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Lagebericht 2025

CFMOTO Motorcycles Distribution GmbH in Liquidation

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 19. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

L AGEBERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS PER 31.12.2025 DER CFMOTO MOTORCYCLES DISTRIBUTION GMBH, MATTIGHOFEN

1. ALLGEMEINES

Die Muttergesellschaft der CFMOTO Motorcycles Distribution GmbH ist die KTM AG. Sämtliche zentrale Konzernfunktionen wie Einkauf, Qualitätsmanagement, Logistik, Motorsport, Finanzen & Controlling sowie Human Resources sind in dieser Gesellschaft gebündelt. Bis Ende Mai war die CFMOTO Motorcycles Distribution GmbH für den Vertrieb von Motorrädern der Marke CFMOTO verantwortlich, welche vom strategischen Partner CFMOTO (Hangzhou, China) hergestellt werden.

Im Geschäftsjahr 2025 steht die Gesellschaft mit der Bajaj Auto International Holdings AG und deren verbundenen Unternehmen in einem Konzernverhältnis und wird in deren Konzernabschluss einbezogen. Dieser Konzernabschluss wird beim Landes- als Handelsgericht Ried im Innkreis unter der Nummer FN 532159 m hinterlegt und stellt den Konzernabschluss für den größten Konzernkreis dar.

Der Konzernabschluss für den kleinsten Konzernkreis wird von der Bajaj Mobility AG erstellt und wird beim Landes- und Handelsgericht Ried im Innkreis unter der Nummer FN 78112 x hinterlegt.

2. ANNAHME ZUR UNTERNEHMENSFORTFÜHRUNG

Dieser Jahresabschluss wird unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine Tochtergesellschaft der KTM AG. Ihr Geschäftszweck bestand bis zum 31. Mai 2026 im weltweiten Vertrieb von Motorrädern der Marke CFMOTO.

Die KTM AG sowie zwei ihrer Tochtergesellschaften haben am 29. November 2024 den Antrag auf Eröffnung eines gerichtlichen Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung eingereicht. Die Verfahren wurden am 23. Mai 2025 formal abgeschlossen, der endgültige Eintritt der Rechtskraft der gerichtlichen Bestätigung erfolgte nach Ablauf der gesetzlichen Rekursfrist gemäß § 260 IO am 16. Juni 2025. Aufgrund der bestehenden wirtschaftlichen und organisatorischen Verbindungen der Gesellschaft zur Muttergesellschaft KTM AG, geht die Geschäftsführung davon aus, dass der Fortbestand der KTM AG eine wesentliche Bedingung für die Annahme der Unternehmensfortführung der Gesellschaft ist.

Nach endgültig gerichtlicher Bestätigung der Sanierungsverfahren sowie der Bereitstellung ausreichender Fremdkapitalmittel durch den inzwischen Mehrheitseigentümer Bajaj, sowie der Durchführung weiterer Maßnahmen zur Restrukturierung geht das Management davon aus, dass die wesentlichen Unsicherheiten in Bezug auf die Fortführung des Unternehmens beseitigt wurden und vom Fortbestand des Unternehmens auszugehen ist.

Trotz verbesserter Rahmenbedingungen ist das Unternehmen weiterhin endogenen und exogenen Risiken ausgesetzt, die auch erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Performance bzw. die Erreichung der vom Management gesetzten Zielen haben können. Diese Risiken betreffen insbesondere die für die Erzielung der geplanten Ertragskraft relevanten makroökonomischen und geopolitischen Rahmenbedingungen. Die Entwicklung dieser externen Einflussfaktoren kann von den zugrunde gelegten Annahmen abweichen und sich entsprechend auf die zukünftige Geschäftsentwicklung der Gesellschaft auswirken. Sollte es zu einer derzeit nicht absehbaren, wesentlichen nachteiligen Veränderung dieser Rahmenbedingungen kommen, kann dies zur Kompensation wesentlicher Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens ggf. auch die Einleitung weiterer Restrukturierungsmaßnahmen erforderlich machen.

Das Management reagiert auf diese Rahmenbedingungen weiterhin mit unverändert starker Überwachung der Umsetzung der strategischen Prioritäten, setzt zusätzliche Initiativen zur Reduktion von Kosten und zur Steigerung der Ertragskraft. Im Geschäftsjahr 2025 konnte die KTM- Gruppe bereits Erfolge bei der Wiederherstellung der Ertragskraft erzielen und Einsparungsmaßnahmen in wesentlichem Umfang umsetzen.

Per 31. Mai 2025 wurde beschlossen, den Vertrieb der Marke CFMOTO in den europäischen Märkten durch die Gesellschaft zu beenden. Die Geschäftsführung prüft derzeit mehrere strategische Szenarien zur Sicherung der wirtschaftlichen Verwertung der Gesellschaft. Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung ist noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden. Trotz des negativen Eigenkapitals zum 31. Dezember 2025

liegt eine Überschuldung im Sinne des Insolvenzrechts nicht vor, da die zum 31. Dezember 2025 bilanzierten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (7,5 Mio USD) saldiert um die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (4,6 Mio USD) beglichen wurden. Der Zahlungseingang in Höhe von 2,9 Mio USD erfolgte Anfang Juli 2026. Aus der Transaktion wurde zusätzlich ein Fremdwährungskursgewinn iHv TEUR 416 realisiert. Die Gesellschaft verfügt daher zum Aufstellungszeitpunkt des Jahresabschlusses über ein positives Eigenkapital sowie über ausreichend finanzielle Mittel, um alle offenen Verbindlichkeiten jederzeit begleichen zu können.

3. WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Die weltwirtschaftliche Entwicklung blieb im Jahr 2025 sowie zu Beginn des Jahres 2026 trotz eines anspruchsvollen Umfelds insgesamt robust. Das globale Wachstum erreichte nach den Ermittlungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) 2025 rund 3,3%. Für 2026 wird ein Wirtschaftswachstum laut IWF auf ähnlichem Niveau erwartet. Die Dynamik variiert jedoch weiterhin deutlich zwischen den Regionen.

In der Eurozone bleibt das Wirtschaftswachstum moderat. Für 2026 prognostiziert der IWF eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 1,3%. Deutschland zeigt nach einem schwachen Vorjahr 2025 zwar eine leichte Erholung, bleibt jedoch durch strukturelle und energiepreisbedingte Faktoren belastet. In den USA wird für 2026 ein Wachstum von 2,4% erwartet. Positive Impulse resultieren insbesondere aus fiskalischen Maßnahmen, einer sich entspannenden Zinssituation und hoher Investitionstätigkeit im Technologiesektor.

Das internationale Umfeld bleibt von erhöhten Unsicherheiten geprägt. Zwar hat sich die Handelspolitik im Vergleich zu 2024 stabilisiert; dennoch bestehen protektionistische Maßnahmen und strategische Kalküle weiterhin fort. Anpassungen insbesondere bei den US-Zöllen, die teilweise zu neuen Akzenten zu Belastungen von Importeuren führen, werden durch andere handelspolitische Eingriffe ergänzt und tragen weiterhin zu Unsicherheiten in den globalen Lieferketten bei.

Geopolitische Risiken bleiben ein wesentlicher Belastungsfaktor. Die durch die kriegerischen Handlungen hervorgerufene Unsicherheit in der Ukraine sowie die angespannte Lage im Nahen Osten wirken sich weiterhin auf Transportwege und Energiepreise aus. Der IWF verweist zudem auf mögliche Störungen wichtiger Handelsrouten, die kurzfristig inflations- und kostenwirksam sein könnten.

Fiskalisch befinden sich zahlreiche große Volkswirtschaften in einer Phase der Neuorientierung. Die USA setzen verstärkt auf investitionsorientierte Programme, während europäische Staaten unter anderem durch steigende Verteidigungsausgaben vor strukturellen Finanzierungserfordernissen stehen. Gleichzeitig bleiben erhöhte Staatsschulden in vielen Ländern ein Risikofaktor für Finanzmarktvolatilität.

Die weltweite Inflationsentwicklung hat sich im Verlauf des Jahres 2025 weiter abgeschwächt und folgt 2026 einem moderaten Abwärtstrend. Der IWF prognostiziert für 2026 einen Rückgang der globalen Verbraucherpreisinflation auf 3,8% nach 4,1% im Vorjahr. In den entwickelten Volkswirtschaften wird die Teuerung voraussichtlich auf rund 2,2% sinken, während sie in den Schwellen- und Entwicklungsländern mit 4,8% weiterhin erhöht bleibt. Insgesamt reflektiert die globale Inflationsverlangsamung rückläufige Energiepreise, nachlassende Nachfrageimpulse sowie eine Normalisierung der Lieferketten. Regional bestehen jedoch Unterschiede: In der Eurozone wird für 2026 eine Inflationsrate nahe dem EZB-Ziel erwartet, während die USA aufgrund verzögerter Preis- und Tarifwirkungen erst 2027 eine Rückkehr zum 2%-Ziel erreichen dürften.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
IWF-Wachstumsprognose120262027
Weltwirtschaft3,3%3,2%
Entwickelte Volkswirtschaften1,8%1,7%
Eurozone1,3%1,4%
Deutschland1,1%1,5%
Vereinigte Staaten2.4%2,0%
Schwellen- und Entwicklungsländer4,2%4,1%
China4,5%4,0%
Indien63%6.5%

1World Economic Outlook; International Monetary Fund, Update January 2026.

4. MARKTENTWICKLUNG

Im Geschäftsjahr 2025 reduzierten sich die Zulassungszahlen von Motorrädern in den relevanten Märkten insgesamt um 2,4% (-108.000 Motorräder). Die Entwicklung zeichnet ein kennbar heterogenes Bild: Europa war konfrontiert mit dem stärksten nominalen Rückgang (Einmaleffekt durch Homologationswechsel), Nordamerika erfuhr eine moderate Korrektur, Australien und Neuseeland setzten den Negativtrend fort und Asien blieb weiterhin klar rückläufig.

5. WEITERE WESENTLICHE EREIGNISSE WÄHREND DES GESCHÄFTSJAHRES

Im Zuge des insolvenzrechtlichen Sanierungsverfahren der KTM AG, der KTM Components GmbH sowie der KTM Forschungs & Entwicklungs GmbH, allesamt Tochterunternehmen der vormals Pierer Mobility AG, hat der langjährige Minderheiteneigentümer, die Bajaj Gruppe, umfangreiche Finanzierungen zum erfolgreichen Abschluss aller drei Verfahren bereitgestellt. Dabei hat sich die Bajaj Gruppe auch eine Call-Optionsvereinbarung auf sämtliche Anteile an der vormals Pierer Bajaj AG, die ihrerseits 74,94% der Anteile an der vormals Pierer Mobility AG hält, gesichert. Diese Option wurde im November 2025 ausgeübt und sämtliche verbleibende Anteile im Umfang von 50,01% an der vormals Pierer Bajaj AG an die Bajaj Gruppe übertragen. Damit ist die Bajaj Gruppe seither Mehrheitseigentümer an der vormals Pierer Mobility AG.

Im Zuge dieses Wechsels der Mehrheitsverhältnisse wurde im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung vom 19.11.2025 zwei Umfirmierungen beschlossen: Die vormals Pierer Bajaj AG firmiert nunmehr als Bajaj Auto International Holdings AG, die Firma der vormals Pierer Mobility AG lautet nun auf Bajaj Mobility AG. Im vorliegenden Jahresabschluss unterbleibt aus Gründen der Verständlichkeit die weitere Nennung des vormaligen Unternehmens- oder Gruppennamens.

Im Zuge der konzernweiten Restrukturierung der Bajaj Mobility Gruppe und der damit verbundenen strategischen Neuausrichtung auf das Kerngeschäft wurde beschlossen, den Vertrieb der Produkte unter der Marke CFMOTO in den europäischen Märkten mit Wirkung zum 31. Mai 2025 einzustellen. Dieser Schritt dient der weiteren Fokussierung der Unternehmensressourcen auf priorisierte Geschäftsbereiche und soll eine nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen.

¹ World Economic Outlook; International Monetary Fund, Update January 2026.

6. GESCHÄFTSVERLAUF

Folgende wesentliche Kennzahlen zeichnen das abgelaufene Geschäftsjähr aus:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
KennzahlenGJ 2025GJ 2024
TEURTEUR
Umsatz9.73129.942
EBIT0299
EBIT-Marge0,0%1,0%
Bilanzsumme6.67512.410
Eigenkapital-255-107
Eigenkapitalquote-3,8%-0,9%
Mitarbeiterstand zum 31.12.00

6.1. Umsatzentwicklung nach Regionen

Der Umsatz der CFMOTO Motorcycles Distribution GmbH für das Geschäftsjahr 2025 beträgt 9.731 TEUR (Vorjahr: 29.942 TEUR). Der Umsatzrückgang resultiert aus der Einstellung des Vertriebs der Marke CFMOTO per 31. Mai 2025.

Der Umsatz mit Europa entspricht 46,9% des Gesamtumsatzes ( -53,1 % zum Vorjahr). Der Umsatz im Rest der Welt beträgt der Gesamtumsatzanteil 53,1 % (+53,1% zum Vorjahr). Diese Veränderung ist auf den Rückverkauf des Lagerbestands an den Hersteller CFMOTO, China zurückzuführen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Umsatz nach Regionen2025 TEURAnteil 2024 TEURAnteil 
Europa4.95746,934.180100,0
Sonstige Länder5.62153,100,0
Bruttoerlöse10.579100,034.180100,00
abzügl. Erlösminderungen-848-4.237,3
Nettoerlöse9.73129.942

6.2. Umsatzentwicklung nach Produktgruppen

Der Anteil der Fahrzeuge Full Size Motorräder am Gesamtumsatz ist mit 88,8 % gegenüber dem Vorjahr (91,0%) um-2,1 Prozentpunkte gesunken. Der Umsatzanteil mit PG&A Products am Gesamtumsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 Prozentpunkte auf 8,5% gestiegen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
Umsatz nach Produktgruppen2025 TEURAnteil 2024 TEURAnteil 
Street9.39988,831.09291,0
Full Size Motoorräder9.39988,831.09291,0
Sportminicycles800,81280,4
PG&A8958,51.3103,8
Sonstiges2051,91.6504,8
Bruttoerlöse10.579100,034.180100,0
abzügl. Erlösminderungen-848-4.237
Nettoerlöse9.73129.942

6.3. Absatzentwicklung nach Produktgruppen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 wurden Motorräder 2 531(Vorjahr: 6.285 Motorräder) abgesetzt.

Im Street-Bereich wurden 2.429 Motorräder verkauft, dies entspricht einem Anteil von 96,0% (-2,6 Prozentpunkte zum Vorjahr). Im Bereich der Sportminicycles beträgt der Absatz 102 Motoräder, dies entspricht einem Anteil von 4,0% (Vorjahr: 1,4%).

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
Absatz nach Produktgruppen:2025 TEURAnteil 2024 TEURAnteil 
Street-Sportmotorcycles2.42996,06.19798,6
Summe Full Size2.42996,06.19798,6
Sportminicycles1024,0881,4
Summe Motorräder1024,0881,4
Gesamt2.531100,06.285100,0

6.4. Absatzentwicklung nach Regionen

China ist mit einem Absatzanteil von 67,7% im abgelaufenen Geschäftsjahr der größte Einzelmarkt der CFMOTO Motorcycles Distribution GmbH. Die absatzstärksten Märkte in Europa waren Spanien (10,1 %) vor Deutschland (9,4 %), Österreich (3,9 %) und Vereinigtes Königreich (3,3 %). Insgesamt wurden 99,6 % des Gesamtabsatzes in den zehn wichtigsten Ländern weltweit erzielt.

6.5. Ergebnisanalyse

Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete die Gesellschaft aufgrund der verminderten Absatzmenge einen geringeren Nettoumsatz von 9.731 TEUR, im Vergleich zum Vorjahr mit 29.942 TEUR. Dies entspricht einem Rückgang von 69,4%. Der Umsatz- und Absatzrückgang ist auf die Einstellung des Vertriebs der Marke CFMOTO per 31. Mai 2025 zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vergleich zum Vorjahr von 2 TEUR auf 3 TEUR gestiegen. Sie betreffen im Wesentlichen Kursgewinne aus der Fremdwährungsbewertung.

Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen in Höhe von 8.246 TEUR (Vorjahr: 26.111 TEUR), entsprechen einem Anteil von 84,7% am Gesamtumsatz.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 1.310 TEUR enthalten im Geschäftsjahr 2025 neben den Einzelwertberichtigungen und Werbeaufwand auch Logistikaufwendungen. Die Logistikaufwendungen betrugen 528 TEUR.

Das Finanzergebnis beträgt -140 TEUR (Vorjahr: -530 TEUR) Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der Beendigung des Factoring-Programms und dem damit verbundenen Zinsaufwendungen.

Das Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe von 0 TEUR entspricht einer Marge von 0% (Vorjahr: 1%). Die Steuern vom Einkommen betragen -8 TEUR (Vorjahr: 9 TEUR).

6.6. Bilanzanalyse

Als reine Vertriebsgesellschaft hält die CFMOTO Motorcycles Distribution GmbH bis auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weitere Vermögensgegenstände von nur untergeordneter Bedeutung.

Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich von 12.410 TEUR auf 6 675 TEUR zurückgegangen, was einer Reduktion um 53,8% entspricht.

Die Vorräte (Fertigwaren) sind gegenüber dem Vorjahr um 8.722 TEUR auf 0 TEUR gesunken. Nach Einstellung des Vertriebs der Marke per 31.05.2025 wurde der restliche Fertigwarenbestand wieder an den Hersteller rückverkauft.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um 4.940 TEUR auf 6.427 TEUR (332% gegenüber dem Vorjahr) gestiegen. Sie beinhalten im Wesentlichen die Forderung aus dem Rückverkauf des Fertigwarenbestands.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände sind um 1.473 TEUR auf 37 TEUR gesunken. Die Reduktion ergibt sich im Wesentlichen aus der Reduktion der Reserven für das Factoring in Höhe von 1.314 TEUR.

Das Eigenkapital hat sich gegenüber dem Vorjahr von -107 TEUR auf -255 TEUR weiter reduziert. Die Veränderung ergibt sich aus dem Ergebnis nach Steuern von -148 TEUR. Somit wird zum 31.12.2025 eine Eigenkapitalquote von -3,8% (Vorjahr: -0,9%) ausgewiesen. Für weitere Informationen wird auf den Anhang, 4. Erläuterungen zur Bilanz, Negatives Eigenkapital verwiesen.

Die sonstigen Rückstellungen verringerten sich um 727 TEUR auf 10 TEUR. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten zum Bilanzstichtag 31.12.2025 ausschließlich Rückstellungen für Prüf- und Beratungsaufwand

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich stichtagsbezogen um 4.940 TEUR auf 4.353 TEUR. Die Gesellschaft beabsichtigt eine Aufrechnung der Verbindlichkeiten mit den Forderungen aus dem Verkauf der Fertigwaren vorzunehmen, sobald alle handelsund zivilrechtlichen Aufrechnungsbedingungen erfüllt werden

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen verringerten sich um 3.404 TEUR auf 2.567 TEUR.

6.7. Liquiditätsanalyse

Die liquiden Mittel sanken per Saldo, um 480 TEUR auf 211 TEUR. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten belaufen sich auf 0 TEUR.

Die Veränderung der liquiden Mittel ist zur Gänze dem Cash-Flow aus dem operativen Bereich zuzurechnen, der gegenüber dem Vorjahr um 817 TEUR auf -480 TEUR gesunken ist.

6.8. Investitionen

Aufgrund der Geschäftstätigkeit tätigt die Gesellschaft keine wesentlichen Investitionen ins Anlagevermögen.

7. RISIKOBERICHT

Die Gesellschaft ist Teil der Bajaj Mobility-Gruppe. Aufgrund des Geschäftszwecks der Gesellschaft zum Vertrieb von Motorrädern der Marke CFMOTO, wirken sich die wesentlichen Risiken im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Konzerns auch auf die Gesellschaft aus. Diese betreffen insbesondere Finanz- und Absatzrisiken, trotz des erfolgreich beendeten insolvenzrechtlichen Sanierungsverfahrens der KTM AG, KTM Components GmbH sowie KTM Forschungs und Entwicklungs GmbH, die allgemeine Markt- und Branchenentwicklung, sowie Zinsänderungsrisiken und wertänderungs- und verfügbarkeitsbezogene Risiken bei der Beschaffung produktionsrelevanter Ressourcen.

8. MITARBEITER

Im Geschäftsjahr 2025 beschäftigte die CF Moto Motorcycles GmbH durchschnittlich 2 Mitarbeiter (Vorjahr: 3 Mitarbeiter). Der Umsatz pro Mitarbeiter betrug im Geschäftsjahr 2025 4.865 TEUR (Vorjahr: 9.981 TEUR).

9. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Der Unternehmensgegenstand der Gesellschaft umfasst im Wesentlichen Vertriebs- und Marketingtätigkeiten. Daher weist die Gesellschaft Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen von nur untergeordneter Bedeutung aus.

10. AUSBLICK

Geschäftsentwicklung

Die Bajaj Mobility-Gruppe blickt auf ein bewegtes Geschäftsjahr zurück. So markierte das Jahr 2025 den erfolgreichen Abschluss insbesondere der Sanierungsverfahren der KTM AG, der KTM Components GmbH sowie der KTM Forschungs und Entwicklungs GmbH, die für den Fortbestand der Gruppe und somit der Gesellschaft maßgeblich waren. Die dafür notwendigen finanziellen Mittel wurden vom langjährigen strategischen Partner Bajaj zur Verfügung gestellt. Im Zuge dessen erfolgte zum Ende des Jahres 2025 die Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an der Bajaj Mobility AG durch die Bajaj-Gruppe.

Auch nach Übernahme der Mehrheitsanteile kennzeichnet sich die Zusammenarbeit mit der Bajaj-Gruppe durch ein strategisch-partnerschaftliches Verhältnis. Zeitgleich markiert die Übernahme durch Bajaj die Beendigung der Zugehörigkeit der Bajaj Mobility-Gruppe zum Pierer- Konzernverbund, wie die Umfirmierung der Gesellschaft verdeutlicht. Die Verwurzelung in Österreich bleibt indes unverändert, was für die Gruppe und Bajaj eine zukunftsweisende strategische Entscheidung darstellt. Ziel ist es, dass die Gruppe durch die strategische Partnerschaft mit Bajaj ihre Spitzenposition im globalen Motorradmarkt schnell und nachhaltig zurückerobert, neue Standards setzt und den Unternehmenserfolg sowohl kurz- als auch langfristig dauerhaft absichert. Vor dem Hintergrund der Zugehörigkeit zur Bajaj-Gruppe evaluiert der Vorstand zudem weitere Synergiepotentiale.

Das Geschäftsjahr 2026 wird maßgeblich von der konsequenten Weiterführung des Sanierungsplans geprägt sein, dessen Maßnahmen zur Fokussierung, Redimensionierung und Effizienzsteigerung die operative und finanzielle Stabilität der Gesellschaft nachhaltig stärken. Mit der Wiederaufnahme eines Factoring-Programms im Dezember 2025 wurde ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der Liquidität gesetzt.

Für das Geschäftsjahr 2026 ist insbesondere die Vereinfachung der gesellschaftsrechtlichen Strukturen vorgesehen. Die strategische Ausrichtung auf Fokussierung und Redimensionierung spiegelt sich zudem in einer umfassenden Neugestaltung der internen Führungsstrukturen wider. Durch den Abbau von Hierarchieebenen, die Reduktion von Informationsschnittstellen sowie die Straffung bestehender Prozesse sollen Entscheidungswege deutlich verkürzt und die organisatorische Leistungsfähigkeit weiter gestärkt werden.

Trotz der steten und intensiven Umsetzung der bereits im Zuge des Sanierungsverfahrens kommunizierten Maßnahmen erwartet die Gesellschaft auch für das Geschäftsjahr 2026 ein herausforderndes Marktumfeld. Die eingeleiteten Maßnahmen sollen sicherstellen, dass die Gesellschaft trotz des herausfordernden Marktumfelds wieder nachhaltig in die operative Profitabilität zurückgeführt wird. Im Vordergrund stehen die konsequente Umsetzung des Sanierungsprogramms, eine klare Fokussierung auf das Kerngeschäft, die Optimierung der Kostenstrukturen sowie die Stärkung der finanziellen Stabilität. Die enge Zusammenarbeit mit der Bajaj-Gruppe bildet dabei einen zentralen Hebel zur Verbesserung der globalen Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz. Zusammen sollen diese Schritte gewährleisten, dass die Gesellschaft langfristig stabile positive Ergebnisse erzielt und dauerhaft solide Free Cashflows generiert. Das Working-Capital-Management bleibt weiterhin ein zentraler Bestandteil der finanziellen Stabilisierung und Steuerung. Im Fokus steht dabei die konsequente Reduktion der Lagerbestände sowohl auf Händlerals auch auf Konzernebene. Durch die Optimierung von Produktionsplanung, Bestellprozessen und Distributionsabläufen sollen Überbestände systematisch vermieden und Kapitalbindungen nachhaltig reduziert werden. Auf der Kundenseite hält die Gesellschaft strikt an ihren bestehenden Zahlungszielen fest. Eine Ausweitung der Zahlungsfristen wird bewusst vermieden, um das Forderungsmanagement stabil zu halten und das Risiko erhöhter Außenstände zu minimieren. Parallel dazu wird die Wiederherstellung marktüblicher Zahlungsziele bei Lieferanten vorangetrieben.

Die Ergebnissituation der Gesellschaft wird zusätzlich durch die im Geschäftsjahr 2025 eingeführten US-Zollregelungen belastet. Für Motorradimporte aus der Europäischen Union sind insbesondere der Basiszoll von 15% sowie ein zusätzlicher Zollsatz von 50% auf bestimmte Stahl- und Aluminiumderivate relevant. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Zollsatz zwischen 16-25%. Für Handelswaren aus China und Indien werden Importzölle bis zu 50% aufgeschlagen. Im Bereich PG&A variieren die Zollsätze je nach Produkt und Importweg; hier liegt die durchschnittliche Belastung bei etwa 19%. Diese zusätzlichen Kosten wurden vollständig in den aktuellen Geschäftsplanungen berücksichtigt. Nach derzeitiger Einschätzung führen die Zölle zwar zu einem spürbaren Effekt auf das EBIT, stellen aber weder das bestehende US-Engagement noch die strategische Ausrichtung der Gesellschaft in Frage. Aufgrund laufender Verhandlungen und stets möglicher, kurzfristiger Änderungen sei darauf hingewiesen, dass diese Erläuterungen betreffend die Auswirkungen zollpolitischer Entscheidungen auf die Gesellschaft nur eine aktuelle Aufnahme zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Berichts wiedergeben.

Per 31. Mai 2025 wurde beschlossen, den Vertrieb der Marke CFMOTO in den europäischen Märkten durch die Gesellschaft zu beenden. Offene Forderungen werden laufend überwacht und aktiv eingetrieben. Aus heutiger Sicht geht die Geschäftsführung davon aus, dass geeignete

CFMOTO MOTORCYCLES DISTRIBUTION EMBH BELLAGE HIS

Maßnahmen zur Stabilisierung der Vermögens- und Finanzlage gesetzt werden und prüft derzeit mehrere Szenarien der wirtschaftlichen Verwertung der Gesellschaft. Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung ist noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden, das Management geht allerdings mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von der Fortführung des Unternehmens aus.

Mattighofen, am 3. August 2026

Die Geschäftsführung

Markus Gruber

Mag. Verena Schnegiberger-Grossmann

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