Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
a.
Geschäftsverlauf 2025
Das Geschäftsjahr 2025 war für die KRENHOF GmbH weiterhin von einer deutlich rückläufigen Nachfrageentwicklung geprägt. Umsatzseitig war durch diese gesamtwirtschaftliche Nachfrageeintrübung, speziell im Automotive-Markt, ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen.
Im Bereich Aluminiumschmieden wurde intensiv an der Zusammenführung der Produktionen am Standort Köflach gearbeitet, welche 2026 finalisiert werden und in weiterer Folge zu einer Verbesserung der Abläufe und Effizienzen führen werden. Im Geschäftsjahr 2025 war das operative Ergebnis aber von Einmalkosten durch diesen Prozess erheblich belastet.
Nach den bereits erfolgten Kostenreduktionsmaßnahmen 2024 wurden in 2025 weitere Effizienzsteigerungsprogramme gestartet bzw. umgesetzt, um die Ausrichtung des Unternehmens auf eine geringere Volumens-Ausbringung zu vollenden. Gleichzeitig wurden im Bereich des Titanschmiedens große Fortschritte erzielt und erste Projekte in Serie geschmiedet. Die Ausrichtung auf Titan bzw. hochwertigere Stahl- und Aluminiumprodukte wird auch die weitere Entwicklung der nächsten Jahre der Krenhof GmbH prägen.
b. Bericht über Zweigniederlassungen
Das Unternehmen verfügt über eine Zweigniederlassung am Standort Kapfenberg.
c. Finanzielle Leistungsindikatoren
| Kennzahl | Einheit | 2025 | 2024 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | te | 60.246 | 70.048 |
| Umsatzrentabilität 1) | -5,96 % | -2,83 % | |
| Jahresfehlbetrag | te | -3.323 | -3.717 |
| Eigenkapitalquote | 22,04 % | 26,07 % | |
| Nettoverschuldung 2) | te | 27.048 | 21.238 |
| Anzahl der Mitarbeiter | 332 | 375 | |
| Investitionen | te | 2.906 | 6.177 |
1) Ergebnis vor Zinsen und Steuern / Umsatzerlöse
2) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen mit Finanzierungscharakter, Abfertigungen abzüglich liquider Mittel
2. Voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
a. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Durch die Zusammenführung der Schmiedeproduktionen an einem Standort und damit verbundene Synergieeffekte, sowie durch die künftige Ausrichtung auf den Werkstoff Titan erwartet das Unternehmen mittelfristig deutliche Produktivitätszuwächse. Das Jahr 2026 wird bedingt durch den Abschluss der Produktionsverlagerung „Aluminium" auf den Standort Köflach und einer anhaltend schwachen Konjunktur kein positives Ergebnis ermöglichen. Für die Folgejahre ist aber durch einen Volumensmäßig deutlichen Anstieg des Titanabsatzes, welcher bereits durch gruppeninterne Aufträge hinreichend sichergestellt ist, und durch ein bereits anlaufendes Neugeschäft im Aluminium- und Stahlbereich mit einer Trendwende in der Ergebnisqualität zu rechnen. Der durch die Transition bedingte Liquiditätsbedarf ist durch entsprechende gruppeninterne Finanzierungsrahmenverträge ausreichend abgedeckt.
b. Risikobericht
Unter Risiko versteht das Unternehmen die Möglichkeit einer Abweichung von Unternehmenszielen; der Risikobegriff umfasst somit sowohl positive als auch negative Abweichungen von Zielen.
Sowohl sicheres als auch umweltgerechtes Handeln und nachhaltiges Wirtschaften sind für Krenhof oberste Priorität. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen bei uns an höchster Stelle, und die Umwelt zu schonen ist ein wichtiger Hebel für das Wohlergehen unserer Mitarbeiter. Risiken in Bezug auf Umwelt sehen wir vor allem in der Handhabung von Betriebsstoffen und haben diese durch intensive Schulungen und
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Unterweisungen auf ein gegen Null gehendes Maß reduziert. Energieverbrauch ist bei Krenhof ein wichtiger Kostentreiber und durch die hoch digitalisierte Fertigung ist das Unternehmen jeden Tag dabei, ein Stück besser zu werden und den Energieverbrauch auf einem so gering wie möglichen Niveau zu halten.
Zur ständigen Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität ist ein engmaschiges, wöchentliches Liquiditätsmonitoring für alle Tochterfirmen etabliert. Um möglichen Verzögerungen in der Supply-Chain vorzugreifen, werden von kritischen Produktionsmitteln gegebenenfalls Sicherheitsbestände vorgehalten.
Wirtschaftliche Entwicklung
Das aktuelle Produkt- und Kundenportfolio weist nach wie vor eine starke Fokussierung auf den Automotive- Markt auf. Bei Investitionen wird daher besonders auf Flexibilität geachtet, um neben der wirtschaftlichen nicht zusätzlich eine technologische Abhängigkeit zu schaffen. Auch werden verstärkt Verkaufsaktivitäten unternommen, um eine bessere Diversifikation der Absatzmärkte zu erreichen. Aktuell hat sich die Nachfragesituation für Anfang 2026 auf geringem Level stabilisiert, weshalb das Unternehmen weiterhin verstärkt an Kostensenkungsmaßnahmen arbeitet. Verkaufsseitig haben die verstärkten Aktivitäten im Jahr 2025 zu ersten erfolgreichen Abschlüssen für die Folgejahre geführt, welche zu einer nachhaltig positiven Entwicklung beitragen werden.
Veränderungen am Rohstoffmarkt
Für die Herstellung einzelner Komponenten sind qualitativ hochwertige (Roh-)Materialien wie etwa Edelstahl- und Aluminiumlegierungen unabdingbar. Rechtzeitige Vorausplanung der Kundenabrufe und dementsprechender Materialvorrat sollen das Risiko der Materialverfügbarkeit mitigieren.
Produktionsrisiken
Alle Produktionsstandorte verfügen über moderne Einrichtungen. Laufende und regelmäßige Wartung stellt sicher, das Risiko von Betriebsstörungen oder längeren Produktionsausfällen zu minimieren.
Risiken aus Forschung und Entwicklung
Der Forschungs- und Entwicklungsprozess ist stets dem Risiko ausgesetzt, dass Entwicklungsziele nicht erreicht oder Ergebnisse vom Markt nicht angenommen werden. Mit laufender Marktbeobachtung und einer engen Abstimmung von Entwicklungsaktivitäten mit dem Kunden sowie vorsorglichen FMEA-Analysen, Simulationen und Berechnungen begegnet Krenhof diesen Risiken.
Währungs- und Zinsrisiko
Das durch die Anlage flüssiger Mittel und Wertpapiere entstehende Kreditrisiko wird dadurch minimiert, dass ausschließlich mit Finanzpartnern einwandfreier Bonität zusammengearbeitet wird und Zinsrisiken, sofern wesentlich, durch geeignete Finanzinstrumente abgesichert werden.
Personelle Risiken
Die Fähigkeiten und das Wissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind entscheidende Erfolgsfaktoren und signifikant für die Differenzierung von Marktbegleitern. Daher wird der Prozess des lebenslangen Lernens gefördert und gefordert. In der konzerninternen Weiterbildungseinrichtung werden
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maßgeschneiderte Schulungen angeboten, die Veränderungsprozesse im Unternehmen begleiten und neben fachlicher Ausbildung auch auf die Verbesserung sozialer und methodischer Kompetenzen abzielen.
Sonstige Risiken
Rechtliche Risiken entstehen durch die vielfältigen gesetzlichen Vorgaben und sonstigen Regelungen. Um diesen vorzubeugen, werden kritische Entscheidungsprozesse durch die laufende Unterstützung der eigenen Experten und im Bedarfsfall durch eine externe Beratung begleitet. Um einen bedarfsgerechten Versicherungsschutz zu gewährleisten, besteht ein gruppenweites Versicherungsprogramm. Bei der Überwachung und Kontrolle der wirtschaftlichen Risiken des laufenden Geschäfts kommt dem Berichtswesen eine besondere Bedeutung zu. Die Geschäftsführung, die Eigentümer sowie die jeweils betroffenen Entscheidungsträger werden frühzeitig und umfassend über mögliche Risiken informiert. Unterstützt wird der unternehmensweite Informationsfluss durch entsprechende EDV-Systeme.
2008 wurde in Köflach ein Abflussgutachten des Gradner Baches publik, wonach eine Hochwassergefährdung für den Standort Köflach Werk I besteht. Die Gemeinde Köflach betreibt seit 2008 ein von ihr gestelltes Ansuchen um Hochwasserschutz. Dieser Hochwasserschutz wurde im Jahr 2025 finalisiert, weshalb von einer deutlichen Risikosenkung auszugehen ist.
c.
Finanzinstrumente
Das Unternehmen verfügt über keine derivativen Finanzinstrumente.
3. Forschung und Entwicklung
Forschungs- und Entwicklungsleistungen sind ein wesentlicher Bestandteil der strategischen Planung des Unternehmens. Es waren 23 (Vorjahr: 24) Beschäftigte im Bereich F&E im Geschäftsjahr 2025 tätig. Die Forschungsaufwendungen betragen für 2025 EUR 4.824.021,69 (Vorjahr: TEUR 5.486).
Im Geschäftsjahr 2025 setzte die Krenhof GmbH ihre Forschungs- und Entwicklungsstrategie konsequent fort und richtete alle Aktivitäten auf die Steigerung der Energieeffizienz sowie die Verbesserung des CO₂- Footprint aus. Zentrale Leitlinie war dabei die Weiterentwicklung von Prozessen und Produkten, um Materialund Energieeinsatz nachhaltig zu reduzieren und gleichzeitig technologische Spitzenleistungen zu ermöglichen.
Ein Schwerpunkt lag auf der Optimierung innovativer Umformstrategien für unterschiedliche Pressentypen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, komplexere Schmiedeteile aus schwer umzuformenden Legierungen mit geringerem Ressourcenverbrauch herzustellen. Parallel dazu wurde die Analyse von Werkzeugschädigung und Verschleiß vertieft. Durch den Einsatz modernster Beschichtungssysteme sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der Auftragsschweißung wird die Standzeit der Werkzeuge verlängert und der Einsatz von Auftragswerkstoffen reduziert.
Auf Produktebene wurde die Inline-Prozessüberwachung weiterentwickelt. Diese Technologie ermöglicht eine frühzeitige Identifikation und systematische Vermeidung potenzieller Fehlerursachen und trägt damit wesentlich zu einer höheren Produktqualität und Zuverlässigkeit bei. Die daraus resultierenden Verbesserungen schaffen die Grundlage für die wirtschaftliche Herstellung hochkomplexer Bauteile, die durch Leichtbaukonzepte eine gesteigerte Energieeffizienz im Einsatz bieten. Im Rahmen eines FFG- Forschungsprojekts werden ab 2025 wichtige Grundlagen für die Verarbeitung von Titanlegierungen
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erarbeitet. Die Erforschung dieser Werkstoffgruppe ist ein zentraler Schritt, um leichtere Komponenten für energieeffiziente Anwendungen bereitstellen zu können – insbesondere für neue Zielmärkte wie Luftfahrt, Verteidigung und Medizintechnik. Diese Branchen stellen hohe Anforderungen an Materialkompetenz, Prozesssicherheit und Qualität, weshalb die Weiterentwicklung effizienter und ressourcenschonender Herstellungsverfahren weiter an Bedeutung gewinnt.
Die langfristig ausgerichtete F&E-Strategie der Krenhof GmbH umfasst die Bereiche Konstruktion, Berechnung, Werkstofftechnik und Wärmebehandlung. Neben technologischen Zielsetzungen fließen ESG- Kriterien zunehmend in die Forschungsaktivitäten ein. Das unternehmensweite Ziel der Klimaneutralität bis 2030 prägt die Ausrichtung der Projekte maßgeblich. Forschung zu nachhaltigen Produktionsmethoden, energieeffizienten Prozessen und umweltschonenden Werkstoffen ist daher elementarer Bestandteil der Entwicklungsagenda.
Köflach, am 17. Februar 2026
KRENHOF GmbH
tall,
DI(FH) Christoph Prattes
Philip Rohrbacher, MSc
DI Stefan Seidel