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Lagebericht 2025

Steyr Motors AG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 28. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

Steyr Motors AG, Steyr-Gleink

L A G E B E R I C H T

des UGB Einzelabschlusses zum 31. Dezember 2025

1 GRUNDLAGE DER GESELLSCHAFT

1.1 Geschäftsmodell und Organisation

Die Steyr Motors AG („Steyr Motors", „die Gesellschaft“, „das Unternehmen") entwickelt und produziert Hochleistungs-Dieselmotoren mit höchster Leistungsdichte und Langlebigkeit für Schwerlastfahrzeuge und Boote sowie Generatorensätze. Darüber hinaus bietet das Unternehmen motoroptimierte Softwarelösungen mit digitaler Vernetzung.

Alleinstellungsmerkmal der Steyr Motors AG ist es, maßgeschneiderte Lösungen für den Einsatz von Dieselmotoren in Spezialsituationen zu entwickeln und anschließend in Kleinserien zu fertigen. Durch eine von der Konkurrenz kaum erreichte Leistungsdichte von bis zu 70 kW pro Liter Hubraum liefern Steyr Motoren bei geringerem Gewicht und kompakteren Abmessungen eine deutlich höhere Leistung als vergleichbare Aggregate.

Diese hohe Leistungsdichte wird durch das einzigartige, patentierte Motorblockdesign ermöglicht, welches für Hochleistungsanwendungen die doppelte Leistungsdichte liefert. Marktüblich ist eine Leistungsdichte von 35 kW pro Liter Hubraum.

Bei sämtlichen Entwicklungen auf Basis kundenspezifischer Anforderungen wird auf die Alleinstellungsmerkmale geringes Gewicht, hohe Leistung, Multikraftstofffähigkeit, Robustheit sowie markttypisch hohe Anforderungen an Höhentauglichkeit und Kaltstartfähigkeit geachtet.

Ein zusätzlicher Vorteil der Steyr Motoren für die überwiegend im Defense-Bereich angesiedelten Kunden der Steyr Motors AG besteht in der Fähigkeit, alternative Kraftstoffe ohne Leistungsreduzierung und ohne erhöhten Verschleiß einzusetzen, selbst bei Kraftstoffen mit geringerer Schmierfähigkeit, ermöglicht durch ein ölgeschmiertes Einspritzsystem.

Sämtliche Motoren von Steyr Motors werden am Standort in Steyr entwickelt und produziert, während die Absatzmärkte der Gesellschaft global verteilt sind. Im Defense-Bereich der Steyr Motors liegt der strategische Fokus für die weitere Geschäftsentwicklung insbesondere auf den NATO-Staaten, die ihre Rüstungsausgaben für die Haupteinsatzgebiete der Steyr Motoren – Panzer und gepanzerte Fahrzeuge – deutlich erhöht haben. Im überwiegend zivilen Marinegeschäft steht auch weiterhin die Erschließung neuer Märkte im Fokus, in denen bislang keine oder nur eine eingeschränkte Präsenz bestand.

2 WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Gemäß dem ifo-Institut in Deutschland (Quelle: "ifo Konjunkturprognose Winter 2025", veröffentlicht am 11. Dezember 2025), wird die Weltwirtschaft in den Jahren 2026 und 2027 jeweils um etwa 2,5 % wachsen. Es wird demnach erwartet, dass die Industriekonjunktur von einer steigenden globalen Nachfrage profitieren und ihre Erholung fortsetzen wird.

Im Herbstbericht (Quelle: „European Commission - Autumn 2025 Economic Forecast, veröffentlicht am 17. November 2025“) entwickelte sich die Wirtschaft im Euroraum in den ersten drei Quartalen 2025 deutlich robuster als erwartet. Das reale BIP-Wachstum übertraf die Frühjahrsprognosen, getragen von einem kräftigen Exportanstieg im Vorfeld erwarteter Zollerhöhungen sowie von stärker als prognostizierten Investitionen, insbesondere in Ausrüstungsgüter und immaterielle Vermögenswerte. Die anhaltende Expansion im dritten Quartal unterstreicht die Widerstandsfähigkeit der europäischen Wirtschaft gegenüber externen Schocks. Für den Euroraum wird das Wachstum im Jahr 2026 auf 1,2 % geschätzt, das sich 2027 auf 1,4 % beschleunigen soll. Die Konjunktur dürfte dabei von einem robusten Arbeitsmarkt, sinkender Inflation und günstigen Finanzierungsbedingungen profitieren. Für Deutschland wird für 2026 und 2027 ein Wachstum von 1,2 % erwartet. Spanien soll mit 2,3 % (2026) und 2,0 %

(2027) weiterhin über dem Durchschnitt liegen, während für andere große Volkswirtschaften wie Frankreich und Italien unterdurchschnittliche Wachstumsraten erwartet werden.

Die österreichische Wirtschaft (Quelle: „WIFO Konjunkturprognose 4/2025") zeigte nach einer längeren Phase der Stagnation im Jahr 2025 erste Anzeichen einer Erholung, wobei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um etwa 0,5 % wachsen soll. Diese positive Entwicklung soll sich laut Prognose in den Jahren 2026 und 2027 fortsetzen, wobei jeweils ein BIP-Anstieg von über 1 % erwartet wird. Die Inflation bleibt 2025 mit 3,5 % erhöht, dürfte jedoch in den Folgejahren auf rund 2,5 % sinken. Die Arbeitslosenquote wird bis 2027 auf rund 7 % zurückgehen, unterstützt durch eine steigende Erwerbsbeteiligung und demografische Veränderungen. Die Export- und Industriekonjunktur dürfte sich leicht erholen, bleibt jedoch anfällig für externe Risiken, während der private Konsum aufgrund einer verhaltenen Einkommensentwicklung wenig Dynamik entfaltet. Die öffentlichen Haushalte stehen weiterhin unter Konsolidierungsdruck, wodurch das gesamtstaatliche Defizit von 4,6 % des BIP im Jahr 2025 auf 4 % im Jahr 2027 sinken soll. Insgesamt erwartet das WIFO für Osterreich in den kommenden Jahren eine moderate, aber nachhaltige wirtschaftliche Erholung.

Asien bleibt der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft (Quelle: „European Commission - Autumn 2025 Economic Forecast, veröffentlicht am 17. November 2025"). Für die Region Asien wird ein Wirtschaftswachstum von jeweils 4,9 % (2026 und 2027) erwartet. Indien soll Zuwachsraten von 6,5 % im Jahr 2026 und 6,4 % im Jahr 2027 das am schnellsten wachsende Land bleiben. Für China wird eine Abschwächung des Wachstums prognostiziert; dennoch wird für 2026 ein Anstieg der Wirtschaftsleistung von 4,6 % und für 2027 4,4 % erwartet. Die Emerging Markets sollen insgesamt von einer robusten Binnennachfrage profitieren, stehen jedoch vor Herausforderungen durch globale Handelskonflikte sowie strukturelle Anpassungen.

Die US-Wirtschaft (Quelle: „European Commission - Autumn 2025 Economic Forecast, veröffentlicht am 17. November 2025“) verlangsamt sich nach einem robusten Jahr 2025. Für 2026 wird ein Wachstum von 1,9 % prognostiziert, das 2027 auf 2,1 % anziehen soll. Die Konjunktur wird durch fiskalische Impulse, Zinssenkungen und Investitionen in künstliche Intelligenz gestützt. Die Auswirkungen der hohen Importzölle werden ab 2027 voraussichtlich nachlassen.

3 BERICHT ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF SOWIE DIE LAGE DER GESELLSCHAFT INKLUSIVE VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE

3.1 Geschäftsverlauf

Die Steyr Motors AG konnte im Geschäftsjahr 2025 eine positive Entwicklung sowohl im Segment „Civil" als auch im Segment „Defense“ erzielen und die im vierten Quartal angepassten Umsatz- und Ergebnisziele erreichen. Das Segment „Civil" der Steyr Motors AG setzt sich aus sämtlichen Umsätzen mit Marine-Distributoren sowie aus Umsätzen mit zivilen Fahrzeugherstellern (überwiegend im Bereich Lokomotiven) zusammen. Der Geschäftsbereich „Defense“ umfasst sämtliche Umsätze mit Fahrzeugund Bootsherstellern im militärischen Umfeld. Darüber hinaus konnte die Präsenz auf Messen verstärkt und eine aktive Kundenakquise betrieben werden, um die Marktposition der Steyr Motors AG weiter auszubauen und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen.

Im Geschäftsjahr 2025 führten die Preiserhöhungen zu Umsatz- bzw. Margensteigerungen und betrafen sämtliche umsatzrelevanten Komponenten. Diese Anpassung war erforderlich, um den gestiegenen Kosten in der Supply-Chain gerecht zu werden und die Ergebnisqualität zu sichern, wodurch der positive Geschäftsverlauf weiterhin gewährleistet werden konnte.

Ein wesentlicher Fokus lag auf der Kundenakquise im Marine-Markt, insbesondere im asiatischen Raum. In diesem Zusammenhang hat die Gesellschaft einen neuen, fünfjährigen Rahmenvertrag mit Trysun abgeschlossen. Dieser sichert Steyr Motors ein verbindliches Auftragsvolumen von mindestens 750 zusätzlichen Motoren für den asiatischen Markt bis 2030. Die Motoren werden initial direkt am Standort Steyr in Osterreich produziert und von dort nach China exportiert, wodurch der Vertrag unmittelbar planbare Umsätze sowie eine hohe Visibilität über mehrere Jahre gewährleistet. Zusätzlich konnten weitere Neukunden in Indien und Südkorea gewonnen werden. Diese Maßnahmen ermöglichen es, den gesamten Produktlebenszyklus besser auszuschöpfen und langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen.

Aufbauend auf diesen vertrieblichen Erfolgen befindet sich ein Joint Venture in der Gründungsphase, das bereits operativ tätig ist und die Grundlage für eine mehrstufige Lokalisierungsstrategie in China sowie den angrenzenden asiatischen Märkten bildet. Das Joint Venture dient insbesondere dem Aufbau einer lokalen Produktion und der Erschließung zusätzlicher Marktpotenziale über das gesicherte Mindestvolumen hinaus. Für Steyr Motors ist dieses Joint Venture mit keinen eigenen Kapitalinvestitionen verbunden und generiert somit reines Wachstum, ohne die Investitionsplanung zu belasten.

Zusätzlich zum südostasiatischen Raum wurde die Region MENA (Naher Osten und Nordafrika) als Fokusregion für die weitere Geschäftsentwicklung definiert. Im Geschäftsjahr wurde das bestehende Key-Account-Team diesbezüglich verstärkt und es konnten neue Partner (Distributoren und Handelsvertreter) gewonnen werden, die das Vertriebsnetz stärken sollen. Um die Präsenz im Mittleren Osten gezielt auszubauen, eröffnete Steyr Motors ein Büro in Dubai. Die operative Tätigkeit hat bereits 2025 begonnen, die rechtliche Gründung der Gesellschaft soll bis Ende des ersten Quartals 2026 abgeschlossen sein. Damit schafft das Unternehmen die Basis für nachhaltiges Wachstum in einem strategisch wichtigen Absatzmarkt.

Auch in den USA konnten weitere Vertriebserfolge erzielt werden. Die bereits seit Jahren andauernde exklusive Belieferung der US Navy SEALs mit Motoren für Einsatzboote wurde auch im Geschäftsjahr 2025 intensiviert und durch weitere Motorenlieferungen ergänzt.

Auf der Engineering-Seite wurden die im Jahr 2024 begonnenen Weiterentwicklungen zur Standardisierung des Produktportfolios der Steyr Motors fortgesetzt und weitere Fortschritte erzielt. Durch die kundennahen Entwicklung der APU haben sich die Gespräche mit mehreren Herstellern über kundenspezifische Lösungen intensiviert. Zusätzlich konnten mehrere Felderprobungen („Vehicle Acceptance Tests & High Altitude Tests“) gemeinsam mit Kunden erfolgreich abgeschlossen werden. Diese bestätigen abermals den zuverlässigen Einsatz der Motoren der Steyr Motors unter herausfordernden Bedingungen nachweislich.

Im Geschäftsbereich „Maintenance, Repair & Overhaul" („MRO") sind insbesondere die Ausweitung der Tätigkeiten im 2024 neueröffneten Trainingcenter hervorzuheben. Ab dem zweiten Halbjahr 2025 konnten Generalüberholungen von Motoren und Dieselaggregaten in erweitertem Umfang durchgeführt werden. Zudem konnten bereits Folgeaufträge für das Jahr 2026 gesichert und entsprechend eingesteuert werden.

Parallel zur regionalen Expansion hat Steyr Motors die Suche nach strategischen Partnern weiter intensiviert. Die eingeleiteten M&A-Aktivitäten befinden sich in der Due-Diligence-Phase, wobei der Fokus auf einer klaren strategischen Übereinstimmung mit Steyr Motors liegt. Neben Asien richtet sich die Partnersuche gezielt auch auf potenzielle Partner in Nordamerika und Europa, um den Marktzugang, die technologische Tiefe sowie die industrielle Skalierung weiter zu stärken. Ziel ist es, bis Mitte 2026 mindestens einen strategischen Partner zu identifizieren und eine Transaktion abzuschließen, welche einen nachhaltigen Beitrag zur globalen Wachstumsstrategie von Steyr Motors leisten wird.

3.2 Ertragslage der Gesellschaft inkl. finanzieller Leistungsindikatoren

von 923 Einheiten („EH";

Im Bereich der Motoren wurde die Absatzmenge im Jahr 2025 Vorjahreszeitraum: 729 EH) erreicht. Parallel dazu konnte ein Wachstum in den Bereichen Spare-Parts und Engineering erzielt werden.

Dies führte dazu, dass im Geschäftsjahr 2025 ein Umsatzwachstum in Höhe von 6.731 TEUR (+ 16,3 % zur Vorjahresperiode) auf EUR 48.092 TEUR erwirtschaftet wurde, nach EUR 41.362 TEUR im Vorjahr. Dieser Trend stärkt die Marktposition der Gesellschaft. Die folgende Tabelle zeigt die Umsatzentwicklung 2025, aufgeteilt nach den Geschäftsbereichen „Civil" und „Defense“.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
01.01.-01.01.-
in TEUREntw. in %
31.12.202531.12.2024
Civil19 24716 06119,8%
Defense28 84625 30114,0%
Total48 09241 36216,3%

Der Materialaufwand belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 25.939 TEUR (Vorperiode: 23.037 TEUR) und lag damit im Verhältnis zum Umsatz unter dem Niveau des Vorjahres. Der mengenbedingte Mehrverbrauch an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen infolge des gestiegenen Outputs konnte durch Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und einen optimierten Ressourceneinsatz weitgehend kompensiert werden.

Im Geschäftsjahr 2025 wurden Preisanpassungen gegenüber Kunden umgesetzt, die dazu beitrugen, den Rohertrag trotz des weiterhin herausfordernden Marktumfelds zu stabilisieren. Der Rohertrag belief sich im Berichtsjahr auf 48,3 % (Vorperiode: 49,5 %), da Kostensteigerungen nur teilweise weitergegeben werden konnten. Die Preisanpassungen leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der operativen Ertragskraft der Gesellschaft.

Der Personalaufwand erhöhte sich von 9.532 TEUR im Vorjahreszeitraum auf 12.781 TEUR im Geschäftsjahr 2025. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf einen gezielten Personalaufbau in allen Fachbereichen zurückzuführen, um den gestiegenen Markt- und Leistungsanforderungen gerecht zu werden. Zum Jahresende beschäftigte Steyr Motors durchschnittlich 122 vollzeitäquivalente Arbeitnehmer (Vorperiode: 104), insbesondere im Bereich Engineering wurden zusätzliche Kapazitäten geschaffen, um sowohl interne Entwicklungsprojekte als auch Kundenprojekte termingerecht umsetzen zu können. In der Produktion erfolgte ein Kapazitätsaufbau zur Abdeckung der erhöhten Produktionsleistung. Darüber hinaus wurde der Vertrieb personell verstärkt, um die Marktpräsenz zu erhöhen, die Neukundengewinnung zu forcieren und die internationale Expansion weiter voranzutreiben.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich von 6.975 TEUR im Geschäftsjahr 2024 auf 5.971 TEUR im Geschäftsjahr 2025. Sie enthalten im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 1.574 TEUR, die überwiegend im Zusammenhang mit M&A-Aktivitäten angefallen sind. Im Vorjahreszeitraum waren hierin noch Beratungsleistungen der Mutares SE &Co. KGaA im Zusammenhang mit der Restrukturierung der Gesellschaft in Höhe von 1.967 TEUR enthalten. Derartige Aufwendungen fielen im Geschäftsjahr 2025 nicht mehr an und trugen damit zur Reduktion der sonstigen betrieblichen Aufwendungen bei.

Darüber hinaus umfassen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen Beiträge, Gebühren sowie Finanznebenkosten, insbesondere Factoring-Gebühren und kapitalmarktbezogene Kosten. Aufwendungen für IT und Verwaltung resultierten insbesondere aus dem zusätzlichen Personalaufbau sowie aus Investitionen in Softwarelösungen zur Unterstützung der operativen und administrativen Prozesse. Reparaturen und Instandhaltungen bewegten sich im Berichtsjahr auf dem Niveau des Vorjahres.

der Die Aufwendungen für Werbung und Reisekosten erhöhten sich infolge der Ausweitung Marktpräsenz, insbesondere durch verstärkte Reisetätigkeiten zu Kunden sowie durch die Teilnahme an Veranstaltungen und Messen. Die Raumkosten erhöhten sich im Wesentlichen aufgrund gestiegener Stromkosten, die vor allem auf die Erhöhung der Netzkosten im Jahr 2025 zurückzuführen sind. Darüber hinaus sind Aufwendungen für den Fuhrpark sowie weitere sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten.

Als finanzielle Leistungsindikatoren dienen dem Vorstand der Gesellschaft die Umsatzerlöse, das EBIT sowie das bereinigte EBIT der Gesellschaft.

Als Ergebnis der im Geschäftsjahr 2025 umgesetzten Maßnahmen mit Fokus auf die Erschließung neuer Märkte, die Weiterentwicklung des Produktportfolios sowie die initiierte Suche nach strategischen Partnern wurde im Geschäftsjahr 2025 ein EBIT in Höhe von 3.908 TEUR erzielt. Dies entspricht bei einem realisierten Umsatz von 48.092 TEUR einer EBIT-Marge in Höhe von 8,1 %. Das bereinigte EBIT belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 5.173 TEUR (10,8 % bereinigte EBIT-Marge). Die Uberleitung zwischen EBIT und bereinigten EBIT ist der nachstehenden Tabelle zu entnehmen:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
in TEUR01.01.-01.01.-
31.12.2025 31.12.2024
EBIT3 9083 479
Restrukturierungswendungen und Einmalaufwendungen9561 674
Mutares Fees1 967
Außerordentliche Kapitalmarktkosten112
Aktienoptionen für Mitarbeiter198
EBIT bereinigt5 1737 120

3.3 Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft

Das Anlagevermögen von 3.678 TEUR (Vorperiode: 2.716 TEUR) beinhaltet immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 1.106 TEUR (Vorperiode: 615 TEUR) und Sachanlagen in Höhe von 2.572 TEUR (Vorperiode: 2.101 TEUR). Die im Geschäftsjahr 2025 durchgeführten Investitionen wurden vor allem im Bereich „Software-Investments" (u. a. Investitionen für Software für die nächste Generation eines Motorsteuergeräts, verbesserte Software der Motorenprüfstände sowie ein neues digitales Eingangsrechnungstool) und für neue Werkzeuge zu Produktkostenoptimierungen sowie zur Behebung von Obsoleszenzen durchgeführt.

Im Bereich des Umlaufvermögens ist im Geschäftsjahr 2025 ein Aufbau des Working Capitals zu verzeichnen. Die Vorräte erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr von 12.457 TEUR auf 17.106 TEUR. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf einen gezielten Lageraufbau von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen zurückzuführen. Im Jahr 2025 wurden Bestände insbesondere zur Absicherung der Grundmotorenproduktion für den Marine-Bereich sowie für kritische Ersatzteilkomponenten aufgebaut, um eine zeitnahe Verfügbarkeit entsprechend den Kundenanforderungen sicherzustellen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Lieferfähigkeit in diesem strategisch bedeutenden Segment nachhaltig zu verbessern und den Kundenbedarf mit kurzen Vorlaufzeiten bedienen zu können. Darüber hinaus trägt der Lageraufbau zur Glättung von Auslastungsschwankungen in der Produktion bei und unterstützt eine stabile Output-Menge. Der im Geschäftsjahr 2025 erfolgte Aufbau bildet die Basis für das Geschäftsjahr 2026 und ist nicht als anhaltender Bestandsaufbau vorgesehen. Eine weitere Erhöhung der Vorräte ist nur insoweit geplant, wie dies zur effizienten Bedienung bestehender Kundenaufträge und erwarteter Nachfrageentwicklungen im Marine-Sektor erforderlich ist.

Die Bestände an Fertig- und Halbfertigerzeugnissen lagen mit 2.438 TEUR nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (Vorperiode: 2.400 TEUR) und reflektieren eine weiterhin bedarfsgerechte Produktions- und Bestandssteuerung.

Aufgrund des starken Umsatzvolumens im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Bilanzstichtag auf 6.485 TEUR (Vorperiode: 1.506 TEUR). Ursache hierfür war insbesondere, dass im umsatzstarken vierten Quartal nicht alle Kunden den vereinbarten Factoringbedingungen entsprachen beziehungsweise die Limits einzelner Geschäftspartner überschritten wurden. Dadurch lagen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen über dem Vorjahresniveau. Ziel im weiteren Geschäftsverlauf ist es, die bestehenden Rahmenbedingungen an diese Situation anzupassen, um im Geschäftsjahr 2026 eine bestmögliche Nutzung der Factoring- und Liquiditätsinstrumente zu gewährleisten.

Durch die konsequente Optimierung der Zahlungskonditionen sowie die Gewinnung neuer, in das Factoring eingebundener Kunden konnte die Liquiditätssituation im Geschäftsverlauf 2025 insgesamt stabil gehalten werden. Zusätzlich wurde die Veranlagung freier Mittel optimiert, um eine effizientere

Kapitalnutzung sicherzustellen, wodurch die finanzielle Stabilität und Flexibilität des Unternehmens gestärkt wurden.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Gesellschaft lagen mit 7.307 TEUR zum 31. Dezember 2025 unter dem Vorjahresniveau von 8.164 TEUR zum 31. Dezember 2024.

Im Geschäftsjahr 2025 wurde eine Dividendenzahlung in Höhe von 2.860 TEUR durchgeführt. Mit einem Eigenkapital von 20.114 TEUR hat die Gesellschaft zum Stichtag 31.12.2025 eine Eigenkapitalquote von 55,7 % (Vorperiode: 69,7%) und somit eine solide Basis zur Finanzierung des prognostizierten Wachstums.

Die Verbindlichkeiten in Höhe von 12.050 TEUR (Vorperiode: 4.462 TEUR) enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 2.739 TEUR (Vorperiode: 3.213 TEUR), Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von 0 TEUR (Vorperiode: 149 TEUR) und sonstige Verbindlichkeiten von 9.148 TEUR (Vorperiode: 532 TUER).

Im Geschäftsjahr 2025 wurde erstmals ein Reverse-Factoring-Programm eingesetzt, bei dem Lieferantenverbindlichkeiten durch einen Finanzdienstleister zu den ursprünglich mit den Lieferanten vereinbarten Zahlungszielen beglichen werden. Steyr Motors nutzt dieses Instrument, um die Zahlungsziele von Lieferantenverbindlichkeiten zu verlängern und die Liquiditätssteuerung zu optimieren. Im Geschäftsjahr 2025 führte dies zur Erfassung sonstiger Verbindlichkeiten in Höhe von 8.330 TEUR (Vorperiode: 0 TEUR).

Durch Reverse-Factoring und die kontinuierliche Verbesserung der Zahlungskonditionen konnte die durchschnittliche Zahlungsdauer (DPO) gegenüber dem Vorjahr verkürzt werden. Da die Zahlungsströme gegenüber den Lieferanten wirtschaftlich unverändert bleiben und lediglich der Zahlungskanal über den Finanzdienstleister substituiert wird, behalten die damit verbundenen Zahlungen ihren betrieblichen Charakter. Aus diesem Grund werden die Zahlungen an die Bank im Cashflow aus der Betriebstätigkeit ausgewiesen, da sie Zahlungen darstellen, die funktional dem Erwerb von Gütern und Dienstleistungen im Rahmen des normalen betrieblichen Zyklus entsprechen.

Die einzelnen Cashflows wurden gemäß AFRAC36 ermittelt und betragen für das Geschäftsjahr 2025:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
Cash Flow aus Betriebstätigkeit3.952 TEUR (Vorjahreszeitraum: -509 TEUR)
Cash Flow aus Investitionstätigkeit-1.467 TEUR (Vorjahreszeitraum: 1.233 TEUR)
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit-3.341 TEUR (Vorjahreszeitraum: 1.720 TEUR)

4 BERICHT ÜBER DIE RISIKEN SOWIE DIE VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES

UNTERNEHMENS

4.1 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

4.1.1 Kundenrisiko

Das Unternehmen ist Risiken im Zusammenhang mit der finanziellen Leistungsfähigkeit einzelner Kunden ausgesetzt. Trotz der bestehenden Factoring-Vereinbarung verbleibt ein Ausfallrisiko für jene Forderungen, deren Volumen die vom Factor (Factoring-Gesellschaft) eingeräumten Kreditlimite übersteigt. Für diese Umsätze trägt Steyr Motors das Delkredere-Risiko, sofern Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen oder Forderungen nicht vom Factor übernommen werden.

Zusätzlich besteht das Risiko, dass Rahmenverträgen nicht erfüllt werden, insbesondere wenn zugesagte oder erwartete Abrufmengen seitens der Kunden nicht realisiert werden. Ebenfalls kann die Verwendung unverbindlicher Prognosen durch Kunden dazu führen, dass geplante Produktionsmengen oder Kapazitätsauslastungen nicht erreicht werden, wodurch finanzielle Nachteile entstehen können.

4.1.2 Lieferantenrisiken:

Verfügbarkeitsprobleme: Insbesondere in komplexen Supply Chains kann es schwierig sein, kritische

Teile oder Rohstoffe rechtzeitig und in der benötigten Menge zu beschaffen. Dies kann durch Engpässe oder Verzögerungen bei Lieferanten verursacht werden.

Abhängigkeit von Single Source Suppliers: Wenn Steyr Motors stark von wenigen oder nur einem Lieferanten für spezifische Komponenten abhängig ist, kann ein Ausfall dieser Quelle zu Produktionsausfällen führen.

Qualitätsprobleme: In der Anlaufphase neuer Produktionen ist die Wahrscheinlichkeit von Qualitätsproblemen höher, was wiederum zu Verzögerungen oder zusätzlichen Kosten führen kann.

4.1.3 Planungs- und Steuerungsrisiken

Fehlende Synchronisation zwischen Abteilungen: In komplexen Supply Chains kann eine mangelhafte oder verzögerte Abstimmung zwischen den Bereichen Beschaffung, Produktion, Logistik und Vertrieb zu Verzögerungen oder Engpässen führen.

Forecasting und Bestandsmanagement: Fehlerhafte Prognosen über den Marktbedarf oder die Produktionskapazität können zu einer Überproduktion oder Unterdeckung führen.

Engpässe in der Logistik: Insbesondere bei globalen Lieferketten kann es zu Transportengpässen, Verzögerungen bei der Zollabwicklung oder anderen logistischen Problemen kommen, die den Zeitplan beeinträchtigen.

4.1.4 Abhängigkeit von Nischenmärkten

Marine- und Spezialmärkte wie Militär und industrielle Anwendungen sind spezifische Nischen mit begrenztem Volumen. Eine hohe Konzentration auf wenige Kunden oder Märkte birgt das Risiko, dass eine plötzliche Marktschwäche oder Nachfrageverschiebung zu einem erheblichen Umsatzrückgang führen kann. Ein besonders großer Kunde oder eine spezifische Branche könnte dominierend werden. Sollte dieser Kunde abspringen, könnte dies gravierende Auswirkungen haben.

4.1.5 Marktwettbewerb und Preisdruck

Starke Wettbewerber wie Volvo Penta, Yanmar und Cummins setzen Steyr Motors unter hohen Preisdruck. Diese größeren Hersteller können durch ihre Produktionskapazitäten und globalen Vertriebsnetze günstigere Preise und bessere Serviceleistungen anbieten. Steyr Motors muss sich daher durch Technologie und Qualität differenzieren. Dies kann jedoch höhere Produktionskosten nach sich ziehen kann, die es schwieriger machen, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die anhaltend hohe Nachfrage im weltweiten Defense-Markt, getrieben durch steigende Verteidigungsbudgets und die schwache Konjunktur im kommerziellen Automotive-Sektor, führt dazu, dass zunehmend weitere Motorenhersteller versuchen, in dieses attraktive Marktsegment einzutreten. Dieser verstärkte Wettbewerb kann zu erhöhtem Preisdruck, zu einer Verschärfung der technologischen Anforderungen sowie zu einer intensiveren Konkurrenz um Schlüsselaufträge führen. Dadurch besteht das Risiko, dass Marktanteile schwerer zu sichern sind und die geplanten Absatzmengen nicht im erwarteten Umfang realisiert werden können.

4.1.6 Technologische Herausforderungen

Technologischer Wandel in der Automobil- und Marine-Branche, insbesondere der Ubergang zu emissionsfreien Antrieben und elektrischen bzw. hybriden Lösungen, kann für Dieselmotorenhersteller wie Steyr Motors ein erhebliches Risiko darstellen. Sollten Regulierungen zur Reduktion von CO2- Emissionen verschärft werden, könnte die Nachfrage nach konventionellen Dieselmotoren sinken, wenn Steyr Motors nicht schnell genug auf alternative Antriebstechnologien umstellt. Forschungs- und Entwicklungskosten für neue Technologien, wie Hybrid- oder emissionsarme Motoren, könnten stark ansteigen und die finanzielle Stabilität belasten.

4.1.7 Abhängigkeit von Exportmärkten und geopolitischen Risiken

Exportabhängigkeit: Ein großer Teil des Geschäfts von Steyr Motors besteht aus Exporten in internationale Märkte. Anderungen in den Handelsbeziehungen, Zölle, und regulatorische Hürden (z. B. durch politische Instabilität oder Protektionismus) können den Marktzugang erschweren. Geopolitische Risiken, wie Embargos oder Handelskonflikte, könnten den Zugang zu wichtigen Märkten oder kritischen Rohstoffen einschränken.

Makroökonomische Faktoren: Schwankungen auf den Rohstoffmärkten, geopolitische Instabilität oder Handelsbarrieren können negative Auswirkungen auf die Lieferkette haben.

4.1.8 Absatz- und Marktrisiko

Steyr Motors liefert überwiegend auf Basis der INCOTERMS EXW/FCA, wodurch die transport- und zollseitigen Risiken grundsätzlich beim Kunden liegen. Steigende Importzölle – wie zuletzt in den USA

diskutiert bzw. eingeführt – können jedoch die Kostenstruktur der Abnehmer spürbar erhöhen und somit die Nachfrage, die Abrufmengen oder die Wettbewerbsfähigkeit unserer Produkte in den jeweiligen Märkten beeinträchtigen. Entsprechend stellen Anderungen der internationalen Handelsbeziehungen und Zolltarife ein kalkulierbares, aber wesentliches Risiko für die zukünftige Geschäftsentwicklung dar.

4.1.9 Finanzielle Risiken

Kapitalintensive Produktion: Die Fertigung von Motoren ist kapitalintensiv, insbesondere spezialisierten Anwendungen. Hohe Fixkosten sowie Investitionen in Technologie und Infrastruktur könnten das Unternehmen unter Druck setzen, wenn es zu Absatzrückgängen kommt. bei

Währungsrisiko: Währungsschwankungen stellen für die stark exportorientierte Steyr Motors ein wesentliches finanzielles Risiko dar. Veränderungen der Wechselkurse – insbesondere zwischen Euro und US-Dollar – können sich maßgeblich auf Umsätze, Margen und das operative Ergebnis auswirken. Zwar werden die Preislisten grundsätzlich in Euro geführt und für die Folgeperiode auf Basis eines abgestimmten Wechselkurses kalkuliert, kurzfristige Wechselkursbewegungen im Laufe des Jahres können jedoch Anpassungen der Preise oder gegebenenfalls die Inkaufnahme abweichender Deckungsbeiträge erforderlich machen.

Kostenüberschreitungen: Die Anlaufkosten eines Projekts können, insbesondere wenn es zu unvorhergesehenen Problemen kommt, schnell die kalkulierten Budgets überschreiten. Zusätzliche Investitionen in Personal, Maschinen oder externe Berater könnten erforderlich sein.

Cashflow-Probleme: Verzögerungen im Produktionshochlauf können den Cashflow des Unternehmens stark beeinträchtigen, insbesondere wenn Kunden auf Lieferungen warten oder Zahlungen zurückhalten, bis die Produktion stabil läuft.

4.1.10 Liquiditätsrisiko durch Factoring und Reverse Factoring

Die Liquiditätssteuerung der Gesellschaft erfolgt teilweise über Factoringlösungen. Risiken ergeben sich insbesondere aus der Abhängigkeit von der Bonität einzelner Kunden sowie aus faktorspezifischen Limiten. Durch die laufende Überwachung der Forderungsstruktur und eine aktive Anpassung der Zahlungs- und Finanzierungsbedingungen werden diese Risiken minimiert.

Seit dem Geschäftsjahr 2025 nutzt die Gesellschaft ein Reverse-Factoring-Programm zur Optimierung der Liquiditätssteuerung. Ein Risiko ergibt sich aus der Abhängigkeit von einem einzelnen Finanzdienstleister, da im Falle einer Beendigung des Programms die ursprünglichen Zahlungsziele wieder zur Anwendung kommen und kurzfristige Liquiditätsabflüsse entstehen könnten. Zur Absicherung steht eine bestätigte Kreditlinie in Höhe von 12.000 TEUR zur Verfügung, welche zum Stichtag 31. Dezember 2025 mit einer Ausnützung in Höhe von 0 TEUR nicht in Anspruch genommen wurde.

4.1.11 Qualitäts- und Produktionsrisiken

Produktionsprobleme oder Qualitätsmängel in der Fertigung können zu Verzögerungen, teuren Rückrufaktionen und Reputationsschäden führen. Da Steyr Motors in Märkten agiert, die eine hohe Zuverlässigkeit verlangen (z. B. Militär und Marine), sind Qualitätsprobleme besonders kritisch.

Skalierbarkeit der Produktion: Sollte es zu einem unerwartet hohen Anstieg der Nachfrage kommen, könnte es schwierig sein, die Produktionskapazitäten schnell genug zu erhöhen, um die Aufträge zu erfüllen.

Produktionskapazität: Der Ubergang von Prototypen- oder Kleinserienfertigung zur Serienproduktion erfordert oft erhebliche Anpassungen. Eine Unterbrechung der Produktion, technische Herausforderungen oder ineffiziente Produktionsprozesse können die Skalierung behindern.

4.1.12 Regulierungs- und Compliance-Risiken

Umweltvorschriften: Die Einhaltung zukünftiger Emissionsstandards ist entscheidend für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Geschäftsbereichs „Marine“. Steigende Emissionsanforderungen können einen erheblichen Investitionsbedarf verursachen.

Zertifizierungen und Genehmigungen: Insbesondere im militärischen und industriellen Bereich müssen Produkte strenge Zertifizierungsprozesse durchlaufen. Verzögerungen bei der Zertifizierung oder die Nicht-Erfüllung der Vorgaben können zu Verzögerungen und Kostensteigerungen führen.

4.1.13 Abhängigkeit von qualifiziertem Personal

Steyr Motors ist stark auf hochqualifizierte Ingenieure und Techniker angewiesen, um technologisch anspruchsvolle Motoren zu entwickeln und zu fertigen. Der Verlust von Schlüsselpersonal oder Schwierigkeiten bei der Rekrutierung geeigneter Fachkräfte könnten die Innovationskraft, Effizienz und das angestrebte Wachstum des Unternehmens beeinträchtigen.

4.1.14

Wirtschaftliche Unsicherheit und Nachfragefluktuation

Konjunkturabhängigkeit: Die Nachfrage nach Motoren, insbesondere im Freizeit- und Industriebereich, kann von wirtschaftlichen Zyklen beeinflusst werden. In wirtschaftlichen Abschwüngen könnte die Nachfrage nach neuen Booten und Motoren sinken, was zu Umsatzrückgängen führen würde.

COVID-19-ähnliche Krisen: Globale Pandemien Lieferketten und den Absatz stark beeinträchtigen.

oder ähnliche Krisen können die Produktion,

4.2 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Die aktuellen Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) (Quelle: „Statista.com") deuten in allen für die Steyr Motors AG relevanten internationalen Märkten auf ein Wachstum hin.

Der Großteil der Kunden von Steyr Motors kommt aus dem Verteidigungsbereich. Seit Beginn des Ukrainekrieges kommt es in sämtlichen relevanten Absatzmärkten zu verstärkten Investitionen staatlicher Stellen. Die aktuellen und zukünftig erwarteten Wachstumsraten liegen deutlich über denen der Gesamtwirtschaft(Quelle: „European Commission - Autumn 2025 Economic Forecast, veröffentlicht am 17. November 2025“) in der nachstehenden Tabelle:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
Region20262027
Weltwirtschaft gesamt3,1%3,2%
EURO-Raum gesamt1,2%1.4%
Deutschland1,2%1,2%
Vereinigte Staaten von Amerika1.9%2,1%
Spanien2,3%2,0%
Asien4.9%4,9%
Indien6.5%6.4%
China4,6%4,4%

Nach der erfolgten Neueröffnung des Steyr Motors Trainingcenters haben zwischenzeitlich erste Trainings für Key-Account-Kunden und Marine-Distributoren begonnen. Entsprechend wird ein weiterer Anstieg der Erlöse aus dem Bereich MRO erwartet. Nach Unterzeichnung einer Servicevereinbarung mit einem Key-Account-Kunden wurden die ersten Uberholungen und Reparaturen von Dieselaggregaten am Standort Steyr bereits im 2. Halbjahr 2025 durchgeführt. Für das Geschäftsjahr 2026 wird weiteres Umsatzwachstum prognostiziert. Insbesondere in der MENA-Region wird an der Gewinnung weiterer Kunden für den Geschäftsbereich MRO gearbeitet.

Die Prognose für den weiteren Verlauf zeigt weiterhin positive Tendenzen, wobei insbesondere im zivilen Bereich, aber auch im militärischen Bereich, zusätzliches Wachstum erwartet wird.

Für das Geschäftsjahr 2026 wird ein Anstieg der Investitionen in Sachanlagen (Property, Plant and Equipment) erwartet. Die geplanten Investitionen dienen insbesondere der Unterstützung des vorgesehenen Produktions-Ramp-ups, der weiteren Optimierung der Sourcing-Strategie einschließlich der schrittweisen Lokalisierung von Beschaffungs- und Wertschöpfungsstrukturen, sowie der Umsetzung neuer und fortgeführter Entwicklungsprojekte.

Der Vorstand blickt zuversichtlich auf das Geschäftsjahr 2026 und rechnet nach Verzögerungen einzelner Rahmenverträge im Vorjahr mit einem beschleunigten Wachstum, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte. Der Vorstand geht davon aus, dass der Umsatz auf EUR 75-95 Mio. ansteigen wird. Die EBIT-Marge wird auf einem Niveau von mindestens 15 % erwartet. Dieses Wachstum soll maßgeblich durch die Intensivierung der Markt- und Vertriebsaktivitäten in Asien, der MENA-Region, in Nord- und Südamerika sowie durch anorganische Effekte, die vom Verlauf bestehender Due-Diligence- Prozesse abhängen, realisiert werden.

Die im Rahmen der strategischen Planung kommunizierte Mittelfristprognose für das Geschäftsjahr 2027 bleibt unverändert bestehen.

4.3 Bericht über Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2025 hat Steyr Motors mehrere größere Forschungs- und Entwicklungsprojekte verfolgt, von denen einige bereits im Jahr 2023 begonnen wurden. Das erste laufende Projekte betrifft die Standardisierung des 6-Zylinder Fahrzeugmotors. Ziel ist es, verschiedenste Kundenanforderungen in einem Standard-Motor abzubilden, Effizienzen in der Supply-Chain zu heben und parallel dazu Optimierungen auf Ebene der Materialkosten durch größere Abnahmemengen einzelner Komponenten zu erzielen.

Darüber hinaus hat Steyr Motors im Geschäftsjahr 2025 wesentliche Fortschritte bei der Weiterentwicklung seines Technologie- und Produktportfolios erzielt. Ein Schwerpunkt lag auf der Standardisierung der neuen 2-Zylinder Auxiliary Power Unit (APU), die erhöhte Anforderungen an die elektrische Leistung erfüllt und gleichzeitig eine Kaltstartfähigkeit bis –46 °C gewährleistet. Die APU liefert 30 kW elektrische Leistung, ist speziell für moderne Kampfpanzersysteme konzipiert und adressiert damit zentrale Kundenanforderungen. Die ersten Prototypen wurden im Dezember 2025 erfolgreich ausgeliefert und befinden sich derzeit in der Erprobung, die bis Mitte 2026 läuft. Die Serienreife wird für Anfang 2027 erwartet. Die Projektarbeiten erfolgen aufgrund gestiegener Kundenanforderungen und werden teilweise über einmalige Engineering-Aufwände abgerechnet.

Mit der M12 Power Unit wird gleichzeitig ein modular aufgebautes Energierückgrat für moderne Verteidigungsanwendungen entwickelt. Dieses System umfasst eine trennbare Kühlungseinheit für Spezialanforderungen, eine leistungsstarke Generator-Einheit sowie einen robusten Basisrahmen mit integriertem Tanksystem. Die Plattform stärkt die Einsatzfähigkeit der Produkte unter vielfältigen Umwelt- und Belastungsbedingungen. Bereits im ersten Halbjahr 2026 werden erste Gespräche über Abnahmen und Rahmenverträge mit potenziellen Kunden geführt, um frühzeitig konkrete Marktbedarfe zu adressieren und eine verlässliche Planungssicherheit für die Serienumsetzung zu schaffen.

Im zweiten Halbjahr 2024 wurde ein neues Projekt zur Erreichung der Abgasnorm China Il gestartet, das die bestehenden Projekte ergänzt. Durch den erfolgreichen Abschluss im Geschäftsjahr 2025 mit dem Erreichen der Leistungstoleranz eröffnete sich für unseren lokalen Geschäftspartner Trysun und Steyr Motors in der Marine-Motorenfamilie ein bedeutender Markt für den kommerziellen Absatz.

Zudem konnten zwei Entwicklungsprojekte für einen Verteidigungskunden erfolgreich vorangetrieben werden. In deren Rahmen wurden neue Motoren mit 160 kW bzw. 200 kW Leistung entwickelt, um spezifische Einsatzanforderungen zu erfüllen. Die Serienreife des 160-kW-Motors wurde im ersten Quartal 2025 erreicht, sodass bereits im selben Jahr erste größere Stückzahlen ausgeliefert werden konnten. Die Entwicklung des 200-kW-Motors wurde bis zum vierten Quartal 2025 im Wesentlichen abgeschlossen. Die erste Auslieferungen nach Abschluss der Prototypenphase sind für Ende 2026 vorgesehen.

Ein weiterer strategischer Meilenstein ist die Entwicklung einer neuen Motorengeneration im Leistungssegment 300 bis 500 PS. Aufgrund der weltweit hohen Nachfrage bietet diese ein attraktives Wachstumspotenzial. Der neue 500-PS-Motor erreicht ein führendes Leistungs-Gewichts-Verhältnis. Erste Abnahmezusagen liegen aus Australien, Italien und den Niederlanden vor. Ein Teil der Projektkosten soll durch externe Partner mitfinanziert werden. Hierzu wird eine unterzeichnete Rahmenvereinbarung bis zum zweiten Quartal 2026 erwartet. Der Projektplan sieht den Start Anfang 2026, einen funktionsfähigen Prototypen bis Ende 2026 und die Serienproduktion im Marine-Bereich bis 2028 vor. Mit diesem neuen Leistungssegment erweitern wir unser Motorenportfolio und stärken zugleich das Marktsegment von Steyr Motors, insbesondere im Bereich taktischer Fahrzeuge. Der neue Motor eignet sich für deutlich größere und schwerere Fahrzeugplattformen als das bisherige Produktportfolio. Dank der modularen Plattformarchitektur werden zusätzliche Anwendungen erschlossen und Skaleneffekte realisiert.

5 WESENTLICHE MERKMALE DES IKS UND RISIKOMANAGEMTS

5.1 Interne Kontrollstrukturen

Das interne Kontrollsystem (IKS) von Steyr Motors basiert auf einer klaren organisatorischen Struktur, die in der Satzung der Gesellschaft verankert ist. Der Vorstand führt die Geschäfte gemäß den gesetzlichen Vorgaben sowie der Geschäftsordnung und trägt die Gesamtverantwortung für die Implementierung einer ordnungsgemäßen Rechnungslegung (§6.4 Satzung). Die Verteilung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten innerhalb des Vorstandes wird – sofern mehrere Mitglieder bestellt sind – in einer Geschäftsordnung eindeutig geregelt.

5.2 Kontrollumfeld und Überwachung

Der Aufsichtsrat überwacht die Geschäftsführung des Vorstands fortlaufend. Er hat das Recht, jene Geschäfte festzulegen, die der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen (§ 6.4 und § 9.5 Satzung). Dadurch wird eine systematische Kontrolle der wesentlichen finanziellen Vorgänge sichergestelt. Der Aufsichtsrat tagt mindestens vierteljährlich (§8.1 Satzung), kann zusätzliche Ausschüsse bilden (§ 10 Satzung) und ist berechtigt, Einblick in alle Bücher und Aufzeichnungen zu nehmen.

5.3 Risikomanagement Einbindung

Durch Zustimmungspflichten und Berichtspflichten des Vorstandes wird sichergestellt, dass finanzielle Risiken – insbesondere solche, die den Rechnungslegungsprozess betreffen – frühzeitig an den Aufsichtsrat kommuniziert werden. Entscheidungen zu Kapitalmaßnahmen (§5 Satzung) oder wesentliche Investitionen unterliegen der Kontrolle durch den Aufsichtsrat.

5.4 Informations- und Kommunikationssysteme

Der Vorstand ist verpflichtet, dem Aufsichtsrat rechtzeitig alle für die Uberwachung der Rechnungslegung relevanten Informationen zu übermitteln. Insbesondere im Vorfeld von Aufsichtsratssitzungen sind die Unterlagen mindestens eine Woche vorab in Textform bereitzustellen (§ 8.3 Satzung).

5.5 IKS-bezogene Feststellung

Das interne Kontrollsystem der Steyr Motors AG basiert auf einer klaren Trennung von Zuständigkeiten, wie sie in Satzung und Geschäftsordnungen festgelegt ist. Für wesentliche geschäftliche und finanzielle Entscheidungen bestehen ausdrückliche Zustimmungspflichten des Aufsichtsrats. Durch regelmäßige Aufsichtsratssitzungen wird der Rechnungslegungsprozess laufend überwacht. Alle Sitzungen sind gemäß (§ 8.13 Satzung) der Satzung zu protokollieren, wodurch eine nachvollziehbare Dokumentation des Kontrollprozesses gewährleistet ist. Der Abschlussprüfer ist (§ 13.12 Satzung) verpflichtet, an der Hauptversammlung teilzunehmen und steht dort für Fragen der Aktionäre zur Verfügung, was zusätzliche Transparenz schafft.

6 ANGABEN ZU KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND KONTROLLRECHTEN

6.1 Grundkapital und Aktienstruktur

Das Grundkapital der Steyr Motors AG beträgt 5.200.000 EUR und ist in 5.200.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien unterteilt (§ 4.1 Satzung). Sämtliche Aktien gewähren je ein Stimmrecht (§ 13.2 Satzung). Das Grundkapital wurde vollständig bar einbezahlt (§ 4.2 Satzung).

6.2 Stimmrechte und Ausübung

Jede Stückaktie besitzt volles Stimmrecht. Stimmrechtsbeschränkungen sind in der Satzung nicht vorgesehen. Stimmrechte können durch schriftlich bevollmächtigte Vertreter ausgeübt werden (§ 13.3– 13.5 Satzung). Ein Nachweisstichtag bestimmt die Teilnahmeberechtigung an der Hauptversammlung (§ 12.1 Satzung).

6.3 Kontrollrechte und besondere Rechte

Die Satzung enthält keine besonderen Kontrollrechte einzelner Aktionäre, wie etwa Mehrstimmrechte, Sonderrechte zur Bestellung von Organmitgliedern oder vetobezogene Sonderrechte.

6.4 Kapitalmaßnahmen und Vorstandsermächtigungen

Der Vorstand ist gemäß §5 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital bis zu EUR2.500.000 (genehmigtes Kapital) innerhalb von fünf Jahren nach Umgründung der Gesellschaft zu erhöhen – auch unter Ausschluss des Bezugsrechts, jeweils mit Zustimmung des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, aufgrund der genehmigten Kapitalmaßnahmen die Satzung entsprechend anzupassen (§ 5.1 Satzung).

6.5 Änderung der Satzung und Organbestellung

Die Bestellung und Abberufung von Vorständen erfolgt durch den Aufsichtsrat (§ 6.3 Satzung). Für die Mitglieder des Aufsichtsrats gelten die allgemeinen Regelungen des AktG und der Satzung (§ 7.1-7.6 Satzung). Satzungsänderungen, die die reine Textfassung betreffen, kann der Aufsichtsrat selbst beschließen (§ 9.1 Satzung) – im Übrigen entscheidet die Hauptversammlung mit den gesetzlichen Mehrheiten (§ 13.6 Satzung).

6.6 Übertragbarkeit der Aktien

Da es sich um Inhaberaktien handelt (§ 4.1 Satzung), bestehen keine Übertragungsbeschränkungen; die freie Handelbarkeit ist gegeben. Ein Anspruch auf Einzelverbriefung ist ausgeschlossen (§4.5 Satzung).

6.7 Change of Control Regelungen

Die Satzung enthält keine besonderen Regelungen, die bei einem Kontrollwechsel wirksam würden (z. B. Zustimmungspflichten, Sonderkündigungsrechte, variable Stimmrechte).

7 BESTAND, ERWERB UND VERÄUBERUNG EIGENER ANTEILE

Die Steyr Motors hat im Berichtsjahr keine eigenen Aktien gehalten, keine eigenen Aktien erworben und keine eigenen Aktien veräußert. Zum Bilanzstichtag bestanden keine unmittelbaren oder mittelbaren Bestände an eigenen Anteilen. Ebenso wurden keine eigenen Aktien als Pfand genommen oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft gehalten. Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine Ermächtigungen nach § 65 AktG zum Erwerb eigener Aktien erteilt oder genutzt.

Steyr-Gleink, am 13. Februar 2026

Signiert von:

julian Cassutti

Junan Cassi

Vorstand

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