Inhaltsverzeichnis
1. Lagebericht
1.1. Strategie und Unternehmenssteuerung
BERNHOFER ist eine eigentümergeführte Gesenkschmiede in siebter Generation, spezialisiert auf kleine und mittlere Losgrößen für hochkomplexe und innovative Schmiedeteile. Die Vorteile des Schmiedeprozesses gegenüber der spanenden Fertigung, wie der geringe Materialverlust und ein optimierter Faserverlauf, werden insbesondere im Fahrzeug-, Motoren-, Maschinen- und Getriebebau sowie der Bautechnik geschätzt.
BERNHOFER befindet sich kontinuierlich auf Wachstumskurs und entwickelt sich strategisch zum Systemlieferanten mit den tragenden Säulen:
Schmieden - - Wärmebehandlung - CNC-Bearbeitung
Von strategischer Relevanz ist für uns ebenfalls die Transformation in Richtung einer öko-effizienten Produktion. Dabei wird vor allem auf effiziente Maschinen- und Fertigungsprozesse sowie Strom aus erneuerbaren Energien gesetzt.
1.2. Wirtschaftliches Umfeld und Marktentwicklung
2025 war das wirtschaftliche Umfeld geprägt von tiefgreifenden geopolitischen Umbrüchen und einer zaghaften Konjunkturentwicklung. Trotz sinkender Zinsen konnte in Europa keine grundlegende konjunkturelle Trendwende eingeleitet werden. Eine restriktive US-Handelspolitik und neue Zölle erhöhten die Produktionskosten und bremsten somit den Internationalen Handel, was auch bei der Metallischen Industrie nicht spurlos vorbeiging. Entsprechend verhalten waren die Erwartungen der Branche für 2025.
Obwohl das reale BIP in der Eurozone gegenüber dem Vorjahr um 1,4% gestiegen ist, zeigten vor allem Industrieländer wie Deutschland (0,2%) und Österreich (0,6%) nur eine leichte konjunkturelle Erholung. Positive Impulse wurden durch Investitionstätigkeiten, dem Dienstleistungsbereich und im Bereich der Konsumausgaben gesetzt. Im produzierenden Bereich gab es eine uneinheitliche Dynamik. Während im Bauwesen ein Rückgang von 2,9% verzeichnet wurde, setzte die Herstellung von Waren mit 1,2% einen positiven konjunkturellen Impuls in Österreich.
1.3. Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens
Das 2025 vorherrschende Wirtschaftsklima beeinflusste auch BERNHOFER. Auch wir erlebten in unseren Märkten sowie Branchen eine uneinheitliche Dynamik. Mit 79,3% am Gesamtmarkt zählten auch 2025 Österreich und Deutschland zu unseren wichtigsten Märkten. Diese Märkte entwickelten sich allerdings sehr unterschiedlich. Im österreichischen Markt schrumpfte unser Umsatzanteil von 44,7% auf 34,6% (-10,1%) was vor allem auf die Restrukturierung eines Großkunden zurückzuführen war. In Deutschland verzeichneten wir eine positive Umsatzentwicklung von 38,41% auf 44,73% (+6,32%). Zu den wichtigsten Branchen gehörten für uns 2025 weiterhin Trailertechnik (24,4%), Antriebstechnik (21,4%), Land- und Forstwirtschaft (18,1%), Maschinenbau (14,1%), sowie Hydrauliktechnik (9%).
Bereits Ende 2024 war für BERNHOFER erkennbar, dass sich das wirtschaftliche Umfeld 2025 sehr herausfordernd gestalten wird und eine wirtschaftliche Erholung sich schleppender entwickeln wird als ursprünglich erwartet.
Die Läger unserer Kunden waren bis zum 4. Quartal 2025 gut gefüllt und in Folge war deren Bestellverhalten eher gedämpft. Weiters hielt die Belastung bei den Produktionskosten durch hohe Energie- und Lohnkosten an und hinzu kam ein gestiegener Wettbewerbsdruck durch Mitbewerber außerhalb des Euroraumes. Um diesem dynamischen Umfeld aktiv zu begegnen und das Unternehmen zu stabilisieren hat BERNHOFER mehrere Maßnahmen ergriffen mit dem klaren Fokus auf Kostensenkung und Produktivitätssteigerung.
1.3.1. Umsatz
Im Jahr 2025 erwirtschaftete BERNHOFER einen Umsatz von 26.189 TEUR. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Reduktion von 7,8%. Insbesondere unsere Hauptkernmärkte Osterreich und Deutschland waren 2025 von einer schwachen Konjunktur gekennzeichnet.
1.3.2. Ertragslage
Der Rohertrag lag im Jahr 2025 bei 13.903 TEUR, das entspricht 54,1% der Betriebsleistung, was eine Verbesserung zum Vorjahr darstellt. Die Personalkosten betrugen 8.802 TEUR, womit unsere Personalaufwandsquote bei 34,27% lag. BERNHOFER erwirtschaftete ein Betriebsergebnis (EBIT) von 113 TEUR, welches einer EBIT-Marge von 0,4% entspricht.
Umsatz- und Ergebnisentwicklung
| EUR 1.000 | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Umsatz | 26.189 | 28.411 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 113 | -1.640 |
| Unternehmensergebnis (EBT) | 76 | -1.695 |
| EBIT vom Umsatz [%] | 0,4 | -6.2 |
1.3.3. Mitarbeiter/innen
Im Geschäftsjahr 2025 hatte BERNHOFER durchschnittlich 120 Mitarbeiter/innen. Davon waren 76 Mitarbeiter/innen Arbeiter und 44 Angestellte.
1.3.4. Investitionen/Cash-Flow
Im Geschäftsjahr 2025 betragen die Investitionen in das Anlagevermögen 683 TEUR. Diesen Investitionen steht ein ergebnisbezogener Cash-Flow aus der betrieblichen Tätigkeit von 2.988 TEUR gegenüber.
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Investitionen (TEUR) | 683 | 777 |
Cash-Flow (TEUR) aus
| - Ergebnis | 683 | -1.018 |
|---|---|---|
| - betrieblichen Tätigkeit | 2.9688 | 1.632 |
1.3.5. Eigenmittel
Die Eigenmittel (unter Berücksichtigung von nicht rückzahlbaren Investitionszuschüssen) betragen zum 31.12.2025 9.109 TEUR. Das entspricht 68,9% der Bilanzsumme.
1.3.6. Entwicklung finanzieller Leistungsindikatoren
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Eigenmittelquote [%] | 68.9 | 63.3 |
| (einschl. Investitionszuschuss) | ||
| Nettoverschuldungsgrad [%] | n.v. | 26.6 |
| (Oberschuss der flüssigen Mittel) | ||
| Gesamtkapitalrentabilität (%] | 0.8 | -9.8 |
1.4. Wesentliche Risken und Ungewissheiten
Neben dem allgemeinen Risiko einer weiteren Konjunktureintrübung und einem damit verbundenen Rückgang der Auslastung ist BERNHOFER vorwiegend nachstehenden Risiken ausgesetzt. Das Risikomanagement ist so aufgebaut, dass auf diese Gefahren angemessen reagiert werden kann. Die in der Bilanz ausgewiesenen Finanzinstrumente sind Gegenstand dieses Verfahrens. Erkennbare Risiken und notwendige Vorsorgen werden im Rahmen der angewandten Buchhaltungsund Bilanzierungsmethoden erfasst und sind im vorliegenden Jahresabschluss angemessen berücksichtigt.
1.4.1. Preisentwicklung
Absatzpreise sind prinzipiell an die Bezugspreise gekoppelt. Kommt es zu Preisänderungen im Beschaffungsmarkt, so können aufgrund von langfristigen Verträgen die Mehrkosten nicht immer durch Anpassung der Absatzpreise gedeckt werden.
1.4.2. Ausfallrisiken
Ausfallrisiken werden durch eine sorgfältige und laufende Überwachung der Forderungen und der Bonität der Geschäftspartner begrenzt. Zudem wird Forderungsausfällen durch eine Kreditversicherung vorgebeugt.
1.4.3. Liquiditätsrisiko
Mit den Banken sind ausreichende Kreditrahmen vereinbart. Die aktuellen Darlehen können im Rahmen der Kreditvereinbarungen mit dem geplanten Cash-Flow getilgt werden.
1.4.4. Finanzinstrumente
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
1.5. Forschung und Entwicklung
Im Bereich des Werkzeugbaus, der Fertigungs- und der Werkstofftechnologien wird laufend an neuen Forschungs- und Entwicklungsprojekten gearbeitet.
1.6. Ausblick 2026
Unsere Hauptabsatzmärkte (Osterreich und Deutschland) haben seit 2024 mit einer wirtschaftlichen Schwächephase zu kämpfen. Optimistische Prognosen gehen für Osterreich von einem moderaten Wachstum aus, wenngleich die metallische Industrie mit Ihren Prognosen verhaltener ist. Wir gehen wesentlich positiver in das Jahr 2026 und planen bereits ein Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich (+18%). Bereits 2025 ist absehbar, dass sich die Läger unserer Kunden bis 2026 leeren werden und sich einige Kunden auch wieder auf einem Wachstumskurs befinden. Hinzu kommt, dass wir zahlreiche Neuprojekte lukrieren konnten. Das führte dazu, dass unsere Auftragsbücher seit dem 4. Quartal 2025 wieder gut gefüllt sind und somit auch unser zukünftiges Wachstum gesichert ist.
Höhnhart,
Ing. Ferdinand Bernhofer
Geschäftsführer