← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2025

ALIA AG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 06. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Lage

Das Jahr 2025 war weiterhin von komplexen geopolitischen Entwicklungen und wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt. Die anhaltenden Spannungen in der Ukraine, die Konflikte im Nahen Osten sowie eine zunehmend erratische Handelspolitik der USA belasteten die internationale Konjunktur und sorgten für Volatilität in den globalen Handelsbeziehungen. Besonders die erhöhten US-Zölle und der anhaltende Wettbewerbsdruck aus China wirkten dämpfend auf die europäische Industrie und die Investitionsbereitschaft.

Österreich konnte sich im Jahr 2025 nach zwei Rezessionsjahren leicht stabilisieren, blieb jedoch weiterhin von einer verhaltenen Konjunkturdynamik geprägt. Die nationale Inflationsrate stieg im Jahresdurchschnitt von 2,9 % im Jahr 2024 auf 3,6 % im Jahr 2025 und belastete damit weiterhin die Kaufkraft der privaten Haushalte. Die Konsumnachfrage entwickelte sich daher nur schwach; der private Konsum nahm real lediglich um 0,5 % zu, während die real verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte um 1,6 % zurückgingen. Die Investitionstätigkeit zeigte hingegen erste Anzeichen einer Stabilisierung: Die Bruttoanlageinvestitionen stiegen real um 1,4 %, wobei insbesondere die Ausrüstungsinvestitionen zulegen konnten. Die österreichische Wirtschaft verzeichnete im Jahr 2025 ein reales BIP-Wachstum von 0,6 %, nachdem das BIP 2024 noch um 0,7 % zurückgegangen war. Die Erholung blieb jedoch fragil und schwächte sich gegen Jahresende wieder ab.

Die geldpolitischen Rahmenbedingungen spiegelten im Jahr 2025 eine weitere Lockerung wider. Die EZB senkte den Hauptrefinanzierungssatz im ersten Halbjahr schrittweise von 2,90 % auf 2,15 % und beließ ihn anschließend bis Jahresende auf diesem Niveau. Der 3-Monats- Euribor sank von rund 2,74 % zu Beginn des Jahres 2025 auf rund 2,05 % im Dezember 2025. Stresstests der OeNB bestätigten erneut die Robustheit des österreichischen Bankensektors; trotz geopolitischer Spannungen und schwacher Konjunktur blieb das Bankensystem insgesamt stabil. Der österreichische Aktienmarkt entwickelte sich im Jahr 2025 äußerst positiv: Der ATX verzeichnete bis Ende Dezember einen Kursanstieg von rund 43 %, während der ATX Total Return um rund 49,9 % zulegte und ein neues Allzeithoch erreichte. Damit übertraf der österreichische Leitindex die Entwicklung breiter europäischer Vergleichsindizes deutlich.

Die regulatorischen Rahmenbedingungen für die Gründung einer Impactbank blieben auch im Jahr 2025 trotz eines kritischeren politischen und öffentlichen Diskurses rund um Nachhaltigkeit und ESG weiterhin aufrecht. Die Transformation des Finanzsektors und seine Funktion als Transformator gilt nach wie vor als wesentlicher Hebel zur Erreichung langfristiger Klima- und Nachhaltigkeitsziele. Gleichzeitig wurden die Anforderungen an den Umgang mit Nachhaltigkeits- und ESG-Risiken durch neue EBA-Leitlinien sowie den überarbeiteten FMA- Leitfaden weiter konkretisiert. Die positiven Gespräche mit der Finanzmarktaufsicht bestätigen weiterhin die Relevanz unseres Ansatzes und stützen die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit unseres Geschäftsmodells. Wir gehen davon aus, dass die ALIA AG einen wertvollen Beitrag zur Diversifizierung des stabilen österreichischen Bankensektors leisten wird – mit Fokus auf langfristigen gesellschaftlichen Mehrwert und nachhaltiges Wachstum. Zudem fehlt im österreichischen Markt nach wie vor ein Kreditinstitut, das sein Geschäftsmodell konsequent auf Impact ausrichtet.

Ausblick 2026

Vor diesem Hintergrund bleibt das wirtschaftliche Umfeld auch für das Jahr 2026 anspruchsvoll. Das WIFO erwartet zwar eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung und prognostiziert im Hauptszenario ein reales BIP-Wachstum von 0,9 %, die Dynamik bleibt jedoch weiterhin verhalten. Belastend wirken insbesondere geopolitische Unsicherheiten mit dem Krieg im Iran,

die Krise in der Straße von Hormus - daher höhere Energiepreise, die Handelspolitik der USA sowie die weiterhin schwache internationale Nachfrage nach Industriegütern.

Die nationale Inflation dürfte im Jahr 2026 durch die Öl- und Düngemittelkrise auf 2,7 % und mehr steigen und bleibt damit weiterhin ein relevanter Belastungsfaktor für Konsum und Investitionen. Vor allem, weil mehrere Zinserhöhungen im Jahr 2026 erwartet werden. Die privaten Konsumausgaben werden laut Prognose nur moderat um 0,5 % steigen, während die Bruttoanlageinvestitionen real um 1,0 % zulegen sollen. Auch der Arbeitsmarkt dürfte sich nur langsam verbessern; die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich bei 7,4 % verharren.

Für die Kapitalsuche der ALIA AG ergibt sich daraus weiterhin ein herausforderndes Umfeld. Die Debatte rund um die Abhängigkeit von Öl in Europa wird allerdings die Diskussion rund um Klimaziele und Transformation der Wirtschaft wieder entfachen.

Lage des Unternehmens

Die ALIA AG wurde am 23. September 2021 mit dem Zweck gegründet, einen Banklizenzantrag vorzubereiten und bei der Finanzmarktaufsicht bzw. EZB einzubringen. Die geplante Bank wird ihr gesamtes Geschäftsmodell auf die positive Wirkung ihres Tuns auf Menschen, Gesellschaft und Planeten ausrichten. Die sichtbaren Zeichen der Transformation der Wirtschaft und auch die politischen Entwicklungen, dass vor allem privates Kapital nötig sein wird, um die Transformation zu finanzieren, bestärken die Notwendigkeit und Wichtigkeit eines solchen Finanzinstituts in Österreich.

Im Jahr 2025 wurden Auftritte in den Medien weiter intensiviert. Unter anderem wurde die ALIA AG-Website laufend aktualisiert und bespielt, Social-Media-Posts der Gründungsmitglieder rund um das Thema ALIA AG und Impact-Investing verfasst und an Panel-Diskussionen teilgenommen, um PR-Aktivitäten zu intensivieren. Darüber hinaus wurde an mehreren Tagungen, Investorenveranstaltungen und Panel-Diskussionen (z.B. Impact Days Vienna, Change Now Festival Paris, ForGoodLeaders Summit, u.v.m) das geplante Geschäftsmodell präsentiert, um erfolgreich Momentum bezüglich der Investorenakquise für die ALIA AG zu erzeugen. Ebenso ein Artikel in der BusinessArt und im Trend haben die Bankidee weiter verbreitet.

Der Konzessionsantrag samt aller relevanten Dokumente konnte Ende 2025 fertiggestellt werden und am 30. Jänner 2026 bei der EZB/FMA eingereicht werden.

Somit konnte ein weiterer, wichtiger Meilenstein zur erfolgreichen Umsetzung der Bankengründung abgeschlossen werden.

Forschung & Entwicklung

Die ALIA AG arbeitet weiterhin an der Entwicklung eines Impact-Messsystems, das in enger Zusammenarbeit mit Universitätsprofessor*innen der Universität Innsbruck und der Wirtschaftsuniversität Wien wissenschaftlich begleitet wird. Ziel dieses Scoring-Modells ist es, die Wirkung ökologischer und sozialer Projekte sowie Investitionen auf Umwelt und Gesellschaft messbar und quantifizierbar zu machen. Im Fokus steht dabei die Erweiterung des bestehenden Kennzahlensystems auf über 70 Impact-Metriken, um ein umfassendes und praxistaugliches Bewertungsinstrument zu schaffen. Die dabei verwendete wissenschaftliche Willingness to Pay-Methode ist nach wie vor ein sehr einfaches und objektivierbares Instrument zur Umrechnung von ökologischer und sozialer Wirkung in Renditeberechnungen

Geschäftsergebnis

Als Projektgesellschaft erzielt ALIA bis dato keine Umsätze. Aufgrund der Verwaltungs- und Projektkosten, ergab sich ein Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 26.680,74, welcher durch Gesellschafterzuschüsse vollständig ausgeglichen wurde. Die Gesellschafter stehen weiterhin

uneingeschränkt hinter der Geschäftsidee, und die Aktionäre wurden im gesamten Jahresverlauf regelmäßig über die finanzielle Lage und die Eigenmittel der ALIA AG informiert.

Sonstige Angaben

Die ALIA AG hat keine eigenen Anteile im Bestand, es bestehen keine Zweigniederlassungen und es werden keinerlei Finanzinstrumente verwendet.

Ausblick 2026

Nach dem Einbringen des Konzessionsantrages wird nun der Fokus auf die Nachbearbeitung von Verbesserungsaufträgen der EZB/FMA und die Investorenerweiterung liegen.

15.6.26

Dr. Johannes Ortner

Vo stand ALIA AG

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.