Inhaltsverzeichnis
1 Allgemeine Situation der Papierindustrie
Die Papierproduktion im europäischen Raum zeigte im Geschäftsjahr 2025 insgesamt eine leichte Stabilisierung gegenüber dem Vorjahr. Gleichwohl liegt die Auslastung der Produktionskapazitäten in weiten Teilen der Branche weiterhin unter dem Niveau der Vorjahre. Belastend wirken nach wie vor die im historischen Vergleich erhöhten Energiepreise (insbesondere für Gas und Strom) sowie die insgesamt verhaltene konjunkturelle Entwicklung in Europa. Darüber hinaus führen anhaltende Schwankungen bei Nachfrage, Energiepreisen sowie bei den Kosten und der Verfügbarkeit von Faserstoffen und Chemikalien zu einer eingeschränkten Planungssicherheit. Dies wirkt sich weiterhin dämpfend auf die Investitionsbereitschaft der Marktteilnehmer aus.
Im Berichtsjahr kam es branchenweit zu weiteren Kapazitätsanpassungen, einschließlich einzelner Werksschließungen. Insgesamt zeigt sich die Branche jedoch weiterhin widerstandsfähig, nicht zuletzt aufgrund der in den Vorjahren erzielten Ergebnisse. Die Investitionstätigkeit konzentriert sich weiterhin überwiegend auf Instandhaltungsmaßnahmen sowie auf Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Reduzierung der Kostenbasis.
Zellstoff
Die Nachfrageentwicklung im Zellstoffbereich wird weiterhin maßgeblich durch den Bedarf an Hygienepapieren, Verpackungslösungen sowie festeren Papiersorten beeinflusst. Die Zellstoffproduktion verzeichnet auch im Jahr 2025 Zuwächse, insbesondere in Regionen mit hoher Verfügbarkeit schnell wachsender Faserstoffe, vor allem in Südamerika. Darüber hinaus sind auch in Nordeuropa und Teilen Asiens weiterhin moderate Wachstumsimpulse zu beobachten.
Karton und Verpackung
Die Nachfrage nach Verpackungslösungen bewegt sich im Berichtsjahr auf einem insgesamt stabilen Niveau. Der Onlinehandel stellt weiterhin einen wesentlichen Nachfragetreiber dar, wenngleich sich die Wachstumsdynamik gegenüber den Vorjahren abgeschwächt hat. Die Nachfrage aus industriellen Anwendungen bleibt gedämpft, während sich der Bereich der Lebensmittelverpackungen stabil bis leicht positiv entwickelt.
Der strukturelle Trend zur Substitution von Kunststoffverpackungen durch papierbasierte Lösungen wirkt sich weiterhin unterstützend auf die Marktentwicklung aus.
Maschinenfabrik Ludwig Berger GmbH Lagebericht zum 31.12.2025 INTEGRA Steuerberatungs GmbH Beilage 0/Seite 2
Hygienepapiere
Im Segment der Hygienepapiere zeigt sich weiterhin eine positive Nachfrageentwicklung in den Emerging Markets, getragen durch steigende Einkommen und eine Verbesserung des Lebensstandards. In etablierten Märkten ist hingegen von einer weitgehend stabilen Nachfrage auf hohem Niveau auszugehen.
Papier
Die Nachfrage nach grafischen Papieren (Schreib-, Druck- und Zeitungsdruckpapier) setzt auch im Jahr 2025 ihren strukturell bedingten Rückgang fort. In der Folge werden weiterhin Produktionskapazitäten in Richtung Verpackungspapiere umgestellt oder dauerhaft aus dem Markt genommen.
2 Geschäftsverlauf des Jahres
Allgemeine Entwicklung
Das Geschäftsjahr 2025 war weiterhin von einem herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld geprägt. Zwar hat sich die Volatilität auf den Energiemärkten im Vergleich zu den Vorjahren teilweise reduziert, das Preisniveau bleibt jedoch erhöht. Gleichzeitig wirken die geldpolitischen Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung weiterhin dämpfend auf die wirtschaftliche Entwicklung. Insbesondere das anhaltend hohe Zinsniveau führt zu einer spürbaren Zurückhaltung bei Investitionsentscheidungen.
Vor diesem Hintergrund war im Investitionsgüterbereich, insbesondere in der Papier- und Zellstoffindustrie, eine deutliche Zurückhaltung sowie eine Verschiebung bzw. Reduktion von Projekten zu beobachten. Dies wirkte sich im Geschäftsjahr 2025 negativ auf den Auftragseingang und in weiterer Folge auf die Umsatzentwicklung der Maschinenfabrik Berger GmbH aus. Insgesamt war ein deutlicher Rückgang der Umsatzerlöse zu verzeichnen. Zur Stabilisierung der Ertragslage wurden im Berichtsjahr gezielte Maßnahmen umgesetzt. Diese umfassten insbesondere die Anpassung von Personalkapazitäten, eine erhöhte Flexibilisierung der Lieferzeiten sowie eine verstärkte Fokussierung auf das Lohnfertigungsgeschäft. Letzteres erwies sich als vergleichsweise stabil und trug wesentlich zur Auslastung der vorhandenen Kapazitäten bei.
Durch die konsequente Umsetzung dieser Maßnahmen sowie eine weiterhin hohe operative Flexibilität konnte das Ergebnisniveau trotz des Umsatzrückgangs im Wesentlichen stabil gehalten werden.
Insgesamt zeigt sich das Unternehmen in einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld durch ihre Anpassungsfähigkeit, ihre technologische Kompetenz sowie eine ausgeprägte Kundenorientierung stabil positioniert.
Beschaffung
Die Beschaffung von Rohmaterialien und Standardkomponenten erfolgte im Geschäftsjahr 2025 in marktüblichem Umfang. Die Versorgungssituation war insgesamt stabil, wenngleich weiterhin punktuelle Preis- und Verfügbarkeitsschwankungen bestanden.
Die Edelstahlpreise zeigten im Jahr 2025 ein insgesamt moderates, jedoch schwankungsanfälliges Niveau. Nach Anstiegen zu Jahresbeginn – insbesondere infolge höherer Kosten für Nickel und andere Legierungselemente – kam es im weiteren Jahresverlauf zu einer Stabilisierung auf weiterhin erhöhtem Niveau. Während Standardlegierungen teilweise unter Preisdruck standen, wiesen höher legierte Edelstähle weiterhin stärkere Schwankungen auf.
Aufgrund langjähriger Lieferantenbeziehungen sowie klar definierter Auswahlkriterien in Bezug auf Preis, Qualität und Liefertreue wird das Beschaffungsrisiko als beherrschbar eingeschätzt. Eine gezielte Diversifizierung des Lieferantenportfolios trägt zusätzlich zur Sicherung der Versorgung bei.
Personal/Soziales
Der Personalstand wurde im Geschäftsjahr 2025 unter Berücksichtigung des reduzierten Geschäftsvolumens gezielt angepasst. Die Maßnahmen erfolgten bedarfsorientiert und unter Wahrung der betrieblichen Flexibilität.
Trotz eines weiterhin angespannten Arbeitsmarkts gelingt es dem Unternehmen, qualifizierte Fachkräfte zu halten. Ein wertschätzendes Arbeitsumfeld, gezielte Weiterbildungsmaßnahmen sowie eine offene Kommunikation bilden die Grundlage für eine nachhaltige Mitarbeiterbindung.
Fertigung, Technologie und Digitalisierung
Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine wesentlichen Investitionen in Maschinen, Anlagen oder Infrastruktur getätigt. Der Fokus lag auf der Optimierung bestehender Prozesse sowie der Steigerung der operativen Effizienz.
Im Bereich Digitalisierung wurden bestehende Initiativen fortgeführt und um erste Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz ergänzt. Diese werden insbesondere zur Dokumentenautomatisierung sowie zur Datenanalyse, -aufbereitung und zum Vergleich von Angeboten eingesetzt.
Ziel dieser Maßnahmen ist die Effizienzsteigerung in administrativen und unterstützenden Prozessen sowie die weitere Reduktion von Durchlaufzeiten.
3 Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2026 wird von einem weiterhin moderaten, insgesamt jedoch verhaltenen globalen Wirtschaftswachstum ausgegangen. Für die Kernmärkte Deutschland und Österreich bleiben die konjunkturellen Erwartungen gedämpft.
Vor diesem Hintergrund ist im Investitionsgüterbereich, insbesondere in der Papier- und Zellstoffindustrie, weiterhin mit einer zurückhaltenden Investitionstätigkeit zu rechnen. Dies kann sich auch im kommenden Geschäftsjahr dämpfend auf die Nachfrageentwicklung auswirken.
Die Maschinenfabrik Berger GmbH begegnet diesem Umfeld mit einer flexiblen Ausrichtung der Vertriebsaktivitäten sowie einer konsequenten Fokussierung auf technologisch anspruchsvolle Produkte und Dienstleistungen. Ziel ist es, die bestehende Position in definierten Nischenmärkten weiter zu sichern.
Durch laufende Maßnahmen zur Kostenoptimierung und Effizienzsteigerung sieht sich das Unternehmen in der Lage, auch im preissensiblen Teile- und Komponentengeschäft wettbewerbsfähig zu bleiben.
Insgesamt geht das Unternehmen unter Berücksichtigung der bestehenden Unsicherheiten davon aus, ihre Marktposition im Geschäftsjahr 2026 stabil zu halten. Die tatsächliche Entwicklung ist jedoch weiterhin von den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig.
4 Risikobericht
Ein wirksames und kontinuierlich angewandtes Risikomanagement ist wesentlicher Bestandteil der Unternehmenssteuerung. Das Risikobewusstsein der Mitarbeiter sowie die systematische Identifikation und Bewertung von Risiken sind im Unternehmen verankert. Die Kommunikation erfolgt über interne Informationssysteme und regelmäßige Abstimmungen.
Risiken werden als mögliche Abweichungen von den geplanten Unternehmenszielen verstanden. Zur frühzeitigen Erkennung wurde das interne Berichtswesen durch Controllingund Planungsinstrumente als Management-Informationssystem weiterentwickelt. Dieses dient als Grundlage für die Einleitung geeigneter Steuerungsmaßnahmen.
Liquiditäts- und Ausfallsrisiken werden aufgrund der überwiegend konzerninternen Umsätze als gering eingeschätzt.
Das Marktrisiko ergibt sich insbesondere aus der konjunkturellen Entwicklung sowie
strukturellen Veränderungen in der Papierindustrie, insbesondere dem anhaltenden Wandel von grafischen Papieren hin zu Verpackungslösungen.
Im Bereich IT-Sicherheit bestehen trotz implementierter Schutzmaßnahmen, einschließlich Firewall- und Cyber-Security-Systemen, weiterhin Restrisiken. Die Datensicherung ist sichergestellt.
5 Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft hat keine Zweigniederlassungen.
6 Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft betreibt keine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.
7 Analyse anhand finanzieller Leistungsindikatoren
Ertragslage
| 2025 | 2024 | +/- | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | % | TEUR | % | TEUR | % | |
| Rohertrag | 10.595 | 100,0 | 11.732 | 100,0 | -1.137 | -9,7 |
| Rohertrag I | 10.595 | 100,0 | 11.732 | 100,0 | -1.137 | -9,7 |
| Personalaufwand | 7.618 | 71,9 | 8.872 | 75,6 | -1.254 | -14,1 |
| Rohertrag II | 2.977 | 28,1 | 2.860 | 24,4 | 117 | 4,1 |
| sonstige betriebliche Erträge | 296 | 2,8 | 419 | 3,6 | -123 | -29,5 |
| sonstige betriebliche Aufwendungen | 1.225 | 11,6 | 1.717 | 14,6 | -493 | -28,7 |
| Finanzerträge | 11 | 0,1 | 16 | 0,1 | -5 | -30,4 |
| Ergebnis vor Zinsen, Steuern und | ||||||
| Abschreibungen (EBITDA) | 2.059 | 19,4 | 1.578 | 13,5 | 481 | 30,5 |
| Abschreibungen | 508 | 4,8 | 529 | 4,5 | -21 | -3,9 |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | ||||||
| (EBIT) | 1.551 | 14,6 | 1.049 | 8,9 | 502 | 47,9 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 40 | 0,4 | 36 | 0,3 | 5 | 12,9 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 1.510 | 14,3 | 1.013 | 8.6 | 497 | 49,1 |
| Steuern vom Einkommen | 339 | 3,2 | 320 | 2,7 | 19 | 6,1 |
| Jahresüberschuss | 1.171 | 11,1 | 693 | 5,9 | 478 | 68,9 |
| Veränderung von Rücklagen | 10 | 0,1 | 10 | 0,1 | 0 | 0,0 |
| Jahresgewinn | 1.181 | 11,2 | 704 | 6,0 | 478 | 67,9 |
Vermögenslage
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | +/- | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | % | TEUR | % | TEUR | % | |
| kurzfristiges Umlaufvermögen | 17.830 | 79,9 | 17.658 | 78,1 | 172 | 1,0 |
| kurzfristiges Fremdkapital | 2.823 | 12,7 | 4.082 | 18,1 | -1.260 | -30,9 |
| Working Capital | ||||||
| (Netto-Umlaufvermögen) | 15.007 | 67,2 | 13.576 | 60,0 | 1.431 | 10,5 |
| Anlagevermögen | 4.368 | 19,6 | 4.792 | 21,2 | -424 | -8,9 |
| langfristiges Umlaufvermögen | 125 | 0,6 | 162 | 0,7 | -37 | -22,8 |
| langfristiges Fremdkapital | 2.969 | 13,3 | 3.170 | 14,0 | -201 | -6,3 |
| Reinvermögen (Eigenkapital) | 16.531 | 74,1 | 15.360 | 67,9 | 1.171 | 7,6 |
| Stammkapital | 73 | 0,3 | 73 | 0,3 | 0 | 0,0 |
| Gewinnrücklagen | 487 | 2,2 | 497 | 2,2 | -10 | -2,1 |
| Bilanzgewinn | 15.972 | 71,6 | 14.790 | 65,4 | 1.181 | 8,0 |
| Summe Eigenkapital | 16.531 | 74,1 | 15.360 | 67,9 | 1.171 | 7,6 |
| Summe Fremdkapital | 5.792 | 25,9 | 7.252 | 32,1 | -1.460 | -20,1 |
| Bilanzsumme | 22.323 | 100,0 | 22.612 | 100,0 | -289 | -1,3 |
Geldflussrechnung
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| 1. Ergebnis vor Steuern | 1.510 | 1.013 |
| 2. Überleitung auf den Netto-Geldfluss aus dem Ergebnis vor Steuern | -846 | -123 |
| 3. Netto-Geldfluss aus dem Ergebnis vor Steuern | 664 | 890 |
| 4. Zahlungen für Steuern | -373 | -199 |
| 5. Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 292 | 691 |
| 6. Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | -83 | -587 |
| 7. zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | 209 | 104 |
| 8. Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 273 | 169 |
| 9. Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 482 | 273 |
Knittelfeld, 30 April 2025
Ing. Klaus Bartelmuss
Dr. Marc Kaddoura