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Lagebericht 2025

Energie Steiermark Wärme GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 24. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

L A G E B E R I C H T für das Geschäftsjahr 2025

I. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2025 konnte sich das globale Wachstum gegenüber früheren Prognosen wieder etwas verstärken. Allerdings zeigen sich zwischen den Volkswirtschaften deutliche Unterschiede. Während die Wirtschaftsleistung in den USA mit einer Wachstumsrate von 1,8 % expandieren sollte, dürfte die Wirtschaft im Euroraum nur um 1,4 % zulegen. Vor allem Deutschland mit 0,1 % Wachstum im laufenden Jahr liegt hier unter den Erwartungen. Chinas Wirtschaftsleistung dürfte wiederum um 5,0 % wachsen. Somit geht das Wachstum der Weltwirtschaft laut Prognose im Jahr 2025 von zuletzt 3,3 % auf 3,1 % zurück.

In Österreich hat sich der private Konsum im Jahr 2025 wieder deutlich belebt. Einer Erholung von Industrie und Bauwirtschaft stehen allerdings eine verhaltene internationale Konjunktur und heimische Strukturprobleme gegenüber. Die weiterhin hartnäckige Inflation und die notwendige Budgetkonsolidierung dämpfen die Entwicklung der verfügbaren realen Haushaltseinkommen. Die heimische Wirtschaftsleistung wächst laut Prognose im Jahresverlauf lediglich um 0,5 %. Damit bleibt das derzeitige und das prognostizierte Wachstum weiterhin verhalten und jedenfalls geringer als in früheren Aufschwungphasen.

Die Inflation in Österreich wird mit voraussichtlich 3,6 % weiterhin höher als erwartet und auch um 1,4 % höher als im Euroraum ausfallen. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Sowohl der Energiebereich (durch das Auslaufen fiskalpolitischer Ausgleichsmaßnahmen) als auch dadurch bedingt gestiegene Lebensmittelpreise und Dienstleistungen, sowie höhere öffentliche Gebühren sind hier die Treiber. Die Arbeitslosenquote steigt voraussichtlich auf 7,4 %. Damit entwickelt sich der Arbeitsmarkt trotz der langen Konjunkturschwäche relativ robust. Nach einem kräftigen Rückgang der Investitionen in den beiden vergangenen Jahren, verbessern sich die Rahmenbedingungen vor allem für Ausrüstungsinvestitionen aktuell wieder. Handelspolitische Unsicherheiten belasten allerdings diese Entwicklung. Unter diesen Voraussetzungen liegt auch das Budgetdefizit für 2025 mit 4,4 % über den festgelegten Kriterien.

II. ENERGIEWIRTSCHAFTLICHES UND RECHTLICHES UMFELD

1. Fernwärmewirtschaft

In Österreich gehört die Fernwärme zu den dynamischsten und zugleich strategisch bedeutsamsten Bereichen der Wärmeversorgung. Sie ist ein zentraler Hebel für die Dekarbonisierung städtischer Energiesysteme und gewinnt Jahr für Jahr an Reichweite. Besonders in Ballungsräumen steigt die Zahl der angeschlossenen Haushalte und Betriebe kontinuierlich, was ihre Rolle als Schlüsseltechnologie im urbanen Wärmemarkt unterstreicht. Gleichzeitig stehen die Betreiber vor der anspruchsvollen Aufgabe, den Brennstoffmix konsequent auf erneuerbare Energieträger und industrielle Abwärme auszurichten und dabei wachsende Anforderungen neuer gesetzlicher und strategischer Vorgaben auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene zu erfüllen.

Diese Vorgaben – vom aktualisierten Nationalen Energie- und Klimaplan über die Energieeffizienzund Erneuerbare-Energien-Richtlinien der EU bis hin zum Erneuerbare-Wärme-Gesetz und regionalen Strategien wie steirische Klima- und Energie-Strategie (KESS 2030+) – verfolgen im Kern ein gemeinsames Ziel: den Anteil erneuerbarer Wärmequellen deutlich zu steigern, die Nutzung industrieller Abwärme und hocheffizienter Technologien wie Kraft-Wärme-Kopplung auszubauen, fossile Brennstoffe schrittweise zu ersetzen und die Energieeffizienz der Netze zu erhöhen. Ergänzend setzen sie auf innovative Ansätze wie Niedertemperaturnetze und saisonale Wärmespeicher, um die Fernwärme langfristig klimaneutral und zukunftsfähig zu gestalten.

Von erheblicher wirtschaftlicher und politischer Bedeutung ist zudem die im August 2024 gestartete Sektoruntersuchung „Fernwärme“ der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde. Sie soll die Wettbewerbsbedingungen im Fernwärmesektor umfassend analysieren und mögliche Marktverzerrungen, Monopolstrukturen sowie Wettbewerbsbarrieren aufzeigen. Ein zentrales Thema ist die Preistransparenz, da die Fernwärme in vielen Regionen von wenigen Anbietern dominiert wird, deren Preisgestaltung für Kunden oft schwer nachvollziehbar ist. Im Zuge der Untersuchung wurden alle großen Fernwärmebetreiber konsultiert und mussten umfangreiche Daten liefern. Die Ergebnisse könnten weitreichende Folgen haben: Es ist denkbar, dass die Behörde damit eine politische Debatte anstößt, die zu einer Reform der Marktstrukturen und damit zu grundlegenden Veränderungen in der Fernwärmeversorgung Österreichs führt.

2. CO2-Zertifikate

Im Jahr 2025 wurden für die Anlagen der Energie Steiermark Wärme GmbH (FHKW Graz, GKA Werndorf, FHKW Thondorf (Gasturbine und Kessel) und FWZ Voitsberg) gemäß Emissionszertifikategesetz (EZG) Gratis-Zertifikate im bescheidmäßig ausgewiesenen Umfang zugeteilt. Neben der Gratis-Zuteilung wurden im Jahr 2025 ebenso CO2-Zertifikate am Markt erworben.

Aufgrund der warmen Witterung und der Wärmelieferung des Verbundkraftwerkes GDK Mellach im 1. und 4. Quartal 2025 liegt die eigene Erzeugung unter den Planwerten. Die deshalb nicht verbrauchten Zertifikate können in das Jahr 2026 mitgenommen werden.

III. WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS

Die Energie Steiermark Wärme GmbH beliefert seit vielen Jahren zuverlässig die Energie Graz GmbH und damit anteilig die Fernwärmekunden in Graz sowie in 25 weiteren Städten und Gemeinden der Steiermark.

Zum 1. Juli 2025 führte die Entwicklung auf den Energiemärkten bei rund 9.000 Kunden zu einer moderaten Preiserhöhung von 4,4 Prozent. In vier Fernwärmenetzen, die ehemals mit allen bestehenden Kundenverträgen und Tarifblättern von anderen Betreibern übernommen wurden, ergaben die vereinbarten Preisindizierungen für rund 1.200 Kunden hingegen Preissenkungen im einstelligen Prozentbereich.

Der an die Energie Graz GmbH festgesetzte Fernwärmepreis wurde von der Preisbehörde überprüft, für korrekt befunden und daher nicht angepasst. Auch das im Zusammenhang mit der Preisregulierung geführte Regulierungskonto wurde geprüft und anerkannt. Es dient dazu, die tatsächlich erzielten Erlöse mit den zulässigen Einnahmen abzugleichen, wobei sowohl die Mengenentwicklung als auch die tatsächlich entstandenen Kosten berücksichtigt werden.

In den Fernwärmeversorgungsgebieten südlich von Graz blieb der Energiepreis ebenfalls unverändert und liegt derzeit geringfügig über dem von der Energie Graz GmbH im stärker verdichteten Stadtgebiet angewendeten Tarif.

1. Geschäftsverlauf

Die Umsatzerlöse betragen im Berichtszeitraum 169,5 MEUR und liegen um -15,5 MEUR unter dem Vorjahr. Das im Vorjahr in voller Höhe gebildete Regulierungskonto zur Abdeckung der Verluste für Graz aufgrund der Verwerfungen auf den Energiemärkten kann 2025 zum ersten Mal teilweise abgebaut werden. Kompensierend wirken höhere Stromerlöse aufgrund der erstmalig nach dem majour-overhaul wieder ganzjährig eingesetzten Gasturbine in Thondorf. Der Materialaufwand beträgt 116,7 MEUR und liegt im Wesentlichen aufgrund des gesunkenen Primärenergiepreisniveaus deutlich unter dem Vorjahr. Daraus resultiert eine um 0,5 MEUR gerinere Bruttogewinnspanne in Höhe von 52,8 MEUR.

Neben im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 MEUR höheren Bestandsveränderungen und aktivierten Eigenleistungen vor allem aufgrund von Stundenaktivierungen für die Biomasseprojekte in Deutschlandsberg und Rottenmann liegen auch die sonstigen betrieblichen Erträge vor allem aufgrund von Auflösungen von Investitionszuschüssen um 0,6 MEUR über dem Vorjahr. Auf der Kostenseite wirken vor allem um 4,0 MEUR höhere sonstige betriebliche Aufwendungen, was auf Aufwendungen im Zusammenhang mit erhöhten Instandhaltungsmaßnahmen in den Regionen sowie auf Ausbuchung von Anlagevermögen zurückgeführt werden kann.

Das Finanzergebnis liegt bei -0,8 MEUR und verbessert sich somit deutlich gegenüber dem Vorjahr. Grund dafür ist vor allem Auflösung des Zinsaufwandes für die Barwertung des Regulierungskontos aufgrund der Anerkennung der Verzinslichkeit der Ansprüche. Das Ergebnis vor Steuern liegt daher bei +14,8 MEUR gegenüber +14,3 MEUR im Vorjahr.

2. Finanzielle Leistungsindikatoren

Für das Geschäftsjahr 2025 wurden folgende Kennzahlen errechnet:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
EBITDA (Betriebsergebnis + Abschreibung)24,19 MEUR (2024: 27,80 MEUR)
EBIT-Marge (Betriebsergebnis / Umsatzerlöse)9,2 %(2024: 10,4 %)
Return on Capital Employed (ROCE: NOPAT / ø Capital Employed 2)1 7,9 %(2024: 10,8 %)
Return on Equity (ROE: Versteuertes Ergebnis / ø Eigenkapital)14,5 %(2024: 16,4 %)
Anlagenintensität (Sachanlagevermögen / Bilanzsumme)49,6 %(2024: 56,8 %)
Eigenkapitalquote (Eigenkapital / Gesamtkapital)32,3 %(2024: 33,2 %)

Die Eigenkapitalquote bleibt auf einem branchenadäquaten Niveau.

3. Fernwärme

3.1. Fernwärmeaufbringung

Das Jahr 2025 war insgesamt etwas kühler als der Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Dieser kürzere Vergleichszeitraum bildet die aktuellen klimatischen Bedingungen und damit den tatsächlichen Wärmebedarf wesentlich genauer ab als langfristige Mittelwerte. Angesichts der deutlichen klimatischen Veränderungen der letzten Jahre würden längere Zeitreihen die aktuellen Trends nur unzureichend widerspiegeln.

Die Fernwärmeaufbringung lag 2025 bei 1.412 GWh (2024: 1.335 GWh). Der Anteil aus hocheffizienter KWK-Wärme, industrieller Abwärme und erneuerbaren Quellen betrug 60,6% – ein deutlicher Anstieg gegenüber 50,7 % im Vorjahr. Außerhalb des Großraums Graz (Stadt Graz und südliches Umland) wurden sogar 81,3 % erreicht, nach 79,1 % im Jahr 2024.

Für die kommenden Jahre wird in den Netzen der Energie Steiermark Wärme GmbH weiterhin ein moderater Zuwachs des Fernwärmeabsatzes erwartet, getrieben durch Netzverdichtung und Neuanschlüsse. Die von der Bundesregierung beschlossene Förderung „Kesseltausch 2026“ als Nachfolger von „Raus aus Öl und Gas“, das nach wie vor positive Image der Fernwärme sowie die wieder günstigeren Preise werden diese Entwicklung zusätzlich unterstützen.

3.2. Investitionen und Instandhaltungen

Im Geschäftsjahr 2025 lagen die größten Investitionsschwerpunkte erneut im Ausbau der Fernwärmenetze – insbesondere in Deutschlandsberg, Feldbach sowie in den südlichen Umlandgemeinden von Graz. Mit der Fertigstellung des neuen Biomasseheizwerks Feldbach Ost konnte ein zentrales Infrastrukturprojekt erfolgreich abgeschlossen werden. Gleichzeitig wurden neue Biomasseprojekte in Deutschlandsberg und Rottenmann gestartet; in Rottenmann haben die Bauarbeiten bereits begonnen.

1 NOPAT (Net operating profit after taxes): Betriebsergebnis + Beteiligungsergebnis + (Betriebsergebnis + Beteiligungs- ¹ ergebnis) x effektiver Steuersatz

Capital Employed 2 = Capital Employed 1 (Eigenkaptial + lf. und kf. Finanzverbindlichkeiten + lf. und kf. Verbindlichkeiten gegenüber EFG + lf. Personalrückstellungen) – lf. und kf. Finanzielle Vermögenswerte - Zahlungsmittel

Im Fernheizkraftwerk Spielberg wurden 2025 zwei zentrale Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt, die vollständige Erneuerung der inzwischen 30 Jahre alten Anlagensteuerung sowie der Austausch der Gasturbine nach Erreichen der maximalen Betriebsstunden. Diese Investitionen gewährleisten langfristig die Leistungsfähigkeit und Versorgungssicherheit des Standorts und sichern zugleich eine hocheffiziente, qualitätsgesicherte Fernwärmeversorgung – im Einklang mit dem Steiermärkischen Baugesetz und dem Erneuerbaren-Wärme-Gesetz.

Im Berichtsjahr wurden sämtliche geplanten, vorbeugenden und zustandsorientierten Instandhaltungsmaßnahmen an den Erzeugungsanlagen und Fernwärmenetzen fristgerecht umgesetzt. Damit wurde ein störungsfreier Betrieb sowie die Einhaltung höchster Effizienz- und Qualitätsstandards gewährleistet.

3.3. Wesentliche Verträge

Die im Frühjahr 2024 abgeschlossenen Wärmelieferungs- und Bezugsverträge mit den Betreibern des Projekts „Sonnenspeicher Süd“ erhielten im September 2025 die erforderliche Gremienfreigabe. Der erste Vertrag wurde mit der Wärmespeicher Weitendorf GmbH geschlossen, die für Planung, Bau und Betrieb einer Solaranlage mit saisonalem Wärmespeicher verantwortlich ist. Der zweite Vertrag besteht mit der BWE Energieservice GmbH, die den Bau und Betrieb einer Biomassekesselanlage sowie einer rund vier Kilometer langen Verbindungsleitung zwischen Weitendorf und Werndorf übernimmt. Aufgrund externer Verzögerungen ist die schrittweise Inbetriebnahme der Anlagen frühestens ab Herbst 2027 vorgesehen.

Ebenfalls im September 2025 wurde mit der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG eine Vereinbarung über hocheffiziente Wärmelieferungen aus beiden Linien des Gas- und Dampfturbinen-Kombikraftwerks Mellach geschlossen. Das Liefervolumen für die Heizperiode 2025/26 hängt – wie bereits in den Vorjahren – von den wirtschaftlichen Einsatzmöglichkeiten aus Sicht der VTP ab.

Angesichts des Risikos, dass das wichtigste Zukunftsprojekt für die Wärmeversorgung der Stadt Graz – das Geothermieprojekt im Gnaser Becken, ein Joint Venture von OMV und Energie Steiermark – scheitern könnte, wurde mit der OMV GeoTherm Graz GmbH eine Vereinbarung zur Fortführung des Vorhabens geschlossen. Diese umfasst insbesondere die Durchführung der für die Projektentwicklung entscheidenden 2D-Seismik.

Im Dezember 2025 wurde mit der One Carbo GmbH ein langfristiger Wärmeliefervertrag abgeschlossen. Die Wärme wird künftig aus einem Holzgaskraftwerk auf Basis von regionalem Waldhackgut erzeugt und in das Fernwärmenetz von Sinabelkirchen eingespeist. Der Vertragsabschluss stellt eine strategische Ergänzung der bestehenden Wärmeversorgung dar und trägt zur Sicherung der Energieversorgung in der Gemeinde bei.

4. Strom

Im Jahr 2025 erzeugten die Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen der Energie Steiermark Wärme GmbH insgesamt 74 GWh Strom – überwiegend mit den Gasturbinen in Thondorf und Spielberg, ergänzt durch die Erdgasmotoren in Knittelfeld sowie die Biomasse-KWK-Anlage in Murau. Besonders die Gasturbine in Thondorf trug durch ihren äußerst zuverlässigen Einsatz maßgeblich zur deutlichen Steigerung der Stromproduktion bei, die im Vergleich zum Vorjahr von 32 GWh auf 74 GWh im Berichtsjahr anwuchs.

IV. ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Die Energie Steiermark Wärme GmbH hat keine im Firmenbuch eingetragenen Zweigniederlassungen.

V. NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

1. Personal

Personalmanagement

Das Personalmanagement ist mit der Aufnahme des für die Erschließung neuer Geschäftsfelder erforderlichen Personals, aber auch mit jener von Ersatzbesetzungen für ausscheidende Mitarbeiter:innen betraut. Es spricht über ein gezieltes Recruiting jene potentiellen Mitarbeiter:innen an, die die dem Unternehmen gestellten Aufgaben und Herausforderungen annehmen und bewältigen können.

Personalentwicklung

Der in der Energie Steiermark AG angesiedelten strategischen Personalentwicklung kommt die Aufgabe zu, Mitarbeiter:innen der Energie Steiermark Wärme GmbH bestmöglich auf die sich aus dem laufenden Betrieb ergebenden sowie auf zukünftige Aufgabenstellungen vorzubereiten.

Das ganzheitliche Aus- und Weiterbildungsangebot sowohl für Führungskräfte als auch für Mitarbeiter:innen reicht von fachspezifischen Schulungen und Schulungen zur Arbeitsmethodik über Initiativen zur betrieblichen Gesundheitsförderung bis zu gezielten Trainings zur Stärkung der persönlichen und sozialen Kompetenzen und wird zum größten Teil hausintern abgedeckt. In einer jährlichen Evaluierung des Bildungsbedarfs werden zukünftige bedarfsorientierte Weiterbildungsmaßnahmen konkretisiert und umgesetzt.

Das jährlich stattfindende Mitarbeiter:innengespräch dient als ein zentrales Entwicklungsinstrument, um die Mitarbeiter:innen bedarfsorientiert in der täglichen Arbeit sowie bei der Bewältigung zukünftiger Aufgaben zu unterstützen. Es erfolgt eine faire und offene Leistungsbeurteilung, wobei die Förderung von Leistungspotenzialen sowie die Entwicklungsplanung der Mitarbeiter:innen im Vordergrund stehen. Dieses zentrale Entwicklungsinstrument dient der gezielten Unterstützung für aktuelle und zukünftige Herausforderungen.

Mit dem Ziel, die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen mit dem Status quo abzufragen, aber auch, um ihnen Raum für Anregungen oder Änderungswünsche zu geben, wird in regelmäßigen Abständen eine umfassende Mitarbeiter:innenbefragung durchgeführt.

Gesundheit und Sicherheit der MitarbeiterInnen

Um aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu meistern, sind gesunde, motivierte und leistungsstarke Mitarbeiter:innen für das Unternehmen von größter Bedeutung. Die Energie Steiermark Wärme GmbH betrachtet es als eine ihrer Aufgaben, die Belegschaft im Sinne der Gesundheitsförderung aktiv zu unterstützen und gezielte Präventionsaktivitäten zu setzen. Eine vielseitige betriebliche Gesundheitsvorsorge mit Unterstützung von Betriebsärzten und Arbeitspsychologen trägt diesem Bestreben Rechnung.

2. Umwelt/Nachhaltigkeit

Die Energie Steiermark Wärme GmbH engagiert sich intensiv für den Ausbau erneuerbarer Energien sowie für die verstärkte Nutzung industrieller Abwärme. Besonders in den Regionen außerhalb von Graz wurden zahlreiche Nachhaltigkeitsprojekte initiiert, mit dem Ziel, den Anteil erneuerbarer Energieträger in der Fernwärmeversorgung auf deutlich über achtzig Prozent zu erhöhen. In Rottenmann haben die Bauarbeiten zur Umstellung des bestehenden Erdgaskessel-Heizwerks auf Biomasse bereits begonnen, der Regelbetrieb ist für die 2027 vorgesehen. In Deutschlandsberg konnten alle Genehmigungen für den Bau eines zweiten Biomasseheizwerks sowie für die Erneuerung des bestehenden Biomasse-Heizwerkes erlangt werden. In Knittelfeld befinden sich die Planungen für ein weiteres Biomasseheizwerk in der Vorbereitungsphase, wobei derzeit geeignete Grundstücke evaluiert werden.

Im Großraum Graz arbeitet die Energie Steiermark Wärme GmbH gemeinsam mit der Energie Graz GmbH an einer umfassenden Dekarbonisierung der Wärmeversorgung der Landeshauptstadt und ihrer südlichen Umlandgemeinden, um damit die Wärmewende zu vollziehen. Grundlage dieser Arbeiten bildet der im Jahr 2024 entwickelte und vom Gemeinderat der Stadt Graz genehmigte Dekarbonisierungsplan, der nicht nur die gesetzlichen Vorgaben des Erneuerbaren-Ausbaugesetzes und des Erneuerbaren-Wärmegesetzes für Neubauten erfüllt, sondern bis 2030 einen Anteil von über sechzig Prozent grüner Wärme anstrebt. Die Umsetzung erfolgt durch mehrere bedeutende Zukunftsprojekte, darunter das Energiewerk Graz, die energetische Klärschlammverwertung in Gössendorf, das Geothermieprojekt „Tiefenkraft“ im Gnaser Becken sowie der „Sonnenspeicher Süd“, eine solare Großanlage mit saisonalem Wärmespeicher und Biomasseheizwerk.

Beim Projekt „Tiefenkraft“ kam es zuletzt zu Verzögerungen, da die Stadt Graz erforderliche Garantien nicht bereitstellen konnte. Die Energie Steiermark hat deshalb mit der OMV eine Fortführung des Projekts vereinbart, um die für die weitere Projektentwicklung entscheidenden 2D-Seismik-Untersuchungen durchführen zu können.

Auch im Jahr 2025 wurde die Einhaltung aller relevanten umweltrechtlichen Bestimmungen sichergestellt. Insbesondere wurden die vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte eingehalten, und im Bereich des Gewerbe- und Anlagenrechts fanden die regelmäßigen Selbstkontrollen zur Erfüllung der behördlichen Auflagen statt.

VI. VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG, RISIKEN UND KONZERNKRISENMANAGEMENT

1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Die Energie Steiermark Wärme GmbH verfügt über eine solide strategische Basis – doch die aktuellen Herausforderungen erfordern eine klare Schärfung dieser Ausrichtung. Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ist dabei das zentrale Ziel. Sie verlangt gezielte Investitionen in modernste Technologien, leistungsfähige Infrastruktur und die konsequente Reduktion fossiler Energieträger. Bereits geplante Projekte werden mit höchster Priorität umgesetzt, um den Wandel hin zu einer klimaneutralen Energiezukunft aktiv zu gestalten.

Gleichzeitig bleibt Kosteneffizienz ein entscheidender Faktor. Wirtschaftlich tragfähige Tarife müssen Investitionen in den Ausbau der Fernwärme mit hoher Akzeptanz bei den Kundinnen und Kunden verbinden. Die stabile Versorgung mit Biomasse wird angesichts wachsender Nachfrage und volatiler Märkte strategisch gesichert. Kundenzufriedenheit und Vertrauen stehen im Mittelpunkt. Nach den Preisschwankungen der letzten Jahre setzt die Energie Steiermark Wärme GmbH auf Serviceinnovationen, digitale Lösungen und transparente Kommunikation, um Bindung und Loyalität nachhaltig zu stärken. Unter diesen Gesichtspunkten werden Ergebnisse in den kommenden Jahren nur geringfügig unter dem Niveau von 2025 erwartet.

Wirtschaftlicher Erfolg basiert auf Partnerschaften. Durch enge Zusammenarbeit mit Politik, Wirtschaft und Forschung, die gezielte Nutzung von Fördermitteln sowie strategische Finanzplanung werden die Rahmenbedingungen für zukunftsfähige Investitionen geschaffen. Kooperationen in Form von Konsortien und Joint Ventures ermöglichen Synergien und beschleunigen die Umsetzung gemeinsamer Lösungen.

Mit dieser geschärften Strategie verankert die Energie Steiermark Wärme GmbH Dekarbonisierung und Nachhaltigkeit fest in allen Unternehmensprozessen – und positioniert sich als führender Gestalter einer sicheren, effizienten und klimaneutralen Fernwärmeversorgung.

2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten (denen das Unternehmen ausgesetzt ist)

Anlagen- und Netzbetriebsrisiken versichert

Risiken aus dem Betrieb der Fernwärmenetzinfrastruktur und Erzeugungsanlagen werden durch effiziente Investitions-, Instandhaltungs- und Betriebsführungsprogramme sowie Versicherungen (u. a. Maschinenbruch, Betriebsausfall, All-Risk) minimiert. Bei Großschäden wird die Krisenmanagementorganisation aktiviert.

Versorgungssicherheit gewährleistet und Ausfallrisiken minimiert

Versorgungsausfälle durch Umwelteinflüsse, technische Defekte oder Großschäden stellen ein wesentliches Risiko dar. Diese werden durch Krisenmanagement, gezielte Investitionen und Notfallmaßnahmen wirksam begrenzt. Die Versorgungssicherheit im Großraum Graz ist durch Ausfallsreserve und Gaskesselanlage nachhaltig abgesichert, die Gasversorgung ist gesetzlich garantiert.

Mengen-, Wetter- und Temperaturrisiken

Mengenrisiken infolge meteorologischer Einflüsse werden für den Großraum Graz ausreguliert. Für die restlichen Versorgungsgebiete wird das Mengenrisiko bewusst selbst getragen, da sich Abweichungen über längere Zeiträume ausgleichen. Die Auswirkungen des Klimawandels werden als Nachhaltigkeitsthema mit gezielten Maßnahmen adressiert.

Preisrisiken abgesichert

Wärmepreisrisiken werden für den Großraum Graz ausreguliert. Für die restlichen Versorgungsgebiete ist die Wärme GmbH insofern Preisrisken für die Fernwärme ausgesetzt als die Kosten der Wärmeerzeugung sowie des Fernwärmenetzbetriebs durch den Wärmepreis nicht gedeckt werden. Eine langfristig ausgerichtete und risikoaverse Einkaufsstrategie sowie eine Indexformel, die die relevanten eingesetzten Energieträger berücksichtigt, gewährleisteten, dass notwendige Preissteigerungen geglättet an die Endkunden weitergegeben werden.

Keine derivativen Finanzinstrumente

Die Energie Steiermark Wärme GmbH setzt keine derivativen Finanzinstrumente ein. Originäre Finanzinstrumente werden risikoavers innerhalb eines strengen Limitsystems über das zentrale Treasury abgewickelt, wobei das S&P A-Rating der Energie Steiermark AG eine dementsprechende Risikominimierung gewährleistet.

Energie Steiermark Wärme GmbH, Graz

Begleitende Kontrolle und Steuerkontrollsystem

Durch die Teilnahme an der Begleitenden Kontrolle ist die Energie Steiermark Wärme GmbH zur Führung eines Steuerkontrollsystems (SKS) gem § 153b Abs 6 BAO verpflichtet. Das SKS umfasst die Summe aller Maßnahmen, die gewährleisten, dass die Besteuerungsgrundlagen für die jeweilige Abgabenart in der richtigen Höhe ausgewiesen und die darauf entfallende Steuern termingerecht und in der richtigen Höhe abgeführt werden. Dieses SKS ist integraler Bestandteil des internen Kontrollsystems von Energie Steiermark Wärme GmbH. 2025 wurde die gesetzlich vorgeschriebene Wirksamkeitsprüfung erfolgreich abgeschlossen. Damit wurde die Voraussetzung für den weiteren Verbleib in der Begleitenden Kontrolle erfüllt

Gesamtrisikoposition und -beurteilung

Im unternehmensweiten Risikomanagementsystem wurden keine wesentlichen Risiken, Bedrohungen und Ungewissheiten identifiziert, die für das Geschäftsjahr 2026 sowie in der Mittelfristsicht einzeln oder in ihrem Wirkungszusammenhang für die Energie Steiermark Wärme GmbH bestandsgefährdende Wirkung haben könnten.

3. Professionelles Konzernkrisenmanagement

Im Im Jahr 2008 hat die Energie Steiermark als eines der ersten Unternehmen in der Energiebranche Österreichs ein professionelles Konzernkrisenmanagement (KM) aufgebaut. Alle Bedrohungsszenarien, welche auf Basis von Business Impact Analysises ermittelt wurden, werden regelmäßig und intensiv durch das KM-Team beübt und extern evaluiert (Übungsbericht durch externe Auditorlnnen). Der Vorstand hat 2024 den Generationswechsel in den Funktionen „Leiter Krisenmanagement“ und „Krisenstabschef“ inkl. Ausbildung und Beübung eingeleitet. Die bisherigen Funktionsträger stehen bis zu ihrem Ausscheiden als Einsatzreserve zur Verfügung.

VII. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Im Konzern wurde für Forschung, Innovation und Entwicklung ein konzernübergreifendes Team F&E eingerichtet, das die Potenziale der Tochterunternehmen bündelt und im Rahmen einer Gesamtstrategie umsetzt. In der Energie Steiermark Wärme GmbH wird daher keine eigenständige Forschung und Entwicklung betrieben.

Graz, am 30. Jänner 2026

Die Geschäftsführung

Dipl.-Ing. Gerald Moravi

Ing. Mag. Manfred Reicht

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