Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeines
Die Gesellschaft steht zu 100% im Eigentum der Scholz Rohstoffhandel GmbH, Wien.
Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in der Sammlung sowie fachgerechten Aufbereitung und im Handel mit unlegierten Eisen- und Stahlschrott sowie mit Altmetallen und legiertem Schrott.
Daneben ergänzen Container- und Entsorgungsleistungen sowie Demontagen das Leistungsprogramm, wobei erwähnt sei, dass das Unternehmen über gültige Zertifikate gemäß den Normen ISO 9000 für das Qualitätsmanagement und ISO 14000 für das Umweltmanagement verfügt und für den Demontagebereich Sicherheitsstandards nach SCC bietet sowie eine Zertifizierung nach Verordnung (EU) Nr. 333/2011 betreffend Abfallende besteht.
Schrott Waltner Eisen, Metalle, Maschinen GmbH betreibt in Graz zwei Standorte, neben dem Hauptsitz am Bahnhofgürtel 41 mit Sitz der Verwaltung die weitere Betriebsstätte in der Raiffeisenstraße 61, beides vollwertige Schrottsammel- und Aufbereitungsplätze mit Großscheren für die Schrottaufbereitung und Bahnanschlüssen für die Vertriebslogistik.
Der eigene Fuhrpark mit 15 LKW ist mit standortübergreifender Disposition überwiegend in der Beschaffungslogistik im Einsatz. Darüber hinaus wird mit dem Werksbelieferungshandel eine wichtige Bindegliedfunktion zwischen der produzierenden Industrie und der Stahlindustrie übernommen.
2. Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens
Der Geschäftsverlauf 2024 war, unter Berücksichtigung einer rückläufigen Wirtschaft, durchaus zufriedenstellend.
Die Umsätze, wobei der Bereich FE Schrott 90% einnimmt, sind um 16,5% gefallen, resultierend aus einer leicht gesunkenen Menge von 7% sowie Preisen für (Alt)Schrott um EUR 36.-/ Tonne im Jahresverlauf.
Der Rohertrag konnte leicht gesteigert werden.
Ein nur marginal steigender Personalaufwand sowie reduzierte sonstige betriebliche Aufwendungen, unter anderem bedingt durch auslaufende Leasingverträge, führten schließlich zu einem etwas geringeren, jedoch nach wie vor zufriedenstellenden Betriebsergebnis von EUR 2.023.223,55 (Vorjahr: TEUR 2.197).
Das Ergebnis vor Steuern beläuft sich auf EUR 1.873.460,22 (Vorjahr: TEUR 2.023).
Der Jahresüberschuss beträgt EUR 1.443.891,56 (Vorjahr: TEUR 1.541).
Wir gehen nach wie vor von einem anhaltend unsicheren und schwierigen wirtschaftlichen Umfeld aus und schätzen daher das Geschäftsjahr 2025 vorsichtig positiv ein.
Zweigniederlassungen
Es besteht eine Zweigniederlassung in der Raiffeisenstraße 61, 4020 Graz.
3. Finanzielle Leistungsindikatoren
Kennzahlen zur Erfolgslage
| 2024 | VORJAHR | ||
|---|---|---|---|
| Kennzahl | Beschreibung | (TEUR bzw. %) | (TEUR bzw. %) |
| Ergebnis vor Finanzerfolg und | |||
| EBIT | Steuern | 2.023 | 2.197 |
| EBIT um Abschreibungen be- | |||
| EBITDA | reinigt | 2.466 | 2.639 |
| Ergebnis nach Finanzerfolg vor | |||
| Ergebnis vor Steuern | Steuern | 1.873 | 2.022 |
| Ergebnis nach Steuern | 1.443 | 2.540 | |
| Steueraufwand*100/Ergebnis | |||
| Steuerquote | nach Steuern | 29,8 % | 31,3 % |
Kennzahlen zur Vermögenslage
| Ergebnis vor Steuern / Ø | |||
|---|---|---|---|
| ROE vor Steuern | Eigenkapital | 15,8 % | 18,2 % |
| Ergebnis nach Steuern / Ø Ei- | |||
| ROE nach Steuern | genkapital | 12,2 % | 13,8 % |
Kennzahlen zur Finanzlage
| Eigenkapitalquote der Bi- Eigenkapital*100/ Bilanz- | |||
|---|---|---|---|
| lanzsumme | summe | 58,2 % | 55,1 % |
| Eigenkapitalquote des | Eigenkapital *100/ Anlagever- | ||
| Anlagevermögens | mögen | 215,6% | 207,8 % |
| Verschuldungsgrad | Fremdkapital – liquide Mit- | 58,3 % | 61,7 % |
| in % | tel/Eigenkapital | ||
| Cash-Flow aus Betriebstätigkeit | -386 | 2.487 | |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit | 1.128 | -307 | |
| Cash-Flow aus Finanztätigkeit | -1.453 | -956 | |
| Cash-Flow gesamt | -711 | 1.224 | |
Die Ermittlung des Cash-Flow erfolgt gemäß KFS/BW2; Angaben in TEUR.
4. Risikomanagement
Eine moderne, wertorientierte Unternehmensführung erfordert die bewusste Auseinandersetzung mit strategischen und operativen Risiken. Ziel ist es daher, potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Sicherung einzuleiten. Die Gesellschaft ist in das Risikomanagement des Konzerns einbezogen.
Die Schrott Waltner GmbH sieht systematisches Risikomanagement als integrierten Bestandteil ihrer Geschäftsprozesse und des Betriebsablaufes und somit als ureigenste Managementaufgabe.
Das operative Risikomanagement basiert auf einem revolvierenden Prozess, der mindestens einmal jährlich durchlaufen wird und bei den potenzielle Risiken frühzeitig identifiziert werden. Dokumentiert werden unter anderem Betriebs- (wie Zuordnung von Abfällen, Lagerstand, Warenein- und ausgang), Umwelt-, Technologie- und IT-Risiken. Die Dokumentation wird um einen jährlichen Abfallbericht ergänzt.
Berichterstattung zu Finanzinstrumenten
Originäre Finanzinstrumente bestehen im Wesentlichen in Form von Forderungen, liquiden Mitteln und Verbindlichkeiten.
Es werden, wie im Vorjahr, keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
Risikomanagementziele und -methoden zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken
Die Finanzierungsrisiken werden durch folgende Risikomanagementmethoden abgesichert:
Liquiditätsrisiko
Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist eine exakte Finanzplanung, die monatsweise revolvierend erstellt wird.
Zusätzlich wird die vorhandene Liquidität effizient über einen, ausschließlich von den Unternehmen der (lokalen) Scholz-Austria-Gruppe geführten, Cash-Pool eingesetzt.
Bonitätsrisiko
Das Bonitätsrisiko der Grundgeschäfte ist durch Kreditversicherungen und bankmäßige Sicherheiten (Garantien) weitgehend abgesichert.
Soweit bei finanziellen Vermögenswerten (Forderungen, Finanzanlagen) Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein adäquates Mahnwesen und Debitorenmanagement sowie über eine Ausfallversicherung. Das Risiko im Zusammenhang mit Forderungen kann insgesamt als gering eingeschätzt werden, da sich die Mehrzahl der Kunden mit bester Bonität darstellen.
Währungsrisiko
Währungsrisiken treten insbesondere dort auf, wo Forderungen oder Verbindlichkeiten in einer anderen als der lokalen Währung der Gesellschaft bestehen. Es erfolgen keine Geschäfte in Fremdwährungen.
Zinsrisiko
Eine Zinsrisikobeurteilung erfolgt in der Konzernmuttergesellschaft Scholz Holding GmbH. Diese unterscheidet zwischen dem Cash-Flow-Risiko (Risiko, dass sich der Zinsaufwand bzw. Zinsertrag zum Nachteil verändert) bei variabel verzinsten Finanzinstrumenten und dem Barwertrisiko bei fix verzinsten Finanzinstrumenten. Die Konzernstrategie zielt darauf ab, durch Nutzung des Portfolioeffektes die Volatilität der Auswirkungen von Zinsschwankungen zu vermindern.
Auf lokaler Ebene arbeiten die einzelnen österreichischen Gruppengesellschaften im Finanzierungsbereich eng zusammen. Es erfolgt eine Koordination in Form der zentralen Liquiditätssteuerung über einen Cash-Pool, welche sich in einer effizienteren Zinspolitik ausdrückt.
Preisänderungsrisiko
Eine Preisrisikobeurteilung findet ebenfalls in der Konzernmuttergesellschaft Scholz Holding GmbH statt.
Auf lokaler Ebene wird dem Preisänderungsrisiko durch Back-to-Back-Geschäfte sowie durch rasche Umschlagshäufigkeit gegengesteuert.
5. Investitionen
Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrugen die Investitionen in das Sachanlagevermögen EUR 479.633,78 (VJ TEUR 215), wobei der größte Teil in Ersatzinvestitionen, wie Container oder Transportmittel, erfolgte.
6. Organisation
Herr DI Manfred Födinger ist alleiniger Geschäftsführer der Schrott Waltner GmbH.
Die Gesellschaft wird seit 1.1.2024 durch folgende Prokuristen vertreten:
Herrn Mag. Josef Hrastnig, Prokurist (vertritt seit 03.02.2015 gemeinsam mit einem Geschäftsführer oder einem weiteren Prokuristen). Herr Hrastnig ist im Juni 2024 aus dem Unternehmen ausgeschieden. Herrn Philipp Gressenberger, Prokurist (vertritt seit 01.01.2021 gemeinsam mit einem Geschäftsführer oder einem weiteren Prokuristen). Frau Mag. Elke Richter, Prokuristin (vertritt seit 01.01.2021 gemeinsam mit einem Geschäftsführer oder einem weiteren Prokuristen). Herr Christian Pirchegger, Prokurist (vertritt seit 21.2.2024 gemeinsam mit einem Geschäftsführer oder einem weiteren Prokuristen).
7. Mitarbeiter
Die SCHROTT – WALTNER Eisen, Metalle, Maschinen, Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist auch ein wichtiger Arbeitgeber im Raum Graz. Im Jahresdurchschnitt 2024 waren 52 (Vorjahr 55) Mitarbeiter beschäftigt, davon 34 Arbeiter (Vorjahr: 38) und 18 Angestellte (Vorjahr: 17).
8. Forschung und Entwicklung
Im Bereich Forschung und Entwicklung war keine Tätigkeit gegeben.
9. Wirtschaftliches Umfeld und Ausblick
Im Verlauf des Geschäftsjahres 2024 verschlechterte sich die allgemeine wirtschaftliche Lage zusehends. Der politische Druck auf die Wirtschaft, der sogenannte green deal, zeigt nun seine negativen Auswirkungen. Der Euroraum, als inzwischen schwächstes Glied, kämpft mit mangelnder internationaler Wettbewerbsfähigkeit sowie Abhängigkeiten im Energie- und Rohstoffbereich, die wiederum zu steigenden Preisen führen.
Als Reaktion auf die steigende Verschuldung vieler EU Staaten setzte die EZB mehrere Zinssenkungen ab Mitte 2024 in Gang. Der Leitzins reduzierte sich von 4,5% auf 3,15% (aktuell: 2,9%). Seit Beginn der Zinsreduktionen ist die Geldmenge jedoch wieder, teilweise stark, gestiegen.
Auch die Strompreise, als wichtige Basis für Industriebetriebe, haben sich von EUR 80 / Mwh auf EUR 110 / Mwh (Leipziger Strombörse) verteuert.
All diese Bedingungen führten zu einem negativen (realen) BIP von -0,9% im Geschäftsjahr 2024. Für 2025 wird ein sanfter Anstieg des BIP erwartet.
Rohstoffe profitieren im Normalfall von unsicheren Zeiten. Dies ist vor allem bei Gold ersichtlich. Auch die Preise von wichtigen Metallen konnten sich gut behaupten. Der Börsenpreis (in EUR) von Aluminium stieg im Jahresverlauf um 15% und Kupfer um 8%. Nickel hingegen ist leicht um 2% gesunken.
Die Schrottbranche hat sich im 1. Halbjahr 2024 noch sehr robust gezeigt. Im 2. Halbjahr hingegen fielen die Preise für (Alt)Schrott und haben sich 2024 um EUR 36.-/ Tonne verringert. Die Mengen konnten jedoch, aufgrund von guten Materialeingängen sowie stabiler Nachfrage, weitgehend gehalten werden. Letztendlich konnte das Geschäftsjahr 2024 mit einem durchaus zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen werden.
Der Focus auf Wertschöpfung, Margenpolitik und Kostenscreening bleibt bestehen. Daher bleiben wir aus heutiger Sicht für das Geschäftsjahr 2025 vorsichtig positiv.
Graz, 1. April 2025
Dipl.-Ing. Manfred Födinger