Inhaltsverzeichnis
KEBA Industrial Automation GmbH
Geschäftsjahr 25
4/2024 – 3/2025
1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage Geschäftsjahr 25
1.1. Geschäftsverlauf
Auch das abgelaufene Geschäftsjahr war durch die allgemeinen Rahmenbedingungen in Europa sehr herausfordernd. Die Inflation in Osterreich ging weiter zurück, blieb jedoch über dem Durchschnitt der Eurozone. Sinkende Energiepreise trugen aber zu einer leichten Verbesserung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage bei.
Der im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte Umsatz beträgt 146 M€ und liegt ca. 2 % unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr 149,2 M€), daraus folgt ein negatives operatives Ergebnis (EBIT), jedoch im Vergleich zum Vorjahr mit stark positivem Trend (Erläuterungen siehe unten folgend). Das Ergebnis vor Steuern beträgt 8,2 M€ (Vorjahr 1,6 M€), welches aus Beteiligungserträgen und Folge dessen aus einem positiven Finanzergebnis resultiert. Die Eigenkapitalquote konnte von 36,9% auf 44,4% gesteigert werden.
Die Zinslandschaft ist zwar weiter am Weg der Erholung, die global politisch instabile Lage und die verhaltene Sicht auf die Geschäftsentwicklung beeinflussen vor allem in Europa die Investitionsfreudigkeit im industrienahen, produzierenden Bereich aber nach wie vor negativ. Besonders in Europa hat dies Auswirkungen auf unsere Verkaufsmengen, insbesondere auch bei unseren größeren Key Accounts.
Die konjunkturell bedingte Abschwächung der Auftragseingänge hat sich im Geschäftsjahr GJ 25 stabilisiert, konnte aber durch positive Gegenbewegungen, resultierend aus weiteren neu gewonnen Kunden, abgeschwächt werden. Neue Kunden konnten nicht nur in Europa gewonnen werden sondern auch in Asien. Speziell in China hat sich der Trend zu höherwertigen Steuerungen auf einem höheren Niveau stabilisiert, angetrieben durch Exportmärkte. Durch einen intensiven direkten Austausch mit unseren Kunden und der Weiterentwicklung unserer Produkte konnten wir auch einige Großkunden für KEBA gewinnen, die ab Beginn des nächsten Geschäftsjahres auch umsatzwirksam werden.
Ebenso wurden in mehreren Etappen entsprechende Kostenmaßnahmen seitens des Managements zur Abfederung erfolgreich in die Umsetzung gegeben. Somit gelang es auch, die Herausforderungen des abgelaufenen Geschäftsjahres unter den genannten Rahmenbedingungen bestmöglich zu bewältigen.
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Beteiligungserträge ist auf Grund der anhaltend schwachen Marktlage zwar negativ, konnte jedoch aufgrund nachstehender Effekte deutlich verbessert werden. Die Gründe hierfür liegen einerseits in den höheren DB-Margen (Preiserhöhungen, geringere Materialpreise, keine wesentlichen Abwertungsbedarfe) und andererseits in der niedrigeren Kostenstruktur durch Einsparungen im Bereich der Sachkosten (Reise-, Marketing-, Sondereinzelkosten, etc.). Das Intercompany Geschäft mit den beiden Schwester-Gesellschaften - sprich das Zuliefergeschäft an Energy Automation und Handover Automation - sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und dementsprechend resultiert daraus ein positiver Ergebnisbeitrag. Belastend für die Kostenstruktur wirkte sich die erneut hohe KV-Erhöhung in Osterreich aus, woraus sich im Wesentlichen die negative operative Ertragslage begründet.
Der Wechsel zur neuen Generation hochmoderner Steuerungen war erfolgreich. Die führenden Hersteller werden auch im Geschäftsjahr GJ 26 der Erschließung des Auslandsmarktes große Aufmerksamkeit schenken. Ein harter Preiskampf ist voraussichtlich unvermeidlich. Generell ist zu sagen, dass der geschwächte Markt in Europa bei neuen Investitionen sehr vorsichtig bleiben wird.
Positiv hervorzuheben ist die Entwicklung unserer KEBA Plastics Solution („KePlast") im abgelaufenen GJ 25. Hier konnte ein Verkaufsrekord seit Lancierung des Produktes aufgestellt werden. Weltweit wurden rund 24.000 Stück verkauft.
In Bezug auf die interne Organisation des Geschäftsbereiches ist noch zu erwähnen, dass diese seit Einführung der KEBA DNA (2016/2017) der umfangreichsten Weiterentwicklungsprozesse unterzogen wurde, mit dem Ziel, Prozesse zu verbessern, Ressourcen zu heben und Kosten zu optimieren. Erste Erfolge konnten bereits lukriert werden.
1.2. Tochterunternehmen und Zweigniederlassungen
Die KEBA Industrial Automation GmbH entwickelt und produziert Automatisierungslösungen bestehend aus Hard- und Software für industrielle Anwendungen im Bereich Maschinenbau.
Die Gesellschaft fungiert als Muttergesellschaft des Geschäftsfeldes KEBA Industrial Automation und ist in den verschiedenen Ländern und Märkten mittels lokaler Tochtergesellschaften aktiv:
| KEBA Industrial Automation Germany GmbH, DE – Lahnau | 100 % |
|---|---|
| In der KEBA Industrial Automation Germany GmbH ist die Entwicklung und Produktion | |
| von Antriebstechnik gebündelt. Weiters fungiert die Gesellschaft als Intercompany- | |
| Entwicklungspartner für Hochleistungselektronik. |
| KEBA Industrial Automation Germany Sales GmbH, DE – Lahnau | 100 | % |
|---|---|---|
| Das Unternehmen ist die Vertriebsgesellschaft für Antriebstechnik in Deutschland. | ||
| DELEM, van Doorne‘s Electronica voor de Machinebouw B.V., | 98,5 % | |
| NL – Eindhoven | ||
| Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Steuerungen, Steuerungsmodule und | ||
| Steuerungssoftware für Metallverarbeitungsmaschinen. | ||
| drag and bot GmbH, DE – Stuttgart | 100 | % |
| Das Unternehmen entwickelt eine innovative Visualisierungssoftware für Roboter. | ||
| KEBA Italy S.R.L., IT - Milano | 100 % | |
| Das Unternehmen fungiert als Vertriebsbüro für den italienischen Markt. | ||
| KEBA d.o.o0. Novi Sad, RS – Novi Sad | 100 % | |
| Das Unternehmen erstellt Dienstleistungen im Auftrag der KEBA Industrial Automation | ||
| GmbH. | ||
| KEBA Bilisim, Makina, Ticaret ve Sanayi Ltd.Sti., TR – Istanbul | 100 % | |
|---|---|---|
| Das Unternehmen fungiert als KEBA-Vertriebsgesellschaft für den türkischen Markt. | ||
| KESAT a.s., CZ – Jihlava | 80 % | |
| KESAT beliefert den europäischen Markt mit Steuerungen für die Sägewerks- und | ||
| Steinbruchindustrie. Automatisierungslösungen für den Maschinenbau sind ein | ||
| weiteres Standbein. | ||
| KEBA, Corp., US – Valparaiso | 100 % | |
| Die KEBA Corporation betreut lokale Kunden der Industrieautomation. | ||
| KEBA Industrial Automation (Shanghai) Co., Ltd. CN – Shanghai | 100 % | |
| Das Unternehmen betreibt Marketing, Vertrieb, Akquisition sowie die Entwicklung und | ||
| Produktion von Automatisierungslösungen für industrielle Anwendung im chinesischen | ||
| Markt. | ||
| KEBA Japan Co. Ltd., JP – Tokyo | 100 % | |
| Das Unternehmen unterstützt die Vertriebsaktivitäten der Industrie-automation am | ||
| japanischen Markt. | ||
| KEBA Korea Co, Ltd., KR – Seongnam-si | 100 | % |
| Das Unternehmen unterstützt die Vertriebsaktivitäten der Industrieautomation am | ||
| koreanischen Markt. | ||
| KEBA India Private Limited, IN – Pune | 99,62 % | |
| Das Unternehmen unterstützt die Vertriebsaktivitäten der Industrieautomation am | ||
| indischen Markt. | ||
1.3. Finanzielle Leistungsindikatoren
1.3.1. Umsatzentwicklung
In diesem Geschäftsjahr konnte die KEBA Industrial Automation GmbH einen Umsatz von 146,1 M€ (Vorjahr 149,2 M€) erzielen.
250 200 150 100 170 50 0 4/21-3/2 203 149 146
2-3/23 V24 124-3/25
Die regionale Verteilung der Brutto-Umsatzerlöse wird in der folgenden Graphik dargestellt:
KEBA INDUSTRIAL AUTOMATION GMBH
EU ohne Österreich; 39,8% Rest der Welt; 6,6% China; 4,0%
Österreich; 49,6%
1.3.2. Finanzkennzahlen
Zum Stichtag beträgt der Umsatz 146,1 M€ (Vorjahr 149,2 M€), das Ergebnis vor Steuern 8,2 M€ (Vorjahr 1,6 M€) und das Eigenkapital 65,8 M€ (Vorjahr 58,4 M€).
| in T€ | GJ25 | GJ24 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 146.051 | 149.181 |
| Ergebnis vor | ||
| Steuern | 8.184 | 1.568 |
| EBT-Marge | 5,6 % | 1,1 % |
| Eigenkapital | 65.770 | 58.416 |
| Gesamtkapital | 147.968 | 158.185 |
| EK-Anteil | 44,4 % | 36,9 % |
| Investitionen | 858 | 3.605 |
| davon in immaterielle | ||
| Vermögensgegenstände | 38 | 216 |
| davon in Sachanlagen | 820 | 3.389 |
| davon in Finanzanlagen | 0 | 0 |
| Operativer Cash-Flow | 4.373 | 1.320 |
Der Jahresgewinn nach Steuern erreicht 7,4 M€ (Vorjahr 0,9 M€). Dies ergibt eine Eigenkapital-Rentabilität von 11,2 % (Vorjahr rund 2 %).
Zu beachten sind unsere F&E Aufwendungen von 22,5 M€ im Geschäftsjahr (Vorjahr 23 M€), die direkt als Aufwand verbucht wurden.
1.4.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
In diesem Abschnitt liefern wir weitere Informationen über unsere nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die für die weitere erfolgreiche Entwicklung unseres Unternehmens eine wichtige Rolle spielen.
1.4.1.
Personalwesen
Die KEBA Industrial Automation GmbH hatte zum Stichtag 31.3.2025 insgesamt 630 Mitarbeiter:innen (Vollzeitäquivalente), im Vorjahr waren dies 636 VZÄ.
650 640 630 620 610 600 590 580 570 560 550 579 540 04/21-03/22 40 04/22-03/23
636 04/23-03/24
630
03/24-04/25
• Mitarbeiter KEBA industrial Automation GmbH (VZA)
KEBA schöpft ihren Erfolg aus ihren technologischen Innovationen und aus der Dynamik und Begeisterungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter. Unsere Innovationen entstehen durch den Mut und die Leidenschaft der KEBAner:innen – und durch eine Arbeitsatmosphäre, die Neuem gegenüber stets offen ist.
KEBA DNA – Unsere Organisationsform
KEBA hat seit einigen Jahren eine flache, wandlungsfähig Organisation mit einem hohen Anteil an Selbstverantwortung und dem Ziel, langfristig erfolgreich zu sein. Sie ermöglicht es uns, sich rasch an neue Marktanforderungen und ein sich ständig veränderndes Geschäftsumfeld anzupassen. Sie fördert die Innovationsgeschwindigkeit sowie kurze Entscheidungswege und unterstützt uns dabei, schnell auf Trends und Chancen sowie Kundenbedürfnisse zu reagieren. Mitarbeiter können sich mit ihren Fähigkeiten voll einbringen und übernehmen entsprechend Verantwortung. Auch wenn die Art der Organisation uns viele Vorteile bringt, gilt es dennoch, immer wieder Potentiale für ihre Weiterentwicklung zu erkennen.
Wir haben uns in diesem Geschäftsjahr insbesondere mit den Themen Performance, dem Schärfen von Führungsrollen und neuen Elementen der Kompetenzentwicklung auseinandergesetzt und auch entsprechende Weiterbildungsangebote hier entwickelt.
Employer Branding
Der zunehmende Fach- sowie Arbeitskräftemangel wird uns - wie auch andere Unternehmen und Branchen - weiterhin begleiten und fordern, wenn es darum geht, entsprechende Spezialist:innen und Talente für KEBA zu gewinnen.
Im Bereich Schulmarketing gibt es spezielle Workshop-Formate, die mit den für uns relevantesten Höheren Technischen Lehranstalten umgesetzt werden. Durch Schulungen und Workshops vor Ort bei KEBA wird eine entsprechende Bindung zu den Schüler:innen aufgebaut, die dann oftmals in Praktika, in der Teilnahme an unserem TalentsPROgram bzw. in konkrete Bewerbungen münden. Außerdem unterstützen wir ausgewählte Schulen mit KEBA Komponenten, damit Techniker:innen frühzeitig mit KEBA Produkten in Kontakt kommen. Von unseren Fachabteilungen werden außerdem laufend Abschlussarbeiten von HTLs und Fachhochschulen bzw. Universitäten betreut. Kooperationen mit der Johannes- Kepler-Universität und Fachhochschulen sowie der regelmäßige Besuch von Karrieremessen auf (Hoch-)Schulen tragen dazu bei, langfristige Beziehungen zu stärken und den Bekanntheitsgrad von KEBA auszubauen. Schüler:innen, Studierende und Berufseinsteiger:innen sollen in KEBA einen attraktiven Arbeitergeber sehen, bei dem sie nicht nur eine professionelle fachliche Ausbildung erleben, sondern auch ihr Potenzial ganz entwickeln können.
Unseren Arbeitsalltag, unsere Unternehmenskultur, Einblicke in unsere Jobs und Lehrstellen tragen wir auch durch regelmäßige Aktivitäten auf Social Media nach außen und bauen so eine Bindung zu bestehenden aber auch zu potenziellen zukünftigen Mitarbeiter:innen auf. Eigene Eventformate wie das „KEBA MAMAS & PAPAS Meetup“, der Elterninfotag für Lehrlinge, "Ferialis on Tour” oder unser mittlerweile ausführliches Tour-Angebot durch KEBA (Fertigung, InnoSpace, Testhouse, etc.) für Schulen und andere Interessierte festigen unser Arbeitgeberbild und fördern die Kommunikation untereinander sowie mit Fachexpert:innen.
Als neuer Partnerbetrieb in der Digital Mile Linz profitieren wir als Arbeitgeber zudem von zahlreichen Synergien dieser Initiative, die Linz und Oberösterreich als attraktiven Standort für die IT- & Techbranche festigen möchte. Zudem wurden bereits erste Teilprojekte aus dem FFG geförderten “Diversity" Projekt rund um Diversität / Antidiskriminierung / Frauenförderung in der Technik umgesetzt – unter anderem die Implementierung eines weiblichen Vertrauenskomitees in der Produktion und Start eines Mentoring-Programms für Frauen.
Rekrutierung
Das vergangene Jahr war trotz herausfordernder Marktbedingungen von Stabilität geprägt. In allen Geschäftsbereichen wurden Nachbesetzungen kritisch hinterfragt, Personalaufbau vorsichtig betrieben und vorrangig in die Qualifizierung des bestehenden Personals investiert. Vor allem in zukunftsbestimmenden Bereichen, wie z.B. KI, Produktmanagement oder Vertrieb wurde bewusst in Personalressourcen investiert.
Die Prozesse im Recruiting bzw. im gesamten Lifecycle von Mitarbeitenden bei KEBA wurden optimiert: So wurde etwa das Stelleninserat überarbeitet, das Onboarding in Osterreich und Deutschland standardisiert und auch der Offboarding Prozess überarbeitet.
Der Kontakt zu Schüler:innen an berufsbildenden höheren Schulen bzw. Student:innen an Universitäten und Fachhochschulen ist für KEBA enorm wichtig, um Talente für KEBA zu gewinnen. KEBA war deshalb auch im vergangenen Berichtsjahr auf allen relevanten Karrieremessen der Universitäten, Fachhochschulen und berufsbildenden höheren Schulen vertreten. Für Studierende, die in einen Beruf einsteigen wollen oder ihr Studium abgebrochen haben, bieten wir mit dem „TalentsPROgram" eine Möglichkeit, für rund ein Jahr im Rotationsprinzip verschiedene Fachbereiche im Unternehmen kennenzulernen und an konkreten Projekten mitzuarbeiten. Besteht ein „Fit" auf beiden Seiten, wird die Person direkt in ein aktives Arbeitsverhältnis übernommen.
Unsere Praktikumsstellen, inklusive dem Robotik-Spezialpraktikum „Young Talents Summer Program", waren voll belegt. Praktikant:innen werden durch eine Spezialtour mit allen Bereichen der KEBA vertraut gemacht und durch ein Gewinnspiel incentiviert, auch weiterhin mit KEBA in Kontakt zu bleiben.
Aus- und Weiterbildung
Das breite Angebot an Trainings, Workshops, Seminaren, Tagungen und Konferenzen sowie Inhouse Schulungen konnte im Berichtszeitraum zielgerichtet weiter ausgebaut werden. Es wurden z.B. Seminare zu Themen wie „Entscheidungen treffen“, „Arbeiten bei KEBA“, „Feedback geben“, Agiles Arbeiten" sowie Englisch- und Moderationstrainings angeboten.
Mit unseren neuen „Karrierewegen“ wurde ein Tool entwickelt, um Entwicklungsmöglichkeiten bei KEBA transparent zu machen und durch eine passende Personalentwicklung die Mitarbeiterbindung und -zufriedenheit nachhaltig zu stärken.
Einen besonderen Schwerpunkt bildete auch dieses Jahr das KEBA Leadership Programm. Dies ist ein maßgeschneidertes, rund einjähriges Personalentwicklungsprogramm, das von KEBA gemeinsam mit externen Expert:innen speziell für unsere Anforderungen entworfen und gestaltet wurde. Außerdem wurde ein Leadership-Alumni Netzwerk etabliert, um die Führungskräfte bei KEBA auch nach Absolvierung des Leadership Programms kontinuierlich weiterzuentwickeln und das Erlernte zu vertiefen. Erfolgreiche eigeführt wurde die Führungswerkstatt mit aktuellem Schwerpunkt auf systemische Prinzipien zur Erweiterung des Blickwinkels in der Teamführung. Für die zweite Führungsreihe wurde ein Fachmentoring- Programm eingeführt, um die Führungskräfte der einzelnen Fachrichtungen durch einen individuellen Sparringpartner einen fachlichen Austausch auf Augenhöhe zu ermöglichen.
Außerdem wurde eine gesamtheitliche Trainingsinitiative für Digitalisierung mit Schwerpunkt auf Künstliche Intelligenz mittels zielgruppenspezifischen Workshops gestartet. Die Initiative befähigt alle Mitarbeiter:innen in ihren jeweiligen Rollen, KI zu nutzen und Mehrwert zu generieren.
Lehrlinge
KEBA legt einen besonderen Fokus auf die eigene Ausbildung zukünftiger Fachkräfte. So waren mit Ende des Geschäftsjahres in Österreich in Summe 53 Lehrlinge (hiervon 17 kaufmännische und 36 gewerbliche Auszubildende) in unterschiedlichen Berufsbildern in Ausbildung, Auch an anderen Standorten wie z.B. in Lahnau bei der KEBA Industrial Automation Germany GmbH gibt es eine Reihe an Auszubildenden.
Der seit 2022 in Osterreich angebotene Lehrberuf „Applikationsentwicklung – Coding" erfährt auch bei KEBA große Beliebtheit - dies zeigte sich in knapp 60 Bewerbungen in diesem Jahr. Zu Zeit bildet KEBA in diesem Bereich sieben Lehrlinge aus.
Grundsätzlich will KEBA dem Lehrberuf einen noch größeren Stellenwert einräumen, um dem Unternehmenswachstum und den daraus resultierenden Anforderungen noch besser gerecht zu werden. Die Anzahl der Lehrstellen wird somit weiterhin aufgestockt. KEBA will jungen Menschen die Möglichkeit geben, zukunftsorientierte Berufe zu erlernen und sich durch ein vielseitiges Zusatzprogramm persönlich zu entwickeln und weiterzubilden. Dass nach abgeschlossener Lehre beinahe 100 Prozent der Lehrlinge übernommen werden, ist für uns ein großer Erfolg und eine schöne Bestätigung unseres Engagements. Ende 2024 wurde KEBA mit dem Staatspreis der Lehre “Fit for Future” in der Sonderkategorie "Lehrlings- Reels” ausgezeichnet.
Benefits
KEBA bietet zahlreiche attraktive und wettbewerbsfähige „Benefits" für Mitarbeitende an, die die Attraktivität als Arbeitgeber noch weiter stärken. Im Sommer 2023 feierte die KEBA- Ferienbetreuung Premiere und wird seitdem erfolgreich weitergeführt. Die Betreuung für Kinder von KEBAner:innen wurde wieder am KEBA-Standort in Linz angeboten. Knapp 60 Betreuungen haben die Eltern in der Ferienzeit durch diese Kinderbetreuung unterstützt und entlastet. Als Kooperationspartner der Digital Mile Linz profitiert KEBA von einigen attraktiven Zusatzangeboten, die alle KEBAner:innen nutzen können.
1.4.2. Arbeitsschutz
Bei KEBA ist die Einhaltung aller geltenden Vorschriften zur Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz eine Selbstverständlichkeit. Darüber hinaus sind Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zentrale Bestandteile unserer Unternehmenspolitik und werden entsprechend konsequent berücksichtigt. Der Schutz und das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter:innen haben für uns eine sehr hohe Priorität. Deshalb setzen wir auf umfassende präventive Maßnahmen sowie eine fundierte sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung.
Darüber hinaus arbeiten wir ständig an einer kontinuierlichen Weiterentwicklung unseres Arbeits- und Gesundheitsschutzniveaus. Dabei unterstützt uns ein zertifiziertes Managementsystem nach ISO 45001:2018 als zentrales Steuerungsinstrument. Im Rahmen der Evaluierung der Arbeitsplatzsicherheit lagen besondere Schwerpunkte in diesem Geschäftsjahr die Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen in diesem Bereich. Der präventive Ansatz, verbunden mit kontinuierlicher Verbesserung, stärkt nachhaltig die Sicherheitskultur im Unternehmen.
KEBA unterstützt ihrer Mitarbeiter:innen in Sachen Gesundheitsförderung durch regelmäßige Angebote an betrieblichen Maßnahmen. Dazu zählen unter anderem Vorsorgeuntersuchungen, Ergonomie-Beratungen, Impfungen, Sehtests, psychologische Beratungen, allgemeine Coachings, Impulsvorträge, gezielte Gesundheitstage sowie zahlreiche weitere, auf verschiedene Zielgruppen zugeschnittene Angebote. Auch der Schutz besonders sensibler Gruppen wird durch umfassende Gefährdungsbeurteilungen und begleitende Maßnahmen sichergestellt.
„Starkes Ich – Starkes Wir“ war in diesem Geschäftsjahr das Leitmotiv der Arbeitsmedizin und betrieblichen Gesundheitsförderung. Im Fokus stand dabei die ganzheitliche Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz als Grundlage für ein starkes Miteinander im Unternehmen. Ein zentrales Element war die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung mit individuellen Beratungen, der Bereitstellung ergonomischer Arbeitsmittel und gezielten Schulungen. Ergänzt wurde dies durch ein vielseitiges Angebot zur Stressprävention. Mitarbeitende wurden gezielt für psychische Belastungen sensibilisiert und bei der Entwicklung persönlicher Strategien zur Stressbewältigung unterstützt.
1.4.3. Umwelt und Nachhaltigkeit
Mit der Verabschiedung der EU-Richtlinie „Corporate Sustainability Reporting Directive“ hinsichtlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (Richtlinie (EU) 2022/2264, kurz CSRD), welche im Dezember 2022 erlassen wurde, hat KEBA begonnen, ihre bereits langjährigen, etablierten und erprobten Anstrengungen rund um das Thema Nachhaltigkeit zu bündeln und weiter zu fokussieren. Die Umsetzungsarbeiten zur ESG- Berichterstattung sind unter Einbindung aller Geschäftsbereiche, Töchter und Standorte, sowie unter organisatorischer Begleitung externer Experten im vergangenen Berichtsjahr angelaufen. Mit der „Omnibus Verordnung" der EU-Kommission vom Februar 2025 wurde die Berichtspflicht gelockert und vereinfacht. KEBA bleibt weiterhin berichtspflichtig und wird erstmalig mit GJ28 ihren Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen. Die von den EU-Gremien noch freizugebenden Veränderungen beeinflussen die Art und Weise, wie diese CSRD- Berichtspflichten umzusetzen sind, nur geringfügig. Trotz dieser Anderungen bleibt unser Fokus auf unsere ESG-Verantwortung als Unternehmen und als Gemeinschaft unverändert. Die mit diesem Projekt einhergehende Professionalisierung und Automatisierung der Datenerhebung wird weiter vorangetrieben.
Ein im letzten Berichtszeitraum etabliertes „Sustainability KPI Dashboard" ergänzt im Rahmen monatlich stattfindender „Sustainability Synchronisations-Meetings" aktiv die laufende Kennwertbetrachtung. Ziel dieses Meetings ist insbesondre auch, ein unternehmensweites Verständnis der Nachhaltigkeits-/ESG-Ziele aufzubauen. KEBA hat sich bereits zum jetzigen Zeitpunkt in vielen Bereichen dieser Nachhaltigkeitszielsetzungen gut entwickelt. Auch konnten gute Fortschritte in der Darstellung unserer Produktpalette erzielt werden, zu denen PCF-Berechnungen („Product Carbon Footprint" – Berechnungen) für ausgewähite Produkte zur Verfügung stehen.
Über die Einhaltung der gesetzlichen oder sonstigen bindenden Vorschriften hinaus arbeitet KEBA laufend daran, Umweltauswirkungen und Risiken sowie den Ressourcenverbrauch zu verringern. Das nach ISO 14001:2015 zertifizierte Umweltmanagementsystem dient dabei weiter als umfassendes Instrument zur Gestaltung und kontinuierlichen Verbesserung der
Leistungen, Prozesse und zur Stärkung der Rechtssicherheit. Auch die personellen Ressourcen und Rollenverteilungen zur Umsetzung dieser Strategie wurden entsprechend angepasst.
Im Berichtszeitraum wurden die angelaufenen Aktivitäten gestärkt und weiter ausgebaut. Nachhaltigkeit findet sich auch im Initiativen- und Umsetzungsprogramm „KePep“, abgeleitet aus unserer Vision 2030, wieder und hat damit eine entsprechende Verankerung in der Unternehmensgruppe.
Mit der fortlaufenden Berechnung des CO2-Fußabdruckes („Corporate Carbon Footprint") des Unternehmens wird die Aufstellung einer konzernweiten Klimastrategie vorbereitet, die zur Erstellung des ersten CSRD-Berichts vorliegen wird.
Ein weiterer Schritt zum Ausbau des nachhaltigen CO2-optimierten Produktportfolios gelang mit der Akquise eines Marktbegleiters im Segment der DC-Ladestationen (Gleichstrom- Ladestationen). Damit deckt die Produktfamilie des Geschäftsfeldes KEBA Energy Automation die gesamte Bandbreite der Ladeinfrastruktur für die Elektro-Mobilität ab.
Die Entwicklung unseres neuen nachhaltigen Technologieparks am Standort in Leonding/Pasching ist weiterhin pausiert, die Projektumsetzung wird aber regelmäßig evaluiert. Aufgrund struktureller organisatorischer Anpassungen im Produktionsbereich stellt die Errichtung eines geplant bilanziell CO2-neutralen Gebäudes weiterhin eine attraktive Maßnahme zur Verbesserung der Ziele der KEBA im Nachhaltigkeits-Kontext dar.
1.4.4. Compliance
Integrität und gesetzeskonformes Verhalten haben bei KEBA sehr hohe Priorität. Das Unternehmen besitzt eine durchgängige Compliance Organisation. Die Compliance Struktur unterstützt unsere Organisation und unsere Mitarbeiter:innen bei der Einhaltung obligatorischer Compliance Vorgaben durch Gesetze und Verordnungen, sowie intern freiwillig festgelegter Compliance Verpflichtungen (z.B. Code of Conduct). Entsprechende Schulungsmaßnahmen und interne Kommunikation stellen sicher, dass die Mitarbeiter:innen die gesetzlichen und internen Vorgaben kennen und sich gemäß dieser auch verhalten.
Die Anzahl der Meldungen an das KEBA-Hinweisgebersystem lag im abgelaufenen Geschäftsjahr auf sehr niedrigem Niveau. Nur sechs davon waren mit compliancerelevantem Bezug. Alle eingegangenen Hinweise wurden untersucht, es wurden keine wesentlichen Complianceverstöße festgestellt.
Der Verhaltenscodex der KEBA-Gruppe – Code of Conduct – wurde in diesem Geschäftsjahr überarbeitet. Dem Bereich Menschenrechte und Gleichbehandlung wurde mehr Raum gegeben und die Möglichkeiten der Hinweisabgabe erweitert.
Das Thema Cyber-Security bei Produkten gewinnt seitens der europäischen Gesetzgebung immer mehr an Bedeutung. Der „European Cyber Resilience Act" (kurz CRA) hat künftig maßgeblichen Einfluss auf die Architektur unserer Produkt-Softwaresysteme. Der Kreis „Cyber Security for KEBA Products" in der KEBA Industrial Automation GmbH kümmert sich um Erweiterungen des Product-Life-Cycles auch mit dem Erlass entsprechender Richtlinien,
Verfahren und Prozessen, um die notwendigen Security-Anforderungen des CRA spätestens nach Ablauf der Übergangsfrist 2027 für alle dann am Markt bereitgestellten Produkte sicherzustellen. Erkenntnisse daraus fließen parallel auch in die Security-Abläufe der anderen Gesellschaften KEBA Handover Automation GmbH und KEBA Energy Automation GmbH ein.
Mit GJ25 wurde – neben den bereits bestehenden Compliance-Strukturen in der KEBA- Gruppe – das Board Governance, Risk & Compliance auf Gruppenebene ins Leben gerufen. Es handelt sich hierbei um eine Koordinierungs-, Entscheidungs- und Informationsplattform für übergreifende, strategische und geschäftsrelevante Belange zu Legal- und Compliance- Anforderungen in der gesamten KEBA Gruppe. Damit wurde ein weiterer wesentlicher Baustein für ein wirksames strategisches Compliance Management der gesamten KEBA- Gruppe gesetzt.
2. Voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
2.1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Im Geschäftsjahr GJ 26 rechnen wir mit einer sich seitwärts entwickelnden Marktlage. In vielen Branchen hat sich diese stabilisiert, Bestände wurden reduziert und man hat sich auf das neue Marktniveau eingestellt. Aktuelle Prognosen lassen eine Erholung gegen Ende des Kalenderjahres vermuten.
Größtes einzelnes Risiko bleibt aus unserer Sicht die unberechenbare politische Lage, ausgehend von den USA, die global für Verwerfungen sorgen kann, wie jüngst durch die Zollthematik hinreichend bekannt wurde. Die globalen Lieferketten sind stark verschränkt und der Versuch, einzelne Märkte durch Zölle und Gegenzölle abzuschotten, führt zu großen Verwerfungen in den Lieferketten bzw. zu drastischen Verteuerungen einzelner Zukaufteile. Eine Umstellung auf lokalere Supply Chains wird ständig geprüft, benötigt aber teils Jahre bis zur Wirksamkeit.
Auch unsere OEMs berichten weiterhin über Unsicherheiten und Unvorhersehbarkeiten beim Auftragseingang aus den wesentlichen Märkten. Hauptsächlich aufgrund von Herausforderungen aus dem europäischen, türkischen als auch japanischen Markt.
Der chinesische Markt bleibt weiterhin ein starkes Standbein. Unsere strategischen Produktwechsel und Kostensenkungsmaßnahmen bei den Produkten unterstützen die Beibehaltung dieser Position.
Ramp-Up Kunden tragen zu positiven Effekten in der Umsatzentwicklung bei und auch laufende Projekte könnten im nächsten Geschäftsjahr GJ26 umsatzseitig Wirkung zeigen. Wichtige Entwicklungsprojekte in allen Segmenten sorgen für eine stärkere Differenzierung am Markt. Laufend werden dazu Testgeräte an Kunden geliefert um die Differenzierung zu positionieren.
Top-Projekte im Bereich Digitalisierung, wie ein Kunden-Onlineportal sowie Trainings- und Wissensmanagement, laufen fortschrittlich und erste Ergebnisse sind bereits vorzeigbar. Diese Projekte zielen auf Kundenbindung und starke Effizienzverbesserung ab.
Zusätzlich investieren wir im GJ26 strategisch in einen weiteren Vertriebsaufbau in USA, um uns auch geographisch resilient aufstellen zu können.
Auf die künftigen Rahmenbedingungen (z.B. Marktvolatilität, Inflation, Zinsniveaus, Lohnkosten etc.) mit unmittelbaren Auswirkungen auf unsere Absatz- und Ergebnisziele werden wir entsprechend unserem agilen Geschäftsmodell adaptiv reagieren. Marktbedingte Änderungen mit unmittelbaren Auswirkungen auf die Planperiode können allerdings nicht ausgeschlossen werden. Bergen volatile Rahmenbedingungen nicht nur Risiken, auf die wir entsprechend vorbereitet sind, so generieren sie auch die Chance auf einen positiven Geschäftsverlauf im kommenden Jahr.
Im Planjahr GJ 26 rechnen wir somit mit einem geringfügig höheren Umsatz und einer stabilen Ergebnislage.
2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Die KEBA Industrial Automation GmbH ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit überschaubaren Wechselkurs-, Zinsänderungs- und Delkredererisiken ausgesetzt.
Wechselkursrisiko
Neben dem Euro als Bilanzwährung wickelt die KEBA Industrial Automation sowohl Verkaufs- als auch Einkaufskontrakte in USD, JPY und RMB im für die Risikobetrachtung maßgeblichen Umfang ab. Kursrisiken, die sich aus diesen Geschäften ergeben, unterliegen einer laufenden Kontrolle. Zur Minimierung und Steuerung dieser Risiken wurden derivative Finanzinstrumente eingesetzt.
Zinsänderungsrisiko
Ein Großteil der Finanzverbindlichkeiten (~ 72 %) der KEBA Industrial Automation GmbH ist derzeit variabel finanziert und unterliegt somit einem Zinsänderungsrisiko. Im Wesentlichen wird die Strategie verfolgt, langfristige Investitionsfinanzierungen ausgewogen in einem Mix aus variabel und fix finanzierten Positionen zu diversifizieren. Die kurzfristigen Finanzierungslinien sind im Wesentlichen zu Finanzierung von kurzfristigen Working Capital Position eingerichtet und sind marktüblich variabel finanziert.
Zum Bilanzstichtag bestanden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 48,9 M€, Guthaben bei Kreditinstituten beliefen sich auf 0,8 M€.
Ausfallsrisiko
Die Bonität von Kunden wird systematisch kontrolliert, die Historie der Zahlungserfahrungen erfasst und überfällige Forderungen werden regelmäßig eingemahnt. Auf Basis des
Gesamtbildes wird eine Risikoabschätzung getroffen und der maximale Kreditrahmen jedes Kunden laufend aktualisiert.
Liquiditätsrisiko
Die Finanzierung der laufenden Investitionstätigkeit und des für das Wachstum zusätzlich benötigten Working Capitals sind aus heutiger Sicht gesichert.
Die Absicherung der Vermögenswerte erfolgt im Rahmen eines AIl-Risk-Versicherungsvertrages, der alle Geschäftsbereiche und Unternehmensstandorte einschließt. Neben einer Sachversicherung besteht auch eine Deckung für Betriebsunterbrechungen nach Elementarschäden.
Im Zuge der Gruppenhaftpflichtversicherung ist sowohl eine Unternehmenshaftpflicht als auch eine Produkthaftpflichtdeckung abgeschlossen.
Datenverarbeitung
Die zentralen IT-Services (Netzwerk, Server, IT-Clients, Security-Services, etc.) werden für alle KEBA-Gesellschaften, mit Ausnahme der Tochtergesellschaften DELEM und KEMAS, die ihre Systeme aktuell noch selbst verwalten, durch die KEBA Group IT zur Verfügung gestellt und serviciert. Wesentliche Teile dieser Leistungen werden durch ISO 27001 zertifizierte Dienstleister bezogen.
Die in diesen IT-Services gespeicherten Daten werden dem Stand der Technik entsprechend u.a. mit Firewalls, Virenschutz, Datensicherungen und limitierten Berechtigungen geschützt. Systematisches Patchmanagement, Penetrationstests, kontinuierliche Vulnerability Scans sowie ein Cyber-Defense-Center werden zur Reduktion der wachsenden Cyber Security- Bedrohungen genutzt. Auch die IT-Systeme von DELEM und KEMAS wurden entsprechenden Tests unterzogen.
Die Einhaltung des bestehenden Informationssicherheits-Managementsystems der KEBA Group IT wird durch Audits regelmäßig erfolgreich geprüft. Die von der KEBA Group IT servicierten KEBA-Daten und -Systeme sind u.a. aufgrund der angeführten Maßnahmen angemessen abgesichert.
In diesem Geschäftsjahr wurden weitere Schritte gesetzt, um die IT-Strukturen und Standards gruppenweit noch gezielter zu harmonisieren bzw. zu standardisieren, und die Informationssicherheit laufend auf einen höheren Standard zu bringen. So wurde beispielsweise die Information-Security-Compliance-Organisation auf DELEM und KEMAS ausgeweitet. Ein zentrales Projekt ist die Übergabe der IT-Verantwortung dieser beiden Tochtergesellschaften an die KEBA Group IT bis Ende des nächsten Geschäftsjahres.
Materialversorgung
Das letzte Geschäftsjahr war beschaffungsseitig von der allgemeinen wirtschaftlichen Abschwächung geprägt. Der Einkaufsmanagerindex, welcher ein Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes oder einer Region ist und auf monatliche Befragungen von Einkaufsleiter:innen in Unternehmen verschiedener Branchen basiert,
verlief das ganze Jahr unter 50 Punkten. Dies bedeutet einen deutlichen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten.
Im Bereich Elektronik war das Bestellvolumen bei KEBA Lieferanten aufgrund der konjunkturellen Situation tendenziell niedrig, was auch ein geringes Verhandlungsvolumen nach sich zog. Des Weiteren wurde - wie bereits im vorherigen Geschäftsjahr - der Lagerbestand der letzten Jahre weiter stark abgebaut, sodass weniger Bestellungen platziert wurden. Ein positiver Trend im letzten Geschäftsjahr war, dass sich die Lieferzeiten über alle Warengruppen hinweg deutlich reduziert haben. Generell lag in diesem Geschäftsjahr der Fokus im Einkauf deutlich auf einer Optimierung der Lieferanten-Struktur und des Lieferantenmanagements.
Im Geschäftsfeld der KEBA Industrial Automation wurden durch diverse Benchmarking Projekte, vor allem mit Lieferanten aus China, Kostenpotenziale identifiziert und zusammen mit der Technik umgesetzt.
Das Preisniveau blieb im ersten und zweiten Quartal vor allem in der Elektronik weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Erst ab dem dritten Quartal waren Kostenreduktionen möglich. In Bezug auf Zeichnungsteile wurden teilweise Preisreduktionen aufgrund von sinkenden Rohstoffpreisen erzielt. Der Trend der Rohstoffpreise für das nächste Geschäftsjahr zeigt jedoch wieder nach oben. Generell galt in diesem Geschäftsjahr die Devise, Lieferanten und Preise als auch globale Prozesse in Kooperation mit unseren Standorten Lahnau und Shanghai zu optimieren. Des Weiteren wurden die Tochterunternehmen KEMAS, eMobility DC und DELEM noch stärker in die globale Organisation eingebunden. Außerdem unterstützte das gesamte Einkaufsteam die SAP- Einführung am Standort Lahnau.
Parallel wurde der Fokus weiterhin auf das Thema „Supply Chain Risk Management" mit dem Ziel gelegt, Probleme in der Versorgungskette frühzeitig zu erkennen und die Lieferfähigkeit in Krisen sicherzustellen. Zentrale Themen sind hierbei die interne Evaluierung der eigenen Risikotragfähigkeit und das softwareunterstützte externe Risikomonitoring.
Sonstige Risiken
Im Bereich der sonstigen Risiken ist weiterhin die politische Instabilität bzw. die weiter andauernde Ukraine Krise anzuführen. Es bestehen keine direkten Geschäftsbeziehungen zu Kunden oder Lieferanten in den betroffenen Ländern, die sich negativ auf die Geschäftslage auswirken könnten. Insofern ist bei der Auswahl von Zielmärkten der Risikobeurteilung Raum zu geben, was auch konsequent durchgeführt wird.
Aktuelle politische Instabilitäten, die sich in einer schwer berechenbaren Zollpolitik zeigt, können Wirkungen auf Beschaffungs- und Verkaufsmärkte haben. In diesem Bereich wird die Marktlage ständig beobachtet und im Falle von Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit werden diese evaluiert und Maßnahmen zu Abfederung ergriffen.
Das mit Beginn des Geschäftsjahres GJ 26 neu eingerichtete Governance Risk & Compliance Board bietet eine Plattform, wo Risiken gruppenweit gesichtet, evaluiert und bearbeitet werden.
3. Forschung und Entwicklung
3.1. Allgemein
Für ein Technologieunternehmen wie KEBA hat Forschung und Entwicklung eine zentrale Bedeutung. Neuentwicklungen sowie die laufende Weiterentwicklung von Produkten und Lösungen sichern KEBA auch in Zukunft eine technologische Marktposition und schaffen die Basis für den Erfolg von morgen. Dementsprechend investiert die KEBA-Gruppe jährlich einen maßgeblichen Anteil ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung (F&E).
Durch die kontinuierliche Entwicklung und der daraus resultierenden Innovationskraft schafft KEBA für ihre Kunden Wettbewerbsvorteile, mit denen sich diese in ihren Geschäftsfeldern erfolgreich behaupten können. KEBA arbeitet im Bereich der Forschung und Entwicklung mit zahlreichen renommierten Forschungseinrichtungen, Universitäten und Fachhochschulen zusammen und tauscht sich darüber hinaus laufend mit internationalen Fachgremien aus.
Die F&E-Schwerpunkte orientieren sich an den Strategien der Geschäftsfelder und den Anforderungen des Marktes und dienen dazu, die Marktposition von KEBA zu stärken, Marktanteile auszubauen und zusätzliche Potenziale zu generieren.
Die Mitarbeiterzahl für Forschung und Entwicklung der KEBA Industrial Automation GmbH beträgt zum Stichtag 31.03.2025 178,7 Vollzeitäquivalente (Vorjahr 214,6 VZA).
3.1.1. KEBA InnoSpace – Open Innovation
Open Innovation spielt in der heutigen Zeit der globalen Vernetzung und des schnellen technologischen Fortschritts eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Aus diesem Grund wurde auch ein Raum für Innovationen, der „KEBA InnoSpace“, geschaffen. In diesem physischen Raum werden einerseits Prototypen entwickelt und getestet, andererseits ist er für alle Mitarbeiter:innen sowie für extern geladene Gäste geöffnet. Anhand von konkreten Use Cases und Demonstrationen wird hier gezeigt, mit welchen Zukunftsthemen bzw. -technologien sich KEBA aktuell beschäftigt und an welchen Innovationen gearbeitet wird. In diesem Rahmen ist es möglich, Meinungen und Wissen von Personen mit unterschiedlichstem Hintergrund auszutauschen und diese in den Innovationsprozess einfließen zu lassen. Dadurch gelingt es, die Time-to-Market für neue Produkte zu optimieren.
Zusätzlich fördert der InnoSpace eine Kultur der Kreativität und Zusammenarbeit. Durch den offenen Austausch über unsere Abteilungs- bzw. Unternehmensgrenzen hinweg werden Synergien geschaffen, die die Innovationskraft des Unternehmens stärken. Der InnoSpace dient auch als Plattform, um mit Kunden, Partnern, Forschungseinrichtungen, Universitäten, Fachhochschulen und Start-ups gemeinsam an zukunftsweisenden Projekten zu arbeiten und von verschiedenen Fachgebieten zu profitieren. Der Open Innovation Ansatz und InnoSpace tragen maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit von KEBA bei, indem er ein Umfeld schafft, das die Schöpfung und Umsetzung neuer ldeen unterstützt und beschleunigt.
Mehrere tausend Besucher haben den KEBA InnoSpace innerhalb der zwei Jahre seit der Eröffnung besucht. Der Bogen spannt sich von langjährigen Kunden und Partnern über Interessenten im Zuge von Geschäftsanbahnungen weiter zu Fachexpert:innen, Studierende, Schüler:innen bis hin zu den Besucher:innen der Langen Nacht der Forschung oder dem AEC Festival.
3.1.2. Einführung von Spark – einem zentralen Ideenmanagement-Too!
Im Herbst 2024 wurde mit Spark eine eigens entwickelte IT-Plattform zur Förderung von Ideen und Verbesserungsvorschlägen eingeführt. Spark ermöglicht allen Mitarbeitenden, sehr einfach und zielgerichtet Ideen, die Ideenmanager bewertet und in Folge deren Umsetzung effizient begleitet, einzubringen. Ergänzend ermöglicht Spark die Durchführung themenspezifischer Ideenkampagnen, um gezielt Schwerpunkte zu setzen. Seit dem Start wurden bereits rund 80 Ideen eingereicht.
3.2.
Geschäftsfeld KEBA Industrial Automation GmbH
Auf der SPS 2024 wurde das neu entwickelte Einzelachs-Antriebssystem KeDrive D5 erstmals der Offentlichkeit präsentiert. Das System punktet speziell bei Anwendungen, die nur wenige Achsen benötigen, wie unter anderem in der Medizintechnik, bei Palettier- Anlagen, Druck- und Scansystemen, Zentrifugen oder fahrerlosen Transportsystemen (FTS). Auch in Fitness- und Trainingsgeräten, bei denen eine gleichmäßige und benutzerfreundliche Bewegungssteuerung erforderlich ist, kann es eingesetzt werden. Der neue Servoregler fügt sich nahtlos in unsere offene modulare Automatisierungsplattform Kemro X ein und ergänzt unser bestehendes Antriebsportfolio optimal.
Die Implementierung und Umsetzung von Sicherheitsstandards in der Maschinen- und Robotiksteuerung hat einen hohen Stellenwert. Die Entwicklung einer innovativen Safety- Plattform, die es Maschinenbauern ermöglicht, Sicherheitsvorgaben mühelos zu befolgen, wurde weiter vorangetrieben und Ende des Jahres erfolgreich durch den TUV zertifiziert. Diese Plattform verknüpft funktionale Merkmale mit Sicherheitsanforderungen, um eine effiziente Konfiguration, Validierung und simultane Kontrolle von Safety- und Funktionsdaten zu gewährleisten.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung eines neuen Core Designs, das die Integration neuer Prozessorgenerationen in unseren Produkten ermöglicht. Diese Architektur bildet die technologische Grundlage für mehrere Gerätetypen.
Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Umfeld wurden Initiativen gesetzt, um das Steuerungsportfolio in Richtung Einsteigersegment zu erweitern. Damit soll an ein breiteres Kundenspektrum adressiert und der Zugang zu neuen Märkten erleichtert werden. Die eingeleiteten Maßnahmen schaffen die Grundlage für eine strategische Weiterentwicklung in diesem Bereich.
Im Zuge der zunehmenden Bedeutung von IT- und Gerätesicherheit haben wir unsere Aktivitäten im Bereich Cybersecurity weiter verstärkt, um die Widerstandsfähigkeit unserer Produkte und Systeme gegenüber Cyberbedrohungen kontinuierlich zu erhöhen und
zugleich die organisatorischen und technischen Voraussetzungen zu schaffen, um den Anforderungen des kommenden EU Cyber Resilience Acts (CRA) gerecht zu werden.
Im Berichtsjahr wurden Aktivitäten zur Entwicklung eines zentralen Kundenportals gesetzt. Dieses Portal soll als zentrale Plattform für den strukturierten Austausch zwischen KEBA Industrial Automation und ihren Kunden dienen, über welches künftig produktrelevante Informationen, Softwareupdates, technische Dokumentationen sowie Supportleistungen gebündelt und bedarfsgerecht bereitgestellt werden. Das Kundenportal stellt einen wichtigen Baustein für die zukünftige digitale Interaktion und Effizienzsteigerung dar.
Weiters wurden zum Beispiel Entwicklungen im Bereich der machine-integrated Robotics vorangetrieben. Ziel ist es, unsere Robotersteuerung bzw. den Roboter tiefer in die Prozesse der gesamten Maschine integrieren zu können. Dazu wurden Schnittstellen (APIs) weiterentwickelt, um unserer Robotiklösungen in andere Automatisierungslösungen einbetten zu können.
Aufbauend auf der im Vorjahr erreichten Serienreife des Al-Hardwaremoduls wurde die Technologie im aktuellen Geschäftsjahr weiterentwickelt und funktional ausgebaut. In ersten industriellen Anwendungen kam das Modul erfolgreich zum Einsatz und bestätigte die angestrebten Leistungsziele im Feld. Die positiven Rückmeldungen aus der Praxis unterstreichen das Potenzial dieser Lösung für zukünftige Al-basierte Automatisierungsszenarien.
Außerdem wurden erste prototypische Assistenzsysteme auf Basis künstlicher Intelligenz für den Einsatz im Engineering entwickelt. Ziel dieser Entwicklungen ist es, Fachkräfte durch intelligente Unterstützung in ihren Arbeitsprozessen zu entlasten und die Effizienz in der Projektumsetzung zu steigern. Die Use Cases wurden auf Fachmessen präsentiert und stießen auf großes Interesse seitens der Industrie.
Ein Schwerpunkt im Berichtsjahr lag auch auf der kontinuierlichen Weiterentwicklung und technologischen Aktualisierung bestehender Produkte. Dabei standen sowohl die Anpassung an neue Markt- und Kundenanforderungen als auch technologische Weiterentwicklungen im Vordergrund. Diese laufende Weiterentwicklung bestehender Produkte trägt wesentlich dazu bei, Qualität und Funktionalität auf hohem Niveau zu halten und die Wettbewerbsfähigkeit des Produktportfolios nachhaltig zu sichern.
Linz, am 21.05.2025
ME Dipl.-Ing. (FH) Martin Schwarz, MBA