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Lagebericht 2025

FAREVA Unterach GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 18. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

L A G E B E R I C H T

zum Geschäftsjahr vom 01.01.2025 bis 31.12.2025 der FAREVA Unterach GmbH, Unterach

1. Allgemeines

Die FAREVA Unterach GmbH ist ein Unternehmen der FAREVA-Gruppe. Oberste Konzerngesellschaft ist die FAREVA S.A., Luxemburg. Der Standort Unterach ist innerhalb des FAREVA- Verbunds als Lohnhersteller für externe Auftraggeber tätig. Gegen Ende des GJ 2024 wurde ein wesentlicher Teil des Geschäftsvolumens auf Full-Service-Manufacturing umgestellt, wobei nach wie vor ein Tolling-Setup angeboten werden kann.

Die operative Geschäftstätigkeit begann am 01.04.2021 durch Betriebsübergang von der EBEWE Pharma Ges.m.b.H. Nfg.KG, Unterach, im Rahmen eines Asset Deals mit EBEWE (Sandoz). Im Zuge dieser Transaktion wurde ein langjähriges MSA (Manufacturing & Supply Agreement) abgeschlossen, in welchem sich EBEWE zu Mindestabnahmemengen verpflichtete.

Seit dem 1. Januar 2025 ist der angekündigte Folgevertrag in Kraft und stellt durch die vereinbarte verpflichtende Abnahmemenge eine Basisauslastung sicher.

Die FAREVA Unterach GmbH ist auf die Herstellung von sterilen flüssigen Arzneimitteln spezialisiert, welche in Fertigspritzen, Karpulen und Vials abgefüllt werden.

Die Gesellschaft hat keine produzierenden Zweigniederlassungen in Österreich und betreibt keine Forschung und Entwicklung.

2. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens

Der Gesamtumsatz der FAREVA Unterach GmbH belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf TEUR 95.899,38 (2024: TEUR 74.861,10). Die Gesellschaft weist ein Ergebnis vor Steuern von TEUR -8.459,71 (2024: TEUR 4.398,13) aus.

EBEWE lastete im Geschäftsjahr 2025 den Produktionsstandort mittels Abnahmeverpflichtungen durch das MSA (Manufacturing & Supply Agreement) zu einem wesentlichen Teil aus, Aufgrund der Umstellung des Geschäftsmodells von Tolling-Setup auf Full-Service- Manufacturing konnte eine deutliche Umsatzsteigerung von 28 % erzielt werden. Das negative Jahresergebnis ist im Wesentlichen auf rückläufige Absatzvolumina zurückzuführen und konnte trotz eingeleiteter Ressourceneinsparungen und Umsetzung eines strikten Kostenoptimierungsprogrammes nur teilweise kompensiert werden. Zusätzlich belasten höhere Zinsen für das Working Capital aufgrund der Umstellung des Geschäftsmodells mit EBEWE das Ergebnis.

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag, die auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens Einfluss gehabt hätten, sind nicht eingetreten.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Beträge in EUR31.12,202531.12.2024
Ergebnis vor Steuern-8.459.706,014.398.134,36
+ Zinsen und ähnliche Aufwendungen1.860.238,65838.887,12
(1) = Ergebnis vor Zinsen und Steuern-6.599.467,365.237.021,48
Ergebnis vor Zinsen und Steuern-6.599.467,365.237.021,48
/ Umsatzerlöse95.899.380,5974.861.086,83
2) = Umsatzrentabilität-6.88%7,00%
Ergebnis vor Steuern-8.459.706,014.398.134,36
/ Eigenkapital Beginn Geschäftsjahr20.133.858,4916.711.352,14
|3) = Eigenkapitalrentabilität-42,02%26,32%
Ergebnis vor Zinsen und Steuern-6.599.467,365.237.021,48
/ durchschnittliches Gesamtkapital60.446.948,9072.515.004,56
(4) = Gesamtkapitalrentabilität-10,92%7,22%
Summe verzinsliches Fremdkapital24.427.837,6926.920.542,39
– flüssige Mittel-3.491,38-3.669,00
(5) = Nettoverschuldung24.424.346,3126.916.873,39
Umlaufvermögen45.386.505,9556.040.659,75
+ kurzfristige aktive Rechnungsabgrenzungsposten266.957,61330.770,67
– langfristiges Umlaufvermögen0,000,00
= kurzfristiges Umlaufvermögen45.653.463,5656.371.430,42
– kurzfristiges Fremdkapital42.550.657,5145.730.934,86
6) = Nettoumlaufvermögen3.102.806,0510.640.495,56
Eigenkapital11.570.570,0620.133.858,49
/ Gesamtkapital60.446.948,9072.515.004,56
7) = Eigenkapitalquote19,14%27,77%
Nettoverschuldung24.424.346,3126.916.873,39
/ Eigenkapital11.570.570,0620.133.858,49
(8) = Nettoverschuldungsgrad211,09%133,69%

Geldflussrechnung

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Beträge in TEUR20252024
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit6.505-23.701
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit-2.393-2.314
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit-4.11219.886
= zahlungswirksame Veränderung der Zah-
lungsmittel und -äquivalente0-6.129
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am
Beginn der Periode46.134
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
am Ende der Periode34

3. Personal/Sozialwesen

Der Mitarbeiterstand lag per 31.12.2025 bei 396 Mitarbeitern, davon 131 Arbeiter und 265 Angestellte (31.12.2024: 422 Mitarbeiter, davon 140 Arbeiter und 282 Angestellte).

Das Unternehmen investiert durch spezielle zum Teil interne Personalentwicklungsprogramme in die Ausbildung und Qualifikation seiner Mitarbeiter sowie in die Weiterentwicklung der gesamten Organisation,

4. Produktion/Umwelt

Regelmäßige Wartungsprogramme der Produktionsanlagen und die laufende Prüfung der Herstellungsprozesse qualifiziert das Unternehmen als weltweiten Lohnhersteller für flüssige Arzneimittel.

In Umweltbelangen ist das Unternehmen aufgrund des sensiblen Standortes besonders gefordert. Alle umweltrelevanten Anforderungen werden eingehalten und darüberhinausgehende Projekte in diesem Bereich laufend initiiert und wo nötig mit den zuständigen Behörden abgestimmt.

Der CO2-Ausstoß konnte im Jahresverlauf um 24 % reduziert werden. Maßgeblich hierfür war die Inbetriebnahme der neuen Heizstation, die anstelle von Heizöl mit LPG betrieben wird. Zudem wurde im Dezember 2024 eine thermische Verbesserung des Lagers vorgenommen, deren positive Effekte im Geschäftsjahr 2025 vollständig wirksam wurden.

5. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Zum Jahresende 2024 wurde das bislang mit EBEWE praktizierte Geschäftsmodell der Lohnfertigung (Toll Manufacturing) auf ein Full-Service-Manufacturing-Modell umgestellt. In diesem Zusammenhang wurden Vorratsbestände in Höhe von 35 Mio. EUR übernommen.

Das langjährig bestehende Manufacturing & Supply Agreement (MSA) mit EBEWE sowie die damit verbundene Mindestabnahmeverpflichtung wurden um weitere sechs Jahre verlängert.

Die Ertragslage des Geschäftsjahres 2025 spiegelt die gegenwärtige Auslastung der Produktionslinien wider. Die bereits akquirierten Neukunden werden die Auslastung in den Folgejahren beeinflussen. Darüber hinaus werden Marktchancen zur weiteren Erhöhung der Kapazitätsauslastung aktiv verfolgt.

Die strategische Ausrichtung des Unternehmens konzentriert sich weiterhin auf den Ausbau des Drittkundengeschäfts im Bereich flüssiger Arzneimittel. Um dem anhaltenden Preis- und Kostendruck nachhaltig entgegenzuwirken, ist es von zentraler Bedeutung, auch im Jahr 2026 weitere Effizienzsteigerungen zu erzielen und gleichzeitig ein konsequent hohes Qualitätsniveau sicherzustellen.

6. Risikoberichterstattung

Die FAREVA Unterach GmbH ist in das einheitliche Risikomanagement der FAREVA-Gruppe eingebunden. Das frühzeitige Erkennen von Schlüsselrisiken wird durch entsprechende Managementsysteme abgedeckt, Hierbei werden systematisch und kontinuierlich die Veränderungen in Form eines Berichtswesens abgefragt, analysiert und wenn notwendig geeignete Maßnahmen zur Risikobegrenzung und Risikobewältigung eingeleitet.

Das interne Kontrollsystem der Gesellschaft ist so ausgestaltet, dass es der Geschäftsleitung angemessene Sicherheit hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung gewährt.

Risiken im Hinblick auf die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz der IT-Systeme werden durch die stets laufenden Anpassungsmaßnahmen sowie durch hohe Sicherheitsstandards von der lokalen IT bzw. Corporate IT FAREVA begrenzt.

6.1. Preisrisiko für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

Durch die Umstellung von Toll Manufacturing auf Full-Service-Manufacturing werden alle für die Herstellung der Fertigprodukte benötigten Materialien (Arzneimittelwirkstoffe/API, Primär- und Sekundärpackmittel) in eigener Verantwortung eingekauft. Das Preisrisiko ist gesamtheitlich betrachtet für den Standort dennoch als eher gering einzuschätzen, da höhere Einkaufspreise an den Kunden weitergegeben werden können (PPV-Vereinbarung).

Die Volatilität der Metallpreise hat sich im Geschäftsjahr 2025 spürbar erhöht. Die FAREVA Unterach GmbH ist dabei insbesondere von deutlich gestiegenen Platinpreisen betroffen. Zwar können — wie bereits erläutert – die höheren Beschaffungskosten überwiegend an die Kunden weitergegeben werden, dennoch ist infolgedessen mit einem verstärkten Preisdruck zu rechnen. Die Entwicklungen an den Rohstoffmärkten werden kontinuierlich beobachtet, und potenzielle Mitigationsstrategien werden frühzeitig mit den Kunden abgestimmt.

Zum aktuellen Zeitpunkt lassen sich die weiteren Entwicklungen im Zusammenhang mit der Irankrise aufgrund ihrer hohen Dynamik nur schwer prognostizieren. Erste Lieferanten haben bereits mögliche Preissteigerungen angekündigt. Ob und in welchem Umfang diese Kostensteigerungen an den Markt weitergegeben werden können, ist derzeit nicht verlässlich einschätzbar. Durch ein konsequentes Kostenmanagement sowie fortlaufende Effizienzsteigerungen wirkt das Unternehmen diesen Risiken jedoch aktiv entgegen.

6.2. Produktions- und Absatzrisiko

Durch die mit EBEWE abzuschließende Verlängerung des MSA (Manufacturing & Supply Agreement) – welches über mehrere Jahre läuft – verpflichtet sich EBEWE zu bestimmten Mindestabnahmemengen, die eine Grundauslastung des Produktionsstandortes auch für 2026 garantieren. Insoweit besteht ein geringes Absatzrisiko für die Gesellschaft.

Berichterstattung zu § 243 (3) Z 5 UGB:

Zum Stichtag sind keine derivativen Finanzinstrumente in Verwendung.

Unterach, 02.06.2026

Die Geschäftsführer

Bernard Fraisse

Alexandre Bastit

Sebastian Herzog

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