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1. Wirtschaftsbericht 1.1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen des Unternehmens ADA ist nach wie vor Marktführer und in Summe der größte Hersteller von Polstersitzmöbeln, Betten und Matratzen in Osterreich. Vom Gesamtumsatz entfallen rund 93 % auf den Bereich „Schlafen“ (Betten, Matratzen, Lattenroste), 2 % auf den Bereich „Sitzen“ (Polstermöbel), die verbleibenden 5 % auf sonstige Warengruppen (Rohmaterialien, etc.). Im Jahr 2024 kam es zu einem deutlichen Umsatzeinbruch in Höhe von 23,2 % im Vergleich zum Vorjahr, welcher einen Umsatzrückgang in Höhe von TEUR 11.729 zur Folge hatte.
Die wesentlichen Einsparungseffekte der angeführten Maßnahmen wirken größtenteils erst 2025, darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2024 Zusatzerträge durch die Veräußerung von nicht betriebsnotwendigem Vermögen Die Bruttoumsatzerlöse 2024 lagen um knapp 19 % bzw. TEUR 8.815 unter dem ursprünglich budgetierten Wert. Die Materialkosten lagen dabei um TEUR 230 über dem Budget, was insbesondere auf die Intensivierungen der Produktionsverlagerungen sowie die Veräußerung von nicht mehr benötigten Materialbeständen zurückzuführen ist. Aufgrund der nach wie vor schwierigen Marktlage sowie der endgültigen Schließung der Filialen der Leiner & kika Möbelhandels GmbH konnten Margensteigerungen nicht wie geplant realisiert werden.
Auch die Personalkosten lagen trotz des starken Umsatzrückganges über den budgetierten Werten, was auf die hohen Zusatzkosten der ungeplanten Abbaumaßnahmen zurückzuführen ist. Gesetzliche Abfertigungszahlungen sowie enorme Zusatzkosten aus dem noch 2023 verabschiedeten Sozialplan belasteten die Personalkosten mit knapp TEUR 3.000 zusätzlich. Die kollektivvertraglichen Erhöhungen ab Mai 2024 von knapp 8 % wurden zwar in dieser Höhe budgetiert, erhöhten jedoch indirekt die Einmalkosten des Personalabbaus.
Der Rückgang der Vorräte im Berichtsjahr ist einerseits im Umsatzrückgang begründet und andererseits auf Maßnahmen zur Optimierung der Lieferketten, Verlagerung von vorgelagerten Produktionsschritten und damit verbunden, Rohmaterialverlagerungen sowie der Veräußerung von Überbeständen zur Working-Capital-Optimierung zurückzuführen.
sowie drastischen Budgetkürzungen erzielt. Da auch in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen außerordentliche Kosten in Verbindung mit den Maßnahmenpaketen angefallen sind (Abfindungszahlungen für selbständige Handelsvertreter, Instandhaltungsaufwendungen durch die gestartete Konzentration auf eine Fertigungshalle), konnte der hohe Jahresverlust nicht im benötigten Ausmaß reduziert werden.
Insbesondere im Vorjahresvergleich sowie unter Berücksichtigung der hohen außerordentlichen Zusatzbelastungen im Jahr 2024 sind im Vorjahresvergleich bereits signifikante Verbesserungen der Kostenstruktur erkennbar. So konnte der Rohertrag im Laufe des Geschäftsjahres 2024 trotz zunehmender Verlagerung vorgelagerter Produktionsschritte laufend verbessert werden, die Personalkosten konnten insbesondere im Overhead deutlich optimiert werden.
Die Absatzmärkte haben sich im Vorjahresvergleich leicht verändert, was insbesondere im Zusammenhang mit den Umsatzrückgängen und mit der endgültigen Schließung aller Leiner & kika-Häuser in Osterreich zusammenhängt: Der Exportanteil beträgt rd. 69 % (2023: 61 %). Die Hauptexportländer sind unverändert Deutschland und Schweiz. An die östlichen Nachbarn wurden Möbel im Wert von 3,0 Mio. EUR (2023: 1,9 Mio. EUR) geliefert, die Umsätze in BENELUX beliefen sich auf rd. 0,3 Mio. EUR (2023: 0,4 Mio. EUR). Insbesondere in den CEE-Ländern ist erkennbar, dass mit dem Relaunch der Marke ADA Mindful-Living durchaus positive Resultate erzielt werden können, da die Wünsche des Endkunden sehr gut angesprochen werden.
Die Möbelindustrie ist nach wie vor von Preisdruck und weiterer Konzentration vor allem auf Kundenseite geprägt. Während die allgemein schwache Konjunktur den Druck auf mittelständische Möbelhändler überproportional erhöht, kommt es im Bereich der Großflächenkunden zu weiteren Ubernahmen, insbesondere durch die Lutz-Gruppe.
Die weltpolitischen Ereignisse der letzten Jahre haben wesentliche Auswirkungen auf die globale Wirtschaftsentwicklung und beeinflussen die Finanz-, Waren- und Dienstleistungsmärkte weiterhin massiv. Nach der Insolvenz der Leiner & kika Möbelhandels GmbH Mitte 2023 folgte schließlich Ende 2024 das endgültige Aus des einst größten Möbelhändlers Osterreichs. Der Firma ADA ist auch 2024 kein Schaden aus den offenen Forderungen entstanden, da der Ausfall zu 100 % besichert war und ein straffes Debitorenmanagement vorhanden ist. Nicht mehr gelieferte, jedoch bereits produzierte Aufträge konnten im Rahmen von Sonderabverkaufsmaßnahmen kostenneutral abgewickelt werden.
Der in der Coronakrise eingerichtete Krisenstab zur Bewältigung der Folgen hat sich mittlerweile aufgrund der volatilen Marktlage zum daily business geformt. Im Rahmen von wöchentlichen Standups sowie monatlichen Management-Meetings wird zeitnah auf aktuelle Entwicklungen und Einfluss- und Risikofaktoren reagiert und gezielte unternehmensspezifische Maßnahmen gesetzt.
Dies umfasst folgende im Jahr 2024 gesetzte Maßnahmen:
• Abschluss der Verlagerung von Sitzgruppen- und Matratzenfertigung sowie Schaumstoffkonfektion zu unseren Schwesterwerken nach Ungarn • Veräußerung des Sägewerkes und von weiterem nicht betriebsnotwendigem Vermögen • Weiterer intensiver Personalabbau im Ausmaß von über 30 % im Jahr 2024 als Folge von Zentralisierungsmaßnahmen und Kapzitätsanpassungen in Produktion und Verwaltung • Diverse Sortimentsmaßnahmen zur Erhöhung der Rohmarge • Sondervereinbarungen mit Kunden zur gezielten Verbesserung von Produktmargen und Umsätzen • Budgetanpassungen zur Reduktion der Fixkosten • Optimierungen im Fertigungsprozess (alternativer Materialeinsatz, Optimierung Fertigungsschritte) • Umwandlung von Darlehensverbindlichkeiten gegenüber der Muttergesellschaft in Höhe von 4,9 Mio. EUR in eine Kapitalrücklage • Aussetzung der Zinszahlungen für die noch ausstehenden Darlehensverbindlichkeiten gegenüber der Muttergesellschaft • Übertragung der verbleibenden Pensionsansprüche an die Muttergesellschaft bei gleichzeitigem Forderungsverzicht an die ADA Möbelfabrik GmbH
Weiters wurden folgende zusätzliche Maßnahmen beschlossen, welche im Jahr 2025 umgesetzt werden:
• Weitere Reduktion der Lagerbestände zur Freisetzung von gebundenem Kapital • Budgetanpassungen zur Reduktion der Fixkosten • Weitere Personalmaßnahmen als Folge der Produktionsoptimierungen sowie Anpassung an die aktuelle Auftragslage, unter anderem die Einführung einer 4-Tage-Woche in der Produktion sowie einigen Teilen der Verwaltung ab dem 01.03.2025 bis zumindest zum Betriebsurlaub im Juli 2025. • Zentralisierung der Produktion von bislang vier auf nunmehr eine verbleibende Produktionshalle (von 60.000 m² auf 14.000 m²) • Weitere Optimierung der Bettenproduktion • Veräußerung von Betriebsgebäuden und nicht betriebsnotwendigem Betriebsvermögen an die ADA Möbelwerke Holding AG und anschließender Weiterveräußerung an einen Dritten • Fokussierung auf eine bestehende Gebäudefläche; eine Halle anstatt vier (2025)
Der Fokus der ADA Möbelfabrik GmbH in Anger wird weiterhin auf der Produktion von hochqualitativen Premium-Betten liegen. Da die zu einem großen Teil bereits umgesetzten Maßnahmen erst zeitverzögert wirken, konnte ein Verlust im Berichtsjahr 2024 nicht verhindert werden. Auch im aktuellen Jahr 2025 wurde eine aktuelle Fortbestehensprognose bis zum 31.12.2026 erstellt.
Die Transformationsmaßnahmen beeinflussen das Jahr 2025 weiterhin negativ und führten in Verbindung mit den nach wie vor äußerst schwierigen Marktbedingungen zu einem voraussichtlichen Verlust von rund TEUR 1.679. Das Geschätsjahr 2026 ist frei von Reorganisationseffekten und zeigt ein positives Ergebnis vor Steuern von rund TEUR 26.
Zur Aufrechterhaltung der Liquidität wurde im ersten Quartal 2025 die im Vorjahr von der ADA Möbelwerke Holding AG abgegebene Patronatserklärung realisiert. Dies geschah durch den Zwischenverkauf der nicht mehr benötigten Fertigungshallen der ADA Möbelfabrik GmbH an die Muttergesellschaft, welcher bereits Mitte April 2025 realisiert wurde. Die weitere Optimierung des Working Capitals, stark reduzierte Investitionsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Konzentration der Produktion in einer Fertigungshalle sowie die weitere Realisierung von Verkäufen nicht betriebsnotwendigen Vermögens sichern die benötigte Liquidität im Zeitraum der durchgeführten Fortbestehensprognose.
Alle beschriebenen Maßnahmen wurden in der Fortbestehensprognose 2025/2026, erstellt am 11.04.2025, berücksichtigt. Wir gehen aus aktueller Sicht vom Fortbestand des Unternehmens aus.
1.2.
Geschäftsverlauf und Geschäftsergebnis
| Beträge in T€ | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 38.826 | 50.555 |
| Material | 14.020 | 18.637 |
| Personal | 18.929 | 20.789 |
| Abschreibungen | 905 | 1.029 |
| sonst. betr. Aufwendungen | 9.948 | 13.035 |
| Betriebsergebnis | -5.093 | -3.164 |
| Finanzergebnis | -54 | -44 |
| Ergebnis vor Steuern | -5.146 | -3.208 |
Die deutlichen Umsatzrückgänge sowie die daraus resultierenden notwendigen außerordentlichen Zusatzkosten durch Verlagerungs- und Personalmaßnahmen, konnten nicht im benötigten Ausmaß kompensiert werden und führten zu einem erneut hohen Verlust im Geschäftsjahr.
1.3. Analyse finanzieller Leistungsindikatoren (Rundungsdifferenzen möglich)
1.3.1. Vermögenslage
a) Anlagenintensität (Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen)
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| Te | Te | |
| Anlagevermögen | 7.020 | 8.621 |
| Gesamtvermögen | 13.239 | 19.856 |
| Anlagenintensität in % | 53,03 | 43,42 |
Die Anlagenintensität gibt Aufschluss über die Kapitalbindung sowie über die betriebliche Flexibilität.
b) Eigenkapitalquote (Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital)
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| Te | Te | |
| Eigenkapital | 3.652 | 4.043 |
| Gesamtkapital | 13.239 | 19.856 |
| Eigenkapitalquote in % | 27,58 | 20,36 |
Die Eigenkapitalquote zeigt an, in welchem Ausmaß (gerechnet zu Buchwerten) sich der Eigentümer selbst am Risiko und an der Finanzierung des Unternehmens beteiligt.
c) Investitionen in % der Betriebsleistung
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| Te | Te | |
| Investitionen (inkl. Finanzanlagen) | 484 | 1.583 |
| Betriebsleistung (inkl. sonst. betr. Erträ- | ||
| ge) | 38.710 | 50.325 |
| Investitionen in % der Betriebsleistung | 1,25 | 3,15 |
Diese Kennzahl dient der Beurteilung des Investitionsvolumens.
d) Investitionsdeckung
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | ||
|---|---|---|---|
| Te | Te | ||
| Investitionen (ohne Finanzanlagen) | 484 | 1.583 | |
| Abschreibungen (ohne Finanzanlagen) | 905 | 1.029 | |
| Investitionsdeckung | 53,47 | 153,84 | |
Die Investitionsdeckung dient der Beurteilung, ob die Investitionen ausreichen, um die Kapazitäten aufrecht zu erhalten.
1.3.2. Finanzlage
a) Anlagendeckungsgrad I (Verhältnis von Eigenkapital zum Anlagevermögen)
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| TE | Te | |
| Eigenkapital | 3.652 | 4.043 |
| Anlagevermögen | 7.020 | 8.621 |
| Anlagendeckungsgrad I in % | 52,02 | 46,90 |
b) Mobilitätsgrad (Verhältnis von kurzfristigem Umlaufvermögen zu kurzfristigem Fremdkapital)
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| Te | Te | |
| kurzfristiges Umlaufvermögen | 6.016 | 10.887 |
| kurzfristiges Fremdkapital | 5.178 | 7.694 |
| Mobilitätsgrad in % | 116,18 | 141,50 |
Diese Kennzahl zeigt, inwieweit die kurzfristig fälligen Schulden durch die kurzfristig gebundenen Vermögensgegenstände gedeckt werden. Dies bietet einen Anhaltpunkt für die kurzfristige Liquiditätslage des Unternehmens.
c) Verschuldungsgrad (Verhältnis Fremdkapital/ Eigenkapital)
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| Te | Te | |
| Fremdkapital | 9.587 | 15.813 |
| Eigenkapital | 3.652 | 4.043 |
| Verschuldensgrad in % | 262,52 | 391,09 |
Der Verschuldungsgrad zeigt die Finanzierungsstruktur.
d) Bankverschuldung
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| Te | T€ | |
| Bankverbindlichkeit | 0 | 0 |
| Gesamtkapital | 13.239 | 19.856 |
| Bankverschuldung in % | 0 | 0 |
Diese Kennzahl zeigt die Abhängigkeit von Banken an.
e) Anlagendeckungsgrad III
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| Te | Te | |
| Eigenkapital | 3.652 | 4.043 |
| Langfristiges Fremdkapital | 4.272 | 7.938 |
| Anlagevermögen | 7.020 | 8.621 |
| Langfristiges Umlaufvermögen (inkl. | ||
| latenter Steuern) | 203 | 348 |
| Anlagendeckungsgrad IIl in % | 109,70 | 133,58 |
Der Anlagendeckungsgrad III zeigt die Finanzierungsqualität bzw. die Fristenkonformität des Anlagevermögens.
f)
| Working Capital | ||
|---|---|---|
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
| Te | Te | |
| Kurzfristiges Umlaufvermögen (inkl. | ||
| ARA) | 6.016 | 10.887 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 5.178 | 7.694 |
| Working Capital | 838 | 3.193 |
Diese Kennzahl gibt Aufschluss über die Liquidität und somit über die Beweglichkeit des Unternehmens.
g) Cash Flow in % der Betriebsleistung
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| Te | Te | |
| CF (Ergebnis vor Steuern + Abschr.) | -4.241 | -2.179 |
| Betriebsleistung | 38.710 | 50.325 |
| CF in % der Betriebsleistung | -10,96 | -4,33 |
Diese Kennzahl dient der Messung der Fähigkeit für Investitionen, Schuldentilgung und Gewinnausschüttung aus eigen erwirtschafteten Mitteln.
h) Schuldentilgungsdauer
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| Te | Te | |
| Fremdkapital | 9.587 | 15.813 |
| Liquide Mittel | 1.126 | 2.689 |
| CF (Ergebnis vor Steuern + Abschr.) | -4.241 | -2.179 |
| Schuldentilgungsdauer in Jahren | negativ | negativ |
Die Schuldentilgungsdauer gibt an, in wie vielen Jahren das Fremdkapital auf Basis der derzeitigen Ertragslage zurückgezahlt werden kann.
i) Innenfinanzierungsgrad Investitionen
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| Te | Te | |
| CF (Ergebnis vor Steuern + Abschr.) | -4.241 | -2.179 |
| Investitionen (inkl. Finanzanlagen) | 484 | 1.583 |
| Innenfinanzierungsgrad Investitionen in | ||
| % | negativ | negativ |
Diese Kennzahl zeigt an, wieviel Prozent der Investitionen aus dem Cash Flow des laufenden Jahres gedeckt werden.
1.3.3. Ertragslage
a) Umsatzrentabilität I (Verhältnis Betriebsergebnis zu Betriebsleistung)
| 2024 | 2023 | |
|---|---|---|
| Te | Te | |
| Betriebserfolg | -5.093 | -3.164 |
| Betriebsleistung | 38.710 | 50.325 |
| Umsatzrentabilität in % | negativ | negativ |
Die Umsatzrentabilität I misst die Ertragskraft des Unternehmens ohne Berücksichtigung des Finanzergebnisses.
1.3.4 Vermögensumschlag
a) Lagerdauer in Tagen
| 2024 | 2023 | |
|---|---|---|
| Te | T | |
| Materialeinsatz (inkl. Ust) | 16.825 | 22.343 |
| Durchschnittliche Vorräte | 4.017 | 6.013 |
| Lagerdauer in Tagen | 87,15 | 98,23 |
Diese Kennzahl zeigt an, wie viele Tage die Ware im Durchschnitt auf Lager liegt und somit Kapital bindet.
b) Debitorendauer
| 2024 | 2023 | |
|---|---|---|
| Te | Te | |
| Nettoerlöse (inkl. Ust) | 41.222 | 54.447 |
| Durchschnittliche Kundenforderungen | 1.657 | 3.451 |
| Debitorendauer | 14,67 | 23,13 |
Diese Kennzahl zeigt das durchschnittliche Zahlungsziel in Tagen an.
c) Kreditorendauer
| 2024 | 2023 | |
|---|---|---|
| Te | Te | |
| Materialeinsatz (inkl. Ust) | 16.825 | 22.343 |
| Durchschnittliche Lieferverbindlichkeiten | 1.264 | 1.872 |
| Kreditorendauer | 27,42 | 30,58 |
Diese Kennzahl zeigt das durchschnittliche Zahlungsziel in Tagen an.
1.3.5. Kostenstruktur
a) Materialtangente in %
| 2024 | 2023 | |
|---|---|---|
| Te | Te | |
| Materialaufwand (exkl. Aufwendungen | ||
| für bezogene Leistungen) | 14.020 | 18.619 |
| Betriebsleistung | 38.710 | 50.325 |
| Materialtangente in % | 36,22 | 37,00 |
Diese Kennzahl lässt Rückschlüsse auf die Materialintensität, die Abhängigkeit von Lieferanten, Materialpreisentwicklung und DB-Entwicklung zu.
b) Personaltangente in %
| 2024 | 2023 | |
|---|---|---|
| Te | Te | |
| Personalaufwand | 18.929 | 20.789 |
| Betriebsleistung | 38.710 | 50.325 |
| Personaltangente in % | 48,90 | 41,31 |
Diese Kennzahl drückt die Personalintensität, Produktivität, Personalkostenentwicklung und DB-Entwicklung des Unternehmens aus.
c) Sonstiger betrieblicher Aufwand Tangente in %
| 2024 | 2023 | |
|---|---|---|
| T€ | Te | |
| Sonstiger Aufwand | 9.948 | 13.035 |
| Betriebsleistung | 38.710 | 50.325 |
| Sonstiger Aufwand Tangente in % | 25,70 | 25,90 |
Diese Kennzahl zeigt die Bedeutung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen.
1.4.
Geldflussrechnung
Die Geldflussrechnung ermöglicht eine Beurteilung der Fähigkeit des Unternehmens, Zahlungsüberschüsse zu erwirtschaften, Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen und das Eigenkapital zu bedienen sowie der Auswirkungen von Investitions- und Finanzierungsvorgängen auf die Finanzlage.
| 2024 2023 | ||||
|---|---|---|---|---|
| € | T€ | |||
| 1. Ergebnis vor Steuern | -5.146.450,58 | -3.208 | ||
| 3 | Abschreibungen/Zuschreibungen auf Vermögensgegenstände des Bereichs Investitionstätigkeit | 905.441,51 | 997 | |
| * | Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Vermögensgegenständen | |||
| des Bereichs Investitionstätigkeit | -599.994,99 | -5 | ||
| Beteiligungserträge, Erträge aus anderen Wertpapieren und Auslei- | ||||
| 4. -/+ hungen des Finanzanlagevermögens sowie sonstige Zinsen und | 58.026,26 | 76 | ||
| ähnliche Erträge/Zinsen und ähnliche Aufwendungen | ||||
| * | Zeilen 7 bis 9 betreffend | sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge, soweit nicht | -43.432,40 | -30 |
| 6. | Netto-Geldfluss aus dem betrieblichen Ergebnis | -4.826.410,20 | -2.170 | |
| „ | Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva | 3.309.274,24 | 4.172 | |
| 8. +/- Zunahme/ Abnahme von Rückstellungen | -2.852.695,21 | -2.089 | ||
| 2 | Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva | 369.995,31 | -3.164 | |
| 10. Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit vor Steuern | -3.999.835,86 | -3.251 | ||
| 11. - | Zahlungen für Ertragsteuern | -500,00 | -2 | |
| 12. Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | -4.000.335,86 | -3.252 | ||
| 13. | Einzahlungen aus Anlagenabgang (ohne Finanzanlagen) | 1.250.400,43 | 340 | |
| 14. + | Einzahlungen aus Finanzanlagenabgang und sonstigen Finanzinves- | 529.557,81 | 0 | |
| 15. - | Auszahlungen für Anlagenzugang (ohne Finanzanlagen) | -484.106,98 | -1.583 | |
| 16. | Auszahlungen für Finanzanlagenzugang und sonstige Finanzinvesti- tionen | 0,00 | 0 | |
| 17. + | Einzahlungen aus Beteiligungs-, Zinsen- und Wertpapiererträgen | 3.264,95 | 7 | |
| 18. Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | 1.299.116,21 | -1.237 | ||
| 19. + | Einzahlungen von Eigenkapital | 0,00 | 0 | |
| 20. - | Rückzahlungen von Eigenkapital | 0,00 | 0 | |
| 21. - | Ausbezahlte Ausschüttungen | 0,00 | 0 | |
| 22. + | Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von Finanzkrediten | 1.200.000,00 | 4.900 | |
| 23. - | Auszahlungen für die Tilgung von Anleihen und Finanzkrediten | 0,00 | -625 | |
| 24. - | Auszahlungen für Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -61.291,21 | -83 | |
| 25. Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | 1.138.708,79 | 4.192 | ||
| Zahlungswirksame Veränderung des | ||||
| 26. | Finanzmittelbestandes (Z 12 + 18 + 25) | -1.562.510,86 | -297 | |
| 3, | wechselkursbedingte und sonstige Wertänderungen der Zahlungs- | |||
| mittel und Zahlungsmitteläquivalente | 0,00 | 0 | ||
| 28. | Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 2.688.906,25 | 2.986 | |
| 29. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode | 1.126.395,39 | 2.689 | ||
1.5.
Analyse nichtfinanzieller Leistungsindikatoren
1.5.1. Umwelt- und Nachhaltigkeitsbericht
Das Unternehmen arbeitet produktbedingt ohne nennenswerte Umweltbeeinträchtigungen. Emissionen durch Maschinenlärm und Holzstaub werden laufend vom Arbeitsinspektorat geprüft und liegen unterhalb der jeweiligen gesetzlichen Grenzwerte. Ergänzend wird auf die Ausführungen unter ,4. Stand und Ausblick bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung“ verwiesen.
1.5.2. Sozialbericht
Die Mitgliedschaft im Fachverband der Holzverarbeitenden Industrie bedingt die Anwendung des dafür geltenden Kollektivvertrages.
Die überwiegende Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Produktion rekrutiert sich aus angelernten Kräften. Neben laufenden innerbetrieblichen Fortbildungen werden auch außerbetriebliche Fortbildungen (Qualifikation im Fachbereich, Digitalisierung und Führungsarbeit) angeboten und vom Unternehmen bezahlt. Da qualifiziertes, motiviertes und zufriedenes Personal einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellt, werden laufend gezielte HR- Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt.
Aufgrund der schwierigen Marktsituation und den daher notwendigen Personalmaßnahmen konnte die Personalfluktuation nicht wie gewohnt niedrig gehalten werden. Die Anzahl der Kündigungen durch den Arbeitgeber im Gesamtjahr 2024 lag bei 3 Mitarbeitern (2023: 9). Die weiteren notwendigen Kapazitätsanpassungen wurden mit einvernehmlichen Auflösungen, insbesondere im Rahmen des verabschiedeten Sozialplans und natürlicher Fluktuation realisiert.
1.6.
Zweigstellenbericht
Zur Präsentation unserer Produkte außerhalb des Betriebsgeländes wird derzeit ein zusätzlicher Schauraum in Brand, unweit unseres Firmensitzes, geführt.
2. Prognose- und Risikobericht
2.1.
Voraussichtliche Entwicklung
Im laufenden Geschäftsjahr 2025 (bis März) ergab sich im Vorjahresvergleich ein Umsatzrückgang in Höhe von 31,4 %. Diese Entwicklung wird sich nach aktueller Prognose bis zum Jahresende wesentlich verbessern, da das erste Quartal des Vorjahres noch alle Umsätze vor Verlagerungsschritten beinhaltete und sich dieser Effekt beginnend mit dem 2. Quartal bis Jahresende deutlich reduziert. Die Kaufzurückhaltung in der Möbelbranche ist jedoch nach wie vor sehr hoch, die Auftragseingänge im ersten Quartal 2025 waren nicht erwartungsgemäß und rund 10 % unter Plan.
Die anhaltend schwache Konjunktur und schwierige Lage in der Möbelbranche beeinflusst die Geschäftstätigkeit nach wie vor stark, erste positive Signale einer bevorstehenden Markterholung wurden unmittelbar durch die kürzlichen Zoll-Eskalationen zunichte gemacht. Die zum aktuellen Zeitpunkt laufenden Kollektivvertragsverhandlungen weisen auf einen möglichen Abschluss unter der Inflationsrate der letzten 12 Monate und damit einen Vorteil gegenüber den budgetierten Personalkosten hin. Der wirtschaftliche Verlauf der letzten Jahre würde allerdings einen noch niedrigeren Abschluss erfordern, um die Position Osterreichs im Vergleich zur internationalen Möbelindustrie nicht weiter zu verschlechtern.
Die Exportquote liegt in den ersten drei Monaten mit rund 69 % (2024: 63 %) höher als das Vorjahresniveau. Der Umsatzanteil der CEE-Staaten liegt bei rund 2,0 % (2024: 4,0 %), in BENELUX bei 0,9 % (2024: 0,6 %).
Anhand einer aktuellen Fortbestehensprognose wird für das Geschäftsjahr 2025 ein negatives Ergebnis vor Steuern von TEUR -1.679 und für 2026 von TEUR 26 prognostiziert. Das negative Ergebnis 2025 ist zum Großteil auf die umfangreichen Transformationsmaßnahmen zurückzuführen, die aufgrund der nicht erwartungsgemäßen Umsätze nochmals stärker als noch 2024 geplant, ausfallen werden. Das Geschäftsjahr 2026 ist frei von Reorganisationseffekten und zeigt erstmalig ein positives Ergebnis vor Steuern in Höhe von TEUR 26.
Um das Eigenkapital der ADA Möbelfabrik GmbH nachhaltig zu stärken, hat die ADA Möbelwerke Holding AG noch im Jahr 2024 in Höhe von TEUR 4.900, auf die Rückführung des Gesellschafterdarlehens verzichtet und in Form eines Gesellschafterzuschusses dem Eigenkapital der geprüften Gesellschaft zugeführt. Daher beträgt die prognostizierte Eigenkapitalquote zum 31.12.2025 trotz des erneuten Planverlustes nach wie vor rund 18 %.
Neben den in diesem Lagebericht angeführten finanziellen Maßnahmen des Gesellschafters, sollen auch die unter dem Abschnitt 1.1. genannten operativen Maßnahmen des Managements zur Aufrechterhaltung der Liquidität in der Sanierungsphase führen.
2.2.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Die nach wie vor anhaltende, durch die kürzlichen politischen Ereignisse wiederum befeuerte Kaufzurückhaltung und die daraus folgende Unterauslastung erfordern im Laufe des Geschäftsjahres 2025 weitere außerordentliche Maßnahmen, welche bereits weiter oben angeführt wurden. Durch eine konsequente Umsetzung dieser Maßnahmen bis Ende 2025, kann die Rohmarge verbessert, variable Fertigungskosten und Fixkosten weiter reduziert werden und damit kann ab 2026 bei erwarteter leichter Markterholung wieder ein positives Ergebnis vor Steuern erzielt werden. Mit dem Fokus auf die Premium- Bettenfertigung gelingt eine wesentliche Komprimierung der Produktionsflächen und Logistikwege, was einer deutlichen Steigerung der Fertigungsproduktivität entspricht. Insbesondere mit einer spätestens ab Anfang 2026 erwarteten Erholung des Möbelmarktes und dem daraus resultierenden Support in der Fertigungsauslastung ist die Geschäftsführung davon überzeugt, den Turnaround in der geplanten Zeitspanne zu erreichen.
3. Forschungs- und Entwicklungsbericht
Das Unternehmen hat im Jahr 2024 keine Gebrauchsmuster (2023: 0) und drei Patente (2023: 1) angemeldet. Eine Designsammlung (bestehend aus mehreren Designs) wurde ebenfalls 2024 angemeldet.
Die Entwicklungsanzahl belief sich 2024 auf 20 Muster im Bereich „Betten und Nachtkästchen“.
Für 2025 wird mit einer den aktuellen Gegebenheiten angepassten, leicht rückläufigen Entwicklungstätigkeit gerechnet, es sind keine Patentanmeldungen angedacht.
4. Stand und Ausblick bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung
ADA hat bereits wichtige Schritte unternommen, um sich auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) vorzubereiten. Die Wertschöpfungskette des Unternehmens wurde analysiert und definiert, und nach Abschluss der Wesentlichkeitsanalyse wurde die Einbindung der identifizierten Stakeholder gestartet. Die Stakeholderanalyse ist derzeit in vollem Gange. Die Wesentlichkeitsanalyse hat ergeben, dass die Themen Wasser- und Meeresressourcen, Biodiversität und Okosysteme sowie betroffene Gemeinschaften nicht als wesentlich für ADA eingestuft werden.
Parallel dazu wurde ein erster Durchlauf der Risikoanalyse durchgeführt. Dabei wurde die Thematik „Extremwetterereignisse könnten Lieferketten unter-
brechen” als größtes Risiko identifiziert. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, klimabedingte Herausforderungen in der strategischen Planung des Unternehmens zu berücksichtigen und Maßnahmen zur Risikominderung in der Lieferkette zu entwickeln.
Auf Basis der Wesentlichkeitsanalyse liegt der Fokus der Berichterstattung auf den Minimum Disclosure Requirements, wodurch sich rund 280 potenzielle Datenpunkte für das Unternehmen ergeben. Um eine vollständige und regelkonforme Nachhaltigkeitsberichterstattung zu gewährleisten, achten wir darauf, die geltenden Reportingrichtlinien umzusetzen. Gleichzeitig behalten wir mögliche Anderungen in den Berichtspflichten (siehe Omnibus I und II) im Blick. Unabhängig davon sehen wir Nachhaltigkeit weiterhin als einen zentralen strategischen Aspekt für die zukünftige Unternehmensentwicklung.
Aktuell gehen wir in die GAP-Analyse über und starten parallel mit der Datenerhebung, um eventuelle Lücken in der Datenverfügbarkeit zu identifizieren und zu schließen. Noch Anfang 2025 war geplant, bis Mitte 2025 die Erarbeitung einer Treibhausgasbilanz nach dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol zu erstellen, einen Probelauf der Berichterstattung durchzuführen, die Prozesse zu optimieren und damit eine reibungslose Umsetzung für die erste offizielle Berichtslegung im Jahr 2026 sicherzustellen. Aufgrund der Entscheidung des Europäischen Parlaments vom 03.04.2025 zur Verschiebung der Anwendung der Rechtsvorschriften zur CSRD-Nachhaltigkeitsberichterstattung ist der erste Nachhaltigkeitsbericht nun erst im Jahr 2028 für das Jahr 2027 zu erstellen. Aus diesem Grund wird der Zeitplan aus Kostenoptimierungsgründen gestreckt.
Mit den beschriebenen Maßnahmen stellt ADA sicher, dass das Unternehmen nicht nur den regulatorischen Anforderungen entspricht, sondern auch langfristig eine transparente und effektive ESG-Strategie verfolgt. Dies trägt dazu bei, Datenerhebung und Monitoring weiter zu optimieren und das Vertrauen der Stakeholder in die Nachhaltigkeitsbemühungen des Unternehmens zu stärken.
Anger, den 28.04.2025
Markus Höllerbauer Geschäftsführer