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Lagebericht 2024

König GmbH & Co KG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 20. Mai 2026

Inhaltsverzeichnis

KÖNIG GmbH & Co KG Carl König Platz 1 6830 Rankweil

1. Geschäftsverlauf

Der Umsatz 2024 aus verkauften Waren und Erlösen aus Vermietung beträgt TEUR 60.321 (VJ: TEUR 58.290). Die Gesamtleistung beträgt TEUR 53.042 (VJ: TEUR 60.476). Der deutliche Bestandabbau, der trotz des leichten Anstieges der Umsatzerlöse zu einem Rückgang der Gesamtleistung um mehr als 10 % gegenüber den Werten Vorjahres liegt, war vor allem der liquiditätsgenerierenden Nutzung des hohen Lagerbestandes während des Sanierungsverfahrens geschuldet.

Der Auftragsbestand Ende 2024 (TEUR 37.948) war um -12% höher als im Vorjahr (TEUR 33.948). Die sich daraus ergebende budgetierte Wachstumserwartung trübte sich im Q1 des Geschäftsjahres 2024 rasch ein, da sich bereits in den ersten Monaten abgezeichnet hat, dass die erwartete Umsatzsteigerung und die damit einhergehende Verbesserung des Ergebnisses nicht eintreten werden: Die wesentlichen Kunden hatten entgegen ihren ursprünglichen Prognosen mit massiven Absatzrückgängen zu kämpfen und daher ihre Bestellungen äußerst kurzfristig und in signifikantem Ausmaß reduziert. Die Absatzrückgänge bei den Hauptkunden zeigten sich insbesondere im Ereignis, dass der Hauptkunde KTM AG im November 2024 Insolvenz anmelden musste und im Zuge der darin umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen die Produktion und somit auch die Beschaffung für mehrere Monate eingestellt hat.

Die damalige Geschäftsleitung begann sodann bereits im Q1 2024 mit kostensenkenden Maßnahmen, insbesondere Personalabbau, Reduktion der Arbeitszeit (Einführung 4-Tage-Woche) und Maßnahmen zur Energiekostensenkung. Aufgrund hoher Fixkostenanteile konnten die Kosten jedoch nicht in ausreichendem Maße und in erforderlicher Kurzfristigkeit angepasst werden, so dass sich ein signifikanter operativer Verlust und damit einhergehender Liquiditätsengpass für das Ende des Q2 bereits abzeichnete.

Aufgrund der dadurch drohenden Zahlungsunfähigkeit wurde von der damaligen Geschäftsführung am 27. Mai 2024 am Landesgericht Feldkirch ein Sanierungsverfahren beantragt und am gleichen Tag unter GZ 13 S 27/14m eröffnet.

Ein Element zur Erfüllung des Sanierungsplans war die Schließung des nicht rentablen Teilbetriebs „Leichtmetallguss & Zylinderfertigung“ und dessen Vermögensgegenstände im Insolvenzverfahren zu veräußern, um sodann das Unternehmen nur noch mit den rentableren Wertströmen „Kolbenfertigung“, „Ringfertigung“ und „Galvanik“ fortzuführen. Die Möglichkeiten der insolvenzprivilegierten Vertragsnichteintritte (§ 21 IO) wurden – wo nötig und sinnvoll Preiserhöhungen und verbesserter

- auch zur Durchsetzung von

Zahlungsbedingungen bei Kunden, sowie zur Beendigung oder Abânderung nachteiliger Liefer- und Leistungsverträge genutzt.

Die Schließung des Teilbetriebes Zylinderfertigung und damit einhergehend auch die Veräußerung der zugehörigen Anlagegegenstânde an die Gesellschaft K-Cyl FlexCo wurde am 26. September 2024 insolvenzgerichtlich bewilligt. K-Cyl FlexCo hat nach Abschluss von Finanzierungsverträgen mit Schlüsselkunden mit Oktober 2024 am bisherigen Standort den Betrieb aufgenommen, um die bisherigen Kunden auch weiterhin mit Zylinderprodukten zu beliefern.

Die Gläubiger stimmten am 27. September 2024 mit großer Mehrheit dem angebotenen Sanierungsplan (20% der anerkannten Verbindlichkeiten – zahlbar in 4 gleichen Teilbeträgen binnen 2 Jahren nach Aufhebung der Rechtskraft des Verfahrens) zu. Mit Rechtswirksamkeit vom 11. November 2024 wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen der KONIG GmbH & Co KG aufgehoben. Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Jahresabschlusses hat das Unternehmen bereits drei der vier Sanierungsplanteilbeträge fristgerecht an die Gläubiger bezahlt, die letzte Zahlung steht für September 2026 an.

Die Kernbereiche Kolbenfertigung, Ringfertigung und Galvanik haben sich trotz der zwischenzeitlichen Unsicherheit aus dem Sanierungsverfahren stabil weiterentwickelt und liefern aufgrund der reduzierten Kosten und auch Sanierungseffekte einen verbesserten Beitrag zum Cashflow. Mit diesem wird die reguläre Bedienung der Quotenzahlungen ermöglicht, verbleibende Uberschüsse werden zur Reinvestition – insbesondere zur Verlagerung der Kolbenproduktion an den Standort Kunert (Brederis), welcher deutlich optimierte bzw. auch flexiblere und weniger personalintensive Produktionsabläufe ermöglicht - genutzt.

Das EBT 2024 (Ergebnis vor Steuern) beträgt TEUR 5.271 (VJ: TEUR -3.963). In diesem Ergebnis ist ein Sanierungsgewinn aus dem im Geschäftsjahr vollständig abgeschlossenen Insolvenzverfahren enthalten, dem jedoch Buchverluste aus der Veräußerung des Anlagevermögens des Teilbetriebs Zylinderfertigung an die K-Cyl FlexCo im Zuge des Sanierungsverfahrens gegenüber stehen.

Das Finanzergebnis 2024 beträgt TEUR -637 (Vorjahr TEUR -1.225). Der wesentliche Anteil dieses im Vergleich zum VJ fast halbierten Zinsaufwandes resultiert aus Schuldenschnitten bei Bankfinanzierungen, sowie reduzierten Zinsen für Personalrückstellungen als Ausfluss des Sanierungsverfahrens.

2. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

2.1 Kennzahlen zur Ertragslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
31.12.202431.12.2023
EBIT (TEUR)5.915-2.723
Gesamtkapital-EBIT
rentabilität in %Gesamtkapital23,0-7,1
Umsatzrentabilität in %EBIT Umsatz9,8-4,7

2.2. Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
31.12.202431.12.2023
Working Capital (TEUR)11.11814.001
EigenkapitalquoteEK
33,48,6
in %Gesamtkapital
VerschuldungsgradFK EK194994
in %

Investitionen 2024 in das

Anlagevermögen wurden aufgrund der hohen

Investitionen im Vorjahr (TEUR 2.145), sowie des Sanierungsverfahrens nur in geringem Ausmaß (Ersatzinvestitionen zur Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit der Maschinen) iHv TEUR 531 getätigt.

3. Risikobericht

Durch Veränderungen von Zinssätzen, Währungskursen oder Rohstoffpreisen können im Rahmen der Geschäftstätigkeit Finanzrisiken entstehen. Es wird versucht, diese Risiken zu minimieren. Die volatile Lage im wirtschaftlichen Umfeld wird regelmäßig durch das Management überwacht. Zahlungsausfälle wurden durch aktives Forderungsmanagement vermieden.

Gerade in Hinblick auf die geopolitisch instabile Situation, wie auch die intensivierte Zusammenarbeit mit asiatischen Partnern wird die Geschäftsentwicklung laufend analysiert und an die geänderte Geschäftssituation angepasst. Mögliche Risiken werden durch ein intensives Krisenmanagement auf Management-Ebene ehestmöglich erkannt und dadurch rechtzeitig durch entsprechende Maßnahmen gegengesteuert, wie auch die Abstimmung mit Stakeholdern (Eigentümer-Sphäre, Banken udgl) intensiviert und im Zuge zumindest monatlicher Business Operations Reviews und zusätzlichen Transition Steering Boards abgestimmt. Das Risikomanagement wird auch im Zuge der jährlichen Rezertifizierungen nach ISO9001 und ISO14001 mit besonderem Fokus durch externe Auditoren überprüft und zeigte sich durchwegs als anforderungskonform. Das Unternehmen ist bis zum Jahre 2028 zertifiziert.

4. Nichtfinanzielle Erklärung

Der Mitarbeiterstand 2024 betrug im Durchschnitt 334 Mitarbeiter und zum Ende des Geschäftsjahres 205 Mitarbeiter.

Mitarbeiterzufriedenheit und attraktive Arbeitsplätze gewinnen durch den stetig wachsenden Fachkräftemangel immer mehr an Bedeutung. Das Unternehmen setzt vielseitige Maßnahmen zur Erreichung einer besseren Kommunikationskultur (zB Mitarbeiter-App, Info-Veranstaltungen), dynamischer und effizienterer Organisation (zB Neuausrichtung der Produktion auf Produktwertströme), dem Ausbau einer prozessverbessernden digitalen Landschaft, sowie vielseitiger Fringe Benefits. Als erneut und mehrfach ausgezeichneter Lehrbetrieb setzt das Unternehmen auch einen klaren und sichtbaren Fokus auf den regionalen und nachhaltigen Kompetenzaufbau für junge Talente.

Im Bereich Umweltschutz hat die Gesellschaft 2024 Maßnahmen und damit verbundene Investitionen umgesetzt. Es wird ausschließlich Okostrom bezogen und somit ein wesentlicher Beitrag für die Umwelt geleistet. Weitere Umweltmaßnahmen wie Wärmerückgewinnungs- sowie Luftverbesserungsanlagen in der Leichtmetallgießerei, eine eigenständig entwickelte Beschichtungsanlage, welche eine Ersparnis des Wasser- und Chemieverbrauches von knapp 80% ermöglicht, sowie Anderungen im Fuhrpark durch Anschaffung von Elektroautos oder Elektrostapler haben dazu geführt, dass im Hause KONIG eine Reduktion des CO2 Ausstoßes von über 30% erzielt wurde. Für das Folgejahr wird der Fokus auf Energie- Resilienz, Energieeinsparung, Energietransparenz und Energiebewusstsein liegen. Das Unternehmen hat ein nach ISO14001 als wirksam zertifiziertes Umwelt- Management-System mit einer Zertifikatslaufzeit bis 2028.

5. Prognosebericht

Das Management hat eine Fortführungsprognose erstellt, aus welcher die Fortführungsannahme hervorgeht. Es wurden bereits drei der vier Tranchen der Sanierungsplanquote vom Unternehmen an die Gläubiger fristgerecht geleistet. Die erfolgreiche und planungsgetreue Umsetzung der Fortbestehensprognose ist jedoch mit Unsicherheiten behaftet und unterliegt exogenen und endogenen Faktoren. Für Details wird auf den Anhang verwiesen.

Im Folgejahr 2025 konnte bereits bei den meisten Hauptkunden ein ähnliches Produktions- & Umsatzvolumen erzielt werden, wenngleich frühere Umsatzströme mit einem noch 2025 in Sanierungsverfahren befindlichen Kunden aufgrund von Produktionsstopps & -reduktionen versiegten, diesen Reduktionen jedoch durch die mittels der durchgeführten Sanierungsmaßnahmen erzielte schlankere Kostenstruktur des Unternehmens teilweise entgegengewirkt werden konnte.

Für die Jahre 2026 bis 2028 geht man beruhend auf der Entwicklung der wesentlichsten Produkte von einem maximal stabil bleibenden Umsatzniveau aus, was insbesondere der weiteren Rezession in Europa und somit auch unter Druck geratenen Absatzmengen der europäischen Kunden geschuldet ist. Im Gegenzug bedingt dieser Marktdruck auf die Kunden auch oftmals eine Verlängerung der bisherigen Modellpalletten und somit auch einen längerfristig gesicherteren Absatz der nominierten und zertifizierten Produkte für das Unternehmen als Hauptlieferant.

Um die zentrale Abhängigkeit der aktuellen Erlösströme von den sehr konsumentengetriebenen und daher von kurzfristigen weltwirtschaftlichen Entwicklungen und daraus für Konsumenten kaufpräferenzbeeinflussenden Teuerungseffekten mittel- bis langfristig zu reduzieren, wird ein intensivierter Vertriebsfokus auf langzyklische Industrie-Geschäfte (Industrie-Motoren, Aviation udgl in ziviler und teilmilitärischer Anwendung) gelegt – aufbauend auf dabei bereits bestehende oder historische Geschäftsbeziehungen. Umsatzeffekte daraus sind jedoch erst frühestens ab Mitte 2028 zu erwarten, bei erfolgreicher Produktnominierung jedoch dann auch langfristig aufgrund der in diesen Sektoren üblichen Komponenten-Einsatzdauer von 10-15 Jahren. Zusätzlich wurden erste Absichtserklärungen (MoU) mit Unternehmen in Indien abgeschlossen, um neue Erträge aus Produkt- und Leistungsverkäufen, sowie Lizenzgebühren aus dem enorm schnell wachsenden und in der Größe mit Gesamteuropa vergleichbaren indischen Zweirad-Markt zu lukrieren.

Da kurz- bis mittelfristig bestenfalls von stabiler Umsatzentwicklung im noch dominanten europäischen Markt auszugehen ist, liegen vor allem Steigerung von Profitabilität und Liquidität im Fokus des Managements, welche insbesondere erreicht werden sollen durch:

Wegfall der Liquiditätsbelastung aus den Sanierungsplanquoten ab Ende 2026, sowie die Reduktion von Kreditrückzahlungen nach erfolgreich mit der Hausbank vereinbarten Rückführungsvereinbarungen von zuvor insolvenzverfangenen Finanzierungen und dem schrittweisen Wiedererlangen von Bankfinanzierungen für Markt- und Produktausweitung - Verbesserung der Materialkostensituation vor allem durch verstärkte Beschaffung von Rohteilen aus Asien, dabei insbesondere aus Indien, wo

- bereits im Jahre 2025 umfangreiche Vorarbeiten und auch Vorverträge und Prototypen mit namhaften indischen Herstellern erreicht wurden. Verbesserung der Personalkostensituation aufgrund eines tiefergreifenden Outsourcings von Fertigungsvorprozessen an die asiatischen Vorlieferanten und zugleich intensivierte bis letztendlich ausschließliche Nutzung des neuen Fertigungsstandorts in Brederis mit seinem signifikant höheren Automatisierungsgrad im Vergleich zum aktuellen Standort Carl-König-Platz Weitere Verbesserung des Working-Capital v.a. durch Wiederherstellung der sich nach dem Insolvenzverfahren 2024 reduzierten Zahlungsbedingungen bei Lieferanten, welche bereits im Jahr 2025 bei wesentlichen Lieferanten erreicht werden konnten.

Im Zeitraum 2026-27 wirken jedoch dämpfende Liquiditätserfordernisse für die zur Verlagerung der Kolbenfertigung an den Standort Brederis erforderlichen Investitionen und Aufwendungen, wie auch Raum- und Energiekosten für zwei Standorte bis zur endgültigen Verlagerung.

6. Forschung und Entwicklung

Für Forschung und Entwicklung hat KÖNIG im Geschäftsjahr 2024 TEUR 2.272 aufgewendet.

Rankweil, 28.Juli 2026

König GmbH & Co KG veftreten durch dje K-SAN Gmb

DI Mag. Dieter Angèfer

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