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zum
Jahresabschluss per 31. August 2025
1
ALLGEMEINE ANGABEN
Die W&H Dentalwerk Bürmoos GmbH (kurz W&H genannt) mit Sitz in Bürmoos bei Salzburg ist ein österreichischer Hersteller von Hard- und Softwareprodukten, die in der Dental-, Medizin- und Veterinärbranche zum Einsatz kommen. Das Unternehmen vertreibt die Produkte weltweit mit einer Exportquote von 97%. Eine Unternehmensstruktur mit einem modernen Maschinenpark, einer nachhaltigen Infrastruktur, innovativen Produkt-, Service- und Workflowlösungen machen W&H zu einem weltweit erfolgreichen Player. Zufriedene Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie externe Partner stehen an erster Stelle der Firmenphilosophie von W&H.
W&H vertreibt die Produkte weltweit, wobei die größten Absatzmärkte mit Europa und Amerika einen Anteil von größer 85 % ausmachen:
| Asia | |
|---|---|
| North | |
| 9% | |
| America | in |
| 23% | rica |
| 2% |
| Europe |
|---|
| 63% |
Die aktuelle Produktpalette umfasst ein weites Angebot von Restauration und Prothetik, der oralen Chirurgie und Implantologie, der Prophylaxe und Parodontologie, Medical- Anwendungen bis hin zu gesamtheitlichen Lösungen. Neben der Marke W&H werden verschiedene Produkte auch als OEM („Original Equipment Manufacturer") oder als PL (Private-Label) Produkte für Unternehmen in der Medizintechnik erzeugt.
Von W&H werden die Produkte an Industriekunden und den Großhandel geliefert. Unterstützt werden die Vertriebsaktivitäten durch die Tochtergesellschaften und den regionalen Gebietsvertretern. W&H arbeitet mit mehr als 250 Partnern und >15 Vertriebsunternehmen. Das globale Vertriebsnetz besteht aus vielen professionellen Stützpunkten für den direkten effektiven Kundenkontakt.
2 BERICHT ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF UND DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE
2.1 Darstellung und Analyse des Geschäftsverlaufes und des Geschäftsergebnisses 2024/25
Im Geschäftsjahr 2024/25 (kurz GJ25) wurde die neue Vertriebsstruktur vollständig implementiert. Fokus liegt auf den drei Hauptregionen EMEA, AMERICAS und APAC, welche von einer starken OEM-, Service-, Marketing und Vertriebsverwaltung unterstützt werden. Die abgeschlossene Vertriebsmanagementstruktur führt zu einer verbesserten Koordination, erste positive Effekte sind in der EMEA-Region ersichtlich.
Die Geschäftsentwicklung war von hoher Volatilität geprägt. Die Verkaufszahlen waren bis Januar 25 auf Budget, ab Februar war der Bedarf rückläufig. Im Nachgang der IDS (März 2025), die als bedeutender Branchenindikator gilt, setzte sich der negative Trend fort. Europäische Marktanalysen zeigen, dass vor allem der Chirurgie-Bereich (Implantat- Bereich) betroffen bzw. eingebrochen ist. Dieser Trend hat sich bis zum Sommer fortgesetzt. Maßnahmen zur Vitalisierung der Chirurgie und R&P Segmente wurden initiiert.
Die EMEA-Region ist im GJ25 zusätzlich vom Wegfall der Umsätze in Saudi-Arabien negativ beeinflusst worden. Trotz unsicherer Zollpolitik aus den USA, konnte in Nordamerika ein Wachstum im Geschäftssegment R&P erzielt werden. In Lateinamerika wirkt sich der Preisdruck von asiatischen Mitbewerbern weiterhin negativ auf den Verkauf von W&H Produkten aus. Die Region APAC hatte deutliche Rückgänge, vor allem in China. Durch chinesische Marktregulierung und hohen Preisdruck, sind die Verkaufszahlen in diesem Markt komplett eingebrochen.
Die Umsatzerlöse sind gegenüber dem Vorjahr um T€ 4.786 auf T€ 112.992 gesunken.
Die operativen Effizienzmaßnahmen hat das Unternehmen konsequent umgesetzt.
Die Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen sind in Linie mit der Umsatz- und Produktmix-Veränderung um T€ 2.038 auf T€ 31.815 gegenüber dem Vorjahr gesunken. Der Personalaufwand hat sich um T€ 928 auf T€ 55.847 erhöht. Die Erhöhung inkludiert den auf 2 Jahre verhandelten Kollektivvertrag (2024-2025) und die Steigerung der
W & H Dentalwerk Bürmoos GmbH
Personalrückstellungen aufgrund der aktualisierten Bewertungsmethode. Demgegenüber stehen strukturellen Maßnahmen, welche zu einer Senkung des Personalaufwands führen.
Erfolgsrechnung zum 31. August 2025
| in Tausend € | 2025 | 2024 | positiv | negativ |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse* | 111.113 | 115.692 | -4.579 | |
| Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen | -31.815 | -33.853 | 2.038 | |
| ROHERTRAG I | 79.298 | 81.839 | -2.541 | |
| Personalaufwand | -55.847 | -54.919 | -928 | |
| ROHERTRAG II | 23.451 | 26.920 | -3.470 | |
| sonstige betriebliche Erträge | 7.184 | 3.409 | 3.775 | |
| sonstige betriebliche Aufwendungen | -32.025 | -41.095 | 9.070 | |
| ERGEBNIS VOR ZINSEN, STEUERN | -1.390 | -10.766 | 9.376 | |
| UND ABSCHREIBUNGEN (EBITDA) | ||||
| Abschreibungen | -6.715 | -6.468 | -246 | |
| Ergebnis Finanzanlagen | -1.002 | -522 | -480 | |
| ERGEBNIS VOR ZINSEN UND STEUERN (EBIT) | -9.107 | -17.756 | 8.649 | |
| Zinsen (Finanzergebnis) | ||||
| sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 385 | 90 | 295 | |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -671 | -928 | 257 | |
| ERGEBNIS VOR STEUERN (EBT) | -9.393 | -18.594 | 9.202 | |
| Steuern von Einkommen und Ertrag | 36 | 638 | -601 | |
| JAHRESVERLUST / -GEWINN | -9.356 | -17.957 | 8.600 |
*) Darin sind in Summe T€ -1.931 / VJ: Te -2.135 an Bestandsveränderungen sowie T€ 52 / VJ: T€ 49 an aktivierten
Eigenleistungen enthalten
Im GJ25 ist das operative Betriebsergebnis negativ, primär aufgrund von Wertberichtigungen im Forderungsbereich gegenüber Dritten bzw. verbundenen Unternehmen. Das Finanzergebnis beinhaltet Abschreibungen aus Beteiligungsbewertungen und Erträge aus Beteiligungen. Nach Steuern ergibt sich ein Jahresverlust von T€ -9.356 (VJ: T€ -17.957).
2.2
Leistungsindikatoren
2.2.1 Finanzielle Leistungsindikatoren
| 2025 | 2024 | Veränderung | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Te | % | Te | % | Te | 6 | ||
| Anlagevermögen | 104.405 | 62,3% | 114.469 | 53,6% | -10.063 | -8,8% | |
| Umlaufvermögen inkl ARA | 61.010 | 36,4% | 97.148 | 45,5% | -36.138 | -37,2% | |
| aktive latente Steuern | 2.263 | 1,3% | 2.050 | 1,0% | 213 | 10,4% | |
| AKTIVA | 167.678 | 213.666 | -45.988 | -21,5% | |||
| Eigenkapital | 101.940 | 60,9% | 111.296 | 56,1% | -9.356 | -8,4% | |
| Investitionszuschüsse | 164 | 0,1% | 207 | 0,1% | -43 | ||
| Fremdkapital | 65.575 | 39,1% | 102.164 | 47.8% | -36.589 -35,8% | ||
| PASSIVA | 167.678 | 213.666 | -45.988 | -21,5% | |||
Das Anlagevermögen ist im Geschäftsjahr 2025 insgesamt um T€ 10.063 gesunken:
• Die immateriellen Vermögensgegenstände sind um T€ 163 gesunken. • Die Sachanlagen sind gegenüber dem Vorjahr um T€ 4.420 gesunken. • Die Finanzanlagen sind gegenüber dem Vorjahr um T€ 5.480 gesunken.
Das Umlaufvermögen inklusive ARA ist gegenüber dem Vorjahr um T€ 36.138 gesunken:
• Die Vorräte sind gegenüber dem Vorjahr um T€ 3.180 gesunken. • Die Forderungen sind um T€ 40.909 gesunken, insbesondere im Bereich der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen. • Die Guthaben bei Kreditinstituten sind gegenüber dem Vorjahr um T€ 7.975 gestiegen. • Die Rechnungsabgrenzungsposten sind um T€ 24 gesunken. Bei dem Betrag handelt es sich insbesondere um Wartungsverträge.
Die aktiven latenten Steuern sind um T€ 213 auf T€ 2.263 gestiegen.
Die Eigenkapitalquote beträgt zum Bilanzstichtag 60,9% (VJ: 52,1%).
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Die Investitionszuschüsse sind um T€ 43 gesunken.
Das Fremdkapital ist im Vergleich zum Vorjahr um T€ 36.589 gesunken.
• Die Rückstellungen sind um T€ 3.062 gesunken, vor allem im Bereich der fehlenden Eingangsrechnungen. • Die Verbindlichkeiten sind gegenüber dem Vorjahr um T€ 32.954 gesunken, primär gegenüber verbundenen Unternehmen. • Durch die Veränderung der Darstellung der Umsatzabgrenzung im Bereich der Forderungen ist die passive Abgrenzung im Vergleich zum Vorjahr um Te 573 gesunken.
2.2.2 Finanz- und Liquiditätslage
| 2025 | 2024 | ||
|---|---|---|---|
| Te | Te | ||
| Ergebnis vor Steuern | -9.393 | -18.594 | |
| Uberleitung aus Netto-Geldfluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 19.604 | 15.077 | |
| 1. Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 10.211 | -3.518 | |
| 2. Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit | 2.859 | -15.439 | |
| 3. Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit | -5.096 | 22.722 | |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | 7.975 | 3.765 | |
| + | Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 10.787 | 7.022 |
| 4. | Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 18.762 | 10.787 |
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2.2.2.1 Bilanzkennzahlen zum 31. August 2025
| Finanzwirtschaftliche Kennzahlen | ||
|---|---|---|
| (a) | ||
| 2025 | 2024 | |
| Eigenkapitalanteil in % | ||
| Eigenkapital | ||
| x 100 Gesamtk apital | 60.9% | 52,1% |
| Lagerdauer der Vorräte in Tagen | ||
| 365 | ||
| Umschlagshäufigkeit der Vorräte | 198 | 225 |
| Durchschnittliches Debitorenziel in Tagen | ||
| 365 | ||
| Umschlagshäufigk eit der Forderungen | 102 | 130 |
| working capital in T€ | ||
| kurzfristig gebundenes Vermögen | ||
| minus kurzfristig berichtigtes Fremdkapital | 18.974 | 23.957 |
| Bankverschuldung in % | ||
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten ggü Banken | ||
| x 100 Gesamtkapital | 21,0% | 18,5% |
Die Eigenkapitalquote erhöht sich aufgrund der Senkung der Verbindlichkeiten gegenüber Intercompany Unternehmen und Dritten versus dem Vorjahr.
Die Lagerdauer der Vorräte reduziert sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund verschiedener Parameter, insbesondere durch Optimierung der Bestandsführung und eine aktive Reduktion der vorgehaltenen Bestell- und Sicherheitsmengen.
Das Working Capital sinkt aufgrund der Senkung des Fremdkapitals (Senkung sonstiger Rückstellungen gegenüber Intercompany). Die Bankverschuldung erhöht sich gegenüber Vorjahr aufgrund der deutlichen Senkung der Bilanzsumme.
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(b) Erfolgswirtschaftliche Kennzahlen
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Umsatzrentabilität in % | ||
| EBT | ||
| x 100 Umsatzerlöse | -8,3% | -15,8% |
| Personalaufwand in % der Umsatzerlöse | ||
| Personalaufwand | ||
| x 100 Umsatzerlöse | 49,4% | 46,6% |
| Gesamtrentabilität (ROI) in % | ||
| Ergebnis vor Steuem (EBT) | ||
| x 100 berichtigtes Gesamtkapital | -5,6% | -8,7% |
| Materialintensität in % | ||
| Materialaufwand | ||
| x 100 Gesamtleistung | 26,7% | 28,4% |
Die Umsatzrentabilität ist weiterhin negativ. Die Entwicklung der Rentabilitäten (Umsatzund Gesamtrentabilität) sind primär an die Entwicklung der Umsatzerlöse, auf die Methodenänderung bei den Personalrückstellungen sowie auf die Wertberichtung aufgrund der Nicht-Zahlung eines Kunden zurückzuführen.
Die Materialintensität (in %) ist aufgrund des geänderten Produktmix und der Senkung der Bestellmengen gegenüber dem Vorjahr gesunken.
Der Personalaufwand (in %) ist aufgrund der Methodenänderung beim Sozialkapital und der Umsatzreduktion im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
2.2.3 nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
(a) Arbeitnehmer
Kompetenz, Innovation und der Nachhaltigkeitsgedanke liegen in der DNA der W&H Belegschaft, gepaart mit dem stetigen Kundengedanken. Das Produzieren im Tagesportions-Model im direkten Bereich und das 3-Ebenen Modell für die gesamte Belegschaft (Tagesgeschäft, Projektarbeit und Strategie-Arbeit) stellen weiterhin ein wesentliches Fundament für die Unternehmensführung dar.
Aufgrund der Herausforderungen in Österreich (gesunkene Attraktivität österreichischer Produktionsstandorte / hohe Lohnstückkosten im Vergleich zur Konkurrenz) war der HR- Bereich maßgeblich mit der Begleitung, Kommunikation und Umsetzung notwendiger Restrukturierungs-Maßnahmen befasst. Zur Sicherung der Arbeitsplätze aufgrund der deutlich gesunkenen Verkaufszahlen im zweiten Halbjahr, wurde ein auf 6-Monate beschränktes Teilzeit-Model für den Arbeiter-Bereich implementiert.
Fluktuationsstatistik absolut
| Jahr | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Zugänge | 22 | 50 |
| Abgänge | 72 | 54 |
| Veränderung | -50 | -4 |
Personalstand nach Köpfen zum Stichtag
| Jahr | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Arbeiter | 317 | 349 |
| Angestellte | 347 | 365 |
| Gesamt | 664 | 714 |
Der Anteil der Frauen an der gesamten Belegschaft beträgt per 31.08.2025 198 (29,8%) (VJ: 30,4%).
(b) Umwelt
Für die seit 2007 zertifizierte ISO 14001 und das 2022 erstmalig validierte EMAS-System wurde im Geschäftsjahr 2024/2025 ein gemeinsames Audit mit ISO 9001 durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen. Dies ist ein Schritt hin zu einem integrierten Managementsystem, um Umweltschutz und Nachhaltigkeit gesamtheitlich im Unternehmen zu verankern.
Nach Abschluss der Um- und Neubauten in den letzten Jahren, wurde im vergangenen Geschäftsjahr Augenmerk auf die Energieoptimierung und Effizienzsteigerung des laufenden Betriebs gelegt. Durch verschiedene Maßnahmen, welche zum Ziel hatten, die Produktionsmaschinen und Gebäudetechnik möglichst effizient und wirtschaftlich zu betreiben, konnten etwa 10% der Energie im Vergleich zum Vorjahr eingespart werden. Dadurch schafft es W&H, Ressourcen zu schonen und den ökologischen Fußabdruck zu verringern.
Die im Zuge der Betriebserweiterung 2019 errichtete PV-Anlage wurde im letzten Geschäftsjahr optimiert und produzierte rund 470 MWh Strom, was einer Einsparung von rund 98 Tonnen CO2e (Umrechnungsfaktor „Stromaufbringung Österreich“ 0,21 kg/kWh Umweltbundesamt) entspricht.
Ein großer Hebel, um Umweltauswirkungen zu reduzieren und zu verbessern, liegt in unseren Produkten. Dazu wurde 2024 Eco Design eingeführt, welches bereits in der Produktentwicklung die Recyclingfähigkeit, modulare Lösungen, Reparaturfähigkeit und umweltschonende Verpackungen berücksichtigt, um innovative und langlebige Produkte zu schaffen.
Das Unternehmen hat dieses Geschäftsjahr mit dem Konzept der Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes (ESG) für die gesamte W&H Gruppe gestartet. Das Projekt ist ein mittelfristiges Projekt, da die Vorgaben durch die EU noch nicht komplett klar sind.
3 BERICHT ÜBER DIE ZUKÜNFTIGE ENTWICKLUNG UND RISIKEN DER GESELLSCHAFT
3.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Die wirtschaftliche Erholung verläuft verhalten, wobei es zwischen fortgeschrittenen Volkswirtschaften große Unterschiede gibt. Die USA zeigen eine kräftige Expansion, während der Euroraum eine schwächere Entwicklung aufweist. Handelskonflikte, insbesondere die US-Zölle, belasten weiterhin die Exportwirtschaft und führen zu Unsicherheiten. Der Aufstieg von künstlicher Intelligenz als positiver Wachstumsimpuls, die demografische Entwicklung und der Ubergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft sind zentrale Herausforderungen für Unternehmen. Die Knappheit von Ressourcen wie Kupfer wirkt sich auf die Wirtschaft aus.
In Osterreich wird nach einer Rezession ein leichtes BIP-Wachstum zum Ende des Kalenderjahres 2025 prognostiziert, vor allem für den privaten Haushalt. Die Erholung wird sich voraussichtlich erst 2026 beschleunigen.
Aufgrund der hohen Exportquote (97%) werden die geopolitischen Krisenherde von W&H weiterhin mit Sorge beobachtet. Die durch die Unsicherheit verursachten Herausforderungen werden sich nicht nur im Beschaffungs- und Absatzmarkt widerspiegeln, sondern auch weiterhin am Finanz- und Arbeitsmarkt.
Das Unternehmen rechnet im GJ 2026 mit einer moderaten Umsatzsteigerung von 5% gegenüber dem Vorjahr. Fokus liegt auf die definierten Wachstumsmärkte und auf speziellen Kampagnen zur Vitalisierung der Anwendungssegmente Oralchirurgie und Restauration & Prothetik in der EMEA-Region. Die neue Variante des ImplantMed und das neue Medical-Portfolio unterstützen die Erhöhung.
Neben der Volumina-Steigerung wird eine Verbesserung in der Produktionsauslastung durch Insourcing-Aktivitäten (von extern bezogenen Teilen) erzielt werden. Effizienzverbesserungen, einhergehend mit einer Verschlankung der Organisationen im produktiven und administrativen Bereich, tragen neben der Umsatzerhöhung zur Erreichung eines positiven Betriebsergebnisses im Budgetjahr bei.
3.2 Risikoberichte
3.2.1 Allgemeiner Risikobericht
Der Hauptzweck des Risikomanagements der W&H Dentalwerk Bürmoos GmbH besteht in der Sicherung des Unternehmensvermögens. Das rechtzeitige Erkennen, Evaluieren und Reagieren auf die Risiken, aber auch Chancen ist ein wesentlicher Bestandteil der Führungstätigkeit der einzelnen Bereiche.
Das Unternehmen ist aufgrund seiner hohen Exportquote naturgemäß einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Aufgrund der breiten globalen Streuung von W&H haben sich Einzelereignisse aus Wirtschaft und Geopolitik in der Vergangenheit ausgeglichen. Die weltweiten Entwicklungen seit 2020 sind aber keine Einzelereignisse mehr, sondern eine Ansammlung von multiplen mittel- bis langfristigen Großereignissen, mit deutlicher Wechselwirkung und signifikanten finanziellen Auswirkungen. Auch der Wirtschaftsraum Österreich, im speziellen die Region Salzburg-Oberösterreich ist durch die deutlichen Lohnkostensteigerungen und die damit verbundenen Insolvenzen, unter Druck. W&H setzt zur Erfassung und zum Umgang mit den bestehenden Risiken/Chancen ein wirksames internes Steuerungs- und Kontrollsystem ein.
3.2.2 Konjunktur- und Absatzrisiken
Die globalen Konjunktur- und Absatzrisiken bleiben weiterhin hoch. Neben den bekannten Herausforderungen wie Inflation und geopolitischen Spannungen, zeigt sich insbesondere die amerikanische Handelspolitik zunehmend als Unsicherheitsfaktor. Drohende oder bereits eingeführte Zölle und Handelsbarrieren (Tarife) erschweren die Planbarkeit und erhöhen die Kostenstruktur in einzelnen Märkten.
Gleichzeitig verschärft sich die internationale Sanktionspolitik weiter – neue Allianzen sind erst im Entstehen, was zu einer spürbaren Verunsicherung in vielen Absatzregionen führt. Diese Entwicklungen lassen sich nicht kurzfristig kompensieren und erfordern eine noch engere Abstimmung zwischen Vertrieb, Produktmanagement, Strategie und Finanz. Ziel bleibt es, durch vorausschauende Planung und flexible Vertriebsmaßnahmen auf Markt- Veränderungen rasch reagieren zu können. Weitere Mitbewerber aus dem asiatischen Raum drängen in den Europäischen Markt und verstärken deren Präsenz in der EU.
3.2.3 Regulatorische Risiken
Das Unternehmen 'W&H Dentalwerk Bürmoos GmbH' stützt sich auf ein integriertes Managementsystem, dessen Kern die Zertifizierungen gemäß internationalem Normen für Qualitätsmanagement (ISO 9001) mit dem Schwerpunkt Medizinprodukte (ISO 13485 inkl. MDSAP) sowie der einschlägigen europäischen Richtlinien und Verordnungen (z.B. EU- Verordnung 2017/745) bilden. Des Weiteren wird ein starker Fokus auf Umweltmanagement (ISO 14001) und Nachhaltigkeit (EMAS) gelegt. Das Managementsystem berücksichtigt alle relevanten Standards, Regularien und Gesetze, die für die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung des Produktportfolios in über 110 Ländern erforderlich sind.
Im nunmehr verstärkten Regulatory Affairs (RA) Team wurden Verfahrensanweisungen implementiert, die rascher gesetzliche Anderungen in den Hauptmärkten identifizieren und deren Einarbeitung in die firmeninternen Abläufe regeln. Ein weiterer Schwerpunkt war die Neuorganisation des Normenmanagements zur Sicherstellung, dass RA bei neuen Entwicklungsprojekten schneller eingebunden ist. Im Qualitätsmanagement wurde die Anwendung einer neuen Software weiter ausgeweitet zur systematischen Auswertung und Verbesserung. Des Weiteren wurde eine Modernisierung und Überarbeitung des Prozessmanagements (Prozesse, Verfahren) im abgelaufenen Geschäftsjahr gestartet.
Die mehrmals im Jahr durch die Benannte Stelle (DQS Medizinproukte GmbH), Kunden oder ausländische Zertifizierungsstellen durchgeführten Audits konnten erneut positiv abgewickelt werden. Die Gefahr eines Zertifikatsentzugs war zu keiner Zeit gegeben. Abweichungen wurden systematisch, gemäß der internen Prozesse, erfasst und behoben.
3.2.4 Beschaffungsrisiko (inkl. Logistikrisiko)
Zu den nach wie vor präsenten geopolitischen Ereignissen sind Handelsbeschränkungen dazugekommen. Dadurch bleiben die Preise volatil und die unsichere Supply Chain erfordert eine laufende Beobachtung des Beschaffungsmarktes. Preisschwankungen bei den Rohmaterialien an den Börsen (v.a. Metalle, Energiepreise) sowie ROHS-konformer Rohstoffe (bleifreie Kupferlegierungen) werden kontinuierlich evaluiert. Beschränkungen bei einzelnen Rohstoffen oder seltene Erden erfordern ein Sicherheitsdenken zur Absicherung der Verfügbarkeit.
W & H Dentalwerk Bürmoos GmbH
Organisatorisch hat sich der Fokus auf ein globales Sourcing bekräftigt. Insourcing und Outsourcing Aktivitäten werden aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage in Österreich kontinuierlich abgewogen, auch zur Sicherung der Kapazitätsauslastung in der Produktion.
Im GJ 25 war auch der Hauptschwerpunkt in der Risikominimierung bei der Verlagerung der Teile/Werkzeuge von der W&H Form an andere Lieferanten, aufgrund der Einstellung der Produktion bei W&H Form.
Alle angekündigten Nachhaltigkeitsthemen der EU (ESG, Lieferketten-Sorgfaltspflicht Gesetz, NIS2) werden intern bearbeitet, aber sind aufgrund der unklaren gesetzlichen nationalen Verordnungen nur teilweise umsetzbar.
3.2.5 Personalrisiken
Aufgrund der Unsicherheit für Industrieunternehmen in Osterreich (geringe Wettbewerbsfähigkeit) ist das Risiko der erhöhten Fluktuation in Fach- und Schlüsselpositionen gegeben. Dem wirkt unsere Firmenphilosophie entgegen. W&H setzt auf eine nachhaltige und langfristige Ausrichtung des Betriebes mit weichen Faktoren, wie Teamarbeit und einer sozial gestalteten Arbeitsumgebung. Erfolgreiches Integrieren („Onboarden") von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht an erster Stelle. Der Fokus liegt auf der eigenen Ausbildung (Lehrlinge, Trainees), um den Fachkräftemangel zu minimieren. Die Organisation selbst ist in kleine, selbständige Teams gegliedert. Im Fokus liegt der intensive Kapazitätsausgleich zwischen den produktiven Teams bei Unter- bzw. Überauslastung.
Der W&H Campus sowie das Betriebsrestaurant „Meet and Eat" sind bei der Belegschaft nach wie vor sehr beliebt. Der W&H Campus unterstreicht das Bekenntnis von W&H junge zukünftige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auszubilden.
Im administrativen Bereich setzt W&H weiterhin auf ein hybrides Zeitmodel, mit Home- Office-Tagen und Office-Tagen, um mit dem Trend der Zeit zu gehen und Arbeitsplätze attraktiver zu gestalten, vor allem auch für erwerbstätige Eltern.
3.2.6 IT-Risiken
Der Fokus zur Verminderung von Risiken liegt weiterhin im Einsatz moderner Hardware und aktueller Software sowie einem konsequenten Austausch veralteter Komponenten. Gespiegelte Systeme, rollierende Datensicherungen und nicht änderbare Backups gewährleisten die Wiederherstellbarkeit im Bedarfsfall. Die IT- Systeme sind umfänglich redundant ausgelegt.
In Bezug auf die Datensicherheit werden umfassende Sicherheitssysteme eingesetzt, die unberechtigten Zugriff auf das Datenmaterial von außen verhindern. Technische Implementierungen von zusätzlicher IT-Security werden durch die W&H IT gruppenweit umgesetzt. Das Thema Datenschutz wird konsequent und konzernweit betrieben. In zyklischen Abstimmungsrunden mit allen betroffenen Bereichen werden aktuelle Themen behandelt, um die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben sicherzustellen.
Das Konzept für ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) wurde erfolgreich implementiert, um der weltweit verstärkten Cyber-Kriminalität entgegenzuwirken und die damit verbundenen Risiken zu minimieren. Im Geschäftsjahr 2025 wurde die Aktualisierung unserer genutzten Client- und Server- Systeme prolongiert und eine gruppenweite Schulungsplattform für Cyber- und Informationssicherheit ausgerollt.
Fokus liegt weiterhin auf der Umsetzung der Netz- und Informationssystemsicherheit Richtlinie (NIS2) der EU, die Umsetzung von Data-Act und AI-Act für die W&H Produkte von Seiten der IT- Systeme, sowie auf das Informationssicherheitsrisikomanagement (IRM).
3.2.7 Risiken aus Forderungen
W&H beliefert weiterhin Partner und Distributoren weltweit, deren Bonität und Zahlungsmoral sich regional unterschiedlich entwickeln. Das wirtschaftliche Umfeld hat sich weiter verschärft: Inflation, geopolitische Unsicherheiten, volatile Währungen und strengere regulatorische Anforderungen im Finanzsektor haben das Risiko von Forderungsausfällen weiter deutlich erhöht. Besonders betroffen sind Märkte in der Region Naher Osten sowie der Türkei, im asiatischen Raum besonders China, Indien sowie Lateinamerika.
Im Frühjahr 2025 wurde ein neuer Mahnprozess ausgerollt, der deutlich straffer und stringenter organisiert ist. Erste positive Ergebnisse sind bereits sichtbar. Diese Maßnahme dient der Risikominimierung und stellt sicher, dass wirtschaftlich tragfähige Entscheidungen getroffen werden. Eine flankierende Maßnahme sind auch die Neugestaltung der Vertriebsverträge zur Risiko-Reduktion.
3.2.8 Risiken im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten
Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen im wesentlichen Guthaben bei Kreditinstituten. Langfristig finanziert sich W&H über Eigenkapital, Bankkredite und Leasing. Zur Risikominimierung werden Finanzierungen über mehrere Banken verteilt. Wenn Möglichkeiten bestehen, werden Bundeshaftungen zur Besicherung, insbesondere von F&E-Projekten in Anspruch genommen. Beim Management der Finanzpositionen verfolgt das Unternehmen eine konservative Risikopolitik. Soweit bei finanziellen Vermögenswerten, insbesondere Finanzanlagen, Ausfalls- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Vorsorgen getroffen.
BERICHT ÜBER DIE FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Innovative Produkt- und Servicelösungen mit Fokus auf digitalisierte Workflows für die gesamte Wertschöpfungskette sind für W&H ein wesentlicher Treiber für die Zukunft.
Im Anwendungssegment Dentalchirurgie wurde die Entwicklung der neuen Generation des ImplantMeds fortgesetzt. Das neue Produkt hat einen deutlich erweitertem Funktionsumfang gegenüber dem aktuellen Gerät, auch im Bereich digitaler Serviceleistungen. Mit der Entwicklung einer neuen ImplantMed Variante wurde gestartet. Im Bereich Digital Solutions wurde die Intelligent Service Software für das in Entwicklung befindliche Implantmed 2025 um neue Kommunikationstechnologien und Funktionalitäten erweitert.
Die verbesserten technischen Plattformen für die W&H Turbinen sind deutliche Adaptierungen für das Anwendungssegment Restauration und Prothetik. Die Reduktion der technischen Komplexität sowie die Erhöhung der Zuverlässigkeit führen zu wichtigen Veränderungen. Gleichzeitig wurde eine ähnlich geartete Plattformentwicklung mit gleichen Zielen wie bei den Turbinen für das W&H Winkelstückportfolio gestartet.
Im Anwendungssegment Medical sind die Arbeiten an der nächsten Generation des Winkelschraubendrehers fortgesetzt worden. Außerdem wurde das Projekt „Piezomed Pro" erfolgreich auf den Markt gebracht. Damit soll die in der Zahnmedizin bewährte Piezo- Antriebstechnologie in einem neuen Anwendungssegment genutzt werden.
Im Bereich der Grundlagenforschung wurde im vergangenen Jahr das Projekt „Realistic Testing“ gestartet. Das Ziel hier ist es, die tatsächlichen Einsatzbedingungen der W&H Hand- und Winkelstücke in der Zahnarztpraxis besser simulieren zu können. Ein weiteres Forschungsfeld war die Beschäftigung mit Tissue Engineering. Ein Anwendungsfeld, das sich mit der Entwicklung biologischer Ersatzgewebe beschäftigt, um beschädigtes oder erkranktes Gewebe im menschlichen Körper zu reparieren oder zu ersetzen.
Die MDR-Umstellung ist in der finalen Phase, die wesentlichen Produktfamilien sind umgestellt.
BERICHT ÜBER ZWEIGNIEDERLASSUNGEN
W&H verfügt derzeit über folgende Zweigniederlassung:
Name der Zweigniederlassung Ort
W&H Dentalwerk Bürmoos GmbH - Branch Office Moscow RF-121509 Moscow
Das Branch Office Moscow dient zur Vertriebsunterstützung für unsere russischen Partner und ist insbesondere für die Durchführung von Produktregistrierungen am russischen Markt zuständig.
Bürmoos, am 19. Dezember 2025
Geschäftsführer g. Klates MAIER Geschäftsführer