produktionskosten und einem intensiven Wettbewerb aus Asien führte zu einem deutlichen Nachfragerückgang. Die Margen im Edelstahl waren stark belastet, was auch zu einem Umsatzrückgang führte.

Von der EU wurden gezielte Maßnahmen eingeführt um die europäische Stahlindustrie zu schützen. Insbesondere ist hier der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) zu nennen. Dieses Instrument zielt darauf ab, Emissionen zu berücksichtigen, die durch Importe entstehen, und damit faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Neben dem CBAM wurden auch gezielte Förderprogramme aufgelegt, um die europäische Stahlindustrie bei Investitionen in grüne Technologie zu unterstützen.

Ein weiterer, positiver Einfluss war die Nachfrageerholung im vierten Quartal. Gerade größere Bauprojekte, die zuvor zurückgehalten wurden, nahmen wieder Fahrt auf. Zudem sorgte die steigende Nachfrage aus dem Automobilbereich für einen Auftragszuwachs. Für 2026 erwarten wir ein moderates, aber stabiles Wachstum. Voraussetzung dafür ist, dass die EU-Maßnahmen wie CBAM weiterhin greifen, und sich die globale wirtschaftliche Lage stabilisiert. Die Grosschädl Stahl GmbH ist gut aufgestellt, um diese Chancen zu nutzen und weiterhin erfolgreich zu sein.

Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens

Die Lage der Gesellschaft soll in weiterer Folge anhand ausgewählter finanzieller Leistungsindikatoren anschaulich verdeutlicht werden.

Der Umsatz des Unternehmens betrug in 2025 T€ 76.607 und lag damit um 7,62% über dem Vorjahreswert (VJ: T€ 71.185).

Die Umsatzrentabilität, berechnet aus dem Verhältnis des Ergebnis vor Zinsen und Steuern zu den Umsatzerlösen, veränderte sich von 1,16% auf 2,30%.

Das Betriebsergebnis des Geschäftsjahres verbesserte sich von T€ 730 auf T€ 962.

Die Eigenkapitalrentabilität ergibt sich aus dem Verhältnis des Ergebnisses vor Steuern zum Eigenkapital (einschließlich der Investitionszuschüsse) und beträgt im Geschäftsjahr 5,92% (VJ: 2,25%).

Die Gesamtkapitalrentabilität (Return on Investment - ROI), berechnet aus dem Verhältnis des Ergebnisses vor Fremdkapitalzinsen und Steuern zum durchschnittlichen Gesamtkapital, veränderte sich von 2,19% im Jahr 2024 auf 4,73% im Jahr 2025.

Die Vermögenslage ist durch eine solide Eigenkapitalausstattung gekennzeichnet. Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag T€ 27.857 (VJ: T€ 26.560), die Eigenmittelquote gemäß § 23 URG per 31. Dezember 2025 73,71 % (VJ: 72,33%).

Die ermittelte Schuldentilgungsdauer beträgt per 31. Dezember 2025 1,9 Jahre (VJ: 5,8 Jahre).

Das Nettoumlaufvermögen (Working Capital) ergibt sich als Differenz des kurzfristigen Umlaufvermögens und des kurzfristigen Fremdkapitals und hat sich von T€ 17.772 (Wert 2024) auf T€ 18.809 (Wert 2025) erhöht.

Der Finanzmittelbestand der Gesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag T€ 5.744 (VJ: T€ 5.552). Im Detail betragen der Nettogeldfluss der betrieblichen Geschäftstätigkeit T€ 980, der Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit T€ -448 und der Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit T€ -340.

Zu den wesentlichsten nicht finanziellen Leistungsindikatoren zählen vor allem die Bereiche Personal, Umweltschutz sowie Qualitätssicherung.

nvestitionen wurden im Jahr 2025 zum Zwecke der Ersatzanschaffung getätigt.

Interne und externe Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, wie beispielsweise Verkaufsschulungen sowie Schulungen im Lagerwesen stellen zentrale Schwerpunkte im HR-Management dar. Mit der in 2011 ins Leben gerufenen "Großschädl-Kormann-Akademie", welche in Kooperation mit dem WIFI STEIERMARK betrieben wird, ist eine kontinuierliche Aus- und Weiterbildung auf hohem Niveau planvoll durchführbar. Daneben bildet die Wissensweitergabe zwischen älteren und jüngeren MitarbeiterInnen im Bereich der Nachwuchs- und Lehrlingsförderung einen wesentlichen Eckpfeiler der Ausbildung. Quartalsweise geführte Gespräche stellen einen abteilungsübergreifenden Informationsaustausch zwischen allen Abteilungen und Bereichen des Unternehmens sicher.

Ein im Unternehmen eigens installierter Qualitätsbeauftragter zeichnet sich für die konsequente Beibehaltung als auch für die laufende Verbesserung der hohen Qualitätsstandards verantwortlich.

Ein schonender Umgang mit den benötigten Ressourcen sowie Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und der Abfallvermeidung tragen dem Umweltschutz verstärkt Rechnung.

Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Wesentliche Einflussfaktoren auf die wirtschaftliche Entwicklung bleiben die Energie- und Rohstoffpreise sowie die Kredit- und Finanzierungskosten. Sinkende öffentliche Ausgaben für Infrastruktur und Wohnbauprojekte führen zu geringerer wirtschaftlicher Aktivität, welche sich destimulierend auf das Wirtschaftswachstum auswirken.

Anhaltend hohe Preise werden voraussichtlich dazu führen, dass die Realeinkommen der Konsumenten im Geschäftsjahr 2026 nur gering oder gar nicht steigen, was sich wahrscheinlich auf den privaten Konsum auswirken wird.

Das Verbrauchervertrauen und insbesondere die Anschaffungsneigung lagen zu Beginn des Geschäftsjahres weiterhin auf einem niedrigen Niveau, was auch auf eine hohe Unsicherheit bezüglich der tatsächlich zu erwartenden konjunkturellen Aussichten zurückzuführen ist. Obwohl die Inflation zurückgegangen ist, beeinträchtigt sie weiterhin die Kaufkraft der Verbraucher.

Durch die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine, sowie dem Nahostkonflikt kommt es zu teilweisen Einschränkungen der nationalen und internationalen Lieferketten und beeinflusst somit unmittelbar das wirtschaftliche und öffentliche Leben. Die Bauwirtschaft ist einer der wesentlichen Stützen der heimischen Wirtschaft und trägt zur Stabilisierung der angespannten Situation bei.

Es wird jedenfalls weiterhin das vordringliche Bestreben der Gesellschaft sein, das Mengenvolumen mit ertragbringenden Deckungsbeiträgen zu steigern. Dies ist vor allem verstärkt unter dem Aspekt zu sehen, dass künftig gute Qualitäten in perfekter Aufarbeitung zunehmend eine entscheidende marktbestimmende Rolle spielen werden.

Steigende Lohnkosten sowie der verstärkte Wettbewerbsdruck durch die Globalisierung werden überdies weitere Einsparungen im Aufwandsbereich erforderlich machen. Unter Berücksichtigung der angespannten Markt- und Preisentwicklung erscheint die effiziente Nutzung der vorhandenen Kapazitäten sinnvoll. Weiterführende organisatorische Maßnahmen im Unternehmen sollen die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage stabilisieren und zukunftsorientierte Entwicklungsmöglichkeiten schaffen.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Vorausschauendes und planendes Handeln spiegelt sich in allen Unternehmensbereichen wider und soll zur Risikovermeidung beitragen. Im Übrigen sieht sich das Unternehmen seinen Werten und Leitgedanken gegenüber verpflichtet.

Zu den wesentlichsten Risiken der Gesellschaft zählen insbesondere Risiken in der Beschaffung von Waren, dem Ausfall von Kundenforderungen, der ausreichenden Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter, dem Ausfall von IT-Systemen sowie den Risiken aus dem Finanzbereich.

Den möglichen Beschaffungsrisiken wird durch aktive Marktteilnahme und Beobachtung, sowie durch sorgfältige Auswahl von Lieferanten entgegen getreten. In den vergangenen Jahren wurden gezielte Maßnahmen gesetzt, um das Image als Arbeitgeber weiter zu stärken. Konsequente Nachfolgeplanung, leistungsgerechte Entlohnung sowie interessante Entwicklungsmöglichkeiten stehen hier als Garant für eine nachhaltige Personalpolitik im Unternehmen. Denkbare Risiken im Hinblick auf Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz von IT-Systemen werden durch laufende Anpassungsmaßnahmen vermindert. Um die finanziellen Risiken weiter zu reduzieren sowie zur besseren Überwachung und Bewertung der Finanz- und Liquiditätsposition wird das Berichts- und Informationssystem laufend verbessert.

Sonstige Angaben (Forschung und Entwicklung, Zweigniederlassungen, Finanzinstrumente)

Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit im Unternehmen wird vor allem durch eine permanente Auseinandersetzung mit neuesten Veredelungs- und Bearbeitungsmethoden betrieben.

Zweigniederlassungen werden nicht unterhalten.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Graz,20. MAI 2026

Mag Claudia Kronheim, Geschäftsführerin

Ewald Kronheim, BA, Geschäftsführer

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